Star Trek: Picard - So überraschend gut ist die Rückkehr von Patrick Stewart

Star Trek: Picard
© CBS /Amazon
Star Trek: Picard
Moviepilot Team
wieselmax Max Wieseler
folgen
du folgst
entfolgen
Junior Redakteur bei Moviepilot. Mag die großen Gefühle und schreibt daher am liebsten über Horror. Bekennt sich zu seiner Seriensucht.

Star Trek: Picard dringt in Galaxien vor, die nie ein Trekkie gesehen hat: die Zukunft des Franchises. Nach Star Trek: Next Generation und 4 Spielfilmen kehrt Patrick Stewart noch einmal in seiner ikonischen Rolle des Admiral Jean-Luc Picard zurück, um uns die Star Trek-Serie zu bringen, die wir uns sehnlichst gewünscht haben.

Die neuste Star Trek-Serie von CBS All Access ist jetzt auf Amazon Prime verfügbar. Ob Picards Rückkehr den gewaltigen Erwartungen der Trekkies standhalten kann, habe ich für euch unter die Lupe genommen. Achtung, Spoiler:

Das erwartet euch in Star Trek: Picard

  • Star Trek: Picard ist ungewohnt entschleunigt und beschwört auch ohne Schiffsatmosphäre das Star Trek-Gefühl herauf.
  • Ikonische Designs von Raumschiffen, Uniformen und Alienrassen werden mit der Hochglanzoptik jüngster Star Trek-Beiträge vereint.
  • Die Star Trek-Mythologie aus den 90ern wird logisch und respektvoll fortgeführt.

Star Trek: Picard ist die ersehnte Fortsetzung

Seit über 17 Jahren warten Star Trek-Fans sehnsüchtig auf eine Fortführung des Franchise, dessen Ereignisse seit dem Erscheinen von Star Trek - Nemesis - mit Ausnahme einer Sequenz in J.J. Abrams' Star Trek-Reboot - nicht fortgeführt wurden. Nach Reboots und zwei Prequel-Serien dürfen wir nun endlich erfahren, was aus der Trek-Welt in Jahr 2399 geworden ist.

Admiral Jean-Luc Picard, der britischste aller Franzosen, ist schon lange im Ruhestand und verbringt seinen Lebensabend auf seinem Weingut Château Picard in Frankreich, an seiner Seite der treue Hund Nummer 1 und seine zwei romulanischen Angestellten. Vor 14 Jahren brach er mit der Sternenflotte, als ein Angriff radikaler Androiden auf dem Mars eine Verbannung aller synthetischen Lebensformen zur Folge hatte.

Darüber hinaus verweigerte die Sternenflotte ihre Hilfe bei der Rettung von Millionen von Romulanern, deren Leben durch eine nahende Supernova in Gefahr war - eine Handlung, die Picard kritisch als neues "Dunkirk" anmahnt und an aktuelle Weltgeschehnisse wie der Flüchtlingspolitik angelehnt ist.

20 Jahre sind seit dem Tod des Androiden Data (Brent Spiner) vergangen. Noch immer betrauert Picard den Verlust seines Freundes. In seinen Träumen (und denen der Fans) sitzt er noch immer auf der Enterprise und spielt gemeinsam mit Data Poker und trinkt Tee. Doch die Realität ist eine andere. Und diese klopft bald an Picards Tür.

Star Trek: Picard - Diesmal wird's persönlich

Das mysteriöse Mädchen Dahj (Isa Briones) - sie mutiert wie River aus Firefly auf Knopfdruck zur Tötungsmaschine - wird von Unbekannten verfolgt und zieht Picard direkt in eine galaktische Verschwörung mit Krimi-Anleihen hinein. Das lässt sich der Earl Grey-Liebhaber natürlich nicht entgehen, denn niemand mag die Auflösung eines Mysteriums mehr als Picard aka Dixon Hill.

Es ist aber nicht der Drang nach Abenteuer, der Picard von seinem Weingut auf fremde Planeten weglockt. So wartet die erste Folge bereits mit mehreren Twists auf, die das Mysterium um Dahj zu einer persönlichen Angelegenheit für Picard machen.

Nicht nur ist sie die durch hinterbliebene Neuronen hergestellte Tochter des seit 20 Jahren toten Data (sein Vorläufermodell B-4 war nicht gut genug für Datas Backup), sie hat auch eine Zwillingsschwester, Soji, die auf einem Borg-Kubus forscht und gerettet werden muss.

Und so beginnt ein weiteres aufregendes Abenteuer für den alten Recken, der trotz seiner fast 80 Jahre so energetisch wie vor 20 Jahren erscheint - nur an Treppen scheitert seine Ausdauer. Radikale Romulaner, Borg-Aussteiger, die Androiden des Noonien Soong und Charaktere aus den Tiefen der Serien-Mythologie lassen Fans des "alten" Treks sich sofort zu Hause fühlen.

Picard verschmilzt altes und neues Star Trek

Viele Fans kritisierten an den jüngsten Star Trek-Beiträgen wie Star Trek: Discovery die Modernisierung der bestehenden Ikonografie, die sich nicht in den visuellen Kanon des Franchise einfügen lässt. Diesmal könnt ihr aber aufatmen, denn Picard enthält zahlreiche visuelle Referenzen wie Flottenuniformen oder die antiquierten Computergrafiken aus TNG.

Picard wirkt allerdings alles andere als vertaubt. Obwohl Kostüme und Requisiten an vergangene Star Trek-Zeiten erinnern, orientiert sich der visuelle Look und die Inszenierung der Serie an modernen Franchise-Kapitel, inklusive Lens Flares.

Star Trek: Picard wirkt durch und durch wie ein Geschenk an Fans. Ohne aufdringlich zu wirken, hält die Serie zahlreiche und wohl dosiert eingestreute Easter-Eggs, Verbindungen und Überraschungen für Fans bereit.

So gehören zum Beispiel die Szenen, in denen Picard in Sternenflottenuniform zu sehen ist, seinen alten Kommunikator aus der Schublade holt oder eines seiner ikonischsten Zitate zum Besten gibt, zu den emotionalsten Momenten für Trekkies. Die heiß erwarteten Wiedersehen mit Riker (Jonathan Frakes), Troi (Marina Sirtis) und Seven of Nine (Jeri Ryan) werden uns allerdings in den ersten 3 Folgen noch vorenthalten.

Wer in Picard ein Revival von The Next Generation erwartet, wird unweigerlich enttäuscht. Jen-Luc ist kein Captain mehr auf der Enterprise, mit der er von Planet zu Planet reist und diplomatisch Konflikte löst. Unerwartet viel Zeit wird diesmal auf der Erde verbracht und eine Reise ins All muss sich erst dramaturgisch verdient werden.

Vielmehr wirkt Star Trek: Picard wie ein 10-teiliger Spielfilm, dessen Handlung sich gemächlich und geradezu meditativ entspinnt, aber die Spannung stets aufrecht erhält.

Werden die neuen Charaktere von Picard überschattet?

Die Charaktere und Besetzung der Raumschiffe sind das Herzstück einer jeden Star Trek-Serie. Zugegeben, ich bin auch ein großer Fan der diversen Schiffscrew in Star Trek: Discovery. In Star Trek: Picard ist jedoch alles anders. Uns wird nicht direkt eine neue Crew präsentiert, die wir kennenlernen können.

Wie auch die Handlung lässt sich auch die Vorstellung Picards neuer Crew viel Zeit. So dürfen wir in der ersten Folge gerade einmal die Kybernetik-Expertin Dr. Agnes Jurati (Alison Pill) kennenlernen. Bis zum Ende von Episode 3 besteht Picards neue Mannschaft gerade mal aus 3 neuen Figuren.

Trotzdem sind diese alle interessant gestaltet, wenn auch vorerst nur funktionell, und besonders Picards ehemalige Zweite Offizierin Raffi Musiker (Michelle Hurd) bringt eine ganze Wagenladung voll ungelöster Konflikte mit sich. Insgesamt fügen sich die zahlreichen Nebenfiguren organisch in die Handlung ein, ohne von Picards Präsenz überschattet zu werden.

Ich kann jedem Star Trek-Fan die neue Picard-Serie nur ans Herz legen. Viel Liebe und Respekt gegenüber dem Franchise wurde hier hineingesteckt und auch wenn die Handlung etwas vorhersehbar ist, kann ich es kaum erwarten, bis Jean-Luc endlich wieder in den Weltraum fliegen darf und ob er noch einmal einen Borg-Kubus betreten wird. In diesem Sinne: Energie!

Die 1. Staffel von Star Trek: Picard umfasst 10 Episoden, die in Deutschland seit dem 24. Januar 2020 wöchentlich bei Amazon Prime Video erscheinen. Als Grundlage für diesen Seriencheck dienten die ersten 3 Folgen.

Wie hat euch Picards Rückkehr ins Star Trek-Universum gefallen?

Moviepilot Team
wieselmax Max Wieseler
folgen
du folgst
entfolgen
Junior Redakteur bei Moviepilot. Mag die großen Gefühle und schreibt daher am liebsten über Horror. Bekennt sich zu seiner Seriensucht.
Deine Meinung zum Artikel Star Trek: Picard - So überraschend gut ist die Rückkehr von Patrick Stewart
Ab 27. Februar im Kino!Der Unsichtbare
D9a0f319e34a4db091eaab663d15d885