Sehnsucht

Sehnsucht (2006), DE
Laufzeit 85 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 07.09.2006

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von Valeska Grisebach, mit Andreas Müller und Ilka Welz

Nach ihrem preisgekrönten Debüt Mein Stern ist Sehnsucht Valeska Grisebachs erster langer Spielfilm. In überraschender und berührender Balance zwischen Realismus und Melodram erzählt Sehnsucht von der Liebe zwischen Markus und Ella, von einem Glück, dessen schwacher Punkt seine Unbedingtheit ist. Gedreht wurde Sehnsucht mit Darstellern aus der Region in einem kleinen Dorf in Brandenburg.

HandlungSchon seit ihrer Jugend sind Markus (Andreas Müller) und Ella (Ilka Welz) ein Paar. Sie leben in Zühlen, einem kleinen Ort mit etwa 200 Einwohnern in der brandenburgischen Provinz.
Beide sind Anfang 30 und führen noch immer eine glückliche Ehe. Markus hat einen kleinen Betrieb und arbeitet als Schlosser. Nebenbei ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes tätig.
Ella arbeitet gelegentlich als Haushaltshilfe. In ihrer Freizeit singt sie im Frauenchor Zühlen. Oft ist auch die Familie und die Nachbarschaft beisammen. Dann wird erzählt, gesungen und gelacht.

Das Glück der beiden scheint so unantastbar bodenständig zu sein, dass der unspektakuläre Alltag völlig in den Hintergrund tritt. Die Liebe zwischen den beiden ist von solcher Einfachheit und Ehrlichkeit, dass es scheint, als ob nichts das Idyll zum Einsturz bringen könnte.
Bis Markus eines Tages mit seiner Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr von einer Partnergemeinde eingeladen wird.

Für ein paar Tage treffen sich die beiden Männervereine. Staatsmännisch werden die Vereinswappen ausgetauscht. Am Abend wird gefeiert, getrunken und getanzt.
Auch Markus trinkt und tanzt, und als er am nächsten Morgen in der Wohnung der Kellnerin Rose (Anett Dornbusch) aufwacht, kann er sich an die vergangene Nacht nicht mehr erinnern.

Es ist ein Blackout mit Folgen: Denn auf der Suche nach den Geschehnissen der letzten Nacht stößt er auf eigene Wünsche und Sehnsüchte, die ihm bis zu diesem Zeitpunkt verborgen geblieben waren. Sein bis dahin so vollkommenes Leben scheint ihm zu entgleiten. Zu sicher ist er sich nach wie vor der Liebe zu seiner Frau.

Voller innerer Widersprüche fährt er zurück nach Zühlen, wo er schweigsam das Glück, das ihn mit Ella verbindet, weiterlebt. Jedoch nicht ohne Zweifel. Das Verlangen nach dem neuen Glück mit Rose lässt ihm keine Ruhe. Immer wieder treibt es ihn zurück.

Bei einem seiner Besuche eröffnet er Rose, dass sie sich nicht wiedersehen können. Als sie danach vom Balkon stürzt, steht fest, dass das Verhältnis nicht länger im Verborgenen bleiben kann. Als Markus nach Zühlen zurückkehrt und Ella nicht mehr da ist, weiß er nicht mehr, wie er mit der aussichtslosen Situation umgehen soll…

Weiterführende Informationen
Ein Film mit Laiendarstellern

Weitere Informationen im Internet
Ein Dorf feiert sich selbst – über die Premiere des Films Sehnsucht in Zühlen
Die Möglichkeitsform des Lebens, Filmbesprechung von Claudia Schwartz in der NZZ
Sie oder sie, Filmbesprechung von Birgit Glombitza auf zeit.de
Eisbären müssen nie weinen, Filmkritik von Kyra Scheuer auf schnitt.de
Ums Ganze, Filmrezension von Matthias Dell auf freitag.de
Interview mit der Regisseurin auf 3sat.de

Quellen
Sehnsucht Presseheft zum Film auf hoehnepresse.de

  • Sehnsucht - Bild 31648
  • Sehnsucht - Bild 31649
  • Sehnsucht - Bild 31650
  • Sehnsucht - Bild 31651

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Sehnsucht

Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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8.5Ausgezeichnet

Eine einfache Dreiecksgeschichte im dörflichen Milieu, einfühlsam mit Laiendarstellern inszeniert, authentisch. Das alles ist "Sehnsucht", aber da ist auch noch viel mehr: Authentizität ist nur die Folie, vor der sich ein stilisiertes, archaisches Szenario abspielt. [...] Der Wechsel zwischen unmittelbarer, dokumentarischer Nähe und einer Vogelperspektive, die mitten ins offene Menschenherz blickt, macht "Sehnsucht" zum universalen Melodram, zur Allegorie der Wünsche, Sehnsüchte und Träume, die Subtext und Motor jedes Lebens sind.

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R Weixlbaumer: tip Berlin R Weixlbaumer: tip Berlin

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8.5Ausgezeichnet

Was die Protagonisten dieser manifestlosen Bewegung noch mehr verbindet als der klare, realistische, ästhetische Reduktionismus, ist ein philosophisches Interesse am Kino selbst. Ihre Recherchen gehen weit in die Tiefe, die Filmemacher sind konstruktionsfreudige Stoff-Architekten und Archäologen zugleich.

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Kommentare (3) — Film: Sehnsucht

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Melli Reilly

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Gewöhnungsbedürftig triffts

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Mr.Floppy

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Bewertung2.5Ärgerlich

In Brandenburg *sing* In Brandenburg *sing* ist wieder einer gegen einen Baum gegurkt.... Lassen sie mich durch ich bin Chirurg ich muss nach Brandenburg...

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Tobias

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Bewertung7.0Sehenswert

gewöhnungsbedürftig aber sehr berührend und echt. interessanter zwischenmenschlicher
realismus

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