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7 Fragen an DonHummert

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Kängufant Andreas Gerold
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Lovely, in a fluffy, moist kind of way.

Jeden Sonntag stellen wir euch an dieser Stelle einen todesmutigen User wie DonHummert vor, der alle Vorsicht in den Wind geschlagen und uns 7 Antworten auf unsere 7 Fragen geschrieben hat. Jeder von euch da draußen kann daran teilnehmen, und das nicht nur einmal! Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, eine klitzekleine Nachricht an Kängufant zu schreiben, und schon geht der Fragebogen an euch raus!

Kontaktbörse: Welche zwei Leute (ob vor oder hinter der Kamera, noch lebendig oder nicht) wären wie geschaffen für eine Zusammenarbeit? Und wie sähe dieser Film aus?

Für mich als großen Fan des Mafiafilms gibt es hier eigentlich nur eine logische Antwort: Martin Scorsese und Al Pacino. Zwei der wohl größten Ikonen dieses Genres. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass es bisher noch keine gemeinsame Produktion der beiden gibt. Leider muss man angesichts ihres Alters auch sagen, dass vermutlich auch nicht mehr allzu viel Zeit bleibt … Also macht euch schnell an die Arbeit!

Aber wer weiß, vielleicht werden meine Gebete eines Tages ja doch noch erhört und sie schaffen es endlich, The Irishman abzudrehen, natürlich auch mit De Niro und Pesci. Wie der Film aussehen müsste, erklärt sich bei diesen Namen ja von selbst … ein 3-stündiges Mafia-Epos à la Casino oder Der Pate, mit einer rasanten Erzählung wie in GoodFellas.

Wenn all diese Bedingungen eines Tages zutreffen sollten, dann müsste nur noch ein christliches Wunder dafür sorgen, dass James Gandolfini von den Toten aufersteht, um sich zu diesen glorreichen Vier dazu zu gesellen.

Wer ist deine größte Filmheldin, dein liebster Filmheld? Und warum ist sie/er/es besser als die anderen?

Was Filmhelden betrifft, da könnte ich hier die ganze Bandbreite aufzählen. Auf der einen Seite die allseits beliebten Comic-Superhelden und auf der anderen Seite die charakteristischen Antihelden wie Walter White oder Tony Soprano. Doch der größte Filmheld aller Zeiten ist kein Held im konventionellen Sinne. Es ist Guido aus Das Leben ist schön. Nie hat es eine Filmfigur geschafft, derart sympathisch auf mich zu wirken. Roberto Benigni verleiht Guido so unfassbar viel positiven Charakter, dass es fast unmöglich ist, ihn nicht zu mögen. Seine Art und Weise, das Leben zu bewältigen, sollte ein Beispiel für uns alle sein. Durch seine Freude am Leben, seine Glückseligkeit und seine Liebe zu seinem Sohn schafft er es, nie die die Hoffnung auf Besserung zu verlieren, trotz der Grausamkeit des Holocausts. Und um ehrlich zu sein ist das die größte Heldentat, die ein Mensch vollbringen kann.

Herr Verteidiger, Sie haben das Wort: Welcher Film, welche Serie hat, deiner Meinung nach, eine viel zu schlechte Bewertung auf moviepilot?

Eindeutig Aviator. Der Film hat zwar durchaus die Anerkennung der Kritiker bekommen, ist aber bei den moviepiloten eher dürftig weggekommen. Warum das so ist, kann ich mir wirklich nicht erklären. Meiner Meinung nach ist Aviator eines der besten Biopics, die je gedreht wurden. Der Film ist einfach so unfassbar detailverliebt, dass ich ihn mir immer und immer wieder ansehen könnte. Noch dazu empfinde ich die Geschichte rund um Howard Hughes einfach als so interessant, dass mich der Film immer wieder dazu verleitet, mir weitere Informationen zu seiner Person durchzulesen. Es ist einfach unglaublich, dass es einen solchen Mann mit derartigen Visionen gegeben hat. Und Scorsese hat es dabei geschafft, seine Geschichte eindrucksvoll auf 170 Minuten zu bannen, die mir, entgegen vieler anderer moviepiloten, zu keinem Zeitpunkt langweilig erschienen.

Wenn du drei Filme für eine einsame Insel wählen müsstest (auf der es unerklärlicherweise ein Home-Entertainment-System gibt), welche wären es?

Die nackte Kanone: Ein Film, der mich immer und immer wieder aufheitern kann. Ich denke, jeder von uns ist schon einmal mit diesem Comedy-Meisterwerk in Berührung gekommen, viele wahrscheinlich auch in ihrer Kindheit, und werden deswegen bestimmt ähnliche Emotionen mit diesem Film verbinden wie ich. Leslie Nielsen ist einfach in jeder einzelnen Szene schlichtweg genial!

Into the Wild: In den Stunden, in denen mich die Einsamkeit überkommt, wird ein Film, der einen positiven Blick auf Individualismus, Anarchie und Isolation wirft, sicherlich weiterhelfen. Nur das Ende sollte ich mir vielleicht nicht allzu oft ansehen …

Die Simpsons - Der Film: Zu guter Letzt eine weitere Komödie, die mich immer wieder glücklich stimmt. Noch dazu hilft mir die gelbe Hautfarbe der Springfielder, mich nicht allzu stark an Menschen zu erinnern.

Wie man sieht, würde ich also viel dafür tun, sowohl meine Hoffnung als auch meine gute Laune beisammen zu halten, denn wer weiß, eines Tages ergibt sich vielleicht eine Rettungsmöglichkeit und bis dahin lautet die Devise: Durchhalten!

You are all weirdos! Der Erfolg welches Schauspielers oder Regisseurs ist Dir unerklärlich? Welches Talent wurde hingegen von der Welt sträflich vernachlässigt?

Auch wenn ich mir jetzt den einen oder anderen Feind damit mache, muss ich sagen, dass es mir absolut unerklärlich ist, wie Robert Rodriguez zu einem doch relativ großen Namen in Hollywood gekommen ist. Mich konnte bislang keiner seiner Filme richtig überzeugen. Schon klar, Sin City erfreut sich allgemeiner Beliebtheit, doch Filme wie From Dusk Till Dawn, Machete oder Irgendwann in Mexico waren jetzt nicht gerade der große Wurf. Das Problem ist einfach, dass all diese Filme viel zu austauschbar sind, der eine ist wie der andere, fundamentale Unterschiede gibt es nicht wirklich. Noch dazu kommen seine zahlreichen Gehversuche auf dem Gebiet der Kinderfilme. Wie das ausgegangen ist, weiß jeder selber … (An dieser Stelle sollen mit Spy Kids und Die Abenteuer von Shark Boy und Lava Girl in 3-D nur zwei seiner erbärmlichen Missgeschicke genannt werden).

Doch das alles ist beileibe noch nicht genug! Anstatt die Herausforderung zu suchen, sich in einem anderen Genre zu probieren, klammert er sich scheinbar jämmerlich an den mehr oder weniger erfolgreichen Produktionen seiner Vergangenheit fest. Also müssen wir nach dem mittelmäßigen Machete, dem bedauernswerten Machete Kills auch noch den dritten und hoffentlich letzten Machete Kills Again... In Space! ertragen. Mit Sin City wird das vermutlich ähnlich laufen … Zu guter Letzt soll auch noch From Dusk Till Dawn: The Series Erwähnung finden, die wohl auch nicht mehr als ein netter Versuch ist.

Jemand, der hingegen nie die Anerkennung bekommen hat, die er verdient hätte, ist Steve Buscemi. Er hatte zwar schon einige Rollen in Klassikern wie Fargo, The Big Lebowski oder Reservoir Dogs, doch er ist der breiten Masse nie so wirklich ein Begriff geworden. Dabei kann er ein so starker Charakterschauspieler sein, der es auf der einen Seite schafft, den bitterernsten Geschäftsmann zu geben, auf der anderen Seite aber auch unfassbar komisch sein kann. Das zeigen vor allem seine Serienauftritte in Die Sopranos oder natürlich Boardwalk Empire. Gerade als Nucky Thompson ist er ist einfach genial. Dazu hat er auch schon hinter der Kamera bewiesen, dass er durchaus nützlich sein kann, so hat er z. B. bei einigen Sopranos-Folgen Regie geführt oder auch bei Trees Lounge - Die Bar, in der sich alles dreht. Man muss aber leider auch zugeben, dass seine Rollenwahl z. T. sehr fragwürdig erscheint. Vor allem was das zahlreiche Mitwirken in Adam Sandler-Filmen betrifft …

Was ist das schönste bzw. was ist das schlimmste Erlebnis, das du jemals in einem Kino hattest?

Mein wohl schönstes Kinoerlebnis ist jetzt genau 1 Jahr her, es war Interstellar. Selten hat es ein Film geschafft, mich derart in seinen Bann zu ziehen. Bis zur letzten Minute war ich regelrecht an den Kinosessel gefesselt. Für mich hat Interstellar einfach wie kein zweiter Film bewiesen, wofür das Kino geschaffen wurde. Vor allem die Docking-Szene, sowie (Spoiler-Alarm) der Moment, in dem Cooper in das schwarze Loch fliegt, werden ewig unvergessen bleiben. Christopher Nolan hat hier ein wirklich großartiges Meisterwerk geschaffen. Noch dazu kommt der grandiose Soundtrack von Hans Zimmer, der für mich persönlich als bester Film-Score aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingeht. Die kraftvollen Orgelklänge haben es perfekt geschafft, die Stimmung des Films, die einer aufregenden Reise, einer spannenden Suche nach etwas Unbekanntem gleicht, einzufangen. Selbst in Dauerschleife wird „No Time for Caution“ nicht langweilig und ruft immer wieder die Gefühle und Erinnerungen an diesen einzigartigen Film hervor. Wer es nicht geschafft hat, den Film im Kino zu genießen, sollte das unbedingt zuhause nachholen. Es lohnt sich!

Welches war die passendste Besetzung der gesamten Filmgeschichte, welches die unpassendste? Kolossale Fehlentscheidungen finden hier auch ein Zuhause ...

Ich glaube, wohl niemand hätte Tony Soprano so gut verkörpern können wie James Gandolfini. Seine charismatische Art hat dem Mafiaboss einfach so unfassbar viel Menschlichkeit gegeben, dass man jeden einzelnen Moment mit Tony mitfühlt. Doch ein noch viel größerer Grund ist seine Physis. Seine Teddybärhaftigkeit und sein Wohlstandsbauch passten einfach so genau auf die Rolle, dass es zu bezweifeln ist, dass jemand anderes Tony Soprano so gut hätte verkörpern können. Es ist jedes Mal wieder legendär, wenn er zu Anfang einer Folge im Bademantel die Zeitung holt, oder wenn er vor Wut wie ein Ochse schnauft. James Gandolfini hat sich mit dieser Rolle wirklich selbst ein Denkmal gesetzt.

Die mit Abstand unpassendste Besetzung aller Zeiten kann The Gambler sein Eigen nennen. Mark Wahlberg als Literaturprofessor, also bitte … Das muss den Produzenten doch schon vor Drehbeginn aufgefallen sein, dass da zwei völlig verschiedene Welten aufeinanderprallen. Mark Wahlberg kann ja durchaus ganz witzig sein, aber um einen Intellektuellen zu mimen, reicht es bei ihm leider nicht. Naja, Mark Wahlberg war immerhin nicht der einzige Totalausfall, auch der Rest des Films war eher ein Schuss in den Ofen …

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