Oh Boy

Oh Boy (2012), DE Laufzeit 85 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 01.11.2012


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7.7
Kritiker
28 Bewertungen
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7.8
Community
3596 Bewertungen
179 Kommentare
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von Jan Ole Gerster, mit Tom Schilling und Inga Birkenfeld

Oh Boy zeigt uns 24 Stunden im Leben eines jungen Mannes und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Der Film handelt von der Sehnsucht, am Leben teilzunehmen.

Eigentlich will Niko (Tom Schilling) nur einen Kaffe trinken, aber nicht daheim. Es zieht ihn hinaus in die große Stadt Berlin und er begibt sich auf eine Odyssee, die ihn vor allem mit sich selbst konfrontiert. Er geht stramm auf die 30 zu und hat bereits vor einiger Zeit sein Jura-Studium abgebrochen. Er lässt sich durch die Straßen der Hauptstadt treiben, lebt in den Tag hinein und beschäftigt sich unfreiwillig mehr mit den alltäglichen Problemen anderer Menschen als mit seinen eigenen. Niko wird dabei selbst fast unbemerkt zum Außenseiter, doch dann wird er mit der Realität und seiner eigenen Passivität konfrontiert: Mit seiner Freundin ist Schluss, sein Vater (Ulrich Noethen) verweigert die weitere finanzielle Unterstützung und ein Verkehrs-Psychologe stellt Niko die Diagnose ‘emotional unausgeglichen’, nachdem Niko durch Trunkenheit am Steuer seinen Führerschein abgeben musste. Die Reise führt ihn zu seinem depressiven Nachbarn (Justus von Dohnányi), ans Theater zu seiner alten Klassenkameradin Julika (Friederike Kempter), an ein Filmset und schließlich in eine Kneipe, wo er auf den schwer betrunkenen Friedrich (Michael Gwisdek) trifft. Doch was er eigentlich sucht, bekommt er nicht. Wenn es doch nur irgendwo in der Stadt noch einen normalen Kaffee geben würde!

Hintergrund & Infos zu Oh Boy
Der komplett in Schwarzweiß gedrehte Film Oh Boy feierte 2012 beim Filmfestival von Karlovy Vary Weltpremiere. Jan Ole Gerster, der Regisseur und Drehbuchautor von Oh Boy!, gewann 2012 im Rahmen des Filmfests München den Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Drehbuch. Jan Ole Gerster assistierte bei Good Bye, Lenin! dem Regisseur Wolfgang Becker und liefert mit Oh Boy sein Regiedebüt, das unter anderem von Schiwago Film und der Chromosom Filmproduktion produziert wurde.

Oh Boy zählte 2013 zu den großen Abräumern beim Deutschen Filmpreis und gewann unter anderem die Goldene Lola. Insgesamt wurde Jan Ole Gersters Debütfilm mit sechs Lolas ausgezeichnet. In den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Tom Schilling), Bester Nebendarsteller (Michael Gwisdek), Bestes Drehbuch (Jan Ole Gerster) und Beste Filmmusik (The Major Minors, Cherilyn MacNeil) konnte sich der deutsche Schwarzweiß-Film durchsetzen. (AP)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Oh Boy
Genre
Drama, Komödie, Tragikomödie
Zeit
Gegenwart
Ort
Berlin, Berlin Mitte, Berlin-Ost, Kreuzberg, Prenzlauer Berg
Handlung
Berliner, Faulpelz, Jurist, Kaffee, Kneipe, Pech, Pechvogel, Pleite, Schauspieler, Scheitern, Sehnsucht, Student, Studentenleben, Theater, U-Bahn
Stimmung
Berührend, Eigenwillig, Witzig
Verleiher
Warner Bros./X-Verleih
Produktionsfirma
Arte, Chromosom Filmproduktion, Hessischer Rundfunk, Schiwago Film GmbH

Kommentare (172) — Film: Oh Boy


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DeLarge

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Erst beim zweiten mal gucken zu meinem lieblings Film geworden. Also ich weis gar nicht wo ich anfangen soll. Als aller erstes muss man sagen, dass alles einfach iwie zusammenpasst. Die Musik, passt perfekt zu dem Schwarz/Weiß flair und der Atmosphäre. Die Kameraführung ist genial, ständig in Bewegung und jede einzelne Aufnahme,könnte man als Foto hernehmen und aus allen Fotos könnte man locker eine preisgekrönte Ausstellung füllen. Für mich ist das schönste Bild einfach das, bei dem er am Fenster sitzt und hinaus auf Berlin schaut. Die Dialoge sind überragend und tragen den Film, genau so wie die Schauspielerische Leistung und die zahlreichen Gastauftritte. Dazu kommt, das alles am Film durchgeplant ist und im Hintergrund sich zahlreiche Gags verstecken, sei es der Nazioffizier der mit dem gekennzeichneten Juden eine Qualmt oder die Verletzten vordem Krankenhaus, sei es das der Protagonist niemals selber feuer hat oder das erst Polizei, Feuerwehr und dann Krankenwagen eine Rolle spielen. Doch das aller beste ist das Ende, die letzte Szene, der Schluss: Den ganzen Tag über wird ihm der Kaffee verwehrt, jedesmal ist ein Grund vorhanden, der ihm den Kaffee verweigert, doch mit anbruch des neuen Tages und somit dem Schluss des Films, sitzt er im Kaffeehaus und genießt dann doch letztendlich seine sehnsüchtig erwartete Tasse Kaffee. Alles ist überstanden und schließt mit dem Kaffee ab, was für ein Schlussbild, was für eine Idee den Film enden zu lassen. Wenn man die Handlung betrachtet ist kein Spannungsbogen zu erkenne, der Film lebt ganz einfach von der Erzählweise des Alltags und den spritzigen Dialogen. Für solche Filme lohnt es sich das deutsche Kino doch nicht abzuschreiben, sowas ist einfach unnacharmbar. Ich liebe diesen Film und kann ihn einfach nur jeden empfehlen. Perfekt für einen gemütlichen Abend.

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Martin Jurgeluks

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Feinstes schwarz/weiß formt Oh Boy in ein annährend buntes und extrem gut unterhaltenes Erlebnis, das ich wünschte viele würdem dem Beispiel folgen. Dazu kommt noch meine zweite Heimat Berlin so schön zur Geltung, das ich gar nicht anders kann als den Film sehr zu mögen.

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Jack Pot

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Bewertung7.5Sehenswert

Herrlich unspektakulär, ohne einen großen Knall, trotzdem nie langweilig und sehr sympathisch.

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bonjovi84

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Bewertung7.0Sehenswert

der film läuft völlig ziellos durch den tag und wird dennoch nie langweilig. dialoge, gesprächspartner und tagesablauf werden nie uninteressant. kurzweilig gut. sehenswert!

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KittyPimms

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eins vorweg: ich bewerte deutsche Filme nicht nach dem üblichen Maßstab. Den Satz: "Für einen deutschen Film ist er gut gemacht." würde ich niemals von mir geben. Ein Film ist ein Film, da steckt Arbeit dahinter und Mühe, er kann aus jeder Nische der Welt kommen und für mich zählt nur eins: Was erzählt uns dieser Film und wie stellt er es an, dass der Zuschauer nicht wegschalten möchte. Danach lässt sich Qualität messen.
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OH BOY spielt in der Gegenwart und ist in schwarz-weiß Bildern gehalten. Der Handlungsort: Berlin, diese große Industriestadt, dieser Ort, in dem so viel Geschichte steckt, eine Stadt wie ein System. Unser Hauptprotagonist: der ziellose, immer müde und genervt wirkende Niko, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiß. Eigentlich ist er intelligent, ein Philosoph, ein Beobachter, dem aber seine Beobachtungen nicht gefallen. Alle Menschen um ihn herum wirken merkwürdig, als würden sie eine andere Sprache sprechen, die er nicht versteht. Alle Welt geht ihm auf den Geist und so verbringt er diesen ganzen Tag, an dem uns der Film an seinem Leben teilhaben lässt, damit, irgendwo ungestört einen Kaffee trinken zu wollen, was aber irgendwie unmöglich scheint.
Eine Handlung hat OH BOY eigentlich nicht. Einem Genre kann ich ihn auch nicht zuordnen. Er ist ein kleiner, leiser, unspektakulärer Film, der aber großartig mit Bildern umzugehen weiß und über sie eine Menge ausdrückt. Wir erfahren recht wenig über Niko, dafür bekommen wir aber einen eindrucksvollen Einblick in seine innere Lebenswelt, deren Spiegelbild wir in den schwarz-weiß-Bildern und in den Aufnahmen von den eher hässlichen und grauen Ecken Berlins sehen können. Um nicht Teil eines Systems zu sein, das ihm nicht gefällt, flüchtet er in ein passives Dasein, läuft vor dem Leben und den Menschen weg, sehnt sich aber gleichzeitig danach, am Leben teilzunehmen und eine Menschenseele zu finden, die ihn versteht. Und diese Suche und dieses Weglaufen ist hier brillant dargestellt und mündet in einer kleinen feinen Szene am Schluss, die - im wahrsten Sinne des Wortes - Licht in die dunkle Welt Nikos bringt. Während man den ganzen Film über den Eindruck hat, er sei ein Statist in seinem eigenen Film, macht er eine stille Wandlung in einen richtigen Hauptprotagonisten durch.
Ein vielversprechendes Regiedebüt von Jan Ole Gerster, dem es großartig gelingt, die Ziellosigkeit des Menschen und das Gefühl des Nebeneinander-Existierens mit der Nachkriegsstimmung zu verknüpfen, ohne dass Hoffnungslosigkeit aufkommt und die Melancholie die Oberhand gewinnt. Ich bin sehr gespannt, was wir in Zukunft von ihm und von Tom Schilling, der mich sehr positiv überrascht hat, zu sehen bekommen.

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SpiceWeasel

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Schöner Kommentar! Allein dein"Eins vorweg" bekommst nen like und eine Freundschaftsanfrage. ;-)


Curryman1312

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gott wie ich diese Bahnspastis hasse.

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DonChris

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Bewertung7.5Sehenswert

"Oh Boy" hätte ich mir ohne der Community wohl nie angesehen, was ganz einfach daran lag, dass ich mit Tom Schilling bisher nicht wirklich Gutes verband. Sicherlich habe ich auch die falschen Filme gesehen, der letzte der mir in Erinnerung geblieben ist, war die sicherlich undankbare Rolle, die ihn aus meiner Sicht sichtbar überforderte in "Mein Kampf". Aber gut, in "Oh Boy" hat er da bei mir wieder einiges gerade gerückt.

Der Film an sich war ein recht dankbares Beispiel, dass auch der deutsche Film kann, wenn er will. Und vor allem kann, wenn er nicht zu-viel will. Denn obwohl die Geschichte jetzt nicht vor Tiefsinnigkeit strotzt, wurde sie gut und passend erzählt. Und auch die Bilder und Charaktere, die alle samt eine triste Atmosphäre vermitteln, die dann in unserem Hauptprotagonisten mündet und auf diese Art und Weise sein Inneres nach Außen kehrt.

Ganz untypisch für den gewöhnlichen deutschen Film, verstand es "Oh Boy" obendrein einige Szenen zu konstruieren, die hervorragende Situationskomik hatten und getragen wurden von skurrilen, witzigen Dialogen.

Doch vom guten Handwerk mal abgesehen gefällt mir einfach die melancholische, fast resignierende Art unserer Hauptfigur. Einem Charakter, der prinzipiell aus einem gebetteten Umfeld kommt, der ein Jura-Studium begonnen hatte, der dabei im Gegensatz zu vielen anderen Studenten keine echten finanziellen Sorgen hatte, weil Papa jeden Monat mit dem Koffer kam, und der dennoch oder gerade deswegen in eine Sinneskriese fällt, alles hinwirft, sich verschließt und schon in so jungen Jahren das Gefühl hat, sich selbst fast vollkommen verloren zu haben.

Ein Meisterwerk ist der Film deswegen zwar nicht, weshalb meine Bewertung nicht über eine gute 7.5 hinaus kommt, doch Jan-Ole Gerster kann zu Recht stolz sein auf seinen ersten Film, den er ruhig, abseits des Mainstream als seine Abschlussarbeit umsetzt. Allein durch den schwarz/weiß-Charakter wirkt der Film andersartig, allerdings spart man so auch eine Menge Zeit und Geld im Grading und der Farb-Korrektur ;).

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

DonChris

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@danny: Der Film heißt "Mein Kampf", logischerweise habe ich das Buch nie gelesen, würde ich auch nie, aber man hat ja Vorstellungen vom Inhalt und der Film ist keine Verfilmung des Buches. Es geht dort um den jungen Addi, den der noch grün hinter den Ohren war und in Österreich ;). War aber nicht überzeugt vom Film, also spar dir den ruhig ;)


AmeliaPond

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Ein Meisterwerk vielleicht nicht,aber mit Sicherheit eine Perle. Ich fand auch die Kamerearbeit wirklich sehr schön. :)
Tom Schilling fand ich bisher immer gut,habe aber Mein Kampf auch nicht gesehn.Schließe mich danny an,ich erwarte da auch noch viel.


Andy Dufresne

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Bewertung7.5Sehenswert

"Nicht(s)" als Film.

Damit meine ich nicht "Nicht(s)", im negativen Sinne, sondern "Nicht(s)" im reinen Sinne von eben "Nicht(s)".

Nicht schlecht.
Nicht wirklich aussagekräftig.
Ziemlich viel "Nichts" an Geschichte, an "normaler" Story, an Erzählbogen.
Auch "Nicht" Kunst, also an tieferer Bedeutung, an "Wow, hier ist aber Kunst vorhanden/verborgen!".

Einfach ein kleiner, immer wieder großer, schön nonchalanter Film, über einen Jungen, der viel mehr Mann sein sollte/könnte, aber eben doch sehr jung, also am liebsten konsequenzlos jung entscheiden, leben, wirken möchte.

Am liebsten würde dieser Junge/Mann gar nichts entscheiden, nichts verantworten (müssen), nichts (selbst) auslösen.

Da will einer am liebsten einfach nur sein.
Einfach nur "Nichts" sein.
Er will nicht nur nicht agieren, er will, im besten Falle, nicht mal reagieren.

Er will eigentlich nur einen Kaffee haben.
Einen Kaffee bestellen, ohne Rückfragen, einen Kaffee bekommen, diesen Kaffee dann trinken, im besten Falle komplett ungestört.

Dieses Leben aber, das menschliche Sein, findet nicht auf einer "persönlich ungestörten Ebene" statt.
Dieses Leben, findet in einem manchmal mahlstromartigem, manchmal freiem, manchmal drucklastigem, manchmal nicht erklärbarem, ungewissem Rahmen statt.
In einer Welt, in der alles, wirklich ALLES in Bewegung ist, IMMER in Bewegung ist.

Muße, Stillstand, Innehalten, wahres Nachdenken, dies findet sehr, sehr selten statt.

Meistens muss man etwas.

MUSS man etwas tun, muss man Entscheidungen treffen, vor allem:
Muss man zu Entscheidungen stehen, muss man eben Verantwortung annehmen, muss man mit sich selbst, mit Entscheidungen zurecht kommen, muss man aushalten können.

Tom Schilling (ich mag ihn extrem gerne in dieser Rolle!) flüchtet vor dem Leben.

Ihn hier zu begleiten, ihn hier zu beobachten, ihn hier, am Ende, zum Schluß hin wenigstens, ein wenig Realität schnuppern zu sehen:
Das hat was, das hat wirklich etwas.

Einiges wirkt in meinen Augen gestelzt, sehr "drehbuchmäßig", sehr formelhaft (die Begegnung mit der ehemals voluminösen Mobbingmitschülerin, die Klischeegang mit ihren Klischeesprüchen, der Vater mit seinem Assistenten, der neugierige, dann zusammenbrechende Nachbar...).

Und doch gelingen dem Film immer wieder Kabinettstückchen, kleine, ganz großartige Momente (Die erste Viertelstunde, die Zeit am Filmset, das Ende...).

Hier DAS filmische Wunder zu entdecken, dies gelingt mir zwar nicht, aber ein sehenswerter, ganz eigenwilliger, kontemplativer, wahrlich erfreulich witzig-melancholischer Film, das ist "Oh Boy" dann doch ganz klar.

So geht erwartungsweckendes Erstlingswerk.

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pischti

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Meine Lieblingsszene ist, als er beim psychologischen Idiotentest sitzt, einfach nur großartig! :D


Andy Dufresne

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"Wer ist denn der Idiot, sie oder ich?"
Beste Szene, auf jeden Fall :)
Der Psychologe ist sooo geil :D


malte.fischer.9404

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Anders aber interessant!"

Oh Boy versucht nicht gleich ein großer Mainstream-Film zu sein, er ist es auch nicht. Angefangen damit, dass dieser Film im Schwarz-Weiß-Look daher kommt und man ständig diesen jazzigen Soundtrack hört. Zumal fand ich den Soundtrack gar nicht mal schlecht! Die Story ist eigentlich ganz banal, zeigt dafür das Leben des Nico, sodass der Film doch wieder interessant ist. Es wird nicht gleich mit wildem übertriebenen Kram herumgefuchtelt, sondern es bleibt banal aber ebenso genial! Berlin kommt in diesem Film übrigens auch ganz groß raus. Der Film ist mit Tom Schilling, ... und natürlich Robert Hofmann [ ;) ] ganz gut besetzt. Eine Komödie finde ich ist es jetzt nicht unbedingt, vielleicht eher ein Drama. Es gibt deswegen dann auch manche, die behaupten der Film wäre langweilig, da er nicht lustig sei. Ich habe mich nicht gelangweilt!

Vor allem Filmfreunde sollten diesen Streifen mal sehen! Ich denke, dass dieser Film bald irgendwann auf dem Ersten oder auf arte zu sehen sein wird. Ich habe ihn bei Google Play für 5,99€ in HD gekauft. Der Laptop kann zwar FHD, aber irgendwie hat das Google so blöd gemacht, dass man das gar nicht mal in HD schauen kann. Dafür kann ich es immer streamen.

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Slevin_Kelevra23

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Bewertung5.0Geht so

Den Kritiken nach zu Urteilen ist mir beim Sichten von "Oh Boy" wohl etwas entgangen, denn ich sehe leider nirgendwo das Potenzial diesem Film 8 Punkte oder ähnliches zu geben. Das Bild, sowie die Filmmusik sind doch sehr gewöhnungsbedürftig und ich muss sagen, dass die Idee bei mir einfach nicht zündet. Stellenweise kann "Oh Boy" recht gut punkten, doch im Gesamtbild wirkt er mir persönlich arg zu trüb und handlungsarm.

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Sinneast

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Bewertung9.0Herausragend

Na bitte, der Deutsche Film lebt noch. Im Gegensatz zum gescheiterten Fick Dich Göthe, erleben wir hier eine bittersüße Gesellschaftssatire/ Drama, die am liebsten nicht enden soll und in einer völlig anderen Liga spielt als der hirnlose Brei von Bora Dagtekin. Tom Schilling macht hier einen Mordsgaudi und wirkt ohne HItlerbärtchen weitaus sympathischer. Oh Boy ist eine wundervoll, in eleganten Bildern festgehaltene Gesellschaftszeichnung, die aus jeder Pore Wahrheit ans LIcht befördert und dem Spießertum ein Ende setzt. Berlin dient als urbane Kulisse und könnte kein passenderer Schauplatz für unser erkranktes System sein.
Oh Boy erzählt in fast jeder Szene eine Geschichte, glänzt mit großartigen Dialogen, scharfen Figuren und wirft jede Menge unbequeme Fragen auf, die sich durch fantastisches Schauspiel ganz zaghaft aber bestimmend in den Vordergrund drängen. Ich könnte Herrn Schilling bei seinem Schauspiel ewig verfolgen, so sehr hat er mir einen Lachanfall inmitten der Nacht beschert.
Auf einzelne Szenen mag ich gar nicht eingehen, weil jede Szene für sich spricht und das Gefühl erzeugen, dass diese Geschichte niemals enden soll. Ich war traurig als der Abspann kam, aber glücklich zugleich. Neben Herrn Lehrmann ist Oh Boy mit das Beste was es an anspruchsvollen deutschen Komödien gibt.

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florian.michalski.1

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Wort: GENIAL

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ArtYunkie

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Bewertung9.0Herausragend

Von Anfang bis Ende ein realitätsnahes Filmgut was sehr gut Einblick in eine auf sich gestellte Welt zeigt. Von den herrlichen Dialogen bis hin zum Farblosen Gefühl, was beschrieben wird, ist dies ein aufschlussreiches Werk, was keinem anderen Gerecht werden muss, dar es eher für sich alleinstehend im Kontext zu sich selbst steht. Das dies ein deutscher Film ist, wurde mir persönlich nur klar, durch die Präsenz von deutschen Schauspielern. Sonst hängt dieses Werk anderen in nichts nach. Ganz im Gegenteil.

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hablo92

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Bewertung9.5Herausragend

Selten war ich bisher so begeistert von einer schauspielerischen Leistung. Ich konnte richtig mit dem Hauptdarsteller mitfühlen. Auf mich wirkte der Film sehr echt. Er könnte genauso in Wirklichkeit abgelaufen sein. Einige Male musste ich auch ziemlich lachen. Vor allem bei den Kaffee-Szenen :D

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fennek

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Bewertung7.0Sehenswert

Es ist ein guter Film geworden. Und wenn _ich_ das über einen _deutschen_ Film sage, bedeutet es: es ist einer der besten deutschen Filme der letzten Zeit.

Es hätte ein RICHTIG guter Film werden können. Aber dann schlichen sich doch die typischen Probleme des deutschen Films wieder ein:

(Spoilerwarnung!)

Zum Einen die Drehbuch-Dialoge, die manchmal mit natürlicher Sprache bemitleidenswert wenig zu tun haben, und die von den Schauspielern nicht aufgeweicht werden. Am Unangenehmsten fällt hier Friederike Kempter's Julika auf. Ob Kempter nicht besser sein wollte, konnte oder durfte, weiß ich nicht. Ist aber für das Ergebnis auch unwichtig.

Und dann die eigentlich glaubwürdigen Dialoge/Monologe, die von ihren Schauspielern kaputt gespielt werden. Ulrich Noethen und Steffen Jürgens sind in ihren Rollen als (mit guten Gründen) Wütende kein Eintrittsgeld wert.

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Crumby7

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

So lange hätte ich es nicht ohne Kaffe ausgehalten; von daher eine tolle schauspielerische Leistung.

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Lakonisch-lustig und unglaublich originell mit abgedroschenen Berlin-Bildern und einem jazzigen Sountrack, wie man es von Woody Allen kennt: Oh Boy ist eine Bereicherung fürs deutsche Kino!

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Cellmorbasg

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Von den Begegnungen die Niko Fischer an einem Tag in Berlin erlebt, sind es vier, die den Film für mich auszeichnen. Da ist der Film im Film, ein Kommentar zu rührseligen (deutschen) Filmen über die Nazizeit, der wie der gesamte Film Komik und Tragik zusammenbringt. Dann trifft Niko auf seinen Vater und in dieser Auseinandersetzung spiegeln sich einige Probleme die in seinem Leben aufgelaufen sind. Das Zusammentreffen mit der liebevollen Oma eines, in ihrem Angesicht nicht weniger liebevollen, drogendealenden Enkels ist dann ein Ruhepol des Films und für einen kurzen Moment schafft es Niko ganz bei sich und im Reinen zu sein. Zum Schluss geht es dann in eine Kneipe und auf Niko wartet ein unverstandener alter Mann mit einer alten Geschichte. Ein kleiner Junge steht in der dunklen Nacht, umgeben von Feuer und zerbrochenem Glas, und weint. Gerade zwanzig Jahre sind vergangen seit die Republik ausgerufen, 51 Jahre bevor die Grenzen einer anderen Republik sich wundersam öffnen. Alles hier, in Berlin. Spiegelbild deutscher Geschichte und der Suche nach sich selbst.

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MonsieurTomate

Bewertung10.0Lieblingsfilm

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Sternenfänger*

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Kennst du das, wenn man das Gefühl hat, dass die Menschen um einen herum irgendwie merkwürdig sind? Aber wenn du ein bisschen länger drüber nachdenkst, dann wird dir irgendwie klar, dass nicht die anderen, sondern dass man selbst das Problem ist?"

Ein schöner, feiner, kleiner Film, der mich auf seine Art sehr berührt hat.

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