Wird Baby Yoda böse? Pedro Pascal über den Star Wars-Fanliebling

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Star Wars: The Mandalorian
26.04.2020 - 11:35 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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In der neusten Folge von The Mandalorian lässt sich Baby Yoda von der dunklen Seite der Macht verführen. Ich habe Pedro Pascal im Interview gefragt, ob sein Schützling zum neuen Darth Vader wird.

The Mandalorian begeistert die hiesigen Star Wars-Fans seit über einem Monat mit neuen Episoden im Wochentakt. Auf den Spuren von Western und Samuraifilmen bewegt sich ein schweigsamer Kopfgeldjäger durch den Rand der Galaxis, als hätte sich Clint Eastwoods namenloser Revolverheld aus der Dollar-Trilogie ins Star Wars-Universum verirrt. Auf seinem Weg trifft er auf ein kleines, putziges Wesen.

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Von den Fans liebevoll Baby Yoda getauft befindet sich das Kind seit dem Ende der ersten Folge an der Seite des Kopfgeldjäger. Im jüngsten Kapitel erleben wir jedoch einen dramatischen Moment: Baby Yoda macht vom gleichen Würgegriff Gebrauch, mit dem einst schon Darth Vader in Krieg der Sterne seine Untergebenen in Mangel nahm. Selbst das unschuldigste Wesen kann von der dunklen Seite der Macht verführt werden.

The Mandalorian, Baby Yoda und die dunkle Seite der Macht

Mit einer Gruppe Journalisten hatte ich vor ein paar Tagen die Gelegenheit, mich im Rahmen eines Video-Interviews mit Hauptdarsteller Pedro Pascal über die 1. Staffel von The Mandalorian zu unterhalten. Auf meine Frage, ob Baby Yoda an einem späteren Punkt der Serie böse wird, antwortete Pedro Pascal:

Oh, wow. Ich glaube, wenn die Macher der Serie von der Öffentlichkeit gejagt werden wollen, könnten sie es in Erwägung ziehen, Baby Yoda böse werden zu lassen.

Dazu ergänzt er:

Aber man kann nie wissen, alles ist möglich. Natürlich ist die Geschichte [von Star Wars] immer, dass es eine dunkle und eine helle Seite der Macht gibt. Es ist das erste Mal, dass ich überhaupt über diese Möglichkeit nachdenke. Allein, dass du diese Frage gestellt hast, lässt meinen Magen ganz nervös werden.
The Mandalorian

Weiterhin sprach Pedro Pasal darüber, wie er sich der Rolle des Mandalorianers angenähert und wie er die Umsetzung der ersten Star Wars-Realserie erlebt hat. Gegenüber einer Journalistin aus Italien erinnert er sich an eines seiner ersten Gespräche mit Serienschöpfer Jon Favreau, der ihm vor allem drei Namen zur Inspiration nannte: Sergio Leone, Clint Eastwood und Akira Kurosawa.

Stell dir vor, du kombinierst diese Science-Fiction-Welten mit den staubigen Landschaften und Silhouetten von Sergio Leone-Filmen und diesem einsamen Charakter. [Dazu kommt] die mehrdeutige Moral von Samurai-Kriegern und Akira Kurosawa-Filmen. All das aktiviert die Vorstellung.

Es geht allerdings nicht nur darum, die großen Vorbilder zu imitieren, sondern die vertrauten Motive weiterzudenken und auszubauen. Trotz aller Referenzen gibt es "so viel mehr, das wir erreicht und erfunden haben", gibt Pedro Pascal zu Protokoll. Die größte Innovation von The Mandalorian verbirgt sich womöglich aber gar nicht in der Geschichte und den Figuren, sondern in der Technologie.

Pedro Pascal über sein Schauspiel in The Mandalorian

Stagecraft ist der Name der neuen Technologie, die die Welt von The Mandalorian zum Leben erweckt. Anstelle von Greenscreens werden die Schauspieler im Studio vor riesigen Videowänden gefilmt und erhalten dadurch ein Gefühl für die Umgebung, in der sie sich später in der Serie bewegen. Eine ungewöhnliche Situation bei der Pedro Pascal auf seine Erfahrung als Theaterschauspieler zurückgriff.

Ich habe viel Zeit damit verbracht, Theater in New York zu spielen. Es ist eine sehr physische Sache, auf einer Bühne zu stehen. Nicht, dass das vor einer Kamera nicht genauso ist. Aber es ist nochmal etwas anderes, wenn es darum geht, sich auf eine ganz bestimmte Haltung oder Bewegung zu verlassen, damit die Rüstung eine Sprache spricht und der Helm und die Maske Emotionen übertragen.
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Im Angesicht der modernen Technologie ist er für sein Schauspiel gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Doch Pedro Pascal stand nicht allein vor der Kamera, im Gegenteil: Manchmal versteckt sich auch ein Stuntman oder ein Body-Double unter der Rüstung, in einer Episode fehlt er sogar komplett. Auf die Nachfrage einer Journalistin aus Spanien erzählt Pedro Pascal mehr über den Prozess.

Es war die beste Zusammenarbeit, an der ich je beteiligt war. Es fühlte sich sicher und wohlig an. Wir waren insgesamt zu viert. Da gab mir die Möglichkeit, mich so sehr auf die Körpersprache zu fokussieren, wie ich es noch nie getan habe. Eine Kopfneigung, eine Geste mit der Hand und die allgemeine Haltung sind genauso wichtig wie der Dialog.

Pedro Pascal konnte sich folglich nicht nur auf seine Stimme verlassen, die zudem durch den Helm verzerrt wird, sondern musste gemeinsam mit seinen Mando-Doubles einen Weg finden, um den gesprochenen Worten durch das Spiel mit dem Körper eine zusätzliche Textur und Bedeutung zu verleihen. Die Fans sind davon bisher begeistert - und Pedro Pascal fühlt sich in die Star Wars-Familie aufgenommen.

Es ist, als wäre ich in einen sehr, sehr großen Club eingeladen worden. Als ein Teil davon fühle ich mich unterstützt und beschützt. Es gibt Gelegenheiten, da kannst du [die Fans] treffen, in großen Mengen oder von Angesicht zu Angesicht. Das ist wirklich ein besonderes Gefühl.

Ein Star Wars-Casting ist eine lebenslange Verpflichtung

Gleichzeitig ist das Casting in einem Star Wars-Projekt auch eine lebenslange Verpflichtung, wie ein Journalist aus Italien anmerkt. Pedro Pascal ist sich dieser Sache bewusst und hofft, dass er sich auch in Zukunft von der Serie begeistern lassen kann.

Es gibt noch vieles, das ich entdecken und lernen muss. Ich beobachte, wie die Serie wächst, und hoffe, dass ich auch ein Fan der neuen Dinge bin, die [sich die Autoren] ausdenken.
The Mandalorian

Den Arbeitsprozess bei The Mandalorian beschreibt Pedro Pascal als das Aufgreifen von etwas Altem, das im Anschluss in etwas Neues verwandelt wird. "So wie sich unsere Welt verändert, verändert sich auch Star Wars. Es wächst weiter und entdeckt sich selbst", resümiert er mit einem Blick in die Zukunft der Serie. Die sieht bisher prächtig aus. Jon Favreau arbeitet etwa bereits an den Drehbüchern der 3. Staffel.

Die Interview-Aussagen wurde zur Leserlichkeit gekürzt und verdichtet. The Mandalorian läuft seit dem 24. März 2020 auf Disney+. Im Herbst soll die 2. Staffel starten.

The Mandalorian-Podcast: Wie gut ist die Star Wars-Serie?

In der ersten Mini-Ausgabe unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - geben wir einen kurzen Einblick in die erste Star Wars-Realserie.

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The Mandalorian fühlt sich an wie ein Weltraum-Western. Doch wann spielt die Handlung der Star Wars-Serie? Welche Figur ist bisher die coolste? Und was hat Werner Herzog damit zu tun? Im Mini-Podcast stellen Andrea und Matthias das langerwartete Disney+-Original vor.

Glaubt ihr, das Baby Yoda an einem Punkt in The Mandalorian böse wird?

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