Still Life
Sanxia haoren (2006), CN/HK/JP Laufzeit 108 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 04.10.2007
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
46 Bewertungen
10 Kommentare
Keine
von Zhang Ke Jia und Jia Zhang-Ke, mit San-Ming Han und Tao Zhao
Der Bergmann San-ming Han reist in die Stadt Fengjie am Drei-Schluchten-Staudamm des Flusses Yangtze. Er will seine Ehefrau wieder finden, die ihn vor 16 Jahren mit ihrem gemeinsamen Kind verlassen hat. Doch die Straße, in der sie wohnte, ist längst im Wasser untergegangen. Zur gleichen Zeit kommt die Krankenschwester Shen-hong Guo in die Stadt. Auch Sie sucht ihren Ehepartner. Zwei Jahre ist es her, seit sich Bin Guo das letzte Mal bei ihr gemeldet hat, nun will sie ihren Mann zur Rede stellen. Fengjie’s Altstadt steht schon unter Wasser, doch die neuen Unterkünfte für ihre Bewohner sind noch nicht fertig gestellt. Manche Dinge können gerettet, andere müssen zurückgelassen werden. So wie die vom Stausee überfluteten Häuser an anderer Stelle durch neue ersetzt werden müssen, sehen sich auch San-ming und Shen-hong am Ende gezwungen, neue zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Dokumentarischer Film über eine Stadt, die durch den Bau des Dreischluchtenstaudamms von der Landkarte verschwunden ist.
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Cast & Crew
- Genre
- Sozialdrama, Drama, Romanze
- Ort
- Volksrepublik China
- Handlung
- Abriss, Affäre, Arbeiter, Art House-Film, Liebe, Liebeskummer, Mann sucht Ehefrau, Mann sucht Frau, Staudamm, Suche, Umsiedlung, Verlust der Ehefrau, Verlust der Großen Liebe, Verlust des Ehemannes
- Stimmung
- Aufregend, Berührend
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- Still Life: critic.de
























Kritiken (4) — Film: Still Life
Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders
Kommentar löschen"Still Life" ist anspruchsvolles Kino aus China, das den Zuschauer fordert und fesselt. Eine interessante Geschichte und gute Schauspieler, machen den Film und die DVD zu einem Muss für wahre Cineasten!
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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune
Kommentar löschenJias Gespür für die Kamera wirkt perfekt, er bevorzugt lange Einstellungen, beobachtet ruhig und bewegend am Rand, in Formen, die dazu dienen uns mit der Natur (dem Fluss) und den Menschen, die gegen den Strom ihres eigenen Lebens schwimmen, in Einklang zu bringen. Kameramann Yu Likwai hat das Talent, das natürliche Licht genau richtig auf seine Art einzufangen und dem gelegentlichen fantastischen Aufblühen ebenso Raum zu bieten. Ich kann es kaum abwarten, Still Life noch einmal zu sehen.
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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...
Kommentar löschenJia Zhang-kes Film handelt von dem was übrig bleibt, von den Orten und den Gefühlen. Er macht eine Verlustrechnung auf. Die Kamera verharrt lange in der vorbehaltlichen Lebenswelt der Figuren, liebevoll erkundet sie die kargen Interieurs, in denen sie ihr Dasein fristen. Mit wenigen Worten und lakonischen Gesten, führt Jia vor, wie auch hier noch Gemeinschaft entstehen kann.
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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte
Kommentar löschenDas Erzähltempo von "Still Life" ist langsam, dramatische Höhepunkte sind nicht zu entdecken. Trotzdem wird jeder, der dem Werk von Regisseur Jia Zhang-Ke eine Chance gibt, tief berührt sein.
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Kommentare (6) — Film: Still Life
VisitorQ Thu, 25 Oct 2012 20:55:32 -0000
Kommentar löschenDer war irgendwie... schön und "chillig". Und dabei sogar politisch. Ja, so einen netten Mix sieht man nicht alle Tage.
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Tyler__Durden Sun, 20 May 2012 16:39:43 -0000
Kommentar löschenMehr als 4 Millionen Menschen wurden bis 2008 umgesiedelt aufgrund der Flutung von einem mehr als 600 Kilometer langem Reservoir. Alles für das Megaprojekt der Drei-Schluchten-Talsperre. Ein gigantischer Staudamm welcher enorm viel Energie herstellt und dafür sorgt, vor allem in dieser Region, häufige Überflutungen und dessen Schäden zu minimieren. Zwei sehr positive Eigenschaften. So hat China also etwas wertvolles gewonnen mit dem Bau dieses Monsters. Doch was hat es verloren? Ist das Endresultat wirklich so erstrebenswert gewesen um all diese Missstände welche durch den Bau auftraten zu akzeptieren? Schwer zu sagen für uns Außenstehende. Doch bietet Jia Zhangkes Still Life uns einen exzeptionellen Blick in diese fast schon apokalyptisch anmutende Umgebung kurz vor der Flutung. Grob gesehen geht es um zwei Menschen die beide, aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft nach Fengjie reisen um nach Personen zu suchen die sie lange nicht mehr gesehen haben. Für den Mann aus ärmlichen Verhältnissen ist es die Ex-Frau und das gemeinsame Kind welche er seit 16 Jahren nicht mehr gesehenen hat und für die Frau (gespielt von Jias Muse, der schönen Zhao Tao) aus bürgerlichem Mittelstand ist es er Ehemann von dem sie seit zwei Jahren nichts mehr gehört hat.
Jia folgt den zwei Personen mit weichen tracking shots und kontemplativer Ruhe durch diese bald im Wasser untergehenden Umgebung und verbindet ihre zwei Wege nur durch ein Element welches in all dem Realismus anfänglich leicht verwirrend wirkt. Der Übergang zwischen der Geschichte des Mannes und der der Frau sowie der zurück wird durch das sichten eines Ufos erzeugt. Ein Element welches, wie schon gesagt, in Jias wirklich enorm realistisch gehaltenem Stil, welcher auch durch die Umgebung entsteht, wie ein Fremdkörper wirkt. Wieso also so eine übernatürliche Erscheinung? Wieso so etwas nicht Weltliches mag man sich jetzt fragen. Doch sieht man sich in der Welt des Films genauer um und schaut auf die Umgebung durch welche unsere beiden Personen laufen dann scheint sich da langsam eine Parallele anzubahnen. Denn aufgrund der großen Umsiedlung von ganzen Städten und der darauffolgenden Überflutung mussten auch die ganzen Gebäude zerstört werden. So stehen also Männer auf den Häusern und hauen mit ihren Hämmern Tag für Tag auf den Beton, und langsam wird aus einer einstigen Stadt mit Leben eine fast schon dystopisch anmutende zertrümmerte Welt in der es nun stets um Reduktion geht. Es ist ein sehr befremdlicher Anblick, eine sehr lebensfeindliche Umgebung durch welcher unsere zwei Protagonisten laufen mit samt ihren individuellen Problemen, wobei der Mann dann sogar beim demolieren hilft da es gutes Geld bringt. Deshalb dann auch das Ufo, oder das Gebäude welches in der Mitte des Filmes wie eine Rakete im Himmel verschwindet. Jia braucht einfach etwas um dieses gigantische topographische Verschwinden zu repräsentieren. Als er das erste mal diese Gegend besuchte mit all der Zerstörung, all der Asche, all dem Betonskeletten dachte er sich das so etwas doch nicht von Menschenhand gemacht werde könnte. Dieses Gefühl, diese Erfahrung, welche nicht nur er sondern auch jeder einzelne der davon betroffen war empfand, dies versucht er auch uns spürbar zu machen. Still Life verkörpert exakt das und zeigt uns das Opfer welches bei solch einem großen Projekt übersehen und für notwendig empfunden worden ist. Ein Landstrich der sich selbst zerstört, an Anblick so wortlos wie absurd.
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Schlegel Thu, 24 May 2012 18:28:27 -0000
Antwort löschenToller Film!
Tyler__Durden Thu, 24 May 2012 19:48:02 -0000
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pellekraut007 Fri, 28 Jan 2011 10:55:18 -0000
Kommentar löschenAls Schwein finde ich meine Arthouse-Trüffel und dachte bei Still Life... hm, ein Chinatrüffel! Die essen zwar gerne Schweinefleisch, aber viele können es sich nicht leisten. Zum Glück!
Also, Film ab und zurückgelehnt..., aber, ach nö, mir war es dann doch ein bisschen zu viel vom Nichts. Mir fehlten ein paar Abgründe, ein paar unerwartete Ereignisse, die den Bogen in Spannung gehalten hätten. Und schließlich... hab ich nach 90 Minuten weggezappt. Naja, er hat ja seine Fans. Ich hab mir ein paar Veggiechinaröllchen gemacht! Hmmmm! Grunz!
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8martin Thu, 27 Jan 2011 12:31:46 -0000
Kommentar löschenNachdem man sich an die langen Einstellungen gewöhnt und ganz ruhig down gechilled hat, kann man dem langsamen, leisen Film in aller Seelenruhe folgen. Zunächst wird hier der verheerende Umgang mit der Natur dokumentiert durch den Dreischluchten Damm. Er ist das destruktive Symbol des angeblichen Fortschritts schlechthin. Man sieht die Zerstörung von Gebäuden, unendliche Trümmerberge wie nach einem Bombenkrieg und Geisterstädte, wo über Jahrhunderte Menschen gesiedelt hatten. Und die Menschen, die hier schlecht und recht zu überleben versuchen. Manche Gruppenszene wirkt etwas unbeholfen wie eine Aufführung eines Schultheaters, andererseits startet einmal überraschenderweise ein Hochhaus als Rakete. (Chinas Erforschung des Weltraumes etwa?) Im eigentlichen Zentrum stehen aber zwei Menschen, die auf der Suche nach der Vergangenheit sind, nach zwei Menschen, die in ihrem früheren Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Sie finden sie und stellen fest: man ist sich fremd geworden. Genauso wie die Natur um sie herum dem Menschen. Es ist kein großes menschliches Drama, eher ein Stillleben eben!
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Miike Mon, 09 Aug 2010 20:57:47 -0000
Kommentar löschenEin ruhiger Film, der im Einklang mit dem Fluss und der Natur durch einzelne Bilder und stille Momente seine Schönheit entfalten kann. Die Melancholie mit der das Leben der beiden Hauptpersonen dargestellt wird, nagt schon etwas an den Nerven. Zhang Ke Jia versteht es die Menschen und die Städte ungeschönt in Bildern einzufangen. Er zeigt auch das Maß von Hilflosigkeit dem die Menschen im Drei-Schluchten-Tal ausgeliefert sind und wie Sie mehr und mehr ihr eigenes Leben abreißen, so wie es die Bauarbeiter mit den Städten tun. Die Hauptdarsteller können durch ihre ehrliche Spielart überzeugen und ziehen einen durch den Film. Alles in allem ein sehenswertes Werk, dessen Feinheiten ich beim zweiten mal Sehen gerne entdecken möchte.
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annaberlin Wed, 30 Apr 2008 09:23:01 -0000
Kommentar löschenKomisch, dass dieser Film in Venedig gewonnen hat. Aber endlich mal ein Film aus China, der aus der Reihe fällt, der nichts mit Kampfkunst zu tun hat und den Blick der Öffentlichkeit auf das verheerende Staudammprojekt lenkt.
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