Das System - Alles verstehen heisst alles verzeihen

Das System - Alles verstehen heisst alles verzeihen (2011), DE Laufzeit 92 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 12.01.2012

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von Marc Bauder und Marc Bauder, mit Jacob Matschenz und Bernhard Schütz

Das System – Alles verstehen heisst alles verzeihen – Mike (Jacob Matschenz) ist zwanzig, attraktiv, intelligent und ein Einzelgänger. Nur mit seinem besten Freund Dustin (Florian Renner) teilt er seine Gedanken und eine Wohnung in einer Rostocker Plattenbausiedlung. Dort, auf dem Dach mit Blick zum Meer, rauchen sie ihre Joints und sortieren Hehlerware. Mike denkt nicht über den nächsten Tag hinaus. Doch alles ändert sich, als er bei einem Einbruch von Konrad Böhm (Bernhard Schütz) ertappt wird. Der charismatische Geschäftsmann führt Mike in eine Parallelwelt internationaler Lobbyisten und ehemaliger DDR-Geheimdienstler ein, die ihre Netzwerke ins vereinte Deutschland hinüber gerettet haben. Die alten Kontakte setzten sie inzwischen gewinnbringend in der Wirtschaft ein. Mikes anfängliches Misstrauen weicht Neugierde und später Bewunderung. Böhm ist der erste, der Mike klare Grenzen setzt und ihm etwas über seinen früh verstorbenen Vater erzählt. So füllt er die schmerzende Leerstelle, die durch das beharrliche Schweigen der Mutter (Jenny Schily) entstanden ist. Ihr Versuch, den Sohn vor Böhm und der Vergangenheit zu schützen, bewirkt genau das Gegenteil. Als Mike erkennt, dass der Tod seines Vaters vor zwanzig Jahren kein tragischer Unfall war, ist es fast schon zu spät. Heißt alles verstehen auch alles verzeihen?

(Quelle: Presse-Heft)

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Kritiken (5) — Film: Das System - Alles verstehen heisst alles verzeihen

Sven Lohmann: Schnitt Sven Lohmann: Schnitt

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5.5Geht so

Der mit Verlaub etwas aufgeplusterte Titel erweist sich als eher irreführend, das politische Thema begrenzt sich weitestgehend auf eine schmückende Funktion, auf Kulisse; eine tiefgreifende inhaltliche Auseinandersetzung mit alten Stasi-Seilschaften in der Industrie oder Kungeleien im Energiegeschäft findet kaum statt.

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Claudia Nitsche: Radio Köln Claudia Nitsche: Radio Köln

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6.5Ganz gut

Viele Begegnungen sind inszeniert, haben keine andere Bewandnis als gut auszusehen oder dramatisch zu wirken. [...] Das kann man dem Drehbuch vorwerfen. Aufstieg und Fall der Beteiligten sind relativ vorhersehbar, dennoch bekommt das Thema Stasi eine andere Dimension. Denn sie ist kein Schreck der Vergangenheit, sondern ein Gespenst, das sich in die Gegenwart gehievt hat.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.5Sehenswert

Viele recherchierte, absolut belegbare Tatsachen liegen zugrunde [...] nur wurden sie fiktional und spielfilmmäßig (formal einfach) gestaltet, um das Referierte unangreifbar zu machen. Und das ist nicht nur das Ziel, sondern auch das Verdienst.

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Stefan Stiletto: fluter Stefan Stiletto: fluter

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8.0Ausgezeichnet

Im Laufe von Marc Bauders Politkrimi Das System - Alles verstehen heisst alles verzeihen wird deutlich, wie aktuell und relevant die jüngere deutsch-deutsche Geschichte ist – für die Nachwendegeneration und das gesamte politische Klima.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.0Sehenswert

Mit „Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen“ liefert Marc Bauder sein Spielfilmdebüt. Dass er seit mehr als zehn Jahren als Dokumentarfilmregisseur arbeitet, kommt seinem Film zugute. Denn Kamerafrau Daniela Knapp verbindet opulente Bilder der Ostseeküste mit einem eher dokumentarischen Blick etwa auf den Kontrast zwischen den Plattenbauten und Böhms Villa und Mercedes oder auch auf das Hotel Neptun, wo zu DDR-Zeiten Willy Brandt, Uwe Barschel und Fidel Castro bei Schalck-Golodkowski zu Gast waren. Zur Authentizität seiner Geschichte trägt nicht nur der „Kurzauftritt“ von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder via Dokumentarbilder bei – dass in der Spielfilmhandlung der Bau einer Erdgas-Pipeline eine zentrale Rolle spielt, ist kein Zufall.

Jacob Matschenz verkörpert Mike mit einer gewissen orientierungslosen Naivität, die aber in Zielstrebigkeit umschlägt, sobald er eine Perspektive, eine Zielvorstellung erhält. Bernhard Schütz gestaltet seine Figur mit vielen Zwischentönen – ob die Zuneigung zu Mike lediglich vorgespielt ist oder einem Bedürfnis nach Nähe zu dem „Ersatzsohn“ entspringt, bleibt in der Schwebe. Über die Handlung um den Fortbestand alter DDR-Seilschaften hinaus stellt Marc Bauders Film allgemein gültige Fragen, etwa nach der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit oder nach dem Verdrängen von Schuld.

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