The Mandalorian: In Folge 7 wandelt Baby Yoda auf den Spuren von Darth Vader

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Star Wars: The Mandalorian
24.04.2020 - 19:35 UhrVor 7 Monaten aktualisiert
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Die 1. Staffel von The Mandalorian bewegt sich auf ihr Finale zu. In Folge 7 sehen wir zum ersten Mal den großen Bösewicht, der im Hintergrund die Fäden zieht und es auf Baby Yoda abgesehen hat.

Dreckig und verdorben gestaltete sich das Star Wars-Universum letzte Woche, als uns The Mandalorian auf ein Gefängnisschiff entführte und vom Verrat in einer Welt erzählte, in der man niemanden über den Weg trauen kann. Selbst wenn mit Baby Yoda ein putziger Kontrast existiert, baut auch das siebte Kapitel auf diese düstere Facette der Serie, die sich langsam, aber sicher auf ihr erstes Staffelfinale zubewegt.

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Die 7. Folge der 1. Staffel von The Mandalorian trägt den Titel Die Abrechnung und bringt uns zurück zum zentralen Schauplatz der Serie. Nevarro glänzt mit seiner felsigen Landschaft, die von Lavaströmen unterbrochen wird und einem das Gefühl vermittelt, dass der gesamte Planet unter seiner Kruste brodelt und nur darauf wartet, einen vernichtenden Feuerregen heraufzubeschwören.

Drei Beobachtungen zu Folge 7 von The Mandalorian

  • Werner Herzog will um jeden Preis Baby Yoda sehen, der der dunklen Seite der Macht nicht abgeneigt ist. Am Ende stellt sich zudem ein neuer Bösewicht vor.
  • Verkörpert wird Moff Gideon von Giancarlo Esposito, der sich als Gus Fring im Breaking Bad-Universum zum beeindruckenden Gegenspieler mauserte.
  • Inszeniert wurde die Folge von Deborah Chow, die zuletzt auch einen kurzen Cameo als X-Wing-Pilotin an der Seite von Dave Filoni und Rick Famuyiwa hatte.
The Mandalorian

Im Hinblick auf das Finale kehrt The Mandalorian wieder dorthin zurück, wo die Geschichte angefangen an. Nach drei alleinstehenden Episoden erwartet uns auf den letzten Metern der Staffel ein Doppelschlag - das kündigt sich dramaturgisch in jeder Faser von Die Abrechnung an. Gewissermaßen erleben wir die Serie noch einmal im Schnelldurchlauf, bevor die Weichen für die letzte Konfrontation gestellt werden.

The Mandalorian bringt IG-11 im Nicecore-Modus zurück

Der Mandalorianer (Pedro Pascal) sammelt seine Verbündeten auf den verschiedenen Planeten ein, denn ehe er sich in die Höhle des Löwen begibt, will er zumindest ein paar Weggefährten an seiner Seite wissen, denen er vertrauen kann. Der jüngste Abstecher hat deutliche Spuren hinterlassen: Aus dem einsamen Revolverhelden wird ein Teamspieler, die lieber sieben Samurai um sich scharrt, als auf einen Egotrip zu setzen.

Wo der Rand der Galaxis in Verwegenheit verkommt, hat der Mando seine Berufung als Beschützer von Baby Yoda gefunden. Und der will er nun gerecht werden, indem er überlegte Entscheidungen trifft. So verlockend sich das Angebot von Greef Karga (Carl Weathers) anhört, nichts soll dem Zufall überlassen bleiben. Cara Dune (Gina Carano) und Kuiil (Nick Nolte) ziehen als Leibwächter mit in die Schlacht.

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Und dann ist da noch IG-11 (Taika Waititi), der sich entgegen seiner ursprünglichen Baby Yoda-Tötungsversuche als geläuterter Droide präsentiert. Mit der gleichen Geduld, mit der Kuiil dem stoischen Mando das Blurrg-Reiten beigebracht hat, programmierte er die einstige Killermaschine um, sodass diese nun aufrichtig den nächsten Gang serviert, anstelle zur Waffe zu greifen und kurzen Prozess zu machen.

Baby Yoda nimmt Cara Dune in Darth Vaders Würgegriff

Der Mando ist skeptisch, sehr skeptisch, doch Kuiils Geschichte sollte ihn zum Nachdenken bringen. Aus den Überresten seiner Zerstörung hat der Einsiedler nicht nur ein neues Leben geschaffen, sondern diesem eine Bestimmung geschenkt. Jenem traurigen AT-ST in der vierten Folge fehlte diese Bestimmung etwa in den Wirren der Nachkriegszeit und auch der Mando haderte lange Zeit mit der Frage nach einem Zweck.

Es ist gegen seine Natur, erklärt er am Ende seines Gesprächs mit Kuiil in der Dämmerung. Eine Dämmerung, die hoffnungsvoll den Anbruch von etwas Neuem beschreibt, aber ebenso bedrohlich von der Ruhe vor dem Sturm kündet. Nicecore-IG-11 widerspricht dem Weltbild des Mandalorianers, kurz darauf erschüttert jedoch ein anderes Ereignis die Episode: Baby Yoda nimmt Cara Dune mit der Macht in den Würgegriff.

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Ein zweiter Darth Vader ist er damit zwar noch nicht, doch an dieser Stelle kommt zum Vorschein, was sich seit Beginn der Staffel anbahnt. Etwas Unkontrollierbares, das in einer Welt aufwächst, in der es vor allem eines erlebt: Gewalt. So eindrucksvoll es war, als Baby Yoda die Macht zum ersten Mal gebrauchte, deutete sich im Finale der letzten Folge an, dass der Kleine diese womöglich noch nicht komplett beherrscht oder verstanden hat.

Star Wars und die Suche nach einem Ausweg aus der Gewalt

Nun erlebt der Mandalorianer, wie sein Schützling eine Verbündete, eine Freundin fast erwürgt, weil er die Situation aufgrund seiner Erfahrungen falsch interpretiert. Wo Kuiil geduldig auf IG-11 eingewirkt hat, um ihm eine zweite Chance zu ermöglichen, realisiert der Mando jetzt erst, was es bedeutet, bei all den Versuchungen und Abgründen ein Kind zu beschützen - nämlich nicht nur von anderen, sondern auch vor sich selbst.

Showrunner und Drehbuchautor Jon Favreau betritt damit thematisch zwar kein Star Wars-Neuland, öffnet das Spektrum seiner Serie aber dennoch um neue Facetten. Auch wenn The Mandalorian vordergründig nur sehr einfache, kleine Geschichten erzählt, die einer klaren Struktur folgen, tut sich da im Hintergrund eine spannende Gedankenwelt auf, die weiterhin von jedem Wort aus Werner Herzogs Mund genährt wird.

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Seinen imperialen Auftraggeber bekommen wir in dieser Folge zum letzten Mal zu sehen, ehe er im Eifer des Gefechts als Kollateralschaden das Zeitliche segnet. Davor lehnt er sich aber noch einmal mit beschwörender wie unheimlicher Stimme über den Tisch und berichtet erneut davon, dass seit dem Zusammenbruch des Imperiums nichts als Tod und Chaos die weit, weit entfernte Galaxis bestimmen.

Giancarlo Esposito löst Werner Herzog als Bösewicht ab

Wo Jon Favreau eben den Konflikt des Einzelnen balancierte, eröffnet The Mandalorian in diesem Augenblick wieder ein großes Bild, das die Serie in Zukunft gerne noch intensiver untersuchen darf. Moff Gideon wird sicherlich ein paar aufwühlende Impulse dazu beizutragen haben. Sein Auftritt am Ende der 7. Folge von The Mandalorian gehört zumindest zu den eindrucksvollsten Szenen der gesamten Serie.

Verantwortlich dafür ist u.a. der geschickte Schnitt, der uns parallel zur Ankunft des Bösen den Tod von Kuiil zeigt. Eine der wenigen unschuldigen Figuren in dieser Serie muss den Preis für den Krieg der anderen zahlen. Eine niederschmetternde Note, die - wie vieles in The Mandalorian - noch stärkeren Eindruck hinterlassen hätte, wenn wir davor noch tiefer in die Welt hätten eintauchen können.

The Mandalorian-Podcast: Erster Eindruck der Star Wars-Serie

In der ersten Mini-Ausgabe unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - geben wir einen kurzen Einblick in die erste Star Wars-Realserie.

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The Mandalorian fühlt sich an wie ein Weltraum-Western. Doch wann spielt die Handlung der Star Wars-Serie? Welche Figur ist bisher die coolste? Und was hat Werner Herzog damit zu tun? Im Mini-Podcast stellen Andrea und Matthias das langerwartete Disney+-Original vor.

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