Zug des Lebens

Train de Vie (1998), BE/FR/NL Laufzeit 103 Minuten, FSK 6, Historienfilm, Komödie, Drama, Kinostart 23.03.2000

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.3
Kritiker
14 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.8
Community
1188 Bewertungen
32 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Radu Mihaileanu, mit Lionel Abelanski und Clément Harari

1941. Der Osten Europas erbebt unter der Gewalt des Zweiten Weltkriegs. Unerbittlich rücken die deutschen Truppen vor und zermalmen alles, was sich ihnen entgegenstellt. In einem kleinen jüdischen Dorf geht die Angst um, seinen Bürgern könne es bald so gehen wie vielen anderen davor: Gefangen­nahme, Verschleppung, Ermordung. Dorfnarr Schlomo hat den rettenden Einfall: Um den Deutschen zuvor zu kommen, sollen sich die Dorfbewohner selbst deportieren und so die Flucht nach Palästina antreten. In einem getarnten Güterwagon tritt der Zug des Lebens seine Irrfahrt ins gelobte Land an. Zunächst läuft alles nach Plan, doch schon bald heften sich nicht nur die Deutschen, an seine Fersen.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Zug des Lebens

Kubrick_obscura: CinemaForever

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Dieser großartige Film wird immer sehr gerne als "Gegenstück" zu Spielbergs "Schindlers Liste" und als "Vorbild" von Benignis "Das Leben ist schön" angesehen. Ich habe den Film im Kino gesehen und war sehr beeindruckt. Der Film behandelt das Thema sehr behutsam. Er will berühren, will komisch sein und dem Leid gerecht werden was bei diesem Thema mitspielt und genauso wie bei "Schindlers Liste" schafft er es nicht dem gerecht zu werden, was allerdings daran liegt, dass es unmöglich ist. Auch wenn der Film sich am Ende mit dem letzten Bild nochmal bricht. Das KZ fast garnicht zu zeigen, macht es nicht authentischer. Der Film bleibt trotzdem in einem Zustand völliger Emotion, wie bei Schindlers Liste. Nur ist man in einem amüsierten Zustand, der unentwegt gebrochen wird. Das ist genauso manipulativ wie das Publikum zum Weinen zu bringen. Die beiden Filme sind sich ähnlicher als sie denken. Nur finde ich "Schindlers Liste" weitaus ehrlicher in seinem Pathos als eine Hintertür-Komödie.
Es sind beides historische Filme die eine Geschichte erzählen. Keiner wird dem Holocaust gerecht!

27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (31) — Film: Zug des Lebens


Sortierung

aniceguy

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein absolut herausragender Film, der vor allem durch sein Ende besticht. Für jeden zu empfehlen der sich nicht durch eine vermeintliche Komödie über solch ein tragisches Thema abschrecken lässt.

+++SPOILER+++

Das Ende revidiert alles komödiantische was der Film an sich hatte und stellt ungeschönt dar, was damals geschah, indem er erst die Freude des Zuschauers über eine glückliches Ende und die Erfüllung der Träume der Figuren anfeuert und sie ihm anschließend wieder brutal entreißt. Damit hat der Film für mich eine ganz andere Sicht auf die Dinge offenbart. Es wurden nicht nur Leben, sondern auch Träume und Lebensgeschichten die hätten erzählt werden sollen, vernichtet.
Ich schließe mich Acry an und muss sagen, dass solch ein Ende mehr mitreißt als ein ganzer dramatischer Film.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Donnos

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Wie ein Film mit einer kurzen Schlussszene alles drehen kann...lange keinen Zugang gefunden, und doch alles stimmig. Klingt verwirrend, aber nach Betrachtung des Films versteht jeder, was gemeint ist. Muss den definitiv nochmal sehen...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Alienator

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Humorvolles Überleben bis zum bitteren Ende

Ein Film über den Holocaust zu drehen und dabei zu lachen galt als unmöglich (hier sind nicht die Filme von z.B. Mel Brooks gemeint die sich direkt über die lächerliche Nazigefolgschaft lustig macht, wie in "The Producers"), bis Roberto Begnini kam. Mit Humor lässt sich viel Schmerz verarbeiten und er dient zudem als Schutz vor Verlorensein und bietet eine breite Palette um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Dieser Film beschönigt nichts. Das Grauen ist vorhanden und er macht sich nicht über die Juden lustig (der Regisseur ist selbst Jude). Im Gegenteil: Wegen seiner Übertreibungen und Slapstickeinlagen entlarvt hier Mihaiheau den Krieg als ein absurdes Spektakel, in dem die Grenzen der Logik stoppen und die Faszination des Glaubens an den Wahnsinn allgegenwärtig ist (z.B. die Versorgungszene). Die Unmenschlichkeit der Deportation steigert sich ins Groteske und vermittelt an einigen Stellen ein Wunschbild des Friedens und überkultivierter Zusammenhalt (betende Nazis). Der Film ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und dem Lachen als Trostsucher in einer Zeit wo es genug Trauer gab

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Hfonda15

Antwort löschen

Den hab ich jetzt mal vorgemerkt(hab da auch ne 8 Punkte Vorhersage) aber wird wohl noch ne Weile dauern bis ich es schaffe den Film zu sehen auch wenn ich nach deinem guten Kommentar schon gespannt auf den Streifen bin!


bugsb

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Schrecken des zweiten Weltkrieges ist nicht fassbar, und kein Film kann das vermitteln was passiert ist. Aber gerade weil der Film so eine Leichtigkeit hat, wurde mir das tragische Schicksal von den Millionen von Juden die die deportiert worden sind, um zu mehr bewusst. Es zwingt ein einen neuen Blickwinkel auf. Obwohl die Charaktere manchmal etwas eindimensional sind, berühren die menschliche Aspekte.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Schlomo, der vermeintliche Dorfdepp, hat die zündende Idee: Ein Zug soll es sein, der die gesamten Einwohner des kleinen jüdischen Dorfes vor der bevorstehenden Deportation der Nazis retten soll. Man besorgt sich daher kurzerhand einen kompletten Güterzug, steckt einige Dorfbewohner in Wehrmachtsuniformen, den Rest in den Zug und ab geht´s Richtung Palästina…

Der Film ist wirklich ganz nett, vor allem die Geschichte ist absolut klasse, aber mir fehlt hier der nötige Zynismus, um mir dieses heikle Thematik in einer lächerlichen Form "schmackhafter" zu machen; so konnte ich jedoch nur bedingt etwas damit anfangen.
Allerdings muss ich an dieser Stelle einräumen, dass mir der vergleichbare "Das Leben ist schön" auch nicht auf Anhieb gefallen hat, mich dennoch mehr überzeugen konnte.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Rukus

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Das ist ein böser Film! Erst bringt er einen zum Lachen, und dann sorgt er dafür, dass einem selbiges Lachen im Halse stecken bleibt. Auf der einen Seite ist die Geschichte leicht verständlich, aber auf der anderen lässt der Film einen fragend zurück. Faktisch ist die komplette Mischpoche meschugge! ;)

Tatsächlich wandelt der Film auf einem schmalen Grat zwischen der Tragik des Hintergrunds und einer chaotischen Komik. Und so wandelt auch der Humor am tragischen Abgrund, wirkt teilweise verstörend albern, und ist auf seine ganz spezielle Weise einzigartig. Meschugge - gäbe es dieses Wörtchen nicht bereits, müsste es für diesen Film erfunden werden. Und wer wissen will, warum der Kommunismus nicht funktioniert, dem sei gesagt, dass ein paar weibliche Brüste besser sind als alle Marx', Lenins und Engels' zusammen! Noch Fragen? Dann seht euch den Film an!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tyrannia

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme.
Eine Hommage an den jüdischen Humor, der oft mit Leichtigkeit Tragik und Komik zu verbinden weiß und an die Kunst, (sich weg-)träumen zu können.
Mich hat diese Film glänzend unterhalten, ich musste mehr als einmal laut loslachen- bis mir schließlich, zuletzt, das leicht debile Grinsen im Gesicht festfror.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Trimalchio

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Einiges an Leerlauf, besonders die langweiligen, dafür aber zahlreichen Zugaufnahmen ermüden nach einiger Zeit. Kameraufnahmen, Landschafts- und Szenenbilder sind ebenso sehr generisch. Zum Glück ist das, was der Film will, gelungen. Er ist witzig und ernst zu gleich. Und wäre da nicht die letzte Szene, dann würde ich den Film auch ganz anders sehen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CJ1203

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Als geschichtlich aufgeklärter Zuseher weiß man, dass es diesen "Zug des Lebens" niemals gegeben hat, und dennoch bietet das Medium des Filmes - hat man beispielsweise Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds" gesehen - die Möglichkeit, die Geschichte umzuschreiben, ist die filmische Wirklichkeit doch eine gänzlich andere wie die unsere. Dieses Konkurrieren der Wirklichkeiten - der filmischen und der tatsächlichen - macht sich auch Radu Mihailenaus Tragikomödie zunutze, weiß er doch um den Wert eines aufgeklärten (oder aufzuklärenden) Publikums. Denn nebst geschichtlicher Umschreibung ist der "Zug des Lebens" im ersten Eindruck eben auch filmische Wirklichkeit und somit für den geschichtlich gebildeten Zuseher gleichzeitig absurde Hoffnung, ein jüdisches Dorf habe tatsächlich auf diese famose Art und Weise vor den Nazis fliehen können. Es ist nämlich gerade auch für all jene, die die Schuld an dem Grauen, das an den Opfern des NS-Regimes verübt wurde, zu tragen fühlen, berührend und schlichtweg erleichternd, dabei zuzusehen, wie die Einwohner des kleinen Dörfchens den Nazis einmal mehr entkommen. Gepaart mit jüdischem Humor und geschichtlicher Tatsache entwickelt diese Hoffnung einen unglaublichen Sog aus Komik und Tragik. Es wird unverhohlen auf den Verlust von Identität und die kalte Brutalität der mörderischen Logistik des NS-Regimes hingewiesen, genauso aber wird darüber gescherzt und gelacht, was den Optimismus, den der Film über weite Strecken ausstrahlt, ebenso verstärkt wie die sichtlichen Erfolge des Dorfes. Der "Zug des Lebens" wird somit in dem Empfinden, das er beim Publikum auslöst, mehr als nur Hoffnung, er wird Ideal. Denn es wird begreifbar: Das ist tatsächlich der Ort, wo die Flucht gelingt.
Als letzte - und schließlich als einzig zu beantwortende - Frage bleibt da nur noch: Wo ist (oder war) dieser Ort in unserer Wirklichkeit? Und der Film eröffnet sie mit brutalster Ehrlichkeit, zu der nur gesagt sei, dass die Intensität unserer Hoffnung doch nichts ist im Vergleich zu jener der Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere der Juden.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

derFilmfreak

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Wir sollen einem Verrückten nach Israel folgen?" - "Na und? Ist doch nicht das erstemal!"
Man muss jüdischen Humor verstehen und auch mögen um diese sehr traurige Komödie zu lieben. Dort wird still und leise nach dem warum gefragt und genauso ist es mit der Hoffnung.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Anoirja

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Der Humor ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und auch später ist dieser für mich nur schwer zugänglich. Das tragische Ende ist irgendwie schon absehbar gewesen. Ein Film, der mich einfach ziemlich wort- und ratlos zurücklässt.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

VisitorQ

Antwort löschen

ja, u.a. steh ich da auch drauf... Aber da ich alles gucke (Mit Ausnahme von Bollywood) habe ich den ultimativen Filmgeschmack. ;-)


Anoirja

Antwort löschen

Autsch! "Zug des Lebens" ist natürlich schon besser als "Schindlers Liste", auch wenn ich mit dem gewöhnungsbedürftigen Humor so meine Probleme habe. Das wollen wir doch mal festhalten!


Jolas

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich liebe Radu Mihaileanu, ich liebe seinen jüdischen Witz, ich liebe Schlomo, ich liebe diesen Film. Dieser tragische Komödie gelingt es das Entsetzen dieser Unmenschlichkeit ein klein wenig durch Humor zu lindern, dass ist das Wunder dieses Films.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dub127

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

langweilig.. und lustig fand ich den auch nicht

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kreaexo

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Komödie mit bitterbösen schwarzen Humor, über die man aber einfach nur lachen kann.
Wenn ein Jude, der sich als Nazi ausgibt, den Nazis erzählt, dass aus Juden plötzlich kommunistische Juden wurden, die mit einem Geisterzug (Zug der nicht im Fahrplan gelistet ist) fahren müssen, weil sie zu gefährlich sind und man mit diesem Ausspruch zu 80 % nicht einmal die Unwahrheit sagt; wenn sich Zigeuner als Nazis ausgeben; wenn man erfährt, dass die Stelle als Dorftrottel nur angetreten wurde, weil die Stelle als Rabbi schon vergeben war, dann fragt man sich schon, wo das Ganze, außer nach Palästina, noch hinführen soll. Das Geschehen hat mich teilweise so zum Lachen gebracht, dass ich Bauchkrämpfe bekam. Und doch driftet es niemals vollkommen ins Lächerliche ab, sondern bleibt auf einem sehr hohen Niveau.
Außerdem ist "Zug des Lebens" besonders für politisch interessierte Leute geeignet.

Das gesamte Schauspielensemble, sei's Jude, Nazi, Zigeuner..., spielt atemberaubend gut. Und obwohl ich diesen Film vor 24 Stunden gesehen habe, denke ich immer noch darüber nach. Dafür hat vor allem das Ende gesorgt, welches mir auch Bauchkrämpfe bescherte - aber nicht wegen Gelächter - mich zum Nachdenken brachte und dafür sorgte, dass ich diesen Film nun aus einer völlig anderen Sichtweise betrachte.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Acry

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

>>>Kommentar enthält Spoiler <<<
Wow, dieser Film hat es doch tatsächlich geschafft, mich emotional durcheinander zu bringen.
Aber fangen wir mal von vorne an: Schon kurz nach Beginn des Films kristallisierte sich für mich das Genre Komödie zunehmend heraus, was hauptsächlich an der kauzigen Art der Juden, aber auch an deren unbrechbaren Fröhlichkeit und Zuversicht lag.
Die Idee, sich selbst zu deportieren ist genau so kreativ wie lustig, wenn man bedenkt, dass ausgewählte Juden extra geschult wurden, um wie Deutsche zu agieren und zu sprechen.
Es wurden also alle Vorbereitungen getroffen und ich rechnete mit einer Art Roadmovie, das zeigt, wie die Juden versuchen zu fliehen. Immer mit einem gewissen Humor im Hintergrund, versteht sich.
Zuerst war ich mir nicht sicher, ob mir diese Art mit dem Nationalsozialismus umzugehen gut gefällt, da es schon irgendwie schwer fällt, darüber zu lachen, gerade wenn es um Juden und nicht um Hitler selbst oder andere Idioten geht. Doch nach und nach freundete ich mich mit der Art des Films an, schloss den wilden Haufen Juden in mein Herz und lachte unbeschwert, als der verkleidete Juden-Offizier einen untergeordneten deutschen Soldaten fragt, ob das Fleisch denn auch koscher sei. Makabere Szenen, bei denen für mich aber eindeutig der Humor überwog. Toll, dachte ich, endlich mal ein Film über die Nazizeit, der nicht todernst ist, das ganze aber ebenso wenig ins Lächerliche zieht.
Obwohl ich sonst eine eindeutige Verfechterin des Unhappy Ends bin, freute ich mich hier schon fast darauf, die Juden in Freiheit und Sicherheit zu sehen.
Mihaileanu hat die Charaktere so geschaffen, dass man es ihnen einfach richtig gönnt; dass man mit ihnen hofft. Und weil der ganze Film ja eher unterhaltsam inszeniert war, war es auch keine Frage für mich, dass die Juden es schaffen würden.
Tja, und dann kam das Ende.
Ein Close-up, ein langsames Wegzoomen und vorbei wars. Vorbei mit der Leichtigkeit und der Heiterkeit. Wir werden brutal in die Realität zurückgestoßen und fühlen uns schuldig, nicht von Anfang an an dieses unausweichliche Ende gedacht zu haben.

Fazit: Ein paar Minuten Tragik am Schluss hinterlassen oftmals mehr Eindruck als ein ganzer Film voller Drama. Mutig inszeniert und auf jeden Fall sehenswert.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

THE_JUDGE

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Hmm, irgendwie fruchtet der Film bei mir nicht ganz. Diese schwarze Komödie ist weder schwarz, noch lustig, zumindest für meinen Geschmack. Die Geschichte hört sich, wenn man hier die Beschreibung liest, eigentlich erstmal ganz gut an. Aber die Umsetzung ist irgendwie nicht ganz überzeugend. Ich hab auch ab der Hälfte abgeschalten, falls danach also noch eine absolute Kehrtwende stattgefunden haben soll, bitte bescheid geben, dann werde ich mich der letzten Hälfte doch nochmal widmen. Was überhaupt nicht überzeugen konnte ist, dass immer wieder versucht wird, einen gewissen Zwiespalt in das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfbewohner zu pressen. Erst ist wieder alles gut, dann aber nimmt der zum Obersturmführer, oder was auch immer, ernannte Dorfbewohner seinen Job, bzw seine Rolle als Nazi wieder viel zu ernst. Klar, dass wenn man auf echte Nazis stößt, er schon überzeugen sollte, aber da sich alle Dörfler aus Furcht vor den Deutschen gemeinsam für die Flucht entschlossen haben und auf Grund der Taten, die gegen sie begangen wurden, bzw. zur Zeit in der der Film spielt begangen werden, ist es ziemlich unglaubwürdig das eine Jude, als Nazi verkeleidet auf einmal Anflüge einer solchen Gesinnung für voll nimmt. Auch der Typ der auf einmal zum Kommunist avanciert und seine gleichaltrigen Freunde mit seinem Proletariergerede weich quatscht nervt ziemlich. Ich kann mir denken, warum der Film so gute Bewertungen erhält und das er für den ein oder anderen ziemlich lustig ist, aber alles in allem fehlt mir da irgendetwas.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

CarrionFairy

Antwort löschen

es gibt eine wende...


THE_JUDGE

Antwort löschen

Naja, also ich habe die zweite Hälfte noch gesehen, aber umgekippt vor Begeisterung bin ich dennoch nicht. Das Ende passt leider irgendwie garnicht und sonst ähnelt sich alles nach wie vor. Naja, ich geb ihm jetzt mal 6 statt 5 Punkten.


*frenzy_punk<3

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Jeder, der diesen Film nicht kennt, misste verrickt sin!
Radu Mihaileanu schuf mit "Zug des Lebens" eine fantastische schwarze Komödie, die mich wirklich mal zum Lachen brachte. Die Charaktere sind einer liebenswerter und meschuggener als der andere und der Zuschauer verliebt sich glatt in das kleine jüdische Dorf. Munter erzählt uns Mihaileanu die Geschichte, reißt den Zuschauer mit sich und lässt ihn vor Spannung den Atem anhalten. Die fantastische Musik untermalt das Schauspiel perfekt und lässt einem die Füße nicht mehr ruhig stehen. Er führt uns wie die Protagonisten auf eine Reise fern von Leid und grausamer Realität. Und doch, schaffte er es mit einer einzigen Einstellung, mir das Lachen sofort aus dem Gesicht zu nehmen. Ein fantastisches Meisterwerk, dem wahrhaftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Bandrix

Antwort löschen

"Kommentar gefällt mir" - Button funktioniert nicht... :(
Höhö, das "mafiazeugs" habe ich mir gleich mal alles gekauft! :D


*frenzy_punk<3

Antwort löschen

Dankesehr ;)
Ich wünsch dir viel Spaß mit den Mafiosies^^ Ich persönlich steh da nicht so drauf.


emacs

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Unbedingt ansehen. Eine ungewöhnliche Story voll überraschender Wendungen, außergewöhlich gut gespielt, ein Humor, bei dem man immer wieder befürchtet, dass einem doch das Lachen im Halse stecken bleibt. Einer der wenigen Filme,die ich mehrmals gesehen habe, ohne mich zu langweilen.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Northernlights

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Genial, grotesk, witzig und bitterböse,tragisch-komisch, viele Vorredner, haben es schon treffend umschrieben!! Für mich ein ganz besondere Film, der, mich begeistert und zugleich erschreckt!! Interessant, sind die Einblicke, in die Jüdische Lebensweise, die hier sicher überspitzt, aber auch mit viel Realität Dargestellt wird. Starke Darsteller, allen voran, der spleenige Rabbi..."natürlich fahren wir durch einen Bahnhof, wir sind ein Zug, sollen wir durch einen Hafen fahren??" Und der polnische Wiederstand, der immer dem Zug hinterher gondelnd, versucht, seine Bombe zu legen,in der Annahme,es handle sich um einen echten Depotationszug und am Ende, wegen auslegungsschwierigkeiten, entnervt aufgibt!!Köstlich!!! Und das Ende und das musste so und nicht anders sein, holt einen schlagartig in die Realität zurück...hier gehts um Deportation und Judenverfolgung und daran ist rein gar nichts lustig!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kris

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wow! Die Frage, ob man das "darf" oder nicht, mag bitte ein anderer beantworten. Oder auch nicht. Der Film ist grotesk, absurd, lustig und bitter und er lässt uns das Tragische durch die Komik hindurch spüren.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch