jacker
jacker aus Braunschweig ist mittlerweile nach hannover gezogen. er empfängt gerne neue buddys hier bei mp, erwartet aber dass diese vorher mal 'hallo!' sagen. das zeugt von adäquaten umgangsformen, und/oder der fähigkeit einen profiltext zu lesen! jacker ist 29 Jahre alt. Er hat sich Wed, 08 Sep 2010 10:08:35 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1454 Filme bewertet und legendäre 779 Kommentare geschrieben. Er sieht oft Gutes wo andere nur Mist sehen, mag keine Schwarzmalerei, kein Gehate, kein plumpes Gestänker und bewertet Filme gnädig (weil viel Arbeit in ihnen steckt). Seine Film-Rezeption ist emotionsgebunden, selten sachlich. Atmosphäre, Inszenierung und Bilsprache punkten mehr als ein cleverer Plot. Logik? Sekundär! Realismus? Muss man erstmal definieren! Genres? Erleichtern die Kommunikation, aber beschränken (oft) das Denken! Vorlieben? Mainstream, Indie und Arthaus kann alles faszinieren! Filmgeschichte und -entstehung interessieren ihn, viel weiß er jedoch nicht darüber. Abseits vom Film liebt er Musik: www.lastfm.de/user/dj_jacker. Und legt welche auf: http://soundcloud.com/dj_jacker. Seit neustem bloggt er dies und das auf: http://weltamdraht.blogsport.de. Eigentlich findet er es völlig banane von sich in der dritten Person zu schreiben, aber er fühlt sich formell dazu genötigt. Streetlife, ne?! Mehr
| Name | |
|---|---|
| Alter | 29 |
| Stadt | Braunschweig ist mittlerweile nach Hannover gezogen. Er empfängt gerne neue Buddys hier bei MP, erwartet aber dass diese vorher mal 'Hallo!' sagen. Das zeugt von adäquaten Umgangsformen, und/oder der Fähigkeit einen Profiltext zu lesen! Jacker |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Der Mystery Man |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Robert Blake, Laura Dern, Gene Hackman, Willem Dafoe, Phillip Seymour-Hoffman, Helena Bonham-Carter, Viggo Mortensen, Michael Fassbender, Nathalie Portman, Christopher Walken, Jennifer Connelly, Jack Nicholson, Uma Thurman, Seth Rogen, Bruce Campbell, Lucy Liu, Sid Haig und hundete mehr... |
| Ich bin Fan von: | Stanley Kubrick, Charlie Kaufman, Spike Jonze, Robert De Niro, Quentin Tarantino, Guy Ritchie, Robert Rodriguez, Steve Buscemi, Ethan Coen, Jeff Bridges, Darren Aronofsky, Woody Allen, David Fincher, Christoph Schlingensief, Helge Schneider, Helmut Körschgen, Andreas Kunze, Henry Fonda, Ridley Scott, Jean-Pierre Jeunet, Audrey Tautou, Edward Norton, Helena Bonham Carter, Terry Gilliam, Johnny Depp, Benicio del Toro, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Francis Ford Coppola, Marlon Brando, Christopher Nolan, Christian Bale, Hugh Jackman, Maggie Gyllenhaal, Jake Gyllenhaal, Jennifer Connelly, Jared Leto, Clint Eastwood, Tarsem Singh, Dany Boon, Kad Merad, Jean Reno, Martin McDonagh, Colin Farrell, Brendan Gleeson, Natalie Portman, Vincent Cassel, David Lynch, Martin Scorsese, Lasse Hallström, Jack Nicholson, Kevin Spacey, David Cronenberg, Viggo Mortensen, Jeff Goldblum, Lars von Trier, Seth Rogen, Emma Stone, James Franco, Danny McBride, Sam Raimi, William H. Macy, Philip Seymour Hoffman, John C. Reilly, Alfred Molina, Christopher Walken, Joel Coen, Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Tim Roth, Frances McDormand, Nicolas Winding Refn, Ryan Gosling, Roman Polanski, Jim Jarmusch, Tim Burton, Alfred Hitchcock, Chan-wook Park, Shion Sono, Daniel Brühl, David Hasselhoff, Edgar Wright, Simon Pegg, Nick Frost, Noomi Rapace, Christoph Waltz, Axel Prahl, Jan Josef Liefers, Brian de Palma, Kelly Reilly, Pen-Ek Ratanaruang, Hikari Mitsushima, Takahiro Nishijima, Alfred Edel, Takeshi Kitano, Kathryn Bigelow, Jeremy Renner, Anthony Mackie, Michael Fassbender, Naomi Watts, Vincenzo Natali, Jessica Chastain, Michael Glawogger, Mark Wahlberg, Ethan Hawke, Marisa Tomei, Sidney Lumet, Cédric Klapisch, Juliette Binoche, Romain Duris, Alan Parker, Stellan Skarsgård, Andy Lau, Hayao Miyazaki, Sam Rockwell, Duncan Jones, Thomas McCarthy, Paul Giamatti, Gerd Dudenhöffer, Javier Bardem, Patricia Arquette, Bill Pullman, Wes Anderson, Alejandro González Iñárritu, Terrence Malick, Rob Zombie, Sam Mendes, Chloë Sevigny, Juliette Lewis, Ellen Page, Alexander Payne, Willem Dafoe, Beate Abraham, Gary Oldman, Guillermo del Toro, Udo Kier, August Diehl, Danny Boyle, Mads Mikkelsen, Eva Green, Shinya Tsukamoto, Bill Duke |
| Meine Lieblingsregisseure: | Darren Aronofsky, Woody Allen, David Fincher, Terry Gilliam, David Lynch, Rob Zombie, Guillermo Del Torro, Jean-Pierre Jeunet, Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Spike Jonze, David Cronenberg, Lasse Halström, Lars Von Trier, Christopher Nolan, Robert Rodriguez, Alfred Hitchcock, Jaco van Dormael, Guy Ritchie, Sam Raimi... |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | 'We've met before, haven't we. [...] At your house. Don't you remember? [...] Of course. As a matter of fact, I'm there right now. [...] At your house. [...] Call me. Dial your number. Go ahead. ' - The Mystery Man |
| Über mich | Er sieht oft Gutes wo andere nur Mist sehen, mag keine Schwarzmalerei, kein Gehate, kein plumpes Gestänker und bewertet Filme gnädig (weil viel Arbeit in ihnen steckt). Seine Film-Rezeption ist emotionsgebunden, selten sachlich. Atmosphäre, Inszenierung und Bilsprache punkten mehr als ein cleverer Plot. Logik? Sekundär! Realismus? Muss man erstmal definieren! Genres? Erleichtern die Kommunikation, aber beschränken (oft) das Denken! Vorlieben? Mainstream, Indie und Arthaus kann alles faszinieren! Filmgeschichte und -entstehung interessieren ihn, viel weiß er jedoch nicht darüber. Abseits vom Film liebt er Musik: www.lastfm.de/user/dj_jacker. Und legt welche auf: http://soundcloud.com/dj_jacker. Seit neustem bloggt er dies und das auf: http://weltamdraht.blogsport.de. Eigentlich findet er es völlig banane von sich in der dritten Person zu schreiben, aber er fühlt sich formell dazu genötigt. Streetlife, ne?! |
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Hartigan85 Fri, 24 May 2013 09:23:41 -0000
Antwort löschenEs gibt wirklich nichts unnötigeres als 1:1-Remakes...
jacker Fri, 24 May 2013 09:26:43 -0000
Antwort löschenSo ist es. Vor allem wenn die Vorlage explizit eigenarten gewisser Personengruppen hervorhebt, die Geschichte auf eine ANDERE Gruppe übertragen wird, sich aber KEINE neuen Gedanken gemacht werden!
FumerTue Fri, 24 May 2013 10:46:58 -0000
Antwort löschen"Der Dialekt der Bewohner ist identisch." - Okay, zumindest das wage ich zu bezweifeln ;)
Aber ansonsten zählst du eigentlich alles auf, weshalb ich noch nicht mal annähernd auf den Gedanken gekommen wäre, mich mit diesem Film hier zu befassen.
jacker Fri, 24 May 2013 11:08:14 -0000
Antwort löschenOkay, ich präzisiere:
Da ich dem französischen so wenig mächtig bin, dass ich regionale Dialekte kaum bis gar nicht voneinander entscheiden kann, ahbe ich die SCH'TIs einmal in OmU versucht, bin dann aber auf die (die Sprachbariere auf jeden Fall noch überzeichnende) Synchro ausgewichen.
Bei der italienischen Version wurde nun bei der 'Eindeutschung' wieder ähnlich unverständliches Genuschel kreirt ;)
Das meinte ich..
So viel Kritik überall, so viel Enttäuschung.
Ein wenig erkenne ich die Kritik zwar an (manches mag 'objektiv' richtig sein), trotzdem macht mir der Film unheimlich viel Spaß! Ich kann schon verstehen wo manche Probleme liegen (einige sind nicht von der Hand zu weisen), aber bin fast vollständig (bei jedem Problem, bei jeder Szene, etc.) der Meinung, dass es einen Grund für das Gezeigte…
So viel Kritik überall, so viel Enttäuschung.
Ein wenig erkenne ich die Kritik zwar an (manches mag 'objektiv' richtig sein), trotzdem macht mir der Film unheimlich viel Spaß! Ich kann schon verstehen wo manche Probleme liegen (einige sind nicht von der Hand zu weisen), aber bin fast vollständig (bei jedem Problem, bei jeder Szene, etc.) der Meinung, dass es einen Grund für das Gezeigte gibt und es im Gesamtkontext (!) absolut Sinn macht. Alles (auch die Unzulänglichkeiten) fügt sich mit den weiteren Puzzlestücken soweit zusammen, dass eine wunderbare 'Symbiose' entsteht.
Ich werde konkret und SPOILERE dabei sicher auch ein wenig:
Manche kritisieren das Verhältnis von MJ/Peter. Es stellt für mich eine perfekte Fortführung ihrer beider Historie dar! Die Entwicklung in Teil1 & 2 ist ja bekannt - am Ende des zweiten Teils (dem Start ihrer gemeinsamen Zeit als Paar) gibt MJ ihm sogar, durch den motivierenden Satz "Go, get'em Tiger!" die Legitimation seine Mission als Spiderman mit aller Konsequenz durchzuziehen. Das birgt jedoch einen unangenehmen Nebeneffekt: Sie ist bereits zu Beginn ihrer Beziehung dazu verdammt, immer nur die zweite Geige zu spielen. Wie ihre Beziehung verläuft können wir uns wohl denken (bei Peter läuft IMMER der Polizeifunk), das M.J. sich nach Nähe sehnt auch. Hier steigen wir zu einem Zeitpunkt (wieder) ein, zu dem sich das Verhältnis der Beiden bereits völlig entfremdet hat. Peter Parker jedoch, der von allen Seiten nur Zustimmung erfährt, der Held der Stadt ist, hochgejubelt wird, von Kids mit Spidey T-Shirts gefeiert, fällt das überhaupt nicht auf. Seine Wahrnehmung anderer Menschen ist nur noch auf das 'retten' von in Not geratenen Opfern beschränkt. Und das hat Gründe!
Diese Gründe fprmen den Kernplot von SPIDERMAN 3: Dem vormals so unsicheren und selbstlosen Peter Parker steigt sein Ruhm zu Kopf, er wird arrogant, Ich-bezogen, sein Ego wächst. Und deshalb bemerkt er die Probleme seiner Freundin nicht mal mehr. Egal worüber sie klagt, er dreht es in ein Spiderman-Gegenbeispiel, egal was SIE bewegt, er dreht es in ICH. Das geht so weit, dass er ihr den Antrag machen will, ohne überhaupt zu bemerken, dass sie in ihrer Welt und mit den Umständen ihrer Beziehung todunglücklich ist! Soweit dass sie sich nicht mal mehr traut ihm anzuvertrauen, dass sie nach dem ersten Abend bereits aus der Show gefeuert wurde. Soweit dass sie, ohne es wirklich zu wollen, nur in der Hoffnung wieder wahrgenommen zu werden (!), zu einem Ex-geliebten fährt und dort droht die Kontrolle zu verlieren.
Um diese Wandlung von Peter Parker geht es und sie bildet den perfekten Anknüpfungspunkt für beide (bzw. alle drei) Villains in SPIDERMAN 3 (die ja auch viel kritisiert werden). Keine Frage, der Sandman wird ziemlich unspektakulär eingeführt, die Verwebung mit dem (eigentlich längst geklärten und ad acta gelegten) Tod von Uncle Ben tut in ihrer Plumpheit (und Verdrehung der etablierten Fakten) fast weh. Das ist jedoch zu verschmerzen, da die viel interessantere Komponente des Sandmans die Wirkung, welche er auf Parker/Spidey ausübt, ist. Er macht ihn wütend, rasend, lässt einen ungekannten Hass in Parker aufsteigen, den Drang nach Rache und Brutalität aufkommen. Das sind Seiten, die Peter in sich als vergangen geglaubt hatte und die aufgrund seiner bewussten Zuwendung zu 'großer Verantwortung' nicht mehr existierten. Bis jetzt. Und diese Wut ist die zweite Wandlung, die Parker hier zu negativerem Wesen hin durchläuft.
An dem Punkt kommt die außerirdische Lebensform, der 'Symbiont' ins Spiel und erhält (bei Befall von Parker/Spiderman) quasi instantan seine Daseinsberechtigung: Was wir sehen, deckt sich sauber mit Dr. Connors Beschreibung der außerirdischen Lebensform - sie verstärkt negative Gefühle in ihrem Wirt und einmal verbunden wird es schwer sie wieder abzulegen. Alles was Parker an Wandel erfährt wird durch den Symbionten verstärt und noch wichtiger: seine Selbstwahrnehmung des wütenden, aggressiven, von Hass gesteuerten Peter Parkers wird ins positive verschoben. Die schwarze, klebrig, lebendige Masse bringt in wortwörtlich um den Verstand.
Ein Parker, der sich selbst als den Größten ansieht.
Ein Feind, der diesen arroganten Parker agressiv und wütend macht.
Ein Parasit, der diese Wut ins Unermessliche steigert.
Besser geht es doch gar nicht! Und da ich felsenfest davon überzeugt bin, dass SPIDERMAN 3 sich noch mehr als die vorhergehenden Episoden mit Parkers Psyche befasst, ist es kein Problem, dass diese Villains mehr oder weniger gesichtslos besetzt sind (verglichen mit Dafoe / Molina). Weil ihre Wirkung auf Parker ihre Funktion darstellt.
Weiter im Text:
Dann ist da die oftmals thematisierte und zweifellos vorhandene Überladenheit, ein wahres Chaos der Charaktere. Da ist M.J. als Peter's Freundin, Gwen Stacy als verlockende weitere Frau, Harry der zwischen mordlüsternem Racheengel und bestem Freund hin und her schwankt, der Sandman, der 'Symbiont' der später zu Venom wird, der gute Parker, der böse Parker, der alte Spiderman, der dunkle Spiderman. Es hört nicht auf.
Was viele stört (weil auch in 150 Minuten nicht alle dieser Figuren genug Beachtung finden können!), finde ich aber sowohl für den Abschluss der Trilogie, als auch für die Entwicklung von Parker's Person ziemlich passend. Die Dinge steigen ihm über den Kopf, alles wird zu viel, seine (und Spiderman's) Probleme lassen sich nicht mehr alleine lösen - Spiderman droht zu scheitern, weil zu vieles auf einmal zu sehr ineinander greift, um noch zu bewältigen zu sein. Auch hier nochmal: Das wichtige dabei ist nicht der Charakter der einzelnen Gegner, sondern dass sie zusammen agieren und Spiderman erstmalig merkt, dass die Übermacht zu groß für ihn ist!
Ich könnte noch weiter schwadronieren, warum das eine oder andere, offensichtlich vielleicht zunächst als Drehbuchschwäche erkennbare, doch gar nicht so schlecht ist und im Kontext Sinn macht, aber es tut einfach noch Not ein wenig auf Raimi, seine Autoren und seine Inszenierung einzugehen.
Denn am meisten begeistert mich in SPIDERMAN 3 die Atmosphäre!
In Teil 1 war sie sehr comichaft und leicht. Das hat einfach Spaß gemacht. In Teil 2 wurde es dann etwas nachdenklicher und inhaltsschwangerer. Und hier liegt nun beides in wundervoller Balance vor. Wenn Spidey mit seiner dunklen Seite kämpft und in Rage gerät, sich nachts im schwarzen Anzug durch die Häuserschluchten schwingt, oder eiskalt seinen eigentlichen Freund Harry abserviert, wirkt das bedrohlich, kalt und düster. Auf der anderen Seite gibt es Momente in denen Peter maßlos (!!!) überzeichnet über den Broadway flowt und seinen neu erlangten 'verruchten Charme' tänzerisch auskostet. Fast Slapstickhaft übertrieben und eine grandiose Metapher auf 'The bad guy gets the chicks'. In der Darstellung bildet das (und viele weitere Momente in SPIDERMAN 3) die Spitze der Comichaftigkeit. Standbild, ein Kasten drum, schwarze Outlines um die Figuren, Sprechblasen und es könnte 1:1 aus einer Print-Ausgabe entstammen. Auch die ständigen, trashig an die Vergangenheit Raimi's erinnernden 'Blitz und Donner bei Nacht' Shots, die Kulisse insgesamt, usw. das alles lässt ebenfalls keine Zweifel an der Herkunft der Vorlage aufkommen.
Bedenkt man, dass die Autoren mehr oder weniger gezwungen wurden noch einen weiteren Villain ins Drehbuch hineinzuschreiben, ist das Resultat mindestens zufriedenstellend. Venom sollte es eigentlich gar nicht geben, im Resultat ist nun Spiderman's Kampf gegen den Einfluss der außerirdischen, parasitären Lebensform der interessanteste Strang im Film (und wunderbar in Einklang mit der Wut, die der Sandman hervorruft, gebracht - aber ich wiederhole mich). Somit krankt das Skript vielleicht an manch typischer Filmkrankheit (was Handeln und Nachvollziehbarkeit der Figuren betrifft), muss sich aber keinesfalls dem Vorwurf stellen es wurde künstlich etwas reingequetscht, was sich nun wie ein Fremdkörper anfühlt. Dem ist nicht so, das Konstrukt ist in sich stimmig.
Was soll ich sagen? Mir macht SPIDERMAN 3 (wie man vielleicht merkt) trotz objektiver Holprigkeiten einen Riesen-Spaß! Wild vernetzte Geschichte, interessante Atmosphärenwechsel und Humor, abgerundet von knallender Action (die für mich handwerklich das Highlight der Reihe bildet). Ich überlege fast ob es für mich das Highlight der Trilogie ist! Ja der Trilogie, denn das ist es für mich: eine echte und in sich geschlossene Trilogie.
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THE EXTRA MAN, oder auch: Auszüge aus dem Lehrbuch der Konzeptlosigkeit!
Wenn ich meine Mausefalle erst aufstelle, nachdem der Kammerjäger da war, sollte ich mich nicht wundern, warum keine Maus mehr anbeißt.
Wenn ich eine Stadtkarte ausbreite, mir einen beliebigen Ort aussuche und von diesem Ort aus in alle vier Himmelsrichtungen einen Strich von 10cm Länge ziehe, sollte ich mich nicht…
THE EXTRA MAN, oder auch: Auszüge aus dem Lehrbuch der Konzeptlosigkeit!
Wenn ich meine Mausefalle erst aufstelle, nachdem der Kammerjäger da war, sollte ich mich nicht wundern, warum keine Maus mehr anbeißt.
Wenn ich eine Stadtkarte ausbreite, mir einen beliebigen Ort aussuche und von diesem Ort aus in alle vier Himmelsrichtungen einen Strich von 10cm Länge ziehe, sollte ich mich nicht wundern, dass diese Striche an verschiedenen Orten enden.
Wenn ich einen Obstsalat mache und neben Apfel, Birne und Banane auch noch Kartoffel, Ziegenfell und rohes Hackfleisch beimische, sollte ich mich nicht wundern, dass der Salat den meisten Menschen nicht schmecken wird.
Wenn ich eine Matrjoschka zusammensetze und dabei versuche die große Puppe in die kleine zu stecken, sollte ich mich nicht wundern, dass sie einfach nicht rein passt.
Wenn.. [hier etliche weitere Analogien über unsinnige Dinge vorstellen]
Und wenn ich ein paar Jahre lang skurrile Ideen sammele, die absolut nichts miteinander zu tun haben und sie (ohne logische Verknüpfungen zwischen ihnen herzustellen) zu einem einzigen Film zusammensetze, sollte ich mich nicht wundern, dass im Resultat keine Szene zur anderen passt, der rote Faden völlig abhanden kommt und am Ende im Kopf des Zuschauers das große Fragezeichen mit der Aufschrift 'Was sollte das jetzt alles eigentlich?' lauert!
THE EXTRA MAN gibt uns einen kleinen Einblick in das Leben von Louis Ives. Was genau Louis motiviert, bewegt, antreibt lässt sich zwar zwischendurch mal erahnen, jedoch kaum in befriedigendem Maß, denn so verloren wie er von Situation zu Situation stolpert, fühlen sich auch Plot und Inszenierung insgesamt an. Viel passiert, viel wird thematisiert, aber selten abschließend und nie um später nochmal relevant zu werden. Probleme werden aufgeworfen, die Lösung bleibt der Film uns schuldig. Das kann der geneigte Zuschauer natürlich als einen Episodenfilm ohne klar erkannbare Episoden deuten, allerdings wäre dann vorauszusetzen, dass Szenen, Figuren, Handlungsstränge zumindest in sich abgeschlossen Sinn machen und nicht fade im Sand verlaufen. Letzteres ist hier der Fall. 100 Minuten dümpeln und stolpern ohne erkennbare Intention und in völliger Abstinenz narrativer Grundstrukturen vor sich hin. Dann ist der Film vorbei. What's the fuckin' point?
Zwischendurch ist THE EXTRA MAN aufgrunde der seltsam verschrobenen Figuren ohne Zweifel auch mal ulkig. Aber reicht das?
Mir nicht, denn fernab der Oberflächlichkeit erfährt man nichts über sie. Da ist der Waldschrat mit hoher Stimme, der Oldskool Gigolo mit schlechter Laune und Hauptfigur Louis, der sich finden will. Und sie alle lieben die 20er. Vieles an diesen Charakteren wird als Gag verkauft. Dinge, die für einen effektiven Gag gerade so die Basis gebildet hätten. Oder einfach schräg sind, ohne Grund und ohne Sinn.
Seltsamer Film, der optsich zwar eine interessante Wirkung erzeugt - er fühlt sich an, als spiele er in den 20/30ern, da Kulissen und Kleidung genau das vermitteln, plötzlich holt unser Protagonist jedoch sein Handy raus und knippst, oder fährt im nächtlichen New York an Neon-Tafeln vorbei - allerdings das Gefühl vermittelt uns eine Geschichte erzählen zu wollen und daran kläglich scheitert!
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kobbi88 Tue, 21 May 2013 11:38:07 -0000
Antwort löschenHm, den Film wollt ich mir eigentlich ansehen... aber nach deinem Text hier bin ich mir nicht mehr so richtig sicher...
jacker Tue, 21 May 2013 11:50:21 -0000
Antwort löschenAlso da findest du sicher auf Anhieb 50 Filme die sich mehr lohnen.
Ich dachte halt: Dano & C. Reilly (der von der Screentime knapp über Cameo gehalten ist), das könnte was werden.
Aber es fehlt so sehr der Faden. Ständig sind Szenen, oder Ereignisse, die eigentlich eine Wirkung haben müssten, aber nie wieder aufgegriffen werden..
kobbi88 Tue, 21 May 2013 11:57:19 -0000
Antwort löschenJa, Reilly und vor allem auch Kline hab ich mir gedacht... naja, mal sehen ob ich ihn anschau.
jacker Tue, 21 May 2013 11:59:03 -0000
Antwort löschenVielleicht tust du es einfach, damit ich sehe wie du das siehst ;)
Ausser einer Vormerkung, hat nämlich niemand meiner Buddys überhaupt zur Kenntnis genommen!
Die 6 Kommentare vor mir gingen aber in eine ähnliche Richtung.
kobbi88 Tue, 21 May 2013 12:04:30 -0000
Antwort löschenIch hab zweimal ne 3, jetzt einmal ne 4 und einmal ne 9 bei meinen Buddys... Hm, im Schnitt immerhin fast ne 5 ;)
Wenn ein Film als Faustschlag im großen Stil angelegt ist und mich um jeden Preis verstören will, mich das alles allerdings durchweg ziemlich kalt lässt, dann stimmt etwas nicht.
Das ist hier passiert, also Zeit für eine Analyse!
Die Prämisse ist wohl das unangenehmste an HARD CANDY - erwachsene, mittelalte, sehr alte Männer streifen weltweit durch die anonymen Weiten der Chatrooms…
Wenn ein Film als Faustschlag im großen Stil angelegt ist und mich um jeden Preis verstören will, mich das alles allerdings durchweg ziemlich kalt lässt, dann stimmt etwas nicht.
Das ist hier passiert, also Zeit für eine Analyse!
Die Prämisse ist wohl das unangenehmste an HARD CANDY - erwachsene, mittelalte, sehr alte Männer streifen weltweit durch die anonymen Weiten der Chatrooms und suchen das verbotene: (zu) junge Mädchen!
Gibt es so, das weiß man, da macht man(n) sich aber keine Gedanken drüber - Betrifft mich nicht, nehme ich also nicht wahr. Psychothriller, Horrorfilme, etc. - man nenne es wie man will - die wirklich gut sind, schaffen es genau diese Grauzonen im menschlichen Gehirn frei zu legen und zwingen uns Dinge zu konfrontieren, die uns sonst aufgrund der zum Selbstschutz auferlegten Verdrängungsmechanismen im Dunklen verbleiben. Die Suche nach Sex mit (zu) kleinen Mädchen passiert wahrscheinlich in einem Maß, dass der normal denkende sich kaum vorstellen kann! Hier liegt also ein Übelkeit bereitendes Thema vor, der Zwang sich genauer damit auseinanderzusetzen zu müssen wie diese Menschen auf Jagd nach naiven, kleinen, leicht zu beeindruckenden Opfern gehen, könnte also voll in die Magengrube treffen.
Und da liegt der erste, vielleicht kollosalste und bereits ausreichende Schwachpunkt von David Slade's Debutfilm - HARD CANDY zwingt uns nicht sich wirklich mit diesen widerlichen Seiten der Welt da draußen zu befassen, er zwingt uns keine Gedanken in den Kopf, die man lieber nicht gedacht hätte. Stattdessen wird das Thema in einer kurzen Einleitung von maximal 20-30 Minuten als Basis für den 'Plot' genommen und anhand einer gängigen Konstellation abgearbeitet - er über 30, sie 14, erster Kontakt, kurz Kennenlernen, nach Hause mitnehmen - nur um dann als Fundament für eine öde, uninspirierte und auch noch holprig geschriebene Torture-Psychonummer nach absolutem 08/15-Schema zu fungieren.
Großes Potential in ganz großem Stil verschenkt!
(Vorsicht, ab hier SPOILER-ALERT)
Es wird kaum bis gar nicht auf Täter/Opfer-Psychologie eingegangen, ab dem Moment in dem Hayley sich als unbekannte Rächerin zu erkennen gibt ist direkt klar wie es weiter- und ausgeht:
Er leugnet.
Sie wird brutal.
Er knickt ein wenig ein.
Sie wird brutaler.
Er gesteht immernoch nicht.
Sie tut etwas unheimlich brutales.
Bis er am Ende alles zugibt und man sich das Finale auch in gewisser Weise ausmalen kann.
Doch nicht nur Dynamik, Inhalt und Fortlauf der Geschichte sind zu unausgegoren um zu funtionieren, in HARD CANDY wird in mehrfacher Hinsicht der falsche Fokus gesetzt. Kameramann Jo Willems tut sein bestes ultrastylische, reduzierte und durchkomponierte Bilder und Kamerafahrten zu liefern. Das sieht alles schick aus und unterstützt die eiskalte Atmosphäre der Geschehnisse, wirkt aber doch sehr, als ob man hier ein böses Thema primär stylisch und nur sekundär schockierend präsentieren wollte.
Was ich dem Film jedoch positiv anrechne, sind zwei Punkte, die ein wenig auseinander hervor gehen. Zum einen hält uns das Skript sehr lange darüber im Ungewissen ob Geoff tatsächlich der Dinge schuldig ist, die Hayley ihm vorwirft. Erst as sie den entscheidenden Fund in seiner Wohnung macht, bekommen wir so etwas wie vage Gewissheit.
Allerdings: wir sehen nicht was sie sieht. Wir wissen also nicht was genau da abgebildet ist? Reichen Hayley ein paar Fotos mit leicht anstößigem Inhalt? Oder ist es fiesester Kinderporn, den sie aus dem Safe holt?
Das wissen wir nicht und deshalb bleibt den Rest des Films eine sehr, sehr kritische Haltung gegenüber dem was sie tut. Da ihr Handeln höchst sadistisch und ziemlich krank ist, entsteht so etwas wie Mitgefühl für Geoff (denn es bleibt dauerhaft der Zweifel, ob das was Hayley tut auch nur im entferntesten angemessen ist). Das führt zum zweiten Punkt, den ich in HARD CANDY positiv anmerken möchte: die ganze Situation und die daraus entstehenden Emotionen sind eine wirkungsvolle Parabel auf Justiz, ihre Endgültigkeit und die oftmals stattfindende mittleidsbedingte Verschiebung zwischen Opfer/Täter-Rollen. Beweise sind in der heutigen Rechtsprechung der Weg den Täter zu überführen, aber wann sind diese wirklich und unumstößlich Dingfest? Bleibt nicht immer ein Restzweifel? Kann man wirklich 100%ig sagen ob jemand, den man nicht auf frischer Tat gefasst hat, etwas getan hat? Dieser Zweifel ist als kleiner, flüsternder Begleiter in HARD CANDY präsent. Bis Hayley dann im großen Finale doch alles erfährt was sie wissen möchte. Einem Finale, das mit viel Wohlwollen gerade noch so an Labels wie 'platt' oder 'dümmlich' vorbeischrammt und der vorhersehbaren Story die erwartete Krone aufsetzt.
Schade, denn was ein hochpsychologischer, ganz bitterer Thriller hätte werden können, schafft es leider nicht über den Status des Hochglanz-Ping-Pong-Torture-Gewäschs hinaus.
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Marv-SK Tue, 21 May 2013 10:20:04 -0000
Antwort löschenSehr gut und nachvollziehbar geschrieben ... mich konnte er bei der Erstsichtung jedoch gut fesseln und auch beim zweiten Sehen war ich noch ziemlich angetan ... nicht zuletzt wegen der außerordentlichen Leistung von Ellen Page, die Du in Deinem Text leider vergessen hast zu bewerten.
Boogers666 Tue, 21 May 2013 10:37:21 -0000
Antwort löschenGuter Kommentar seh ich aber ganz anders; das Ungeklärte, die fehlenden Hintergründe machten für mich den größten Pluspunkt aus, denn durch diese gelingt des den Film neutral zu beobachten trotz der seltenen Sympahtie zu einem der beiden. Denn man weiß nie ib es jetzt gerecht ist oder nicht. Geiler Film :)
jacker Tue, 21 May 2013 10:47:58 -0000
Antwort löschenACHTUNG WIEDER SPOILER!
@ Marv: Ich halte eigentlich von Page sehr viel. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie hier wirklich gut fand. Aufgrund ihrer Figur. Egal wer sie ist und was ihre Motivationen sind (ist ja gut möglich, dass sie die Schwester des vermissten/ermordeten Mädchens ist, darauf würde auch der Satz: 'My older sister can drop me off at Nighthawks' hindeuten, weil man da ja auch in einem ganz kurzen shot kurz das Vermisstenbild sieht), die Figur ist mir ZU kalt, ZU abgebrüht, ZU zynisch geschrieben. Bis auf ihr Schwitzen während der 'OP' gibt es wirklich keinen Moment in der man das Gefühl hat, das alles würde sie überhaupt irgendwie tangieren. Das kaufe ich ihr beim besten Willen nicht ab. So subtil ihr Spiel teilweise auch war.
Auch die Figur des Geoff war gut gespielt aber für mich aeinfach nicht wirklich glaubwürdig. Klar wurde er getazet und betäubt, aber ich glaube es nicht, dass jemand sich wirklich fast ohne Gegenwehr seiner Situation so hingeben würde. Das hat für mich einfach nicht richtig funktioniert und ist ein weiterer Punkt, warum der Film mich einfach nicht fesseln konnte!
@ Boogers: Das hat mich auch veranlasst dem Film 'noch' 5 Punkte zu geben. Denn das worüber ich danach nachgedacht habe (Ende des Kommentars): (Selbst)Justiz, Schuldigkeit, Mitleid, Opfer/Täter-Dynamiken, zeigt mir dass der Film da schon etwas auslöst.
Insofern gefällt mir die AUssage im Kern. Aber der Plot hat für mich auf ganzer Linie gehinkt.
Boogers666 Tue, 21 May 2013 10:52:38 -0000
Antwort löschen@ Jacker: Ja Ansichtssache, klar ist der Plot an sich für 110 Min. viel zu dünn, aber trotzdem macht er sehr viel daraus ich fand das Kammerspiel unfassbar spannend und das Ende hat mir dann noch mal nen richtigen Schlag in die Fresse verpasst
-SOILER-
Die Szene als er vom Dach springt, unterlget mit der ruhigen Musik und dieser geilen Seitenansicht, klar hat man schon oft gesehen aber hier hatts einfach gepasst ;)
jacker Tue, 21 May 2013 10:58:09 -0000
Antwort löschenWieder SPOILER!
Der Shot auf dem Dach war richtig großartig! Da gebe ich dir Recht. Die gegenlichaufnahme, so überkontrastiert, dass beide nur noch ein Schatten waren.. Stark gemacht.
Dass er dann tatsächlich gesprungen ist, hat den Film für mich sogar noch nen Punkt gekostet. Erkenntnis über die eigene Schuld / Buße Das ist ein paar Schuhe. Sich völlig ohne Gegenwehr selbst zu richten, obwohl man noch irgendwie ne Chance hätte aus der Sache raus zu kommen, das andere Paar.
Menschen wollen Leben und wenn sie eine Chance sehen nicht zu sterben, ergreifen sie diese. Deshalb war das für mich ein WTF Moment im negativen Sinne..
Boogers666 Tue, 21 May 2013 11:03:41 -0000
Antwort löschenFür mich ein WTF im postiven :DD
Gerade weil der Film mich wieder überraschte
Thiel und Boerne wie man sie kennt und mag - relativ wenig Fall, relativ viel Kommissar - sieht man hier zwar immer wieder auflodern, aber nicht in der Konsequenz, die sonst die Münsteraner TATORTe kurz vor dem völligen Klamauk positioniert.
Stattdessen sind unsere zwei Protagonisten auch viel allein unterwegs, an verschiedenen Enden der Ermittlungen, oder ihren privaten Angelegenheiten zugewandt:…
Thiel und Boerne wie man sie kennt und mag - relativ wenig Fall, relativ viel Kommissar - sieht man hier zwar immer wieder auflodern, aber nicht in der Konsequenz, die sonst die Münsteraner TATORTe kurz vor dem völligen Klamauk positioniert.
Stattdessen sind unsere zwei Protagonisten auch viel allein unterwegs, an verschiedenen Enden der Ermittlungen, oder ihren privaten Angelegenheiten zugewandt: Boerne lonely at the top, Thiel in ständiger Hoffnung doch endlich sein aufgezeichnetes Fußballspiel gucken zu können, etc.
Daraus entstehen mal wieder schöne, aber auch ungewohnt nachdenkliche Momente.
Abseits der unbestrittenen Qualitäten der zwei Hauptfiguren darf man diese Ausgabe tatsächlich ein wenig Krimi-Charme genießen. ZWISCHEN DEN OHREN nimmt sich einer sehr seltenen Thematik an und ergänzt diese durch dubiose Verstrickungen ins Rocker-Milieu. Überdurchschnittlich ist das kriminalistische Resultat zwar nicht, für einen Münsteraner Fall aber ausnahmsweise mal Schwerpunkt des Films (und thematisch relativ gewagt).
Alles in allem wenig Fan-Momente, aber mir persönlich ist es ganz lieb, wenn es auch mal etwas ernster zur Sache geht.
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Was passiert da wirklich - da hinter den Kulissen, wo alles 'classified' ist, vertraulich, nur einem kleinen Kreis mächtiger Menschen zugänglich, da wo Dinge passieren, über die die wildesten Verschwörungstheorien gesponnen werden, wo Entscheidungen über Leben und Tod getroffen werden?
Natürlich wird es nie eine Doku geben (können), die vollständig die Katze aus dem Sack lässt -…
Was passiert da wirklich - da hinter den Kulissen, wo alles 'classified' ist, vertraulich, nur einem kleinen Kreis mächtiger Menschen zugänglich, da wo Dinge passieren, über die die wildesten Verschwörungstheorien gesponnen werden, wo Entscheidungen über Leben und Tod getroffen werden?
Natürlich wird es nie eine Doku geben (können), die vollständig die Katze aus dem Sack lässt - Geheimdienstarbeit ist nun mal größtenteils 'geheim' - doch einen kleinen, überaus interessanten Einblick in diese Welt gibt THE GATEKEEPERS sehr wohl.
Gemessen an dem, was tagtäglich in den Führungsriegen und Task-Forces der Geheimdienste und Militärs geplant und beschlossen wird, ist dieser Einblick sicher noch (recht) harmlos und abgemildert. Trotzdem ist es auf eine morbide Weise beeindruckend, wenn die sechs noch lebenden ehemaligen Chefs des israelischen 'Schin Bet'-Geheimdienstes aus dem Nähkästchen plaudern. Sechs Menschen, die über Jahre einen Job gemacht haben, der an die Substanz geht, am Gewissen nagt und über weite Strecken das (partielle) Ablegen der Menschlichkeit verlangt.
Die Offenheit, mit der die Männer über vergangene Operation und kritische Entscheidungen die sie zu treffen hatten sprechen, ist beeindruckend. Und in dieser Offenheit liegt die Qualität dieser Doku: Hier sind sechs Menschen zu sehen, die immer wieder mit Menschenleben, in weitaus größerem Maß als den Leben der offensichtlichen Feinde, jongliert haben, die aus heutiger, moralisch-reflektierterer Sicht Revue passieren lassen und abwägen welche Entscheidungen (vielleicht) falsch waren und was für Folgen ihr handeln hatte. Das lässt THE GATEKEEPERS weit über eine historische Faktensammlung hinaus wachsen und webt überzeugend eine psychologische Ebene mit ein, die zugleich berührt und schockiert.
Zudem ist das ganze auch noch optisch ansprechend umgesetzt. Viele Originalaufnahmen und Fotos untermalen die Erzählungen von Vergangenem, bedrückende Klänge schnüren in den richtigen Momenten die Kehle noch ein wenig mehr zu. Unterhaltsam und informativ, doch was bleibt ist die Nachdenklichkeit!
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BaltiCineManiac Mon, 20 May 2013 09:28:16 -0000
Antwort löschenAch Mist, den muss ich ja noch zu Ende schauen! Hatte den von der ARD aufgenommen, wurde aber bei der Hälfte des Films gestört. Auf Grundlage dessen, was ich bisher sah, kann ich aber nur bestätigen, was du schreibst.
jacker Mon, 20 May 2013 12:31:49 -0000
Antwort löschenIst auf jeden Fall die Vervollständigung wert.
Ist bei mir jetzt schon eine Weile her (hab eben erst entdeckt, dass man den hier bewerten und kommentieren kann), aber ich kann mich noch erinnern, dass am Ende schon ein recht bitterer Nachgeschmack bleibt.
Einen halben Punkt für 'Children's Story'.
Einen halben Punkt für 'Runnin'.
Einen halben Punkt für 'Apache'.
Einen halben Punkt für 'Hoochie Mama'.
Einen halben Punkt für 'What I need'.
Das war es an erwähnenswertem. Aus purer Güte lasse ich aber noch einen halben mehr springen. Vielleicht für die 2-3 Male müdes Grinsen, die THE SITTER tatsächlich noch bewirken konnte, vielleicht auch einfach nur für Nachwuchs-Homes Rodrigo. Dürft ihr euch aussuchen, ich persönlich hab diese (glücklicherweise nur) 80 Minuten nämlich jetzt Schon wieder vergessen!
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TheDrPepperPower Thu, 16 May 2013 23:57:46 -0000
Antwort löschenWieso guckst du denn sowas? Hat dich da jemand mitgeschleift? :-)
jacker Fri, 17 May 2013 07:39:09 -0000
Antwort löschenNeenee, das war sogar ganz bewusst !
und zwar weil David Gordon Green's Vorgänger ANANAS EXPRESS der Knaller war! Aber man merkt hier eindeutig, dass es weniger auf die Regie als auf Darstellerkonstellationen und das Drehbuch (!!!) ankam!
An ANANAS EXPRESS haben Seth Rogen / Judd Apatow mit rumgedoktort und ich fahre einfach auf diesen Humor ab. Auch SUPERBAD oder ZACK AND MIRI finde ich ziemlich witzig. Ich kann auch gar nicht so recht sagen was es sit, denn eigentlich ist es auch viel Penis-Humor. Aber irgendwie bringen die noch so leicht skurrile und sehr liebenswerte Eigenschaften in ihre Charaktere.
Das hier war auf jeden Fall eine völlige Nullnummer!
Aber die anderen Filme sind herrlich ;)
Mal kurz grübeln..
Rational erklären, warum mir etwas, was objektiv wahrscheinlich besser ist, trotzem weniger gefällt.
Wie macht man das?
Am besten ganz vorne anfangen:
Ich bin gerade mitten in einer Spiderman-Neusichtung und habe mir nun den zweiten Teil einverleibt. Kannte ich schon, denn ich war damals im Kino und fand ihn doof! Und dann noch mal auf DVD und da fand…
Mal kurz grübeln..
Rational erklären, warum mir etwas, was objektiv wahrscheinlich besser ist, trotzem weniger gefällt.
Wie macht man das?
Am besten ganz vorne anfangen:
Ich bin gerade mitten in einer Spiderman-Neusichtung und habe mir nun den zweiten Teil einverleibt. Kannte ich schon, denn ich war damals im Kino und fand ihn doof! Und dann noch mal auf DVD und da fand ich nur etwas besser als doof. Die ganze Geschichte mit M.J., die essentiellen Fragen, die der junge Peter sich stellt, das war mir einfach too much - zu viel Sehnsucht, zu viel Gefühl, zu viel Verzweiflung, zu viel schmachtende Blicke - denn ich war schließlich jung, Popcorn-affin, intolerant und primär auf Krawall gebürstet.
Mittlerweile bin ich etwas älter, minimal reifer und habe Interesse an Dramen, an Lovestorys, an Emotion entwickelt - den Rest des Lebens nur Explosionen, das wär ja langweilig geworden. Es darf also gern das volle Programm sein, wenn es denn anständig verpackt ist - aber dennoch schrammen Peter Parker und M.J. immer wieder knapp an der Grenze entlang (Des guten Geschmacks? Zum Kitsch?). Teilweise auch knapp drüber hinaus.
Aber das stört mich nicht mehr so sehr, denn an Figuren (mit mehr als Muskeln un Maschinengewehren) bin ich ja mittlerweile interessiert und dank gesteigerter Qualitäten auf dem Gebiet eben dieser (zumindest der einen, der um die es geht) wird der aufkommende Schmalz gut kompensiert. Parker's innerer Konflikt (soll ich Spidey sein? Loser Parker? Winner Peter?) ist toll rausgearbeitet und das macht den Film interessanter als eine bloße Schlacht gegen einen neuen Villain. Da es um Parker geht reicht das, schöner wäre es dennoch gewesen auch mal mehr, als in einem Nebensatz abzuhandelndes, über die Nebenfiguren zu erfahren.
M.J. liebt eigentlich Peter, heiratet jetzt aber aus Enttäuschung jemand anderen.
DAS ist M.J. ! Mehr erfahren wir nicht!
Harry leitet jetzt Oscorp und will seinen Vater rächen.
DAS ist Harry ! Mehr erfahren wir leider auch über ihn nicht.
Schade, aber halb so wild, den glücklicherweise hat Raimi seiner Spinnengeschichte mehr Zuataten, als 'bloß' den inneren (und äußeren) Konflikt seines Protagonisten zugegeben.
Spaß macht der Film nämlich trotzdem wieder.
Weil er witzig geschrieben ist, rasant und halsbrecherisch und in gewisser Weise auch (wieder) recht charmant.
Was mir jedoch übel aufgestoßen ist, interessanterweise VIEL häufiger als im ersten Teil, sind die animierten Sequenzen. Bei allem guten Willen: Ich finde in Teil 2 fast keine Sequenz in der Spidey nicht eindeutig als (auf technischem Level längst überholt) animiert zu erkennen ist. Und das stört mich richtig. Nicht weil ich keine veraltete Technik bestaunen kann und will, viel mehr weil ich finde, dass CGI-Einsatz ist eine tolle Sache ist, wenn er Dinge ermöglicht, die anders unter keinem Umstand darstellbar wären. Und mich beschleicht das ketzerische Gefühl, man habe sich im Vorgänger wesentlich mehr Gedanken dazu gemacht, wie man Dinge 'in echt' darstellen kann und trotzdem atemberaubende Sequenzen zauberte. Z.B. Spiderman schwingen zu lassen und dabei mit der Kamera näher dran zu sein. Am echten Maguire. In Teil 1 fiel mir lediglich der Goblin als negativ-Beispiel auf. Hier schwingt und hüpft Spiderman in einer, jegliche Physik-Engine verhöhnenden, Art und Weise durch Räume und Straßenschluchten, dass manche Szenen zur finalen Casting-Runde eines Flummi-Nachwuchs-Programms verkommen. Vielleicht liegt das Problem auch darin, dass ich einen Tag vorher IRON MAN 3 gesehen habe und der mir in puncto Superhelden-CGI eindrucksvoll den 2013er Stand der Dinge offenbart hat?!
Insgesamt hat SPIDERMAN 2 leider auch ein wenig Charme eingebüst. SPIDERMAN macht mir uneingeschränkt Spaß und versprüht eine tolle Atmosphäre ohne mich je zu verlieren. Hier gilt das nicht zu 100% genauso.
Und auch wenn Molina den Villain auf seiner Jagd nach Tritium super spielt, fand ich es etwas schade, dass man direkt im Anschluss auf den Goblin wieder einen Villain gewählt hat, der durch fehlgeschlagene Wissenschaft 'quasi-schizophren' geworden ist. Damals war Dafoe plötzlich durch sein Serum gespalten und hat Unterhaltungen mit sich selbst geführt, heute ist Doc Oc durch die KI-Arme besessen und führt Unterhaltungen mit sich selbst. Sehr ähnlich. Zum Glück auch darin wie gute beide Akteure die Figuren verkörpern!
An sich ein guter Film. Mehr Tiefe, mehr Action, mehr Witz.
Und trotzdem mag ich den ersten lieber. Ätsch!
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TheAvenger68 Thu, 16 May 2013 19:24:27 -0000
Antwort löschenDen Begriff Villain magst aber schon sehr, oder ?
Dann musst du The Expendables 2 lieben !
jacker Thu, 16 May 2013 20:24:09 -0000
Antwort löschenUnd wie!
Als Antagonist von Comichelden Schon sehr, aber wenn dann erst die belgischen Ballett-Tänzer ins Spiel kommen...
Herrlich :D
Ridley Scott ist wirklich ein Phänomen. Denn auch wenn es in seinem Schaffen diverse Präferenzen zu erkennen gibt (früher Science-Fiction, später Gangsterthriller und Historien-Epen), hat man bei ihm nicht das Gefühl er inszeniere immer wieder das gleiche, nur in etwas anderem Gewand. Denn er hat mit Werken wie ALIEN, BLADERUNNER, THELMA & LOUISE, GLADIATOR, HANNIBAL und unzähligen anderen starken…
Ridley Scott ist wirklich ein Phänomen. Denn auch wenn es in seinem Schaffen diverse Präferenzen zu erkennen gibt (früher Science-Fiction, später Gangsterthriller und Historien-Epen), hat man bei ihm nicht das Gefühl er inszeniere immer wieder das gleiche, nur in etwas anderem Gewand. Denn er hat mit Werken wie ALIEN, BLADERUNNER, THELMA & LOUISE, GLADIATOR, HANNIBAL und unzähligen anderen starken Filmen eine krasse Bandbreite an Themen und Inhalten abgedeckt. Und irgendwo dazwischen stecken auch noch (unscheinbar versteckt) die kleinen Überraschungen.
Zum Beispiel A GOOD YEAR!
Nur ein Jahr nachdem Scott in unglaublicher Opulenz Orlando Bloom um Jerusalem kämpfen ließ und nur ein Jahr bevor er in weitreichender Geste die Geschichte eines der größten Kriminellen der USA erzählte, war ihm wohl mal nach etwas Urlaub. Nach Ruhe, nach Gelassenheit, nach ein wenig Zauber. Und aus dieser (dreist von mir unterstellten) Motivation heraus nimmt sich der Mann alle Freiheiten die er benötigt und erzählt ein wundervolles Märchen.
Worum gehts?
Eine Frage die man sich oftmals stellt, doch wenn man versucht unter die offensichtlichen bewegten Bilder und den ausformulierten Plot zu blicken ist da wenig. Oder sogar gar nichts. Anders jedoch in diesem Werk, denn Scott verpackt hier leicht humoristisch und in feinster Zuckerwatte-Optik einen ganz wichtigen Kern:
Eine Geschichte über den Zauber der Kindheit, den Desillusionierungsprozess des Älterwerdens und den Weg dahin zurück, ein kleines Stück der kindlichen Unbefangenheit, der Freude am Leben und der Magie der Welt wiederzugewinnen.
Und vielleicht auch eine Geschichte über Jemanden, der verlernt hat ein (netter) Mensch zu sein und vor lauter Gier und Egoismus die Welt kaum noch wahr nimmt.
In offensichtlichen, klaren Kontrasten zeigen uns Scott und sein Kameramann Philippe Le Sourd eindeutig wie das Paradies auszusehen hat: Warmes Licht, bildschöne Natur, ein Anwesen von dem man nur Träumen kann. Dazu Menschen, die mit dem wenigen was sie haben voll zufrieden sind und trotzdessen das Leben schätzen und lieben. La Dolce Vita.
Im Gegensatz dazu ein kaltes, blaugraues London, regiert von moderner Businessarchitektur, einem nie schlafenden Markt, Broker-Deals im Sekundentakt, Milliongewinnen, Millionenverlusten, Hektik.
Übertrieben? Na klar?
Schwarz/Weiß? Aber hallo!
Doch so sind Märchen halt und als etwas anderes kann und will ich A GOOD YEAR nicht sehen. Der fehlgeleitete Prinz wird durch die pure Schönheit zurück auf den richtigen Pfad gelenkt.
Das ist nicht nur hübsch anzusehen (weil klasse gefilmt), sondern auch ein bißchen lustig, auch ein bißchen kitschig, auch ein bißchen romantisch. Einfach schön. Eine Ode an die Lebensfreude, die uns eins lehren kann: gute Erinnerungen als solche zu konservieren und uns ab und an bewusst zu machen, dass es immer die Möglichkeit gibt neue gute Erinnerungen zu schaffen. Man muss nur sehen was man vor Augen hat!
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rubelzar Thu, 16 May 2013 12:30:43 -0000
Antwort löschenScott ist KING! Dies sage ich schon immer und für mich einer der TOP 5 Regisseure EVER. Wer so einen Output über so einen langen Zeitraum hat und sich dabei nur so wenige Schwächen über so viele Genres erlaubt, ist einfach KING!
jacker Thu, 16 May 2013 12:54:19 -0000
Antwort löschenDie meisten seiner Filme, die ich kenne gefallen mir auch ziemlich gut. Ausnahme: LEGENDE. Der geht gar nicht!
Wer sind denn eigentlich die anderen in der Top5?
rubelzar Thu, 16 May 2013 13:07:34 -0000
Antwort löschenLegende kenne ich gar nicht :p
ich lasse mal bewusst hier Autorenfilmer und sonstige Genreregisseure weg. Sonst kriegst du nie eine Top 5 zu stande.
Ich denke er gehört defintiv in die Top 5 der Blockbusterregissuere, die einen heftigen Output haben. Hierbei zähle ich sowohl Quantität, als auch Genrevielfalt bei guter bis sehr guter Qualität.
Für mich sind dies in beliebiger Reihenfolge:
1. Spielberg
2. Scott
3. Scorcese
4. Tarantino
bei 5 bin ich etwas zwiegespalten, wie ich gerade merke. da gibt es einige, die sich bei mir um den platz streiten würden. ist also eher eine klare top 4, dann mehrfach die 5.
5. Cameron/Copolla/Stone/Soderbergh und wenn er seine Klasse über die Jahre weiter hält sicherlich auch Nolan.
Popcorn-Kino (nearly) at its best!
Seit Marvel die Zügel selber in der Hand hat gefallen mir ihre Superheldenfilme meist ziemlich gut (das absolute Highlight bildeten die AVENGERS). Dennoch bin ich generell bei Sequels etwas skeptisch, denn oft wird aufgewärmt, anstatt neu zu machen. Skepsis also auch hier, wobei die Vorfreude auf einen arrogant-coolen Robert Downey Jr. auf jeden Fall überwog.
…Popcorn-Kino (nearly) at its best!
Seit Marvel die Zügel selber in der Hand hat gefallen mir ihre Superheldenfilme meist ziemlich gut (das absolute Highlight bildeten die AVENGERS). Dennoch bin ich generell bei Sequels etwas skeptisch, denn oft wird aufgewärmt, anstatt neu zu machen. Skepsis also auch hier, wobei die Vorfreude auf einen arrogant-coolen Robert Downey Jr. auf jeden Fall überwog.
Und IRON MAN 3 macht inhaltlich zum Glück das meiste richtig, denn es gibt nicht nur einen neuen, x-beliebigen Iron Man vs. Villain Kampf zu bestaunen, sondern die Figur des Tony Stark hat sich entwickelt - und mit dieser Entwicklung ist nicht nur Gutes gekommen. Mr. Untouchable in Person ist ins Wanken geraten, denn 'die Vorgänge in New York', diese ganzen Aliens, Tore in andere Dimensionen und was da (im AVENGERS-Film) noch so alles passiert ist, das hat ihn irgendwie überfordert. Gute Ausgangsbasis zum andersmachen.
Und anders als die zwei Vorgänger ist IRON MAN 3 dann (in dem Maß, welches die Rahmenbedingungen erlauben) tatsächlich: über weite Strecken ist Stark auf sich allein gestellt. Kein Anzug, kein Jarvis. Nur Tony Stark (und dessen MacGyver Qualitäten) sind gefragt und müssen irgendwie gegen den übermächtigen Mandarin bestehen.
Das alles ist optisch fast durchgängig brilliant, ziemlich witzig und mit gutem Pacing in Szene gesetzt:
Die CGI in diesem Film ist überragend! Bis auf wenige Momente sehen die Animationen echt, kreativ und unheimlich gut aus. Interessanterweise ist die Iron Man Rüstung nur dann noch als animiert zu entlarven, wenn er sich kaum bewegt. Das ist jedoch Kritik auf ganz hohem Niveau, denn diese Momente, in denen ich dachte 'das hätte noch einen Tick besser aussehen können', gab es vielleicht drei Mal im ganzen Film.
Stark als Charakter ist ja bereits hinreichend bekannt - seine Arroganz, sein Zynismus, seine übertriebene Coolness. Und auch hier geht Downey Jr. wieder optimal in seiner Parade-Figur auf, Drehbuchautor und Regisseur Shane Black weiß einfach wie man ihm Rollen auf den Leib schreibt (das hat er ja bereits in KISS KISS, BANG BANG bewießen). Die Sprüche sitzen und die Dialoge sind wirklich witzig geschrieben. Der Humor beschränkt sich interessanterweise nicht nur auf arrogante Oneliner, sondern trägt teilweise auch ganze Unterhaltungen ('We are connected'). Zeitweise fast schon ZU lustig. Aber da IRON MAN noch nie einen ernsten Grundtenor hatte, passt das.
Auch die Balance zwischen Action (die übrigens durchweg überzeugend und kreativ choreographiert ist) und ruhigeren Passagen ist gut getroffen. Alle Charaktere bekommen den nötigen Raum, um wirklich Charaktere zu sein und ein ausreichendes Profil zu entwickeln (so dass am Ende auch die Motivation des Mandarin klar ist). Gegen Ende wird es dann leider (wie so oft) ein bißchen viel und gipfelt in einem zu dick aufgetragenen Finale. Interessanterweise verlieren mich diese Filme meistens wenn zum Schluss 30Minuten lang die Fetzen fliegen (Ausnahme: AVENGERS, da konnte ich mich gar nicht sattsehen wie NY zerlegt wird). Daher muss ich auch (und das ist ein Manko, das den Film einen Punkt kostet) sagen, dass IRON MAN 3 leider ein wenig zu lang geraten ist. 15, eher 20 Minuten weniger, gern mit deutlichen Kürzungen im Finale verbunden, hätten gut getan.
Zuletzt der Cast: Pearce ergänzt die altbekannte Menage-a-trois aus Downey/Paltrow/Cheadle perfekt. Eine coole Sau mehr im Film! Alle gut besetzt, alle gut gespielt!
Leichter, spaßiger und optisch überzeugender Blockbuster mit viel Wumms!
Macht Spaß!
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rubelzar Wed, 15 May 2013 11:58:27 -0000
Antwort löschenDer Film wird ab dem großen Twist zu einer Farce und einem Schlag in der Fresse von jedem Fan. Für mich unverständlich was Marvel sich hier gedacht hat. Sonst word
jacker Wed, 15 May 2013 12:35:54 -0000
Antwort löschenHatte ich in deinem Kommentar schon gelesen. Muss mal etwas recherchieren was den Herren eigentlich in den Comics auszeichnete. Ich kann das ja wieder nur aus der perspektive des ungebildeten Filmkonsumenten sehen. Aus der heraus war der twist sogar ziemlich cool ;)
TheDrPepperPower Wed, 15 May 2013 12:42:16 -0000
Antwort löschenDie meisten scheinen ja recht angetan von diesem Film zu sein, aber ich muss sagen, dass für mich Iron Man nie sonderlich interessant war. Den ersten fand ich akzeptabel aber nicht besonders toll, den zweiten belanglos und unnötig und beim dritten habe ich inzwischen eher wenig Interesse, ihn überhaupt zu schauen. Alle fahren halt so auf Tony Starks Charakter ab was ich nicht so richtig verstehe. Klar ist er ganz witzig, aber 3 Filme lang tröstet er mich nicht über die übliche öde Random-Superheldengeschichte hinweg, mit anderen Worten: soo unterhaltsam er ist er dann auch wieder nicht und vor allem nicht sonderlich sympathisch. Ich habe inzwischen einfach so viele vom Prinzip her (nicht von der Qualität) nahezu gleiche Superheldenfilme gesehen (Fantastic 4, Green Lantern, Captain Amerika, Thor, Iron Man 1/2...), dass einfach kaum noch Interesse für diese Materie da ist. Guter Held rettet die Welt vor dem bösen Villain, ich find's inzwischen ziemlich ausgelutscht. Es hat hier zwar in der Vergangenheit einige schöne Werke gegeben, die vor allem eine Geschichte zu erzählen hatten (wie die erwähnten Nolan-Batmans oder den ungewöhnlichen "Watchman"), aber generell ist dieses Genre in den letzten Jahren mit so vielen mittelmäßigen/schwachen Filmen überflutet worden, dass ich einfach genug davon habe. "The Avengers" war immerhin nette Unterhaltung mit toller Action, aber "Iron Man 3" scheint mir einfach die abgespeckte Variante davon zu sein. Da warte ich eher auf "Man of Steel", der zumindest das Potenzial zu haben scheint, etwas wirklich Besonderes zu werden wie es "The Dark Knight" damals war und nicht einfach nur das übliche Schema F des Superheldenfilms durchzieht.
jacker Wed, 15 May 2013 13:00:58 -0000
Antwort löschenOb eine Comic-Figur interessiert oder nicht, das ist natürlich auch erstmal persönliche Präferenz.
Ich selber kannte früher überhaupt nur die bekanntesten Helden (X-Men, Bat-, Spider-, Superman. Dazu Captain America und Iron Man vom Sehen), von daher habe ich nie (außer bei X-Men und Spiderman) überhaupt Erwartungen an solche einen Film gehabt.
IRON MAN habe ich dann auch 'einfach so' auf blauen Dunst angeschaut und fand ihn gut. Gute Unterhaltung. Wohl auch aufgrund von Tony Stark, denn ob man den mag oder nicht, er ist eine sehr eigene Figur. Ein teil des Konzepts besteht ja auch daraus, dass er ein arroganter Arsch ist, trotzdem aber im entscheidenden Moment das richtige tut.
Mit den ganzen Superheldenfilmen gebe ich dir auch recht, eine Zeit lang hat mich das nur noch angeödet und es ist einfach eine Welle auf der viele Schwimmen und aus der katastrophales hervorgeht. GREEN LANTERN z.B. ist auch für mcih belanglose Einheitskost.
Aber die Marvel-Eigenproduktionen haben für mich einfach was. Was genau kann ich gar nicht sagen, aber sie gefallen mir besser als vieles aus der Ära davor!
Zur Evolution der IRON MAN Reihe kann ich nur sagen (Obwohl ich laut MP alle drei mit 7P bewertet habe): Dieser hier ist auf jeden Fall nicht schlecht. Weil Stark halt mehr Seiten als vorher hat und weil er auch nur unter dem Aspekt des Unterhaltungskinos sehr gut funktioniert. Gönn ihn dir zumindest auf BD ;)
TheDrPepperPower Wed, 15 May 2013 13:21:39 -0000
Antwort löschenDie ersten beiden X-Men Filme haben mir von Marvel übrigens sehr gut gefallen, die habe ich eben vergessen, zu erwähnen. Ich mag Tony Stark ja auch, aber ein einziger Film über ihn reicht mir persönlich dann auch. Ich muss da jetzt nicht über mehrere Filme die Entwicklung eines eigentlich eindimensionalen Charakters verfolgen, habe ich einfach wenig Interesse dran. Mir ist das mit diesen Superhelden einfach inzwischen zu viel, ich habe momentan einfach mehr Bock, relevantere alte Filme nachzuholen wie kürzlich z. B. "Angel Heart". Dabei kann ich dann auch mal den ein oder anderen Lieblingsfilm entdecken, bei sowas wie "Iron Man 3" geht's nur um die Frage: finde ich ihn noch akzeptabel und nur belanglos.
jacker Wed, 15 May 2013 13:26:57 -0000
Antwort löschenAuch das verstehe ich voll.
Hätte es AVENGERS nicht gegeben, hätte ich mir sicher IRON MAN 3 nicht im Kino angesehen. Oder noch krasser: hätte es den nicht gegeben, hätte ich mir überhaupt keinen dritten Teil angesehen. Ich brauche eigentlich keine Sequels zu irgendwas und bin ziemlich genervt von dem ganzen endlos Franchising heutzutage.
Und auch bei mir gibt es ganz viel wo ich eher Zeit rein investieren will. Klassiker, asiatisches Kino, etc.
Trotzdem ist IRON MAN 3 gelungenes Popcorn Kino!
Keineswegs mehr als das, aber sowas gebe ich mir dann und wann auch richtig gern !
Pastewka - Staffel 6
jacker Wed, 15 May 2013 11:04:45 -0000
Frischer Wind im Universum von PASTEWKA!
Anne und Basti sind mittlerweile verlobt und feiern das mit einem Ortswechsel. Raus aus der überfüllten Stadt, dahin wo es ruhig und friedlich ist! Und langweilig? Mag sein, aber so lange Bastian die Bruck los ist, ist ihm alles recht.
Doch wie der Zufall es will...
Qualitativ ist auch Staffel 6 nicht ganz, aber doch beinahe auf dem Niveau…
/p>Frischer Wind im Universum von PASTEWKA!
Anne und Basti sind mittlerweile verlobt und feiern das mit einem Ortswechsel. Raus aus der überfüllten Stadt, dahin wo es ruhig und friedlich ist! Und langweilig? Mag sein, aber so lange Bastian die Bruck los ist, ist ihm alles recht.
Doch wie der Zufall es will...
Qualitativ ist auch Staffel 6 nicht ganz, aber doch beinahe auf dem Niveau der großartigen vorhergegangenen fünften Staffel. An manchen Ecken fehlt das letzte Bißchen Skurrilität um perfekt zu sein, trotzdem unterhalten die aktuellsten zehn Folgen blendend. Auch weil Bastian nun, wo die Hochzeit ansteht, von ganz neuen Problemen geplagt und Zweifeln zerfressen ist.
Auch schön sind die Anspielungen in der Serie: Immer wieder werden Szenen mit bekannter Musik aus anderen Filmen unterlegt, das bringt einen Subtext unter das Gesehene, der dem geneigten Filmfreund schon ein Schmunzeln auf die Wangen zaubern kann.
Staffelhighlight: Kopf an Kopf rennen zwischen 'Der Hausmeister' (einfach herrlich wie Bastian's Traum vom Bruck-freien Leben bereits im Kern erstickt wird), 'Der Trip' (Der Voler, seine zwei Dödel und der Öko-Guide. Lecker Pilzpfanne!) und 'Der Junggesellenabschied' (Hagen in absoluter Hochform (!!!). Nie wird seine Figur diese Sternstunde toppen können. Und außerdem eine herrliche INCEPTION-Anspielung in den letzten Sekunden).
Staffelwertung: 08/10
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Pastewka - Staffel 5
jacker Wed, 15 May 2013 10:50:46 -0000
Der Pastewka. Und der Hagen. Die Dödel!
Ich hätte nicht gedacht, dass eine Serie, die zwischenzeitlich schon mal ein wenig (bis stark) abgebaut hatte, in der Lage ist sich mit einer späteren Staffel selbst zu übertreffen, oder zumindest auf das gleiche Niveau einer früheren großartigen Staffel aufzuschließen.
Im Falle PASTEWKA schafft die fünfte Staffel genau dieses Kunststück. Konkret:…
Der Pastewka. Und der Hagen. Die Dödel!
Ich hätte nicht gedacht, dass eine Serie, die zwischenzeitlich schon mal ein wenig (bis stark) abgebaut hatte, in der Lage ist sich mit einer späteren Staffel selbst zu übertreffen, oder zumindest auf das gleiche Niveau einer früheren großartigen Staffel aufzuschließen.
Im Falle PASTEWKA schafft die fünfte Staffel genau dieses Kunststück. Konkret: die Autoren liefern eine weitere (der zweiten ebenbürtige) 10 Punkte Staffel ab! Jede Episode bildet für sich eine kleine Geschichte, jede Episode ist für sich zum brüllen komisch. Man merkt, dass die Figuren in den vorherigen 40 Folgen schon klar geformt wurden - jeder hat sein Profil, seine Macken, seine Eigenarten, der Zuschauer kennt eben diese gesammelten Eigenschaften mittlerweile nur zu gut und diesen Zustand macht sich die Serie stark zu nutzen um wundervoll skurrile Geschichten zu erzählen. Immer leicht übertrieben und immer auf den Punkt.
Staffelhighlight: Unmöglich zu sagen. Egal ob Balder der Bruck ein 'unmoralisches Angebot' im Stile früher 90er-Jahre Erotik-Thriller macht, Pastewka und Hagen bereits mit der einfachen Aufgabe 'in einem Haus zu bleiben' überfordert sind, oder Pastewka Anne's Eltern vor versammelter Mannschaft bloßstellt - jede Folge ist ein Highlight!
Staffelwertung: 10/10 (mit Herz wenn es ginge!)
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Was Shinya Tsukamoto bewiesenermaßen kann:
Audiovisuellen Wahnsinn auf die Leinwand bringen, industruielle Noise-Soundtracks schreiben, beklemmende Atmosphären generieren, brutalen Body-Horror inszenieren, mit einfachen Mitteln maximale Wirkung erzielen, wegweisend auf dem Gebiet des Experimentalkinos sein, mit Metal hantieren, selber in seinen Filmen eine Rolle spielen, ...
Die Liste…
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Was Shinya Tsukamoto bewiesenermaßen kann:
Audiovisuellen Wahnsinn auf die Leinwand bringen, industruielle Noise-Soundtracks schreiben, beklemmende Atmosphären generieren, brutalen Body-Horror inszenieren, mit einfachen Mitteln maximale Wirkung erzielen, wegweisend auf dem Gebiet des Experimentalkinos sein, mit Metal hantieren, selber in seinen Filmen eine Rolle spielen, ...
Die Liste könnte man noch um einiges erweitern, leider muss ich jetzt, nachdem ich TESUO: THE BULLET MAN gesehen habe gezwungenermaßen das Gegenstück entwerfen.
Was Shinya Tsukamoto offensichtlich NICHT kann:
Dialoge schreiben, Geschichten konstruieren, Schauspieler auswählen die dem Begriff auch gerecht werden, seinem Industrial-Wahnsinn einen Sinn geben, Hochglanz-Optik, Special-Effects/Masken kreiren die auch einer HD-Auflösung stand halten.
Verdammt, TESUO: THE IRON MAN von 1989 war einfach ein brachial gutes Stück Esperimentalwahnsinn. Ein Grund dafür ist der Umstand, dass in diesem Film niemals die Frage nach dem 'Warum?' aufkommt. Ein Mann wird zu einer widerlichen Kreatur aus Fleisch und Eisen. Punkt, das wars und das reicht.
Zum 20-jährigen Jubiläum seines (ich nenne es jetzt einfach mal Meister-)werks soll nun ein zeitgemäßes Update stattfinden. Evolution anstatt Kopie soll hier als Ansatz gewählt werden, weshalb der IRON MAN nun sogar zum BULLET MAN (einer lebendigen Riesenknarre) mutiert und seine metallische Transformation zudem noch eine Rahmenhandlung spendiert bekommt. Eine Rahmenhandlung, die es in keiner Weise gebraucht hätte, denn es wäre noch nett gesagt sie als:
1. völlig unkreativ und platt (es ist wirklich die erstbeste Geschichte, die einem als Origin einfallen würde) und
2. Grob entmystifizierend (was mich z.B. auch am HELLRAISER Sequel stört. Diese Filme zeigen mir Dinge, die ich gar nicht wissen will) zu bezeichnen.
Nicht dass bloß das Skript nichts taugt, auch die Form in der uns die relevanten Informationen dargereicht werden wirkt wie 'Regiestudium, erstes Semester nicht aufgepasst'. Wenn sämtliche Ereignisse der Vergangenheit durch vorgelesene Texte rekonstruiert werden, fällt mir leider wieder kein anderes Wort als plump ein (vielleicht trifft uninspiriert auch noch zu?)! Wer Geschichten im wahrsten Sinne nur 'erzählen' will, ist vielleicht besser mit Höhrspielen beraten.
In ähnlicher Qualitätsregion rangiert das Können der 'Schauspieler' und der von ihnen hölzern dargebotenen Dialoge. Steif, bemüht und völlig ohne Wirkung stümpern sich der Metallmann, seine Frau, sein Vater, seine Mutter und eigentlich jeder andere Charakter einen groben Fehltritt nach dem anderen zusammen. Einzig Tsukamoto selbst mag ein wenig Präsenz auf den Screen zu bringen und kann die besessene Boshaftigkeit seiner Figur glaubhaft verkaufen.
Wo Tsukamoto's Qualitäten liegen (können), offenbart sich mal wieder auf audiovisueller Ebene. Auch hier regieren Hektik, Lärm, Schockmomente, zitternde Kamera und experimentelle Zeitraffer-Sektionen den Film. Das ist sowohl Handschrift, als auch für sich genommen gut, passt bzw. harmoniert jedoch wenig bis gar nicht im Gesamtkontext. Der visuelle Terror bekommt von der eingebauten Story, die sich immer wieder grob vernachlässigt fühlt, ein Bein gestellt. Als Dankeschön durchlöchert er sie mit lauten, brachiallen Bullet-Shots, sodass am Ende keiner von beiden zur Entfaltung kommen konnte. Die kurzen Momente, die es schaffen dem Zuschauer das Hirn zu verdrehen, reichen bei weitem nicht um die vielen negativen Seiten auszugleichen, vor allem weil Tsukamoto's frühere Filme weitaus stilsicherer waren.
Denn TETSUO: THE BULLET MAN wirkt sehr digital. Wahlweise bis kurz vor Grau- oder Sepia-Tönung reduzierte Farben bilden den Grundtenor, der mutierende Mensch ist mal per Maske dargestellt, die man leider als solche erkennt und welcher einfach der unperfekte Charme des alten Klassikers fehlt, zeitweise in pervers schnellen Sequenzen per CGI aufgepeppt, die man ebenfalls als solche erkennt, wenn man denn in den extrem verwackelten Aufnahmen überhaupt noch irgendetwas erkennen kann. Die Kamera ist nämlich in negativer Hinsicht der absolute Terror.
Wer TETSUO sehen möchte, der halte sich doch besser an den IRON MAN, denn das hier war nichts.
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Yadokari Mon, 13 May 2013 11:55:48 -0000
Antwort löschenWorüber schreibst du hier? Der Film existiert gar nicht.
jacker Mon, 13 May 2013 12:49:33 -0000
Antwort löschenDann wundere ich mich doch sehr was das in meinem DVD-Player gestern war!
Yadokari Mon, 13 May 2013 13:08:16 -0000
Antwort löschenEine Illusion, die die eigene Meinung von einem Regisseur gewaltig in den Keller ziehen kann.
jacker Mon, 13 May 2013 13:13:17 -0000
Antwort löschenDann ist es ja gut, dass es nur eine Illusion war.
Tatsächlich hatte ich danach das Gefühl, dass das gerade gar nicht passiert ist.. Wohl weil es tatsächlich so war!
Seltsame Welt.
Bodenständig.
Geerdet.
Realistisch.
Man kann es nennen wie man möchte, Fakt ist dass LE GAMIN AU VÉLO uns leise und still, fast passiv eine Ladung Realität serviert, die gerade aufgrund ihrer Unaufgeregtheit und zurückhaltenden Darreichungsform ins Schwarze trifft.
Im Endeffekt sehen wir nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben eines Jungen. Dieser Junge tut zwar sein…
/p>Bodenständig.
Geerdet.
Realistisch.
Man kann es nennen wie man möchte, Fakt ist dass LE GAMIN AU VÉLO uns leise und still, fast passiv eine Ladung Realität serviert, die gerade aufgrund ihrer Unaufgeregtheit und zurückhaltenden Darreichungsform ins Schwarze trifft.
Im Endeffekt sehen wir nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben eines Jungen. Dieser Junge tut zwar sein bestes, sein Inneres nicht nach außen zu lassen, schnell wird jedoch klar: Er ist verletzt, verzweifelt und tieftraurig. Denn sein Vater will ihn nicht mehr. Und so simpel das zunächst klingt, so hart und bitter ist es. Weil es da weh tut wo jeder von uns sensibel ist, da wo man gewollt werden will, Anerkennung braucht, die Hand ausstreckt und sich wünscht, dass sie genommen wird.
Tasusendfach passiert so etwas irgendwo, das weiß man. Trotzdem erzeugt die präsente und offensive Kälte beim lang ersehnten Treffen von Cyril und seinem Vater einen herben Kloß im Hals. Und jede von Cyril's weiteren Handlungen tut eigentlich genau so weh, weil überall der Schrei nach Aufmerksamkeit hervorbricht. Wie viele sind schon aus solchen Gründen an Leute geraten, die den Drang sich zu beweisen und dafür anerkannt zu werden schamlos ausnutzen? Und wie tief muss das Loch sein, wenn anstatt Anerkennung und einer herzlichen Geste wieder nur Kälte entgegenstrahlt?
Alles Fragen, die die Geschwister Dardenne ohne große Gesten und ausufernde Geschichten aufwerfen. Ein kleines Fenster in ein (bzw. zwei) fremde(s) Leben deren Wege sich gekreuzt haben reicht, um tiefes Mitgefühl mit dem kleinen verzweifelten Jungen zu erzeugen, aber auch Bewunderung dafür wie er kämpft und einfach nicht aufgeben will. Hartnäckig, egal wie sehr er vor den Kopf gestoßen wird, aggressiv egal wie übermächtig der Gegner erscheint (Le 'Pibull').
Ein Sozialdrama, was genau die richtigen Hebel umlegt und aufgrund seiner fast dokumentarischen Machart (in der u. A. Filmmusik fast vollständig fehlt) lediglich wertungsfrei einen Zustand zeigt. Was wir daraus ziehen bleibt uns überlassen.
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Wenn ich mich irgendwann erinnern muss, was mir aus LE MOUTON ENRAGÉ am meisten in Erinnerung geblieben ist, dann wird das wohl (abseits der bezaubernden Romy Schneider) die extreme Diskrepanz zwischen dynamischem, modernem, konsequentem, unheimlich experimentierfreudigem Inszenierungsstil und dem zeitweise schon überzeugenden, über lange Durststrecken jedoch recht schleppend voransschreiten Inhalt…
Wenn ich mich irgendwann erinnern muss, was mir aus LE MOUTON ENRAGÉ am meisten in Erinnerung geblieben ist, dann wird das wohl (abseits der bezaubernden Romy Schneider) die extreme Diskrepanz zwischen dynamischem, modernem, konsequentem, unheimlich experimentierfreudigem Inszenierungsstil und dem zeitweise schon überzeugenden, über lange Durststrecken jedoch recht schleppend voransschreiten Inhalt sein.
Besagter Inhalt vereint mal offensichtlich, mal (leider) ganz tief versteckt eine Fülle genialer Ansätze. Satirische Ansätze, eine interessante Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit auf narrativer Ebene, gesellschafts- und sozialkritische Elemente, Humor und Zynismus.
Alles, vielleicht auch aufgrund der Fülle an gesammelten Inhalten, leider wenig ausformuliert. Vielleicht auch nur mir persönlich zu wenig prägnant herausgearbeitet.
Da wäre zum einen das spannende Verhältnis der Hauptfigur Monsieur Mallet zu seinem körperlich gehandicapten (und daher immer sitzend im Bistro anzutreffenden) Freund Claude Fabre. Allein das Verhältnis, bzw. die Natur der beiden ist vielseitig interpretierbar und es macht Spaß diese Gedanken soweit zu spinnen, dass die Frage aufkommt: 'Gibt es einen der beiden vielleicht gar nicht?'
Ist Mallet das sich entwickelnde Skript des Schriftstellers Fabre, der auf einer mentalen Ebene im Dialog mit seinem niedergeschriebenen Protagonisten steht und nur über Kommunikation mit diesem Produkt seiner Phantasie den Fortlauf der Handlung neu speisen kann?
Ist Fabre gar nicht real, sondern eine Art abgespaltener Teil von Mallet's Persönlichkeit, die er (vergleichbar mit einem Tyler Durden) sich erschaffen hat um aus seinem alten, wenig spannenden bürgerlichen Leben auszubrechen?
Ist Fabre das Sinnbild für höhere Fügung und die Kraft bzw. Effektivität die Entstehen kann wenn der einzelne seinen spontanen Eingebungen folgt, seine Alltagsmechanismen bewusst über Bord wirft?
Viel ist da zu deuten (oder auch gar nichts), doch so viel/wenig Sinn auch jede Möglichkeit macht: die Antwort ist nicht klar und somit jedem Zuschauer selbst überlassen.
Dann ist da die streckenweise fast bissige Kritik an der Gesellschaft, der Rolle der Geschlechter und explizit männlichen Ritualen und Gewaltakten.
'Sich hochschlafen'. Ein negativ behafteter und geschlechtsspezifisch eindeutig definierter Begriff wird hier um 180° gedreht und entgegen der ersten Assoziation von einem Mann betrieben. Wohlhabende Nichten, reiche und verwitwete Damen, Society-Starlets mit Ruhm und Einfluss - Unser Protagonist macht auf seinem (von Freund Chabre klar instruierten) Weg nach oben vor nichts halt. Der Niemand steuert geradlinig auf Dagobert's Geldspeicher zu, der Zweck heiligt die Mittel. Doch zu welchem Preis?
Ein wenig fühlt Deville noch der High-Society, den 'Mächtigen' auf den Zahn und demaskiert ein wenig das Prinzip des Aufstiegs aus den falschen Gründen (Connections, Connections - eine Hand wäscht die andere) und die Effektivität von harscher, gewaltsamer Vorgehensweise (man denke direkt an das erste Treffen von Marie-Paule und Mallet).
Das dritte essentielle Thema in Deville's Film ist von romantischer Natur. Unzählige Frauen liegen Mallet zu Füßen, er hat alles und jeden, den großen Wagen, die Anerkennung und die Macht. Doch was ist im Inneren? Hier verpackt LE MOUTON ENRAGÉ eine sehr spät klar werdende und deshalb umso effektivere Parabel über SInn und Zweck des Daseins, Ziele und Erfüllung.
Klingt alles richtig gut. Genannte Charakteristike sind ohne Zweifel Qualitäten des Films, die man jedoch (speziell in der ersten Filmhälfte) überdurchschnittlich aktiv suchen muss. Denn ganz entgegen der hohen visuellen Dynamik (für 1974 sehr untypischer, schneller Schnitt / interessante Kameraperspektiven und -fahrten / Zoom-Effekte) schleppt sich der Film leider hier und da von Szene zu Szene. Das 'Viewing-Pleasure' deckt sich nicht ganz mit den guten inhaltlichen Ansätzen.
Trotzdem ein guter Film, der gegen Ende noch schön Fahrt aufnimmt.
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Gedanke: John Cusack dabei, das könnte ja trotz 'RomCom' (der ich ja gar nicht aus Prinzip abgeneigt bin) was werden.
Bilanz nach 20 Minuten: John Cusack ist sympathisch aber kein Garant für gute Rollen. Erhat eben auch in 2012 mitgespielt und auch wenn nichts an diese Katastrophe ran kommen kann, ist FRAU MIT HUND.. wohl auf ihrem Gebiet nah dran.
Absolut 08/15-mäßige, holprig…
Gedanke: John Cusack dabei, das könnte ja trotz 'RomCom' (der ich ja gar nicht aus Prinzip abgeneigt bin) was werden.
Bilanz nach 20 Minuten: John Cusack ist sympathisch aber kein Garant für gute Rollen. Erhat eben auch in 2012 mitgespielt und auch wenn nichts an diese Katastrophe ran kommen kann, ist FRAU MIT HUND.. wohl auf ihrem Gebiet nah dran.
Absolut 08/15-mäßige, holprig inszenierte und uncharmante Liebeskomödie mit (wenn überhaupt) wenigen flachen Gags und dem üblichen hollywood'esk-unkreativ bis prüden Umgang mit dem Thema. Stereotypen, Klischees, Kitschmusik, etc.
Keine Wertung, weil eben nicht ganz gesehen, aber es bleibt ein genüsslicher Klick auf 'Kein Interesse' und die Gewissheit, dass die Eineinhalb Stunden die ich mir geschenkt habe mit einem anderen Film besser investiert waren.
Würde ich werten: 03/10 (maximal)
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
S.Bendix Sun, 12 May 2013 13:10:31 -0000
Antwort löschenManchmal beneide ich den ein oder anderen hier um seine Freiheit. Wenn ein Film bei mir 20 Minuten läuft, ist es mir nicht mehr möglich, einen Rückzieher zu machen. Dann wird er ganz gesehen. Bis zum bitteren Ende. Und sei er noch so übel.
jacker Sun, 12 May 2013 13:45:02 -0000
Antwort löschenIch gewöhne mir diese Freiheit langsam an. Es gibt einfach noch zu viele Sachen die ich wirklich sehen will (der hier nicht! er ist im Einvernehmen mit der besseren Hälfte beim Rumklicken im Lovefilm VoD-Angebot ausgewählt worden) und wo ich mir dann auf jeden Fall eine Meinung bis zum (bitteren) Ende bilde, egal wie gut es mir gefällt.
Bei sowas hier hab ich jedoch schnell das Gefühl von totaler Zeitverschwendung!
Gästebuch
Brentano Fri, 24 May 2013 10:04:36 -0000
Hey, dein Profilbild sieht ja fast nach "Grönemeier" aus oder ist das "Dune"=?
Suki93 Wed, 22 May 2013 22:15:21 -0000
Jaa... ich Faultier bin zu überfordert mit Kommentare schreiben. Schreiben liegt nicht in meiner Natur :D Aber mein #1000 Kommi kommt hoffentlich morgen!
jp@movies Tue, 21 May 2013 16:19:28 -0000
Wunderbar wilde Mischung in den Lieblingsfilmen (Helge!), tolle Kommentare, da werd' ich immer schwach - und der Avatar tut ein übriges, also Freundschaft? Aber ruf ja nicht an, wenn du eh schon bei mir Zuhause bist ^^
Dasprofil Tue, 21 May 2013 11:44:34 -0000
Klar, man soll sich ja nicht um sonst die Mühe machen einen Profiltext zu schreiben.
Dasprofil Tue, 21 May 2013 09:19:45 -0000
Mir gefällt dein profiltext (dein Geschmack aber auch), deshalb schicke ich dir mal eine Anfrage.
Suki93 Fri, 17 May 2013 08:25:15 -0000
Danke! Ja, er ist unteranderem auch mein meist erwartester Film 2013 :)
the assassin 666 Tue, 14 May 2013 21:07:57 -0000
Hi, dein Profiltext und deine Kommentare gafallen mir, und Helge Schneiders Praxis Dr. Hasenbein als Lieblingsfilm da muss ich einafch eine Anfrage da lassen. Mag Helges Humor auch. :)
Broda Wed, 01 May 2013 17:25:36 -0000
Würde deine Kommentare gerne auf meinem Dashboard haben. Freunde? :)
Liebe Grüße
Chris12zero Mon, 29 Apr 2013 20:22:43 -0000
Supergeil, das freut mich!! ^^
Na deswegen ja, ein hoch auf das "beschissene Brügge" !!! ;D
Grüüüßeee^^
Ben Kenobi Mon, 29 Apr 2013 20:18:11 -0000
Ach, "Inland Empire" erwähnst du doch nur, um in mir den Reiz des Verbotenen auszulösen. ;) Keine Sorge, dem werde ich aber widerstehen. Tatsächlich hatte ich schon mehrfach Gutes über "Der Elefantenmensch" gelesen, war mir aber gar nicht bewusst, dass der von Lynch ist. Den werde ich mir sicher mal bei Gelegenheit anschauen! Danke für den Tipp. :)
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Als großer Fan der SCH'TIS musste ich einfach die italienische Variante sehen. Ich wollte es eigentlich nicht, aber ich musste es irgendwann tun. Da SCH'TI Schöpfer Dany Boon hier ja sogar als Produzent fungiert (und als Cameo auftritt)…