The Walking Dead Staffel 10 schickt Michonne direkt in die Hölle

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The Walking Dead - Staffel 10, Folge 13: Michonnes Weg
24.03.2020 - 13:40 UhrVor 14 Tagen aktualisiert
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The Walking Dead beschert Michonne eine grandiose letzte Episode. Selbst wenn nicht alles stimmig ist, verstecken sich hier ein paar der besten Minuten der gesamten Serie.

The Walking Dead verabschiedet sich diese Woche von einer ihrer wichtigsten Figuren. Nachdem bereits Rick Grimes (Andrew Lincoln) der Serie seinen Rücken gekehrt hat, ist nun auch für Michonne (Danai Gurira) die Zeit gekommen, ihren Freunden und Verbündeten Lebewohl zu sagen, um sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft zu begeben. Vorbei ist ihre Geschichte im The Walking Dead-Universum aber noch lange nicht.

Wenngleich mit Danai Guriras Ausstieg definitiv eine Ära der Zombieserie zu Ende geht, wird auch von einem Aufbruch und einem Neuanfang erzählt. Gewissermaßen hat Showrunnerin Angela Kang hier einen Backdoor-Pilot für die kommenden The Walking Dead-Filme in die 10. Staffel geschleust. Michonnes Weg, so der Titel der 13. Folge, funktioniert trotzdem auch als eigenständiges Figuren-Finale.

Drei Beobachtungen zur neuen The Walking Dead-Folge

  • Nachdem sich Maggie zuletzt heimlich aus der Serie schlich, beschert The Walking Dead Michonne zum Abschied eine mehr als denkwürdige Folge.
  • Damit sind Carol und Daryl die wichtigsten verbleibenden Figuren. Gleichzeitig kündigt sich die Rückkehr von Maggie bereits am Horizont von Staffel 10 an.
  • The Walking Dead verfügt bereits über eine reiche und weit zurückreichende Geschichte. Die neuste Folge weiß diesen Umstand geschickt auszunutzen.
The Walking Dead - Staffel 10, Folge 13: Michonnes Weg

Es ist nicht einfach, in The Walking Dead von Helden zu sprechen. Auch wenn sich die Figuren in der Serie auf den ersten Blick in zwei Lager einteilen lassen, hat uns die Serie in der vergangenen Dekade immer wieder bewiesen, dass es viel mehr gibt als das Gute und das Böse. Gerade Rick erlebt im Lauf seiner Geschichte einige düstere Stunden, die von einem Abgrund künden, der jegliche Menschlichkeit vermissen lässt.

The Walking Dead: Michonne lässt Andrea einfach sterben

Auch Michonne wird auf ihrer Reise mehrmals mit ihren eigenen Schattenseiten konfrontiert. Die neuste Folge von The Walking Dead geht jedoch noch einen Schritt weiter und lässt sie an ihrem bösen Spiegelbild zerbrechen. Gleich der Prolog führt uns zurück zu Michonnes erstem Auftritt am Ende der 2. Staffel und schildert in drastischen Bildern, was passiert wäre, wenn sie Andrea (Laurie Holden) nicht das Leben gerettet hätte.

Es ist nur ein kurzer Vorgeschmack auf die Hölle, durch die sich Michonne im Anschluss quälen muss. Zuerst fokussiert sich das Drehbuch von Vivian Tse aber darauf, Misstrauen zu schaffen, besonders im Hinblick auf Virgil (Kevin Carroll) und seine Insel. Waffen hat er Michonne versprochen, doch von diesen ist weit und breit nichts zu entdecken. Gleiches trifft auf Virgils Familie zu, die angeblich auf seine Rückkehr wartet.

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 13: Michonnes Weg

Die Warnzeichen könnten nicht deutlicher sein, spätestens dann, wenn sich die Marinebasis auf Bloodsworth Island in einen unheimlichen Schauplatz inklusive Lost-Vibes verwandelt. Virgil offenbart sich als tragischer Zeitgenosse, bevor der Wahnsinn mit schockierenden Folgen aus seiner Seele spricht. Seine Familie hat sich längst in Untote verwandelt, die darauf warten, mit einem richtigen Begräbnis erlöst zu werden.

Rick, Glenn und Siddiq machen Michonne die Hölle heiß

Die nächste Enthüllung folgt gleich darauf: Ehemalige Freunde sperrt Virgil vorzugsweise in dunkle Kammern und Michonne ist sein nächstes Opfer. Er betäubt sie und überlässt sie der Finsternis. Was folgt, ist eine mitreißende Montage albtraumhafter Bilder, die das "Was wäre, wenn"-Szenario des Episodenauftakts konsequent weiterdenkt und Michonne zur unbarmherzigen Täterin in der Zombie-Apokalypse werden lässt.

Geschickt greift Regisseur Sharat Raju vertraute Szenen aus der The Walking Dead-Geschichte auf und vertauscht die Rollen. Plötzlich steht Michonne auf Negans (Jeffrey Dean Morgan) Seite und prügelt mit Lucille auf Glenn (Steven Yeun) ein. Niederschmetternd ist die Ohnmacht, nicht in das rauschartig Erlebte eingreifen zu können, genauso wie das Wissen um den wahren Kern der furchtbaren Ereignisse.

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 13: Michonnes Weg

Die fiebrige Odyssee in Michonnes Unterbewusstsein strotzt nicht nur von verzerrten Erinnerungen, sondern vor allem von der Angst, versagt zu haben. Siddiq (Avi Nash) konfrontiert sich gleich zu Beginn des aufwühlenden Trips mit entsprechenden Vorwürfen. Ein paar verdrehte Worte, Handlungen und Entscheidungen und schon wird aus einer guten Figur eine böse. The Walking Dead ist diese Woche eine einzige Gratwanderung.

Michonne verabschiedet sich in eine ungewisse Zukunft

Schlussendlich ist es genau diese ausgelebte Ambivalenz, die Michonnes Weg zu einer solch packenden Folge macht und der Figur einen denkwürdigen Abschied ermöglicht, wenn auch nicht alle Elemente perfekt ineinander spielen. Die Konstruktionen rund um Virgil erweisen sich als die größten Schwachpunkte. Sehr exemplarisch wirkt sein Arc, gegen Ende fügt er sich dennoch schön in das große Bild der Serie.

Er schuldet den Überlebenden mehr, als er bezahlen kann. Wenn sie ihn jetzt töten, verlieren sie mehr, als sie jemals zurückerhalten. Michonnes Worte an die anderen Gefangen stehen ganz im Zeichen von Rick: Vergebung ist es, die zumindest ein bisschen Frieden bringt. Einen Frieden, den auch Michonne in den finalen Minuten erlangt, wenn sie nach einem Gespräch mit Judith (Cailey Fleming) den Neustart wagt.

  • The Walking Dead schauen: Die neuen The Walking Dead-Episoden werden sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und sind hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket  zu sehen.

Hoffnungsvoll und symbolträchtig gestaltet sich der Abschied, den Michonne nach dem Durchleben ihrer persönlichen Hölle erhält. Der Brave Man ist noch am Leben - jetzt wissen es auch die Figuren in der Serie und nicht nur wir Zuschauer. Katharsis in Episodenform: The Walking Dead darf gerne öfter so bildlich in die Abgründe seiner Figuren abtauchen wie im Herzstück dieses schweißtreibenden Kapitels.

Wie hat euch Michonnes großes Abschiedsfolge gefallen?

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