Im Alter von Ellen

At Ellen's Age (2010), DE
Laufzeit 102 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 20.01.2011

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5.8 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Pia Marais, mit Jeanne Balibar und Julia Hummer

Ellen muss etwas ändern in ihrem Leben: Obwohl sie als Flight Attendant ständig um den Globus fliegt, ist ihr Privatleben eine Art Placebo geworden, das ihr die Sicherheit gibt, die sie so dringend braucht. Sie erleidet im Dienst vor einem Start eine Panikattacke und muss das Flugzeug verlassen. Als sie das Flugfeld überquert, wird ihr bewusst, dass sie im Begriff ist, ihr altes Leben zurückzulassen. Weil sie sich überall fremd fühlt, sucht Ellen nach einem Ort, wo sie sich zu Hause fühlt. So wird sie zu einer Touristin im Leben anderer Menschen und Gruppen, denen sie begegnet.
Im Alter von Ellen ist eine Tragikomödie und Reflektion über Identität: Ellen muss ihre vermeintliche Identität, die aber nur eine übergestülpte Maske zum Schutz vor Nähe ist, abstreifen und eine neue aneignen. Das mag ein langwieriger und anstrengender Prozess sein – gerade in ihrem Alter. Aber es ist Ellens einzige Chance auf ein wirkliches Leben jenseits der Fassade.

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Kritiken (9) — Film: Im Alter von Ellen

Nina Scholz : Fluter Nina Scholz : Fluter

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4.5Uninteressant

Ellen bleibt blass. Regisseurin Pia Marais' surreal anmutende Bilder lassen die Figur verschwinden. Die Regisseurin ist zu sehr bemüht gewesen, für Ellens Zustand bedeutungsvolle Bilder zu finden und ihre Situation anhand prätentiöser Umgebungsbilder zu verdeutlichen, so dass ihr die Hauptdarstellerin selber abhanden kommt.

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Claudia Nitsche: Radio Köln Claudia Nitsche: Radio Köln

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4.0Uninteressant

Ein Leben kann aus den Fugen geraten. Doch was Regisseurin Pia Marais zu dem Thema beizutragen hat, bleibt bis zum Ende des Films eine Aneinanderreihung von unsinnigen Elementen. Sicher, die Protagonistin ist Flugbegleiterin, doch die Bilder von Afrika wirken wie eine Resteverwertung einer geplanten Tierdokumentation. Und das ist nur eine der Wunderlichkeiten.

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Carsten Happe: Schnitt Carsten Happe: Schnitt

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7.5Sehenswert

Zu keinem Zeitpunkt begibt sich Im Alter von Ellen auf ausgetretene Pfade, sondern überträgt die vermeintliche Ziellosigkeit seiner Hauptfigur auf die gesamte Dramaturgie. Das ist mitunter ein wenig bemüht, und auch das Gefühl, daß manches zu sehr auf diesen Effekt hin inszeniert wurde, läßt sich nicht gänzlich abschütteln, aber aus seiner Unvorhersehbarkeit und der Verschränkung von Form und Inhalt bezieht Im Alter von Ellen einen Gutteil seiner eigentümlichen Faszination.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.0Ausgezeichnet

Die in Südafrika, Schweden und Spanien aufgewachsene Regisseurin Pia Marais schildert erfrischend und unkonventionell den ungewöhnlichen Selbsterfahrungstripp einer Frau um die 40. Den im Kino oft eher belächelten Tierschutz nimmt sie dabei auf sympathische Weise ernst, auch wenn sie wie in ihrem Erstling "Die Unerzogenen" augenzwinkernd den einen oder anderen Seitenhieb gegen die 68er austeilt: Alles ausdiskutieren will die Chefin der Veganer-Kommune, eine wahre Hippie-Type mit Zottelmähne (Julia Hummer). Und Libertin Florian schlägt seiner Ex vor, sie, er und seine neue Partnerin samt Kind könnten doch eine offene Dreier-Beziehung führen.

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Susanna Fazio: outnow.ch Susanna Fazio: outnow.ch

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5.0Geht so

Die Geschichte über eine 40-jährige Flugbegleiterin beginnt zwar gut, verliert aber in der zweiten Hälfte an Pepp. Zu wenig wird der mentale Wandel Ellens ausgedrückt.
Und genau dort liegt die Schwäche der Umsetzung. Denn obwohl Jeanne Balibar (Panique au village) in der Hauptrolle ihr Können zum Besten gibt (man beachte, dass dies ihre erste deutschsprachige Rolle ist und man ihr das kaum anhört!) und ihre Figur auch durchaus interessant ist, ist zuwenig deutlich, was in ihr vorgeht. Die Gedanken und Gefühle der Hauptfigur wurden im Drehbuch mangelhaft ausgearbeitet, so dass der Zuschauer Ellens plötzliche Katharsis nicht nachvollziehen kann. Dass die Frau in einer Lebenskrise steckt, ist klar, wie sie aber da wieder rauskommt, bleibt unklar. Keine Gefühlsregung deutet darauf hin, weshalb die Geschichte ein wenig unzufriedenstellend ausgeht.
Dennoch gibt es einige Momente, die gut verdeutlichen, dass Ellen aufgrund ihres Berufes Mühe hat, tiefgehende Beziehungen oder gar nur ein persönliches Gespräch zu führen. [...]
Im Alter von Ellen hat einige gute Momente, verliert aber gegen Ende an Spannung. Nicht zuviel erwarten, dann gibt's einen gemütlichen Filmbesuch. Nicht mehr und nicht weniger.

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Patrick Heidmann: Schnitt Patrick Heidmann: Schnitt

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7.5Sehenswert

Das nicht immer nachvollziehbare Verhalten der Protagonistin sowie die – in bester deutscher Tradition – oft bewußt gestelzten Dialoge sind [...] nicht unanstrengend. Marais' präzise Inszenierung und Bildsprache machten Im Alter von Ellen allerdings ebenso zu einem ersten Höhepunkt des Locarno-Festivals wie Balibars preisverdächtige Darstellerleistung.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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5.0Geht so

Für Ellens zielloses Treiben, ihre Entrücktheit, findet Marais Bilder, die diesen Zustand schön unterstreichen; doch immer dann, wenn die Suchende verharrt, sich einer Gruppe, einem anderen Mann anvertraut, wirkt der Tonfall manieriert, so als würde hier jemand nur etwas behaupten.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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6.5Ganz gut

Pia Marais gelang ein streckenweise reizvoller, aber auch verkopfter Film.

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Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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5.0Geht so

Im Bemühen um bizarre Szenenwechsel und vor allem im Tonwechsel zwischen Satire, Persiflage und Ernsthaftigkeit verliert sich Pia Marais [...] ziemlich bald. Nach etwa zwanzig Minuten schon hatte ich das Gefühl, einer Folge der Simpsons beizuwohnen, die jemand zum Spass mit Schauspielern nachgestellt hat.

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Kommentare (2) — Film: Im Alter von Ellen

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alter.native

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Bewertung6.0Ganz gut

„Zwischen unserer Welt und dem Chaos existiert nur eine dünne Schicht, wie eine japanische Papiertür“, hab ich mal in einem Interview mit Ferdinand von Schirach, dem Strafverteidiger, gelesen. Dass Ellen hier aus ihrer Welt als Flugbegleiterin ins Chaos stürzt ist unverkennbar, aber auch genauso chaotisch inszeniert. Der Beruf der Stewardess, der offenbar schon lange kein Traumjob mehr ist, wird kräftig und schön entzaubert, vieles Andere aber wirkt vollkommen beliebig, versatzstückartig. Bisschen wie "Free Rainer" von Hans Weingartner, guter kritischer Ansatz, aber dann irgendwie vergeigt.

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Sigmund

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Bewertung7.5Sehenswert

Interessanter Feelbad-Film, dessen leises Grauen von der zeitgemäßen Angst herrührt, dass selbst unsere engsten Bindungen – privat wie beruflich – so fragil sind, dass man stets nur wenige Millimeter entfernt ist von der totalen Vereinzel- und Vereinsamung.
Diese Haltlosigkeit und das damit verbundene Gefühl des Verlorenseins in einer zunehmend komplizierten Welt macht I.A.v.E. zu einem beachtlichen Zeitdokument und Psychogramm der Moderne.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

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