Die Jagd

Jagten (2012), DK Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 28.03.2013


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7.6
Kritiker
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8.1
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von Thomas Vinterberg, mit Mads Mikkelsen und Thomas Bo Larsen

In Die Jagd bringt die Behauptung eines kleinen Mädchens eine gesamte Gemeinde gegen Kindergärtner Mads Mikkelsen auf.

Handlung von Die Jagd
Nach der Trennung von seiner Frau arbeitet der 40-jährige Lucas (Mads Mikkelsen) intensiv daran, wieder im Leben Fuß zu fassen. Eine neue Lebensgefährtin und die Beziehung zu seinem Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm) sind für ihn das höchste Gut. Er kann sich in der kleinen dänischen Gemeinde auf seine Freunde verlassen und findet schließlich als Kindergärtner einen neuen Job, der ihn erfüllt. Die Arbeit macht ihm Spaß und auch bei den Kindern ist er sehr beliebt. Vor allem die kleine Klara (Annika Wedderkopp), Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen), fühlt sich sehr hingezogen zu Lucas und sucht stets seine Nähe. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf: Als sich die kleine Klara von Lucas nicht mehr beachtet fühlt, setzt sie eine verheerende Behauptung in die Welt, die das Leben des liebenswürdigen und hilfsbereiten Lucas erschüttert. Er ist fortan als Freiwild zur Jagd freigegeben und muss nun einen erbitterten Kampf um seinen Ruf und seine Würde führen.

Hintergrund & Infos zu Die Jagd
Die Jagd (engl. Titel: The Hunt; dänischer OT: Jagten) wurde auf dem Filmfestival von Cannes 2012 uraufgeführt. Der Film erhielt einen Preis von der ökumenischen Jury und Schauspieler Mads Mikkelsen wurde als bester Darsteller ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2012 wurde Die Jagd gleich in fünf Kategorien nominiert: Bester Film, Beste Regie, Bester Darsteller – Mads Mikkelsen, Drehbuch und Schnitt. Die Drehbuchautoren Tobias Lindholm und Thomas Vinterberg gewannen den Preis für ihr Skript. In den anderen Kategorien ging der Film jedoch leer aus. (DL)

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Kommentare (224) — Film: Die Jagd


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jeffcostello

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Vinterbergs leichtfüßig fließenden, natürlichen Bilder und Mads Mikkelsens subtiles aber konzentriertes Spiel lassen "Die Jagd" zu einem unaufdringlich wirkungsvollen Film werden, kraftvoll in sich ruhend, präzise und ehrlich in seinen menschlichen Beobachtungen.
Sicher muss sich Vinterbergs Prämisse mangelnde Nachvollziehbarkeit vorwerfen lassen, und er geht durchaus nicht immer gerade differenziert zu Werke (der verblödete, manipulative Psychologe, die Kindergärtnerin), doch werden diese vermeidlichen Schwächen von seiner wuchtigen und gänzlich überzeugenden Inszenierung und seiner klugen Auseinandersetzung mit menschlicher Ignoranz, gefährlicher Gruppendynamik und dem daraus resultierenden Leiden allemal relativiert.
Dabei gelingt es ihm mit seinem Blick auf den Mikrokosmos des Dorfes kraftvolle Bilder für die Ausweglosigkeit, die Isolation und die Scham des sozial Ausgestoßenen zu finden und mit seinem gnadenlos rohen Schlussbild sein Drama zu einer bitteren Konklusion zu führen.

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WATCH THIS

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mikkelsen sieht zwar nicht aus wie ein Erzieher, was aber nur in den ersten Minuten stört. Dann hat man sich daran gewöhnt. Ich kenne ihn eben als Bond Bösewicht und Hannibal, da fällt es nicht gleich so leicht diesen cool und stoisch drein blickenden Mann als kinderfreundlichen Erzieher zu sehen.

Aber er spielt wie immer herausragend, am liebsten würde man ihm im Laufe der Story irgendwie zu Hilfe kommen.

Ein sehr spannender und sehr dramatischer Film. Bin durch Zufall über diesen Film gestolpert und kann ihm jeden Filmfreund ans Herz legen.

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Enzian

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr starker Film aus Dänemark, der sich mit einem schwierigen Thema beschäftigt. Mitgerissen wird man vor allem dadurch, dass der Hauptprotagonist Lukas tatsächlich vollkommen unverschuldet in seine Lage gerät und man ihm nicht vorwerfen kann, bis dahin in irgendeiner Situation falsch gehandelt zu haben.
Die Schauspieler spielen gut, die realistische Umgebung gefällt und die Story lässt wohl niemanden ganz kalt. Einfach ungerecht, wie da mit einem Unschuldigen umgegangen wird.
Ein Pünktchen Abzug gibt es trotzdem, weil ich mir nach den Anschuldigungen gegen ihn einfach eine heftigere Reaktion von Lucas erhofft hätte. Sicher ist man im ersten Moment geschockt, aber spätestens, wenn man nach Hause geschickt wird und nicht mehr zurück kommen soll, würde man sich doch verteidigen und einmal klipp und klar sagen, dass an den Gerüchten nichts dran ist und man sich selbst nicht erklären kann, wie sie entstehen konnten. Zumindest würde ich so reagieren. Lucas nickt aber nur und lässt die Anschuldigungen auch später über sich ergehen, ohne sich richtig zu verteidigen (mit Worten).
Trotzdem schafft es der Film gerade durch seine Realitätsnähe ein bedrückendes Gefühl beim Zuseher hervorzurufen. Vor allem, wenn man sich vorstellt, dass ein solcher Fall auch in Wirklichkeit passieren könnte, anders als im Film aber vielleicht nie aufgeklärt wird.

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BountyHunter2602

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Bewertung9.0Herausragend

Aus einer Aussage eines kleinen Mädchens verwandelt sich das Leben eines Mannes in die pure Hölle. Pädophilie und sexuelle Misshandlung an Kindern sind 2 wirklich steinharte Themen, die Vinterberg hier hervorragend und sehr authentisch darstellt. Auch Mads Mikkelsen spielt wirklich einwandfrei und man fühlt mit ihm mit. Die Leute denken nicht nach und vertrauen dem Kind ohne auch die andere Seiten zu berücksichtigen. Genau durch dieses Handeln kann der mutmaßliche Täter keinen Schritt vor die Tür setzen, ohne beleidigt und sogar brutal zusammengeschlagen zu werden. Der Film hällt den ein oder anderen Schlag in die Magengrube bereit, bietet aber auch gleichzeitig an bestimmten Stellen ein warmes Gefühl im Bauch.
Insgesamt ist "Die Jagd" ein grandioses Drama, mit einem oscarreifen Mads Mikkelsen, was sehr zum nachdenken anregt und den Zuschauer mit seinem doch überraschenden Ende mit einem baffen Blick zurücklässt. Für den Mainstream Kinogänger vllt. nicht das richtige, aber Drama-Fans kommen voll und ganz auf ihre Kosten!

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Val Vega

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Thomas Vinterberg ist mit seinem Film „Die Jagd“ ein unfassbar guter Film gelungen. Sein Film ist hierbei weniger ein Film über Kindesmissbrauch als eine Kritik an der scheinliberalen Gesellschaft selbst. Mads Mikkelsen, der mit seinem intensiven Schauspiel den Film trägt, wird eines Tages des Kindesmissbrauchsverdächtigt. Die verängstigte Dorfgesellschaft avanciert sofort zu Ankläger, Richter und Vollstrecker. Sie können, oder vielmehr wollen, gar nicht zwischen dem Grauen, das sie sich in ihrer Fantasie ausmalen, und Tatsachen unterscheiden. Da sie den Kindern die Fähigkeit absprechen zu komplexeren Gedankengängen, die über ein simples Nacherzählen von dem was Geschah hinausgehen, und in ihrer Wut, in ihrer Furcht und in ihrem Hass jedes vernünftige Urteilsvermögen verlieren, stoßen sie einen Menschen ohne zu zögern aus, der einst ein so beliebtes Mitglied ihrer Gemeinschaft war. Dabei jedoch stellt sich der Zuschauer immer und immer wieder die Frage, was man selbst in dieser Situation tun würde, auf welcher Seite man den Stünde.
Aufgrund der fesselnden darstellerischen Leistungen von Haupt- und Nebendarstellern, einer perfekt erzählten Geschichte, deren Spannung sich kontinuierlich steigert, der packenden Atmosphäre sowie der Verbundenheit mit dem Protagonisten und ein stetes Interesse an der Entwicklung der Umstände ist Thomas Vinterbergs „Die Jagd“ ein absolut Empfehlenswerten Film, für einen jeden der an Menschen und deren Geschichten interessiert ist. Ein Prachtstück des modernen europäischen/skandinavischen Kinos!

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BenAffenleck

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Ich hoffe es ergibt sich...


BartfaceBottlemessi

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Super Kommi zu einem super Film.


hannibal97

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Die Jagd" ist ein klasse Film. Gerade Mads Mikkelsen überzeugt hier auf ganzer Linie - ich kannte ihn zuvor nur aus Hanibal und hätte nicht gedacht,dass er diese Rolle, die quasi komplett gegensätzlich zu der in Hanibal ist, so authentisch spielen kann! Ein Schwachpunkt ist jedoch das Ende - achtung kleiner Spoiler - wo Lucas Sohn den Jagdschein bekommt und alles wieder "friede freude Eierkuchen" zu sein scheint. Für mich nicht überzeugend, denn aus Lucas Sicht hätte ich den Leuten es nicht so schnell Verziehen; Thematik hin oder her! Ein toller Effekt ist allerdings dieses typisch Skandinavische - viel Sprache und Dialog, was aber musikalisch weitesgehend nicht untermalt wird und somit zur tristen und dramatischen Stimmung beiträgt!

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3D_Brillen_Besitzer

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Bewertung9.0Herausragend

Ein mutiger Film aus dem Dänischen Hause, der zu recht beim Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film nominiert wurde.

Obwohl ich vorab fürchten musste in jeder Einstellung mit Mads Mikkelsen, an „Hannibal“ denken zu müssen war mir der Protagonist Lucas, durchgehend Sympathisch und war so gut gespielt das man einfach den auf ihn Lastenden druck mitfühlen kann.

Die voreingenommene, ausgeübte Selbstjustiz bei den Bewohnern auf einem ungeklärten Fall und die Reaktion der Eltern geben zu denken sind aber nachvollziehbar und so gruselig glaubwürdig das in jenen Momenten in der sich die Angelegenheit aufs weitere hochschaukelt, man die Hände vor das Gesicht schlägt und sich fragt:
„Wie soll das jetzt noch weiter gehen?... Was hätte ich an seiner stelle getan...?“
Tötende Blicke, Vandalismus, Seelische und Körperliche Gewalteinwirkungen machen die eigenen vier Wände zu einem Gefängnis, was der Film wirklich Sachlich und nicht zu überzogen darstellt.
Man merkt das die Macher sich viele Gedanken um dieses Thema gemacht haben und ist für mich deshalb, Spannend bis zur allerletzten Sekunde.

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Heisenberg1995

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Die Jagd" ist wie ein heftiger Schlag mitten in die Magengegend. Er ist einfach nur hart, brutal und dazu noch verdammt realistisch und Angst einflößend. Der Film wird getragen von einer Stimmung/Atmosphäre die einfach nur unglaublich einschüchternd wirkt. Ich selbst arbeite als Erzieher in einem Kindergarten und danach war mir schon ein wenig flau im Magen. So etwas kann wirklich überall und jedem passieren. Die Geschichte und die Dramatik dieses Films reist einen mit und Mads Mikkelsen spielt die Rolle des Lucas so überragend das man richtig mitfühlt mit dieser auf einen Schlag einsamen und verachteten Seele. Mein Held in dem Film ist eindeutig dessen Sohn, der sich für seinen Vater so einsetzt das man nur staunen kann. Was die Dänen mit diesem Film auf die Beine gestellt haben ist absolute Spitzenklasse. Das Ende berührt einen und zieht einen anschließend direkt wieder den Boden unter den Füßen weg."Die Jagd" gehört zu den intensivsten und spannendsten Filmen die ich jemals bestaunen durfte. Auch dank dieser Thematik, welche so eiskalt dargestellt wird wie sie auch häufig sein kann. Kinder sind leicht beeinflussbar, das bekomme ich fast täglich auf der Arbeit mit. Dieser Film zeigt das einfach auf eine erschreckende Art und Weise. Das Leben eines sympathischen, frisch verliebten, jedoch in der Ehe und im Umgang mit dem Sohn gescheiterten Mann wird auf einen Schlag zerstört und daraus ensteht eine Jagd, die Jagd nach der Wahrheit, nach dem Menschlichem was hoffentlich noch in jedem von uns stecken mag.

Einfach ein knüppelharter Streifen der einen auf die Gemüter schlägt wie kaum ein Zweiter. 10/10, welcome in my LF List

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mar (-ion-)

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Bewertung6.5Ganz gut

von mir gibts keine zwei extrapunkte für das sozialkritische thema.
der kleinen hätte ich so den arsch voll gehauen, dass sie geglaubt hätte es wäre weihnachten!

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TerminatorCHRIS

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein typisches Beispiel wie man aus einer Mücke einen Elefanten macht.(Vkgm.03.04.13)

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MetalFan92

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich muss sagen die Dänen trauen sich was.

Es ist wirklich unfassbar wie durch ein einziges Missverständnis ein ganzes Leben zerstört werden kann. Super Darstellung von Mads Mikkelsen, mit dem man wirklich mitleidet.
Natürlich sollte man dieses Thema ernst nehmen und jeden Anschuldigungen nachgehen. Trotzdem kennen wir, die Zuschauer, die Wahrheit und es ist einfach nur unfair, wie Lucas in die Scheiße geritten wird.

Was mich trotzdem noch ein wenig wundert ... wie soll ich bitte das Ende interpretieren ?
Kann mir da jemand weiterhelfen ?

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sachsenkrieger

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Schön, das er dir gefallen hat. Das Ende der Jagd kann man verschieden interpretieren. Lucas ist zwar offiziell von den Anschuldigungen befreit worden, aber der Makel wird für immer bleiben. Sein Leben wird nie wieder das alte werden. Der finale Warnschuss soll ihm wohl klarmachen, das es jemanden/mehrere/eine Gruppe gibt, die nichts geben auf Urteile und offensichtliche Unschuld. Sie signalisieren ihm, das er doch besser verschwindet, das er beobachtet wird, das die Jagd nicht zu Ende ist.
Wie oft musste ich in meiner Bekanntschaft von grundsätzlich friedlichen Menschen hören, das man Kinderschänder aufhängen, zerhacken oder vergasen sollte. Wie weit würden auch diese Menschen gehen beim geringsten Verdacht? Das lässt mich wieder ein wenig gruseln vor der menschlichen Natur.


MetalFan92

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Einleuchtend, vielen dank :)


TheNumber

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Bewertung9.5Herausragend

Der Film lässt einen während des Schauens fassungslos, dass so was so leicht passieren kann, ohne dabei jemals unplausibel zu werden. Während der titelgebenden Jagd schafft der Film eine so dichte Atmosphäre, dass echt mit (dem fantastisch aufgelegten) Mads Mikkelsen mitleidet, den Druck auch spürt und auch seine Wut auf die anderen Dortbewohner teilt; 2 Stunden Höchstspannung, nach denen man erst mal durchatmen muss. Absoluter Anschaubefehl!

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Ben Kenobi

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Ich hoffe, ich kriege irgendwann endlich die Gelegenheit. Alle Welt macht mir den Mund wässrig über den Film...


deevaudee

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich hätte der Klara erstmal ein paar Taschentücher gereicht. Furchtbar wie eindeutig Zeichen des Lügen mal geschwind wegignoriert werden.
Auch manch Handlung und vorhersehbares RTL Nachmittagsprogramm Personen verhalten, war für meinen Geschmack sehr sehr schwach. Klar ist es schwer sich hinein zu versetzen, wie man sich mit solchen Anschuldigungen verhalten würde. Aber die Vorhersehbarkeit der gefühlten Schildbürger Abhandlungen, tun einfach weh.

Aber sonst, ist der Film von dem Emotionen her, sehr sehr gut gedreht, und von den Darstellern ebenso umgesetzt worden. Mikkelsens Filmsohn bringt besonders frischen Wind und der Film nimmt etwas mehr fahrt auf. Leider bleibt wenig Zeit in so einen Film, um es noch Umfangreicher und intensiver darzustellen. Denn die Thematik ist wirklich eine sensible Angelegenheit. Doch wenn sich Erwachsene so naiv verhalten, und ohne Hinterfragen oder Gegenüberstellung einfach ein Urteil fällen, ohne jeglichen Beweis zu erbringen das das Gegenteil der Fall ist, sorry für so viel Blödheit hab ich kein Verständnis. Das dann alle im Ort einen Buhmann haben, auf den der Freibrief zum prügeln und sonst was drauf steht, dann stimmt mit den anderen genauso wenig was.

Allerdings ist das Drehbuchrealität. Und die handhabt es eben so, das zu viele Irrationale Verhaltensmuster an den Tag gelegt werden. Denn so nimmt der Film eine zu Einseitige Entwicklung. Aber wenn einer allein gegen eine ganze Meute zu kämpfen hat, ist es wie mit David und Goliath. Das im Filmfinale eine Tat passiert, die den bitteren Nachgeschmack bildet, will lediglich als Aussage dienen, so ein Erlebnis verdaut keiner, und schwebt ewig wie ein Damokles Schwert über den Köpfen aller Beteiligten.

Die Schauspielerische Leistung ist wirklich gut, es wird sehr Eindringlich und mit der nötigen Effektivität vorgetragen. Die Thematik gefällt mir. Doch ich kenn reichlich kleine Mädchen, denen ich nicht sofort blindlinks glauben würde. Dazu kennt man seine Pappenheimer.
Und Mikkelsen solle als Filmcharakter schleunigst sich ein neues Hobby suchen. Denn auf die Jagd gehen, nun ja, ich sage einfach, ist nicht gerade die idealste Beschäftigung.
Trotzdem ist der Film sehenswert.

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bugsb

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Bewertung6.5Ganz gut

Zuerst: Ich finde 'Die Jagd' kein schlechter Film. Mads Mikkelsen ist auch ein sehr guter Schauspieler.

Missbrauch ist ein schwieriges Thema, der Vorwurf alleine schon eine Katastrophe. Fälle wie Edathy, Michael Jackson aber auch Kachelmann zeigen wie nur der Verdacht reicht um gesellschaftlich im Abseits zu landen. Diesen Film zeigt auf eine ruhige Art, ohne Sensationsgier, wie es einem Menschen ergehen kann der diese Anschuldigungen ausgesetzt ist. Klar berührt das, und der Film fesselt dann auch. Ich finde das das allerdings eher durch der Thematik stattfindet, als durch die Art wie diese behandelt wird.

(Könnte Spoiler enthalten)
Aber: Ich finde in den Film fehlt es an eine richtige auseinandersetung zwischen den (zu unrecht) Beschuldigter und der Aussenwelt. Seltsam diese gelassenheit womit Lucas die Vorwürfe entgegen nimmt. Und obwohl es eine klare Anleitung gab, warum Klara diese in die Welt gebracht hat, verteidigt er sich kaum. Auch der Freund, den ihm zuerst freundlich empfangt, obwohl der Vorwürf bekannt ist, schlägt dann auf ein mal zu. Die Grethe, die die schwierige Aufgabe hat, die Vorwürfe nach zu gehen, macht grobe Fehler, aber auch dort gibt es keine Klärung. Der Tot des Hundes wird einfach hingenommen. Vieles passiert ausserhalb unser Blicke und bleibt damit unklar.

Das Klara Lucas unbeschwert aufsucht, ich denke eine klare Indice für seinen Unschuld, wird ausser acht gelassen. Auch das das Mädchen immer wieder sagt sie hat sich was ausgedacht, wird gar nicht gehört.
Am Ende redet Klara im schlaf, was dazu führt das ihr Vater doch noch glaubt das sein bester Freund unschuldig ist.

Das offene Ende fand ich als Metapher schön, als Filmende unbefriedigend. Durch den Zeitsprung fehlt mir hier auch die Auseinandersetzung. Wäre interessant zu sehen wie man so ein Phase überwinnt, wie man mit der Schuld der Aussenwelt umgeht.

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Zanto92

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Bewertung9.0Herausragend

Beklemmend, Gemein, Unfair, Verstörend, Eiskalt und Genial
Mehr muss man nicht sagen um diesen Film zu beschreiben ich hatte sehr hohe Erwartungen und sie wurden erfüllt!
Mads Mikkelsen spielt grandios darf man nicht verpassen.

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Knach

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Bewertung9.0Herausragend

Es gebührt schon einigen Respekt ein solch schweres Thema zu verfilmen. Groß ist die Gefahr sich in Plumpheit oder zu viel Anspruch zu verlieren. Thomas Vinterberg hingegen findet genau den richtigen Ton.

Der Kindergärtner Lucas muss sich eines Tages mit einem schweren Vorwurf ihm gegenüber auseinandersetzen. Die fünfjährige Tochter seines besten Freundes offenbart ihrer Kindergärtnerin (und damit Lucas Vorgesetzter) er habe sie sexuell missbraucht. Schlagartig ist für Lucas nichts mehr wie es war. Ehemalige Freunde sehen ihn nun als Schwerverbrecher und eine Spirale voller Missverständnisse und Gewalt beginnt.

Der Film zeigt die Handlung fast komplett aus der Sicht von Lucas, von dem markanten Mads Mikkelsen genial verkörpert. Für den Zuschauer ist jederzeit klar, dass die Vorwürfe unbegründet sind und wie sie überhaupt zu Stande gekommen sind. Trotzdem muss man hilflos mit ansehen wie Lucas leben zerbricht. Das Drama wird dabei von sehr schönen und realistischen Bildern eines herbstlichen, dänischen Dorfes getragen. Ausstattung und Location wirken stimmig. Die Schauspieler agieren ausnahmslos nahezu perfekt (und hier muss man die sehr jungen Jungschauspieler einschließen).

Je länger die Handlung voranschreitet und je mehr Unrecht Lucas geschieht, um so mehr erkennt man den wütenden Dorf-Mob und die ehemaligen Freunde als Antagonisten an. Die größte Stärke des Filmes ist dann genau der Punkt an dem man schockiert zugeben muss, dass man selbst wahrscheinlich nicht anders handeln würde, wenn das eigene Kind solch eine Lüge erzählen würde. Vinterberg tritt uns hier sprichwörtlich mitten ins Gesicht. Es wird für den Zuschauer schwer mit der subtilen Bedrohung klar zu kommen, die man in der Realität wohl selbst mit aufbauen würde.
Die Jagd ist ein atmosphärisch äußerst dichtes und spannendes Drama geworden. Ein außergewöhnlicher Film mit einer außergewöhnlichen Sichtweise auf ein leider zu häufig vorkommendes Verbrechen welches man dennoch nie blind glauben und immer hinterfragen sollte.

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annaberlin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Endlich gesehen. Ein starker Film über Schuldzuweisungen und Sündenböcke, der gegen Ende leider an Glaubwürdigkeit verliert, dafür aber dir ersten 1,5 Stunden wirklich mitreisst. Die Dänen wieder...

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FilmAnhaenger

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Bewertung7.5Sehenswert

Spannend, toll gespielt, wirkt sehr realistisch und lebensnah -ein auf seine eigene, nicht-amerikanische Art, starker Film, den man sehen sollte.

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sachsenkrieger

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der wirklich guten Filme zum Thema Kindesmissbrauch mit einem gewohnt starken Mads Mikelsen. Eigentlich ist es gar kein Film über den Missbrauch von Kindern, sondern einer über eine Hetzjagd, die beginnt, wenn es einen Kindesmissbrauchsverdacht gibt. Ich als kinderloser und unverheirateter Mann (beides aus Überzeugung) sehe das Problem sogar noch an anderer Stelle, dort wo es wehtut und wo Emotionen hochkochen.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, wird ein Mann zum Vater, eine Frau zur Mutter und ein Paar zu Eltern "transformiert." Es tritt eine Veränderung ins Leben, die in den meisten Fällen gravierend ist, die Natur legt in den "betroffenen" Personen einen Schalter um, der ihr Denken und Fühlen verändert, außer sie denken und fühlen nicht. Dort setzt der Film an. Er zeigt uns, was passieren kann, wenn auch nur der Verdacht des Missbrauchs besteht. Der gesunde Menschenverstand setzt bei den meisten aus und blinder Aktionismus tritt an den Tag. Niemand kommt auf die ja achso völlig abwegige Idee, das das arme, unschuldige Kind einfach gelogen hat. Herbert Grönemeyer hat es in seinem unsäglichen Kitschsong "Kinder an die Macht" schon gebrüllt:

"Gebt den Kindern das Kommando
Sie berechnen nicht, was sie tun"

Das mag stimmen, aber es wäre fatal, anzunehmen, das Kinder unschuldig seien. Ich selbst könnte aus eigener Erfahrung ein eigenes, kleines Lied über die vorsätzliche Grausamkeit von Kindern singen.

Mal wieder ein ganz starker dänischer Film, der die stetige, unaufhaltsame Entwicklung vom ersten Verdacht bis zur nahezu vollständigen Ausgrenzung des Kindergärtners Lucas zeigt. Freundschaft und Nachbarschaft verwandeln sich in Gruppenwahn und Massenhysterie. Starke Bilder, starke Dialoge führen zu einem ultrastarken Finale. Man wird hoffentlich noch mehr sehen dürfen von Thomas Vinterberg, der schon beim starken Film "Das Fest" Regie führte.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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seniorem

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr beklemmender Streifen, wohl nah an der Realität.
Mads Mikkelsen spielt wie immer sehr überzeugend, man spürt richtig wie er hilflos in diesen Strudel der Verwechslungen versingt.

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