Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
Le Silence de Lorna (2008), BE/FR/IT/GB Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 09.10.2008
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von Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne, mit Arta Dobroshi und Jérémie Rénier
Die junge Albanerin Lorna hat es geschafft, in Belgien Fuß zu fassen. Durch ihre Scheinehe mit dem Junkie Claudy, eingefädelt vom kriminellen Mittelsmann Fabio, hat sie den Anspruch auf die belgische Staatsbürgerschaft erlangt. Dann soll das Geld erst richtig fließen. Fabio hat einen reichen Russen an der Hand, der die unkomplizierte Heirat mit einer Belgiern und die entsprechenden Papiere großzügig honorieren würde. Dieser Deal noch, dann kann Lorna ihren Traum verwirklichen, gemeinsam mit ihrem albanischen Freund Sokol eine kleine Snack-Bar in Lüttich zu eröffnen. Aber eine Scheidung von Claudy würde zu lange dauern. Claudy, der Junkie, der ausgerechnet jetzt von der Droge loskommen will, der sich an Lorna klammert, der ihre Hilfe braucht, um ins Leben zurück zu finden. Der jederzeit an einer Überdosis sterben könnte. Fabio drängt, sein russischer Kunde lässt sich nicht vertrösten. Lorna sucht nach einem Ausweg, der alle Interessen zufriedenstellen könnte. Doch es sind andere, die die Fäden in der Hand halten. Was sie von Lorna brauchen, ist ihr Schweigen.
HandlungScheineheLorna (Arta Dobroshi) hat einen Traum: Gemeinsam mit ihrem Partner Sokol ( Alban Ukaj) will sie in Lüttich eine kleine Snack-Bar eröffnen. Um an das nötige Kleingeld zu kommen, ist sie zu großen Opfern bereit. Und so geht sie, um an das Geld zu kommen, Scheinehen ein, die anderen helfen, an die belgische Staatsbürgerschaft zu kommen. Sie selbst hat ihre durch eine Heirat mit dem Junkie Claudy (Jérémie Renier) erhalten. Doch der, durch seine Drogensucht gequält, traktiert sie fast täglich. Sie ist seine einzige Bezugsperson und auch die einzige die versucht, ihn von den Drogen fern zu halten. Trotz der widrigen Umstände und einer kleinen Wohnung versucht Lorna, ihrer Funktion in diesem Zweckbündnis bewusst, sich so gut wie möglich abzugrenzen.
GewissenbisseNebenbei verdient sie etwas Geld in einem kleinen Betrieb, der Wäsche reinigt, und träumt von ihrer Bar. Fabio (Fabrizio Rongione), der Chef der Mafiabande, hat für Claudy jedoch einen Plan. Ein Mord, der nach einer Überdosis aussehen soll, soll Lorna aus der Ehe mit Claudy befreien. Doch als Claudy ernsthaft mit den Drogen aufhört, bekommt Lorna Mitleid mit ihm und will ihm zumindest das Leben retten. Doch der nächste Heiratskandidat, ein reicher Russe, wartet schon auf seine Staatsbürgerschaft. Eine schnelle Lösung muss her. In einem schwachen Moment schläft Lorna eines Abends mit Claudy, um ihn vor einem Rückfall zu bewahren.
Fatale EntscheidungAb diesem Punkt läuft für die junge Frau alles aus der Bahn. Lorna glaubt sich schwanger, Claudy wird mit einer Überdosis aufgefunden, und der Russe drängt auf eine schnelle Heirat, mit einer nicht-schwangeren Lorna. Lorna muss, falls sie wirklich schwanger ist, gedrängt von Fabio einer Abtreigung zustimmen. Sie muss zu einem Frauenarzt, der bei ihr aber keine Schwangerschaft feststellen kann. Lorna glaubt sich dennoch weiterhin schwanger und entschließt sich letztendlich zu fliehen.
Wissenswertes
Auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2008 gewann der Film den Preis für das Beste Drehbuch und war auch für die Goldene Palme nominiert.
Vor ihrem Casting sprach die gebürtige Albanerin und Theaterschauspielerin Arta Dobroshi bis auf wenige Zahlen kein Französisch.
Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Deutsche Homepage des Films
Pressespiegel auf film-zeit.de
Rezension und Interview mit den Regisseuren auf arte.tv
Rezension von Benjamin Schieler auf moviemaze.de
Gesammelte Kritiken auf rottentomatoes.com (engl.)
Quellen
Mehr Bilder (15) und Videos (1) zu Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
Cast & Crew
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Jean-Pierre Dardenne
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Luc Dardenne
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Arta Dobroshi
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Jérémie Rénier
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Fabrizio Rongione
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Alban Ukaj
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Morgan Marinne
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Anton Yakovlev
Regie
Schauspieler
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Grigori Manukov
-
Mireille Bailly
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Monique Sobel
-
Jean-Pierre Dardenne
-
Luc Dardenne
- Genre
- Sozialdrama, Mafiafilm, Drama
- Ort
- Albanien, Belgien
- Handlung
- Albanier, Art House-Film, Belgier, Betrug, Drogenentzug, Erpressung, Heroinsüchtiger, Hoffnungslosigkeit, Italiener, Krankenhaus, Kriminalität, Mafia, Mafiosi, Nationalität, Prekariat, Russe, Scheinehe, Schlechtes Gewissen, Schwangerschaft, Taxifahrer, Traum, Vorgetäuschte Schwangerschaft, Wald, Wäscherei
- Stimmung
- Eigenwillig, Hart
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
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- Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen: critic.de
- Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen: cineclic.de













Kritiken (6) — Film: Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times
Kommentar löschen„Lornas Schweigen“ ist fesselnd und machtvoll, was nur ein anderer Weg ist um zu sagen: es ist ein neuer Film der Dardenne-Brüder. Wenn er ein bisschen hinter den Vorgängern zurückfällt, dass heißt dies nur dass es nicht ganz ein Meisterwerk ist. „Lornas Schweigen“ scheint, im Gegensatz zu den vorhergehenden Filmen, von Anfang an entschiedener, die Geschichte stärker vorantreibend und mehr 'geschrieben'. Natürlich ist jeder erfundene Charakter von einer außen stehenden Macht kontrolliert, aber in diesem Fall unterminieren die Wendungen und Überraschungen der Geschichte das für den Charakter so wichtige Gefühl der Autonomie und Einsamkeit.
Natürlich können nur großartige Filmemacher Enttäuschung hervorrufen, wenn sie mal einen etwas weniger herausgragenden Film machen, und „Lornas Schweigen“ ist gerade auch durch seine Grenzen ein zugänglicherer Film als beispielsweise „Rosetta“ oder „Der Sohn“.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschen„Lornas Schweigen“ ist ein komplexer Film, der die diffizile Zuwanderungsproblematik aus neutraler Distanz betrachtet ohne konkrete Lösungsvorschläge zu geben oder anklagen zu wollen – die Gesetzgeber ebenso wenig wie die „armen Schweine“, die das Gesetz in der Not überschreiten. Vor allem ist es ein facettenreiches, tiefgründiges Porträt einer ungewöhnlichen Frau, die zwar mit ihrem eigentümlichen Verhalten bisweilen provoziert, einem auch streckenweise fremd bleibt, bei aller Ambivalenz aber zweifellos auch beeindruckt mit ihrer Stärke.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenJean-Pierre und Luc Dardenne sind den prekären Lebensverhältnissen der Immigranten im reichen Mitteleuropa auf der Spur und zeichnen zugleich das treffende, aufs Äußerste konzentrierte Bild einer Gesellschaft, die längst bis in die hintersten Winkel der Existenz kommerzialisiert und globalisiert ist. Schlichte Mitmenschlichkeit oder gar Liebe, wie sie Lorna widerfährt, ist da schon ein echter Luxus, den man sich eigentlich nicht mehr leisten kann oder darf. Und wenn, dann ist das ein Unfall, ein Unglück, das in Einsamkeit, Isolation und Wahn treibt – was für eine Welt.
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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag
Kommentar löschenWie in einem Thriller wird der Knoten Szene um Szene geschürzt; immer erfährt man etwas Neues und doch nur gerade so viel, dass die Spannung auf das Kommende gewahrt bleibt. Wäre Salami-Taktik nicht so ein unschönes und vor allem negativ besetztes Wort, es beschriebe die Strategie von Lornas Schweigen recht gut. Genauso wie Ausstattungskino ein Begriff ist, den man nicht zuerst mit einem realistisch anmutenden Film wie diesem assoziieren würde - dabei bebildern die Räume, Gegenstände und Kleidungsstücke das Drama von Lornas Schweigen mit äußerst präziser Sorgfalt
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenGrandios ist „Lorna“ nicht nur, weil er auf ganz eigene Art ergreift und berührt. Nicht wegen des exzellenten Spiels. Eindrucksvoll und nachwirkend ist, wie die Dardennes ihrem Stil treu bleiben und ihre Erzählweise so ungewöhnlich weiter entwickeln, dass das Drama lange nachhallt und trotz seines scheinbar einfachen Aufbaus sehr nachdenklich macht.
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Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...
Kommentar löschenAm Ende des Films hat Lorna die Freiheit gewonnen, die Tür hinter sich zu schließen ohne deshalb eingeschlossen zu sein.
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Kommentare (5) — Film: Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
Kommentar schreibenBrigittes Helm 2011/10/30 14:17:21
Kommentar löschenFür mich der beste Film, den ich seit langem gesehen habe. Ich bin Dardenne-Fan und dieser Film ist ihr bislang eindringlichster.
SPOILER: Natürlich stirbt sie am Schluss, ohne es zu wollen. Was sonst, wenn sie den Ofen anlässt und alle Schotten dicht macht. Freiheit? Ich weiß nicht.
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Sigmund 2011/02/02 14:59:52
Kommentar löschenWie schön ist es doch in der Filmkunst, dass man sich die Werke der großen Meister wieder und wieder ansehen kann – wenn man will sogar Szene für Szene, Dialogzeile für Dialogzeile, Einstellung für Einstellung.
Denn spätestens dann fällt einem auf, wie dicht und durchdacht ein Werk wie dieses ist. Jede Kleinigkeit macht dramaturgisch Sinn, keine Längen, keine Filmmusik. Kurz: 109 Minuten beste Filmschule. Aber die Büffelei mal beiseite: Wie Lorna und ihre Tragödie sich hier entfalten, ebenso geradlinig wie klischeefrei, ich glaube das würden in dieser Brillanz weltweit keine 10 Autorenfilmer so hinkriegen.
Ein sehr sehr schrecklicher, großartiger Film.
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8martin 2010/11/30 15:34:23
Kommentar löschenEs dauert etwas, bis man die Situation dieser Lorna begriffen hat. Das scheint wohl beabsichtigt, denn die Details werden in den Dialogen erst nach und nach eingebracht. Lorna hat einen Mann für die Liebe, einen fürs Geschäft und einen für die Erlangung der belgischen Staatsbürgerschaft. Alle drei können nur agieren, weil ihnen Lornas Schweigen die Möglichkeit dazu bietet. Sie bleibt äußerst wortkarg und verfolgt unbeirrt ihren Weg. Wie eine Spinne sitzt sie im Zentrum ihres Aktionsnetzes und behandelt ihre drei ’Männer’ wie Marionetten. Verfolgt dabei das Gesetz von Actio und Reactio. Das gelingt, bis es Komplikationen gibt. Sie erkennt, dass es zwei von ihren Männern nur ums Geld geht, der Dritte, den sie liebenswürdig ausnutzt, bleibt auf der Strecke. Das unerwartete Ende überrascht und bietet Anlass für weiterführende Diskussionen. Es bleibt gewollt offen, denn der weitere Verlauf der Geschichte ist eine andere Geschichte. Nachdenkenswert, kantig und unangenehm, aber durchaus real.
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annaberlin 2009/07/26 14:19:38
Kommentar löschenBetrachtet man das Gesamtwerk der Gebrüder Dardenne so ist Lornas Schweigen sicherlich einer der schwächeren Filme, was den Handlungsverlauf und vor allem die Kamera angeht. Problematisch ist das widersprüchliche, teilweise nervige Verhalten der Hauptfigur Lorna, an deren Körper die Kamera 1,5 Stunden klebt. Gelungen ist den Regisseuren aber wieder einmal, ein Schicksal einer "Prekariatsfigur" ohne Schnörkeleien darzustellen und unsere Gesellschaft zu hinterfragen, die nicht gerade tolerant und modern ist, was Staatsbürgerschaft und Integration angeht.
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spyron 2009/07/14 22:52:18
Kommentar löschenZwar ganz nett anzusehen, aber am Ende ist man irgendwie kein bisschen weiter.
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