Love Exposure

Ai no mukidashi (2008), JP Laufzeit 236 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 13.08.2009


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8.3
Kritiker
22 Bewertungen
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7.8
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1605 Bewertungen
129 Kommentare
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von Shion Sono, mit Takahiro Nishijima und Hikari Mitsushima

Drei emotional misshandelte Figuren am Rande der Gesellschaft verfangen sich in einer verworrenen Dreiecksbeziehung.

Yu ist ein braver Schüler, der von seinem Priester-Vater täglich zur Beichte gezwungen wird. Doch ohne Sünde gibt es keine Beichte, also wird der harmlose Yu zum genialen Upskirt-Fotografen. Auf einem seiner voyeuristischen Streifzüge trifft er auf seine große Liebe Yoko. Sie kennt ihn aber nur als “Lady Scorpion” in Frauengestalt und ist dazu noch die Tochter der neuen Liebe seines Vaters. Als die Zero-Church-Sekte seine gesamte Familie kidnappt, beginnt für Yu der große Kampf um seine Liebe.

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Cast & Crew

Drehbuch
Filmdetails Love Exposure
Genre
Drama, Liebesfilm
Ort
Tokio
Handlung
Beichte, Jugendgang, Jugendgruppe, Jugendkriminalität, Katholische Kirche, Liebeskummer, Perversität, Sex, Sünde, Vater-Sohn-Beziehung
Stimmung
Aufregend, Berührend, Eigenwillig, Ernst, Geistreich, Hart, Sexy, Spannend, Verstörend, Witzig
Verleiher
rapid eye movies
Produktionsfirma
Omega Project

Kommentare (119) — Film: Love Exposure


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Para Doxonne

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein herrliches Filmerlebnis. Trotz der Dauer nicht eine einzige sekunde langweilig oder unnötig. Ich war total hingerissen. Abgefahrener Genre-Mix, wundervoll in Szene gesetzt, mit der guten Portion Tiefgrund, aber trotzdem auch auf Unterhaltungsebene top!

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brainchild

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein weirder Film. Regisseur Shion Sono packt die ganz großen Themen – Liebe, Sex, Religion, soziale Normen – nicht nur an, er missbraucht sie regelrecht, und er liebkost sie zugleich. Er quetscht sie aus bis zur Ekstase und hinterlässt sie in völliger Erschöpfung. Der Storyverlauf ist dabei nicht immer 100%ig nachvollziehbar, was womöglich daran liegt, dass der Film sogar mal 6 Stunden lang war. Die hätte ich mir liebend gern angetan, denn 'Love Exposure' ist für seine Länge unfassbar kurzweilig. Sono hat sämtliche Register gezogen, um alles an Dynamik rauszuholen – ein bisschen erinnert das mit den gerade zu Beginn sehr kurzen Szenen und dem omnipräsenten Soundtrack an 'Magnolia'. Wo der aber durchweg melancholisch war, schafft es Sono auch noch, die nicht gerade wenigen krassen und manchmal einfach auch doofen Momente nicht ins Lächerliche driften zu lassen. Nicht alles ist nachvollziehbar, aber alles ist nachFÜHLbar. Und vor allem eine Szene ist unfassbar großartig und sollte auch von all jenen gesehen werden, denen die 4 Stunden bisher zu kostbar waren: https://www.youtube.com/watch?v=tX32Aj-5OVo

Schon irgendwie ein Meisterwerk.

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Mirabilis

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Bewertung3.0Schwach

Das war einer der schlechtesten und sinnlosesten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und der Beweis, dass moviepilot seinen Algorithmus zur Generierung der Top100 Liste dringend überarbeiten muss, denn dieser Streifen stand bei mir auf Platz 1!

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DerDude_

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Bewertung10.0Herausragend

"Give it to me..."

Manchmal frage ich mich ob ich vielleicht falsch an manche Filme herangehe. Auch wenn manche es vielleicht nicht wahrhaben wollen aber es stimmt das man einige Filme oftmals vor dem Sehen schon verurteilt hat und oftmals bestätigt sich diese Verurteilung mit jeder Minute die man dan sieht. Das hat seine Gründe. Denn jeder wird mir zustmmen das er schon einmal mit Filmen zu tun hatte die ihm noch vor der ersten Filmsekunde absolut unsympathisch waren. Das sind zumeist Filme die so unglaublich gehypt wurden das es einen einfach ermüdet und in manchen Fällen sogar agressiv macht. Und im schlimmsten Fall sitzt man dann vor dem Film mit der Einstellung "So, denn werd ich sowas von scheiße finden". Und das ist gar kein so schlechtes Gefühl. Man hat das Gefühl, es all den Fans und Befürwortern dieses überbewerteten Filmes heimzuzahlen. Endlich mal was anderes erzählen als "Der Film ist so toll wie alle sagen".
Und genau mit dieser Einstellung hab ich LOVE EXPOSURE begonnen. Und es ist eigentlich schon genug der Worte, zu sagen, was für ein Meisterwerk dieser Film ist, da es ihm (wie der geneigte Leser anhand dieser Bewertung schon erkannt hat) diese Einstellung völlig zu brechen. Schon nach einer halben Stunde war klar : DIESER Film ist so gut wie alle sagen.
Sion Sonos Inszenierung ist ein Befreiungsakt. Ein einziges losreißen von allen Fesseln. Hier existiert kein Zielpublikum und auch kein Genre. Sono filmt drauf los. Lässt seine Geschichte von all den Ketten und liefert dem Zuschauer alle bandbreiten von Emotionen. Es ist brüllend komisch (das ganze "Schlüpper fotografieren"- Szenario ist so zum schreien), abstoßend brutal, herzzerreißend tragisch und wundervoll romantisch.
LOVE EXPOSURE gibt sich nicht mit Andeutungen zufrieden. Zu Anfang führt er eine Stunde lang den Protagonisten Yu ein (erst danach wird der Titel eingeblendet) und anschließend werden dann noch zwei Figuren in einer Montage der ihr nahezu komplettes, bisheriges Leben zeigt, dem Zuschauer näher gebracht. Diese Inszenierung kann eigentlich gar nicht funktionieren und doch tut sie es. Einfach weil das alles so unglaublich unterhaltsam ist.
Filmtechnisch ist das zudem erstklassig. Hauptdarsteller Takahiro Nishijima ist als Yu so unglaublich gut und gibt sich seiner Rolle so großartig hin. Und als Traumfrau Yoko hätte es keine passendere Besetzung als Hikari Mitsushima geben können.
Filmische Wundertüten, die alle Genres miteinader vereinen wollen, sind immer ein großer Drahtseilakt. Viele sind daran Filme gescheitert aber LOVE EXPOSURE siegt darin, weil es ihm gelingt den Zuschauer emotional so gut in ihn zu verwickeln. Denn bei dieser filmischen Achterbahnfahrt ist es ein Wunder das er die er die Emotionen nicht zu kurz kommen lässt.
So fühlt man jederzeit mit dem Protagonisten. Man fiebert, man lacht, man trauert, man ist verwirrt, man verliebt sich.
Denn die Kluft zwischen menschlicher Perversion und Glaube, so wie es der Film darstellt, ist groß aber letztendlich ist sie egal. Es zählt nur die Liebe.
Und zu Anfang wird schon klar, das Liebe so eine Kraft bildet, als wäre sie vorbestimmt. Unumgehbar. Unvermeidbar. Noch vor dem ersten bewussten Aufeinandertreffen zwischen Yu und Yoko kreuzten sich die Wege der beiden.
Egal ob wir vor ihr wegrennen oder sie verfolgen, die Liebe holt uns alle ein.

bedenklich? 35 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Dasprofil

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Das was du im ersten Abschnitt beschreibst kenne ich selbst sehr gut. Aber ob ich den Flm sehen will weiß ich nicht so genau, so extrem lange Filme sind nicht unbedingt mein Fall.


DerDude_

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Hab den jetzt mal auf 10 hochgestuft. 9 waren irgendwie zu wenig.


Gabster

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Bewertung7.0Sehenswert

Den Film finde ich nicht ganz leicht zu bewerten, und vielleicht ist meine Punktzahl noch ein bisschen dick aufgetragen, weil wirklich gefallen hat er mir -bei aller Qualität- nicht. Ich hatte sehr viel von "Love Exposure" erwartet, weil es ja schon einen ziemlichen Hype darum gibt, den er aber vor allem in der ersten Hälfte so gar nicht erfüllen konnte.
Der Film beginnt mit viel Erzählerei. Innerhalb kürzester Zeit kloppt uns der Held seine Lebensgeschichte in die Birne, da hat sich der Zuschauer noch nicht mal vollständig zurückgelehnt. Dazu gibts ein paar religiös aufgebauschte Bilder und einen Mutterkomplex, der selbst Freud aus den Latschen gehauen hätte. ("Ich muss die Jungfrau Maria treffen, damit ich sie meiner Mutter vorstellen kann." Was zum...???) Ähnlich turbulent geht es dann weiter und in dem ganzen Mischmasch von Voice-Over, rasanter Montage und religiösen Bilder geht vieles von der Wirkung, die "Love Exposure" wahrscheinlich auf dem Papier gehabt hat, flöten, weil Sono sich für nichts Zeit nimmt und in seiner Erzählwut keine einzige Pause einlegen kann. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Beichtszenen hätten eine gewaltige Intesität ausstrahlen können, vielleicht sogar vom Range eines Hanekes, wenn sie nicht so krude inszeniert worden wären. So wirken sie eher, als würde man sich einen MTV-Clip auf Speed ansehen. (Nicht dass ich das schon mal getan hätte.) Kann bitte irgendjemand Herrn Sono erklären, dass man die Kamera auch mal ruhig halten kann und eine Einstellung auch länger dauern darf als gefühlte 0,2 Sekunden? Und wenn derjenige schon dabei ist, sage er ihm doch auch gleich bitte, dass man in Filmen anstelle von Off-Texten auch Dialoge einsetzen kann. Und nennt mich ruhig spießig, aber so spannend fand ich dieses ganze Höschenfotografieren jetzt nicht wirklich. Wenn dann nach einer Stunde (!!!) der Filmtitel eingeblendet wird, beginnt es auch mit dem Film bergauf zu gehen. Kapitel 2 und 3 (in denen die beiden Frauen eingeführt werden) sind deutlich kürzer als Kapitel 1 und auch deutlich besser, denn plötzlich beginnt der Film Schwung zu bekommen und die abgefahrene Inszenierungsweise passt endlich auch zum abgefahrenen Inhalt. Abgesehen davon ist die Prügelszene, die das ganze Hin und Her irgendwie verbindet auch wahnsinnig gut gemacht. Dann verstrickt der Film sich aber wieder in seinen Mariakult, Bilder, die auch aus der Kika-Sendung "Wie man seine Erektion verbergen kann", stammen könnten und die Höschengeschichte geht auch wieder los. Wenn dann die Zero-Kirche sich in die Familie einschleußt, beginnt die Geschichte allerdings wieder interessant und intensiv zu werden und kann sich auch endlich auf etwas fokussieren. Der Kampf des jungen Mannes (oder wahlweise Frau) um seine Familie und nicht zuletzt seine große Liebe (oben erwähnte Maria) hat mich gepackt und berührt. Besonders hervorheben möchte ich auch die sehr intimen Szenen am Strand.
Nach den schlappen vier Stunden Laufzeit stand ich ehrlich gesagt ziemlich neben mir und war irgendwie ausgelaugt, vielleicht sogar etwas froh, dass es vorbei war, denn es ist ein wirklich anstrengender Film. Alles in allem kann ich sagen, dass der Film durchaus Potenzial hat, aber erstens viel zu viele Themen aufgreifen will (ich werde die hier nicht alle aufzählen, es wäre einfach die aufzuzählen, die der Film nicht behandelt) und in seiner Machart viel von seiner Wirkung verliert und außerdem den Zuschauer ziemlich stresst (schnelle Bilder, lautes Geschrei, etc.).

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alex023

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Bewertung9.5Herausragend

Aus gegebenem Anlass: das ist nun meine 1000. Filmbewertung hier und wenn ich dabei rekapituliere, wie das alles angefangen hat, wird mir schon ganz schwindlig. Es war eine fast schon unglaubliche Entwicklung, die da stattgefunden hat. Wenn man Filme immer nur als Unterhaltungsmedium wahrnimmt, mal hier, mal da einen schaut, vornehmlich abends am Wochenende, dann kann man sich nicht restlos begeistern. Natürlich liebte ich schon damals Star Wars, aber das war’s dann fast auch. Doch irgendwann kommt im Leben von jedem Filmfan der Moment, in dem man die Kunstform erkennt. Der Moment, in dem man realisiert, dass hinter „Film“ mehr steckt als bloße Unterhaltung, als Lachen und Action. Dann erfährt man tiefergehendes, inhaltlich-berauschendes. Man beginnt sich zu interessieren für das Medium, welche Genres es gibt, wie die Schauspieler und vor allem wie die Regisseure heißen, wie man etwas filmt, welche Musik benutzt wird – eben all das, was auch die Inszenierung oder die generelle Aufmachung eines Films betrifft. Und darüber bin ich wirklich unendlich froh, denn ich könnte mir ein Leben ohne dieses Medium kaum vorstellen (ebenso wie ein Leben ohne Musik – wer will sowas schon?). Gerade deshalb bin ich auch ebenso froh, dass es hier eine solch tolle Plattform zum regelmäßigen Austausch gibt. Es gibt hier so viele tolle Leute, die man sonst niemals auf irgendeine Art und Weise kennen lernen würde. Dementsprechend: auf die nächsten 1000 und weitere unendliche Diskussionen und tolle Community-Aktionen!

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»Die Liebe hört niemals auf.«

LOVE EXPOSURE, das japanische Wahnsinnswerk von Shion Sono enthüllt nichts anderes als die wahre, pure, reine Liebe. Zwar versteckt sie sich die ganze Laufzeit über hinter allem möglichen, schimmert aber immer wieder hervor. Viel ist über diesen Film geschrieben worden, oft wurde er als „genreübergreifend“ betitelt – gerade das passt, denn er springt hinterrücks von diesem in jenes, ohne mit der Wimper zu zucken.
Es ist nicht nur die Geschichte vom religiös erzogenen Yu, der „seine Maria“ finden will und davor nie geliebt hat, es ist die Geschichte der Liebe in all seiner ganzen, ungeschönten und verschönten Form, in jeder einzelnen Facette. Das ist genauso offensichtlich wie die Leidenschaft, die Regisseur Shion Sono für sein Werk und das Kino empfindet. Eine so lange Aneinanderreihung von purer Filmmagie habe ich selten, eigentlich nie erlebt. Jede einzelne Szene sprüht nur so vor unbändiger Energie, jeden einzelnen Aspekt dieses Mediums auszukosten. Und genau das schafft Sono dann auch. Er verstrickt seine Figuren in einem fast schon sadistischen Spiel, das immer wieder ungeahnte Richtungen einschlägt. Wir erleben Yu als extrem religiös aufwachsenden Jungen, der früh seine Mutter verliert, der mit den Stimmungsschwankungen seines Vaters zu kämpfen hat. Als einen Perversen, der die Höschen der Frauen fotografiert und das zur Kunst erhebt. Der seine Liebe findet, sie jedoch verhindert wird. Ein Mann, der für seine Liebe, die ewig währende Liebe, immer kämpfen wird, bis er verrückt wird.
LOVE EXPOSURE ist nicht viel weniger als ein ausuferndes, völlig übertriebenes, aber dabei so grandioses Meisterwerk. Und das haben natürlich auch schon viele angemerkt, aber ich komm nicht umhin, es auch zu tun. Mich hatte der Film schon nach den ersten Minuten, wobei ich da noch etwas verunsichert war, da ich eine derartige Präsenz vom Thema Religion irgendwie nicht erwartet hatte. Letztlich ist der Film ja eine einzige Abhandlung über eben Religion und Liebe. Aber nichtsdestotrotz fing mich der Film dann ein, zog mich in die wirre, absurd-komische und verrückte japanische Welt hinein, ließ mich nicht mehr los. Es ist schon relativ wahnsinnig, anzumerken, dass sich die knapp vier Stunden wie vielleicht eine einzige angefühlt haben. Wenn ich mich dann umsehe, bin ich mit dieser Einstellung und dem Erlebnis glücklicherweise nicht so alleine.
Shion Sono schafft es einfach, ein so riesiges, allumfassendes Werk zu kreieren, was jedoch nicht an etwaiger Überlastung scheitert, sondern gerade dadurch seine Stärke gewinnt. In jeder Szene wird Filmkunst zelebriert, ob Männer in ninja-artiger Bewegung unter den Röcken von Frauen herhuschen, ob Yu sich unsterblich verliebt oder das Blut nur so durch die Gegend spritzt; oder wenn man einfach nur dem tollen Soundtrack lauscht. Man ist so eingenommen von dieser unausprechlichen Poesie, die in diesen besonders brillant zusammengeschnittenen Bildern liegt, man wird erfasst vom Beben der Filmmagie und speichert das alles tief im Innern ab. Man weiß einfach ganz genau, dass man diesen Film nicht mehr loswird. Er wird sich wohl einfach mal eben hier eingenistet haben und nicht mehr weggehen. Aber man kann sonst natürlich auch gar nicht so recht begreifen, was man noch alles in dem Film sehen kann, viel mehr kann man noch gar nicht umschreiben, was man in dieser Zeit alles gefühlt hat. LOVE EXPOSURE ist einfach zu groß, zu gigantisch und eigentlich fast schon filmische Perfektion.

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FilmFan92

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Eine weitere, motivierende Lobeshymne auf den Streifen. Interesse besteht, aber vergehen die 4 Stunden tatsächlich so easy, wie man so oft liest? :P
Ach, und Glückwunsch zum Millenium :)


alex023

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Ja, wir sagen das ja nicht alle umsonst :D Ist wirklich so.
Und vielen Dank!


chris-danese

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Bewertung5.0Geht so

Das Werk hat mich nicht wirklich überzeugen können. Patchwork aus allerlei Genres, dabei aber nach meinem Geschmalck irgendwie nicht konsequent gemacht. Slapstick und Teenageromanze und althergebrachte Verwirrkomödie mit einer halben Portion Psycho und paar netten Akrobatik-Kampfeinlagen, schließlich mal eben noch ein Hektoliter Blut ... es war nicht komisch genug und/oder nicht psycho oder crazy genug und "bizarr" fand ich es auch nicht.
Allerdings waren die vier Stunden recht easy zu verkraften. 5 Punkte für den Unterhaltungswert.

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kobi

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Bewertung2.0Ärgerlich

Think big! Dröge 240 Minuten lang (länger als „Der mit dem Wolf tanzt“ oder „Ben Hur“) behandelt „Love Exposure“ die Themenkomplexe Liebe und Religion. Inhaltlich dreht sich der Film um die Gott- und Selbstfindung einer erstaunlich übersichtlich geringen Menge an Charakteren.

Yu wächst bei seinem Vater, einem Priester, auf. Seine früh verstorbene Mutter zeigte ihm einst die Marienstatue in der Kirche des Vaters und trug ihrem Sohn auf nach „seiner Maria“ zu suchen. Als der Vater, geprägt von einem unerfreulichem, verbotenem Liebeserlebnis, zum Fanatiker wird, sieht sich sein Sohn Yu genötigt, zu sündigen, um einen handfesten Vorwand für die obligate tägliche Beichte zu haben. Zunächst randaliert er nur ein wenig, doch dann findet er über das heimliche Fotografieren von Mädchenunterhosen seine eigentliche Bestimmung als „König der Perversen“. Endlich stößt er bei einer stylischen Karatekeilerei, wie sie die Phantasie jedes Möchtegern-Streetfighters beflügelt, auf seine Maria, beziehungsweise ihre Unterhose, und versucht sie, Yoko, nun für sich zu gewinnen.

Der biblische Leitfaden ist klar erkennbar. Yus Vater ist der apodiktische Jahwe des Alten Testaments, das Gesetz, das seinen Sohn durch eine unerfüllbare Morallehre scheitern und zum trotzigen Sünder werden lässt. Wäre diese Ausgangslage aber nicht gegeben gewesen, hätte Yu nie „seine Maria“ getroffen. Dem Gesetz folgt Güte; daher sind die letzten beiden Filmdrittel dem Neuen Testament gewidmet. Der Weg der beiden Liebenden zueinander ist die Bibel.
Der Film setzt ein klares Zeichen gegen die postmoderne Glaubensauffassung. Religion, so der Film, darf nicht aus Versatzstücken verschiedener Weltanschauungen bestehen, die jeder nach Belieben miteinander kombinieren kann. Der Vergleich zum pantheistischen „Life of Pi“ ist hier angebracht, in dem die Natur, wie bei Albert Schweitzer, eine Ersatzreligion für den Protagonisten wird. „Love Exposure“ dagegen wärmt Altes neu auf: Traditionelles wird Trendy. Yoko wird über ihre religiöse Ziehmutter auf das Neue Testament und Jesus gestoßen, der „cooler als Kurt Cobain“ ist. Auch Yu ist aus religiöser Kraft heraus stark gegen das, was Luther als „falsches Begehren“ bezeichnete. Ihm, dem Hobbyfotografen weiblicher Unterwäsche, dienen seine Bilder nicht zur sexuellen Befriedigung, sondern dazu, „seine Maria“ zu finden.
Yu weiß, dass Yoko die „Eine“ ist. Doch das Drehbuch geht nicht einmal so weit, zwischen sexuellem Begehren und Liebe zu differenzieren. Ganz offensichtlich spielen nur die Hormone der beiden verrückt. Yu bekommt nur bei ihrem Anblick eine Erektion und folgert daraus, dass sie „seine Maria“ sein muss. Bei ihr verläuft es entsprechend. Durch monotone Bildfolgen von Höschen versucht der Regisseur auf gelinde gesagt dämliche Art zu beweisen, dass Christ sein nicht Prüderie bedeutet.

Diese Freizügigkeit geht einher mit teilweise unnötig drastischen Gewaltdarstellungen. Kontrastiert wird das Ganze aber durch ein unerträglich kindliches Narrativ. Eine ganz und gar nicht zimperliche Coming-of-age Story wird mit einem skurril anmutendem naivem Erzählton unterlegt. „Love Exposure“ entwickelt sich zu einer Banalität von monumentalen Ausmaßen und zur Karikatur seines augenzwinkernden Erzählstils selbst. Würde der Film nicht so plakativ mit den Emotionen seiner Darsteller hausieren gehen, wäre er vielleicht etwas besser, aber auch viel langweiliger geworden. Seine Dynamik, die Endlosschleife von Bolero und ein paar wirklich gute Schnitte (in diesem Film fällt die Schnitttechnik auch wirklich auf!), ist alles, was den Film lebensfähig macht und ihm eine Existenzberechtigung gibt.

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JimiHendrix

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Christus, seit Kurt Cobain bist du der erste Mann, den ich akzeptiere!"

Man nehme einen getragenen und abfotografierten Mädchenslip - er kann ruhig schon etwas feucht daher kommen - versieht ihn mit gierigen Männerblicken, lässt ihn durch ein Taufbad aus Weihwasser und Tränen gleiten, legt ein Stück schwarzen Stoff drum sowie die Strähne einer Langhaarperücke. Anschließend wischt man damit das Blut der niedergemetzelten Klassenkameraden auf und jagt das Gemisch durch den Mixer. Dann umwickelt man die gemixte Masse noch mit einem Stück von Vatis frisch filetiertem Lusthobel , den er dir aus LIEBE zwischen die Schenkel drücken wollte und schmeckt das Ganze ab, das Aroma sollte sich nun als ein schrill-durchgeknalltes mit einem Hauch ins übertrieben-groteske definieren lassen, wenn dies nicht der Fall ist, ruhig nochmal mit einer Priese absurder Story der Würze nachhelfen. Nun heißt es geduldig warten, denn diese filmische Huldigung über das schönste Geschenk der Menschheit benötigt seine Zeit um bei 0 Grad wirklich auch im innersten Kern gar und damit Genießbar zu werden, man muss nur daran GLAUBEN. Nach guten 240 Minuten kann man den wild zitternden Braten aus der Sekten-Röhre holen und ihn mit einem Samuraischwert leicht anstechen, um zu sehen ob er durch ist. Es sollte alles Weihwasser auch im inneren des Bratens restlos verdampft sein. Ist dies der Fall drapiert man eine Stange höchst religiöses Dynamit im Bratenkern und lässt das Ende der Zündschnur an der Seite herausragen. Man serviert dazu noch ein paar talkreiche Pubertätsklöse und garniert das Ganze am Tellerrand mit frisch gezupften Wellensittichfedern. Nun noch artig das Tischgebet sprechen, die Zündschnur in Brand setzen und kann nun nur noch die eine HOFFNUNG haben:
Habt ihr auch alle brav gesündigt?

Sion Sonos zuckersüßer Liebesfilmdinosaurier LOVE EXPOSURE wird sicherlich seinen archäologischen Platz im unendlichen Filmmuseum bekommen und das nicht mal ganz unverdient.

Die erste Hälfte des Films ist schon eine Art Dauererektion, Lusttropfen inklusive. Also nahe an dem Gipfel filmischer Perfektion in Sachen Handwerk, Schnitt, Musik und Atmosphäre. Die inhaltlichen Deutungen sind nur schwerlich zu übersehen und wählen den Glauben ins Zentrum aller Betrachtungen, samt aller schonungslosen Facetten.
Das Tempo mit der Sono hier die Erzählstränge verwebt und dramaturgisch verarbeitet wird wohl vorerst ein Unikum bleiben.
Im zweiten Teil spürt man den sogenannten "Kavaliersschmerz" durch die langanhaltende Spannung und der Nichtgestattung des Höhepunkts. Weshalb ich den zweiten teil auch um einiges Schwächer empfand, da er doch Längen und Schwächen in der Story offenkundig werden ließ. Nichtsdestotrotz ist der erneute mehrmalige Wechsel/Mix der Genre im zweiten Abschnitt wichtig für das Gesamtkunstwerk LOVE EXPOSURE und dessen Stahlwirkung.

Doch da mir hier und da, vor allem bei Yokos langem und für mich völlig sinnfreiem Reiztat aus dem Buch der Korinthenkacker, die Schädelinnenwand stark zu jucken begann, da ich es allzu übertrieben fand, bekommt dieses Werk nicht richtig den Fuß in die goldenen Hallen meiner Filmlieblinge, zumal die Story - obwohl von der Realität inspiriert - einfach zu konstruiert und schwachsinnig daher wackelt.

Egal wie man zu Sion Sono als Regisseur steht, muss man dieses intensive Filmerlebnis als echt Duftmarke des japanische Kinos wahrnehmen, ob man sich nun in dem Geruch verlieren mag oder einfach nur die Nase rümpft.

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Danyrail

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Toller Kommentar. Doch gerade das Zitat aus dem "Buch der Korinthenkacker" fand ich grandios und überaus passend!


JimiHendrix

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jo, mag halt einfach nicht so viel schmalz.


Shinuslaw

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Bewertung9.5Herausragend

Ich bin selten so früh nach den Schauen eines Films begeistert, aber ich glaube, dass ich hier einen der besten Filme des neuen Jahrtausends gesehen habe. Doch wie soll ich den Film beschreiben? Er begeistert, durch eine tolle Liebesgeschichte, fesselndes Drama, der Darstellung von Freundschaft und auch sehr viel Humor. In seinen 4 Stunden findet man sicherlich auch einige Längen und viele Filmklischees (besonders in den Charakteren, abseits von Yu und Yoko), dies hat mich aber überhaupt nicht gestört. Ich hatte den Film schon sehr lange auf meiner "To-Watch List", war aber natürlich von der langen Laufzeit abgeschreckt und nahm mir eigentlich vor den Film in 2 Teilen zu schauen (was ich sonst gar nicht leiden kann). Ich konnte aber einfach nicht aufhören und schaute den kompletten Film am Stück, ohne dass ich merkte, wie die Zeit davon schritt. Ich finde es interessant, wie sehr wir in die Psyche der Charaktere einsteigen konnten und dadurch ihre Gefühle hautnah miterleben konnten. Besonders Yu hat mich, auch wenn er oberflächlich relativ "normal" wirkt, sehr überzeugt. Natürlich tut der wirklich starke Schauspieler Takahiro Nishijima sein übriges. Aber auch Sakura Ando als Koike hat mich extrem überzeugt. Neben der Liebesgeschichte, die herzzerreißend ist, sticht der Film auch noch durch viele kleine Sachen heraus. Eine interessante Vater-Sohn Beziehung, die Beschreibung von Einsamkeit, das Finden von Freunden und Rebellion sind alles Themen, die der Film aufnimmt und gekonnt wiedergibt.
Ich kann mir vorstellen, dass 4 Stunden Laufzeit für einige Leute abschreckend wirken, aber "Love Exposure" gehört für mich zu den größten Entdeckungen des letzten Jahres.

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Kuya

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Bewertung7.5Sehenswert

LOVE EXPOSURE ist wohl einer der interessantesten Filme der letzten Jahre. Zwar warten an jeder Ecke naive Klischees und auch ihre Auflösung ist nicht grade originell, zwar weicht sein Wert jeglichem intellektuellem Zugang aus, auch manche schauspielerischen Leistungen sind schwer mit anzusehen, doch ist es gleichzeitig schwer nicht seine famosen Stärken anerkennen zu können. Der Film schafft es trotz formalem Anarchismus nicht auseinander zu fallen. Kühn werden Parallelgeschichten, neue Charaktere eingeführt, wieder verabschiedet, die Bilder folgen keinem Schema, oft wird gewechselt zwischen wackliger, stehender, niedrig auflösender und hochauflösender Kamera. Redundanzen werden unverschämt zugelassen. Wer die kreativen Schnitte von SCOTT PIGRLIM, spektakulären Kamerafahrten von OLDBOY oder eine formale Meisterschaft über Schnipselwerk wie bei PULP FICTION oder KILL BILL sucht, sucht vergebens. Aber doch hat LOVE EXPOSURE mit diesen Filmen viel gemeinsam, das sticht ins Auge.

Sono wirbelt unaufhörlich, sodass kein richtiger Sinn entstehen will. Erotik, Liebe, Religion, Familie und Freundschaft werden zuweilen Bedeutung zugeschrieben, verkommen aber gleich wieder zur Leerformel. Alles scheint schwankend in LOVE EXPOSURE - ein Pfarrer, kündigt seinen Beruf und tritt einer gehirnwaschenden Sekte bei, die Mutter des Protagonisten verschwindet mit ihrem Tod wirklich von der Bildfläche des Films und von den Erinnerungen der Figuren, und die Hauptfiguren verstehen aber verstehen nicht, lieben sich aber hassen sich und glauben ohne Glauben. Am Ende steht der Film selbstbewusst, frisch und im hohen Maß modern da. Eine durchaus legitime Art einen Filme zu drehen. LOVE EXPOSURE ist Style-Spraying, Menschenergründung, Metakino und B-Movie bester Ausprägung zugleich.

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albaniax

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Bewertung9.0Herausragend

Dieser Film ist wirklich weit weg von allen anderen Filmstrukturen an denen man gewöhnt ist und das ist auch gut so.

Wenn die ersten Minuten umgeht, weiß man noch gar nicht was alles auf einen zukommen wird und man versteht auch erstmal gar nicht wohin das ganze führen soll. Aber mit der Zeit wird das Bild kompletter und führt zu einer letzten Szene, das man mit einem eigenen Grinsen beendet wie die 2 Hauptdarsteller.

Definitiv eine Achterbahnfahrt durch die skurillen Gedanken einer Japanischen "Love-Story" in der viel mehr steckt als nur das, mit vieeeel Humor zwischendurch :)

Als Fazit:
Einfach schauen der Rest kommt von selber.

Ich denke aber, dass dieser Film jüngeren Generationen mehr gefallen wird. Bei manchen konservativen Cineasten wäre ich vorsichtig mit der Empfehlung.

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albaniax

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Ach ja, Soziophaten würde ich diesen Film auch nicht empfehlen, sowie Leuten die besessen von Scarface sind und/oder Farid Bang / Kollegah Discographien auf Ihren MP3 Player haben.


FlintPaper

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Obsessive Katholiken, liebessüchtige Frauen, Vater und Sohn zwischen Beichtstuhl und Höschen-Fetischismus, die Einsamkeit, die Zweisamkeit, Liebe und Hass, Erektionen und Erektionsbrecher, Kapitel des Leids, Kapitel der Freude; Die schiere Masse an angeschnittenen Themen und die Art, wie Shion Sono sie zu einem - trotz der extremen Laufzeit - seltsamerweise kurzweiligen Theater-Spektakel in realen Kulissen verarbeitet, scheint einzigartig. Alle Minuspunkte, wie z.B. ein paar unnötige und dämliche CG-Effekte, verkommen bei soviel Esprit für Bild und Erzählung jedenfalls zur Nebensächlichkeit. Kurzweil in Langform, vorallem auch aufgrund der absurden, jedoch erfolgreichen Mixtur verschiedenster Inhalte.

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Andri1995

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vorgemerkt

gibt es den Film auch auf deutsch irgendwo zu kaufen??
sehe immer nur auf Japanisch mit deutschen Untertiteln

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NewFilmkonsument

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Bislang hat sich noch kein Sychronstudio an diesen 4-Stunden-Film getraut.


Alexandrow

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Und das ist auch gut so


bexxx

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hatte mal wieder Lust ein Film einzulegen, den ich im ersten Rausch damals mit 10/10 bewertet hab. Und dabei bleibts auch. Selbst beim zweiten Schauen jetzt hab ich mich in den knapp 4 Stunden Nettolauflänge nie gelangweilt.
Zudem sah ich alles sofort von einem anderen Blickwinkel, was sich um Aja Koike drehte. Auch die imo etwas zähe erste Viertelstunde kam mir nochmal einen Tacken besser vor.

Wer auf cineastische Grenzerfahrungen steht, sollte auf alle Fälle mal in Betracht 4 Stunden des Lebens darin zu investieren. Ein Genregrenzensprengendes Kunstwerk. Storytelling, Tempo, Dramaturgie, Schnitt, Darsteller...alles top...manchmal sieht japantypisch der Handdigitalkamerastyle etwas billig aus. Aber soll man sowas abwerten? Mir hätt es sogar gefallen den Showdown noch zu erweitern...aber 4 Stunden sind ja auch eigentlich way too much.

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leManni

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wow!Geschafft! Erstmal, danke Moviepilot & der Community für die Entdeckung dieses wunderbaren Films!!
Ohne Zweifel einer der besten den ich je gesehen habe. Ich bin seit mehreren Stunden(man hat ja genug Zeit :P) schon am überlegen was man schreiben kann und vor allem muss! An alle zukünftigen Gucker, lasset euch nicht von den 4h abschrecken. Es lohnt sich! Aber nun:

Ja, der Film ist lang. Aber verdammt nochmal es sind unglaublich intensive 4h Filmschauen. Ich hatte mich gut vorbereitet auf die 4h und hab meine übliche entspannte
Filmhaltung auf der Couch eingenommen und bemerkte nach ca. 1 1/2 (boah wie das klingt :D) das ich immer näher an den Fernseher komme. Meine Sitzpositionen änderten sich im Minutentakt und irgendwie mischte der Film ganz schön auf...so gefühlsmäßig^^
Der Film hatte alles: Lustig, Traurig, Verwirrend, "Herzschmerz", Erotik, Peinlich und Kurioses. (und perverses :P)
Bei mir hat er das alles auch geschafft auszulösen. Mensch, ich glaube ich werde nie wieder einen Hollywood-Blockbuster anschauen können. Dieser ganze Crap kommt doch an dieses Kunstwerk nicht heran(Ausnahmen bestätigen aber weiterhin die Regel ;))

*Ab hier mit teilweise heftigen Spoilern*:
Jedenfalls hab ich mir nach den ersten 10 Minuten nicht viel versprochen, alles sehr Gott-bezogen und vor allem nervte Kaori. Gott war die nervig. Im späteren Verlauf wurde mir klar warum der Anfang so ist wie er ist. Ich hab mir lange keine Gedanken über Gehirnwäsche gemacht, der Film ist auf jedenfall ein Anstoß sich mit dem Thema zu beschäftigen. Nach dem der Anfang mir nicht gefallen hat, BÄM plötzlich fröhliche Musik, Perspektivenwechsel vom Off-Sprecher zum Ich-Sprecher und es ging los =)
Sofort konnte man sich mit den Charakteren identifizieren, nicht zuletzt wegen den perfekten Vorgeschichten, die teilweise ganz schön gestört waren, aber sicher nicht aus heiterem Himmel stammen.

Man merkt dem Film an, das er in (für mich) 2 Teile geteilt ist, neben den "offiziellen" 3 Kapiteln. Für meinen Geschmack hätte der "Ich-will-dich-du-willst-mich-nicht"-Teil, bis zur Offenbarung Yu's, noch ein bisschen länger gehen können. Die Beziehungskonstellation war einfach nur herrlich. Plötzlich Bruder und Schwester. Yu hat komplette Destraktion erlebt, als sie ihn im Bett weckte. Herrlich. Ich dachte mir bei der Szene wo er ihr Zimmer durchstöbert, das es keine gute Idee ist :D Sowas geht doch immer schief :P

Ums kurz zu halten:
Danach geht alles schief, Koike (deren Ziel für mich nicht erkennbar ist(wollte sie Yu nun nur Psychomäßig quälen oder dachte sie, sie hat ein Leidensbruder gefunden?)) Wieso hat sie ihm dann Yoko vorgestellt oder wollte sie wirklich nur Mitglieder für ihre äußerst zwielichtige Sekte anwerben? Der Film gibt für mich da leider keine Antwort. Was wiederum gut war, war die Beziehung zu Gott und Sünde, welche durchweg Leitmotive sind. Gerade der Vater macht eine komplette, zugegeben, menschliche Veränderung durch, die so unfassbar wirklich ist. Wow. Alle Schauspieler haben einen super Job gemacht. Zu jeder Zeit realistisches Schauspiel. Good Job!

Nach ca 3h hatte ich eigentlich nur noch gehofft, dass der Film keine Romeo&Julia Endung nimmt. Ich hatte es mir für Yu und Yoko irgendwie gewünscht, dass sie zusammen kommen. Das Ende war außerdem alles andere als absehbar und, nunja, das beide ihre Sünden und so erlassen bekommen...Hach wie schöööön :D

*Ab hier wieder ohne Spoiler ;)*
Fazit: Klasse Film,klasse Schauspieler. Ein Film den wirklich nicht viele kennen, der auch seinen Reiz im Originalton hat, ohne hässliche dt. Synchro. Hier noch ein paar Punkte die den Film für mich interessant gemacht haben:

1. Ich muss unbedingt diese Tosatsu Fähigkeit lernen :D An alle Frauen! Zückt die Miniröcke! :D *spaß...möchte ja kein Perverser sein :P*
2. Yoko ist verdammt süß man...Man ist ja eigentlich aus dem Alter raus wo man in Filmfrauen verknallt ist...aber verdammt, die isses Wert :D
3. Sich mit dem Thema Gott,Sünde und Gehirnwäsche beschäftigen. Der Menscheit größtes "Übel" ;)
4. Es gibt immer noch einen größeren Perversen als man selbst :D

Ich hau mich jetzt hin. Viel zu verarbeiten. Kein 1 1/2h Film geht so schnell vorbei wie dieser 4h Kracher. Top. Dafür liebe ich Filme zu schauen. Schaut ihn euch an, so vieles passiert was man gar nicht in Worte fassen kann. 10 Points dafür.
Vielen Dank. :)

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leManni

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Noch ergänzend: Mir ist letztendlich vollkommen schleierhaft, bei komplett nüchterner Betrachtung, wie dieser Film es schafft, dass ich keine Szene während der 4h missen möchte?! Grandiose Leistung :)


Thanatos1

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Du willst keine missen weil du bereits zu viele nicht gesehen hast, schlieslich sollte der Film anfänglich sogar 6 Stunden gehen


zipy

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Bewertung9.5Herausragend

vorhersage 9,5, halbe stunde geguckt und ich dachte das kann doch nur ein scherz sein.. weitergeschaut und bei einer stunde merke ich, der film geht 4h lang -.-
Was darauf folgte hat mich dann doch gepackt. Total geflashed und absolut ratlos sitze ich jetzt hier und weiss nicht wie ich ihn bewerten soll. Von 8,5 bis 10,0 ist absolut alles drin.. ich glaube ich schlafe noch mal 'ne Nacht drüber und bewerte ihn Morgen. Ich habe noch nichts vergleichbares bisher gesehen, mir fehlen die Worte! Gute Nacht allen xD

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Boddah

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nachdem der Film für mich eine Vorhersage von 9,0 hatte, habe ich ihn mir inzwischen endlich angesehen, fand ihn auch wirklich gut, doch finde eine Bewertung eher schwierig.

Love Exposure hat auf jeden Fall Spaß gemacht, und auch wenn der Film sicherlich keine 4 Stunden nötig gehabt hätte, so war es dennoch wichtig, viel Zeit zum Entwickeln der Charaktere einzurechnen. Von daher sehe ich es schon als etwas Gutes an, dass die Zeit rausgenommen wurde, doch hier und da hätte man durchaus Szenen kürzen können, denn unter'm Strich gab es schon ein paar Passagen, die sich etwas hinzogen.

Ansonsten gibt es aber eigentlich nichts auszusetzen - die Story hat Spaß gemacht, die Musik war cool, die Schauspieler waren gut und auch die Charaktere selbst waren wie erwähnt alle exzellent ausgearbeitet.

Der Film war auf jeden Fall etwas Besonderes und ich bin froh, ihn mir angesehen zu haben - nichtsdestotrotz habe ich mir trotzdem etwas Obskureres versprochen. Ich mag allgemein das japanische Kino sehr, und von daher war ich bei der Beschreibung des Films und des Durchlesens der Kommentare hier auf Moviepilot davon überzeugt, dass der Film auch seine 9,0 Punkte (oder mehr) von mir bekommen würde. Ich finde es daher besonders schwierig ihn nun zu bewerten, da meine Erwartungen sicherlich zu hoch waren. Der Film war super, wenn auch nicht perfekt, aber dennoch war er nicht ganz das, was ich erwartet / erhofft habe. Dennoch habe ich im Grunde außer der zum Teil entstehenden Längen eigentlich keine negative Kritik zu äußern.

Nun habe ich schon 2 Tage an der Wertung überlegt und überwinde mich jetzt zu einer Bewertung von 8,5 Punkten. Auch wenn der Film ein wahrer Hammer ist und ich ihn mir jetzt nicht unbedingt in nächster Zeit noch mal ansehen muss, hat er doch wenige Schönheitsfehler, und da denke ich, dass ein Abzug von 1,5 Punkten gerechtfertigt ist. Mal schauen, vielleicht ändere ich die Punktzahl auch noch.

Jedenfalls definitiv ein empfehlenswertes Werk, wenn man die Zeit mitbringen kann. Man kann den Film auch getrost pausieren und am nächsten Tag auch noch mal leicht in die Story reinfinden. ;)

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Hartigan85

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Bewertung9.0Herausragend

Ich kann immer noch kaum einen klaren Gedanke darüber fassen, was ich da gestern Abend für einen Film gesehen habe. Über diesen japanischen Film von Shion Sono aus dem Jahr 2008 hatte ich erstmals vor Monaten hier bei Moviepilot gehört. Seitdem immer mal wieder, meist nur sehr positives. Hab ihn mir dann zugelegt und gestern angesehen. Was für ein filmischer Rausch, ein 4-stündiges Mammutwerk, ein wilder Genre-Mix, eine großartige Lovestory, ein episches Erlebnis. Man muss sich auf den Film einlassen, sonst scheitert man möglicherweise sehr schnell an der langen Laufzeit oder der seltsamen Erzählweise oder, oder, oder…
Wirklich schwer in Worte zu fassen, was einem hier 4 Stunden lang für Bilder in den Schädel gehämmert werden. Der extrem komplexe Streifen ist total schräg, skurril, blutig, pervers, geschmacklos, romantisch, emotional, tieftraurig und enorm bildgewaltig!
Die Darsteller können überzeugen, vor allem die süße Hikari Mitsushima in der weiblichen Hauptrolle als Yoko agiert wirklich grandios. Besonders in Erinnerung bleibt hier eine überragend gespielte Szene am Strand, ganz starke Leistung! Der grandiose Soundtrack sollte unbedingt noch erwähnt werden, der hier äußerst passend eingesetzt wird.
„Love Exposure“ ist ein sehr spezieller Film, der definitiv nicht jedem zusagen wird, von dem sich dennoch jeder ein Bild machen sollte, sonst verpasst man möglicherweise einen neuen Lieblingsfilm. Denn eines ist scheinbar sicher: Diese etwas andere Liebesgeschichte wird man entweder lieben oder hassen. Sie wird einen entweder verzaubern oder abstoßen. Mich hat sie verzaubert…

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Haschbeutel

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Fand ihn bei der Zweitsichtung sogar noch besser ...


jan.griemsmann.9

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Wird bei öfterer Sichtung sogar immer besser ;-)


dbeutner

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Bewertung7.5Sehenswert

Interessant, aber überbewertet. Vor allem ist die Laufzeit von vier Stunden nicht ernsthaft zu rechtfertigen, 2.5 Stunden hätten es auch getan. Die Story ist schon nett, die DarstellerInnen gut, es stört nichts. Und einige Aspekte sind auch wirklich gut umgesetzt. Aber zu einer begeisterten Bewertung ab 8 Punkte aufwärts hat das in der Summe nicht gereicht.

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lina.lenz.3

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Hast du den Film gestreamt? Wenn ja, kannst du mir sagen wo? In unserer Videothek gibt es den leider nicht :/


dbeutner

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Habe ihn via Amazon UK: http://www.amazon.co.uk/Love-Exposure-Blu-ray-Takahiro-Nishijima/dp/B0085MSGYC



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