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Die Jagd

Jagten (2012), DK Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 28.03.2013


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7.6
Kritiker
37 Bewertungen
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8.1
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3203 Bewertungen
227 Kommentare
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von Thomas Vinterberg, mit Mads Mikkelsen und Thomas Bo Larsen

In Die Jagd bringt die Behauptung eines kleinen Mädchens eine gesamte Gemeinde gegen Kindergärtner Mads Mikkelsen auf.

Handlung von Die Jagd
Nach der Trennung von seiner Frau arbeitet der 40-jährige Lucas (Mads Mikkelsen) intensiv daran, wieder im Leben Fuß zu fassen. Eine neue Lebensgefährtin und die Beziehung zu seinem Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm) sind für ihn das höchste Gut. Er kann sich in der kleinen dänischen Gemeinde auf seine Freunde verlassen und findet schließlich als Kindergärtner einen neuen Job, der ihn erfüllt. Die Arbeit macht ihm Spaß und auch bei den Kindern ist er sehr beliebt. Vor allem die kleine Klara (Annika Wedderkopp), Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen), fühlt sich sehr hingezogen zu Lucas und sucht stets seine Nähe. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf: Als sich die kleine Klara von Lucas nicht mehr beachtet fühlt, setzt sie eine verheerende Behauptung in die Welt, die das Leben des liebenswürdigen und hilfsbereiten Lucas erschüttert. Er ist fortan als Freiwild zur Jagd freigegeben und muss nun einen erbitterten Kampf um seinen Ruf und seine Würde führen.

Hintergrund & Infos zu Die Jagd
Die Jagd (engl. Titel: The Hunt; dänischer OT: Jagten) wurde auf dem Filmfestival von Cannes 2012 uraufgeführt. Der Film erhielt einen Preis von der ökumenischen Jury und Schauspieler Mads Mikkelsen wurde als bester Darsteller ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2012 wurde Die Jagd gleich in fünf Kategorien nominiert: Bester Film, Beste Regie, Bester Darsteller – Mads Mikkelsen, Drehbuch und Schnitt. Die Drehbuchautoren Tobias Lindholm und Thomas Vinterberg gewannen den Preis für ihr Skript. In den anderen Kategorien ging der Film jedoch leer aus. (DL)

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Cast & Crew


Kritiken (24) — Film: Die Jagd

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.5Ausgezeichnet

Grandioser und deprimierender Film über den ganz gewöhnlichen Mob. Nüchtern und ohne Pathos zeigt Vinterberg wie schnell sich der Normalbürger mit dem gesunden Volksempfinden in einen hirnlosen, unreflektierenden Lynchmob verwandelt. Schuldig bei Verdacht gilt für kein Thema so sehr wie bei diesem, denn letztlich ist die Erkenntnis wie einfach Existenzen zerstört werden können. Der Pöbel denkt nicht, er will Blut sehen - das zeigt der Fall Kachelman hierzulande genauso wie das gesunde Volksempfinden welches sich in jeder Form von Internetkommentaren manifestiert. Die Jagd findet täglich statt, angeheizt von den Medien die immer auf der Suche sind "Schuldige" auszumachen auf die der Mob losgelassen werden kann.

28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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8.5Ausgezeichnet

[...] "Die Jagd" ist im Grunde einer jener Filme, nach deren Sichtung man sich wundert, ob nicht etwa zu Beginn die weithin beliebte Texttafel "nach einer wahren Begebenheit" vergessen worden ist, denn Regisseur Thomas Vinterberg inszeniert sein Drama, das im Grunde gleichsam als Sozialstudie und Gesellschaftsportrait herhalten könnte, so behutsam und nachvollziehbar, ohne übertriebene Effekthascherei, übersteigerte Szenen oder fragwürdiges Pathos, dass man als Zuschauer leicht in Versuchung geführt wird, die Geschehnisse für bare Münze zu nehmen. Melancholisch und beschaulich geht es zu in dem verschlafenen, dänischen Nest und so dauert es seine Zeit, bis der Konflikt sich entspinnt, jedoch tut Vinterberg auch gut daran, seine Figuren zunächst zu entwickeln und vorzustellen, denn als der Stein erst einmal ins Rollen gebracht ist, setzt ein regelrechter und gekonnt inszenierter Schneeballeffekt ein, der bald schon eine drohende Eskalation der Ereignisse ankündigt, während der vermeintliche Täter gar lange Zeit im Dunkeln tappt, was die konkreten Vorwürfe gegen ihn betrifft. [...]

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Flibbo: Wie ist der Film?

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7.5Sehenswert

Sehr sorgfältig, aber auch sehr zurückhaltend und bodenständig setzt Thomas Vinterberg, der mit dem Dogmafilm „Das Fest“ (1998) berühmt wurde, „Die Jagd“ in Szene, sodass nichts als die Geschichte selbst so gut wie möglich das Publikum an- und für sich selbst sprechen kann. Genau das kann sich „Die Jagd“ eben auch leisten, denn das Drehbuch ist fesselnd, authentisch und ohne Längen. [...]

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JackoXL: Die Drei Muscheln

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8.5Ausgezeichnet

[...] Erneut wir die beschauliche Bilderbuchidylle der dänischen Provinz zum Schauplatz für Schmerz, Leid und die wütende Energie der Gemeinde, die auf das Einreissen ihrer heilen Welt mit nicht geahnter Wut reagieren. Vinterberg selbst zeigte schon bei seinem (zu Recht) umjubelten Dogma-Drama "Das Fest", wie der hübsche Vorhang fällt und eine hässliche Fratze zum Vorschein bringt, Kollege Ole Bornedal überzeichnete bei "Deliver Us from Evil" bewusst die brutale Wucht, die aus einer schockierten Kleinstadtgemeinde entstehen kann. Dafür eignet sich die kleine, manchmal leicht schläfrig-ländliche Lego-Welt unserer Nachbarn perfekt. Besonders, wenn Themen aufgegriffen werden, die in jeder Gesellschaft eine Rolle spielen, deren Bezug nicht lokal, sondern global ist. Vinterberg geht sein Drama nicht reisserisch und jederzeit mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität an, spielt schlicht und einfach die Dinge aus, die so schon schrecklich genug sind. Er lässt seine Hauptfigur vor unseren Augen zerbrechen, durch die Hölle gehen, nimmt ihm alles und wir sind herzlich dazu eingeladen, am seelischen Sterben eines guten Menschen beizuwohnen. [...]

Kritik im Original 38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 21 Antworten

Andy Dufresne

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Dieses Potential scheint er zu haben, ja :)


filmschauer

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@Jacko: Hätte ja fast mit noch mehr Punkten gerechnet, aber gut, dass du meiner super-dicken Empfehlung brav gefolgt bist. ;)
Große Zustimmung auch bzgl. der letzten Szenen, die ungemein eindrucksvoll sind, gerade weil sie ganz anders verlaufen als gedacht/befürchtet (?). Da gibt es sicher einige Regisseure, die diese Geschichte hätten anders enden lassen.


Filmering: Filmering.at

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9.0Herausragend

Thomas Vinterberg ist mit Die Jagd ein ambitionierter und intensiver Film gelungen, der auf faszinierende Art und Weise der Gesellschaft einen Spiegel vorhält und uns den reaktionären und unkontrollierten Charakter der Menschheit vor Augen führt. Dank eines ausgezeichneten Drehbuchs, grandioser Darsteller und einer tadellosen Regie wird Die Jagd zu einem imposanten Filmereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Alleine wie hier die Genres durchgespielt werden und der Film immer wieder haarscharf an der Grenze zum beinharten Thriller entlangschrammt verdient sich höchste Beachtung.

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SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.0Ausgezeichnet

Thomas Vinterberg kann es immer noch; auch wenn „Die Jagd“ dann doch nicht ganz die intensive Klasse seines Meisterstückes „Das Fest“ erreicht, beweist der Däne erneut, mit welcher Vehemenz er seine eingeschworene Prämisse entfalten kann, um den Zuschauer mit einem brisanten, aktuellen und ebenso schwierigen Thema zu konfrontieren, dabei aber ohne Mühe – obgleich des schwerwiegenden Inhalts rundum Kindesmissbrauch – durchgehend zu unterhalten, ihn dennoch nie für dumm zu verkaufen oder die subjektive Intention einer prätentiös anmaßenden Effekthascherei unterzuordnen. „Die Jagd“ baut natürlich ab der Minute der stockenden Behauptung der kleinen Klara auf seinen eruptiven Höhepunkt hin, bedient sich hin und wieder klassischen Klischees – die hier allerdings in keiner Weise negativ oder dilettantisch erscheinen – und konzentriert sich auf seinen Protagonisten Lucas (großartig: Mads Mikkelsen), der durch eine unpräzise Aussage eines Kindes nun zum Opfer seines gesellschaftlichen Umfelds wird, welches durch klare Schwarz-Weiß-Zeichnungen seitens Vinterberg augenscheinlich keine (Charakter-)Grauzonen zugesprochen bekommt, dadurch aber genau den Schritt ermöglicht, der den Zuschauer zur Eigeninitiative zwingt und den auferlegten Tellerrand (Der natürlich um einiges weitsichtiger ist, als er auf den ersten Blick erscheint) auf eigene Faust zu verlassen. Wenn am Ende in angenehmer Runde wieder zusammen gelacht und gesungen wird, dann ist das nur oberflächliche Maskierung, Lucas wird immer der Mensch bleiben, der er in Wahrheit nie war. So muss packendes Erwachsenenkino aus Europa aussehen.

37 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

IMATZ

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Sag mir bescheid, wenn sie steht - ich untersuche sie dann auf ihre orthographische & grammatikalische Richtigkeit! ;-)


Le Samourai

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Top Text!


M. Semenowicz: Filmszene.de M. Semenowicz: Filmszene.de

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7.0Sehenswert

„Die Jagd“ ist zwar ein guter Film, [...] doch mal wieder nicht das neue Meisterwerk nach „Das Fest“, auf das die Kritiker bei jedem neuen Film Vinterbergs hoffen.

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Harald Jähner: Berliner Zeitung Harald Jähner: Berliner Zeitung

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8.5Ausgezeichnet

Mikkelsen ist einmal mehr fantastisch. Für die Rolle des Lukas erhielt er in Cannes den Darstellerpreis. Die Verletzung durch den Missbrauchsverdacht spielt er anfänglich mit dem minimalistischen Repertoire eines Apachen. So sanft der Kindergärtner ist, schlummert eine Männlichkeit in ihm, die für zwei ausreichen würde. In die männerferne Kindergartenwelt und die spezifisch dänische Gemütlichkeit überhaupt bringt er eine Art Animalität, die dem Film seine besondere Spannung einhaucht.

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Hannah Pilarczyk: Spiegel Online Hannah Pilarczyk: Spiegel Online

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8.0Ausgezeichnet

So zeigt der Film die Mechanismen einer Gesellschaft, die keine Uneindeutigkeit ertragen kann, die nur schuldig oder unschuldig kennt, bei der man mitjagt - oder selbst zum Gejagten wird.

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Frank Schnelle: epd-Film Frank Schnelle: epd-Film

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7.0Sehenswert

So sorgfältig, wie Vinterberg diesen Kosmos etabliert, so gründlich zerlegt er ihn auch wieder: Mit kühler Präzision schildert er die fatalen Mechanismen einer Hexenjagd, die von Hysterie, Aberglauben und Misstrauen befeuert wird und zu einer erst schleichenden, dann schlagartigen Eskalation führt.

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Krischan Koch: NDR Krischan Koch: NDR

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7.5Sehenswert

"Die Jagd" [ist] stilistisch weniger spektakulär als Vinterbergs frühere Filme. Mads Mikkelsen spielt das wunderbar gradlinig, mit großer Präsenz, aber ohne übertriebene Gefühlsausbrüche. Gerade das macht diese Jagdszenen aus Dänemark so beunruhigend und fesselnd. Ein Thriller mitten aus der Realität.

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Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung

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6.5Ganz gut

Vinterberg erzählt all das gradlinig und realitätsnah, ohne wie bei einigen früheren Filmen mit Metaphern und Symbolismen zu überfrachten, und manövriert Die Jagd dabei durch schwieriges Terrain, um einige spannende wie komplexe Fragen aufzuwerfen.

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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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7.5Sehenswert

Eine weitere Moralparabel aus dem beneidenswerten Dänemark, die nicht zuletzt dank der mitreißenden Schauspieler ins Mark allzu bequemer Gewissheiten trifft.

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Christina Raftery: Bayerischer Rundfunk Christina Raftery: Bayerischer Rundfunk

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7.5Sehenswert

Zu Recht wurde "Die Jagd" in Cannes und beim Europäischen Filmpreis mehrfach ausgezeichnet: In seinem neuen Film zeigt Thomas Vinterberg auf schmerzhaft realistische Weise, wie schnell vermeintliche Aufgeschlossenheit in Abgründe und "brave" Bürger zur Lynchjustiz führt.

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José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Mit verwackelten, entsättigten Bildern verdeutlicht Regisseur Thomas Vinterberg, wie einem unschuldigen Mann der Boden unter den Füßen weggezogen wird, was sich in Großaufnahmen in Lucas’ Gesicht widerspiegelt. Eindringlich erzählt „Die Jagd“, wie eine durchaus gebotene Wachsamkeit in eine Vorverurteilung umschlägt, wenn etwa seitens eines Psychologen Suggestivfragen gestellt dadurch und eine Kindergartenleiterin vorschnell Schlüsse zieht, und wie schnell dadurch eine Existenz zerstört werden kann. Mads Mikkelsen, der für diese Rolle auf dem Filmfestival Cannes 2012 den Darstellerpreis gewann, zeigt auf seinem Gesicht alle Empfindungen von Erstauen über Ratlosigkeit bis hin zur Enttäuschung. Die erst siebenjährige Annika Wedderkopp gestaltet aber nicht weniger nuancenreich, wie Klara zwischen Kränkung und Liebe zur Wahrheit hin- und herschwankt, ohne ganz ermessen zu können, was sie mit ihrer Aussage bewirkt hat.

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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7.0Sehenswert

[...] Vinterbergs stringent chronologisch erzählte Handlung verzichtet auf großes Tamtam und konzentriert sich völlig auf die Beziehung seiner Figuren untereinander, die zum Glück niemals als hirnlose Päderasten-Lyncher gezeichnet werden. Jede Figur bezieht auf ihre Art und Weise Stellung zu Lucas vermeintlicher Tat, vom besten Freund bis zum Sohn und die diffizilen Charakterschilderungen erreichen mühelos die Qualität eines Bergman-Films. [...]

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.5Sehenswert

Die Dramatisierung und filmische Umsetzung des Stoffes ist durchweg gut. Die Jagd, hier hat sie einen doppelten Sinn.

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BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

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4.5Uninteressant

"[...]„Die Jagd“ [...] krankt vor allem daran, dass er etwas Abstraktes – die Hexenjagd auf ein unschuldiges Individuum durch den blinden, tobenden Mob – durch viele konkrete, in sich komplexe Faktoren auszudrücken versucht. Der Mob, das sind Personen, die wir mit Namen vorgestellt bekommen, die mit dem Protagonisten lachen und scherzen und eigene Geschichten besitzen. Eine Lüge wird in die Welt gesetzt, und was dann passiert, ist folgendes: Lucas wird über Nacht wie die Beulenpest gemieden. Seine ehemalige Vorgesetzte entflieht der verbalen Konfrontation gar, wie dem Angriff eines tollwütigen Hundes und auch andere Personen verhalten sich fast so eigenartig, als hätte eine „Invasion der Körperfresser“ stattgefunden.[...]
Die interessanteste Figur in diesem leider frustrierend-zähen und fragmentierten Werk ist übrigens die von der jungen Annika Wedderkopp gespielte Klara. Das kleine Mädchen ist sich seiner Lüge zwar bewusst, dem Ausmaß dieser aber keineswegs. Es war eine kindliche Träumerei. Klara verirrt sich stets auf ihren Fußwegen, sie benötigt eine klare Linie, die sie führt. Das ist ein durchaus schönes Bild für die Verwirrung in ihrem Kopf – und dieses veranschaulicht obendrein auch, was Vinterbergs Film letztlich fehlt. An engagierten schauspielerischen Leistungen mangelt es nämlich nicht.[...]

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

zmpfl

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Hier hätte ich doch zu gern die Version gesehen, die dem Kritiker zugesagt hätte....;)
"zäh", "fragmentiert" ?? und unrealistisch ?
Bullshit.


BuzzG

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Ein guter Film hätte mir schon gereicht.


David Hughes: Empire David Hughes: Empire

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8.0Ausgezeichnet

Wunderbar dargestellt und stark insziniert - Die Jagd ist genau das Sozialdrama, was wir gerade brauchen.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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8.0Ausgezeichnet

The Hunt nutzt konventionelle Filmsprachen und einfache Techniken für einen großen Effekt. Er ist besonders gut darin, eine kleine Dänische Gemeinde zu zeigen, in der Verdächtigungen wie Krebsgeschwüre wuchern.

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Alle Kritiken (24)


Kommentare (203) — Film: Die Jagd


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Bubo

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Bewertung9.0Herausragend

*****Dieser Kommentar ist Big_Kahuna gewidmet, weil mich unser Austausch immer wieder anstiftet, meinen eigenen gedanklichen Senf zu etwas dazuzugeben, so unvoreingenommen und ehrlich wie möglich, immer aber von Dir und Deiner teilweise doch recht komplementären Sichtweise inspiriert. Vielen lieben Dank für alles, kahuna <3 Als Vorabkommentar zu unserer geplanten Reihe ist dieser wahrscheinlich etwas zu persönlich, vermutlich viel zu lang, sicher zu schwer und theatralisch, aber nur so habe ich das Gefühl, dem Film, seinen durchs Band weg grossartigen Darstellern und meinen Empfindungen beim Sehen wenigstens in Ansätzen gerecht zu werden. Das Geschreibsel ist ganz bewusst höchst subjektiv gehalten, es schadet sicher nicht, vorab nachdrücklich darauf hinzuweisen.*****

MASSIVE SPOILER ENTHALTEN.
„Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv.“ Wiglaf Droste

Es ist November, Weihnachten naht, und Männer sind unter sich. Man lacht, man trinkt, man hat Spass zusammen, man redet über die Jagd im stoisch unterkühlten Norden. Lucas ist einer dieser Männer unter Freunden. Kinderlieb, arbeitet er im örtlichen Kindergarten. Ein ruhiger, freundlicher, in seiner wortkargen Art würdevoller Mann; geschieden ist er, der Lucas, und liebender Vater eines halbwüchsigen Sohnes, der bei der Ex-Frau lebt.

Eines der von ihm betreuten Kinder ist Klara, die Tochter seines besten Freundes. Mit ausgeprägter Phantasie und forderndem Wesen ist sie ein „kleines Mädchen“ wie aus dem Bilderbuch: ein liebes, eher schüchternes, sensibles Geschöpf, das die Welt und sich selbst entdecken, erfahren, erleben will. Dabei ist sie aber, als typisches Kind eben, auch ein naiver kleiner Egoist, der nach Aufmerksamkeit hascht und alles kompromisslos annimmt, was ihr die „Grossen“ präsentieren.
„Papa sagt, Du bist ganz traurig, weil Du so allein in dem grossen Haus wohnst.“ meint sie traurig-überzeugt zu Lucas, den sie in ihr kindliches Herz geschlossen hat. Ihre Eltern haben trotz aller Liebe gelegentlich keine Zeit für Klara und ihre Ansprüche. Der grosse Bruder hängt, ganz seiner Rolle als Teenager entsprechend, pausenlos am Handy. Eines Tages, so zufällig nebenbei, zeigt er darauf Klara pornographische Bilder, nackte Erwachsene, mit Fokus auf den Genitalien des Mannes. Da Klara das Gefühl hat, in der Familie manchmal zu kurz zu kommen, holt sie sich die ungeteilte Aufmerksamkeit eben von Lucas, der sie ihr bereitwillig gibt. Eines Tages, so zufällig nebenbei, entschliesst sie sich, dem netten Lucas heimlich einen „Liebesbrief“ zuzustecken.
„Ist das von Dir, Klara?“ fragt er sie sanft, aber doch irgendwie deutlich zurückweisend. Klara wird verlegen. „Das hab ich nicht geschrieben. Das ist nicht von mir.“

In ihrem Kleinmädchenego getroffen, erzählt sie der Leiterin des Kindergartens davon, wie sie Lucas' erigiertes Glied gesehen habe. Detailliert beschreibt sie das. Ein „Phantasiebild“, zusammengesetzt aus verletztem Stolz und der gesehenen Bilder auf dem Handy. Die haben Eindruck gemacht, sind sie doch völlig neu für Klara, die gar nicht weiss, was sie da überhaupt gesehen hat. Vielleicht ist es auch einfach nur Langeweile, vielleicht die Herausforderung, Grenzen auszutesten, vielleicht pure „Rachegelüste“, warum auch immer Kinder so etwas eben ab und an mal machen, Klara erzählt...eine Lüge. Als Kindergartenleiterin und Mitarbeiter sie befragen, nimmt das Unglück seinen Lauf.
„Ist es Dir UNANGENEHM, darüber zu reden?“
„Hast Du ihn ANGEFASST? Ist da WAS WEISSES rausgekommen?“
Suggestivfragen.
Klara ist verunsichert, eingeschüchtert, weiss nicht, was jetzt richtig oder falsch ist – vielleicht am besten einfach bei der Lüge bleiben? Und somit wird der Startschuss gegeben, der „die Jagd“ auf Lucas eröffnen muss.

Bis auf den Sohn wendet sich Lucas' gesamtes soziales Umfeld nach und nach von ihm ab. Die Lüge wird weitererzählt und ausgeschmückt. Man ignoriert ihn, man begegnet ihm teils mit versteckter Abscheu, teils mit offen gezeigtem Hass. Lucas ist seines Rufs beraubt, niemals aber seiner Würde. Er nimmt die Anfeindungen hin, auch die gegen seinen Sohn, einen durchs Wohnzimmerfenster geschmissenen Stein und selbst die Ermordung seiner Hündin. Als Klara ihn besucht, konfrontiert er sie direkt in seiner ruhigen, freundlichen Art mit der Lüge.
Sie weint. „Die sagen, Du warst zu mir gemein.“ Sie ist überfordert. „ich weiss nicht.“
Im Dezember nimmt die Polizei Lucas vorübergehend in Untersuchungshaft.
„Kindern kann man glauben, sie lügen nicht.“

Zu einer ehrlichen Konfrontation mit Klaras Vater und „den Erwachsenen“ kommt es erst während der Weihnachtsmesse, als der Kindergartenchor singt. Lucas, der alleine mit seiner Würde auf einer ansonsten leeren Kirchenbank sitzen muss, geht mit bis zum Anschlag angestauter, hilflos-wütender Verzweiflung auf Klaras Vater los. Ein kurzer Eklat, eine kleine Prügelei. Die Wahrheit wird von Lucas förmlich, ja endlich herausgeschrien:
„Sieh mir in die Augen, Theo! Du siehst nichts, weil da nichts ist! Lass mich doch einfach in Frieden!“
Und die Wahrheit wird schlussendlich auch gehört, weil Klara ihrem Vater die Lüge gesteht.
„Papa, weinst Du?“
„Nein, ich muss nur daran denken, wie viel Schlimmes es gibt in der Welt.“
„Ich hab doch bloss was Dummes erzählt.“

Ein Jahr später. Alles ist wieder im Lot. Männer sind unter sich. Man lacht, man trinkt, man hat Spass zusammen, man redet über die Jagd im stoisch unterkühlten Norden. Lucas ist einer dieser Männer unter so vielen wiedergewonnenen Freunden, und heute ist der grosse Tag für seinen Sohn - Das erste geschenkte Gewehr, er ist nun alt genug. Stolz verkündet der Jagdverein:
„Marcus, morgen geht es zum ersten Mal raus für Dich auf die Jagd. Ein Zeichen dafür, dass du erwachsen wirst.“
Händeschütteln, Lachen, Umarmungen und kleine Witzchen. Lucas würdevoll, stumm und lächelnd mittendrin, bevor es los zur Jagd geht. Sie durchkämmen den Wald, da durchbricht plötzlich ein Schuss die kalte Luft. Einer der anderen Jagdteilnehmer hat wohl etwas erlegt. Lucas zuckt ängstlich zusammen, für einen kurzen Augenblick seiner Würde beraubt, auch, wenn das Ziel mittlerweile ein anderes ist. Ein ehemals Gejagter bleibt für immer Beute.

Wie Mads Mikkelsen mit dieser Mimik, dieser Körpersprache, dieser Würde Lucas trotz seiner wortkargen Art zu einem mitreissenden Protagonisten macht, hat mir buchstäblich den Atem verschlagen. Durch schier unglaublich glaubhafte Darstellung macht er aus diesem gemächlich erzählten Drama mit langsamem, stimmigem Aufbau einen psychologischen „Actionfilm“, indem er die (innere) Spannung des Gejagten konstant anzieht, um sie in der „Explosion“ in der Kirche gipfeln zu lassen. Schon lange mochte ich ihn, ob als Bösewicht, Pfarrer oder (Anti-)Helden, aber als Gejagter hat er sich endgültig in mein Herz gespielt. Wahnsinn!

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Big_Kahuna

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Tut mir Leid, aber Mikkelsen schrie nach einer Bubo'schen Kritik, da konnte ich nicht anders. ;P
Naja was heißt Spaß, wenn mans so real und ungeschönt wie Vinterberg macht, kann ich einfach nur meinen Hut ziehen! Ganz groß ist der! <3


Bubo

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Mads <3!!


Marzellus

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Bewertung9.0Herausragend

Beeindruckend stark gespielter Film zu einem äußerst schwierigen Thema.

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blublossom

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Bewertung7.5Sehenswert

Absolut heikle und wichtige Thematik über einen Erzieher mit angeblich pädophilen Neigungen, aufgrund einer für ein fünfjähriges Mädchen sehr ungewöhnlich erschütternder und deshalb umso ernstzunehmender Aussage, deren Ursprung aus Sicht eines Erwachsenen unmöglich aus reiner Fantasie basieren kann. Obwohl man als Zuschauer eigentlich über das Geschehene oder Ungeschehene Bescheid weiss, kommt man aus dem Dilemma, über gerechtfertigtem oder ungerechtfertigtem Urteil nicht raus, denn ist es denn so falsch die Behauptung eines kleinen Mädchens so ernst zu nehmen?

So bahnt sich in der kleinen Dorfgemeinde eine grauenvolle Welle der Selbstjustiz und Stigmatisierung an, aus der sich scheinbar alle Beteiligten nicht mehr lösen können, die Kontrolle über ihre Taten und Aussagen verlieren und allmählich das Gehör, was sie sich zu Anfangs positiverweise dem Mädchen verschafft haben, zu schwinden droht.

(Punktabzug weil ich die Situation zum Ende hin in einem solchen Fall als sehr unrealistisch sehe.)

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Azazil

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Also am Ende werden im ja nach wie vor Blicke zugeworfen, auch wenn offiziell alles in Ordnung scheint und wie elisa zum Ausdruck bringt, ist es eine beklemmende Situation in der die Hauptfigur sich selbst auch unwohl fühlt (z.b kann sich nicht so richtig überwinden mitzusingen usw.).
Den Schuss am Ende würde ich so interpretieren, dass einer von denjenigen die ihn immer noch für schuldig halten ihm Angst machen wollten, so dass deutlich wird dass es noch sehr lange dauert bis wieder Normalität einkehren kann.


Azazil

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*ihm


Helter Skelter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ist es politisch korrekt,
wenn ich sage,
dass ich dem Kind gern den Kofferraum zugeschissen hätte?

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mezzzo

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Mädchen und ihre Lüge lässt Lucas Leben schlagartig einstürzen. Es handelt sich um ein sehr sensibles Thema, welches die Grundlage für Thomas Vinterbergs Drama "Die Jagd" bietet. Und gerade da man als allwissender Zuschauer hier die totale Wahrheit kennt, ist Lucas Leidensweg höchst intensiv, kraftvoll und geht unter die Haut. "Die Jagd" ist unbeschreiblich spannend und bis zum Ende mitreißend.

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Shady95

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Bewertung9.0Herausragend

Unglaublich gut! Die Skandinavier wissen anscheinend wie man Filme macht und beweisen, dass sie neben den Franzosen die besten und erfrischensten Filme in Europa drehen. "Die Jagd" fängt den Zuschauer mit seine dichten Atmosphäre und wühlt mit seiner Geschichte dermaßen auf, dass man nicht wegsehen kann und mit dem Charakter nicht anders als mitfühlen kann. Mads Mikkelsen, von dem ich bisher nur gutes gehört aber nichts gesehen habe, trägt diesen Film und spielt alle andern Darsteller an die Wand. Zudem ist die Chemie mit dem kleinen Mädchen Klara trotz der wirklich ernst zu nehmenden Hintergrundgeschichte unfassbar glaubwürdig. Man kann als Zuschauer einfach nicht glauben, dass die Figur Lucas das getan haben soll, was die Dorfbewohner ihm nachsagen. Viel mehr leidet man mit dem Charakter mit und entwickelt einen Hass auf die anderen Charaktere. Dieser Film ist das perfekte Beispiel für ein rund um gelungenes Drama sowie dafür, wie schnell ein Gerücht einen Menschen zerstören kann.

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Shady95

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Kenne ich auch schon ;))


pischti

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Du bist mir einer :D


doeme28

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich habe gestaunt, dass ohne viel Action die Spannung während des ganzen Films so hoch, also wirklich hoch gehalten werden kann. Ich habe mich sehr in Lukas hineingesetzt und mich dementsprechend auch genervt und gelitten mit Ihm! Ich glaube ich habe noch nie so stark auf ein Happy-End gehofft wie in diesem Film!
Auf der anderen Seite gab es zwei-drei Dinge, die für mich komisch waren. Ich behaupte nicht, dass dies Logik-Fehler sind, aber für mich war es teilweise unlogisch. Es kann aber sehr gut sein, dass ein solches Verhalten der Charakter, von denen ich spreche normal ist. Das sind:
- Teilweise Verhalten von Lukas
- Teilweise Verhalten von Freunde von Lukas
- Teilweise Verhalten von „Psychologe“
- Teilweise Verhalten von Kindergärtnerin

Mehr will ich nicht verraten :)
Schaut euch diesen Film an. Lohnt sich wirklich!

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EvertonHirsch

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Bewertung9.0Herausragend

Ich habe selten, wahrscheinlich noch nie zuvor, so sehr auf ein Happy End gehofft. Man wünscht sich als (allwissender) Zuschauer einfach ein gutes Ende für Mads Mikkelsen. Denn der von ihm gespielte Charakter durchlebt quasi die Hölle. Eine Beschuldigung reicht, um praktisch sein ganzes Leben aus den Angeln zu werfen. Freunde und Bekannte wenden sich im Minutentakt von ihm ab. Auch nur der geringste Funken von Anerkennung und Zuneigung wird ihm verwehrt, alle Außenstehenden haben ihr festgefahrenes Bild und ihre Meinung über „Das Tier im Manne“. Hinterfragen tut in solchen Momenten eben niemand mehr etwas. Der menschliche Verstand geht in der Masse eben nur zu gern unter.

Aber man kann eben auch die andere Seite verstehen, für die sich das allwissende Auge des Zuschauers daheim nicht offenbart hat. Und genau das macht “Die Jagd“ u. a. so prägnant. Man bekommt Einblicke in zwei unterschiedliche Welten gewährt, deren Ansichten und Taten schonungslos und deprimierend über unsere heile Welt herfallen.

„Die Jagd“ ist intensiver und verteilt mehr nachhaltigere Schläge in die Magengrube als die meisten Horrorfilme. Mads Mikkelsen spielt sensationell gut. Und beim nächsten Sehen ist der Film ein klarer Anwärter auf die 10 Punkte.

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Big_Kahuna

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Hm, komisch, ich finde gerade die Ruhe mit darauffolgender psychischer Folter und die grandiose Umsetzung von Mikkelsen, machen den Film sehr dramatisch. Man sieht Mikkelsen die immer schlimmer werdende Verzweiflung an und gerade, dass er es lange Zeit nicht schafft, seinem Unmut Luft zu machen und sich da rauszuwinden, fesselt einen so sehr an diesen Film, dass ich das schon recht unglaublich finde. Mehr psychisches Leid geht für meine Begriffe kaum.


mary84

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Nicht meine Meinung aber gut, jeder hat seine eigene Empfindung, so soll es ja auch sein.


Gurkey

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Bewertung10.0Herausragend

Der Film hat mich echt mitgenommen...
Grandios gespielt, allen voran Mads Mikkelsen. Ein sensibles Thema, das hier meiner Meinung nach sehr authentisch auf die Leinwand gebracht wurde.

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MarcelN44

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein bemerkenswerter Blick auf "die andere Seite" eines Themas, das Eltern verständlicherweise Angst macht, aber das Beschuldigte auch brandmarkt, ob schuldig oder nicht, für immer.
Die Oscar-Nominierung als Bester Fremdsprachlicher Film ist definitiv berechtigt, auch wenn (ich) manche Handlung der Protagonisten nicht 100%ig nachvollziehbar sind (finde).

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THE_DREAM

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Keine sehr dankbare Angelegenheit, in der Freizeit zwei Stunden einem Dorf von schwer Verhaltensgestörten zusehen zu müssen. Naja, aber der Film ist eben sehr gut gemacht, das tröstet über den Inhalt hinweg.

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Kurono

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Bewertung6.0Ganz gut

„Die Jagd“ ist weniger ein Film über Kindesmissbrauch und seine traurigen Folgen, sondern eher darüber, wie mit diesen Thema umgegangen wird. Der Film zeigt dabei schön die Hysterie die diese Verbrechen hervorrufen und wie schnell diese außer Kontrolle geraten kann.
Um ehrlich zu sein, weck der Film bei mir gegenteilige Gefühle. Zum einen will der Film ja eben diese irrationale Hysterie aufzeigen, allerdings ist der Schluss der daraus gezogen werden kann, nämlich im Zweifelsfall gar nicht zu handeln, ebenso gefährlich. Hm, schwierig.
Kindesmissbrauch ist halt auch ein schweres Thema, bei dem bei schnell die Emotionen hochkochen.
Dabei möchte ich wirklich glauben, dass es die Liebe zu den Kindern ist, die die Wut bei so vielen weckt und zu Selbstjustiz führt. Ich glaube aber, dass die Beweggründe oft ähnlich primitiv sind, wie bei den Missbrauchstätern. Gerechtigkeit kommt von Rache, scheinen einige zu glauben, wenn beide Begriffe nicht sowieso schon synonym benutzt werden.

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FlLMRlSS

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erwartest du dir vom Regisseur den einzig wahren Lösungsweg, den es in solchen Fällen zu gehen gilt oder was? Ich finde das Ziel war einfach nur die andere Seite, die des zu unrecht verurteilten Täters, zu zeigen - und das ist wichtig, denn es gibt tatsächlich auch Männer, die zu unrecht wegen sexuellem Missbrauch im Gefägnis sitzen, dabei meine ich aber auch Fälle, bei denen Teenager und erwachsene Frauen die Opfer sind. Ich finde zwar auch, dass es besser ist, vermeintliche Täter zu bestrafen als gar nicht zu handeln, aber auch nur deshalb, weil ich es nicht besser weiß. Über die Moral kann man aber durchaus streiten, denn wir sind ja nicht mehr im Mittelalter. Deswegen reicht es auch völlig aus, einfach nur aufzuzeigen, dass nicht jeder Missbrauchs-Delikt auch gleich mit "Verurteilung mit lebenslanger Haft" abzustempeln ist, wie es die meisten Menschen aber verlangen. Über die Unschuld eines Täters muss einfach fairer weiße diskutiert werden, bevor man ihn oder sie einsperrt.


Kurono

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„erwartest du dir vom Regisseur den einzig wahren Lösungsweg, den es in solchen Fällen zu gehen gilt oder was?“
Nö, wie sollte der überhaupt aussehen? Ich sag ja auch nicht, dass sich alle Figuren grundsätzlich falsch verhalten.

„Ich finde das Ziel war einfach nur die andere Seite, die des zu unrecht verurteilten Täters, zu zeigen…“
Das glaub ich mittlerweile auch. Ich denke, es sollte auch die Hysterie aufgezeigt werden, die bei diesem Thema immer aufkommt. Aus der Sicht eines Unschuldigen lässt sich diese auch recht einfach darstellen, zudem sollte so auch jeden einleuchten, dass Selbstjustiz kein legitimes Mittel ist. Zumindest in dieser Hinsicht, kann man den Film als gelungen betrachten.


GeezyGee

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Bewertung7.5Sehenswert

SPOILER!!!

Ein in fast jeder Hinsicht sehr gelungener Film und an sich möchte ich ihn besser bewerten, aber zu viele Dinge wollen einfach nicht in meinen Kopf rein. Daher gibt es etlich Logik-Abzüge.

Praktisch den ganzen Film lang hatte ich zwei Gedanken. Der erste: "Oh, mein Gott! Diese Hinterwäldler!". Der zweite und häufigere: "WARUM?!"

Warum gibt sich die Erzieherin nicht den Hauch von Mühe, Lukas Licht in die Sache bringen zu lassen?!
Warum versucht Lukas selbst nicht, SOFORT Licht in die Sache zu bringen?!
Warum verkriecht er sich stattdessen die Hälfte des Films und wartet, bis sich alles von allein klärt?!
Warum glaubt das gesamte Kaff den einem fünfjährigen Kind entstammenden Gerüchten, ohne diese zu hinterfragen?! Sind wir wirklich so dämlich und blind?! Ich hoffe nicht.
Warum legen dieser Psychologe (oder was auch immer der Typ war) und die Erzieherin dem Mädchen die Geschichte quasi in den Mund?! Nach dem Gespräch meinte die Erzieherin, sowas wie "Ich habe da eigentlich keinen Grund, ihr nicht zu glauben". Ach wirklich?! Ich irgendwie schon. Für mich klang das nicht nach hundertprozentigen unwiderlegbaren Beweisen.
Warum gibt man seinen Peinigern nach einem Jahr die Hand und feiert mit ihnen fröhlich, als wäre nichts gewesen?! Ist es so ein Dorf-Ding?

Der Einzige, der für mich halbwegs plausibel reagiert, ist der Sohn, der sich öffentlich empört und die Akläger zu Rede zu stellen versucht.

Ich weiss, es ist viel einfacher zu urteilen, wenn man selbst nicht betroffen ist und deshalb gebe ich dem Film ja trotzdem eine gute Note. Weil ich die Möglichkeit zulasse, dass manche Leute einfach nicht klar denken können, wenn es um Kinder geht. Aber ich kann nun mal nicht anders, als den Film subjektiv zu bewerten. Und ich, als rational denkender Mensch (zumindest hoffe ich, einer zu sein) habe ein echtes Problem mit den Aktionen und Reaktionen der Akteure, sowohl des Opfers als auch des wütenden Pöbels.

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LLFrankieJ

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

SPOILER!!!!
SPOILER!!!!
Ein spannendes, mitfühlendes Drama.
Ich finde aber, der Film lebt davon, dass der Zuschauer eben nicht genau weiß, ob er nicht doch schuldig ist. Grundsätzlich denkt man sicherlich, dass er unschuldig si, aber hin und wieder kommen dann schon Zweifel auf und man fragt sich, ob die Geschichte sich nicht doch anders entwickelt.
1. Klara zuckt zusammen, als sie das Pornobild sieht (bekanntes unangenehmes Gefühl?)
2. Lucas reagiert schon etwas merkwürdig auf die Anschuldigung (a la "Ok, ich geh dann mal. Danke, dass du mir das gesagt hast")
3. Alle Kinder erzählten angeblich das Gleiche und eine identische Story von einem Keller. An dem Punkt war ich mir sicher, dass die Anschuldigung wahr sei. Aber vll. war es jemand anderes als Lucas?

Da zweifelt man dann schon, ob Lucas nicht etwa doch etwas damit zu tun hat.
Und dafür war das Ende mir dann etwas zu offen. Klar, gegen Ende nimmt die Sympathie für Lukas deutlich zu. Dennoch lässt es den Zuschauer etwas fragend zurück.
Hinzu kommt, dass die Reaktion von Lucas auf die Anschuldigung wirklich lächerlich war und mich persönlich auch einfach genervt hat. Wenn er gegenüber der Kindergärterin etwas authentischer reagiert und Interesse daran gezeigt hätte, wäre es vermutlich nie soweit gekommen.

Daher "nur" 8 Punkte.
Im Großen und Ganzen aber ein guter Film, der sicherlich auch im Gedächtnis bleibt ;)

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GeezyGee

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Ich frage mich echt, wieso du den Schluss zugelassen hast, die Anschuldigungen könnten wahr sein. Der gesamte Film wird aus Lucas' Perspektive erzählt. Bei mir ist der Eindruck nie entstanden. Bei 2. und 3. gebe ich dir absolut Recht. Musste mir teilweise an den Kopf fassen und mein Puls war auf 200 vor so viel Dummheit.


silva.schreiner

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Bewertung9.0Herausragend

Ein super Film, der einen zum Nachdenken bringt. Eine packende, realistische und traurige Story. Muss man auf jeden Fall gesehen haben.

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96erFilmChecker

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Jagd schafft es ein schwieriges Thema nämlich Kindesmisshandlung packend und spannend zu behandeln. Durch eine kleine Lüge gerät Kindergärtner Lukas in den Fokus der Dorfgemeinschaft. Was folgt ist eine folgenschwere Hetzjagd durch die Dorfbewohner. Man erwischt sich immer wieder angewidert zusehen, wie Lukas von den Dorfbewohner ausgeschlossen, drangsaliert und Stück um Stück gebrochen wird. Besonders stark ist hierbei Mads Mikkelsen, der seine Rolle perfekt spielt und für seine Rolle echt mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Die Jagd ist ein Film, der polarisiert und einen mal wieder aufzeigt, wie aus einer Lüge eines Kindes ein regelrechter Menschenhass entstehen kann. Da das Ende viel zu viel schnell abgehandelt wird, und immer noch einige Frage offen lässt, vergebe ich sehr gute 8,5 Punkte. Wer mal was Gutes aus Europa sucht, sollte hier unbedingt mal reinschauen.

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Chriz85

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film der wirklich nachdenklich macht. Die Jagd ist ein gelungenes, intensives und packendes Drama über Zorn und Lynchjustiz mit einem überzeugenden Mads Mikkelsen!

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PaJeRo

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Bewertung7.0Sehenswert

Kann es sein, dass skandinavische Filme prinzipiell in der Gesamtbewertung besser wegkommen als andere Filme? Ohne Frage ein an sich gelungenes, mir aber ein Stücken zu biederes Drama.

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InfiniteJest

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wer 'Die Jagd' ins das Laufwerk legt sollte sich dazu eine Decke und ein Glas Wasser bereitstellen. Denn wenn die brennende Ungerechtigkeit über den Bildschirm flimmert möchte man sich abwechselnd etwas über den Kopf ziehen oder alle Nebendarsteller lautstark verfluchen. Ja, auch die fünfjährige Nebendarstellerin. Die konfusen Äußerungen ihrer Figur machen nämlich ihrem Kindergärtner alias Mads Mikkelsen zu unrecht das Leben sehr schwer, wenn die aufgewiegelte Gemeinde ihn als pädophilen Triebtäter ächtet. Als Zuschauer kann man nur hilflos zusehen und vielleicht nebenbei noch gewahren wie wunderbar dieser schockierende Film gemacht ist.
SPOILER! Rückblickend bin ich heilfroh, dass die letzte Szene nicht darin besteht, wie Mikkelsen wieder nach Hause kommt und durch eine versteckte Klappe im tapezierten Keller verschwindet.

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Friedsas

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Bewertung10.0Herausragend

Das Prädikat "Lieblingsfilm" bekommt er nur nicht weil das für mich Filme sind die ich immer wieder anschaue und schauen will und ganz ehrlich: mit einmal schauen bin ich hier mehr als bedient! Das soll nicht heißen das er schlecht ist, im Gegenteil er ist grandios doch er geht sehr an die Nieren! Mir ging er verdammt nah und hat mehr als einmal Gänsehaut verursacht. Harter Tobak, spannend erzählt aber nix für nen netten Abend und ganz sicher nicht für nen 12 jährigen. Beide Enden egal ob das normale oder das alternative sind kein Happy End und es gab mal einen kleinen Moment einen Lichtblick im Film wo man dachte nun geht es wieder bergauf aber Pustekuchen es wird weiter gehasst, sogar verprügelt! Alleine schon das es richtig fies ist das die Antagonistin ein kleines süßes Mädchen ist, ist der Zuschauer dazu verdammt die Wahrheit zu wissen aber trotzdem den ganzen Leidensweg zu sehen.

In diesem Sinne: Grandioser Film mit einem hervorragenden Mads Mikkelsen, mitfühlend, spannend und dramatisch aber alles andere als Familienunterhaltung und leichte Kost...

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MarikBob

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Kann man irgendwo das alternative Ende sehen? Auf der DVD oder so?


Friedsas

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Es ist auf Blu Ray mit dabei ;)



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