The Mandalorian: Die erste Star Wars-Realserie ist ein waschechter Western

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Star Wars: The Mandalorian
22.03.2020 - 18:35 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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ProSieben zeigt heute Abend Die Star Wars-Serie The Mandalorian noch vor Disney+. Doch wie gut ist der episodische Ausflug in die weit, weit entfernte Galaxis?

Die Serie The Mandalorian startet nun endlich auch in Deutschland. Sie zeigt, wie die Zukunft von Star Wars im Streaming-Zeitalter aussehen kann. Denn nachdem mit Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers die Skywalker-Saga im Kino zu Ende gegangen ist, stellt sich die Frage, wie es mit dem Sternenkrieg weitergeht. Disney hat zwar längst neue Kinostarts angekündigt hat, jedoch befinden sich diese noch in weiter Ferne.

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Kreative Differenzen und unzufriedene Fans: Die Star War-Filme der letzten Jahren mussten einige Herausforderungen meistern, die sich Lucasfilm im Voraus sicherlich anders vorgestellt hat. Ausgerechnet der erste Versuch eines episodischen Live-Action-Projekts entpuppte sich zuletzt jedoch als gigantischer Erfolg - und das, obwohl selbst George Lucas seinerzeit an einem vergleichbaren Projekt scheiterte.

Die wichtigsten Fakten zu The Mandalorian

  • The Mandalorian ist die erste Realserie aus dem Star Wars-Universum und spielt zeitlich zwischen den Ereignissen von Episode 6 und Episode 7.
  • Im Mittelpunkt der Geschichte befindet sich ein Kopfgeldjäger, der sich am Rande der Galaxis herumtreibt. Verkörpert wird er von Game of Thrones-Star Pedro Pascal.
  • Jon Favreau ist Schöpfer und Showrunner der Serie. Als Regisseure konnte er Bryce Dallas Howard, Taika Waititi, Deborah Chow, Rick Famuyiwa, Taika Waititi und Star Wars-Veteran Dave Filoni gewinnen.
The Mandalorian

Als das erste Bildmaterial aus The Mandalorian letztes Jahr auf der Star Wars Celebration seine Premiere feierte, verbreitete sich die Begeisterung der anwesenden Fans wie ein Lauffeuer im Internet. Von einem Game of Thrones im Star Wars-Universum war zu lesen, allerdings kann diese Umschreibung schnell falsche Erwartungen wecken, wenn wir uns die 1. Staffel, die sich insgesamt aus acht Episoden zusammensetzt, genau anschauen.

The Mandalorian als nächste große Blockbuster-Serie

Einerseits trifft der Vergleich zu, wenn wir über das Produktionsniveau der Serie sprechen. Game of Thrones läutete das Zeitalter hochbudgetierter Blockbuster-Serien ein und ist bis heute unangefochtener Vertreter, wenn es darum geht, aufwendige Fantasy auf die heimischen Bildschirme zu bringen. Eine Serie, die "wie Kino aussieht", heißt es nicht selten. Auch bei The Mandalorian ist das ein entscheidendes Kriterium.

Star Wars wurde auf der großen Leinwand geboren und hat dort ebenfalls Maßstäbe gesetzt. Eine Serie (egal ob Animation oder Live-Action) muss sich immer an den Bildern messen lassen, die George Lucas 1977 ins Kino brachte. Dank einer neuen Technik, die von der Effektschmiede ILM Stagecraft getauft wurde, erwacht die weit, weit entfernte Galaxis in The Mandalorian eindrucksvoll zum Leben.

The Mandalorian

Anstelle von Greenscreens bewegen sich die Schauspieler vor riesigen Videowänden, die bereits während der Dreharbeiten ein Gefühl für die Umgebung schaffen. Große Bilder sind für The Mandalorian kein Problem, doch eine große Geschichte geht damit nicht zwangsläufig einher. Hier entsagt die Star Wars-Serie den Game of Thrones-Vergleichen und konzentriert sich auf kleine, von Episode zu Episode abgehandelte Abenteuer.

The Mandalorian entfaltet sich wie ein Pulp-Western

Wo in Westeros Intrigen aus langer Hand geplant werden und der Nachtkönig mit seiner Armee wie ein düsterer Schatten unbarmherzig vorwärtsschreitet, überrascht The Mandalorian mit verhältnismäßig kurzen Episoden (zwischen 30 bis 45 Minuten), die eine überschaubare Geschichte verfolgen. Der wortkarge Mandalorianer erhält einen Auftrag, gerät in Gewissenskonflikte und befindet sich daraufhin auf der Flucht vor verschiedenen Parteien, die es auf ihn und seine ursprüngliche Beute abgesehen haben.

Zahlreiche Samuraifilme und Western standen Jon Favreau bei der Gestaltung der Serie Pate, angefangen bei Die sieben Samurai von Akira Kurosawa bis hin zur Dollar-Trilogie, in der Clint Eastwood ebenfalls einen namenlosen wie schweigsamen Protagonisten mimt. Dazu ein bisschen Pulp und eine Prise Xena - Die Kriegerprinzessin und Conan der Barbar - fertig ist die erste Star Wars-Realserie, die gerade durch diese Einfachheit ihren eigenen Charme entwickelt.

The Mandalorian

Auch George Lucas ließ sich damals bei Krieg der Sterne von ähnlichen Vorbildern beeinflussen und somit befindet sich The Mandalorian in bester Gesellschaft. Richtiges Star Wars-Feeling kommt etwa auf, wenn die Serie an vertraute Orte aus der Originaltrilogie zurückkehrt und diese nach dem Zusammenbruch des Imperiums erkundet. Spannende Perspektiven tun sich hier auf, denn es herrscht das Chaos.

The Mandalorian zeigt eine Galaxis, die im Chaos versinkt

Wurde am Ende von Die Rückkehr der Jedi-Ritter noch gefeiert, hat sich die Galaxis - oder zumindest einzelne Teile dieser - in ein gesetzloses Gebiet verwandelt. Ein bisschen Vorwissen kann folglich nicht schaden, um neben den Referenzen auch die vielen Entwicklungen zu verstehen, die zuerst im Hintergrund angedeutet werden und schließlich auf die Haupthandlung dieses rohen Space-Western überschwappen.

Atmosphärisch bestimmt dabei die Musik von Ludwig Göransson das Geschehen. Bewusst entfernt er sich von John Williams' symphonischen Kompositionen und setzt stattdessen verstärkt auf elektronische Klänge, die ein ungewohntes Gefühl ins Star Wars-Universum bringen. Vor allem aber ist es der Geist von Ennio Morricone, der musikalisch über The Mandalorian schwebt und den Pedro Pascals Kopfgeldjäger auf seiner Reise begleitet.

Ach ja, und dann wäre da noch ein kleines putziges Wesen, von dem ihr sicherlich alle schon gehört habt. So mürrisch die meisten Zeitgenossen am Rande der Galaxis in Erscheinung treten, so viel Freude verbreitet dieser unerwartete Weggefährte. Selbst wenn euch The Mandalorian bis an diesem Punkt nicht interessiert hat, werdet ihr euch spätestens mit dem Ende der ersten Folge verlieben.

Die 1. Staffel von The Mandalorian umfasst insgesamt acht Episoden, die ab dem 24. März 2020 auf Disney+ ausgestrahlt werden. Bereits am 22. März 2020 feiert die erste Folge ihre Free-TV-Premiere auf ProSieben. Als Grundlage für diesen Seriencheck diente die 1. Staffel.

The Mandalorian-Podcast: Erster Eindruck der Star Wars-Serie

In der ersten Mini-Ausgabe unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - geben wir einen kurzen Einblick in die erste Star Wars-Realserie.

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The Mandalorian fühlt sich an wie ein Weltraum-Western. Doch wann spielt die Handlung der Star Wars-Serie? Welche Figur ist bisher die coolste? Und was hat Werner Herzog damit zu tun? Im Mini-Podcast stellen Andrea und Matthias das langerwartete Disney+-Original vor.

Werdet ihr euch die 1. Staffel von The Mandalorian anschauen?

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