Sein oder Nichtsein

To Be or Not to Be (1942), US Laufzeit 99 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 12.08.1960


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8.5
Kritiker
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8.0
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55 Kommentare
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von Ernst Lubitsch, mit Carole Lombard und Robert Stack

In dem Klassiker Sein oder Nichtsein von Ernst Lubitsch versucht sich eine Gruppe von Widerstandskämpfern als Schauspieler in einem Stück von Shakespeare vor den Nazis zu tarnen.

Europa 1939. Im von deutschen Truppen besetzten Warschau schließt sich eine Gruppe renommierter Shakespeare-Darsteller der Widerstandsbewegung an. Der nach London geflüchtete polnische Leutnant Sobinski bringt versehentlich einen Nazi-Spion auf die Fährte der Truppe. Um einer Verhaftung zu entgehen, hecken die Schauspieler einen tollkühnen Plan aus, um den Spion, die deutsche Gestapo und schließlich sogar Adolf Hitler höchstpersönlich nach allen Regeln der (Schauspiel-)Kunst an der Nase herumzuführen.

Hintergrund & Infos zu Sein oder Nichtsein
Sein oder Nichtsein erschien 1942 inmitten des Zweiten Weltkrieges. Besonders die Satire an der Besetzung Polens durch die Nazis sorgte für zahlreiche negative Kritiken, da eine komödiantische Behandlung dieses Themas als pietätlos galt. Selbst der Vater von Hauptdarsteller Jack Benny soll während der Premiere von Sein oder Nichtsein das Kino verlassen haben, da er den Anblick seinen Sohnes in Nazi-Uniform nicht ertragen konnte. Trotzdem erst nach dem Krieg das ganze Ausmaß der Gräueltaten bekannt wurde, gilt heute der Film als Klassiker. Sein oder Nichtsein wurde sogar in einen Kanon von Filmen aufgenommen, die deutschen Schülern im Unterricht gezeigt werden sollen.

Ursprünglich war geplant, die Rolle der Maria Tura an Miriam Hopkins zu geben und so den Weg für ihr Comeback zu ebnen. Allerdings verließ sie nach differenzen mit Haupdarsteller Jack Benny die Produktion. Um die Lücke für den Film Sein oder Nichtsein zu füllen entschied sich Ernst Lubitsch für Carole Lombard, welche allerdings auch nicht die Früchte des Filmes genießen konnte. Noch bevor Sein oder Nichtsein im Kino erschien, kam sie bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.


Cast & Crew


Kommentare (53) — Film: Sein oder Nichtsein


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Val Vega

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Bewertung9.0Herausragend

„Heil Hitler!“
„Heil Myself!“

Nach Chaplins Meisterwerk „Der große Diktator“ (den ich doch noch einen Ticken besser fand) nahm sich auch Ernst Lubitsch dem politischen Phänomen des Nationalsozialismus an. Das tut er auf grandiose Weise. Ebenfalls mit viel Humor. Lubitsch entfesselt den totalen Wahnsinn.

Der gesamte Film ist auf gewisse Weise pure Anarchie.
Und dabei auch noch unfassbar intelligent.
Die Geschichte ist intelligent. Die Dialoge sind intelligent. Und jeder Gag jeder Witz ist mehr als nur durchdacht. Der Film greift das System des Nationalsozialismus auf ganzer Linie an. Kein Punkt wird ausgelassen auf den man nicht abzielen kann. Egal ob der große Führer selbst, der eigentlich doch nur ein kleiner Mann mit prägnantem Bart war oder die willenlosen Befehlsausführer.
Doch es ist keine Kritik auf einer sachlichen Ebene, sondern Lubitsch zeigt mit dem Finger darauf und lacht sie schallend aus. Und der Zuschauer lacht mit!

Doch der Film verliert sich nicht in seiner Komik. Er ist ein Meisterwerk zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Er nimmt sein Thema vollkommen ernst und kann sich so am besten darüber Lustig machen (gerade in heutiger Zeit scheinen wenige Filme, dies überhaupt verstanden zu haben).

Ernst Lubitsch ist mit diesem filmischen Schmuckstück ein unsagbar grandioser Film gelungen. Alles an diesem Film ist gleichermaßen awesome. Egal ob Regie, Drehbuch, Kamera, Musik oder die Darsteller. Lange hat mich ein Film nicht mehr so zum Lachen gebracht wie dieser. Und noch länger keiner, der dabei auch noch auf einer so ernsten Ebene überzeugen konnte (der letzte war „Der große Diktator“, und den mochte ich noch ein klein wenig mehr). Was Lubitsch hier schafft, hat vor allem in heutiger Zeit mehr Aufmerksamkeit verdient.

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Und Danke, Danke, Danke liebe Bubo! Wäre dieser Film nicht auf deiner Lieblingsfilmliste gelandet, wäre er heute nich bei mir im Player gelandet.

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Bubo

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ach so ja: ganz im Ernst nu: Fantastischer Kommentar.


Val Vega

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Freude empfinde vor allem ich, wenn meinKommentar zu einem deiner Herzfilme beim Lieblingstantchen gut ankommt ;)


timmoe

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein wirklich spaßiger Film mit ernstem Hintergrund, voller hervorragender Darsteller.
Herausragend: Jack Benny.

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Bubo

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wenn Hitler im Theaterstück nicht reden darf, da er doch nur „ein kleiner Mann mit Schnauzbart“ ist, wenn eine lebensgefährliche Spionagemission als „Theater“ inszeniert wird, wenn Eitelkeiten zwischen Schauspielern unter falschen Bärten immer noch wichtig scheinen, wenn deutliches Anprangern hinter feiner Ironie, temporeichen Wendungen und Spannung als bissige Satire zum Tragen kommt, das alles 1942 vonstatten geht und 1939 spielt – dann wird überdeutlich, dass man „keinem trauen kann, der nie Alkohol trinkt, nicht raucht und kein Fleisch isst“, wenn „die Nazis in Polen selbst die Regie übernehmen“.

Bitte, bitte, nicht falsch verstehen!! Ich mache mich nicht lustig über bestimmte prägende Persönlichkeiten in der Geschichte des zweiten Weltkriegs!! Meldet mich also nicht gleich! Nicht erschiessen! Um Himmels willen....das war doch nur so dahergesagt....ein kleines Spässchen...ich meine....ehm....also....ich...das war doch nur ein WITZ! Selbstverständlich verabscheue ich diesen bestimmten Cognac mit Namen Napoleon, den Hering mit Namen Bismarck und ganz besonders HASSE ich Harzer Käse (namenlos, da sich der Witz nicht durchgesetzt hat)!!! Ich stehe freilich auf der richtigen Seite, der „siegreichen!“ Ich LIEBE schliesslich Kaviar und Champagner! „Heil Hamlet!“

Sorry, „Manche mögen's heiss“....aber „Sein oder Nichtsein“....ist ein Film, der mein Herz mindestens genauso verdient, wie Du. Ich bin demütigst dankbar für das Erlebnis, werter Herr Lubitsch!

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Val Vega

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Tante Bubo! Ich hab den Film grade gekauft! Liegt neben mir und wartet sehnlichst darauf geguckt zu werden :)


Bubo

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Da freut sich das Tantchen aber, Val;) Lass mich bitte wissen, ob/wie er Dir gefallen hat!


jp@movies

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Bewertung9.5Herausragend

Dufftester Film aller Zeiten!

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Mary Pickford

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Bewertung9.0Herausragend

Der Film funktioniert für mich als Antikriegssatire sogar noch besser als "Der Große Diktator", weil einfach erfrischender, bissiger und weniger die Moralkeule schwingend (Die Szene in der die Soldaten auf Befehl fröhlich aus dem Flugzeug in den Tod springen, besitzt in ihrer Kürze mehr Aussagekraft, als Chaplins kompletter Schlussmonolog).
Auch heute funktioniert der Film mit all seiner Ironie und Bösartigkeit noch wunderbar. Es ist dem Regisseur außerdem hoch anzurechnen, dass er sein Publikum auch damals für intelligent genug hielt, die Satire ohne große Erklärungen zu verstehen. Chapeau, Herr Lubitsch, Sie haben ein zeitloses Meisterwerk geschaffen!

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Lange Zeit habe ich "Sein oder Nichtsein" vor mir hergeschoben, da ich der Auffassung war, dass mich eine weitere zu alberne politische Satire erwarten würde, dessen künstlerischen Anspruch meine letztendlich eher bescheidene Bewertung nicht gerecht werden würde, wie bereits zuvor geschehen bei bspw. "Der Diktator" oder aber auch "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben", mit denen ich nur bedingt etwas anzufangen wusste.

So beendete ich meinen ersten Annäherungsversuch mit Ernst Lubitschs Werk vor geraumer Zeit bereits nach etwa einer Viertelstunde, da ich mich in meinem Argwohn zunächst erneut bestätigt sah. Umso glücklicher bin ich nun mehr, mich eines Besseren belehrt zu haben, da diese Satire das ernste Zeitgeschehen nicht bloß albern aufs Korn nimmt, sondern im Verlauf des Films zunehmend ernster und äußerst respektvoll mit dem heiklen Thema umgeht, dessen tödlicher Ernst während der Dreharbeiten (1942) greifbar nahe war.

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Einar

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Lubitsch lohnt sich immer, mit dem "großen Diktator" bin ich auch nicht warm geworden.
"Dr.Seltsam" allerdings war wieder mein Fall - bis auf "2001" mag ich eigentlich alle Kubick (z.T. sehr).


cpt. chaos

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"2001" und "Barry Lyndon" muss ich mir auch endlich mal komplett ansehen und dann fehlt mir von Kubick noch "Die Rechnung ging nicht auf"; der interessiert mich auch gar heftig! ;o)


lukas.stracke

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich war echt völlig überrascht, wie temporeich, spannend und kurzweilig der Film auch heute noch ist. Unglaublich, dass der tatsächlich anfang der 40er-Jahre entstand. Schauspielerisch ist bei mir nicht so viel hängen geblieben und visuell spektakulär ist er hinsichtlich des Erscheinungsdatums natürlich auch nicht, aber das Drehbuch ist schlicht grandios. Das ist echter Humor, schlagfertig, bissig, stellenweise sehr bitter (v.a. die Figur des Grünberg, gespielt von einem, in die USA emigrierten jüdischen Schauspieler) aber stets flott und gewitzt. Der beste Charakter war in meinen Augen zweifellos der Gestapo-Gruppenführer Erhardt ("Man nennt mich also Konzentrationslager-Erhardt").
Fazit: "Sein oder Nichtsein" ist eine wirklich empfehlenswerte Kriegssatire, die famos geschrieben ist und trotz ihres Alters kaum an Tempo und Biss eingebüßt hat.

"Seltsamerweise scheint ihn die ganze Aufregung, die er verursacht, gar nicht zu berühren. Gilt sein Interesse etwa Maslowskis Würstchen? Unmöglich. Er ist doch Vegetarier. Wenn er sich auch nicht immer an seine Diät hält. Wenn er gerade Appetit hat, schluckt er ganze Länder."

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knusperzwieback

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Hat mich gut unterhalten. Film mit viel Humor der auch heute noch zündet und zu keiner Zeit langweilig.

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littledrummerboy01

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Bewertung9.0Herausragend

Geniales, ideen- und facettenreiches Meisterstück. Der erst einmal unmöglich scheinende Mix aus Beziehungskomödie und Nazisatire gelingt Lubitsch spielend leicht, gleichzeitig verliert er aber auch niemals die ernsten und grausamen Seiten der Geschichte aus den Augen, obwohl diese niemals überhand nehmen. Viel mehr steht herzhaftes Lachen auf dem Programm, wenn ein Meister zeigt, wozu eine Hand voll Schauspieler alles in der Lage sein kann - wenn sie ihre Rollen beherrschen. Und zwar viele Rollen. Hier stellt sich für alle Beteiligten (den von Lachkrämpfen geschüttelten Zuschauer mal ausgenommen) schon öfter mal die Frage wer ist und wer nicht mehr und wer jetzt eigentlich wer ist. Oder war. Oder sein könnte. Aber das ist dann auch schon wurscht, denn wenn Hitler "Springen" befiehlt, dann gibt es kein Fragen.
Besser kann man das Dritte Reich eigentlich nicht vorführen, besser kann man eine Satire kaum machen, und viel besser kann man seine Zeit mit Filmen auch nicht verbringen.

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Antoine-Brisebard

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Referenzfilm in Sachen Satire.
Ein zeitloses Meisterwerk von Ernst Lubitsch, dass sich trotz seines Alters von über 70 Jahren in keiner Weise abgenutzt hat. Der Film wirkt kein bisschen angestaubt. Auch Heute eignet sich dieser Film noch als Anschauungsunterricht für Regisseure, wie ein guter Film auszusehen hat!

Wortwitz und Dialoge auf höchsten Niveau ziehen sich durch die gesamte Spieldauer. Der Film hat viele Wendungen, eine gute Story, hervorragende Schauspieler und ist zutiefst menschlich. Die Geschichte ist spannend, temporeich und unterhaltsam erzählt. Die Entwicklung der Story ist überraschend und glaubwürdig.
Niemand hat die Nazis besser lächerlich gemacht als Ernst Lubitsch. Da kann nur noch Chaplin mithalten. Für meinen Geschmack hat dieser Film von Lubitsch die Nase ganz leicht vorn.
EXTRAKLASSE!

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Onefourty

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Bewertung9.5Herausragend

Fantastische Schauspieler, umwerfend spannendes Drehbuch, ernster Background, feinfühliger kluger Witz. Eine tolle Satire.
Die verzwickteste und schönste Ode an die Schauspielkunst, die ich jeh gesehen habe.
Sicherlich ebenso genial wie "der große Diktator"

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Gogox

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Bewertung7.5Sehenswert

He,He schon ganz lustig.

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RoosterCogburn

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Bewertung9.0Herausragend

Bezüglich des Filmtitels geht es um ein Zitat aus eine der bekanntesten und am häufigsten aufgeführten Tragödien von William Shakespeare. 3. Aufzug, 1. Szene: Joseph Tura beginnt mit dem Monolog des Hamlets.
"Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder ..."
Jedesmal steht zu diesem Zeitpunkt ein Mann auf und verläßt die Vorstellung. Tura (Jack Benny), ein "Schmierenkomödiant" der völlig von seinen schauspielerischen Leistungen überzeugt ist, fühlt sich gekränkt. Allein seine Reaktion auf dieses Ereignis ist fantastisch (^^) Tura ahnt noch nicht, warum, vermutet, dies sei eine Geringschätzung seines Hamlets. Doch eröffnet sich ihm etwas völlig anderes.

Lubitsch besaß einen ganz eigenen, eigenwilligen Stil. Das faszinierende an seinen Filmen ist, das man sie sich immer wieder anschauen kann, ohne das sie sich abnutzen. Der Berliner besaß die Chuzpe im Kriegsjahr '42, angesichts dessen was bereits über die Nazis bekannt war, Hitler und seinen Mannen den Spiegel vor zu halten. Den Führerkult zur karikieren und lächerlich zu machen (was u.a. auch erklärt, warum der deutsche Kinostart 18 Jahre später war).

Die Wortspielereien, der sprachliche Humor, das zunehmende Tempo der Handlung, die Verwechslungen, die Zufälle und Übertreibungen. All das und noch mehr hat Ernst Lubitsch benutzt, unter Mithilfe von Drehbuchautor Edwin J. Mayer, um aus "Noch ist Polen nicht verloren" einen seiner populärsten und herausragendsten Filme zu machen.

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Andy Dufresne

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Einer der wichtigsten Filme aller Zeiten!
Schöner Kommentar!


Brentano

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HR Tura was machen sie schon wieder hier, Peng!


jollyroger

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Bewertung9.0Herausragend

So they call me Concentration Camp Ehrhardt?

Ich bin normalerweise keiner von diesen "Früher war alles besser"-Sagern, aber kommt es nur mir so vor als gäbe es keine Komödien mehr, die anstelle von Über-Vulgarität durch ein geniales Drehbuch und briliant gezeichnete Charaktere glänzen?

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jollyroger

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Du bist doof!!!!!!!!..:/ :(


RoosterCogburn

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@Geralt: Das heißt Kommode. Ohne o als Umlaut. Eine Kommode ist ein mit Schubladen ausgestattetes Schrankmöbel und hat mit einer Komödie (einem Lustspiel) nicht viel gemein ;)


Viking

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Kennen sie den Schauspieler Joseph Tura? Ein ganz großer Schauspieler!"
"Nein, noch nie gehört."
Wie Joseph Tura Professor Siletsky spielt, sensationell.
Wirklich ein ausgezeichneter Film und das aus dem Jahre 1942.
Damals konnte man noch richtig Schauspielen. Heutzutage gibt es nur BOOM BOOM und PENG und ZISCH.
Auch ich brauchte einige Zeit, um mich in den Film einzuleben, zu ruhig, zu langsam, witze die man kennt. Aber wenn die innere Ruhe einkehrt und man in den Film einmal drin ist, erkennt man wie brillant Sein oder Nichtsein wirklich ist.
Trotzdem finde ich es schwer, diesen Film richtig zu bewerten, 70 Jahre ist der Film alt, noch immer kann man aus Sein oder Nichtsein lernen doch die Bildgestaltung eines Films aus dem Jahre 2012 ist doch aus einer anderen Welt. Berechne ich den Zeitfaktor ein wären es glatte 10 Punkte, um fair gegenüber anderen Filmen zu bleiben gebe ich 8 Punkte. Ein Zeitloses Meisterwerk, für Cineasten, ein guter Film für Filmliebhaber, ein Schwarz Weiß Film für den Mob.

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Einar

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wer "Sein oder Nichtsein" einmal gesehen hat, der versteht wieso dieser Film zu seinem so guten Ruf gekommen ist. Es ist eine herrliche Mischung aus Posse, Komödie, Kriminalstück, Thriller und Drama. Es glänzt nicht nur ernste Teil um die Nazi-Besetzung Polens, sondern auch der humorvolle Teil, der das Geschehen deutlich entkrampft.

Thematisiert wird das Leben einer Schauspieltruppe polnischer Mimen nach der Besetzung Polens durch Nazi-Deutschland. Insbesondere im Fokus steht aber ein Ehepaar dieser Truppe, zwei von sich eingenommene Stars, die nun vor einer großen Herausforderung stehen: Sie müssen nicht nur ihr Privatleben nach einer sich anbahnenden Affäre wieder regeln, sondern sie müssen auch den Untergrund vor einem gefährlichen Professor retten und so auch um ihr Leben spielen - die schwierigste Rolle ihres Lebens.

Durch viele aberwitzige, aber niemals unerfreuliche Wendungen (alle ergeben einen Sinn und tragen die Handlung fort bzw. werfen neue Situationen auf), findet der Film stets einen Weg zu überraschen und zu unterhalten. Wir sehen Schauspieler mit Profilneurosen und hochrangige Nazis, die einen Käse nach Hitler benannt wissen wollen. Wir werden Zeuge verblüffender Rollenwechsel. Und über allem thront ein pointierter Wortwitz, der "Sein oder Nichtsein" einen gewaltigen Charme verleiht.

Auch wenn es keine reine Komödie ist, hat man hier viel mehr Humor-Potenzial als in den vielen Hollywood-Komödien der letzten zig Jahre. Schon allein, dass im Stück ein Stück aufgeführt wird, ist gewagt. Zumal dieses Stück (Hamlet) wiederum ein Stück im Stück hergibt. Leitfaden ist der Auftakt zum bekannten Monolog des dänischen Prinzen: "Sein oder Nichtsein" - es wird zur Triebfeder in der Beziehung der Personen unter einander, hat aber auch eine höhere Bedeutung, wenn man bedenkt, dass der Zweite Weltkrieg erst angefangen hat.

Allen Personen sei dieses Meisterwerk von Lubitsch empfohlen. Nicht nur Cineasten. Auch denen, die alte Filme ablehnen. Auch Schülern, die diesen Film im Unterricht ansehen sollten. Auf vielen Ebenen ist "Sein oder Nichtsein" sehr gelungen - auch darum hält sich dieser Streifen zeitlos.

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woerdey

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Bewertung9.0Herausragend

Der erste Film von Ernst Lubitsch den ich gesehen habe. Eine größtenteils völlig absurde Komödie mit sehr ernstem Hintergrund und einigen Elementen eines Krimis oder Agentenfilms. Die Idiotie der Nazis wird herrlich persifliert und die Story sorgt für durchgehende Spannung.

"Schuulz!" ;)

Wird sicher nicht mein letzter Lubitsch gewesen sein...

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madex

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Bewertung9.5Herausragend

"Ich heil mich selbst!" ...ein genialer Film! :)

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Mahabi

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Herrlich, ganz großes Kino.

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Kokossternchen

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Da kann ich mich nur anschließen!


Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein zu seiner Zeit sehr mutiger Klassiker, der nicht nur durch sein cleveres, herrlich groteskes Drehbuch amüsiert, sondern vor allem den blinden Gehorsam der Deutschen offenlegt und die Nazis überzeugend zu Witzfiguren degradiert.

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Andy Dufresne

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Und so zeitlos geltend in seiner Aussage...


Punsha

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:)



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