Fahrraddiebe

Ladri di biciclette (1948), IT Laufzeit 93 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 24.08.1951

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8.0
Kritiker
23 Bewertungen
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6.3
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1547 Bewertungen
29 Kommentare
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von Vittorio De Sica, mit Lamberto Maggiorani und Enzo Staiola

Dem arbeitslosen Antonio wird das Fahrrad gestohlen, das er benötigt, um am nächsten Morgen seine neue Arbeit als Plakatkleber antreten zu können. Zusammen mit seinem Sohn Bruno durchstreift er Rom auf der Jagd nach dem Dieb, den die beiden mehrmals zu Gesicht bekommen. Als sie ihn schließlich stellen, gelingt es ihnen nicht zu beweisen, dass das Fahrrad eigentlich ihnen gehört. Aus Verzweiflung beschließt Antonio, selbst ein Fahrrad zu stehlen, stellt sich aber so ungeschickt an, dass er dabei erwischt und vor den Augen seines Sohnes verprügelt wird.

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Fahrraddiebe

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.5Herausragend

Antonio stiehlt ein Fahrrad, doch er wägt ab und verhilft dieser ungeschönten Moralstudie zu ihrem Recht. Wie die meisten Menschen biegt er sich die moralischen Positionen für sich selbst zurecht, denn in diesem Fall geht es um die Zukunft seiner Familie, die das Entwenden eines Fahrrades rechtfertigen würde. Schließlich würde Antonio das Fahrrad aus einem gewichtigeren Grund stehlen, als der Dieb seines Gefährts. „Fahrraddiebe“ ist eine psychologische Studie. Emotional, spannend, aufwühlend, realistisch, deprimierend, intensiv und stets ehrlich.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.0Herausragend

Regisseur Vittorio De Sica setzt das Elend und die Verzweiflung der verarmten Bevölkerung von Rom treffend in Bilder um. Wesentlichen Anteil an der Wirkung des berührenden Dramas sind aber auch die beiden Hauptdarsteller.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (27) — Film: Fahrraddiebe


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alex023

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

»Man lebt und man leidet«

Liegt das nur an mir oder haben alte Filme immer so einen besonderen Charme? Genau erklären kann ich es nicht, aber einfach nur jede Szene hier hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert…natürlich habe ich auch mitgelitten und –gefiebert teilweise, der überwiegende Teil bestand aber aus purer Glückseligkeit über das, was gerade über die Mattscheibe flimmerte. Diese Ausstrahlung, diese Optik…eins muss man Regisseur Vittorio de Sica ja lassen: in einer solchen Zeit, mit einer Reihe von Laiendarstellern aus einer solch simplen Geschichte etwas so großes zu machen, das grenzt schon fast an Magie. Und magisch ist es auch, wenn der kleine Bruno zu seinem Vater aufblickt und man seine ganze Sehnsucht wahrhaftig sehen kann. Es heißt ja immer, dass die „Augen das Fenster zur Seele“ sind. Das ist mir hierbei immer eingefallen.
Denn »Ladri di biciclette« thematisiert eine Menge grundsätzlicher Dinge in seiner beschaulichen Einfachheit und Form. Da wäre zum einen das Offensichtliche, wie der Beraubte zum Dieb wird, tragisch und schicksalhaft geschildert, verdeutlicht durch den emotionalen Ausbruch des kleinen Brunos. Wir fühlen mit ihm, wenn die Tränen seine Wangen hinunterrollen. Die gesamte Existenzgrundlage – das war in der damaligen Zeit ohnehin nicht besonders viel (Nachkriegszeit und so) – wird hier bloß auf das Fahrrad projiziert und dessen Verlust stellt den Verlust jener dar. Und dies bringt den Vater, Antonio, so weit, dass er genau das tut, weshalb er selbst in dieser Lage steckt. Eine unglaubliche Tragödie. Ist das so etwas wie eine menschliche Parabel? Ein Zeichen an alle, die in einer schlimmen Lage stecken (im Jahre 1948 nicht von der Hand zu weisen), nicht aufzustecken und an dem, woran man glaubt, festzuhalten? Ein Appell an den Menschen, an die Moral überhaupt. Zum anderen ist da aber auch die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn, die einigen harten Prüfungen unterzogen wird. Schlussendlich finden sie dann doch zusammen und gerade durch Brunos Hilfe, welcher zuvor für den Vater oft bloß im Weg stand, entkommen sie einem noch größeren Unglück. Was uns das wohl wieder sagen soll…Der Film ist wie eine Pubertät für Bruno, vorher sah er seinen Vater vielleicht als eine Art Gott und nun erkennt er ihn erstmals als ganz normalen Menschen, mit seinen eigenen Fehlern und Ängsten.
Die angesprochenen Laienschauspieler lassen das alles dann noch viel authentischer wirken, ja realistischer, was ja durchaus mit der größte Aspekt der Intention im Neorealismus der italienischen Nachkriegszeit war. »Ladri di biciclette« ist tragisch, amüsant, komisch, bedauerlich, wegweisend, stilistisch wertvoll, bewegend, rührend, generell ein fantastisches Stück Film. Von vielen zurecht als Jahrhundertfilm bezeichnet.

[http://planetofpictures.blogspot.com/2013/04/erwachsenwerden-mit-bruno-und-eine.html]

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Kuya

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Bewertung10.0Herausragend

"Es ist wahr, der Diebstahl ist ein Laster: aber der Mensch, der, um sich und die Seinigen vom gegenwärtigen Hungertode zu erretten, auf Raub ausgeht, verdient der Mitleiden oder Strafe? Wer hebt den ersten Stein auf gegen den Ehemann, der im gerechten Zorne sein untreues Weib und ihren nichtswürdigen Verführer aufopfert? Gegen das Mädchen, das in einer wonnevollen Stunde sich in den unaufhaltsamen Freuden der Liebe verliert? Unsere Gesetze selbst, diese kaltblütigen Pedanten, lassen sich rühren und halten ihre Strafe zurück."

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mariega

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Ich bewundere dich wegen deiner Stärken aber ich liebe dich wegen deiner Schwächen."
Das Erwachsenwerden des Jungen Bruno, seine Initiationsreise durch "La Strada" von Rom, eine Theaterkulisse: ein anscheinend "harmloses" Ereignis zieht den Vorhang della Commedia dell' Arte auf ganz große, edle, menschliche Werte wie Vater-Sohnliebe, Liebe, Solidarität, Respekt und Mitleid. Realismus mit maskierter Feerie.

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Stallforce

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

$237 Mio. Budget und das zehnfache eingespielt, große Namen aus Hollywood, SFX, Boooom, Blut, Gut gegen Boese, Leichenteile, blaue Gestalten, die vor boesen Menschen gerettet werden und ein Ring der durch den Zauberwald getragen wird. Ja, das ist alles nicht Fahrraddiebe. Fahrraddiebe ist eines der ehrlichsten Werke, das ich jemals gesehen habe. So traurig wie schoen zugleich. Lange habe ich darauf gewartet mir diesen Film einzuverleiben, doch habe ich immer ein wenig Angst vor diesen sogenannten "Meisterwerken". 'Was wenn ich mich langweile?' 'Was wenn ich ihn nicht verstehe?'. Wahrscheinlich ist es weniger Angst, als Respekt. Diesen Respekt sollte man jedoch vor diesem wunderbaren Werk des Neorealismus von Vittorio De Sica haben. Man taucht in eine Welt, die uns heutzutage groeßtenteils fremd ist, doch wird diese so herausragend durch den Regisseur etabliert, dass man keine Sekunde an der Authentizitaet (ich glaube das Wort ist in jedem zweiten Kommentar zu Fahrraddiebe enthalten, doch passt es einfach wie kein anderes) des Filmes zweifelt. Ein wenig 'La Strada' mit einer Prise 'Rom, offene Stadt' und man hat 'Ladri di biciclette' - welch traumhaftes Stueck Filmgeschichte!

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Andy Dufresne

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Weil MP den Bug (Liken geht in 4 von 10 Fällen nicht) nicht eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeendlich mal entfernt...
Jetzt ging es aber :)


Stallforce

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verrueckt! ;)


Ero Sennin

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Bewertung6.0Ganz gut

Sorry, aber ich kann diese hohen Bewertungen nicht unterstützen. Ja gut, der Film mag in sich logisch sein und die damalige Realität sehr gut darstellen! Ebenso wenig möchte ich die Relevanz des Filmes für darauf folgende Generationen von Filmen abstreiten. Aber nichtsdestotrotz rechtfertigen 85 Minuten pure Langeweile keineswegs eine hohe Bewertung, selbst wenn das Ende dem Film doch noch ein Gesicht verpasst und eine Botschaft vermitteln möchte!
Wenn ich wissen will, wie ungerecht die Welt ist, kann ich auch vor die Tür gehen und dabei noch frische Luft schnappen bzw ein gutes Geschichtsbuch in die Hand nehmen und zeitgleich etwas für die Allgemeinbildung tun!

Die noch gute Bewertung von 6.5 erfolgt lediglich auf Grund der inneren Logik und des tragischen Endes. An und für sich kann man den Anfang sehen und anschließend bis zu den letzten Minuten vorspulen... eventuell wirkt der Film dann weitaus besser, als in der vorgesehen Version

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strangelet

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Es ist selten, dass ein über 60 Jahre alter Film noch so gut funktioniert; normalerweise ändern sich die Sehgewohnheiten zu sehr - das Erzähltempo schläfert moderne Zuschauer ein, manche Elemente der filmischen "Sprache" werden nicht mehr so leicht verstanden, die Qualität hat nachgelassen, und überhaupt kann das Schwarzweiß und dieser scheppernde Ton für uns, die wir besseres gewohnt sind, keine überzeugende Illusion des Dabei-Seins mehr hervorrufen.

"Fahrradiebe" hat diese Probleme genau wie jeder andere alte Film. Dass er trotzdem immer noch ein emotionales Erlebnis ist, liegt daran, dass er sich schon '49 nicht auf technische Brillanz, große Schauspieler oder innovative Regie verlassen hat. Natürlich ist er nicht schlecht gemacht für seine Zeit, aber seine Wirkung entsteht fast komplett aus der Geschichte, die er erzählt. Alles an Filmen kann altern, aber gute Geschichten bleiben ewig jung.

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Markbln

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Genaus so ist es mit den Geschichten


pixie123

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Bewertung4.5Uninteressant

Ich möchte an dieser Stelle mal für all jene eine Lanze brechen, die, so wie ich, durch die Kommentare zu "Fahrraddiebe" gescrollt haben und überrascht waren, mit wievielen Superlativen einige Liebhaber hier um sich werfen.
Ich hätte den Film wahrscheinlich nie gesehen, wenn hier nicht so euphorisch gejubelt werden würde - und das wäre auch besser so gewesen: Ich habe mich fürchterlich gelangweilt und dabei immer wieder gefragt, was denn an "Fahrraddiebe" nun so meisterhaft sein soll?
Ich lasse mir in Filmen gerne erzählen, dass die Welt schlecht ist. Aber wenn, dann bitte auch so, dass emotional etwas ankommt. "Fahrraddiebe" konnte mich in keiner Hinsicht berühren und ist ungefähr so reizvoll wie ein Riegel Puffreis.

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pixie123

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Nein, Popcornkino muss es auch nicht sein. Ich vermute, dass ich ein Problem mit dem Genre hab - über das ich hier erstmalig gestolpert bin! Beim Neorealismus muss man die politischen Hintergründe in den Kontext stellen. So gesehen, möchte ich "Fahrraddiebe" seine Relevanz nicht absprechen. Aber diesen Wert konnte ich beim Ansehen nicht als solchen schätzen. Die Story ist mir zu melodramatisch und der Vater ein Jammerlappen. Das muss doch besser gehen!?


Markbln

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Es kommt drauf an, man muss den Film tatasächlich im politischen und zeitlichen Kontext sehen. Er ist direkt im Nachkrigsitalien gedreht worden, zum größten Teil mit Laiendarstellern. Der Wert eines Rades ist vielleicht heute in einer Zeit, wo jedes Jahr ein neues iPhone her muss, nicht nachzuvollziehen. Für Antonio ist es die Lebensgrundlage.
Die Art des Films, seine ungeheure Authentizität und Schnörgellosigkeit und der damit entstehende Neorealsimus, war etwas völlig Neues, hat die Filmwelt revolutioniert und war ein Wegbereiter für zB. Dokufiktion wie sie heute so populär ist.


mikadoapache

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Bewertung7.0Sehenswert

spätestens mit fahrraddiebe war klar, das der neorealismus und de sica in mir keinen anhänger haben - gleiches passierte dann auch mit umberto D. und rom offene stadt etc, kein humor, keine selbstironie, 100% pessimismus, sowas landet bei mir nich ganz vorn - ich weis um die wichtigkeit und wert dieser filme, aber für netten film bzw. dvd-abend landet ziehe ich fellini jederzeit vor

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SKURRIL

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Bewertung9.0Herausragend

Unglaublich zeitloser und wichtiger Film. So ist das Leben - nicht anders!

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Mac_C_Tiro

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Vittorio de Sica gelingt hier mit einfachsten Mitteln und Laiendarstellern das was die Dramenfabrik Hollywood heutzutage fast ausschließlich erfolglos versucht, einen Film zu drehen der derart direkt und realistisch rüberkommt das es weh tut. Nichts wirkt in der einfachen und herzzereißenden Geschichte gekünstelt oder kitschig, das Gesicht der Armut wird unbeschönt und die Zwänge eines Daseins in beinaher Mittellosigkeit völlig unpathetisch dargestellt. Als ich ihn mit Anfang 20 das erste mal sah war das der erste Film bei dem ich weinen mußte... Definitiv einer der besten Filme aller Zeiten!

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Brentano

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Bewertung9.0Herausragend

Ich lese hier nur dem Film angemessene, hohe Bewertungen für dieses kleine Meisterwerk und frage mich wo die 6,1 "Durchschnitt" in der Bewertung der "community" herkommen könnten,..?

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Sepf

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Das frage ich mich auch. Bewertungen < 9 sind nicht akzeptabel. :)


hollygolightly1

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Bewertung9.5Herausragend

Kaum zu glauben, was für ein überaus grandioses und überzeugendes Werk Vittorio de Sica mit einem hauptsächlich aus Laiendarstellern bestehenden Cast gelungen ist. "Ladri di biciclette" ist berührend, gefühlvoll und hervorragend besetzt. Das Geheimnis des Films liegt in seiner Bescheidenheit und Offenheit, die für jenen italienischen Neorealismus charakteristisch sind. Der Klassiker, der den Alltag im Italien der Nachkriegszeit sehr authentisch, originell und eindrucksvoll widerspiegelt, schafft es, den Zuschauer mit wenigen, jedoch effektiven Mitteln zu erreichen. Ein Fahrrad als Motiv und Gegenstand wurde nie geschickter in einen Film verpackt und fand einen derartig bedeutungsvollen Platz. Die Geschichte vom arbeitslosen Mann, dem das Fahrrad gestohlen wird und der anschließend selbst zum Dieb wird, wirkt dermaßen echt und feinfühlig, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als sich mitreißen zu lassen. Nicht nur die Vater-Sohn-Beziehung, sondern auch die Probleme und der trostlose Alltag, mit denen die Menschen zu kämpfen haben, ergreifen den Zuschauer. "Ladri di biciclette" ist ein kleiner, aber weitaus mehr als feiner Film, der zu Herzen geht und zu Recht hohes Ansehen genießt. Ganz großes Kino!

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Iamthesword

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Kratzt? Der ist aus dem Stand drüber gehüpft!


Sepf

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Vielleicht schafft er's bei einer erneuten Sichtung.


Markbln

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Citizen Kane? Pfff. Das hier ist der beste Film der Welt.
Basta!

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Markbln

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Eine Zumutung. Das ist die Zeit für Eisenbahnstrecken, aber nicht für Filmkunst wie FAHRRADDIEBE. Schlimm.


nerdkiller

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Ja, aber man nimmt was man kann...


Mrs.Yellow

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr emotionales Meisterwerk über Probleme der Nachkriegseit und das Elend, das einem mit jeder einzelnen Szene näher geht. Ein ehrlicher Mann, der sein letztes Geld gibt um einen Job zu finden, damit er seine Familie gut durch diese trostlose Zeit bringen kann, wird zum Dieb, weil er selber bestohlen worde. Ein Teufelskreislauf, der in solch einer Krise nur schwer zu durchbrechen ist. Mit ihm sein Sohn, ein wirklich wirklich süßer Junge, der mit seinem Vater nur ein Ziel verfolgt, ein Ziel das heute schon fast lächerlich klingt:
Ein Fahrrad.
Ein ehrlicher, zeitloser Klassiker mit einer beeindruckenden Atmosphäre, die jeder Person mit einem Herz nahe gehen müsste.

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ElMagico

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Meine erster Berührungspunkt mit dem Neorealistischen Film? Ich weiss es nicht...aber es ist ja doch nur ein Wort. Was "Ladri di biciclette" aber auszudrücken vermag ist mit wenigen Worten kaum zu schaffen, denn eben jener Realismus macht es einem doch sehr schwer ein eindeutiges Gefühl hervorzuheben.
"Ladri di biciclette" nimmt einen in Windeseile gefangen, geht seine Geschichte forsch an und spielt auch immer wieder mit den Emotionen und Erwartungen des Zuschauers. Besonders schön ist hier, wie er Zuneigung für die Familie Ricci erweckt, dann aber schnell damit beginnt mit dieser Zuneigung des Zuschauers zu jonglieren. Aufgrund des Filmtitels weiss man ja, dass nichts gutes kommen wird. Man ist aber tatsächlich jedesmal ziemlich nervös, wenn Antonio sein Fahrrad stehen lässt. Schon in den ersten Minuten lässt der Film diese Angst zu unserer werden.
Nachdem das unvermeidlich passiert, entwickelt sich die Suche nach dem Fahrrad zu einer Odysee für Vater und Sohn. Auf ihrem Irrweg durchs Rom der Nachkriegszeit geraden sie an allerlei Menschen. Böse wie Gute, Ehrliche und Falsche. Vordergründig...denn eigentlich gibt es nur eine Unterscheidung: Reiche und Arme. Und "Ladri di biciclette" ist ein Film über die Armen, die Verlierer der Nachkriegszeit, unter welchen die Grenzen zwischen Gut und Schlecht verschwimmen. Hier geht es nicht um Verbrechen, nicht darum einem anderen zu schaden...diesen Menschen geht es allein darum am übernächsten Tag noch zu Leben. Und im besten Falle diesen winzig kleinen Traum aufrecht zu erhalten.
"Ladri di biciclette" beobachtet meist und urteilt kaum, trotzdem wohnt ihm eine zutiefst menschliche Botschaft inne. Auch wenn diese am Ende nicht wirklich in eine Richtung zeigt. Für mich aber war Antonio gar kein so grosser Verlierer, denn so sozialkritisch der Film auch sein mag, in seinem Herzen ist er doch romantisch...und hier ist Antonio ein Gewinner.
Inszenatorisch verblüffend spritzig umgesetzt, schafft Regisseur Vittorio de Sica es ein authentisches Bild Roms nach dem Krieg zu zeigen. Dabei schafft er es seinen realistischen Bildern, die das rege Treiben auf den Strassen vorzüglich einfangen, doch immer wieder mit einer versöhnlichen Note zu versehen. Es scheint als wolle er einem etwas Zeigen, nicht etwas unbedingt schönes...aber er will einen damit nicht niederschlagen, nicht deprimieren und auch niemanden etwas vorhalten. Behutsam will er einem die Augen öffnen, für Menschen die man sonst nicht sieht und deren Probleme schon erst gar nicht....und das ist ihm hervorragend gelungen.

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David "Noodles" Aaronson

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Boah. Die letzten beiden Sätze sind wirklich traumhaft.


ElMagico

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oh...danke schön :)


Tom Blues

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Film riecht fast noch nach klassischem alten Stummfilm, waehre da nicht dieser wunderbare Satz: "Es jammert mich, dass ich es Dir sagen muss: 'Du bist haesslich!'".

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Mrs.Yellow

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Die Szene ist genial :D


hoffman587

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Bewertung9.0Herausragend

Ladri di biciclette

Die Nachkriegszeit in Italien, die Stunde des italienischen Neorealismus, aus heutiger Sicht das Betrachten einer vielleicht vollkommen anderen Welt, einer Welt bzw. einer Zeit geprägt von Armut und Kriminalität, das alles für das Überleben in dieser Welt. Einer der zentralen Werke des Neorealismus: "Fahrraddiebe" von Vittorio de Sica aus dem Jahre 1948 nach dem Roman von Luigi Bartolini, für den De Sica höchstwahrscheinlich auch auf eigene Erfahrungen zurückgriff.

Die Grundgeschichte, dabei simpel, vielleicht aus unser heutigen Sicht regelrecht banal, doch diese zeigt in ihrer ganzen Simplizität die Realität, nicht mehr und nicht weniger, so erzielt diese selbst heute noch ihre Wirkung, eine bedrückende Realität, in der ein Diebstahl keinen Wert mehr hat, fast zur Tagesordnung gehört. Wo findet man Gerechtigkeit? Es gibt sie nicht. Jeder kämpft für sich und stirbt für sich. Und doch will jeder nur eins: Überleben. Und in einer Welt wo ein Fahrrad für Überleben stehen könnte, für Arbeit und somit für Glück und Hoffnung (symbolisch gesehen). In einer harten und bitteren Zeit: Italien, Ende der 40er Jahre. Endlich nach langer Arbeitslosigkeit findet Antonio Arbeit als Plakatkleber, dafür aber von Nöten wäre ein Fahrrad, so tauscht seine Frau die letzten Bettlacken für das Fahrrad beim Pfandleiher. Doch das Glück wärt nur kurz, den dieses wird wieder kurze Zeit danach gestohlen, verzweifelt versucht Antonio, gemeinsam mit seinem kleinen Sohn, den Dieb ausfindig zu machen. Wer sucht, der findet, doch kann Antonio ihm letztendlich nichts nachweisen. Nun bleibt ihm kein anderer Ausweg mehr, er tut es immerhin für seine Familie, um das Überleben zu sichern, getrieben von seinen Gefühlen und der Existenzangst, es gibt wahrscheinlich nur einen Weg....er musst selbst zum Fahrraddieb werden...

De Sica zeigt dies auf eine bedrückende bzw. ernüchternde Art und Weise, er zeigt die kalte und herzlose Realität, ungeschminkt und ungeschönt. Sozialkritisch von ihm angehaucht und vielleicht am Wichtigsten glaubwürdig. Diese besondere "Authentizität" gewinnt der Film zudem noch einmal durch die Tatsache, dass De Sica einmal größtenteils auf offener Straße drehen ließ und an Originalschauplätzen und höchstwahrscheinlich, dass er weiterhin auf Laiendarsteller setzte, denn was könnte in der Hinsicht glaubwürdiger sein? In jedem Fall liefern diese, jeder für sich, eine phänomenale Leistung ab, besonders Lamberto Maggionari und Enzo Staiola wissen in den Hauptrollen des besorgten und verzweifelten Vaters und des Sohnes, zwischen denen sich im Laufe der Geschichte immer mehr eine echte Bindung und Freundschaft zueinander entwickelt, zu glänzen. Diese Intensität fasziniert und zieht einen in den Bann dieses Film, den ich mich stets nie entreißen konnte. Eine Palette von verschiedenen Gefühlen werden abgerufen, jedes Mal aufs neue faszinierend. Insofern auch ein zutiefst menschliches Werk.
Meisterhaft bebildert, erschaffen gerade diese Originalschauplätze, eine Glaubwürdigkeit und Atmosphäre, die atemberaubender und bedrückender nicht sein könnten, sodass es an sich einfach lebendig wirkt, purer Realismus, einmalig die eingefangenen Bilder der tristen und trostlosen Straßen.

Dabei wurden auch die Charaktere faszinierend gehandhabt, De Sica zeigt insofern, dass jeder zum Kriminellen werden kann, obgleich der Eine oder der Andere und jenseits von irgendwelchen Schwarz-Weiß-Zeichnungen, jeder urteilt für sich selbst. Sensibel und sehr präzise zeichnet er hierbei seine verschiedenen Figuren. Und stellt besonders die Vater-und-Sohn-Geschichte noch als wichtigen Aspekt der Geschichte dar, wie sie sich durch diese Suche bzw. Odyssee nach dem Fahrrad (dem Symbol für Hoffnung) näher kommen. Intensiv beleuchtet und letztendlich ist man doch ergriffen bzw. emotional berührt vom Ganzen und ja besonders vom Schluss.
Dazu noch untermalt vom großartigen Score von Alessandro Cicognini, perfekt gemacht und dramatisch wie auch tragisch-bewegend komponiert, stimmig und passend eingesetzt, insofern auch packend. Einfach grandios.

Abschließend möchte ich dann nur noch sagen, dass "Fahrraddiebe" einen wichtigen und für mich auch zeitlosen Vertreter des italienischen Neorealismus darstellt. Ein bedeutendes wie auch herausragendes Werk, dass die Nachkriegzeit brillant und bedrückend porträtiert.

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Filmkenner77

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Sehr schön geschrieben. Großartig!


hoffman587

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@filmkenner: Grazie Mille!:)


neenchen

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Bewertung6.5Ganz gut

Der Film zeigt einen realistischen Einblick in die Verhältnisse und die Lebensqualität der Italiener nach dem zweiten Weltkrieg. Die scheinbar aussichtslose Suche nach dem gestohlenen Fahrrad ist vor allem wegen den vielfältigen Eindrücken, die man von der Stadt und den Menschen gewinnt, interessant. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn, der sich aktiv an der Suche beteiligt, bleibt unverkitscht und trotzdem herzlich. Das Ende entspricht den realitischen Bedingungen und nutzt traurigerweise oder vielleicht glücklicherweise nicht die Möglichkeit eines Happy Ends, sondern die Möglichkeit zum moralischen Zeigefinger zu greifen.

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swissroland

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Bewertung0.0Hassfilm

Vorhersage für swissroland
Schmerzhaft
0.0
WoW so ne vorhersage hatte ich ja noch nie und....
das beste daran sie stimmt auch noch

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Le Samourai

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Ähm, ja. Womit meine Frage nach der Kopfschmerzen verursachenden Comunity-Durchschnittswertung beantwortet wäre.
Was muss denn mit einem eigentlich alles nicht stimmen, diesen Wahnsinns-Klassiker der Filmgeschichte als "Hassfilm" zu titulieren?!
Unfassbar...


pellekraut007

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Bruno, Antonio... nicht weinen! Ich habe euch gesehen, euch gehört und mit euch überbackenen Käse gegessen und Wein getrunken. Und ich bin mit euch gerannt, mit Seitenstechen und klopfendem Herzen. Ich hab gesucht, bin gestolpert und bis auf die Knochen nass geworden. Ich war so wütend und hätte euch meine letzte Lira gegeben, nur um ein neues Rad zu kaufen. Jetzt geht heim zu Maria und nehmt euch in den Arm... ich schicke euch Geld, meine besten Wünsche und alles Glück der Erde,... jedes Mal, wenn ich euch sehe! Grazie! Beato chi puo dire a se stesso: io ho asciugato una lacrima! Pellino!

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DorisDay

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wirklich anschaulich (;


pellekraut007

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Vorgestern wieder gesehen: ach, wie großartig! Grunz!



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