The Happiest Girl in the World

Cea mai fericita fata din lume (2009), FR/JP/NL/RO
Laufzeit 100 Minuten, Komödie, Drama, Kinostart 02.09.2010

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7.9 Kritiker
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von Radu Jude, mit Andreea Bosneag und Doru Catanescu

Délia ist das glücklichste Mädchen auf der Erde. Sie ist 18 Jahre und hat bei einem Preisausschreiben einer Orangensaft produzierenden Firma gerade ein tolles Auto gewonnen. Einzige Bedingung: Sie muß in einem Werbespot die Qualitäten des Orangensafts loben. Allerdings ist sie eine lausige Schauspielerin, was die Dreharbeiten unerwartet in die Länge zieht. Außerdem wollen ihre Eltern, daß sie das Auto verkauft, sie allerdings weiß, was sie will: nämlich mit ihrem eigenen Auto und ihren Freunden ans Meer fahren.

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Kritiken (6) — Film: The Happiest Girl in the World

D. Kuhlbrodt: taz D. Kuhlbrodt: taz

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7.5Sehenswert

Radu Judes Film "The Happiest Girl in the World", der 2009 im Forumsprogramm der Berlinale uraufgeführt wurde, fügt sich ein in die tollen rumänischen Filme der letzten Jahre, die vor allem auf Festivals recht erfolgreich waren.

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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7.5Sehenswert

„The Happiest Girl in the World“ ist auch ein Film im Film, mit der repetitiv-komischen Qualität von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (fd 30 169). Im Filmgeschehen spiegeln sich die familiären Unterdrückungsmechanismen. Immer wieder passt etwas an Delia nicht: Ihre schüchterne Art, ihr Damenbart, ihre von Haarspray zementierte Frisur, ihr monströses Jackett mit den großen blauen Blumen. Mit reduzierter, gleichwohl differenzierter Mimik und Gestik spielt sich Andreea Bosneag, eine Schülerin in ihrer ersten Filmrolle, durch die Wiederholungen: Sie ist der verstockte, stoische, eigensinnige Teenager auf der Suche nach der eigenen Identität. In sämtliche Beziehungen – die von Auftraggeber und Regisseur respektive Werbeagentur, die der Filmarbeiter und die der Familie sowieso – schleicht sich der schwarze Humor, der vielen der neuen rumänischen Filme gemein ist und der hier auch die hässliche Fratze des postrevolutionären Präkapitalismus entlarvt.

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Kerstin Decker: Der Tagesspiegel Kerstin Decker: Der Tagesspiegel

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8.5Ausgezeichnet

Ein Film wie dieser entsteht, wenn ein Werbefilmer unter Beibehaltung des Themas beschließt, das Gegenteil eines Werbefilms zu machen. Also ein gänzlich unspektakuläres Stück Kino, möglichst ohne Pointe. Aber wie spektakulär unspektakulär, wie pointiert unpointiert! [...]
Andreea Bosneag spielt mit einem wunderbar beredten Insichgekehrtsein zwischen Trotz, Resignation und Revolte. Doch an diesem Tag wird sie sich wehren wie noch nie – und Radu gelingt es, auch diesen Aufstand eines jungen Mädchens so ins Alltägliche aufzulösen, das man ihn beinahe übersehen könnte. Seine Regie verrät nie zu viel auf einmal, woran auch diese Filmkritik sich halten möchte.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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8.0Ausgezeichnet

Das der ehemalige Werbefilmer Radu Jude sein Geschäft versteht, wird auch aus anderen Gründen schnell sichtbar. Es ist ein gekonnter Film über die Werbung und ihre schönen Versprechen, die jenes System am Laufen halten, das wir Kapitalismus nennen. Der Film ist komisch und er berührt in seiner stillen Tragik, weil die Menschen gegen die Freuden und Zumutungen des neuen "goldenen Zeitalters" noch nicht abgestumpft sind, sondern sie als existenziell erfahren. Sollte das nur ein Bild sein, das uns der Film verkauft, hat er das sehr gut gemacht.

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Ciprian David: NEGATIV

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8.5Ausgezeichnet

....The Happiest Girl in the World ist ein Film, der Radu Judes Affinität für das Alltägliche, für die einfachen Menschen beweist, der ihn an die Seite von Cristian Mungiu, von Corneliu Porumboiu, aber vor allem von Cristi Puiu als Teil der Neuen Rumänischen Welle und Kind des italienischen Neorealismus situiert. Denn ebenso konsequent wie der Neorealismus und wie die Filme von Puiu und Mungiu interessiert sich auch Radu Judes Film vor allem für die Ausbeutung der Menschen durch Menschen, für das Animalische, dass die Gesellschaft in den Menschen hervorbringt. Jeder der Charaktere wird zum Beispiel für die Reduktion des Menschen auf ein ausschließlich an die eigene Selbstverwirklichung denkendes, wenn auch gutgesinntes, dennoch die um sich herum verletzendes Wesen, sei er Teil der Großstadtdynamik oder ein sich als weise ausgebender Provinzieller. Alleine gegenüber dieser Welt der Erwachsenen, noch nicht die Lektionen des Lebens im Pragmatismus erlernt und gerade deswegen von allen um sich herum verletzt, an ihrem wohlverdienten Preis hängend und idyllische Träume damit verbindend, steht das glücklichste Mädchen der Welt.....

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Chuchaqui: Critic.de

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7.5Sehenswert

Während Cristian Mungius stilistisch ähnlicher Film 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (2007) die eisige Kälte der Ceausescu-Diktatur porträtierte, geht es bei Radu Jude um das neue, um das moderne Rumänien. Und auch wenn Judes Bilder bunter, lebendiger, eben moderner sind, ist die Wirkung seines Films nicht weniger pessimistisch. Die schreckliche Zeit der Diktatur ist einer postkommunistischen Gesellschaft der Kontraste gewichen. Am Beispiel eines kleinen Ausschnitts aus dem alltäglichen Marketing-Irrsinn enthüllt Jude die inneren Widersprüche der Ordnung, die das Erbe jenes düsteren Kapitels rumänischer Geschichte angetreten hat, um das es in Mungius Meisterwerk ging. Indem Jude sich dessen Ernsthaftigkeit bewahrt und die schöne neue Welt des Kapitalismus ebenso realistisch-distanziert darstellt wie Mungiu die Schrecken der Diktatur, rettet er den kritischen Geist des rumänischen Films in die Gegenwart. Anders als die Werbemanager lässt er sein „Produkt“ weder in falschem Glanze erstrahlen, noch peppt er es mit fremden Zutaten auf, weil den Kontrasten der Gesellschaft mit diesen Mitteln nicht beizukommen ist. Der Saft ist immer, wie er sein soll, das Kino aber ist, wie es ist.

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JarvisBln

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die 18-jährige Delia aus der rumänischen Provinz, hat in einem Preisausschreiben ein Auto bekommen, muss jedoch dafür einen Werbespot für die Firma drehen. Sie fährt mit Ihren
Eltern nach Bukarest, fast der gesamte Film spielt nun auf einer lärmumtosten Verkehrs-
insel, auf der dieser Spot gedreht wird, und sich sagt im Film gefühlte 100mal "Ich bin das glücklichste Mädchen der Welt und trinke so-und-so-Limonade, weil sie so gut schmeckt". Was macht man nicht alles um an ein Auto zu kommen. Unnötig zu sagen dass das Mädchen in Laufe des Films immer unglücklicher wird.

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