Die fabelhafte Welt der Amélie
Le Fabuleux destin d'Amélie Poulain, FR, DE 2001
- Genre
- Romantische Komödie
- Zielgruppen
- Frauenfilm
- Inhalt
Amélie ist nicht ganz von dieser Welt. Aber das macht nichts, denn Amélie hat ihre eigene, fabelhafte Welt. Amélie liebt die kleinen Dinge, die leisen Töne und die zarten Gesten. Sie hat ein Auge für Details, die jedem anderen entgehen, und einen… — Mehr
Amélie ist nicht ganz von dieser Welt. Aber das macht nichts, denn Amélie hat ihre eigene, fabelhafte Welt. Amélie liebt die kleinen Dinge, die leisen Töne und die zarten Gesten. Sie hat ein Auge für Details, die jedem anderen entgehen, und einen Blick für magische Momente, die flüchtiger sind als ein Wimpernschlag. Amélie hat den Kopf in den Wolken. Aber dennoch steht sie mit beiden Beinen auf der Erde. Vielleicht liegt das an den flachen Kieselsteinen, die sie in ihrer Manteltasche sammelt, um sie in freien Minuten übers Wasser hüpfen zu lassen. Vielleicht ist es aber auch ihr Job, der sie in der Realität festhält, denn Amélie arbeitet in einem Café in Montmartre. Eifersüchtige Liebhaber, gescheiterte Genies, tragisch verunglückte Artisten und sehnsuchtskranke Hypochonder bevölkern dieses skurrile kleine Universum. Sie alle tragen schwer an ihrem Schicksal, während Amélie, die bezaubernde Kellnerin mit dem spitzbübischen Lächeln, kleine silberne Tabletts an ihre Tische trägt und ihnen stets ihr großes Herz serviert.
- Cast
- Rufus, Audrey Tautou, Dominique Pinon, Mathieu Kassovitz, Michel Robin, Jamel Debbouze, Yolande Moreau — Mehr
- Regisseure
- Jean-Pierre Jeunet
- Autoren
- Guillaume Laurant, Jean-Pierre Jeunet
- Laufzeit
- 122 Minuten
- Zeit
- 1997, Gegenwart
- Ort
- Metropole, Montmartre, Paris
- Handlung
- Araber, Arzt, Bistrot, Brief, Café, Fehlende Mutter, Fotografie, Gartenzwerg, Geisterbahn, Glasknochen, Glück, Goldfisch, Heimliche Liebe, Herzkrankheit, Hypochonder, Kellnerin, Lady Diana Spencer, Liebe, Magie, Maler, Orgasmus, Reise, Schicksal, Schönheit, Schüchternheit, Sexshop, Suizid, U-Bahn, Vater-Tochter-Beziehung, Verkuppeln, Verlust der Mutter, Versteck, Weltreise, Zärtlichkeit
- Stimmung
- Eigenwillig, Entspannt, Gutgelaunt, Romantisch
Über diesen Film
Handlung
Das Leben der Amélie Poulain
Schon als kleines Mädchen hat Amélie Poulain (Audrey Tautou) Schwierigkeiten, Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Ihr Vater (Rufus), der Arzt ist, lebt in ständiger Sorge um ihre Gesun… — Mehr
Handlung
Das Leben der Amélie Poulain
Schon als kleines Mädchen hat Amélie Poulain (Audrey Tautou) Schwierigkeiten, Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Ihr Vater (Rufus), der Arzt ist, lebt in ständiger Sorge um ihre Gesundheit, da er glaubt seine Tochter habe einen Herzfehler. Tatsächlich beschleunigt sich Amélies Herzschlag immer dann, wenn ihr Vater sie untersucht, da dies die einzigen Momente körperlicher Zuwendung sind, die er ihr angedeihen lässt.
Das Kind bekommt Einzelunterricht und zieht sich immer mehr in ihre ganze eigene Fantasiewelt zurück. Dies verstärkt sich weiter nach dem Tod der Mutter (Lorella Cravotta), welche in regelmäßigen Abständen die Fassung verliert, wenn Amélies einziger Freund, ihr Goldfisch „Pottwal“, mal wieder aus dem Aquarium gesprungen ist. Sie wird zum zufälligen Opfer einer Selbstmörderin, welche sich von der Pariser Notre-Dame-Kathedrale stürzt und auf ihr landet.
Als junge Erwachsene zieht Amélie nach Paris, wo sie als Kellnerin im “Café des deux moulins” arbeitet. Dort verkehren in erster Linie eifersüchtige Liebhaber, gescheiterte Genies, tragisch verunglückte Artisten und sehnsuchtskranke Hypochonder, welche Amélie wahlweise aufmuntert oder gar gleich verkuppelt. Sie selbst findet ihr Glück in den kleinen Dingen des Lebens: Crème brûlée mit dem Löffel aufbrechen, sonnige Spaziergänge in Paris unternehmen, Steine sammeln, um sie dann über das Wasser des Kanals St.-Martin tanzen zu lassen oder sich überlegen, wie viele Menschen just in diesem Moment einen Orgasmus haben (15 nämlich).
Amélie beschließt ihr Leben zu ändern
Ihr Leben ändert sich am 31.08.1997, dem Todestag von Prinzessin Diana. Als Amélie von ihrer Todesfahrt im Fernsehen hört, lässt sie vor Schreck den Verschluss ihres Parfumflakons fallen. Diese rollt gegen eine lose Fliese ihres Badezimmers, hinter der Amélie eine Blechdose mit den Spielzeug-Schätzen eines Jungen aus den 50er Jahren findet. Sie nimmt sich vor, den Besitzer der Dose ausfindig zu machen und ihm die Andenken zurück zu bringen. Gleichzeitig beschließt sie, ihr Leben damit zu verbringen, anderen Menschen Gutes zu tun, wenn sich der Besitzer finden und freuen sollte.
Mit detektivischem Spürsinn und der Hilfe des Malers Raymond Dufayel (Serge Merlin) macht Amélie den ehemaligen Besitzer ausfindig. Sie platziert die Dose in einer öffentlichen Telefonzelle und wählt ihre Nummer genau in dem Moment, in welchem der Ahnungslose an ihr vorübergeht, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Als der inzwischen über 50-Jährige den Schatz seiner Kindheit findet, ist er tatsächlich tief bewegt. Amélie beobachtet ihn ohne sich zu offenbaren und widmet ihr Leben fortan dem Vollbringen guter Taten.
Amélie beschließt das Leben anderer zu verändern
So überzeugt sie ihren Vater, endlich seinen lang gehegten Plan einer Weltreise umzusetzen, indem sie ihm heimlich einen Gartenzwerg entführt und diesen mit Hilfe einer befreundeten Flughostess vor Monumenten aus aller Welt ablichtet. Als die Fotos kommentarlos in regelmäßigen Abständen bei ihrem Vater eingehen, wird sein Reisefieber neu geweckt. Die Concierge ihres Hauses (Yolande Moreau) macht sie glücklich, indem sie einen letzten Brief ihres verschollenen Mannes entwirft und ihr die Fälschung per Post zuschickt – inklusive einer gewaltigen Legende, welche die jahrzehntelange Verspätung des Liebesbriefes erklärt. Und gründlich straft sie den Gemüsehändler um die Ecke (Urbain Cancelier) ab, welcher seinen Angestellten Lucien (Jamel Debbouze) schlecht behandelt. Sie verschafft sich Zugang zu seiner Wohnung und stellt ihm dort eine Menge fieser Alltagsfallen.
Amélie bleibt dabei stets im Hintergrund, was erst zum Problem wird, als sie auf Nino Quincampoix (Mathieu Kassovitz ), den verschrobenen Sammler weggeworfener Automatenporträts, trifft. Sie verliebt sich in ihn und beginnt dank eines seiner Fotoalben, das sie gefunden hat, ihr übliches Changieren aus der Deckung heraus. Sie inszeniert eine Art Schnitzeljagd durch Paris, welche den jungen Mann zu seinen verlorenen Fotos führen soll, wagt es aber nicht, sich ihm persönlich anzunähern. Erst mit Hilfe Raymonds, welcher ihr rät, auch einmal an sich selbst zu denken, schafft sie den Schritt aus ihrem eigenen Universum heraus in die Welt ihres Angebeteten.
Weiterführende Informationen
- Paris im Film – Ein Rundgang
- Die Rezeption des Films
- Wissenswertes zum Film
- Weitere Filme, die im Montmartre spielen
Weitere Informationen im Internet
- Übersicht über die Reaktionen der deutschen Presse auf filmz.de
- Übersicht über die Reaktionen der französischen Presse (frz.)
- Übersicht über die Reaktionen der US-amerikanischen Presse (engl.)
- Das Skript zum Film
- Mein Postkartenfilm, Interview, Interview mit Regisseur Jean-Pierre Jeunet in der Berliner Zeitung
- Weiteres Interview mit dem Regisseur auf focus online
Quellen
- Die fabelhafte Welt der Amélie in der Wikipedia (dt.)
- Amélie in der Wikipedia (engl.)
- Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain ain der Wikipedia (frz.)
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Sehenswert 7.4
Der Film Die fabelhafte Welt der Amélie wurde von 74 Kritikern bewertet.
Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung
Es ließen sich unzählige witzige, traurige oder phantastische Details aufzählen, die „Amélie" zu dem Film machen, der er ist. Er ist eine märchenhafte Reflexion über die Dinge, die viel zu oft außerhalb des Alltagsfokus liegen. Die kleinen Dinge nämlich, die das Leben ganz unmerklich bereichern und in ihrer Summe, die Menschen bei aller Traurigkeit und allem Leid, die das Leben erschweren, immer wieder auf die schöne und positive Seite blicken lassen können. In diesem banalen, wie auch essentiellen Gedanken liegt die Kraft dieses Filmes.
Kommentar gefällt mir Antworten
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Solch hemmungslose Gutmenschelei balanciert natürlich permanent über einem Fass süßen Sentimental-Sirups, wie man sich vom tränentriefenden amerikanischen "Glücksprinzip" aus dem Frühjahr noch schaudernd erinnert. Darin liegt das Wunder dieser Sahneschnitte aus der Traumfabrik à la française: Wovon erzählt wird, das ist überzogen mit dem rosa Marzipan der Nostalgie - aber wie davon erzählt wird, das ist Stand der Kunst, mit Tricks aus dem Computer, abrupten Schnitten, raffinierten Kamerafahrten, extremen Großaufnahmen und strategisch verstärkten Geräuschen.
Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare — Sehenswert 7.0
Der Film Die fabelhafte Welt der Amélie wurde von 22977 Mitgliedern bewertet.
dstegmann 2010/01/27 19:21:53
Einer der besten Filme aller Zeiten! So viel Atmosphäre hat man lange nicht erlebt. Ein brilliantes, über Jahre erarbeitetes Script, mit der wunderschönsten Frau der Welt.
Immer wieder sehen, immer wieder neu erleben!
Kommentar gefällt mir Antworten
peterpit 2010/01/22 14:03:28
Für Paare ein geeigneter Film, alleine schauen ist doof bis langweilig. Finde die Geschichte aber lieb und auch gut gemacht. Es ist schön das es in Wirklichkeit auch Menschen wie Amelie gibt.
Kommentar gefällt mir Antworten
Matty 2010/01/05 18:46:10
Bin dem Film sehr skeptisch gegenüber getreten.
Er hat mich dann vollends überzeugt. A.Tautou spielt einfach himmlich.
Wie es der Titel schon sagt: FABELHAFT!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentar schreiben | Alle Kommentare (97)
Deine Meinung zum Film Die fabelhafte Welt der Amélie
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.
Fans dieses Films gefiel auch
Delicatessen
FR 1991
Night on Earth
JP, FR, US, GB, DE 1991
Der Pianist
PL, FR, GB, DE 2002
Die Kinder des Monsieur Mathieu
CH, FR 2004
L'Auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr
ES, FR 2002
Trailer suchen | Alle Trailer (4)
Ansehen: Die fabelhafte Welt der Amélie
Photos: Die fabelhafte Welt der Amélie
Photos hinzufügen | Alle Bilder (12)
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
News zu diesem Film Die fabelhafte Welt der Amélie
Das moviepilot-Liebesfilm-Voting zum Valentinstag 2010!
2010/01/12 16:00:00
Der Valentinstag steht vor der Tür und wir suchen den besten Liebesfilm. Für welchen Film schlägt Euer Herz? Macht mit und stimmt ab!
Frankreich liebt den kleinen Nick und Lucky Luke
2009/11/17 11:23:00
Einen anderen Geschmack kreiden wir den Nachbarn jenseits des Rheins gerne an. Baguette und Rotwein, Gérard Dépardieu und Intellektuellen-Arthouse. Doch Filme wie Willkommen bei den Sch’tis waren auch hierzulande ein Riesenerfolg. Mehr davon?
Audrey Tautou möchte so sein wie Chanel
2009/08/10 12:30:00
Die französische Star-Schauspielerin Audrey Tautou spricht in ihrem Interview über das Schicksal der Cocco Chanel, die Verschmelzung mit dieser Rolle und Parallelen zwischen Chanel und Tautou.
Der Film Die fabelhafte Welt der Amélie gehört zum Genre Romantische Komödie. Regie führte Jean-Pierre Jeunet.

Jean-Pierre Jeunets zuckersüße Rührstück wird wohl, geht man nach der landläufigen Meinung, vor allem von den werten Damen der Schöpfung vergöttert. Ja und in der Tat, dieses Stück von inszenierter französischer Glückseligkeit in Filmgestalt ist in seiner Summe äußerst manipulatives Wohlfühlkino dessen Tenor utopischer nicht sein könnte. Freundlich, naiv und unschuldig – Das ist Amélie Poulain (Audrey Tautou), ganz offensichtlich nur geboren um Anderen zu helfen, ja um die Welt zu verbessern. Völlig klar, dass bei dieser Sisyphos-Aufgabe, die in der Intention des Films natürlich nicht den Charakter der Tortur des Sisyphos trägt, das eigene Leben zu kurz kommt. Und so wird munter gemenschelt, geholfen, gelächelt und das in einem Paris, das augenscheinlich mehr Willy Wonkas Schokoladenfabrik entsprungen ist, denn Realität ist. Die Bilder, so bunt und überstilisiert, dass es zu weilen fast körperlich schmerzt, ebenso wie die idealisiert-romantische Beziehung zwi… — Mehr
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten