Lolita 90

36 Fillette (1988),
Laufzeit 88 Minuten, Drama

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Lolita 90 - Bild 3840890
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von Catherine Breillat, mit Etienne Chicot und Jean-Pierre Léaud

Der Film galt 1988 als provokant. Noch heute provoziert er die Auseinandersetzung mit einem Thema, das noch nicht ohne Vorbehalte diskutiert wird: der weiblichen Sexualität und Pubertät.

Der Titel 36 Fillette bezieht sich auf die größte Kinderkleidungsgröße für Mädchen und dient somit als Metapher für den Abschied von der Kindheit.

HandlungLili (Delphine Zentout) ist 14 Jahre alt und mit ihren Eltern (Jean-François Stévenin und Adrienne Bonnet) sowie dem älteren Bruder () für den Sommer über auf einem Campingplatz in Biarritz. Ihr Ziel ist es, endlich keine Jungfrau mehr zu sein. Sie fühlt sich gefangen in ihrem Körper eines Kindes, aus dem sie ausbrechen möchte. Gleichzeitig gelingt es ihr nicht, Gefühle zu zeigen. Auf ihr Umfeld reagiert sie schnippisch und verletzend, wenn nicht gar herablassend.

So zieht sie mit ihrem Bruder eines Abends los, denn nur in seiner Begleitung darf sie eine Diskothek besuchen. Unterwegs werden sie von dem 20 Jahre älteren Maurice (Etienne Chicot) mitgenommen. Lili lässt sich vorher absetzen, trampt alleine in die Stadt und macht in einer Bar die Bekanntschaft eines bekannten Künstlers (Jean-Pierre Léaud). Zum ersten Mal nimmt sie jemand für voll; die beiden führen Gespräche über Lilis Unausgeglichenheit.

Zur Verabredung mit den anderen um Mitternacht in der angesagten Disko Opium kommt Lili. Obendrein lässt sie der Türstehen nicht in den Laden hinein. Als endlich Maurice erscheint, kann er den Türsteher bestechen. Lili darf eintreten – und knutscht wenige Zeit später mit Maurice. Anschließend geht sie mit ihm in sein teures Hotel. Doch so sehr sie es auch will: Sie kann nicht mit dem älteren Mann schlafen.

Am nächsten Morgen können die beiden Lilis Bruder wiederfinden und die Geschwister kehren gemeinsam zum Campingplatz zurück. Dort erzählt Lili dem Bruder, Maurice habe versucht, sie zu vergewaltigen. Zu zweit gehen sie erneut ins Hotel, um Maurice zur Rede zu stellen. Doch Lili schleicht sich alleine zu ihrem “Freund” hoch und verschwindet mit ihm zum Strand.

Am nächsten Tag verabreden sich Maurice und Lili in einem Café. Doch zur gleichn Zeit weilt dort auch Maurice Exfreundin (). Es kommt zum Streit. Lili und Maurice gehen gemeinsam in eine Wohnung, wo Maurice wieder mit ihr schlafen möchte. Doch wiederum läuft es für das Mädchen nicht so, wie sie es gerne in ihrem Kopf hätte. Daraufhin lässt sie Maurice sitzen.

Lili beschließt, sich nun endlich entjungfern zu lassen. Hierfür bändelt sie mit dem gleichaltrigen Sohn von Freunden der Eltern an und erhält umgehend, was sie möchte. Lächend geht sie nach dem Akt ins Freie…

Weiterführende Informationen
Leitthemen im Film
Mehr zur Regisseurin Catherine Breillat

Weitere Informationen im Internet und Literatur
Clouzot, Claire: Catherine Breillat, Indécence et Pureté, Cahiers du Cinéma, Milanostampa / Farigliano 2004 (frz.)
Richter, Dörte: Pornographie oder Pornokratie? Frauenbilder in den Filmen von Catherine Breillat, Avinus Academia, Berlin 2005
Vasse, David: Catherine Breillat, Un Cinéma du rite et de la transgression, Arte Editions / Editions Complexe, Issy-les-Moulineaux 2004 (frz.)
Rezension des Films (engl.)


Cast & Crew


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annaberlin

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Bewertung7.5Sehenswert

36 Fillette ist einer der früheren Filme von Catherine Breillat und ziemlich offensiv, was die Darstellung von Teenie-Sexualität angeht. Auch verbirgt sich dahinter ein anspruchsvoller gedanklicher Kontext, den man eventuell verkennen kann, ohne sich mit Breillat beschäftigt zu haben. Wirklich gewagt, das Ganze. Aber sehr interessant, bedenkt man ähnliche Filme wie La Boum, die sich in eine ganz andere Richtung entwickelten.

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