Gefährten

War Horse (2011), US Laufzeit 146 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 16.02.2012


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5.8
Kritiker
34 Bewertungen
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6.4
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1670 Bewertungen
143 Kommentare
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von Steven Spielberg, mit Jeremy Irvine und Tom Hiddleston

Das equine Kriegs-Epos Gefährten erzählt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem jungen Mann und seinem Pferd, die durch den Ersten Weltkrieg getrennt werden, um einander unter großen Entbehrungen zu suchen.

Handlung von Gefährten
Ein Gefährte ist für gewöhnlich jemand, mit dem man gemeinsam eine längere Reise bzw. Fahrt unternimmt. Weniger verbürgt ist, dass der Ursprung des Wortes auf der ‘Gefahr’ beruht. Dennoch treffen beide Bedeutungen auf Gefährten zu, die Geschichte zweier Freunde vor dem epischen Hintergrund des Ersten Weltkrieges.

Im Falle von Albert Narracott (Jeremy Irvine) ist nicht der Hund des besten Freund, sondern ein Pferd, das auf den Namen Joey hört. Die beiden sind unzertrennlich. Doch als der Krieg ausbricht und jeder seinen Beitrag leisten muss, wird Joey an die Kavallerie verkauft und aufs Festland für den Kriegseinsatz verschifft. Albert ist untröstlich und setzt alles daran, seinen Joey wiederzufinden. Für beide Gefährten bricht eine entbehrungsreiche Odyssee an, die sie auf unterschiedlichen Wegen durch die Kriegswirren führt.

Hintergrund & Infos zu Gefährten
Gefährten (OT: War Horse) ist die Effekt geladene und gleichsam gefühlvolle Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuches von Michael Morpurgo aus dem Jahre 1982 (2007 auch als Bühnenstück adaptiert), welche eindeutig die Handschrift des ewigen Wunderkindes Steven Spielberg trägt. Mit Gefährten wird einem Geschöpf die Ehre erwiesen, die ihm im Kriegseinsatz so häufig verwehrt blieb: dem Pferd. Tatsächlich ist die Geschichte der klassischen Kriegsführung untrennbar mit dem Einsatz des Pferdes verbunden und im Falle der Kavallerie namengebend (vgl. frz. cheval = Pferd). Die Tierschützer seien allerdings beruhigt: In gefährlichen Szenen von Gefährten wurden keine echten Pferde verwendet, sondern in aufwendigen Arrangements kraft CGI zum Leben erweckt.

Gefährten ist nicht der erste Film, in dem ein Pferd der eigentliche Star ist. Zu erinnern sei auch zum Beispiel an Der schwarze Hengst oder Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg. Zu ersten Kriegsehren kam dann aber doch der weiterhin führende beste Freund des Menschen: Lassie in Lassie – Held auf vier Pfoten. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Gefährten
Genre
Anti-Kriegsfilm, Buddy-Film, Drama, Kriegsfilm, Pferdefilm
Zeit
Erster Weltkrieg
Ort
Frankreich
Handlung
Abenteuer, Alte Freunde, Angriff, Armee, Beste Freunde, Britische Armee, Deutscher Soldat, Einsamkeit, Erwachsenwerden, Freundschaft, Front, Gasmaske, Gefahr, Jugend, Jugendlicher, Kampf, Kampfeinsatz, Kavallerie, Krieg, Militär, Militärische Ausbildung, Neue Freunde, Odyssee, Offizier, Pferd, Rekrut, Schlacht, Schützengraben, Sergeant, Soldat, Suche, Truppen, Verkaufen, Verletzung, Wahre Freundschaft, ungleiche Freunde, Überlebenskampf
Stimmung
Berührend, Ernst, Spannend
Verleiher
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
Produktionsfirma
Amblin Entertainment, The Kennedy/Marshall Company

Kommentare (138) — Film: Gefährten


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carina.koller

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Bewertung0.5Schmerzhaft

So wie fast bei jeder Buchverfilmung! BUCH VIEL VIEL besser. Musste sogar früher abschalten weil der Film so eigenartig ist! Buch lesen dann Film anschauen und die Bewertung fällt sicher anders aus.

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Johnny Gossamer

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Bewertung2.5Ärgerlich

Mir ist nicht ganz klar, wofür es hier 6 Oscars hätte geben können. Dieser Film kommt erst als beste-Freunde-Film dar, dann als knallharter Kriegsfilm und dann als Komödie. Als wäre das nicht schlimm genug, geht das Ganze wieder von vorne los. Natürlich darf das gewitze Mädchen ebenso wenig fehlen, wie die einzigen beiden "guten" Deutschen und die obligatorische Verbrüderungsszene zwischen den Schützengräben.
Selten bin ich von einem Film so enttäuscht worden.

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Filmkenner77

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Bewertung6.0Ganz gut

Wie nicht anders zu erwarten, ist "Gefährten" ein handwerklich einwandfreier Film von Steven Spielberg. Dennoch wird "Gefährten" in der Vita des großen Regisseurs sicherlich keinen herausragenden Platz einnehmen, weil das Werk doch recht überraschungsarm und konservativ inszeniert wurde, was aber sicherlich auch der literarischen Vorlage geschuldet sein dürfte. In seiner Schlichtheit erinnerte mich der Film unweigerlich an "Lassie – Held auf vier Pfoten" aus dem Jahre 1946, der eine ähnliche Geschichte mit einem anderen Vierbeiner erzählte.
Positiv hervorzuheben ist, dass sich "Gefährten" anders als in der heutigen Kinolandschaft üblich, viel Zeit nimmt, um der Geschichte eine gewisse Tiefe zu verleihen und die Charaktere sorgsam einzuführen. Hier arbeitet Spielberg sicherlich in der Tradition großer Meister wie John Ford, John Huston,William Wyler, King Vidor oder Victor Fleming. Insbesondere von den letztgenannten Regisseuren hat sich Spielberg hinsichtlich der Farbdramaturgie augenscheinlich inspirieren lassen. Gerade die Farbgebung am Ende erinnert doch sehr an Flemings "Vom Winde verweht".
Abgesehen davon ist die Geschichte recht episodenhaft erzählt, was wiederum Erinnerungen an Anthony Manns "Winchester 73" weckt. Hier ist es nur nicht ein Gewehr, sondern ein Pferd, das mehrmals den Besitzer wechselt und dessen Weg der Zuschauer verfolgt. Obwohl der Film mit einer Länge von annähernd 2,5 Stunden recht lang ist, bleiben für die wechselnden Besitzer des Pferdes oftmals nur Minuten, um prägende Charaktereingeschaften und Lebensgewohnheiten herauszuformen. Die Komprimierung von Charakteren ist gemeinhin schwierig und es bleibt festzustellen, dass dies Spielberg nicht immer gut gelingt. So bleibt manches oberflächlich und zuweilen klischeebeladen wie etwa der herrische Großgrundbesitzer oder die fahnenflüchtigen deutschen Soldaten, über die man nur wenig erfährt. Auch die Kriegsszenen selbst gelingen Spielberg nicht so gut wie etwa in "Der Soldat James Ryan", was aber sicherlich auch wieder der Vorlage, einem Jugendbuch, zugeschrieben werden muss.
"Gefährten" erreicht nie die bedrückende Atmosphäre von Filmen wie "Wege zum Ruhm" oder "Im Westen nichts Neues", die den Grabenkrieg auf eindringliche Art und Weise schilderten. Vermutlich war es auch gar nicht Spielbergs Intension, die Aufmerksamkeit zu sehr auf das Kriegsszenario zu lenken, um das Zielpublikum nicht zu sehr mit den Gräueln des Krieges zu verschrecken. Folglich setzt sich "Gefährten" natürlich der Gefahr aus, weder als Kriegsfilm noch als Drama richtig überzeugen zu können.
Spielberg gelingt die schmale Gratwanderung zwischen kitschiger Jugendbuchverfilmung und Kriegsfilm nicht ganz. Vieles bleibt gefällig und weniges nachhaltig in Erinnerung. Spielberg versucht seine ganz einige und bekannte Art Emotionalität zu wecken, aber irgendwie ist ihm dies schon einmal besser gelungen als in "Gefährten", der mich erstaunlich kalt gelassen hat.

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Filmkenner77

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Gut zu wissen, dass man scheinbar nicht gänzlich falsch mit seiner Einschätzung liegt.


vanilla

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Ja:D
Ist aber immer subjektiv, d.h auch wenn man allein im Wald steht, dann ist es eben so!!!
Aber wir verstehn uns;-)


cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

Spielberg spendiert ein super Setting, tolle Landschaftsaufnahmen, die für eine stimmige Atmosphäre sorgen und einen passenden Score. Mit der Geschichte konnte ich allerdings nur bedingt etwas anfangen, da der Erste Weltkrieg als Schauplatz der Handlung regelrecht aufgehübscht wird. Auch wenn man hier und dort einige fallende Soldaten sieht, bleibt ein beklemmendes Gefühl, das mehr als angemessen wäre, weitestgehend außen vor. Leider schafft es der einstige Ausnahmeregisseur zudem nicht, den Darstellern etwas Tiefe einzuhauchen, sodass das Pferd als Hauptprotagonist die wenigen beeindruckenden Szenen für sich in Anspruch nimmt, wie bspw. der panikartige Fluchtversuch vom Schlachtfeld durch und über die Schützengräben, der letztendlich im Stacheldraht endet.

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cpt. chaos

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Toll ist der sicherlich nicht, aber da gibt es weitaus schlechteree Streifen. Aber muss natürlich nicht zwangsläufig sein... ;o)


vanilla

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bei mir war es die emotionale Schiene die versagt hat.
Bei einem solchen Drama muss ich heulen wie ein Schoßhund, dann ist es ein toller Film, so nur gut, mehr aber nicht.


vanilla

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film spaltet die Gemüter wie ein Beil und ich kann das nach der Sichtung sehr gut verstehen.
Auf der einen Seite ist es ein Bilderbuch-Drama von einem der ganz Großen, nämlich Steven Spielberg.
Die Aufnahmen sind wahrlich grandios und die Musik wunderschön gewählt.
Auf der anderen Seite ist die Geschichte zwar rührselig und interessant, jedoch zu oft zu unlogisch und zu schmierig wie der "Slime von Slimer".
Zu viel Pathos, der jedoch komischerweise nicht das Herz so richtig packen kann.
Ein Paradoxon in Perfektion würde ich da nur sagen.
Ich hätte gerne geweint oder zumindest Tränen in den Augen gehabt.
Leider wurde mir das verwährt.
Nichtsdestotrotz ist "War Horse" kein schlechter Film, er galoppiert zwar im Mittelteil hervorragend, ist jedoch zu Beginn und zum Schluß höchstens auf Trabmodus eingestellt.
Eventuell bin ich mit meinen 30 Lenzen auch nicht mehr die Zielgruppe.
Ist eher was für die kleinere Generation.

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BenAffenleck

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Meine beste und lustigste Truppe. Hihi...


vanilla

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Alle essen Lasagne, ausser Ute, die steht nicht auf Stute,-))


The Freewheelin Fonda

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Bewertung3.5Schwach

"Wir versorgen dieses Pferd und werden es behandeln wie einen Soldaten!"

Ich hatte ja eigentlich kein großes Interesse an Spielbergs "War Horse", doch trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich mich über diesen Streifen so ärgern würde und dass ich es hier mit einem so überpathetischem Werk zu tun habe, wie es Spielberg nicht einmal mit "Saving Private Ryan" ablieferte.
Irgendwo sei diesem Regisseur dieser Film ja auch gegönnt, Steven Spielberg hat Filmgeschichte geschrieben, das Kino mitrevolutioniert und hat in seiner Filmographie Werke wie "Indiana Jones" oder "Der weiße Hai" stehen, er dreht seit über 40 Jahren Filme, muss keinem Menschen mehr irgendwas beweisen und kann sich wohl völlig frei und unabhängig aussuchen, welchen Projekten er sich widmet auch wenn es ein überkitschiges und unglaubwürdiges Drama über ein Pferd ist, was so manchem Filmfan vor den Kopf stößt...

Die Geschichte des Pferdes Joey, das die Schrecken des Ersten Weltkrieges miterlebt und dabei von Besitzer zu Besitzer wechselt, die alle nacheinander an der Front sterben, Joey kämpft aber weiter, will wieder zurück nach England und seinen ersten Besitzer wiederfinden, mit dem ihn eine unglaublich starke Freundschaft verbindet.
(Wenn ich mir meine Worte hier so durchlese, was habe ich eigentlich bei so einer Story erwarten können?)

Dieser Film ist so schrecklich unglaubwürdig, dass es schmerzt und größtenteils einfach verlogen wirkt. Wie man hier Dutzende Pferdeliebhaber vorgesetzt bekommt, die ihr Leben für ein Tier riskieren, lässt einen öfters den Kopf schütteln, bis man in der nächsten Szene wieder ein wenig bestürzt ist, in welcher seichten Art einem hier der Krieg präsentiert wird.
Ich weiß nicht, was man im Endeffekt mit diesem Werk erzählen wollte aber eine einseitige Story, viel Kitsch und Pathos, sowie ein Pferd als Hauptcharakter(alle anderen Personen sind so oberflächlich uninteressant, dass man sich fragt, ob das gewollt ist, damit der Zuschauer das Pferd als Identifikationsfigur annehmen kann, denn sonst gibts hier einfach nichts)
machten "War Horse" für mich zu einer zähen und langweiligen Arbeit, die Spielbergs schlechtestes Werk für mich darstellt(einen vierten Indiana Jones Film gibt es ja zum Glück nicht).

Starke Darsteller können das Gezeigte auch kaum rausreißen, wo man es hier teils doch mit sehr bemühten Mimen zu tun hat, während sich die Screentime von Leuten wie Cumberbatch und Hiddleston als schnieke Briten sehr in Grenzen hält.
Große Bilder und einen guten Soundtrack bekommt man für Spielberg typisch zwar geboten aber das kann am Ende auch nur noch ein paar Gnadenpunkte rausreißen.

Am Ende wirkt das hier fast schon wie eine Parodie auf Kitschfilme aber dass dieser Streifen Ernst gemeint ist, macht einem das Ansehen schon schwer erträglich.

Hoffentlich war wenigstens Mr. Spielberg hiermit zufrieden, gegönnt sei es ihm ja, so ein Wendyheft zu verfilmen.

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The Freewheelin Fonda

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@Andy Spielberg darf inzwischen wirklich alles machen worauf er Bock hat und verdammt nochmal, jemand wie er darf das auch zurecht!
Danke dir und wäre wahrscheinlich auch nicht dein DIng ;)
@Solveig Will ich schon ewig sehen und steht auf meiner Liste ;)
Die Grundidee von sowas hat natürlich was aber wie so etwas hier gezeigt wird...
@SM Das freut mich :D
Aber im Film hätte ich bei dieser Stelle echt kotzen können, das fand ich dann schon extrem unpassend wie das Tausende Soldaten am verrecken sind und alle plötzlich nur noch an dieses Viech denken...
@Rooster Naja ich mag Spielberg sehr gerne und kann teils auch mit Kitsch von ihm etwas anfangen, dass das hier kein neuer Lieblingsfilm werden würde, wusste ich natürlich aber das es DERARTIG unglaubwürdig wird, hätte ich mir nicht erwartet und nebenbei kennst du es doch wohl auch, wenn man Abend mal gar nichts zu tun hat, dass man einfach einen Film guckt, von dem man keine 8 Punkte erwartet?
Und wenn ich einmal einen Film angefangen habe, gucke ich ihn eben zu Ende, auch um hier einen Kommentar zu schreiben und am Ende habe ich Solveig und Stupid Motherfucker doch durch diesen Text etwas den Tag versüßt, das ist doch auch etwas ;)


RoosterCogburn

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Genehmigt
:D


Mr.English

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Bewertung3.0Schwach

Lamer scheiß. Das Pferd als Protagonist funktioniert für mich gar nicht, auch wenn ich die Idee, dass es durch den ersten Weltkrieg "reist" und instrumentalisiert wird und die verschiedenen Perspektiven zeigt gar nicht schlecht. Allerdings ist alles viel zu pathetisch, kitschig und unglaubwürdig. Ganz nette Kostüme und der RocknRolla bekommen noch ein paar Punkte.

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MichaelJ

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Bewertung1.0Ärgerlich

Dieser Film ist einfach nur unglaubwürdig. Leider schwirren die blassen Charaktere wie Schatten über den Bildschirm.. und haben kein bisschen Tiefe, die zu einem durchdringt. Es werden altbackene Klischees hergenommen, um unmotivierte Handlungen lebloser Figuren darzustellen.
Die unbeholfenen und wortkargen Dialoge wirken so, als gälte es, kein unangenehmes Schweigen aufkommen zu lassen. Es gibt Filme, die können mit wenigen Worten Sinnhaftigkeit und ganz große Emotionen hervorbringen, in diesem Film wirken sie wie verloren gegangene Schnipsel aus dem Wörterbuch..
Manchmal wirkt die übertriebene Schmalzigkeit wie ein eigenwilliger Verfremdungseffekt und man fragt sich, ob Steven Spielberg eine satirische Absicht verbirgt.

Der Film wirkt hektisch und verheizt Szenen mit emotionalem Potential im Schnelldurchlauf. Letztlich kann er sich auch nicht entscheiden, was für ein Film er sein will und an wen er sich richtet. Ihm fehlt die dezidierte Problematisierung wahlweise entweder der emotionalen Beziehung zwischen Mensch und Tier oder des Kriegsgrauens, das er überaus klinisch und keineswegs in seiner ganzen/wirklichen Drastik darstellt. Dass der Regisseur von "Schindlers Liste" und "Soldat James Ryan" hiermit auch noch sein Meisterwerk erschaffen haben soll, wie einige Kritiker meinen, ist mir völlig unverständlich und setzt dem Zynismus verharmlosten Kriegselends die Krone auf.
Der Film ist weder Fleisch noch Fisch.. er ist vermutlich die Lebensmittelattrappe für das Frontmotiv eines Pizzaburgers von Dr. Oetker.

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mesturet

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Bewertung7.5Sehenswert

Wahnsinnig gute Bilder, gute Story - ich hab mich unterhalten gefühlt.

Im Anschluss war ich zwar bedröppelt und wirklich nachdenklich gestimmt, aber das ist eben so, bei der Thematik.

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Morilmes

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Bewertung7.5Sehenswert

Mal wieder ein schöner Film von Regisseur Steven Spielberg. Die Optik ist sehr schön, die Stimmung mal düster, mal verspielt. Natürlich gibt es durchaus Längen und unnötig kitschige Szenen, das Ganze erzählt jedoch eine wunderbare und zugleich furchtbare Freundschaft zwischen Junge und Pferd wieder.

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StrykeOut

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Bewertung4.5Uninteressant

Eine der seltsamsten Filmideen seit langem: Eine Geschichte im ersten Weltkrieg aus der Perspektive eines Pferdes.
Wen das ansprechen soll? Ich weiß es nicht. Wendy-Leserinnen werden vom Weltkriegssetting wohl eher abgeschreckt, Freunden von ernsten (Anti-)Kriegsfilmen wird der wiehernde Hauptdarsteller gewaltig auf den Keks gehen. Ich mag ja Tiere echt gerne, aber wie hier praktisch alle Menschen mit ihren Pferden reden, als hätten sie einen Menschen vor sich, wie hier den Tieren menschliche Intelligenz und Emotionen zugeschrieben werden...das ist auch mir deutlich zu überzogen.
Neben dieser ziemlich schwachsinnigen Herangehensweise an den Ersten Weltkrieg bietet "Gefährten" auch ziemlich viel von dem, was schlecht ist, an Spielbergs Filmen.

Flache, klischeebeladene Figuren, die sich meist nur durch eine einzige Charaktereigenschaft definieren. Eine ziemlich naive Story, die extrem unglaubwürdig wirkt und sich viel hinbiegen muss, um zu funktionieren. Eine viel zu lange Laufzeit. Und eine riesige Ladung Kitsch, die selbst Titanic kalt und gefühlsarm wirken lässt. Wie Spielberg hier auf übelste Weise versucht, auf die Tränendrüse zu drücken, ist nicht mehr zu ertragen.
"Ohhh, das arme Pferd muss die schwere Kanone ziehen"
"Ohh, der arme Junge wird von seinem Pferd getrennt"
"Ohh, das arme Pferd hat sich im Stacheldraht verfangen und sowohl die englischen als auch die deutschen Soldaten haben nichts anderes im Sinn, als dieses Pferd zu retten"
"Ohh, Junge und Pferd sind wieder vereint und reiten zusammen vor dem Sonnenuntergang (Kein Scherz)"
Es mag Leute geben, die darauf anspringen, mich hat das einfach nur extrem genervt.

Zusätzlich ist da diese seltsame Entscheidung, in einem Kriegsfilm praktisch keine Gewalt zu zeigen. Die Kamera zeigt Kanonen oder MG-Schützen, die Einschläge ihrer Geschosse und deren Opfer aber nicht. Und wenn die Kamera sich tatsächlich mal entschließt, auf die Action draufzuhalten, kommt von irgendwo etwas ins Bild und verdeckt die Gewalt im letzten Moment. Selbst die Szene, in der das Protagonisten-Pferd im Stacheldraht hängenbleibt, ist überraschend blutleer und zahm inszeniert.

Das geht dann sogar so weit, dass wir den Tod von gleich zwei wichtigen Figuren nicht sehen, sondern bloß davon erzählt bekommen. Lieber Herr Spielberg, schon mal was von "Show, don’t tell" gehört?

"Gefährten" ist also inhaltlich ziemlich belangloser Kitsch, der den Ersten Weltkrieg auf naivste Weise simplifiziert und durch seine eindimensionalen Figuren nie wirklich fesseln kann. Durch seine überragende Optik, tolle Kamerafahrten und Effekte besticht der Film aber dennoch. Das kann der Spielberg nämlich.

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AshEvilDead

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Schöne Kritik und vollste Zustimmung meinerseits. :)
Hab den damals im Kino gesehen und fand den, für einen Spielberg-Film und vorallem für einen Kriegsfilm, ziemlich schlecht.


Jelli

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Bewertung5.0Geht so

Naja, ein typisches Spielberg-Meldodram halt. Nur für wen? Ein Pferdefilm für meine Nichte ist das sicherlich nicht, aber ein wirklich harter Kriegsfilm (wie der Soldat James Ryan) auch nicht. Dafür reichlich kitschig und alles andere als realistisch. Nunja, wer nahe am Wasser gebaut ist und Edelschmalz mag, der wird zufrieden sein...

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fabel

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich hab einen Hund, der heißt Maja, mit dem bin ich auch schon durch ein Gewitter um mein Leben gerannt.
Meine Katze, die Marge, hat schwarz-weißes Fell und auch die musste schon einiges mit mir zusammen durchmachen.
Albert, ein englischer Bauernsohn, setzt dem ganzen aber die Krone auf. Albert hat ein Tier, es ist braun, hat ein weißes Dreieck im Gesicht und ist riesig. Joey heißt es, ein Pferd ist es. Steven Spielberg hat viele Milliarden auf dem Konto, schon bei vielen Filmen Regie geführt und ist auch ansonsten sicher ein fähiger Mann. Was ihn, man kann es leider nicht platter formulieren, bei GEFÄHRTEN geritten hat, das kann er sich nur selbst beantworten. Vielleicht ist er beim Hollywood-Pferdepolo ja selbst mal aus dem Sattel gekippt, hat sich da irgendwo gestoßen und dachte sich: Bevor das nochmal passiert, mache ich lieber einen anbiedernden Kitschstreifen über Pferde. Geschafft hat der das. Gebraucht wurde das nur leider nicht. Womöglich hatte er auch nur zu viel Pferdesalagne.

Ganz grausam, nur inszenieren, das kann der Spielberg eben.
Vielleicht ist GEFÄHRTEN in ein paar Jahren aber auch ein wegweisender und bedeutender Film, wenn Putin & die Ukrainer ihren Konflikt beenden, indem sie gemeinsam ein Pferd aus einem Atompils befreien. Oder aber, wenn die ISIS-Kämpfer die Waffen niederstrecken, weil ein besonders niedliches Pferd vor ihrem Hauptquartiert wiehert.
Wer weiß das schon - bis das aber geschieht bleibt das ein überaus unaushaltbarer, kitschiger Nerv-Streifen, der nur mit seiner spielbergschen Inszenierungsmacht punkten kann. Und für einen Pferdefilm gab´s erstaunlich wenige Frauen, das hätte vielleicht noch einiges retten können...

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The Freewheelin Fonda

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Passender Kommentar zu einem UNLAUBLICH enttäuschendem Film.


ilgatti

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Was bitte ist "Pferdesalagne"? Muß ich das Kennen?


Sommergirl

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film ist gut gemacht und zeigt wie übel der Krieg war, vor allem für unschuldige Wesen wie Pferde und andere Tiere... ich habe Rotz und Wasser geheult, mir taten all die Pferde mega leid und es machte mich wütend, der Krieg hat zuviele wunderbare Wesen gekostet, wenn sich Menschen gegenseitig töten wollen sollten sie Tiere und unschuldige Zivilisten aussen vor lassen! Der Film hat wieder vor Augen geführt wie unsinnig das ist....

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BibbelDiBubb

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Bewertung7.0Sehenswert

Jaja, mir ist klar, wie absolut unrealistisch der Film in seiner Storyline ist (wobei die Darstellung des Krieges zumindest materiell sehr gelungen ist, herauszuheben vor allem die verschieden aussehenden Schützengräben von Deutschen, Engländern und Franzosen sowie die noch nicht vorhandenen Helme zu Anfang des Krieges), aber kommt schon... es ist so schön, dass man sich zumindest für die Dauer des Films vorstellen will, es wäre realistisch, und wenn man das tut, genießt man den Film.

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TShael

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Bewertung4.0Uninteressant

Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich keine Kriegsfilme mag. Aber einem Pferd dabei zuzusehen, wie es immer weitergereicht wird und dabei alle, denen es begegnet, sterben, ist nicht ganz meine Vorstellung von einem vergnüglichen Abend. Das Ende ist dann extrem schmalzig-dramatisch. Wem's gefällt...

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ProfessorAbronsius

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Bewertung9.0Herausragend

Entgegen sämtlicher Prognosen war WAR HORSE der absolute Renner an meinem letzten Kumpelsabend. Vier gestandene Kerle, die bei diesem epischen/ gefühlvollen/ kitschigen Pferdeabenteuer mehrfach ganz tief durchatmen mussten.
Spielberg beweist hier einmal mehr, dass Tierliebe des Mannes Kryptonit ist. Ich kann bestens nachvollziehen, dass WAR HORSE dem ein oder anderen zu sehr auf der Gefühlsklaviatur spielt. Mich hingegen hat dieser Film zutiefst bewegt und mehr kann ich als Zuschauer doch auch nicht verlangen.
Hier geht's um wahre Freundschaft (insbesondere zwischen Mensch und Tier), die durch nichts auf der Welt aufzuhalten ist.
Die episodenhafte Erzählform inmitten der Wirren des 1. Weltkrieges hat für Kurzweil gesorgt und mich sehr angesprochen.
Solche Filme verdienen für mich die Bezeichnung "Großes Kino".
Und auch wenn ich bisher nicht ihr größter Fan war:
Danke für diese wundervolle Reise, Mr. Spielberg!

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ProfessorAbronsius

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Das is sowas von Punkrock. :D Schade, dass man nicht die Kommentare unter den Kommentaren liken kann^^


BenAffenleck

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;-)


LeMarin

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Bewertung3.0Schwach

Drecksfilm!!!

Steven Spielberg at his worst: Schmalziges, selbstverliebtes, gestriges Popcorn-Kino, das die Achtziger wiederbeleben will und bei dessen Anschauen - hey, ich war guter Dinge! Starker Cast, berühmter Regisseur, 6 Oscar Nominierungen - mir so manches Mal der Mund vor Entsetzen offen stand. Eine Punkt-für-Punkt-Analyse, beginnend mit 3 positiven Pünktchen:

1. Die Optik. Das kann man "Gefährten" nicht absprechen: Der Film sieht super aus. Das Spiel mit Licht und Farben ist meisterlich, die Landschaftsaufnahmen sehr schön. Und kitschig. Dazu später mehr.

2. Das Storytelling. Steven Spielberg ist ja bekannt als Meister des Geschichtenerzählens, und dies ist eines der wenigen Dinge, die in dem Film mehr oder weniger funktionieren: Er erzählt eine Geschichte. Diese Geschichte vereinfacht eine komplexe Sachlage extrem, wird nicht konsequent erzählt, macht häufig wenig nachvollziehbare Sprünge, aber, immerhin: Obwohl ich beim Film so manches Mal den Würgreiz unterdrückte, wollte ich doch irgendwie wissen, ob Pferdchen und Reiterchen wieder zusammenfinden.

3. Pferde. Wer Pferde mag, bekommt im Film schöne Pferde zu sehen. Ich persönlich finde Pferde so la la: großer Kopf, dicker Bauch, gütige Augen. Aber, wie gesagt... alle Wendy-Leserinnen werden sich freuen.

Damit genug des Lobes, kommen wir zu dem, was den Film wirklich ausmacht: die dampfende Scheiße.

1. Der Schmalz. MEIN GOTT ist dieser Film kitschig. Ich hätte doch geglaubt, dass späte Neunziger-Epen wie "Titanic" und "Pearl Harbor" es geschafft hätten, uns den Schmalz im Kino endgültig zu vermiesen, aber da kommt, im Jahre 201 (!) auf einmal Opi Spielberg daher und serviert uns Wiedervereinigungsszenen vor rosaroten Sonnenuntergängen, junge schöne Männer, die Pferden unter Tränen ihre ewige Liebe gestehen, weise Märchenonkel, die mit verheulten alten blauen Augen aus ihrer Vergangenheit erzählen. Und das schlimmste: Mich hat NICHT EINE Szene in diesem 146 Minuten langen, nur auf die Tränendrüse drückenden Schmachtfetzen berührt. Nicht eine.

2. Die Charaktere. Flacher gehts nicht. Wir haben den hoffnungsvollen, mutigen, blauäugigen Farmer-Boy. Die weise Bauerfrau, die brav zuhause bleibt und kluge Sätze sagt, während sie am Fenster steht und wissend in die Ferne blickt. Den kauzigen Vater mit Hinkebein und Alkoholproblem, der natürlich, surprise surprise, ebenfalls ein Kriegsheld war und schlimme schlimme Erinnerungen hegt. Den bösen Geschäftsmann und Pächter. Den zynischen deutschen Militär-Schurken. Die süße kleine Französin. Und so weiter und so weiter und so weiter. Die Charaktere sind ALLE papierdünn und so schon tausendmal in anderen Filmen gesehen, in den meisten Szenen konnte ich regelrecht hellsehen, was XY als nächstes sagen oder tun wird, und siehe da: Es geschah. Aber ein toller Cast kann doch auch aus uninteressanten Charakteren etwas herausholen, oder... ?

3. Die Schauspieler. Nein, kann er leider nicht. Und so toll ist der Cast nun auch nicht für ein Spielberg-Epos: Tom Hiddleston und Benedict Cumberbatch sind die beiden einzigen großen Namen. Sie stellen zwei smarte Englishmen dar (was auch sonst), und verleihen ihren Rollen wenigstens Charisma (aber keine Tiefe). Der Rest: Forget it. Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass die Leistung von Hauptdarsteller Jeremy Irvine mit Lob bedacht wurde. Irvine ist schön, guckt mit großen blauen Augen und ewig offenem Mund (Gott, ich glaube, das Bild von Irvines Zähnen wird mich noch in meinem Schlaf verfolgen!) in englische Hügellandschaften, spricht mit Pferden wie mit Menschen, rennt viel durch die Gegend und versprüht NULL Charisma. Mann, was habe ich diesen hohlen Typen gehasst. Emily Watson als brave Hausfrau und Mutter. David Cross als netter deutscher Soldat, der tut, was ein netter deutscher Soldat in einem solchen Fetzen tun muss: Er desertiert. Niels Arestrup als französischer Landgutbesitzer, komplett mit weißer Freigest-Frisur. Diese ganze Gurkentruppe gehört in die Tonne, wird aber von Spielberg immer wieder pathetisch erhöht und als eine Art "Repräsentant" für die jeweilige Bevölkerungsgruppe genutzt.

4. Die Darstellung der verschiedenen Nationalitäten. In diesem Film sind englische Landbewohner ulkige, schrullige Typen, die lustige Tweedanzüge tragen. Geschäftsmänner reiten nicht, sondern fahren Auto, und sind reich und deshalb böse. Englische Offiziere sind smart und schick. Deutsche Offiziere sind schmutzig und (meist) böse. Der französische Opi kocht den ganzen Tag, während seine - natürlich hübsche - Enkelin mit Baguettes unterm Arm herumläuft und keck von Liebe redet. Deutsche sprechen in diesem Film Englisch mit deutschem Akzent, Franzosen sprechen Englisch mit starken französischem Akzent. Leute, sind wir in den 40ern?

5. Die Dialoge. Da kann man nur sagen: Schlimmer gehts nimmer. Speziell die angesprochenen nicht-englischen Figuren geben teilweise Perlen von sich, die mit ihrem Fremdschäm-Potential ans Idiotische grenzen.

6. Der fehlende Realismus. Wenn unser zentraler Bauern-Boy mit seinem Pferdchen krude Gespräche führt, hat niemand etwas anderes zu tun, als sich an einen Zaun zu lehnen und gebannt mit staunenden Augen zuzuschauen und zuzuhören. Ob nun im englischen Heimatdorf oder im Feldlazarett. Tränenreich wird mitten im Krieg über das Schicksal eines beliebigen Pferdes diskutiert. Da es leider im Ersten Weltkrieg noch keinen Holocaust gab, der dargestellt werden könnte, werden die Deutschen als Früh-Nazis präsentiert, die ihre Grausamkeit diesmal nicht an Juden, sondern an Pferden ausüben... komplett mit zynischem, Zigarre rauchenden Oberschurken.

7. Die Darstellung des Krieges. Ich glaube, so "clean" wurde Krieg noch nie gezeigt. Und schon gar nicht der Erste Weltkrieg in Frankreich und Belgien, der eine der bestialischsten Schlachten der Menschheitsgeschichte darstellt. Wenn die Kavallerie von den MGs niedergemäht wird, fließt auch nicht ein Tröpfchen Blut. Im Kriegsjahr 1918, nach vier Jahren Grabenkampf und Stellungskrieg, blicken uns die englischen Soldaten wohlgenährt aus strahlenden blauen Augen an. Im Kriegslazarett ist das schlimmste ein Soldat mit blütenweißen Verband und leicht unfrohem Gesichtsausdruck.

Also, mit Mühe und Not 3 Pünktchen für schöne Bilder mit Pferden... aber dennoch: Hilfe, wo sind die zweieinhalb Stunden meines Lebens geblieben???

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LeMarin

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Da hast du völlig recht. Ich schätze mal, die guten Kritiken lassen sich auf genau einen Grund zurückführen: Es steht der Name "Spielberg" drunter. Wer E.T., den weißen Hai, die Dinos und Oscar Schindler auf die Kinowelt losgelassen hat, der hat eben (offenbar) irgendwann einen Freifahrtschein für den "critical acclaim" und räumt auch mit so einem eitlen, dummen Alterswerk noch ab. Traurig, aber wahr, ich könnte die da weitere Beispiele nennen. Günter Grass zum Beispiel, um das Medium zu wechseln. Der schreibt auch seit Jahrzehnten nur noch Stuss, wird aber immer noch gelobt, weil er mal vor knapp 60 Jahren seine Trommel hervorgeholt hat.


LeMarin

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Übrigens: Ich habe im Nachhinein nochmal über den Film nachgedacht und mich so geärgert, dass ich eine wissenschaftliche Arbeit für die Uni drüber gemacht habe. Einfach unverschämt, dass der alte Spielberg mit so einem dummen, rassistischem Mist durchkommt.


JaniDarmi

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Toll gemacht und klasse Story!
Unbedingt ansehen:)

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sven.etan.binkert

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Episch, fesselnd, perfekt besetzt. Steven Spielberg in Bestform. Eine Reise, die unvergessen bleibt. Das Schlussbild alleine ist schon ein Meisterwerk. Und der Weg dahin: Intensiv, hochspannend und von einzigartiger Wucht.

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