Britannia Hospital

Britannia Hospital (1982), GB
Laufzeit 103 Minuten, FSK 16, Komödie, Kinostart 15.06.1984

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von Lindsay Anderson, mit Leonard Rossiter und Brian Pettifer

Die Handlung dreht sich um einen Reporter, der eine Reportage über ein Krankenhaus drehen will, das kurz vor seiner 500-Jahr-Feier steht. Zu diesem Ereignis wird sogar die Königin erwartet, und einer der hier arbeiten will sein Projekt – einen voll und ganz küntlichen Menschen – vorstellen. Allerdings machen alle hier arbeitenden Menschen dem Reporter so schwer wie nur erdenklich möglich.


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Kommentare (2) — Film: Britannia Hospital

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JackoXL

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Bewertung6.5Ganz gut

Grelle, beißende Satire auf das britische Gesundheitssystem der frühen 80er. Da ich erst zu der Zeit und in einem anderen Land geboren wurde, kann ich nicht wirklich einschätzen, in wie weit sich Lindsay Anderson's Film an der damaligen Realität orientiert hat, so viel Zynismuss hat aber wohl seinen Grund. Das ist gallig, überzogen, albern und manchmal sogar verdammt böse. Für meinen Geschmack etwas zu sehr oben drüber, zumindest für eine Satire, die aktuelle Mißstände anprangern will. Natürlich darf und muss Satire übertreiben, in dem Fall wäre weniger mehr gewesen. Extrem gelungene Szenen werden durch überufernde aufgehoben.
Schlußendlich dennoch unterhaltsam, keine Frage. Muss ich nicht immer wieder sehen, zum einmaligen Anschauen (eventuell auch mehr) taugt "Britannia Hospital" ohne Frage.

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Es ist eine der besten weil bissigsten Satiren über das britische Gesundheitswesen. Die hier gezeigten Zustände in den Krankenhäusern bis in die 80er Jahre entsprechen sogar der Realität. Erst die konsequente Übertreibung macht allerdings die Essenz deutlich. Nicht verändert – und das gilt auch sonst in der Welt - hat sich wohl inzwischen die Zweiklassengesellschaft bei den Patienten.
Das Krankenhaus wird zu einer Festung. Draußen wird demonstriert gegen die Behandlung eines faschistischen Diktators, drinnen streikt das Personal. Wir sehen Dinge, die man heute kaum noch beschreiben kann, denn das Wort Streikposten (picket) ist inzwischen aus dem Wortschatz verschwunden. Im Hospital treibt Dr. Millar (Graham Crowden), eine Art Frankenstein, sein Unwesen und um das Maß voll zu machen steht ein Besuch der Queen Mum (wie immer in Blau) bevor. Viele Prominente beteiligen sich bei den witzigen Dialogen, allen voran Malcolm McDowell, (dem Uhrwerk-Orangenmann) sowie Alan Bates, Joan Plowright, Richard Griffiths und der 1982 noch unbekannte Robbie Coltrane. Ausstattung und Beleuchtung deuten in Richtung Science Fiction, eine Kamera wird als Waffe eingesetzt. Das soll die sensationsgeilen Medien treffen. Gegen Ende versinkt alles im Chaos, mit viel Blut, prügelnden Bobbies und einem kopflosen Homunkulus. Der Mensch der Zukunft besteht nur aus Gehirn. Das ist bitter und tut weh, weil nicht allzu weit weg von der möglichen Realität.

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