Nobody Knows

Dare mo shiranai (2004), JP
Laufzeit 140 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 07.04.2005

8.1 Kritiker
14 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.5 Community
227 Bewertungen
10 Kommentare
Nobody Knows - Bild 42127
  • DVD
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Hirokazu Koreeda, mit Yûya Yagira und Yagira Yuya

Beruhend auf einer wahren Begebenheit erzählt Nobody Knows die Geschichte von vier Kindern, die mit ihrer Mutter in einem kleinen Apartment in Tokio leben. Sie sind von der Außenwelt komplett abgeschnitten, dürfen nicht vor die Tür und waren noch nie in der Schule. Eines Tages ist die Mutter verschwunden und für die Kinder beginnt ein Überlebenskampf in einer für sie völlig fremden Welt.

  • 37795279001_1042877429001_42127-thumb-square
  • Nobody Knows - Bild 42128
  • Nobody Knows - Bild 42129
  • Nobody Knows - Bild 42130
  • Nobody Knows - Bild 42131

Mehr Bilder und Videos zu Nobody Knows


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Nobody Knows

HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Nicht die Empörung über die Rabenmutter dominiert, sondern eine zivilisatorische Erfahrung, die es eigentlich nicht mehr gibt: wie Kinder ungeleitet von Erwachsenen in ein Leben hineinfinden. Darin liegt großes Staunen, das den Zuschauer erfaßt, dessen Fürsorge-Instinkte ihn minütlich den Einbruch einer Katastrophe erwarten lassen, denn die vier verwildern zwar, aber sie halten einen einigermaßen normalen Alltag aufrecht.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Der Film beginnt als Kammerspiel, und öffnet sich immer mehr, wie auch der Horizont für die Kinder weiter zu werden scheint. Zugleich verweigert sich NOBODY KNOWS allen üblichen Erwartungen ans japanische Kino: weder Sex und Gewalt, noch Pop. Eher wirkt der Film wie die Übertragung des italienischen Neorealismus auf die japanische Moderne. Ohne Sozialreportage zu sein, ist NOBODY KNOWS ein Film über die Verwahrlosung in avancierten Gesellschaften.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (8) — Film: Nobody Knows

Kommentar schreiben
Sortierung

VisitorQ

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Herzzerreißend traurig. Beim ersten mal im Kino gesehen. War danach vollkommen benommen und wusste nicht, was mich da getroffen hat. Beim zweiten mal sehen keine Taschentücher mehr gefunden. Auch das war traurig. Aber jetzt mal ohne Flachs: Grandioser Film mit tollen Kinderdarstellern (und You ist wie immer auch klasse, weirde Schnecke, die), einer tollen Geschichte und einigen echt krass emotionalen Szenen.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Le Samourai

Antwort löschen

Krasses Ding. Aber überragend!


ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ist das jetzt Traurigkeit? Oder doch Wut? Hilflosigkeit? Der Film lässt einen ganz schön unschlüssig und irgendwie Leer zurück. Dabei gibt einem der Film eigentlich recht viel Positives an die Hand, wenn man bedenkt in welch menschlicher und sozialen Katastrophe die Kinder hier Leben. Dieses Positive ist jedoch nichts Handfestes, man will mehr, weil man Anfangs nicht wirklich weiss, ob es nicht nur der Tropfen auf den heissen Stein ist, ob es am Ende nicht alles furchtbar den Bach hinuntergeht.
Hirokazu Koreeda findet für die Verfilmung dieses Dramas (das so ähnlich tatsächlich geschehen ist) einen erstaunlich optimistischen Grundtun und selbst in der zweiten Hälfte des Films, als die Kinder beginnen zu Verwahrlosen und das Miteinander von Aussen bedroht wird, verliert er trotzdem nie seine lebensbejahende Ausrichtung. Natürlich ist der Film dessen ungeachtet alles andere als ein fröhliches Werk, aber zu sehen, wie diese Kinder sich organisieren, zusammenhalten und versuchen mit ihren beschränkten Mitteln so etwas wie einen normalen Tagesablauf zu gestalten, zeugt von soviel Kraft, Mut und einem undendlichem, kindlich naiven Willen zum Leben. Und es gab durchaus Momente, in denen ich micht fragte, ist das nicht alles zu Positiv dargestellt? Aber andererseits...wer sollte das dann noch aushalten?
Der Film nimmt sich sehr viel Zeit, lässt Einstellungen auch mal einfach nur wirken und schnell fühlt man sich als stiller Besucher in der Wohnung der 4 Kids. Selbst als die Probleme mehr und grösser werden und auch als die größtmögliche Katastrophe eintritt, legt der Film dieses behutsame Tempo nicht ab. Die Kamera scheint immer nur objektiver Beobachter zu sein, nie wird der Zuschauer manipuliert und nie wird irgendetwas gewertet, selbst die Mutter wird nie wirklich Verurteilt, Akiras Reaktion erübrigen das meist auch völlig. Man Selbst will jedoch ständig eingreifen, alles irgendwie zum Guten hinwenden...Koreeda scheint aber denn Kindern der Geschichte lieber ihre Freiheit zu lassen, sie nochmal für ein paar Momente lang Kinder sein lassen, mit all den Fehlern, Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen. Denn das bittere Ende scheint irgendwann unumgänglich.
Ja...das Ende....das Ende des Films ist, wenn man sich dann auch noch an Yuki´s Geburtstag erinnert, ein heftiger Schlag in die Magengrube...und selbst in diesem Moment schafft es Hirokazu Koreeda noch etwas schönes zu vermitteln...

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tyler__Durden

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Es wäre ungerecht dem Film gegenüber wenn ich nur darüber reden würde wie groß der Schmerz ist welcher mich aus dem Film entlassen hat. Ungerecht deshalb da NOBODY KNOWS, so deprimierend das ganze Grundkonzept auch ist, gleichzeitig so voll gepumpt mit Menschlicher Stärke und Schönheit ist. Aber nun mal auch sehr Schmerzhaft. Habe selten so gelitten in einem Film vor allem gegen Ende zerriss es mich innerlich in Fetzen. Deshalb fehlen mir jetzt auch die richtigen Worte um hier viel schlaues zu schreiben. Einer dieser Filme der einem klar macht wie winzig die eigenen Probleme doch sind und für wie Gott verdammt verständlich wir doch unseren eigenen Lebensstil nehmen. Ich brauch jetzt erst mal ein Pflaster um mein aua zu heilen, glaube aber kaum das es so große Pflaster zu kaufen gibt.
“Who said that time heals all wounds? It would be better to say that time heals everything – except wounds” - Chris Marker

19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Billmaik

Antwort löschen

Der Mann hat einfach Geschmack :)


Tyler__Durden

Antwort löschen

;)


Billmaik

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Durfte den Film gestern bereits zum zweiten mal genießen, Koreedas Inszenierung ist durchweg brilliant, erinnert in ihrer ruhigen, naturalistischen Intensität von nahezu neorealistischem Anmut an Antonioni. Doch das eigentliche Highlight sind die jungen Darsteller, welche allesamt brilliant spielen. Vor allem der zum damaligen Zeitpunkt 11-jährige Yûya Yagira hat gottbegnadetes Talent und hat sich den Preis als bester Darsteller in Cannes allemal verdient.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

mikkean

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein etwas anderes Familien-Drama. Sehr bitter, weil die Geschichte auf einer grausigen wahren Begebenheit fusst. Weil dieser Film unaufgeregt und einfühlsam an die Aufarbeitung herangeht, wird auch die lange Laufzeit bestens genutzt. "Nobody Knows" schockt, fesselt und erheitert sogar zeitweise, ein toller Beitrag des japanischen Kinos.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

maxgoesche

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit welch zärtlicher Stille das beobachtet ist - das ist fern aller Sozialktischdramen zutiefst berührend. Die meditative Grundstimmung des Films erscheint wie die Projektionsfläche des Schreckens, der in der körperlichen und viel schwerwiegenderen seelischen Verwahrlosung der Kinder zum Ausdruck kommt. Mindestens ebenso schändlich im Stich gelassen wie von ihrer Mutter, fühlen sie sich von der Welt um sie herum, die außer ein paar Almosen nichts für sie bereit hält.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dbeutner

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Die Geschichte ist sicher nicht uninteressant, und das Abgleiten des ohnehin extrem harten Lebens der Kinder in die Tragödie imposant dargestellt; zumal die Kinder-Schauspieler so echt wie in einer Dokumentation wirken.

Leider wirkt der Film insgesamt sehr Doku-haft, und passieren tut lange Zeit eigentlich nichts. 2 Stunden und 20 Minuten muss man Geduld haben, um eine "ganz interessante Story" über sich ergehen zu lassen. Als /Film/ schon tendenziell eine Zumutung.

Richtig ist sicherlich, dass das mal "anderes" japanisches Kino ist. Besser fand ich es leider nicht, was vor allem der extrem spröden Inszenierung geschuldet ist. "Wer sich zu schnell bewegt, ob Kamera oder Schauspieler, hat verloren" - scheint das Motto des Films gewesen zu sein...

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

annaberlin

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spannendes Familiendrama aus Japan, das auf berührende Weise die Geschichte von vier Geschwistern erzählt, die von der Mutter verlassen werden. Der Film zeigt, wie ein kleiner Junge, der eigentlich noch Kind ist, in die Rolle des Familienoberhauptes rutscht und es so unweigerlich zur Tragödie kommt. Dass solche Geschichten leider passieren - auch in der deutschen Gesellschaft -, gibt der Story einen umso bitteren Beigeschmack. Japanisches Kino einmal anders!

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch