Die Jagd

Jagten (2012), DK Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 28.03.2013


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7.6
Kritiker
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8.1
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von Thomas Vinterberg, mit Mads Mikkelsen und Thomas Bo Larsen

In Die Jagd bringt die Behauptung eines kleinen Mädchens eine gesamte Gemeinde gegen Kindergärtner Mads Mikkelsen auf.

Handlung von Die Jagd
Nach der Trennung von seiner Frau arbeitet der 40-jährige Lucas (Mads Mikkelsen) intensiv daran, wieder im Leben Fuß zu fassen. Eine neue Lebensgefährtin und die Beziehung zu seinem Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm) sind für ihn das höchste Gut. Er kann sich in der kleinen dänischen Gemeinde auf seine Freunde verlassen und findet schließlich als Kindergärtner einen neuen Job, der ihn erfüllt. Die Arbeit macht ihm Spaß und auch bei den Kindern ist er sehr beliebt. Vor allem die kleine Klara (Annika Wedderkopp), Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen), fühlt sich sehr hingezogen zu Lucas und sucht stets seine Nähe. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf: Als sich die kleine Klara von Lucas nicht mehr beachtet fühlt, setzt sie eine verheerende Behauptung in die Welt, die das Leben des liebenswürdigen und hilfsbereiten Lucas erschüttert. Er ist fortan als Freiwild zur Jagd freigegeben und muss nun einen erbitterten Kampf um seinen Ruf und seine Würde führen.

Hintergrund & Infos zu Die Jagd
Die Jagd (engl. Titel: The Hunt; dänischer OT: Jagten) wurde auf dem Filmfestival von Cannes 2012 uraufgeführt. Der Film erhielt einen Preis von der ökumenischen Jury und Schauspieler Mads Mikkelsen wurde als bester Darsteller ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2012 wurde Die Jagd gleich in fünf Kategorien nominiert: Bester Film, Beste Regie, Bester Darsteller – Mads Mikkelsen, Drehbuch und Schnitt. Die Drehbuchautoren Tobias Lindholm und Thomas Vinterberg gewannen den Preis für ihr Skript. In den anderen Kategorien ging der Film jedoch leer aus. (DL)

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Kommentare (221) — Film: Die Jagd


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BountyHunter2602

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Bewertung9.0Herausragend

Aus einer Aussage eines kleinen Mädchens verwandelt sich das Leben eines Mannes in die pure Hölle. Pädophilie und sexuelle Misshandlung an Kindern sind 2 wirklich steinharte Themen, die Vinterberg hier hervorragend und sehr authentisch darstellt. Auch Mads Mikkelsen spielt wirklich einwandfrei und man fühlt mit ihm mit. Die Leute denken nicht nach und vertrauen dem Kind ohne auch die andere Seiten zu berücksichtigen. Genau durch dieses Handeln kann der mutmaßliche Täter keinen Schritt vor die Tür setzen, ohne beleidigt und sogar brutal zusammengeschlagen zu werden. Der Film hällt den ein oder anderen Schlag in die Magengrube bereit, bietet aber auch gleichzeitig an bestimmten Stellen ein warmes Gefühl im Bauch.
Insgesamt ist "Die Jagd" ein grandioses Drama, mit einem oscarreifen Mads Mikkelsen, was sehr zum nachdenken anregt und den Zuschauer mit seinem doch überraschenden Ende mit einem baffen Blick zurücklässt. Für den Mainstream Kinogänger vllt. nicht das richtige, aber Drama-Fans kommen voll und ganz auf ihre Kosten!

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Val Vega

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Thomas Vinterberg ist mit seinem Film „Die Jagd“ ein unfassbar guter Film gelungen. Sein Film ist hierbei weniger ein Film über Kindesmissbrauch als eine Kritik an der scheinliberalen Gesellschaft selbst. Mads Mikkelsen, der mit seinem intensiven Schauspiel den Film trägt, wird eines Tages des Kindesmissbrauchsverdächtigt. Die verängstigte Dorfgesellschaft avanciert sofort zu Ankläger, Richter und Vollstrecker. Sie können, oder vielmehr wollen, gar nicht zwischen dem Grauen, das sie sich in ihrer Fantasie ausmalen, und Tatsachen unterscheiden. Da sie den Kindern die Fähigkeit absprechen zu komplexeren Gedankengängen, die über ein simples Nacherzählen von dem was Geschah hinausgehen, und in ihrer Wut, in ihrer Furcht und in ihrem Hass jedes vernünftige Urteilsvermögen verlieren, stoßen sie einen Menschen ohne zu zögern aus, der einst ein so beliebtes Mitglied ihrer Gemeinschaft war. Dabei jedoch stellt sich der Zuschauer immer und immer wieder die Frage, was man selbst in dieser Situation tun würde, auf welcher Seite man den Stünde.
Aufgrund der fesselnden darstellerischen Leistungen von Haupt- und Nebendarstellern, einer perfekt erzählten Geschichte, deren Spannung sich kontinuierlich steigert, der packenden Atmosphäre sowie der Verbundenheit mit dem Protagonisten und ein stetes Interesse an der Entwicklung der Umstände ist Thomas Vinterbergs „Die Jagd“ ein absolut Empfehlenswerten Film, für einen jeden der an Menschen und deren Geschichten interessiert ist. Ein Prachtstück des modernen europäischen/skandinavischen Kinos!

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BenAffenleck

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Ich hoffe es ergibt sich...


BartfaceBottlemessi

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Super Kommi zu einem super Film.


hannibal97

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Die Jagd" ist ein klasse Film. Gerade Mads Mikkelsen überzeugt hier auf ganzer Linie - ich kannte ihn zuvor nur aus Hanibal und hätte nicht gedacht,dass er diese Rolle, die quasi komplett gegensätzlich zu der in Hanibal ist, so authentisch spielen kann! Ein Schwachpunkt ist jedoch das Ende - achtung kleiner Spoiler - wo Lucas Sohn den Jagdschein bekommt und alles wieder "friede freude Eierkuchen" zu sein scheint. Für mich nicht überzeugend, denn aus Lucas Sicht hätte ich den Leuten es nicht so schnell Verziehen; Thematik hin oder her! Ein toller Effekt ist allerdings dieses typisch Skandinavische - viel Sprache und Dialog, was aber musikalisch weitesgehend nicht untermalt wird und somit zur tristen und dramatischen Stimmung beiträgt!

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3D_Brillen_Besitzer

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Bewertung9.0Herausragend

Ein mutiger Film aus dem Dänischen Hause, der zu recht beim Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film nominiert wurde.

Obwohl ich vorab fürchten musste in jeder Einstellung mit Mads Mikkelsen, an „Hannibal“ denken zu müssen war mir der Protagonist Lucas, durchgehend Sympathisch und war so gut gespielt das man einfach den auf ihn Lastenden druck mitfühlen kann.

Die voreingenommene, ausgeübte Selbstjustiz bei den Bewohnern auf einem ungeklärten Fall und die Reaktion der Eltern geben zu denken sind aber nachvollziehbar und so gruselig glaubwürdig das in jenen Momenten in der sich die Angelegenheit aufs weitere hochschaukelt, man die Hände vor das Gesicht schlägt und sich fragt:
„Wie soll das jetzt noch weiter gehen?... Was hätte ich an seiner stelle getan...?“
Tötende Blicke, Vandalismus, Seelische und Körperliche Gewalteinwirkungen machen die eigenen vier Wände zu einem Gefängnis, was der Film wirklich Sachlich und nicht zu überzogen darstellt.
Man merkt das die Macher sich viele Gedanken um dieses Thema gemacht haben und ist für mich deshalb, Spannend bis zur allerletzten Sekunde.

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Heisenberg1995

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Die Jagd" ist wie ein heftiger Schlag mitten in die Magengegend. Er ist einfach nur hart, brutal und dazu noch verdammt realistisch und Angst einflößend. Der Film wird getragen von einer Stimmung/Atmosphäre die einfach nur unglaublich einschüchternd wirkt. Ich selbst arbeite als Erzieher in einem Kindergarten und danach war mir schon ein wenig flau im Magen. So etwas kann wirklich überall und jedem passieren. Die Geschichte und die Dramatik dieses Films reist einen mit und Mads Mikkelsen spielt die Rolle des Lucas so überragend das man richtig mitfühlt mit dieser auf einen Schlag einsamen und verachteten Seele. Mein Held in dem Film ist eindeutig dessen Sohn, der sich für seinen Vater so einsetzt das man nur staunen kann. Was die Dänen mit diesem Film auf die Beine gestellt haben ist absolute Spitzenklasse. Das Ende berührt einen und zieht einen anschließend direkt wieder den Boden unter den Füßen weg."Die Jagd" gehört zu den intensivsten und spannendsten Filmen die ich jemals bestaunen durfte. Auch dank dieser Thematik, welche so eiskalt dargestellt wird wie sie auch häufig sein kann. Kinder sind leicht beeinflussbar, das bekomme ich fast täglich auf der Arbeit mit. Dieser Film zeigt das einfach auf eine erschreckende Art und Weise. Das Leben eines sympathischen, frisch verliebten, jedoch in der Ehe und im Umgang mit dem Sohn gescheiterten Mann wird auf einen Schlag zerstört und daraus ensteht eine Jagd, die Jagd nach der Wahrheit, nach dem Menschlichem was hoffentlich noch in jedem von uns stecken mag.

Einfach ein knüppelharter Streifen der einen auf die Gemüter schlägt wie kaum ein Zweiter. 10/10, welcome in my LF List

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mar (-ion-)

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Bewertung6.5Ganz gut

von mir gibts keine zwei extrapunkte für das sozialkritische thema.
der kleinen hätte ich so den arsch voll gehauen, dass sie geglaubt hätte es wäre weihnachten!

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TerminatorCHRIS

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein typisches Beispiel wie man aus einer Mücke einen Elefanten macht.(Vkgm.03.04.13)

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MetalFan92

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich muss sagen die Dänen trauen sich was.

Es ist wirklich unfassbar wie durch ein einziges Missverständnis ein ganzes Leben zerstört werden kann. Super Darstellung von Mads Mikkelsen, mit dem man wirklich mitleidet.
Natürlich sollte man dieses Thema ernst nehmen und jeden Anschuldigungen nachgehen. Trotzdem kennen wir, die Zuschauer, die Wahrheit und es ist einfach nur unfair, wie Lucas in die Scheiße geritten wird.

Was mich trotzdem noch ein wenig wundert ... wie soll ich bitte das Ende interpretieren ?
Kann mir da jemand weiterhelfen ?

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sachsenkrieger

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Schön, das er dir gefallen hat. Das Ende der Jagd kann man verschieden interpretieren. Lucas ist zwar offiziell von den Anschuldigungen befreit worden, aber der Makel wird für immer bleiben. Sein Leben wird nie wieder das alte werden. Der finale Warnschuss soll ihm wohl klarmachen, das es jemanden/mehrere/eine Gruppe gibt, die nichts geben auf Urteile und offensichtliche Unschuld. Sie signalisieren ihm, das er doch besser verschwindet, das er beobachtet wird, das die Jagd nicht zu Ende ist.
Wie oft musste ich in meiner Bekanntschaft von grundsätzlich friedlichen Menschen hören, das man Kinderschänder aufhängen, zerhacken oder vergasen sollte. Wie weit würden auch diese Menschen gehen beim geringsten Verdacht? Das lässt mich wieder ein wenig gruseln vor der menschlichen Natur.


MetalFan92

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Einleuchtend, vielen dank :)


TheNumber

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Bewertung9.5Herausragend

Der Film lässt einen während des Schauens fassungslos, dass so was so leicht passieren kann, ohne dabei jemals unplausibel zu werden. Während der titelgebenden Jagd schafft der Film eine so dichte Atmosphäre, dass echt mit (dem fantastisch aufgelegten) Mads Mikkelsen mitleidet, den Druck auch spürt und auch seine Wut auf die anderen Dortbewohner teilt; 2 Stunden Höchstspannung, nach denen man erst mal durchatmen muss. Absoluter Anschaubefehl!

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Ben Kenobi

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Ich hoffe, ich kriege irgendwann endlich die Gelegenheit. Alle Welt macht mir den Mund wässrig über den Film...


deevaudee

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich hätte der Klara erstmal ein paar Taschentücher gereicht. Furchtbar wie eindeutig Zeichen des Lügen mal geschwind wegignoriert werden.
Auch manch Handlung und vorhersehbares RTL Nachmittagsprogramm Personen verhalten, war für meinen Geschmack sehr sehr schwach. Klar ist es schwer sich hinein zu versetzen, wie man sich mit solchen Anschuldigungen verhalten würde. Aber die Vorhersehbarkeit der gefühlten Schildbürger Abhandlungen, tun einfach weh.

Aber sonst, ist der Film von dem Emotionen her, sehr sehr gut gedreht, und von den Darstellern ebenso umgesetzt worden. Mikkelsens Filmsohn bringt besonders frischen Wind und der Film nimmt etwas mehr fahrt auf. Leider bleibt wenig Zeit in so einen Film, um es noch Umfangreicher und intensiver darzustellen. Denn die Thematik ist wirklich eine sensible Angelegenheit. Doch wenn sich Erwachsene so naiv verhalten, und ohne Hinterfragen oder Gegenüberstellung einfach ein Urteil fällen, ohne jeglichen Beweis zu erbringen das das Gegenteil der Fall ist, sorry für so viel Blödheit hab ich kein Verständnis. Das dann alle im Ort einen Buhmann haben, auf den der Freibrief zum prügeln und sonst was drauf steht, dann stimmt mit den anderen genauso wenig was.

Allerdings ist das Drehbuchrealität. Und die handhabt es eben so, das zu viele Irrationale Verhaltensmuster an den Tag gelegt werden. Denn so nimmt der Film eine zu Einseitige Entwicklung. Aber wenn einer allein gegen eine ganze Meute zu kämpfen hat, ist es wie mit David und Goliath. Das im Filmfinale eine Tat passiert, die den bitteren Nachgeschmack bildet, will lediglich als Aussage dienen, so ein Erlebnis verdaut keiner, und schwebt ewig wie ein Damokles Schwert über den Köpfen aller Beteiligten.

Die Schauspielerische Leistung ist wirklich gut, es wird sehr Eindringlich und mit der nötigen Effektivität vorgetragen. Die Thematik gefällt mir. Doch ich kenn reichlich kleine Mädchen, denen ich nicht sofort blindlinks glauben würde. Dazu kennt man seine Pappenheimer.
Und Mikkelsen solle als Filmcharakter schleunigst sich ein neues Hobby suchen. Denn auf die Jagd gehen, nun ja, ich sage einfach, ist nicht gerade die idealste Beschäftigung.
Trotzdem ist der Film sehenswert.

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bugsb

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Bewertung6.5Ganz gut

Zuerst: Ich finde 'Die Jagd' kein schlechter Film. Mads Mikkelsen ist auch ein sehr guter Schauspieler.

Missbrauch ist ein schwieriges Thema, der Vorwurf alleine schon eine Katastrophe. Fälle wie Edathy, Michael Jackson aber auch Kachelmann zeigen wie nur der Verdacht reicht um gesellschaftlich im Abseits zu landen. Diesen Film zeigt auf eine ruhige Art, ohne Sensationsgier, wie es einem Menschen ergehen kann der diese Anschuldigungen ausgesetzt ist. Klar berührt das, und der Film fesselt dann auch. Ich finde das das allerdings eher durch der Thematik stattfindet, als durch die Art wie diese behandelt wird.

(Könnte Spoiler enthalten)
Aber: Ich finde in den Film fehlt es an eine richtige auseinandersetung zwischen den (zu unrecht) Beschuldigter und der Aussenwelt. Seltsam diese gelassenheit womit Lucas die Vorwürfe entgegen nimmt. Und obwohl es eine klare Anleitung gab, warum Klara diese in die Welt gebracht hat, verteidigt er sich kaum. Auch der Freund, den ihm zuerst freundlich empfangt, obwohl der Vorwürf bekannt ist, schlägt dann auf ein mal zu. Die Grethe, die die schwierige Aufgabe hat, die Vorwürfe nach zu gehen, macht grobe Fehler, aber auch dort gibt es keine Klärung. Der Tot des Hundes wird einfach hingenommen. Vieles passiert ausserhalb unser Blicke und bleibt damit unklar.

Das Klara Lucas unbeschwert aufsucht, ich denke eine klare Indice für seinen Unschuld, wird ausser acht gelassen. Auch das das Mädchen immer wieder sagt sie hat sich was ausgedacht, wird gar nicht gehört.
Am Ende redet Klara im schlaf, was dazu führt das ihr Vater doch noch glaubt das sein bester Freund unschuldig ist.

Das offene Ende fand ich als Metapher schön, als Filmende unbefriedigend. Durch den Zeitsprung fehlt mir hier auch die Auseinandersetzung. Wäre interessant zu sehen wie man so ein Phase überwinnt, wie man mit der Schuld der Aussenwelt umgeht.

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Zanto92

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Bewertung9.0Herausragend

Beklemmend, Gemein, Unfair, Verstörend, Eiskalt und Genial
Mehr muss man nicht sagen um diesen Film zu beschreiben ich hatte sehr hohe Erwartungen und sie wurden erfüllt!
Mads Mikkelsen spielt grandios darf man nicht verpassen.

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Knach

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Bewertung9.0Herausragend

Es gebührt schon einigen Respekt ein solch schweres Thema zu verfilmen. Groß ist die Gefahr sich in Plumpheit oder zu viel Anspruch zu verlieren. Thomas Vinterberg hingegen findet genau den richtigen Ton.

Der Kindergärtner Lucas muss sich eines Tages mit einem schweren Vorwurf ihm gegenüber auseinandersetzen. Die fünfjährige Tochter seines besten Freundes offenbart ihrer Kindergärtnerin (und damit Lucas Vorgesetzter) er habe sie sexuell missbraucht. Schlagartig ist für Lucas nichts mehr wie es war. Ehemalige Freunde sehen ihn nun als Schwerverbrecher und eine Spirale voller Missverständnisse und Gewalt beginnt.

Der Film zeigt die Handlung fast komplett aus der Sicht von Lucas, von dem markanten Mads Mikkelsen genial verkörpert. Für den Zuschauer ist jederzeit klar, dass die Vorwürfe unbegründet sind und wie sie überhaupt zu Stande gekommen sind. Trotzdem muss man hilflos mit ansehen wie Lucas leben zerbricht. Das Drama wird dabei von sehr schönen und realistischen Bildern eines herbstlichen, dänischen Dorfes getragen. Ausstattung und Location wirken stimmig. Die Schauspieler agieren ausnahmslos nahezu perfekt (und hier muss man die sehr jungen Jungschauspieler einschließen).

Je länger die Handlung voranschreitet und je mehr Unrecht Lucas geschieht, um so mehr erkennt man den wütenden Dorf-Mob und die ehemaligen Freunde als Antagonisten an. Die größte Stärke des Filmes ist dann genau der Punkt an dem man schockiert zugeben muss, dass man selbst wahrscheinlich nicht anders handeln würde, wenn das eigene Kind solch eine Lüge erzählen würde. Vinterberg tritt uns hier sprichwörtlich mitten ins Gesicht. Es wird für den Zuschauer schwer mit der subtilen Bedrohung klar zu kommen, die man in der Realität wohl selbst mit aufbauen würde.
Die Jagd ist ein atmosphärisch äußerst dichtes und spannendes Drama geworden. Ein außergewöhnlicher Film mit einer außergewöhnlichen Sichtweise auf ein leider zu häufig vorkommendes Verbrechen welches man dennoch nie blind glauben und immer hinterfragen sollte.

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annaberlin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Endlich gesehen. Ein starker Film über Schuldzuweisungen und Sündenböcke, der gegen Ende leider an Glaubwürdigkeit verliert, dafür aber dir ersten 1,5 Stunden wirklich mitreisst. Die Dänen wieder...

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FilmAnhaenger

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Bewertung7.5Sehenswert

Spannend, toll gespielt, wirkt sehr realistisch und lebensnah -ein auf seine eigene, nicht-amerikanische Art, starker Film, den man sehen sollte.

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sachsenkrieger

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der wirklich guten Filme zum Thema Kindesmissbrauch mit einem gewohnt starken Mads Mikelsen. Eigentlich ist es gar kein Film über den Missbrauch von Kindern, sondern einer über eine Hetzjagd, die beginnt, wenn es einen Kindesmissbrauchsverdacht gibt. Ich als kinderloser und unverheirateter Mann (beides aus Überzeugung) sehe das Problem sogar noch an anderer Stelle, dort wo es wehtut und wo Emotionen hochkochen.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, wird ein Mann zum Vater, eine Frau zur Mutter und ein Paar zu Eltern "transformiert." Es tritt eine Veränderung ins Leben, die in den meisten Fällen gravierend ist, die Natur legt in den "betroffenen" Personen einen Schalter um, der ihr Denken und Fühlen verändert, außer sie denken und fühlen nicht. Dort setzt der Film an. Er zeigt uns, was passieren kann, wenn auch nur der Verdacht des Missbrauchs besteht. Der gesunde Menschenverstand setzt bei den meisten aus und blinder Aktionismus tritt an den Tag. Niemand kommt auf die ja achso völlig abwegige Idee, das das arme, unschuldige Kind einfach gelogen hat. Herbert Grönemeyer hat es in seinem unsäglichen Kitschsong "Kinder an die Macht" schon gebrüllt:

"Gebt den Kindern das Kommando
Sie berechnen nicht, was sie tun"

Das mag stimmen, aber es wäre fatal, anzunehmen, das Kinder unschuldig seien. Ich selbst könnte aus eigener Erfahrung ein eigenes, kleines Lied über die vorsätzliche Grausamkeit von Kindern singen.

Mal wieder ein ganz starker dänischer Film, der die stetige, unaufhaltsame Entwicklung vom ersten Verdacht bis zur nahezu vollständigen Ausgrenzung des Kindergärtners Lucas zeigt. Freundschaft und Nachbarschaft verwandeln sich in Gruppenwahn und Massenhysterie. Starke Bilder, starke Dialoge führen zu einem ultrastarken Finale. Man wird hoffentlich noch mehr sehen dürfen von Thomas Vinterberg, der schon beim starken Film "Das Fest" Regie führte.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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seniorem

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr beklemmender Streifen, wohl nah an der Realität.
Mads Mikkelsen spielt wie immer sehr überzeugend, man spürt richtig wie er hilflos in diesen Strudel der Verwechslungen versingt.

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AvonBarksdale

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Erschreckend, da sowas gut auch wirklich passieren könnte.
Wurde auch sehr authentisch rübergebracht durch die gute Leistung von Mads Mikkelsen.

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Codebreaker

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Bewertung9.0Herausragend

Was, wenn jeder gegen dich ist?
All die Menschen, die du einst Freunde nanntest sind nun gegen dich.
Dir wird vorgeworfen du hättest etwas Abscheuliches getan,
etwas, wozu du eigentlich gar nicht im Stande bist.
Dir wird nachgesagt du hättest dich an einem Mädchen vergriffen,
was du nie getan hast,
doch niemand glaubt dir!
Du kannst nicht mehr Einkaufen gehen, man geht dir aus dem Weg,
die wird Schreckliches angetan und in der Kirche setzt man sich weg, sobald du dich neben jemanden setzt.
Was dann?
Was, wenn jeder gegen dich ist und du nichts dagegen machen kannst?

Ich hatte mich wirklich sehr auf "Die Jagd" gefreut und das auch zurecht. Dieser Film hat es echt in sich. Er ist beunruhigend, bedrückend, schlimm und ja... man kann schon fast sagen, dass er richtig weh tut. Es ist schmerzhaft dabei zu zusehen, wie sich so ziemlich das gesamte Umfeld von Lucas so langsam von ihm abwendet, weil sie alle glauben, er hätte etwas mit einem kleinen Mädchen gemacht. Wir als Zuschauer wissen, dass es nicht so ist, alle Anderen aber nicht und so müssen wir mit dabei zuschauen, wie er so langsam aus der Gesellschaft ausgegrenzt wird, wie sich langsam wirklich fast ALLE gegen ihn stellen. Man fühlt mit Lucas mit, er tut einem leid, DAS ist das Schmerzhafte, dass er, der Unschuldige, so viel Leid erfahren muss.

Doch, wenn man genau überlegt und sich in die Rolle der Mitbürger hineinversetzt, würde man dann anders handeln? Die Fakten sind, dass er einem KLEINEN Mädchen sein Glied gezeigt haben soll, wer weiß was da vielleicht noch war. Mehr wissen sie nicht, das ist die kalte und bittere Wahrheit. Lucas selbst kann versuchen Alle zu überzeugen, dass er nichts getan hat, aber wer glaubt ihm schon? Wer würde einem Menschen, der so etwas getan haben soll, schon glauben? Als ob er dem einfach zustimmen würde.
Wenn man sich in die Lage der Außenstehenden hineinversetzt, dass ist man schon fast gezwungen sich mit gegen ihn zu stellen, denn irgendwie muss man es ja einfach glauben. Denn in unserer heutigen Welt passiert das leider viel zu oft, weshalb es, so schlimm es auch ist, durchaus vorstellbar ist, dass so etwas wirklich passiert.

Wenn es dann, wie eben hier zum Beispiel, wirklich mal so ist, dass der beschuldigte Täter nichts getan hat, dass alles nur ein riesiges Missverständnis ist, dann passiert folgendes: die Menschen hören auf selbstständig zu denken, die Situation zu hinterfragen, andere Möglichkeiten als wahrscheinlich anzusehen, einfach, weil die gegebene Situation die einfachste ist. Alle gehen mit, also muss es stimmen. Die Masse hat schon recht, also was solls. Das sie dabei das Leben eines Mannes komplett zerstören, dass ist ihnen egal. Keiner macht sich seine eigenen Gedanken, alle schwimmen nur mit im Strom. Wieder stellt sich aber die Frage, auch wenn man jetzt wahrscheinlich behauptet, dass es nicht so wäre: Würde man selbst anders handeln?
Ein Mann vergreift sich an einem Kind - so etwas passiert tagtäglich, also "muss" es ja immer so sein, da gibt es gar keinen Zweifel.

Generell ist die Behandlung eines solchen Menschen ja schon verständlich, also, wie es hier geschildert wird, aber es ist eben nicht gut, wenn es nicht so ist, wenn es einen Unschuldigen trifft. "Die Jagd" schafft es dieses Szenario packend, authentisch, realistisch und spannend zu präsentieren. Als Zuschauer überlegt man, wie man selbst handeln würde. Man versteht die Seite der Familie und der Bürger, man versteht, dass man sich nun gegen Lucas stellt, man fühlt aber auch mit, weil man selbst weiß, dass er unschuldig ist.

Eine dichte, schmerzhafte, beunruhigende Atmosphäre und Stimmung liegt hier zu Grunde. Der Film lässt einen nicht los, er packt den Menschen da wo es weh tut und lässt ihn die gesamte Laufzeit, SPOILER auch wenn es scheinbar alles vorbei ist, nämlich einem Jahr nachdem alles wieder gut ist und der Schuss ertönt SPOILER, nicht los.

Von Mads Mikkelsen habe ich schon viel gehört, allerdings ihn selbst noch nie so wirklich gesehen. Ich bin beeindruckt. Er ist so präsent, so einnehmen, so ruhig, die gesamte Zeit. Man fühlt wirklich mit ihm mit, denn er spielt das alles, diese Situation in der er ist, so realistisch, so, als würde er wirklich betroffen sein. Aber auch der restliche Cast ist beeindruckend, nie hatte ich wirklich das Gefühl da Schauspieler zu sehen, sondern immer echte Menschen.

"Die Jagd" ist also ein wirklich fesselnder, beunruhigender, genialer Film, der mich zutiefst beeindruckt hat. Teilweise hat er mich wirklich so eingenommen, dass ich alles um mich herum vergessen habe und wirklich in der Szene drin war und das passiert nicht oft. Ich freue mich jetzt schon drauf ihn wieder zu sehen, eine Empfehlung für jeden, sollte man unbedingt gesehen haben! In der Tat, einer der besten Filme aus 2013!

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Codebreaker

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Ging mir auch so, richtig viel wusste ich vorher nicht, glaube irgendwann mal ein Trailer gesehen und hier und da zwei Meinungen etwas genauer aufgeschnappt, ansonsten wusste ich quasi nur, dass er sehr gut sein soll. War also auch ganz gut, da nicht viel mehr zu wissen.


BenAffenleck

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Bei Filmen ist vorm ersten sehen Unwissenheit meistens ein Segen!


bonjovi84

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Bewertung9.0Herausragend

das ist eindeutig der beste film, den ich bisher in diesem jahr 2014 gesehen habe!
schwieriges Thema, unglaublich realitätsnah dargestellt.
die krassen und ungerechtfertigten reaktionen der stadtbewohner sind nahezu immer wieder nachvollziehbar, denn wenn man die "geschichte" erstmal für wahrhaftig hält, ist der beschuldigte eben das schwarze schaf der gemeinde. und wer mehrere kinder missbraucht, wird möglicherweise mit diesen Reaktionen rechnen müssen. wie würde ich mich fühlen, wenn jmd soetwas meinem Kind antut? ich konnte die Reaktionen der wütenden menschen während des films vollkommen nachvollziehen. aber dennoch waren sie falsch. sie nahmen einem unschuldigen menschen seine würde.

im zweifel für den angeklagten heißt es im Gerichtssaal. in dubio pro reo... diese regel gilt aber nicht für die gesamte gesellschaft.

dieser film war bis zur letzten sekunde großartig! mads mikkelsen hatte eine oscarreife darstellung abgegeben. ein sehr starkes Drama, mit einem starken ende!

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