Arzt und Dämon

Dr. Jekyll and Mr. Hyde (1941), US Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Drama, Horrorfilm, Science Fiction-Film, Kinostart 13.05.1949

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von Victor Fleming, mit Spencer Tracy und Ingrid Bergman

London 1887. Der Nervenarzt Dr. Harry Jekyll glaubt nicht an die strengen Tugend- und Moralvorstellungen des Viktorianischen Zeitalters. Für ihn ist das Gute wie das Böse fester Bestandteil der menschlichen Seele. Er experimentiert mit einem Serum, mit welchem er das Gute vom Bösen trennen möchte. Die umstrittenen Experimente bringen ihn öffentlich ins Gerede, und er führt sie deshalb heimlich fort. Bald gerät auch die Beziehung zu seiner attraktiven Verlobten Beatrix in Gefahr. Ihr Vater Sir Charles ist um den guten Ruf seiner Tochter besorgt und nimmt sie mit auf einen längeren Kuraufenthalt. Enttäuscht und einsam zieht sich Dr. Jekyll in sein Labor zurück. Er testet sein Serum im Selbstversuch. Das persönlichkeitsverändernde Mittel hat jedoch verheerende Wirkungen. Es verwandelt den sanftmütigen und ausgeglichenen Dr. Jekyll in den monströsen Mr. Hyde, einen aggressiven Sittenstrolch. Es gelingt Dr. Jekyll zwar, sich mit einem Gegenmittel unbemerkt wieder zurückzuverwandeln. Er ist jedoch so sehr von seinem dämonischen Alter Ego fasziniert, dass er sich immer häufiger in Mr. Hyde verwandelt und das Barmädchen Ivy tyrannisiert. Als Sir Charles mit Beatrix nach London zurückkehrt, verspricht er Dr. Jekyll einen baldigen Hochzeitstermin. Überglücklich will dieser den dämonischen Mr. Hyde endgültig aus seinem Leben verbannen, doch er hat längst die Kontrolle über sich verloren. Auf dem Weg zu Beatrix verwandelt er sich erneut in das Monster Hyde und beginnt einen Amoklauf.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (5) — Film: Arzt und Dämon


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N. Hornblower

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Bewertung7.5Sehenswert

Sehr gelungene "Jekyll & Hyde" Verfilmung von Regie-Legende Victor Fleming (u.a. "Der Zauberer von Oz" und - überwiegend - "Vom Winde verweht") mit Spencer Tracy in der Titelrolle (hey, der kann ja auch böse!) und Ingrid Bergman und Lana Turner in den weiblichen Hauptrollen. Ich (und meine Mrs. auch) war überrascht, wie hart und deutlich der Film, der immerhin schon 72 Jahre auf dem Buckel hat, daherkommt (SPOILER: Hierbei denke ich z.B. an eine Traumsequenz, in der Bergman und Turner nackt als Pferdersatz vor eine Kutsche gespannt sind und Jekyll/Hyde die Peitsche schwingt sowie natürlich an Hyde als Triebtäter bzw. personifizierter Trieb. SPOILER-Ende). Der Terror, den Hyde verbreitet, ist auch für den geneigten Zuschauer spürbar.
Kaum vorstellbar, dass die 1931er Version - die im direkten Vergleich allegemein als die bessere gilt - noch härter sein soll; die ist vorgemerkt.
Klare Empfehlung für alle Freunde des klassischen Horror-Films!

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damian.thorne.3

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Bewertung7.0Sehenswert

Der mit Fredrik March war besser.

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Filmkenner77

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Bewertung7.0Sehenswert

Unzählige Male wurde "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde" von Robert Louis Stevenson (Die Schatzinsel) bereits für das Kino adaptiert. Stevensons Schauernovelle erzählt die Geschichte eines eloquenten Londoner Arztes namens Henry Jekyll, der ähnlich wie Viktor Frankenstein an der Schwelle zu einem neuem Zeitalter steht und von unbändigem Wissensdurst getrieben ist. Der ebenso tugendhafte wie ehrgeizige junge Arzt entwickelt eine Droge, die es ihm ermöglicht, die Seele des Menschen in Gut und Böse zu trennen. Während Dr. Jekyll die Reinheit des Geistes verkörpert, subsumiert sich das Böse in seinem Alter Ego Mr. Hyde, einem gewalttätigen, hasserfüllten Menschen ohne jeglichen Anflug von Reue für seine Taten. Nach mehreren Selbstversuchen verliert Dr. Jekyll schließlich die Kontrolle über die Droge. Das Böse bahnt sich seinen Weg ins Freie und führt Jekyll schließlich ins Verderben.
Im Prinzip erzählt die Novelle die Geschichte eines Drogenabhängigen, der immer mehr dem trügerischen Glauben unterliegt, dass Freiheit und Unabhängigkeit möglich sind, ohne die Konsequenzen für sein Tun tragen zu müssen.
Jekylls Handeln ist der verzweifelte Versuch, den bürgerlichen Konventionen durch das Ausleben der dunklen Triebe zeitweise entfliehen zu können. Die unterdrückten Urinstinkte, die tief in der Seele des Menschen schlummern, manifestieren sich in Mr. Hyde, der an einer Stelle euphorisch der wiedererlangten Freiheit huldigt.
Victor Fleming (Vom Winde verweht) inszenierte 1941 mit "Arzt und Dämon" die zweite Tonfilmfassung des Literaturklassikers.
Anders als der starke Vorgänger von 1931 mit Frederic March, der seinerzeit den Oscar für die Rolle des Dr. Jekyll erhielt, setzt Fleming weniger auf vordergründige Horroreffekte und mehr auf Opulenz und gediegene Atmosphäre. So ist "Arzt und Dämon" wohl einer der ersten Filme, die der Gattung des Psychothriller zugeordnet werden können. Auch Horror-Melodram würde den Kern des Films treffen.
Bei der Besetzung ging Fleming keine Kompromisse ein und engagierte einige der besten Schauspieler jener Zeit. Spencer Tracy, damals schon mit zwei Oscars (Manuel, Teufelskerle) ausgezeichnet, übernahm die Titelrolle. Anders als Frederic March verzichtete Tracy weitestgehend auf den Einsatz von Maskenbildern. Dies machte die Figur, losgelöst von rein physischer Hässlichkeit, zwar glaubwürdiger, aber weniger gruselig. In weiteren Rollen sind die damals noch am Anfang ihrer Karriere stehenden Jungschauspielerinnen Ingrid Bergman und Lana Turner zu sehen.
Metro-Goldwyn-Mayer kaufte die Rechte an Rouben Mamoulians Original auf und ließ den Film für Jahrzehnte in den Archiven verschwinden. Filmhistorisch betrachtet war ein solch rigoroses Vorgehen durchaus kein Einzelfall wie das Beispiel "Gaslicht" (1940) zeigt. Als MGM 1944 ein Remake drehte, zerstörte man nahezu alle Negative des Originals, um Vergleiche von Anfang an zu verhindern.
In der Tat sind viele Szenen aus "Arzt und Dämon" nahezu 1:1 dem Original entnommen. Erstaunlicherweise ist das Remake deutlich weniger explizit in Sachen Gewalt und Sex als das Original. Alles wirkt geglätteter und weniger anstößig.
Aus heutiger Sicht mag "Arzt und Dämon" ein wenig antiquiert erscheinen, aber er ist gleichwohl auf herrliche Art und Weise nostalgisch.
Keine der nachfolgenden Verfilmungen der berühmten Novelle schaffte es auch nur ansatzweise, die Qualität der ersten beiden Tonverfilmungen zu erreichen. "Das Testament des Dr. Cordelier"(1959) von Jean Renoir ist eine interessante Interpretation der Vorlage, aber sicherlich aufgrund der überbordenden Exaltiertheit des Protagonisten nicht jedermanns Geschmack. Die Hammer-Studios versuchten sich ein Jahr später mit "The Two Faces of Dr. Jekyll" an dem Stoff. Der Film schuf zwar eine gelungene Atmosphäre, konnte aber kaum Spannung erzeugen und blieb eine der schwächeren und mittlerweile fast vergessenen Arbeiten aus den berühmten Studios. "Mary Reilly" variierte 1996 zwar die Story, konnte aber letztlich nur bedingt überzeugen.
Alles in allem bleibt die Version von 1931 mit Frederic March auch wegen des seinerzeit innovativen Einsatzes der subjektiven Kamera, gelungener Trickeffekte und einer dichten Atmosphäre die beste Umsetzung des Stoffes. Allerdings ist "Arzt und Dämon" dank starker Schauspielleistungen und des souveränen Inszenierungsstils von Victor Fleming ein mehr als würdiges Remake.

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cinram

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Ja, hab ich bei AMAZON gesehen, aber leider haperts bei mir mit Englisch!


filmschauer

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@Filmkenner: Nein, noch nicht.


RoosterCogburn

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kaum ein anderer Roman ist mit derart vielen Filmadaptionen gewürdigt worden wie Robert L. Stevenson's "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde". Die meisten Cineasten favorisieren den Film "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von 1931 mit Fredric March in der Titelrolle. Ich mag "Arzt und Dämon" lieber. - Ein knappes Jahrzehnt später enstand eine weitere Leinwandadaption, die den Vorgänger zu übertrumpfen versuchte, obwohl die Story ohne kaum wahrnehmbare Änderungen übernommen wurde. Damit niemand das MGM-Remake mit "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" direkt vergleichen konnte, ging das Studio sogar so weit, alle Rechte an der alten Fassung zu erwerben und diesen Film dann für 25 Jahre aus dem Verkehr zu ziehen.
Das Remake ist um einiges opulenter - glamouröse Kulissen, aufwändige Ausstattung und nicht zuletzt eine Spieldauer von über zwei Stunden, die dem Werk für manch Einen gewisse Längen beschert. Ich stehe aber drauf Spencer Tracy, Lana Turner und der göttlichen Ingrid Bergman zuzusehen. Die beiden Schauspielerinnen tauschten übrigens nach dem Lesen des Drehbuches ihre Rollen, weil sie die für sie zugedachten Rollen wenig verlockend fanden. Und gerade weil Tracy den Mr. Hyde - bis auf ein winziges leichtverunstaltendes Makeup - nur durch seine Performance ausdrückt, so dass er die dunkle Seite hauptsächlich mittels seiner schauspielerischen Kunst darstellt, empfinde ich als sehr positiv. Ein prägnanter Unterschied zu anderen Verfilmungen ist, das hier nicht so sehr der Wert auf Horroreffekte gelegt wird. "Arzt und Dämon" geht es vielmehr um die psychologischen Aspekte der Geschichte und der Zerissenheit des Arztes Jekyll. Den Kampf gegen das innerste Selbst wollte man hervorheben.
Manchmal gefallen mir Neuverfilmungen besser als das Original. So oder so, egal welche Verfilmung man bevorzugt. Sehenswert ist dieser Klassiker allemal.

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Filmkenner77

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Sehr schön, wenngleich ich die Verfilmung von 1931 leicht bevorzuge, die vergleichsweise härter und freizügiger ist. Man wollte das Original ähnlich wie bei Gaslicht glaube ich sogar aufkaufen, um es komplett vom Markt zu nehmen. Habe die Verfilmung von 1941 sogar mal in bunt auf RTL vor knapp 20 Jahren gesehen. Es existiert eine colorierte Fassung.


Filmkenner77

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PS. Das mit der Fassung hast du auch erwähnt. Man sollte halt nicht überfliegen, sondern genauer lesen. Sorry. ;-)


neumann2000

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Bewertung6.5Ganz gut

Nicht schlecht, aber die Story wurde auch schon mehrmals besser verfilmt.

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