Game of Thrones: 6 Storylines aus der Fantasy-Serie, die wirklich passiert sind

Jon Snow in Game of Thrones
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Jon Snow in Game of Thrones
14.08.2022 - 12:17 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Game of Thrones und das Spinoff House of the Dragon zeigen eine fantastische Version des Mittelalters – inklusive Drachen. Dahinter verbergen sich jedoch echte historische Figuren und Orte.

George R.R. Martins Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer*  hatte bereits vor der fulminanten Serienadaption Game of Thrones zahlreiche Fans. Einer der Gründe: dass sich die fiktive Welt rund um Westers so echt und greifbar anfühlte. Und das kommt nicht von ungefähr. Für Game of Thrones und das Spinoff House of the Dragon haben sich George R.R. Martin und die Serienverantwortlichen nämlich an realen, historischen Vorbildern orientiert.

Hier kommen 6 Storylines aus dem Game of Thrones-Universum – und die echten Geschehnisse, von denen sie inspiriert wurden. Achtung: Spoiler für alle Staffeln von Game of Thrones!

1. Game of Thrones-Storyline mit echtem Vorbild: Der Krieg der 5 Könige und der Tanz der Drachen

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George R.R. Martin nannte in einem Foreneintrag auf westeros.org  neben anderen historischen Konflikten wie dem Hundertjährigen Krieg auch die Rosenkriege im England des 15. Jahrhunderts als Inspirationsquelle. Die Parallelen sind kaum zu übersehen: In dem von etwa 1455 bis 1485 andauernden Konflikt kämpften vornehmlich die englischen Adelshäuser York und Lancaster in einer Reihe blutiger Bürgerkriege um die Krone.

In Game of Thrones sind es vor allem die rivalisierenden Häuser Stark und Lannister, die einander bekämpfen und dabei nach dem Tod von Robert Baratheon den sogenannten “Krieg der 5 Könige” lostreten. Doch auch der berüchtigte “Tanz der Drachen”, der in House of the Dragon behandelt wird, ist von den Rosenkriegen inspiriert.

2. Game of Thrones-Storyline mit echtem Vorbild: Die Rote Hochzeit

Das wohl berüchtigste und schockierendste Ereignis innerhalb von Game of Thrones ist die Rote Hochzeit. Nachdem Robb Stark (Richard Madden) die Ehe mit einer Tochter Walder Freys zugunsten einer anderen Frau absagt, verbünden sich die Freys mit den Lannisters. Sie locken Robb, seine schwangere Ehefrau Talisa (Oona Chaplin) und seine Mutter Catelyn (Michelle Fairley) in eine Falle und richten sie brutal hin. George R.R. Martin ließ sich  hierbei vom Massaker von Glencoe von 1692 und dem berüchtigten “Schwarzen Dinner” inspirieren.

Im Jahr 1440 wurden William, 6. Earl of Douglas und sein jüngerer Bruder, damals noch ein Kind, an den Hof Königs Jakobs II. eingeladen. Der erst zehnjährige König empfing die ebenfalls noch minderjährigen Adligen in Edinburgh Castle zu einem Festmahl. Doch die Einladung entpuppte sich als mörderische Intrige. Den Gästen wurde ein schwarzer Ochsenkopf serviert, damals ein klares Zeichen für einen bevorstehenden Tod. Anschließend wurden die beiden Jungen enthauptet.

3. Game of Thrones-Storyline mit echtem Vorbild: König Aegon I. Targaryen

Game of Thrones - S06 E06 Clip Are You With Me (English) HD
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Knapp 300 Jahre vor Game of Thrones startete Aegon I. Targaryen von seiner Insel Drachenstein aus seine Invasion in Westeros, wobei es ihm gelang, abgesehen von Dorne, ganz Westeros zu unterwerfen. Aegon ließ sich zum Hochkönig krönen und begründete die Herrschaftsdynastie der Targaryens.

Diese Zäsur in der Geschichte von Westeros ähnelt dabei stark dem Feldzug von Wilhelm dem Eroberer , der von Frankreich aus eine Invasion in England startete. In der Schlacht von Hastings 1066 besiegte er die dort herrschenden Angelsachsen und ließ sich zum König von England krönen. Dieses Ereignis bedeutete eine Zeitenwende in der Geschichte Englands. Wilhelm verhalf weiteren Normannen zu einflussreichen Positionen und führte in England die erbliche Thronfolge ein. Und das ganz ohne Drachen!

4. Game of Thrones-Storyline mit echtem Vorbild: Die Mauer

Einer der bekanntesten Schauplätze von Game of Thrones ist die riesige Eismauer im Norden, welche die Wildlinge und Weißen Wanderer davon abhalten soll, in die sieben Königslande einzufallen. Beschützt wird sie von der Nachtwache, der sich zu Beginn von Game of Thrones auch Jon Snow (Kit Harington) anschließt.

Die große Mauer besitzt ein klares historisches Vorbild: den Hadrianswall, wie George R.R. Martin in einem Blogeintrag  bestätigte. Der Hadrianswall ist eine reale Grenzbefestigungsanlage, die zwischen den Jahren 122 und 128 n. Chr. unter dem römischen Kaiser Hadrian im Norden Englands errichtet wurde. Er diente dazu, Überfälle und Migration der Stämme aus dem Norden zu verhindern, aber auch Handelsverkehr besser zu kontrollieren und die Erhebung von Wegzöllen möglich zu machen.

5. Game of Thrones-Storyline mit echtem Vorbild: Die Targaryens und Valyria

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Die Targaryens, die wir in Game of Thrones zuerst durch Daenerys (Emilia Clarke) und ihren Bruder Viserys (Harry Lloyd) kennenlernen, haben ihre Wurzeln im alten Freistaat von Valyria, der einst in Essos lag. Der Freistaat stieg zur Weltmacht auf, nachdem es Schafhirten gelang, Drachen zu zähmen und auf ihnen zu reiten. Die Macht und Herrschaft der Valyrer endete jedoch abrupt, als etwa 400 Jahre vor Game of Thrones die “14 Flammen” (eine Ansammlung von Vulkanen) ausbrachen und die Stadt Valyria komplett vernichteten. Zu den wenigen Überlebenden dieser Katastrophe zählte das Haus Targaryen, die letzten Drachenreiter.

Bestätigt hat George R.R. Martin hier keine eindeutigen historischen Vorbilder, doch die Hochzeiten von Valyria sind mit dem Aufstieg Roms vergleichbar. Genau wie Valyria wurde das alte Rom in der Zeit zwischen 509 und 27 v. Chr. nicht von einem König, sondern durch einen Verbund reicher und alter Familien regiert, die gemeinsam den römischen Senat bildeten. Der Untergang Valyrias wiederum hat deutliche Parallelen zur römischen Stadt Pompeji am Golf von Neapel, die im Jahre 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde.

6. Game of Thrones-Storyline mit echtem Vorbild: Nymerias 10.000 Schiffe

Eine der faszinierendsten Legenden in der Welt von Game of Thrones ist die der Kriegerprinzessin Nymeria. Angesichts des Untergangs ihrer Heimat durch die Valyrer floh sie mit ihrem Gefolge auf angeblich 10.000 Schiffen gen Westen. Nach langer Irrfahrt gelangten die Rhoynar schließlich nach Dorne, wo Nymeria in das Haus Martell einheiratete und Dorne vereinte.

Die Geschichte Nymerias erinnert dabei sehr an der Legende der phönizischen Prinzessin Dido (auch Elissa genannt), die mit ihrem Gefolge und einer gewaltigen Flotte ebenfalls aus ihrer Heimat floh und nach langer Irrfahrt im Westen ein neues Reich gründete: Karthago.

Nach dem römischen Dichter Vergil trifft Dido dort auf den trojanischen Prinzen Aeneas, der ebenfalls aus seiner Heimat fliehen musste. Die beiden verlieben sich, doch das Glück ist nicht von Dauer. Als Aeneas weiterzieht, um schließlich der Stammvater der Römer zu werden, tötet sich Dido aus Liebeskummer selbst. Eine Geschichte, wie sie auch in Game of Thrones passieren könnte.

Podcast: Ist House of the Dragon zum Scheitern verurteilt?

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Im August kehren wir nach Westeros zurück, denn dann startet die neue Game of Thrones-Serie House of the Dragon. Die Frage ist jedoch, ob die Fantasy-Serie überhaupt gelingen kann. Denn sie steht im Schatten einer der größten Serien überhaupt. Im Podcast diskutieren Jenny und Matthias diese Frage. Sie erklären, wann der neue GOT-Ableger spielt, was vom Cast um Emma D'Arcy und Matt Smith zu halten ist und fragen sich, was House of the Dragon unbedingt von Game of Thrones lernen muss (und was nicht).

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Welche historischen Parallelen seht ihr noch in Game of Thrones?

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