Fraktus

Fraktus (2012), DE Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Komödie, Musikfilm, Kinostart 08.11.2012

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.1
Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1
Community
313 Bewertungen
34 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Lars Jessen, mit Devid Striesow und Heinz Strunk

Fraktus ist eine deutsche Mockumentary über die Geschichte der gleichnamigen Technoband.

Einst galten Fraktus (gespielt von Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger aka Studio Braun) als die Pioniere des Techno. Doch dann gingen sie getrennte Wege und verloren sich aus den Augen, wozu nicht verarbeitete Querelen ihr Übriges beitrugen.
Nun, nach 25 Jahren, planen sie ihr großes Comeback. Unterstützung erhält die Band dabei von ihrem Manager Roger Dettner (Devid Striesow), der die Band mit einem Trick wieder zusammen gebracht hat.

Hintergrund & Infos zu Fraktus
Die Regie von Fraktus übernahm Lars Jessen, der bereits mit Am Tag als Bobby Ewing starb oder Hochzeitspolka sein Talent für Komödien aus Deutschland bewies. Die Band Fraktus selbst besteht aus Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger, die als Trio namens Studio Braun nicht nur als Pioniere des Telefonstreichs gelten, sondern auch wichtige Größen der Hamburger Kulturszene sind. Während Jacques Palminger vorrangig als Musiker arbeitet, sind Heinz Strunk und Rocko Schamoni nicht nur Mitbetreiber des Goldenen Pudel Clubs in Hamburg, sondern auch erfolgreiche Autoren und Theaterdarsteller. Beide konnten mit Fleisch ist mein Gemüse (Strunk) und Dorfpunks (Schamoni) bereits Adaptionen ihrer Romane ins Kino bringen.

Für die Drehabreiten zu Fraktus war Studio Braun auch auf dem Melt! Festival 2011 zu Gast, um das Comeback-Konzert ihrer fiktiven Band aufzunehmen.

  • 37795279001_1910476323001_th-5080465faff2b0e47c0492db-782203291001
  • 37795279001_1910462015001_th-508044ba5150b0e4172dbe89-1592194025001
  • Fraktus
  • Fraktus
  • Fraktus

Mehr Bilder (7) und Videos (10) zu Fraktus


Cast & Crew


Kritiken (7) — Film: Fraktus

Julio Sacchi: Das Manifest

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Kurz vor Ende des Jahres doch noch ein großes Highlight. Die Spitzen in Richtung Musikindustrie sind vielleicht nicht besonders feinsinnig, aber sehr lustig, so wie der ganze Film, der in seinen absurdesten Momenten den Gaga-Humor alter Helge Schneider-Filme in Erinnerung ruft. Strunk, Schamoni und Palminger machen sich herzerfrischend zum Horst - die Szene, in der Alex Christensen dem Fraktus-Sound seine Bumsdiscobehandlung verpaßt, gehört für mich zu den großen Momenten 2012. FRAKTUS ist darüber hinaus nicht nur Parodie auf Filme wie SOME KIND OF MONSTER und ANVIL!, sondern auf erfrischend kenntnisreiche Art auf den Dokumentarfilm als solchen und dessen zweifelhafen Anspruch auf "Echtheit".

Super.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dirk Henninger: Echo Online Dirk Henninger: Echo Online

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Die erfundene Geschichte von Fraktus hätte haargenau so ablaufen können und ist mit akribischer Raffinesse absolut stilecht entworfen worden.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dangro: Critic.de dangro: Critic.de

Kommentar löschen
5.5Geht so

"Die überbordende Liebe zum Detail der Bild- und Grafikdesigner und die mythologisierenden Floskeln der Interviewten, welche die verklärende Scheinheiligkeit der Musikindustrie immer wieder ironisch entlarven, machen den Prolog neben dem witzigen und gut getroffenen Soundtrack von Schamoni und Elektro-Troubadour Erobique zum spaßigsten Teil des Films.
Was dann folgt, ist ein filmisches Zwitterwesen, das nie wirklich zu seiner Form findet."

http://www.critic.de/film/fraktus-das-letzte-kapitel-der-musikgeschichte-4654/

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Gemacht ist das gut, unterhaltsam, für Interessierte lehrreich, zum Teil witzig, vom Zusammenspiel der drei unterschiedlichen Typen her gesehen menschlich äußerst interessant, sehr gut gespielt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Die Mockumentary ist ein beschränktes Subgenre der Komödie, weil sie sich naturgemäß um einen einzigen Witz dreht.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Fraktus ist eine fiktive deutschen Band und die fiktive Dokumentation 'Fraktus' über ihre Wiedervereinigung einer der witzigsten Musikfilme überhaupt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Stefan Weber: Radio Köln Stefan Weber: Radio Köln

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

In manchen Szenen degradieren Schamoni, Strunk und Palminger ihre Charaktere eben leider zu reinen Witzfiguren. So ist diese Mockumentary weder eine liebenswerte Hommage à la Spinal Tap noch überdrehter Klamauk wie die Beatles-Parodie The Rutles - All You Need Is Cash.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (27) — Film: Fraktus


Sortierung

headmusic

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Eine gut funktionierende Satire auf die "Technogemeinde" im allgemeinen und die Musikbranche im speziellen. Wer die einzelnen Protagonisten und/oder Studio Braun mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Für die, die damit nix anfangen können, wird es sicherlich ne harte Nummer damit klar zu kommen. Die Auswahl der Interviewten ist zum Teil echt überraschend (Blixa Bargeld und Steve Blame), überzeugend (H.P. Baxxter und Stephan Remmler), sowie überflüssig weil nicht glaubhaft (Marusha und Peter Illmann). Noch ein paar Worte zu Devid Striesow: Er hat es hier als Schauspielprofi wirklich nicht leicht gegen die drei "Anarchos" anzukommen aber man kann ihm nur ein Kompliment machen. Das er sich für so einen Film hat verpflichten lassen ist zumindest mutig. So...und wenn hier nochmal jemand schreibt, dass Fraktus nicht existiert haben, wird gefesselt und darf sich zur Strafe alle produzierten Sachen von Alex Christensen als Dauerbeschallung reinziehen!!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SalocinRocknRolla

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Studio Braun sind super. Der Film auch. Die gefakten Interviews, die Geschichte, die Musik. Wunderschön.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jek-Hyde

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Fraktus ist wahrlich nicht leicht zu bewerten...ich fange mal mit dem Schlechten an. Als dann schließlich Fraktus sich in "DJ Ötzis" strahlendweißen haus trifft, fängt alles irgendwie an in eine RTL2 "Bildungsfernen Schichten" Sendung XD umzukippen, dies wird eindeutig zu flach aufgebaut, nur damit die Leute sich über die Andersartigkeit der drei Lustig machen könne, als tiefstes Niveau.

Das Gute: Der Dokustiel trifft eindeutig ins Schwarze. An Anfang großartig, wenn ich nicht gewusst hätte, das es Fraktus nicht gibt, hätte ich es glatt abgekauft. und Schließlich das Ende mit dem Konzert ist einfach großartig. Die Songs klingen wirklich wie frisch aus den Kinderschuhen des Techno. Wer die wohl geschrieben hat verdient einen ordentlichen, fetten Preis dafür!
Wie eine Erlogene Band Realität werden kann. Mal wieder ist die Wahrheit wandelbar. Sogar soweit, dass es früher Fraktus nie gab, aber jetzt schon. Eine Band, die nie existierte schafft den Schritt in die Realität und wird zu Fleisch. Einfach eine großartiges Anschauungsmaterial. Sogar so gut, dass es den Tiefpunkt des RTL 2 Niveaus wieder Ausgleich.
Jetzt habe ich irgendwie Bock mal wieder New Order zu hören.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

WarrenAnname

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Palminger, Strunk, Schamoni! Das konnte nur großartig werden und es wurde großartig.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

zmpfl

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

+
Diverse gelungene Gags (Affenkopf) und Wortspielchen
Die 3 Fraktuscharaktere + deren Darstellung (Rocko Schamoni schmerzhaft gut)
Musik + Texte ("Affe sucht Liebe" X))
Extras auf DVD > mehr Material geht nicht !
Idee

-
Diverse nicht ganz so gelungene Gags
teilweise zu krampfhaft/"deutsch"

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Timur Bayraktar

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Weiß man nicht das Fraktus eine fiktive Band ist, wird in dieser brillianten Dokumentation, in der jeder seine Rolle perfekt beherscht, nicht im geringsten ein Verdacht geschürt.
Auch die Interviews mit den Großen der Musikwelt sind täuschend echt und man ist sich nicht im klaren ob sie nciht selbst hinters Licht geführt wurden.
Man vergebe mir den im Anhang angeführten proletarisch und infantil wirkenden Ausruf.
"O O Oeoh!"

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dridge

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Mockumentary in deutsch eben – konfuse Handlung, Gagdichte zu gering, bemühter Humor, passable Schauspieler, triste Optik. 4.0 gibt es trotzdem, weil das Konzept ganz nett ist und ich schon deutlich schlechtere Filme gesehen habe.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Soulja

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ich war beim Auftritt in der Turbine dabei. Legendär.

PS: So lob ich mir deutsche Filme.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Otto Normal

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Trailer mit all den raffinierten Fälschungen waren faszinierend, aber ich hatte Zweifel, ob so was als Langfilm funktioniert. Aber: Es funktionierte! Man sieht soviel abgehalftertes Musikerelend, daß es für einen abgehalfterten Ex-Musiker wie mich eine wahre Freude ist. Für Noch-Nie-Musiker sind einige Gags über das Bizniz bestimmt zu insiderisch, für alle Schon-mal-oder-wenigstens-fast-Musiker-gewesene nur genial. Danke Studio Braun!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

arillo

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Genial, durchtrieben, authentisch.
Mir trotzdem stellenweise zu krass und ich würde mir den nicht nochmal angucken.
Szene die im Gedächtnis bleibt: der schmoddrige Affenkopf. Widerlich.
Fraktus sind immer noch ganz groß. :D

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

uncut123

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

erstmal muss ich sagen ich fand es toll ihn endlich zu shen und der erste teil ist sau lustig zur mitte hin nicht so dolle aber das ende macht wieder laune...ich fand den film gut gemacht...und das soviele bekannte gesichter mitwirken find ich einfach hammer!!!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Bloodmind

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einen "sehr guten" Film, kriegt ihr hier nicht geboten, das kann man glaube ich so stehen lassen.

Aber: Wenn man sich zumindest ein bisschen mit Musikproduktion und/oder der neuen deutschen Welle/den früheren deutschen experimentellem Elektro ausseinandersetzt, ist er wunderbar. Sogar Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) und Alex Christensen (U96) haben ihre Gastauftritte und sie wirken doch sehr passend. Mehr eine Mischung aus Nostalgie und ein bisschen Kritik an moderner "Chart-Musik" als eine eigenständige Story, aber ich hatte sehr viel Spaß. :D

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

rkuehne

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Sie ist schmal, die Grenze zwischen Nonsens und großem Humor und die drei Hamburger tänzeln mal mehr, mal weniger galant auf ihr herum, mal mehr auf der einen, mal mehr auf der anderen Seite. Und so ist Fraktus mal anstrengend und mal zum schießen, aber meist unterhaltsam.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

pramble

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Nur ein paar Witze, endlos wiederholt.
Keine Muehe gegeben, eine plausible Geschichte zu erzaehlen.
Fuer Strunk-Fans, auch enttaeuschend - er spielt gut, aber es gibt keine seiner Humor. Er hat nichts mit dem Drehbuch zu tun.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

homeaffairs

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so viele tränen im kino gelacht habe.....danke fraktus für 20 jahre elektronische musikgeschichte!!!!

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Elman Smithee

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Reicht nicht ganz an This is Spinal Tap (mein Urvater der Mockumentary) heran, aber doch schön absurd. Mein absolutes Highlight: Das Video featuring Fraktus zu Affe sucht Liebe!!! Auch hier ein Verweis auf Spinal Tap (Stonehenge lässt dick grüßen).

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mein Senf

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Das Comedy-Kombinat „Studio Braun" schickt sich an die deutsche Komödie zu retten - mit beachtlichem, aber auch durchwachsenem Ergebnis. Im Stile einer Mockumentary geben sie die Techno-Pioniere „Fraktus" auf Comebacktour. Dabei unterläuft die schauspielerische Leistung sowie die szenische Inszenierung den dokumentarischen Ansatz des Films ein ums andere Mal. Das führt in Summe auch dazu, dass der abseitige Studio-Braun-Humor dem Film letztlich eher im Weg steht als nützt. Was ganz groß hätte werden können, bleibt so immerhin eine teils brachiale, teils feinsinnige, aber jederzeit liebevolle Musik-Komödie mit schön ausgedachten Figuren.

Sie gelten als Urväter des deutschen Technos. Anfang der 1980er-Jahre stand die Elektro-Band „Fraktus" kurz vor ihrem endgültigen kommerziellen Durchbruch, nur um sich dann über Nacht in ungeklärten Umständen aufzulösen. Der ehrgeizige Musikmanager Roger Dettner (David Striesow) sieht das Potenzial und spürt -begleidet von einem Kamerateam- Torsten Bage (Heinz Strunk), Dirk Schubert (Rocko Schamoni) und Bernd Wand (Jaques Palminger) uf. Bei ihrem geplanten Comeback stehen dem Trio nicht nur schmierige Musikmanager und Produzenten, sondern vor allem sich selbst im Wege.

Der Beginn des Films ist gleichzeitig seine größte Stärke und ganz ehrlich- wenn ein Streifen H.P. Baxter von Scooter in der allerersten Einstellung hat, kann er nicht wirklich schlecht sein. Im Stile einer Musik-Doku lässt der Film detailverliebt und pointiert die kurze fiktive Karriere des Trios Anfang der 1980er-Jahre Revue passieren. Vom Gründermythos im Zuge der AKW-Proteste in Brokdorf, über die kurze Phase als Geheimtipp in der Hamburger Musikszene, bis zum künstlerischen Sellout beim Major-Label Ariola Express, der schließlich zur spektakulären Trennung 1983 führt - Die liebevoll gefakten Originalaufnahmen früherer Fraktusauftritte werden virtuos in Zeitdokumenten geschnitten. Komplettiert wird diese Sequenz standesgemäß mit Interviewstatements höchst realer Musikgrößen wie Jan Delay, Dieter Meier (Yello), Blixa Bargeld und dem eingangs erwähnten Hans-Peter Baxter, die -sich selbst spielend- die immense Bedeutung von Fraktus für die Musik und ihre eigene Karriere betonen dürfen. Diesem sehr stilsicheren gut beobachteten und vollkommen überzeugenden Prolog folgt der Sprung in die Gegenwart und der Beginn der Haupthandlung - und damit der tendenziell problematische Teil des Films.

Es entspinnt sich in der Folge eine Film, der sich vor allem nicht richtig entscheiden kann. Komödie oder Satire, Mockumentary oder klassischer Spielfilm. Satirisch genügt sich der Film weitestgehend darin die Musikindustrie als Ansammlung egozentrischer Ausbeuter darzustellen, in der die durch und durch naiven Künstler fast zwangsläufig unter die Räder kommen müssen. Soweit, so wenig Neues. Darüber hinaus wird die Handlung bewusst unterbrochen, wenn der fiktive Regisseur des Films besonders prägnante Momente mehrmals wiederholen lässt, bis sie seinen filmischen Ansprüchen genügen. Diese nette Idee eines satirischen Seitenhiebs auf das Genre der vermeindlich authentischen Spielfilm-Dokumentation wird allerdings zweimal zu oft strapaziert und spätestens bei der dritten Wiederholung wirkt es schal. Als Komödie funktioniert der Film weitgehend tadellos, bezieht er seinen Humor weniger aus der satirischen Auseinandersetzung mit seinem Sujet, sondern vielmehr aus den titelgebenden Charakteren und ihren Manierismen. Diese gestalten die Jungs von Studio Braun in der gewohnten Mischung aus brachialem Wahnwitz und feiner Beobachtungsgabe. Sei es der cholerische Ex-Drummer und Kotzbrocken Torsten Bage, der als Produzent von Ballermann-Hits wie „Geilianer" als einziger dem Musikbusiness treu geblieben ist und schwer tätowiert aber insgeheim totunglücklich auf seiner Nobel-Finka auf Ibiza hockt. Oder der gutmütige, aber leicht unterbelichtete Sänger von Fraktus, Dirk „Dickie" Schubert, der in seinem zweiten Leben eine eher trostlose Existenz als Internetcafe-Betreiber fristet und generell für jeden Spaß zu haben ist. Komplettiert wird das Trio von dem sensiblen Hypochonder Bernd Wand, dem exzentrischen Genie hinter Fraktus, der mit Hitlerbärtchen und Extremstscheitel bei seinen Eltern im Optikerladen arbeitet und mit ihnen aus purer Verzweiflung die Band „Fraktus II" gegründet hat. Diese Charaktere wirken für sich -bei aller notwendigen Übertreibung- glaubhaft und nachvollziehbar. Vor allem Während der Charaktereinführungen ist das Geschehen auch ziemlich komisch geraten, etwa wenn der hypochondrische Bernd Wand, von seinen eingebildeten Leiden erzählt.

Sobald die Band-Charaktere aufeinander losgelassen werden, beschränkt sich ihr Spiel zudem in semikomischen Kabbeleien und sich wiederholenden Vorhaltungen -in diesen Situationen tritt der Film nicht nur inhaltlich auf der Stelle, hier wurde auch ein beträchtliches Konfliktpotenzial einfach liegengelassen. Einen wesentlicher Plotpoint spart der Film sträflicherweise komplett aus. Es scheint allen Beteiligten geradezu egal zu sein, warum sich Fraktus 1983 urplötzlich aufgelöst haben. Als Höhepunkt der Vorgeschichte und Auslöser der Gegenwartshandlung schwingt diese Frage aber über der gesamten Handlung. Unverständlich, dass die Macher eine Thematisierung komplett verweigern, denn auch hier bleiben einige offensichtlichen Konflikt- sowie komisches Potenzial einfach ungenutzt.

Ansonsten orientiert sich das Skript an der typischen Dreiaktstruktur, die sich hier um die Eckpfeiler „Wiedervereinigung", „Absturz" und „Auferstehung" dreht. Manche Plot-Entwicklungen kommen dabei mehr oder weniger aus dem Nichts statt -wie eigentlich notwenig- aus der Handlung und wirken folglich etwas konstruiert. Gerade die finale Läuterung der Helden durch Dettner, inklusiver pathetischer Hauruckrede, wirkt wenig nachvollziehbar und obendrein stilistisch wie ein Fremdkörper innerhalb des Films.

Als echte Fehlbesetzung entpuppt sich Devid Striesow („Napola" (2004), „Der Untergang" (2005), „Die Fälscher" (2007)), der als Roger Dettner sogar die meiste Screentime abbekommt. Sein Musikmanager, der die Reunion von Fraktus anzettelt, ist nicht nur in der Grundanlage uninspiriert geschrieben (manipulativer und überehrgeiziger Egoist entwickelt sich aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen zur Seele der Band), sondern wird auch weitestgehend schwach gespielt. Bei Striesow merkt man stets den Schauspieler, der versucht, seinen Charakter natürlich wirken zu lassen. Zudem mangelt es ihm an dem komödiantischen Timing eines Christoph Maria Herbstes, der in seiner vergleichbaren Stromberg-Rolle deutlich pointierter daherkommt.

„Fraktus" ist immer dann am besten, wenn er seine fiktiven Charaktere auf die vermeindliche Realität prallen lässt. Ein Highlight ist hierbei der Auftritt von U96-Veteran Alex Christensen, der sich selbst spielend, die Seele von Fraktus kalt lächelnd zum Abschuss freigibt, indem er binnen weniger Minuten aus einem subversiven Hit, massenkompatiblen Einheitsbrei kocht... oder wie er es formuliert „Das Lied näher an den Hit bringt." Diese Momente werden, vor allem nach dem furiosen Start mit anderen realen Musikpromis schmerzlich vermisst. Da das Drehbuch einfach zu wenig geniale Momente aus dem Zusammenspiel der drei Bandmitglieder schöpft hätte eine ganze Portion weniger Fiktion und mehr reale Charaktere dem Film definitiv gut getan.

Schließlich bleibt „Fraktus" ein zwiespältiges Erlebnis. Auf der Habenseite steht eine sehr amüsante Eingangssequenz und eine detailversessene Charakterisierung der drei Fraktusmitglieder sowie ein paar brüllend komische Einzelszenen. Auf der anderen Seite stehen stereotype, mitunter fehlbesetze Figuren, einige Gags, denen man anmerkt, dass der ganze Film seit über zehn Jahren in der Realisation befindet, ein etwas zäher zweiter Akt und eine unentschlossene Regie (Lars Jessen „Hochzeitspolka", „Dorfpunks"), die ihren Mockumentary-Ansatz immer wieder selbst torpediert. Für Kinder der musikalischen 1980er Jahre und Freunde des abseitigen Humors trotzdem empfehlenswert, aber ein zweites „This is Spinal Tab" (1984) ist leider nicht draus geworden.

Daran werde ich mich erinnern: Bernd Wand hat Kongozunge.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Mein Senf

Antwort löschen

Vielen Dank für das Kompliment.


Prestigeww

Antwort löschen

Ich gebe dir vor allem im Bezug auf Devid Striesow recht. Neben Studio Braun, bei denen ich immer das Gefühl hatte, die Dialoge entstehen spontan durch Reaktion auf eine gegebene Situation, hat Striesow bemüht locker Drehbuchzeilen aufgesagt. Gepasst hat das in genau einer Szene, in der er nach seinem Nervenzusammenbruch die überkanditelte Fieberrede mit der Taube in der Hand hält. Sonst war er echt der Fremdkörper, der den suspence of disbelief, der für eine Mockumentary ja essenziell ist, konstant durchbrochen hat. Komödie kann nicht jeder, und schon gar nicht jeder Deutsche.


chriskaps

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Studio Braun, ihr habt mein Freitag Abend versüsst. Ich habe unzählige Tränen vergossen, vor lachen. Ihr seid grandios. Danke.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

uncut123

Antwort löschen

ja aber cinestar läuft der leider nicht..muss wohl warten


chriskaps

Antwort löschen

Hmmm, bei den Zahlen vom Wochenende musst du vielleicht ewig warten. Schade, schade. Oder in die nächste Stadt fahren.


countcount

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Edit: 11.05.13: Lieblingsfilm, weil ich ein Fan seit der ersten Stunde von Rocko Schamoni (schon seit der Zitronen) und Studio Braun bin!

Ich glaube Fraktus hatte damals sogar was zusammen mit den Goldenen Zitronen im Studio Braun aufgenommen wenn ich mich Recht erinnere... Das waren noch Zeiten....

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

herr_schmidt

Kommentar löschen
Bewertung0.0Hassfilm

http://www.youtube.com/watch?v=gbwjfe5BbGc

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Der Internet

Antwort löschen

Humor... hat man. Oder nicht


zmpfl

Antwort löschen

'n Affe der seine Pisse trinkt, dieses Internet kann ja sooo lustig sein.



Fans dieses Films mögen auch