Love Exposure

Ai no mukidashi (2008), JP
Laufzeit 236 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 13.08.2009

8.4 Kritiker
18 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.0 Community
814 Bewertungen
85 Kommentare
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von Sion Sono, mit Takahiro Nishijima und Hikari Mitsushima

Yu ist ein braver Schüler, der von seinem Priester-Vater täglich zur Beichte gezwungen wird. Doch ohne Sünde gibt es keine Beichte, also wird der harmlose Yu zum genialen Upskirt-Fotografen. Auf einem seiner voyeuristischen Streifzüge trifft er auf seine große Liebe Yoko. Sie kennt ihn aber nur als “Lady Scorpion” in Frauengestalt und ist dazu noch die Tochter der neuen Liebe seines Vaters. Als die Zero-Church-Sekte seine gesamte Familie kidnappt, beginnt für Yu der große Kampf um seine Liebe.

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Kritiken (11) — Film: Love Exposure

Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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4.0Uninteressant

Love Exposure ist der beste Beweis, dass unzählige Inszenierungsstile eben auch stillos sind, bunt, wild, ja wirr wird hier alles durcheinander gepanscht. Regisseur Sono stellte die Form schon immer über den Inhalt, Love Exposure vermag es nicht, in immerhin vier Stunden eine anständige Geschichte zu erzählen, sondern verheddert sich in belanglosen Nebenplots. Die Begründung dafür ist simpel: vom Thema Liebe weiß der Film überhaupt nichts. Sie ist lediglich ein loser Vorwand für den flippigen Plot. Die Charaktere haben wenig Profil und kaum fassbare Eigenschaften. Zweifellos sind Kameraarbeit , Schnitt und Szenenbild gelungen, doch das kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass Love Exposure bunt, aber gehaltlos ist.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 23 Antworten

Oceanic6

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"die Frau in den Dünen" ist mal vorgemerkt und wehe der taugt nichts. :P
Die Diskussion brauchen wir glaube ich nicht fortführen, aber immerhin siehst du ja, was wir an dem Film finden. ;)


moviepilotsven

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Die Frau in den Dünen ist immerhin besser als seine Buchvorlage. Und: rieselnder Sand war noch nie so spannend!


Ciprian David: NEGATIV

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8.0Ausgezeichnet

...Was passiert aber in diesem Film? Liebe. So grob wie möglich beschrieben, sucht ein Junge seine große Liebe und trifft sie. Sein Vater ist nach dem Tod der Mutter Priester geworden, ebenfalls ein Ziel für seine Liebe suchend. Liebe sprudelt zwischen den Charakteren, in ungewöhnlichsten Formen, im Rahmen merkwürdigster und irrwitzigster Handlungen. Liebe rettet und vernichtet Welten und Konstellationen von Charakteren. Liebe missbraucht, verbraucht und erfindet Heiliges oder höchst Profanes, Liebe ist umwoben mit einer Symbolik, wie kaum zuvor im Film zum Ausdruck gebracht wurde....

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Fricki76: Asianfilmweb.de

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9.0Herausragend

In "Love Exposure" ist der Name Programm. Bei allen drastischen, komischen und traurigen Nebenschauplätzen in der Handlung zieht sich die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung wie ein roter Faden durch die Geschichte jedes einzelnen Charakters. Egal ob Yus trauernder Vater, dessen neue Lebensgefährtin, Yus Kumpels, Yoko oder die gestörte Koike: Jeder hat Verluste erlitten und sucht nach dem einem Gegenüber, an dem er sich orientieren, auf den er sich verlassen, an den er sich anlehnen kann. Die Art und Weise, wie "Love Exposure" dieses universelle Thema aufgreift, ist allerdings weit unkonventioneller, als es das immer wieder durchschimmernde Thema es vermuten lässt. Regisseur Sono lässt sich nicht nur fast 4 Stunden Zeit, um seine Geschichte und seine Charaktere von Grund auf detailliert zu porträtieren, sondern spielt munter mit Genres und Stilmitteln. Da amüsiert man sich im einen Moment noch über Yus schüchterne Grimassen und wird in der nächsten Szene von waschechtem Splatter überrumpelt. Der ganze Film sprudelt über vor Ideen und dem Brechen cineastischer Konventionen. Wer ist jemals zuvor auf die Idee gekommen, die Jagd des skurillen jugendlichen Kleeblatts nach "Höschen-Fotos" mit Kung-Fu-Einlagen zu spicken, Maurice Ravels "Bolero" laufen zu lassen und ganz nebenbei der Filmfigur "Sasori" noch eine Reminiszenz zu verschaffen? Und das verrückte daran ist: Es passt! Doch nicht nur formal ist "Love Exposure" unkonventionell und äusserst kreativ, auch die Handlung, die sich wie erwähnt viel Zeit nimmt (dabei allerdings nie langweilig wird) ist für jede Menge interessante Ideen und unerwartete Wendungen gut.

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der cineast

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Ganz Groß :)


TheCorey: MovieMaze

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8.5Ausgezeichnet

So schräg präsentieren sich in Hollywood nicht einmal ein Spike Jonze oder Wes Anderson. Was für ein kreatives Feuerwerk Sono in seiner ersten Hälfte und damit den ersten beiden Stunden abfackelt, sucht im Kinojahr 2009 sicherlich – vergebens – seinesgleichen. Hier stimmt alles, von der eigentlichen Geschichte, bis hin zum exzellenten Darstellerensemble (punktgenau besetzt!) und der genialen musikalischen Untermalung. Mal poppig, mal rockig und dann wieder klassisch – aber stets perfekt platziert. Das ist innovativ, das ist kein Hollywood-Einheitsbrei, sondern unterhaltsam und zugleich spannend.

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Kazushi: FILMSTARTS.de, TakashiMiike.de Kazushi: FILMSTARTS.de, TakashiMiike.de

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9.5Herausragend

In Anlehnung an den Filmemacher Rosa von Praunheim lässt sich über Sion Sonos eindrucksvolles Werk sagen: „Nicht der Perverse ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.“ Sion Sono legt mit „Love Exposure“ keinen Film vor, der sich über seine Charaktere lustig macht, sie demaskiert oder ihre Perversion verteufelt. Es ist ein inhaltlich zutiefst humanistischer Film, ein klares Plädoyer für die Liebe, das zudem formal herausragt. Trotz des Wandelns durch alle Genres und Stilrichtung, zeigt sich dabei, dass die Liebe die größte Kraft ist und sich gegen alles durchsetzt, auch in filmischer Hinsicht. Nicht umsonst wird gegen Ende „Das hohe Lied der Liebe“ aus Korinther 13 – wirkungsvoll unterlegt mit Beethovens 7. Symphonie - zitiert. Ein wunderschöner, überwältigender Moment voller Pathos und Romantik.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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9.0Herausragend

Ginge es mit rechten Dingen zu, müsste dieser Film eigentlich zum Pflichtprogramm an deutschen Filmhochschulen werden. Um zu zeigen, wie man von den Schmerzen des Heranwachsens etwas erzählen kann, ohne die immer gleichen Erzählmuster und sich stets gleichenden Bilder zu bedienen. Ein wildes Fest, eine Orgie - das ist es, mit dem man dieses Kinowunder vielleicht am besten vergleichen kann.

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alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ... alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ...

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10.0Herausragend

Zum Beispiel Sono Sions Mega-Melodram «Love Exposure», das das Chaos als Form höherer Ordnung feiert und in dem der 17-jährige Yu in einen Konflikt aus religiösem Wahn und amouröser Besessenheit stürzt. Sono Sion (2006 mit «Strange Circus» im Forum) erzählt in diesem wilden, schrillen Meisterwerk – dessen vier Stunden auch dank des inspirierten Takahiro Nishijima in der Hauptrolle wie im Flug vergehen – von der Geschlechterspannung, von Machtmissbrauch und Missverständnissen, die sich eigentlich einander zugeneigten Menschen in den Weg stellen und zu Wahrnehmungsverschiebungen mit gefährlichen Folgen führen können.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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9.5Herausragend

Ist das nun, wie man so sagt, »typisch japanisch«? Vielleicht. Aber nur in seinem unbedingten Willen zur Form, dem Wissen, dass man im Kino nur etwas erreicht, wenn man in Bildern erzählt, und den Mut hat, über Grenzen zu gehen. Wie viele seiner japanischen Künstlerkollegen und wie nur wenige Europäer besitzt Sion, der Fassbinder und Cassavettes als Vorbilder nennt, einen produktiven Wahnsinn, Mut zur Peinlichkeit, wie ungehemmte Lust daran, scheinbar Unpassendes durcheinanderzuwürfeln. »Perverse gibt es nicht nur in Japan«, sagte Sion in Berlin, »die ganze Menschheit ist pervers.« Und »ohne das Gefühl der Sünde gäbe es gar keine Perversion.«

Ein großer Film, und eine jener zu seltenen Erfahrungen, wegen derer sich das ganze Berlinale-Spektakel noch lohnt: Denn wo sonst, wenn nicht im Forum und hoffentlich in ein paar Programmkinos wird man Love Exposure noch sehen können?

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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7.0Sehenswert

Vier Stunden ist Sono Sions "Love Exposure" lang, und um Konventionen schert der Film sich nicht. Sex und Katholizismus, eine verrückte Sekte, überhaupt: Wahnsinn, Religion und Begehren werden zerschnipselt zu einem Bildersalat, der es in sich hat. Immer sind Sono Sions Filme randvoll mit Ideen, guten wie schlechten, wichtig ist vor allem die Fülle. "Strange Circus", vor zwei Jahren im Forum, war eine blutige Grand-Guignol-Ausgeburt. "Love Exposure" wirkt offener, ein bisschen weniger psychotisch, aber das heißt noch lange nicht, dass irgendetwas daran normal und kommensurabel wäre. Es steckt eine Raserei in jedem Schnitt, die Kamera ist ein Wesen, das niemals zur Ruhe kommt. Familien werden zerstört, Gefühle und Beziehungen pervertiert. Heraus kommt ein Film nicht für jeden, ein Machwerk der immer wieder mal faszinierenden Art.

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Björn Lahrmann: Das Manifest

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9.5Herausragend

LOVE EXPOSURE explodiert förmlich über die Leinwand mit fliegenden Schnitten, launigem Off-Kommentar und nach vorn preschender Musikbeschallung zwischen Ravel, Beethoven und Psychedelic Pop. Mit unverschämter Leichtigkeit reißt Sions Fabuliermahlstrom immer neue Genres mit sich, Märchen, Manga, Martial Arts, Chambara, Splatter, Highschool-Schmonzette, Verwechslungskomödie, alles ist möglich, alles ist drin. Das größte Wunder an diesem an Wundern nicht gerade armen Film ist aber, dass die Liebesgeschichte in seinem Zentrum genuin das Herz zu rühren vermag, während er zugleich in jeder nur erdenklichen Weise geil ist. Kurz: 237 Minuten überschäumendes, aus allen Nähten platzendes Kinoglück.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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9.5Herausragend

Links. Recht. Oben. Unten. Überall quillt die pure Kinomagie in Sion Sono's neustem Grenzwerk - das mal so mir nichts dir nichts sämtliche cineastische Ketten sprengt - heraus und versprüht eine Gefühlsregung, die ich vor langer Zeit im Kinosaal verloren geglaubt sah: Solche Momente muss man festhalten - meinetwegen auch auf 4 Stunden Zelluloid. Ein Genre Remix/Reboot der seinesgleichen sucht. Ich ziehe meinen obligatorischen Hut. In allen Belangen.

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Kommentare (74) — Film: Love Exposure

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laurent kane

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Bewertung9.0Herausragend

I..Ich weiss nicht was ich sagen soll..Zurecht war der Film ganz oben auf der Lister der Top 100 Filme.Noch nie waren 4 stunden so kurz wie mit diesem Film,man wird förmlich verschlungen von diesem Film und mehr fehlt mir jetzt auch nicht ein,ich muss diesen Film zuerst verdauen und meinen Geist freimachen.... oder irgendwas in diese Richtung

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diceman

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wer hat eigentlich das Gerücht aufgebracht, LOVE EXPOSURE wäre Teil einer "Hass-Trilogie" (die jetzt zusammen mit COLD FISH und GUILTY OF ROMANCE ihren Abschluss erfahren hätte)? Selbstverständlich ist Shion Sono kein Menschenfreund per se, bzw. in etwa genausoviel Humanist wie Takashi Ishii Feminist (bevor jetzt jemand aufschreit: der Vergleich war mitnichten als Oxymoron gedacht, soll lediglich verdeutlichen, daß das Wort durchaus mehr Facetten zulässt, als man mit ein paar Schlagworten im Mini-Duden für die Hosentasche festhalten kann) ... wenn es sowas wie eine Überschrift zu Sonos Output gibt, so wäre es das Thema "Familie"; insbsondere für kaputte, dysfunktionale Strukturen interessiert sich das enfant terrible des neuen japanischen Kinos, Kompromisse kennt er keine, Shion Sonos Filme beschreiten den ganzen Weg: Infektion, Wunden und (manchmal auch) Heilung. LOVE EXPOSURE ist der Film seines Œuvres, der in letzter Konsequenz am meisten Hoffnung zulässt: ein Film über die Liebe; die platonische, die pervertierte, die sakrale und die körperliche. Gott ist Liebe ist Sex. In LOVE EXPOSURE werden sämtliche Definitionen zu Adern eines einzigen organisch pulsierenden Geflechts; Katholizismus ist Scheiße, Christus ist cool - zumindest fast so cool wie Kurt Kobain.

Das Erlebnis von LOVE EXPOSURE in schnöden Worten festzuhalten, ist mir nach wie vor unmöglich. Schon öfters habe ich es versucht, hier scheitere ich schon wieder: 4 Stunden, die man sein Leben lang nicht mehr vergessen wird, 4 Stunden, nach denen man seinen Begriff von Kino grundlegend überarbeiten muß, 4 kurzweilige Stunden voller Twists and Turns, Beethoven und Bibel, Pop und Porno, Soap und Sünde, Epiphanien und Erektionen.

Der ultimative Film.

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der cineast

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Ist kein Gerücht, sondern eine Tatsache. Love Exposure ist Kino. Mehr ist nicht möglich.


geheimer333

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Bewertung10.0Herausragend

Love Exposure

Ein Film. Japanisch mit deutschen Untertiteln und eine Laufzeit von gut 4 Stunden. Das kann ja nicht gut gehen. Wahrscheinlich wieder so ein "Künstlerisches Meistwerk", welches nur die Ultracineasten unter uns zu schätzen wissen können.
So habe ich den Film zwar wegen Vorhersage von 9.5 vorgemerkt, hatte aber nicht vor ihn in absehbarer Zeit zu sehen. Doch dann spielte Lovefilm mir einen Streich und schon war er da. Alle Klausuren durch, hätte genug Zeit, also wieso nicht?

So machte ich mich ans Werk und was ich da sah ist einmalig! Ein Film der seine 4 Stunden braucht und keine langatmigen Stellen beinhaltet.
Mitten im Film wird dann auch mal Genre gewechselt, was die Handlung so merkwürdig und skurril macht, dass sie nur schwer angemessen in Worte zu fassen ist:

Als Yu's Mutter starb, beschloss sein Vater Priester zu werden und nimmt ihm seitdem täglich die Beichte ab, doch Yu ist ein braver Junge und hat tatsächlich keine Sünde begangen, also macht er sich auf um dies zu ändern. Schnell beginnt er mit einer Art Ninjatechnik die Höschen von zahlreichen Frauen zu fotografieren. Bei diesen Tätigkeiten begegnet er Yoko. Er ist sofort verliebt und bekommt die erste Erektion seines Lebens, doch er ist als eine Frau verkleidet und Yoko denkt nun sie wäre lesbisch.
Yoko zieht bei Yu ein, als ihre Pflegemutter (zum zweiten Mal) eine Beziehung mit Yu's Vater führt. Unwissend das Yu Lady Scorpion, Yoko's geliebte, ist, versucht sie mehr oder weniger bemüht, eine Bruder-Schwester-Beziehung zu pflegen...

Eigentlich war das noch nicht einmal die Hälfte, aber das hätte noch Stunden gedauert, später kommt dann noch eine Sekte ins Spiel.

Fazit: Love Exposure ist eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte, welche zetweise aber nicht so bezeichnet werden sollte, denn dieser Film lässt sich in kein Genre unterordnen.

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Amajin

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Bewertung3.5Schwach

Der ein oder andere Schmunzler, aber ansonsten emotionslos: Nani kore?

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Dead_Eye_Dodo

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Bewertung9.5Herausragend

Jedes andere Wort als "großartig" wird diesem Film nicht gerecht. Zugegeben hatte ich meine Bedenken angesichts japanischem O-Ton und dem damit verbundenen vierstündigen Untertitellesen, aber jede Minute hat sich mehr als gelohnt. Trotz der extremen Spieldauer schafft es Love Exposure nämlich (wenn überhaupt) nur ganz vereinzelt kurz mal ein wenig langatmig zu werden und fesselt durchgängig mit der skurril-spannenden Story um die ausnahmslos hochinteressanten Charaktere. Dieser Film ist einfach von Anfang bis Ende ein geniales Kunstwerk, wie ich es schon lange nicht mehr erleben durfte. Das erste Mal Love Exposure wird mit Sicherheit nicht das einzige Mal bleiben!

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wassertasse

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Bewertung9.0Herausragend

Mit 4 Stunden Gesamtspielzeit ist dieser Film kein normales Werk, das war von Anfang an klar. Während des Films merkt man, dass der Schnitt- & Drehstil bewusst teilweise überzogen dargestellt wird. Eigentlich kann man den Film gar nicht so richtig beschreiben.

Von der Thematik her geht es ins Familiendrama, Yu, der seine Halb-'Schwester' Yoko verliert & sie versucht vor einer Sekte zu retten. Das ganze gepaart mit sexuellen Reizen, Gewaltdarstellungen die in den Splatterbereich gehen (ja, hier spritzt das Blut bis an die Decke), Perversionen, aber dann auch wieder ruhigen und nachdenklichen Szenen in einer Kirche, dessen Priester Yu's Vater ist. Wobei in diesen ruhigen Szenen auch ein Haufen Ironie wieder zu finden ist. Alles in allem ein ziemlich großer Mischmasch.

In den 4 Stunden wirken ziemlich viele Eindrücke auf einen ein, hier eine zentrale Message herauszudeuten gestaltet sich als schwierig. Aber vielleicht ist auch gerade das, was den Film so ausmacht.

Ich kann Love Exposure abschließend jenen Leuten empfehlen, die mal etwas anderes sehen, viele Eindrücke auf sich einwirken lassen & am Ende über den Sinn nachdenken wollen. Trotzdem durchweg amüsant, die 4 Stunden vergehen wie im Flug.

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dustyOn3

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Bewertung9.0Herausragend

Ich bin immer wieder erstaunt, was Menschen erschaffen können wenn man ihnen freie Hand lässt. "Ai no Mukidashi" ist ein Paradebeispiel dafür.

So wie Kitano der Meister der Yakuza-Filme ist, so ist Sion Sono der Meister der, ich möchte schon fast sagen, Psycho-Dramen. Gerade erst hatte ich "Strange Circus" verdaut und bereits kurz darauf guckte ich "Love Exposure". Ja, man muss sich etwas darauf einstellen. So einen Film guckt man nicht mal eben ziwschendurch, nicht zuletzt auch wegen seiner Überlänge.

Zwischen Himmel und Hölle findet sich der Zuschauer in einem Dickicht der Emotionen wieder. Jeder Dialog, jede neue Szene, alles teilt dem Zuschauer eine Menge mit, ist zugleich aber auch aussagelos, da es keine richtigen Schlüssel-Szenen gibt.

Ein weiteres großes Higlight ist ganz klar Hikari Mitsushima. Wow. Neben dem wirklich sehr ansprechenden Erscheinungsbild, ist sie sich nicht zu schade auch mal, wortwörtlich, Rotz und Wasser zu heulen. Sie macht natürlich einen Großteil der Atmosphäre aus. Großartige schauspielerische Leistung.

Aber auch Takahiro Nishijima als Yu-Honda gefiel mir sehr gut. Vor allem der Abschnitt in der Irrenanstalt und der Teil im Gebäude der Zero-Sekte gefielen mir ausgezeichnet.

Im Endeffekt präsentiert uns Sion Sono hier wieder mal ein kleines Meisterwerk, welches seine Spielchen mit den Synapsen des Zuschauers spielt. Durch und durch ein toller Film. Wirklich jede der 237 (!) Minuten hat mir außerordentlich gut gefallen.

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Conny00X

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Der Film sieht krank aus. Trailer und Plakat sind irgendwie Psycho (Japanisch-Psycho was das ganze meiner Erfahrung nach noch verrückter macht. Nichts gegen Japaner. Ich liebe Japan und die Japaner ich halt sie nur für stellenweise nicht ganz richtig im Kopf). Nun frage ich mich: Soll ich aufgrund meiner 10.0 Empfehlung (Premiere!) in den gelben Seiten nach einem Psychologen suchen oder soll ich mir diesen über zweistündigen Film ansehen? XD

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J4KOB

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Ansehen ist billiger ;)


Kubrick_obscura

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Bewertung7.0Sehenswert

Solche Filme werden also heute noch gedreht. Filme bei denen der Regisseur die absolute Kontrolle hat, wo er machen kann, was er will, ganz egal wie lang, missverständlich und abgedreht es ist. "Love Exposure" ist so ein Film mit einer exorbitanten Länge von 4 Stunden und einem Plot der die wildesten Haken schlägt, nein, es ist sogar schwer vorstellbar, dass man das schon hätte früher drehen können.
Nun, Sion Sonos Film sieht man natürlich seine Low-Budget-Herkunft an. Wirklich gigantisch wäre der Film natürlich in 35mm Cinemascope, aber das war wohl schlicht unmöglich. Man könnte mühelos "Love Exposure" zerlegen, seine Schwächen aufdröseln, doch das würde diesem Unikum von Film nicht gerecht werden. Natürlich hätte man den Film kürzer machen können, so wie man jeden Film auf Trailerlänge herunterkürzen könnte, aber will man das? "Love Exposure" ist die gelebte Ausführlichkeit, das ist kein Drama, sondern ein Epos, was ohnehin immer aus sich wiederholenden Motiven besteht, worauf schon allein der Bolero hinweist. Für eine A-nach-B-Dramaturgie ist hier kein Platz, selbst wenn er dann nicht durchgängig unterhält. Who cares? Meistens sitzt man einfach nur da und starrt, lässt sich von den Figuren vor den Kopf stoßen, ist gerührt, angeekelt oder genervt. Das ist keine Tour-de-Force, die die Gunst des Zuschauers haben will. "Love Exposure" ist das scheißegal, sehen sollte man ihn trotzdem.

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KoolaidMaker

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

What the fuck did I just watch...

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KoolaidMaker

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I just had a heart errection.


CapitanKnaecke

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Bewertung10.0Herausragend

Als ich Love Exposure sah, kam ich mir ein klein wenig wie ein Galerienbesucher vor. In vier Stunden wird hier ein kleiner Bilderrausch zelebriert. Jede Szene war ihre eigene, kleine Fotografie. Manchmal war diese Fotografie auch selber nur ein Bilderrahmen für eine bestimmte Einstellung.

Ziemlich früh habe ich mich vom Genre-Denken verabschieden müssen. Sion Sono erzählt ohne Rücksicht auf etwaige Verluste seine Geschichte, bleibt sich dabei stets selber treu und versucht nicht etwa auf den Spuren von Hollywood zu wandeln oder sich Standards zu beugen. Das wirkt oft erfrischend, mal skuril und in den wenigsten Fällen störend. Ob 4 Stunden wirklich nötig gewesen wären diese Geschichte zu erzählen sei mal dahingestellt. Denn in diesen 4 Stunden verliert sich der Film gerne mal in kleineren angerissenen Miniplots rund um die Vorgeschichte der drei Protagonisten, jedoch gibt uns dies einen ungewohnt tiefen Blick auf die Motivation und das Handeln der Hauptcharaktere. So wird jede Vorgeschichte ein eigenes kleines Kunstwerk und erlangt vor allem durch die Verschiedenheit der Filmmusik ihre eigene, kleine Daseinsberechtigung. Herausstechend dabei ist vor allen Yus doch klassischer Einschlag mit dem Bolero oder dem allgegenwärtigen 2. Satz von Beethovens Fünfter. Entgegen meiner Befürchtung nutzte sich diese allerdings nicht ab, sondern rahmte auch in diesem Fall drei wunderbare Szenen.

Wie viele asiatischen Streifen ist auch Love Exposure großartig choreographiert. Auch wenn eigentlich nicht so oft gekämpft wird, findet Sono trotzdem genug Möglichkeiten seine Protagonisten durch die Gegend zu wirbeln. Diese Einfälle wirken dabei so unglaublich skuril, dass sie schon wieder nur glohrreich sind. Es ergeben sich perfekte Symbiosen aus Kampfkunst anderen Einfällen (Man möge es mir verzeihen nicht weiter darauf einzugehen, aber ich möchte nicht spoilern), die einen staunend zurücklassen.

Love Exposure ist auf jeden Fall einen Blick für die jenigen wert, die die Muse haben 4 Stunden einer großartig erzählten Geschichte zu folgen und die Charaktererschließung nicht als Länge betrachten. Sowohl Bilder als auch Musik sind dabei ebenso wie die skurile Erschließung der Geschichte ein Kunstwerk für sich.

...und wer sich am Ende nicht in Hikari Mitsushima verliebt hat ist selber schuld!

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SpiceWeasel

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Toll geschrieben! Hikari ist wirklich super süß! =)


CapitanKnaecke

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:D Dankeschön!


Silv1

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Bewertung9.0Herausragend

Sion Sono gelingt das seltene Kunstück den Zuschauer über knappe 4h Stunden glänzend zu unterhalten und dazu heikle Themen wie Religion und Sektenwahn unterzubringen. Heraus gekommen ist ein faszinierender Genremix und einen der ungewöhnlichsten Filme der letzten Jahre.

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Silver

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Bewertung9.0Herausragend

Die erste Hälfte des Films fand ich überragend, eine glatte 10 mit Sternchen. Die Bilder, die Geschichte, die Charaktere, die Erzählweise haben mich gefesselt. Obwohl ich eigentlich keine Originalfassungen mit Untertiteln mag, hat mich das hier gar nicht gestört, im Gegenteil. Diesen Film muss man tatsächlich im Original sehen.
Leider kann der Film das hohe Niveau in der zweiten Hälfte nicht halten. Er wirkt dann zu übersteigert, wird konfuser, verliert etwas seine Linie. Aber er bleibt trotzdem sehenswert.
Alles in allem für mich ein herausragender Film.

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DerDude_

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Lohnen sich die 4 Stunden?

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Benner

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:> ausnahmsweise allerdings...sobald sich DerDude entschlossen hat Love Exposure zu gucken, darfste wiederkommen :D


der cineast

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Love Exposure? Geht so...


Jenny von T

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Bewertung4.0Uninteressant

Die Nr. 1 meiner persönlichen Moviepilot- "Die 100 Filme deines Lebens"-Liste, eine 9.5-Vorhersage und obendrein eine ganze Reihe geschätzter user, die diesen Film vergöttern - "Das MUSS doch etwas werden!", dachte ich mir und machte mich voller Optimismus an dieses 4-Stunden-Werk, was in diesem Fall auch bedeutet: 4 Stunden lang Untertitel lesen.
Zunächst einmal tut diese überlange Spieldauer "Love Exposure" überhaupt nicht gut. Ein paar Charaktere, beispielsweise die Sektenführerin, werden viel eingehender beleuchtet als nötig, dazu werden zu viele Nebenkriegsschauplätze geschaffen, die den Fokus vom Wesentlichen ablenken und nicht einmal zu Ende geführt werden. Sehr viele Szenen sind schlichtweg zu lang geraten; auch das übermäßige Ausreizen von bzw. Herumreiten auf Momenten ist der Atmosphäre nicht unbedingt zuträglich. Weniger ist oft mehr!
Zweitens sind gewisse Dinge schlichtweg lächerlich und niveauarm. Am Schlimmsten fand ich hier die gefühlten 5000 Male, die der Protagonist einen Ständer bekommt bzw. - genauer gesagt - die exzessive Darstellung dessen. Und zwar bei.jedem.einzelnen.verdammten.Mal. Wenn es denn wenigstens realistisch aussehen würde, aber nein, man hat dem Jungen wahrscheinlich einfach eine Gurke in die Hose gesteckt. Hinzu kommen einige peinliche und/oder (je nachdem) stereotype Bausteine: Yoko's Cobain/Jesus-Verehrung, ihre "Alle Männer sind Arschlöcher (bis auf Kurt und Jesus!)"-Attitüde, der mit 17 zum ersten Mal verliebte Junge, der nur bei dieser einen Frau einen hochkriegt, die psychopathische Amokläuferin mit der schweren Kindheit, die Anführerin einer Sekte wird, etc. pp. Wer will nochmal, wer hat noch nicht?
Und nein, leider kann ich mich nicht glauben machen, dass dieser Film mit einem Zwinkern betrachtet werden soll - somit beraubt sich "Love Exposure" für mich jeglicher Glaubwürdigkeit.
Auch der Erzählstil ist nicht einheitlich: So versucht man sich beim Übergang vom ersten zum zweiten Teil an einer Flashback-Puzzle-Erzählmethode, kehrt dann aber doch recht schnell zur klassisch-chronologischen Erzählweise zurück. Und wieder: Was soll das?
Fazit: Als Liebesfilm kann ich diese 4 Stunden irgendetwas nicht ernstnehmen, für eine anderweitige sinnvolle Einordnung sehe ich - nicht zuletzt aufgrund des Happy ends - keine Anhaltspunkte.
Moviepilot, eine neue Jury für mich bitte!

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Jenny von T

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Danke! Und da fällt mir noch etwas ein: Das Blut spritzt immer direkt so springbrunnenmäßig und vor allem in Hektolitern. Facepalm hoch 3.


der cineast

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Wie dumm das ist nicht wahr?


fkfilmkritik

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich überlegte ja im Laden noch, ob ich mir dieses Vierstunden-Feuerbündel wirklich kaufen sollte. Ich überlegte, ob ich auch dazu im Stande bin, die volle Laufzeit mir die Untertitel durchzulesen. Ich überlegte auch seit einer Woche, wann "Love Exposure" denn dann mal eingeschaltet wird. Nun ja, meine besten Sinne riefen mich dazu die Disc einzuschieben und was in dieser Zeit passierte war einfach nur atemberaubend.

Diese Tour de France aus Sekten, Religion, Liebe, Hass und Perversion ist ein Film für alle Sinne des menschlichen Verstandes. Die Hürden und Mauern die die Story hier die vollen 4 Stunden locker überbrücken und fast schon dazu anregen den Zuschauer sagen zu lassen: "Das war es schon ?" Die unendliche immer neu sich aufbauende Geschichte die dem Zuschauer immer wieder neue Gefühle um den Verstand zaubert. Immer wieder anders über Charaktere und das Ende denken lässt. Immer wieder dazu anleitet zu lachen. Immer wieder dazu anleitet zu weinen. Verschiedenste Gefühle machen sich über den Zuschauer breit. Auch Ekel kommt nicht zu kurz, und lies mir bei einer Szene keine andere Wahl, als die Augen komplett zuzuhalten. Die Untertitel bereiteten gar kein Problem. Wie gebannt sitzt man am Bildschirmrand, streckt den Hals hervor und liest gebannt was nun gesagt wird. Eine Synchron-Fassung darf es davon niemals geben.
Charaktere werden hier in großartigster Marnier vernetzt. Dieser Film weiß mit seiner Zeit umzugehen und haut einen ganze Lebensgeschichten um die Ohren. Er weiß genau wie er die Fäden der Figuren spannen will um die Reaktionen dieser besser zu erläutern.

Der Anfang ist eine brillante und interessante Einführung, mitten in die streng geführte Religion. Nach einer Zeit, wird daraus ein spaßiger Erbsündigungs-Trip. Die Martial-Arts-Fotographien unter den Röcken, bereiten boshafte Laune. Als Yu dann nach etwa einer Stunde seine Maria trifft entsteht ein mitreissender, voller Herzblut pumpender Wettlauf gegen die Liebe. Es wird skurril, es wird bunt, es wird laut, es wird schön, es wird hässlich, es macht wütend, es macht traurig, aber es macht eben genauso froh.

Nachdem man diese vierstündige Achterbahn-Fahrt, durch alle erdenklichen Gefühle hinter sich hat, schiessen die WOWs nur so aus einem raus.
Nachdem man diese irrsinnige Handlung sich nochmal durch den Kopf gehen lässt. Fragt man sich, ob eine abwechslungsreichere Struktur überhaupt möglich ist.
Wenn das ein Film ist, dann ist das ein Überfilm !

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Benner

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Auch von mir ein Wilkommen im Club der Perversen :)!
Die 10 ist die einzig wahre Bewertung, die dem Film gegeben werden sollte :D


der cineast

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Son (o) Scheißfilm.


HomerJ

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Richtig günni der Film!

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fkfilmkritik

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Nicht die Trolle füttern. ;)


Benner

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:D


Fricke28

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Bewertung5.0Geht so

Moviepilot hat eine Vorhersage von 9,5 ausgespuckt, weshalb der Film schon etwas besonderes sein muss. Das bestätigt auch die Laufzeit von 4 Stunden.

Tatsächlich sind die ersten 1 1/2 Stunden sehr amüsant und machen Lust auf mehr: Ein Vaterkonflikt, Ninja-Höschen-Fotografen und unfassbar tolle Charaktere (besonders Yuns Freunde). Danach findet das erste Kapitel langsam sein Ende und es werden neue Charaktere eingeführt, die an Absurdität kaum zu übertreffen sind: Yoko hasst alle Männer außer Kurt Cobain und Jesus, ist dauerhaft von Allem angepisst, aber wird die Liebe in Person, wenn sie auf Lady Scorpion trifft. Noch komischer ist Aya Koike - eine Sektenführerin - die von langer Hand geplant hat, Yun gegen seine Familie auszuspielen und seine Yoko ihn hassen zu lassen. Sie war scheinbar an einer Art Amoklauf (?) beteiligt, was nicht weiter erläutert wird und bricht Männern gerne ihr bestes Stück (oder war das Yoko? Keine Ahnung, man vergisst während des Films schon wieder Details).

Das alles dauert uuuunfassbar lange und auch das erste interessante Kapitel scheint immer überflüssiger zu werden, weil eigentlich die Story um Yuns Vater dermaßen unwichtig und auch nicht nachvollziehbar ist und man sie in einer 1/4 Stunde hätte erzählen können. Auch Handlungsstränge wie die Maskerade um Lady Scorpion kommt einem unfassbar bekannt vor.

Danach wird der Film nichts halbes und nichts ganzes: Einerseits will er sozialkritisch sein und Sekten - aber auch Religion im allgemeinen - angreifen (was natürlich legitim ist), versucht dann die Liebesgeschichte weiter zu spinnen, um dann wieder eine Mischung aus ,,Kung Fu Hustle" und übertriebenen Splatter-Szenen zu werden. Der Film fängt demnach vieles an, führt es aber nicht richtig zu Ende oder zieht es unnötig in die Länge.

Technisch gibt es kaum was auszusetzen: Score (vor allem das Bolero-Thema) ist fantastisch und kameratechnisch wirkt er manchmal amateurhaft gefilmt (Renn-Szenen), was ich allerdings hier gar nicht verurteilen will, weil er ansonsten sehr gut gedreht ist. Die Schauspieler haben mir sehr gut gefallen. Möglicherweise hätten sie mich in einem kürzeren Film noch mehr umgewuchtet.

Insgesamt ist "Love Exposue" ein völlig abgedrehter Film über dies und jenes mit einer verrückten Handlung über Sekten, Liebe und Höschen, der mit 4 Stunden viel zu lang ist und nur durch den Untertitel-Zwang die Konzentration aufrecht erhält. Bei mir ist er weder "im Flug vergangen", noch kann ich ihn loben, weil er sich nicht an die 0815-Hollywood-Normen hält, da er dehalb weder spannender noch interessanter wird.

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duffy

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Bewertung6.0Ganz gut

Die Bollians hassen mich schon dafür und jetzt ist es an der Zeit, mich auch hier unbeliebt zu machen.
Für mich war es schwierig, zu diesem wilden 4 Stunden Klumpatsch aus allerlei Genres Zugang zu finden. Die viel propagierte Kurzweiligkeit spürte ich nur in den ersten ~90 Minuten, danach began eine ganz arge Quälerei, die alle anfängliche Begeisterung zunichte machte.
Die Inszenierung strotzt vor Raffinesse, die Schauspieler sind hervorragend und auch optisch gibt es nichts auszusetzen. Leider sind die Figuren dezent uninteressant und abseits der bizarren Einlagen gibt es kaum Momente, die irgendeine Begeisterung für Charaktere und Geschichte hervorrufen.
Kurzum: 4 Stunden sind viel zu viel. Da kann auch die fantastische Inszenierung und die tolle musikalische Untermalung (Boléro ist hier besonders hervorzuheben) nicht drüber hinweg trösten.

bedenklich? 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

Jaliju

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Mir gings genau so! Der Film war zwar unglaublich kreativ und außergewöhnlich, aber ich würd mich nicht nochmal durch die vier Stunden durchkämpfen wollen.


dustyOn3

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Ich gucke den trotzdem bald mal. :-D


Mr.Film

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Bewertung10.0Herausragend

>>Pulp-Shakespeare-Kampfsport-Sekten-Teeniekomödie.<< Sagt die NEON.
- Absolut geile Pulp-Shakespeare-Kampfsport-Sekten-Teeniekomödie. Sage ich.

Start: 21.36 Uhr.
Ziel erreicht: 1.24 Uhr.
Wo ist die Zeit hin, fragte ich mich als ich ab und zu auf die Uhr schaute. Natürlich, 4 Stunden gehen nicht einfach so vorbei, doch dieser Film, nein dieses Meisterwerk, schafft es durchgehend zu unterhalten, zum lachen anzuregen, zum weinen einzuladen.
"Love Exposure" ist ein Event das nur da ist um mitzufühlen, um sich selber wohl zu fühlen, um fast jedes Genre das es auf dieser Welt gibt zu erleben.
Noch nie sind mir Perverse so ans Herz gewachsen. Noch nie sah ich eine schlimmere Sekte als Scientology.
Was ich da erlebt habe weiß ich selber nicht so wirklich, zu schnell(richtig gehört) ging alles vorbei, klebte am Bildschirm, verschlang die Untertitel, die japanischen Dialoge, die Gestik und vor allem die Mimik der herzallerliebsten Charaktere, wollte mehr sehen, bekam mehr, immer mehr, bis dann auf einmal das Finale vor der Tür stand. Und ich stande da. Ja, ich stande. Eine Träne kullerte mir die Backe runter und ich musst mit entsetzen feststellen das da grade der vedammte Abspann lief und kein weiteres Kapitel. Die Geschichte war so schnell wieder vorbei, viel schneller als sie gekommen ist, wollte auf Replay klicken, doch nachdem ich merkte das der Film zu Ende war habe ich erst gemerkt wie verdammt müde ich doch bin, ich habe den Drang zum schlafen verdrängt, der Film hat meinen Körper verarscht, hinterlistig ausgetrickst.
Ich weiß zwei Sachen nach dem Film:
- Das war nicht das letzte mal das ich dieses Meisterwerk gesehen habe
und
- Yoko und Yu werden mir noch sehr, sehr lange im Kopf rumschwirren.

Und natürlich platzt mein Kopf fast vor den ganzen neuen Gedanken rundum "Love Exposure".

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_Garfield

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Hört sich ja nach einem geradzu lebensverändernen Erlebnis an...


Mr.Film

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Vielleicht etwas hoch gegriffen :D Aber ans Herz legen tu ich ihn dir :)


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