Netflix auf Oscar-Kurs: The Irishman und Marriage Story räumen wichtige Preise ab

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Wenn am 10. Februar 2020 die Oscars vergeben werden, könnte Netflix ein gehöriges Wort mitreden. Denn mit Martin Scorseses Mafiaepos The Irishman, Noah Baumbachs Tragikomödie Marriage Story sowie der Dokumentation American Factory von Steven Bognar und Julia Reichert haben gleich drei Filme des Streaming-Dienstes namhafte Preise in Hauptkategorien abgeräumt.

Genauer gesagt waren die Netflix-Titel bei den Verleihungen des New York Film Critics Circle, dem National Board of Review sowie den Gotham Independent Film Awards erfolgreich.

Diese Preise gewannen die Netflix-Filme

So gewann The Irishman gleich zwei Preise von der Fritikervereinigung New York Film Critics Circle, nämlich den Hauptpreis als bester Film sowie die Auszeichnung für den Besten Nebendarsteller, die an Joe Pesci ging. Laura Dern holte laut The Hollywood Reporter den Award für die Beste Nebendarstellerin, zum einen für Marriage Story und zum anderen für Greta Gerwigs Coming-of-Age-Drama Little Women. Die Verleihung selbst findet erst am 07. Januar 2020 statt.

Die aus Filmemachern und -wissenschaftlern bestehende Organisation National Board of Review ehrte The Irishman mit zwei Auszeichnungen (Bester Film und Bestes adaptiertes Drehbuch von Steven Zaillian) sowie drei Icon Awards für Regisseur Martin Scorsese und die Schauspieler Robert De Niro und Al Pacino. Auch die Netflix-Doku American Factory fand Erwähnung als eine der fünf besten Dokus des Jahres.

Bei den Gotham Independent Film Awards räumte vor allem Marriage Story groß ab. Gleich vier Preise schnappte sich der Streifen: Bester Film, Bester Schauspieler (Adam Driver), Bestes Drehbuch (Noah Baumbach) und den Publikumspreis. American Factory erhielt die Trophäe für die Beste Dokumentation. Die Nichtbeachtung von The Irishman ist keine Überraschung, da die Auszeichnungen an Indiefilme bzw. günstigere Produktionen gerichtet sind.

Was bedeutet die Preisflut für Netflix' Oscar-Chancen?

Es ist vor allem die Masse an Preisen, auf Grund derer sich Netflix Hoffnungen auf den ganz großen Oscar-Wurf machen kann. Die drei Verleihungen haben für sich allein genommen eine nur mittelmäßige Bilanz als Oscar-Indikator.

Betrachten wir die Königskategorie Bester Film der vergangenen zehn Jahre bei den einzelnen Auszeichnungen im Vergleich mit den Oscars, so zeigt sich folgendes Bild:

  • New York Film Critics Circle: 2 als beste Filme ausgezeichnete Filme gewannen den Oscar als bester Film
  • National Board Review: 2 als beste Filme ausgezeichnete Filme gewannen den Oscar als bester Film
  • Gotham Independent Film Awards: 4 als beste Filme ausgezeichnete Filme gewannen den Oscar als bester Film

Gleichwohl fanden sich etliche Filme später auch im Rennen um Hauptkategorien bei den Oscars wieder.

Die Ehrungen für The Irishman, Marriage Story und American Factory bestätigen vor allem eine Richtung, in die sich Netflix seit einigen Jahren bewegt. Erst in diesem Jahr war Alfonso Cuaróns Drama Roma für zehn Goldjungen nominiert, von denen er immerhin drei in größeren Kategorien (Bester Regisseur, Bester fremdsprachiger Film und Beste Kamera) mit nach Hause nahm.

Netflix hat sich als regelmäßiger Oscar-Gast etabliert. Ob The Irishman oder Marriage Story in den ganz großen Kategorien abräumen werden, bleibt jedoch abzuwarten. Die frühen Vorzeichen sind jedenfalls positiv.

The Irishman, Marriage Story und American Factory: Wie seht ihr Netflix' Oscar-Chancen?

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