Brazil

Brazil (1985), GB Laufzeit 130 Minuten, FSK 18, Science Fiction-Film, Komödie, Fantasyfilm, Kinostart 26.04.1985


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8.1
Kritiker
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7.5
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7371 Bewertungen
128 Kommentare
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von Terry Gilliam, mit Robert De Niro und Jonathan Pryce

Nach Ex-Monty-Python-Mitglied Terry Gilliams Vorstellung ist die Welt von morgen ein dystopischer, zynischer bürokratischer Staatsapparat: Willkommen in Brazil!

Sam Lowry (Jonathan Pryce) ist ein Tagträumer und nur ein kleines Zahnrad im Getriebe des kafkaesken Verwaltungsapparats in Terry Gilliams Kultfilm Brazil. Allein der wiederkehrende Traum von einer schönen blonden Frau, die von ihm gerettet wird, entführt Sam regelmäßig aus seinem monotonen Alltag. Eines Tages aber ändert sich alles: Beim Kopieren eines Dokuments verfängt sich eine Fliege in Sams Kopierer und verursacht einen Druckfehler mit tragischen Folgen. Der unschuldige Archibald Buttle wird fälschlicherweise des Terrorismus verdächtigt und kommt bei seiner Befragung ums Leben. Der tragische Held von Brazil besucht daraufhin die Witwe Buttles, wo er eine unwirkliche Begegnung hat: die Frau seiner Träume steht plötzlich leibhaftig vor ihm. Sie taucht jedoch kurz darauf unter, da sie ebenfalls im Visier des Überwachungsstaates steht. Sam riskiert nun alles um ihr zu helfen und lehnt sich zum ersten Mal gegen den in Brazil alles beherrschenden Bürokratenapparat auf.

Hintergrund & Infos zu Brazil
Mit Brazil begann Terry Giliam, Mitbegründer der legendären britischen Komikergruppe Monty Python, seine Karriere als eigenständiger Filmemacher. Brazil erhielt u.a. eine Oscar-Nominierung für das Beste Drehbuch (Terry Giliam, Tom Stoppard und Charles McKeown) und hat heute Kultfilmstatus. Die Einflüsse aus Giliams Zeit mit Monty Python sind im zitatenreichen Brazil unverkennbar, ebenso deutlich sind die Bezüge zu George Orwells Roman 1984, sowie die eigenwilligen Romanwelten Franz Kafkas. Die zentrale und brennende Frage Brazils ist, ob und wie man einem totalitären und wahnsinnigen System entkommen kann. Die Antwort, die Brazil am Ende parat hält, lässt nur wenig Hoffnung.™

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Kommentare (125) — Film: Brazil


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Popelspecht

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der beste Film aller Zeiten:
Wir haben hier eine wirklich gelungene Satire, die... hm...
Wir haben hier einen 135minütigen Albtraum zum Genießen!
Wir haben hier Drama und Humor, ohne dass es sich beißt!
Wir haben hier düsterste Utopie und trotzdem Lichtblicke!
Wir haben hier eine gute Story und auch Action!
Wir haben hier einen Film, den man zehnmal gucken kann, und man entdeckt noch Details!
Wir haben hier noch mehr als das alles, aber meine Worte reichen nicht aus, um es zu fassen...
Wir haben hier Terry Gilliam's Meisterwerk, und viel zu wenige wissen das zu schätzen!
Tut mir Leid, dass ich zu dumm bin, um diesen Film angemessen zu beschreiben. Muss den wohl noch weitere 20mal gucken...

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Ralf Köhler

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Bewertung9.0Herausragend

Bei Filmen dieser Kategorie will ich einfach nix groß schreiben. Ansehen. Staunen.

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clarkkent

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Bewertung5.0Geht so

Tja, nun hab ich ihn auch gesehen, aber der Film konnte meiner Meinung nach nicht überzeugen.
klar, die settings sind beeindruckend, und die Story ist interessant.
die geselkschaftskritik kommt an und ist mit vielen Details abwechslungsreich gespickt,
noch dazu de Niro in einer überaus amüsanten nebenrolle,
aber....
Mann merkt dem Film an das gillian in von Ca. 5 Stunden auf nur noch gute 2 Stunden einstampfen musste.
einigen Protagonisten fehlt einfach die tiefe und es gibt nicht all zu kleine logiglöcher.
dennoch hat der Film zwischendurch einige längen,
die- wie ich meine- dafür genutzt hatten könnten um die storyline besser aufzubauen.
doch das was mich am meisten gestört hat, ist einfach dieser klamauk, dieser flache Witz und die blödeleien zwischendurch.
ich war noch nie ein MP- Fan, und das erinnert mich doch schon ziemlich oft an MP.
gillian hat sich ja mit voranschreitenden alters ja gott sei dank- wenn auch nicht ganz- von dieser Art von Humor, größten teils verabschiedet.
so erwarte ich mit Spannung und Vorfreude seinen neuen Film.

zero must be equal one hundred

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vanilla

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Bewertung3.0Schwach

"Brazil" - Nein, dass geht jetzt nicht um Fußball, oder die Demontage der brasilianischen Nationalmannschaft.
Es geht um einen Film, den ich schon so lange sehen wollte und es endlich geschafft habe.
Also entweder bin ich total humorlos, oder ich kann mit diesen hyperskurrilen Filmen einfach überhaupt nichts anfangen.
Gut es gibt hier und da mal eine witzige Szene und Hintergrundkritik an der Gesellschaft und und und, aber als Film hat er mich überhaupt nicht abgeholt.
Da kann auch der gute Robert De Niro nichts mehr retten.
Der nette Twist zum Schluß ist noch das Beste an der ganzen Sache, ansonsten muss ich das jetzt einfach lernen die Finger von solchen abgespaceten Filmen zu lassen.
Aber nach der Vorlage durch die Kritiker und den MP-Durchschnitt konnte ich diesmal nicht widerstehen.
Es tut mir leid, wenn ich diesen Durchschnitt jetzt etwas nach unten gezogen habe und die Liebhaber von "Brazil" enttäusche.

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vanilla

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Popel weiter;-))


BenAffenleck

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Bester Blogg hier, Hahahahahaaaaaaa!


Val Vega

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Alter!?

Wie krass war diese Scheisse denn? Da Tipp ich vor lauter Patriotismus und blinder Euphorie beim Tipspiel auf ein 5:0 für Derutschland. Und dann metzeln die einfach nach der Halbzeit noch weiter. Geilstes Fußballerlebniss ever.

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The Freewheelin Fonda

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Aber du bist in Deutschland geboren und so? :D
Sehr schön, bin ja ebenfalls Patriot und heute werden wir Weltmeister, nachdem ich die Hymne wieder am lautesten mitgesungen haben werde :D


Val Vega

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Ja. Bin gebürtiger Schwabe :D und die wird immer mitgesungen!


Altai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Dieser Film sieht wie ein LSD Trip aus, mit einem genialen Jonathan Pryce und Robert De Niro ist die Kirsche auf dem Bananeneis! Einfach nur ein Meisterwerk! Die Effekte hauen einen um, gerade weil der Film schon fast 30 Jahre alt ist, beeindruckt das umso mehr!

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JimiAntiloop

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Nicht Tagträumen Jungs und Mädels, es gibt Regeln im Universum und die Erde könnte der Strafplanet sein. Denkt ihr nicht auch?
Psychologische Reifung heißt die Maxime.

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craax

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Faschismus III : BRAZIL

Der Titelsamba „Brazil“ (eigtl. >Aquarela do Brasil < (aus dem Jahre, was für ein Zufall, 1939), in späteren BossaNova-Versionen a la Joao Gilberto,&des unvergleichlichen Antonio Carlos Jobim ( Musikempfehlung: >Stone Flower<, als rundeste Kompilation) erfüllt exakt die gleiche Funktion wie die Plakatwände, welche die burschikose unerschrockene, und doch so gänzlich vereinzelt machtlose Heldin an Bord ihres Mega-Trums langdonnert: sie bildet hier im Film einen mächtigen Kontrast zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Der sanfte wiegentlich beruhigende, ja träumerische wonnemelodiöse Mundklang im ewig freien REICH der Musik kontrastiert die komplett andersgeartete, ausgeräumte, urkomisch bösartige oder bösartig komische Wirklichkeit, die Terry Gilliam hier in einem so nicht gesehenen – nie wieder seitdem – Feuerwerk der Phantasie inszeniert,- nonstop, und ohne Atemholen: ist >Brazil< eine Achterbahnfahrt von Einfällen, Hinweisen, Querverweisen, Indizien, Details, Randnotizen, Zentralvisionen- und Objekten, und unvorstellbaren Vorstelligkeiten, bittersüßer Machart und Überwältigung durch pure Originali-Qualität wie der ausgeschwappte Sarg. Im Ernst : sind Sie je Zeuge geworden einer derart ausufernden, zutiefst innerst schmerzlichen, blutig verwandten, schreiend beherrschten und beschwörenden überbordenden Gedanken-Machts-Beschwörung? Wer wird beschworen? Wer beschwört? W a s wird beschworen? Warum wird beschworen? - mit welchem Effekt : E r f o l g wird beschworen? - ich halte dafür: mein Führer, ich kann (doch NICHT) gehen, wie ich möchte: kaum jemand tut soviel- tat hiermit soviel dafür, weitere gewohnte Katastrophen zu verhindern, wie unter wenigen die einzig oben beantwortbare Frage : Terry Gilliam (Geschmackssache: für andere mag es >Matrix< sein, oder Kubrick, oder: unfreiwillig- ?Zack Snyder? - war ein Scherz, und darum geht es: ob man trotzdem lacht, denn dies ist der einzige diesbezüglich letzte treffsichere scharfe Lindenblatt-Dolch wenn das Monster in Drachenblut badet). Also erreichte er dies durch eins: stockendes L a c h e n , das so rauschend, deutlich, unüberseh- &-hörbar ausfiel, das die Masken vom Gesicht verrutschten (wie jene des Samurais) und erkennbar wurde was uns alle (einzig) bedroht : unsere Gleichgültigkeit, Gesundschrumpf-Beterei, Duckmäusertum um der Bequemlichkeit willen, Nicht-Wahrnehmung (kommt einem diese Liste nicht bekannt vor?? kürzlich gesehen?) und falsche Duldsamkeit, soweit eben andere –nicht man selbst– leiden: rohe Gefühllosigkeit, mangelnde Empathie, Mitleidlosigkeit, Bequemlichkeit im Wegsehen. (Wozu Wegsehen generell monieren, wenn man das Bildschirm-Bild zum HINsehen hat, um umsogenauer WEGzusehen). Terry Gilliam tut das Einzig Mögliche: er zeigt, was nicht gezeigt werden darf, wie diejenigen tun, die die Anfangsszene von >Brazl< bestimmen: er sprengt Fern-Seher-Bild-Schirmer,- mitten in ihrem Kopf. Wenn die Botschaft dort nicht explodiert : tut sie es nirgendwo, und der Kreative bastelt zukünftig lieber wie Kal-El an seiner persönlichen Entkommens-Wohlstandsrakete, zu fernen lebenswerten Planetenvorstellungen (-?im weiter engelhaftlockigen Freiflug-beschwingten Kopf über den Wolken?-), statt am Richtig-Gerade-Rückengrat der Welt, die gerade zuschaut.

Diese volle Dröhnung gilliam'scher Metaphorik wurde n i e übertroffen, in der Wucht ihrer sowohl Mittel wie Anklage, auch das oft kameradlich herbeizitierte Geschwister-Zwilling gilliam'scher >„Dystopie“< (ach, wie handbequem ist doch rechtenaugenblicks eine paßliche Schublade) :auch >12 Monkeys< ist dagegen ein harmlos versaubeuteltes handzahmes Schoßhündchen. Beiden gemeinsam ist dagegen der fehlende Glaube an ein 'automatisch' herbeizitierbares Gutes Ende: dem Punkt, wo gilliam'scher 'Realismus' wohl am sch(m)erzhaftesten mit dem oft erwähnten einstudierten >Hollywood-Wohlfühl-Lügenbold< kollidiert, - obwohl 'Hollywood' ja mittlerweile daran arbeitet diese Letzte Bastion der Bluthirnschranke des Zuschauers zu stürmen,- die Bastion erodiert und demnäxt wohl auch in der Unterhaltungsbranche fällt: als Beleg nehme man die aktuell virulente BlockBuster-Version (in den Köpfen der zuschaugewöhnten Zuschauer) >Game of Thrones< : was da (aktuell) zusammenkracht, ist die Suggestiv-Hypnose, eines zwangsläufig nur als solches >von oben diktierten< allein zumutbaren „Happy Ends“ um nicht „zu verschrecken“: die Ident-Held-Unverletzlichkeitsschranke : der Zuschauer wird allmählich so schonungslos genau nah an die – virtuelle- Ersatzrealitätserfahrung herangeführt, das er sich an den Gedanken gewöhnen darf, den Einstein (längst nicht zuerst) in seiner Eigenschaft als Prophet dermaßen auszudrücken beliebte: >“ D i e M e n s c h h e i t w i r d d a s S c h i c k s a l h a b e n , d a s s i e v e r d i e n t “ < - kürzer und knappbündiger ist es nicht mehr zu formulieren. Die Langfassung liefert Terry Gilliam – 1982. Heute sieht es schon anders aus?

So witzig (ist es nicht) es ist: vielleicht tatsächlich, dadurch, das Terry Gilliam nicht allein für möglich, - sondern sogar wahrscheinlich erklärt, das die Sache bös ausgehen und enden wird,- sind die Weichen – man wird sehen - entscheidend gestellt, den Zuschauer aus seiner versicherten grundurvertraulichen eingelullten „Wird schon gutgehen“- Position zu wecken. Fanfaren verabscheut er; Knarrzgeräusche ebenso. Er möchte angenehm,- sanfter Melodei'n- aus traumsüß angeregten Alptraum-Schlummer-chen hinübergleiten in den morgenstrahlend, weichgetoasteten Prä-servativ seiner Arbeitsalltagsgeschäftigkeit- unter die gewohnte Knute von talent-legitimiertem Mr. Kurtzman, der wohl Begabtere braucht, seinen errungenen Vorsitz als Bürokraten-Hengstschimmel zu behaupten. Der wiehert solange, bis ein übersehenes GUThaben ihm das Bureau-Stuhlgenick - zerbricht. Gottseidank sind da noch diejenigen, von leichten Elektro-schocks behinderten, Träumer, die immer nur ihre in Ruhe-gelassene-Ecke wollen,- voller Degout, und mangelnder Identifikations-Ablehnung. Aber eines Tages: ist es genug mit Träumen, und die Person – mit etwas Locken zugestaltbar – muß r e a l in ihr Leben treten. Und dann kulminiert alles, ein ganzes Sündenregister summiert sich auf, bis zum – und das piesackt ernstlich – Ende. Terry Gilliam häuft ein ganz schönes Sündenregister auf. Wir hören es uns an, weil es so lieblich summtklingt wie Brazil. Dahinter weinen blutige Tränen. Wie, zum Schluß, Sam Lowry.. Mehr könnt ich, wär' bestimmt lustig, da momentan /nicht zu sagen, wie Lowrys stets nach Verjüngung sich verzerrende Mutter. Tu' ich aber nicht. Nur dies noch:

ich sah den Film, tatsächlich, 1983 oder '84, in einem Programm-Mitternachtskino (nicht allein, in liebster Begleitung.) Ich wurde hineingeschleift, weil ich zu dem Zeitpunkt von der Irrealität des Mediums >Film<, seinem Einlullen abgeschreckt war – und in wenigen kurzen Stunden weiter (hart) arbeiten, körperlich, musste. Mein Ärgernis verflog mit der Ersten Einstellung, und wich zunehmender Faszination. Selten je in meinem Leben habe ich so – auf solche Art – einen derartigen Film gesehen, der mich aussprach. Es gibt, bis heute, wenige davon. Wird es, vermute ich, immer geben (nur wenige). Und ich vermute: es wird immer einer von den wenigen bleiben. Jedenfalls für solche wie mich. Wird es je so kommen, wie im Film beschrieben: wird er verboten sein. Also genießen Sie, solange Sie können. Denn eines Tages: wird er vermutlich nicht 'verboten' - sondern einfach nicht mehr gezeigt weil : soviel anderes, vor-hergehalten, >zuerst< dem Auge entgegengenommen sein wird mangels Nachfrage – weil S i e es wünschen,während Sie den Asphalt hinunterdonnern, und es sonst gar zu trist ausschauen würde. Ist eine angenehme Wahrheit nicht viel eher angenehm?

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craax

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hab ihn ungefähr fünf+zwanzig? Jahre nicht gesehen (und höchstens ein Dutzend andere / kein Fernseher) + seit 5 Jahren 5xmal. Und er hat mich sofort ultimativ weggeblasen; jede Szene, sofort. Ab der Fliege; und dem Decken-Gulli - war ich gespannt. Und das Ende: whow! Das war mal NICHT : >Hllywd< - sondern echt. Heute noch dankbar.


Kamell

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Treffender Text, hilft den Film in seiner Wahrhaftigkeit nicht abzuwehren. Danke.


FriedlVonGrimm

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es gibt Filme, die sind wie Träume.
Es gibt Filme, die sind wie Alpträume.
Und dann gibt es "Brazil".

Ich habe "Brazil" vor Jahren auf Kabel 1 gesehen, so gegen 2 Uhr nachts. Ich empfand ihn als anstrengend und lang, aber nachdem er vorüber war, saß ich noch Minuten regungslos vor dem Fernseher. Einige Zeit später legte ich mir die DVD zu, habe sie aber seitdem nicht geschaut. Trotzdem zählte ich den Film zu meinen Lieblingen. Heute war dann der große Tag an dem ich ihn ein zweites Mal gesehen habe.

"Brazil" gehört zu den Filmen, die mich in eine Stimmung versetzen, in ein Gefühl, was dem Moment nahe kommt, wenn man gerade aufwacht, aber in Gedanken noch in einem Traum ist. Irgendwo gefangen zwischen dem Alltag und einer kreierten Fantasie. So fühle ich mich den ganzen Film lang. Die Gebäude, die Charaktere, alles ist keiner konkreten Zeit zuzuordnen. Alles wirkt übertrieben, surreal und doch irgendwie echt. Die Welt wirkt bedrohlich und zynisch. Ein farbenreicher und fantasievoller Film, doch eine bittere, düstere Realität wird erschaffen. Es ist ein böser Traum, der nicht endet. Als wäre man vor einem Fernseher gefesselt und müsste ohne Unterbrechung im 5-Sekunden-Takt durch die Kanale schalten und nur bei Werbung einhalten.

Es ist eine Konfrontation mit der Realität, mit der Zukunft, aber auch mit dem eigenen Geiste. Terry Gilliam erschafft eine Welt, die man sofort erfassen kann. Man weiß sofort, wie sich das Leben dort anfühlen muss. Und das schafft er ohne sich und sein Machwerk in irgendeiner Form erklären zu müssen, denn bei einer solchen Vermittlung einer Atmosphäre durch die Bilder ist das nicht nötig. So bin ich fasziniert, verschreckt, amüsiert, verstört- und das alles zur selben Zeit.

Ich bin gefesselt von dem Film, kann nicht wegschauen, obwohl es teilweise eine Tortur ist. Er hat etwas wunderschönes, doch er zeigt das Hässliche. Das was unbewusst abläuft. Das was in meinem Unterbewusstsein spukt. Wovor ich weglaufe.

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Grimalkin

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Yeah! :D
Terry Gilliams Meisterwerk!


FriedlVonGrimm

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Auch wenn ich Michael Palin liebe, mit Terry Gilliam würde ich lieber ein Tässchen Tee trinken und ihn ausfragen.


rvn16

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Bewertung9.0Herausragend

Ich finde es schade, dass heute die wenigsten dieses von Ex-Monty Python-Mitglied Terry Gilliam geschaffene Meisterwerk noch kennen. Ein absolutes Muss für jeden Film und Satire-Fan. "Brazil" handelt von einem Büroangestellten des Informationsministeriums (welches eher Informationen geheimhält als öffentlich macht) in irgendeiner Stadt in der Zukunft. Die Welt des Films ist bis auf das extremste bürokratisch & kafkaesk und der Zuschauer darf die nächsten 2 1/2 Stunden den Hauptdarsteller auf seinem Weg zum Wahnsinn begleiten - ohne dass jemals langweile oder eintönigkeit aufkommen würde. Besonders die (leider etwas kurzen) Auftritte von Robert DeNiro sind herrlich witzig. Leider wird der Film immer wie skuriler, was teilweise für etwas verwirrung sorgen kann, besonders in der letzten halben Stunde; wenigstens wird am Ende ersichtlich, wieso.
Der dystopische Geniestreich ist eine düstere Zukunftsvision in der Kafka und Georg Orwell auf Terry Gilliam treffen. Eine Kombination, die nur gut sein kann - und ist.

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lara.yas

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Meisterwerk!!!!

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Deekin

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Bewertung7.0Sehenswert

[Spoiler]
Als ich "Brazil" zum ersten Mal gesehen habe, habe ich ihn kaum ausgehalten. Terry Gilliam, so scheint mir, zeichnet sich in seinen Werken gerade durch einen sehr aufwändigen, visuellen Stil aus, sowie für Ideen, Skurriles und Verrücktheiten, die locker für 5 Filme reichen würden. Mein Problem mit diesem Regisseur ist wohl, dass es für mich schlicht zuviel des Guten ist. Und leider schlägt sich dies auch in "Brazil" nieder. Bei der ersten Sichtung war dieser Film aufgrund seiner sehr aufdringlichen und dadurch anstrengenden Bildsprache einfach nur schwer, bis zum Ende durchzuhalten. Ich erkannte zwar eine Menge Ideen in dem Film, bekam jedoch gleichzeitig Kopfschmerzen. Und ich hätte beinahe den Schritt getätigt, diesen Film eine 4,0 oder so zu geben und ihn in die Ecke mit anderen visuellen Überreizungen wie "Natural Born Killers", "Domino", "Izo" oder einem von Green Grass' "Bourne"-Filmen zu stellen, hätte ich dadurch nicht eine bestimmte Person sehr traurig gemacht.
Also beschloss ich, dem Film noch einmal eine Chance zu geben. Und was soll ich sagen, der Film hat definitiv für mich gewonnen.
Gleichwohl ich nun erkenne, dass "Brazil" in sich ein intelligenter und fantasievoller Film ist, muss ich jedoch zugleich sagen, dass seine Machart mir nicht wirklich zuspricht. Einige Szenen, vor allem in der ersten Hälfte, sind brilliant; jedoch gibt es im zweiten Teil, wo sich die Liebesgeschichte zwischen Sam (Jonathan Pryce) und Jill (Kim Greist) entfaltet, so einige Passagen, in denen er mich verliert, was letztendlich auch das Ende ein wenig runterreißt.
Die zentrale Idee eines superbürokratischen Zukunftsstaates ist hierbei interessant umgesetzt. "Brazil" begnügt sich nicht damit, die in dieser riesigen Maschinerie lebenden Menschen wie kleine Zahnrädchen darzustellen; stattdessen reagieren viele der Nebencharaktere auf mitunter sehr interessante Art und Weisen auf dieses System. Einige etwa setzen sich über dessen Regeln und Ordnungen schlicht hinweg, so etwa Sams Mutter (Katherine Helmond), welche aus einem Jux heraus dazu fähig wäre, ihrem Chirurgen aus persönlicher Sympathie eine Beförderung zu erteilen, oder die beiden 'offiziellen' Reperatur-Leute, die es glatt versuchen, Sams Wohnung zu warten, ohne alle benötigten Formulare ausgefüllt und gestempelt mitzubringen. Zudem bemühen sich die Leute desweiteren, irgendwie Farbe in ihr Leben zu bringen: Die Sekretärin, die sich scheinbar "Snuff"-Hörspiele über ihre Kopfhörer reinzeiht, erneut die Mutter, die sich im Schönheitswahn befindet, oder Mr. Helpmann (Peter Vaughan), der sich den Geist von Sams Vater, einem verstorbenen Freund von ihm, in die kalten Rohre und Maschinerien hineinimaginiert. Dies alles ergibt im Zusammenhang ein Bild von den Menschen in diesem Staat, wie sie unglücklich, gestresst oder einsam sind. Und dies geschieht hingegen nicht in Form melancholischer Bilder, sondern wird dem Zuschauer über eine schillernde visuelle Oberfläche vermittelt.
Die besten Szenen bilden für mich jene, in denen einerseits Sam mit Mr. Kurtzmann (Ian Holm) seine Gespräche führt und andererseits jene, in denen Harry Tuttle (Robert de Niro) auftaucht. Mr.Kurtzmann repräsentiert wie kaum jemand anderer im Film die Ängstlichkeit und Nervosität bezüglich der kleinsten Probleme, die in dieser Welt ungeheure Ausmaße annehmen. Und Tuttle ist schlichtweg ein großartiger Charakter, welcher die bizarre Note des Films wunderbar unterstreicht. Die Gespräche mit beiden sprühen geradezu vor jeder Menge Humor und Cleverness und gehören zu den sehr wenigen Szenen, in denen ich lachen oder schmunzeln musste.
Eines der Probleme von "Brazil", die ich beim ersten Mal hatte, war, dass mich Sam als Protagonist völlig kalt gelassen hat. Ich kam nicht darüber hinweg, dass man Zuschauer einerseits mit ihm sympathisieren soll, und er sich andererseits mitunter hampelmannmäßig oder wie eine Figur aus einem Monthy Python-Sketch verhällt. Beim zweiten Mal ansehen hat sich dies jedoch geändert und ich begann, Sams schüchterne Art und seinen Tick, jedem Menschen hilfsbereit und zuvorkommend zu behandeln, sehr sympathisch. Seine Suche nach persönlichem Glück (in Form einer 'Traum'-Frau), seine Verwirrtheit und sein unglückliches Hineinrennen in prekäre Situationen sorgen dafür, dass ich der Geschichte diesmal zu folgen bereit war, auch wenn sie sich nicht gerade durch ein klar definiertes Ziel auszeichnet (wodurch das Gefühl entsteht, dass sich die Handlung des Films mitunter etwas beliebig entwickelt).
Als großen Schwachpunkt des Films sehe ich jedoch die Liebesgeschichte an, welche für meinen Tick etwas substanzarm und zu abgefahren daherkommt. Nicht nur, dass Sam Jill gegenüber wie ein Stalker und Psychopath erscheinen muss; die Kennenlernphase mündet zudem relativ schnell in eine Verfolgungsjagd und eine Spekulation darüber, ob ein Päckchen eine Bombe enthält oder nicht. Gegeben der Tatsache, dass die Entstehung der eigentlichen Liebelei so schon völlig abgedreht daherkommt, hat der Film mich spätestens bei den Action-Elementen verloren und ich konnte mich unmöglich in diese Beziehung, die bis zum Ende des Films bedeutsam ist, hineinfühlen. Dass Jill dann praktisch off-screen ihr Leben verliert, führt mich zudem zu der Frage, wie wichtig Gilliam diesen Charkter eigentlich nahm.
Und auch wenn ich bei diesem Mal offener war, so hatte die sehr aufdringliche, visuelle Sprache des Films noch immer einen ermattenden Effekt auf mich. Wenn seltsames Zeug praktisch alle zwei Minuten passiert und verrückte Bilder (Ein Hund mit einem Pflaster auf dem Arsch; seltsame hin- und herrotierende Augenroboter) am laufenden Band serviert werden, dann ermüdet mich das Werk mit zunehmenden Verlauf und es fällt mir umso schwieriger, ein Gefühl für ihn zu finden. Es gelang mir, hin und wieder Anteilnahme am Geschehen aufzubringen, doch emotional mitgerissen war ich eher selten.
"Brazil" ist sicherlich in intelligent geschriebener Film; jedoch, das muss ich nun feststellen, ist es nicht gerade 'mein' Film. Es gibt wirklich starke Szenen hier und da und wirkliche Längen besitzt er angesichts der Laufzeit nie, jedoch scheint mein Verständnis von Sehgenuss nicht gerade mit den Werken von Terry Gilliam kompatibel zu sein.

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TheDrPepperPower

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Schön, dass du dich nochmal an den Film gesetzt hast :-)

Ich habe in BRAZIL nie eine richtige Liebesgeschichte gesehen. Es geht im Grunde nur um Sam. Wer Jill ist und wie Sam ihr erscheinen würde ist nicht sonderlich wichtig, sondern es zählt nur das, was sie für Sam bedeutet. Sie steht für Freiheit und individuelle Verwirklichung seiner Persönlichkeit. Daher auch die häufigen Traumsequenzen in denen sie als magische Prinzessin auftaucht.

Ich weiß, dass gerade ich sonst der Typ bin, der sich generell an unglaubwürdigen Charakteren oder inkonsistenten Plotstrukturen stört, aber BRAZIL muss man einfach anders gucken als einen "normalen" Film. Er erzählt keine Geschichte, in der man davon ausgehen sollte, dass diese auch so oder so ähnlich in einer fernen Zukunft passieren könnte. Der ganze Film ist eher wie ein Gedicht oder eine Metaphernsammlung. Man muss sich eher vom Film treiben lassen und die in den absurden und grotesken Bilder verarbeiteten Botschaften so verinnerlichen. Sowas klappt bei mir wie du ja weißt auch eher selten, aber bei BRAZIL funktioniert es (seit der Zweitsichtung) vollkommen, was den Film eben zu einem meiner absoluten Favoriten macht.


Deekin

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Ich kann dem aber nur bedingt zustimmen: Ersteinmal ja, der Film porträtiert diese Beziehungskiste vor allem aus der Perspektive von Sam und seinen wilden Träumereien. Seine Phantasie und ihre Erfüllung stehen hier deutlich im Vordergrund; jedoch handelt es sich bei ihr nach wie vor um einen Charakter. Und während ich die anderen Nebencharaktere im Film durchaus nachvollziehen konnte - ihr Verhalten war letztendlich eine übertriebene Darstellung von real denkbarem Verhalten (die Mutter, die nie zuhört; der Chef, der sich wegen eines nicht zustellbaren Checks gleich erhängen möchte etc.) - so fliegt das ganze im Falle von Jill fast völlig aus dem Fenster. Dass sie sich trotz aller Obsession und Destruktivität, die Sam zur Schau stellt, trotzdem so leicht in seine Fantasie eingliedert, lässt mich fast schon vermuten, dass er auch diese Part eher träumt anstatt 'real' zu erleben. Aber ja, in bezug auf seine Träumereien erscheint zumindest konsequent, sodass du dich gerne davon treiben lassen kannst.
Apropros: Einen Film nicht wie einen "normalen" Film auf sich wirken lassen? Sich von den Geschehnissen treiben lassen? Das ganze als Gedicht oder Metaphernsammlung betrachten? Ich weiß, wir hatten das schon durch, aber: Kann es sein, dass "Brazil" für dich der perfekte David Lynch-Film ist? xD


NotTooOldForThisShit

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Bewertung7.0Sehenswert

Guter Film und besonders das umstrittene Ende des Director's Cut hat mir sehr gefallen. Irgendetwas hat mit aber dennoch gefehlt... Der Film ist an manchen Stellen zu schnell und an manchen zu langsam. Die Verbindung zum Protagonisten wird hektisch aufzubauen versucht und bleibt dann ab einer gewissen Distanz stetig. Außerdem bedient sich Gilliam an vielen bunten Farben in einer gewissen Leere. Da haben mir das durchgehend Kühle und Graue in 12 Monkeys und das futuristisch Monotone in THX 1138 ein wenig besser gefallen.

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RoboMaus

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Bewertung5.0Geht so

Kurz nachdem der Dystopie-Klassiker '1984' quasi zum Jahrestag (neuverfilmt) in die Kinos kam, meinten die Briten wohl eine mit Komik und Surrealismus aufgelockerte Version des Stoffes von George Orwell nachschieben zu müssen. Leider zündet diese Art von blassem Humor bei mir überhaupt nicht, aber die 'kafkaesken' Darstellungen sind einigermassen interessant. Die Story ist im Prinzip die von '1984', nur mit veränderten Inhalten erzählt, bietet also wenig Neues oder Originelles. Wer Interesse hat und keinen dieser Filme kennt, sollte sich zuerst '1984' anschauen.

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RoboMaus

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Dachte mir schon als ich es eintippte, dass jemand das aufgreift, habe es aber trotzdem so stehen lassen. Man kann die gleiche Story auf verscheidene Weise erzählen, wodurch notwendigerweise die peripheren Inhalte verändert werden. Die Story bleibt im Kern trotzdem dieselbe - genau das ist hier der Fall. Habe das etwas klarer bei 'Fahrenheit 451' ausgedrückt :)


dbeutner

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Politisch-historisch muss man da schon etwas differenzieren. 1984 war ja unmittelbar antikommunistisch. Dass die vermeintlich "freie Welt" auch zum Überwachungsstaat mutiert, war (gerade 1984) nicht unbedingt vorhersehbar. Was Gilliam da konkret an amerikanischer Zukunftsvision abgeliefert hat, ist heute noch (und insbesondere!) immer wieder erstaunlich. Alleine die Plakate und ihre Messages zum Terrorismus-Wahn - mein Lieblingsteil: "Don't suspect a friend. Report him!" Und davon gibt es ja noch einige andere schicke. Und dann gibt es heute die Realität dazu im Kontrast, zB https://www.flickr.com/photos/binaryape/3393630828


filmverliebt

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herrlich abgedrehter Mix aus skurriler Dystopie, intelligentem Kammerspiel und bitterböser Komödie. Großartige Kulissen und eine Geschichte, die wohl ihres Gleichen sucht.

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cronic

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Bewertung3.0Schwach

Brazil

Ich habe mich ja vom Cover/Titel ein bisschen irreführen lassen, ich dachte hier gibt es leicht bekleidete brasilianische Frauen zu sehen.
Das Bild haben sie für '85 wirklich gut hinbekommen, der Ton ist scheisse.
Ich tue mich meistens schwer mit so alten Filmen, er mag vllt zu seinem damaligen Zeitpunkt innovativ gewesen sein aber ich konnte damit nichts anfangen. Der Film ist so scheiße komisch, ich weis gar nicht was ich schreiben soll, ich habe nach einer Stunde ausgemacht

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jp@movies

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Userwichtelaktion 2013!!!

Dieser Kommentar ist ein Geschenk an onyxx11, im Rahmen der Userwichtelkommentaraktion 2013. Bei der Auswahl sind einige tolle Filme auf der Strecke geblieben, die sind aber kurz zusammengefasst in dieser Liste nachlesbar: http://www.moviepilot.de/liste/wichtelliste-jp-movies

Mein Dank gilt weiterhin Andy Dufresne / razzo / dareiDi, unseren drei Adventsweisen aus dem Abendland, die uns unfallfrei bis zu den Feiertagen geführt haben. Zur Nachlese hier entlang:

http://www.moviepilot.de/liste/user-kommentare-wichtel-aktion-2013-interessierte-hier-melden-d-andy-dufresne

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Immer noch 20:49 Uhr. Irgendwo im 21. Jahrhundert. Jetzt.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt - im Erinnerungskino, gerade stark genug, um diesen Film auf der Leinwand sichtbar zu machen. Habt keine Angst, ich kenne ihn in- und auswendig (Who can you trust). Auch wenn ich die Augen schließe sehe ich ihn zuweilen vor mir. Mache ich sie wieder auf, stecke ich immer noch mitten in ihm drin. Zeitlos ist er, gerade wieder aktueller denn je (The truth shall make you free). Ihr braucht gar nicht so zu tun, als könntet ihr euch vor diesem Film irgendwo verstecken - ob ihr es wollt oder nicht, wir leben längst alle in ihm. Also könnt ihr euch auch mit ihm beschäftigen, gerade dann, wenn ihr nicht auffallen wollt, einfach in Ruhe euer Leben in einer Nische zubringen wollt, vielleicht in einem verbeamteten Verwaltungsjob in einer Behörde, und zum Ausgleich abends schreiben, wie einst Kafka oder Pessoa... vergesst es, die Zeiten sind vorbei.

Das Informationsministerium liest alles mit, noch während wir es schreiben (Information - the key to prosperity). Dann können wir uns immer noch in unsere Träume flüchten, nicht wahr? Ja, das denkt sich auch Sam in BRAZIL, bis die Frau seiner Träume auf einmal von oben auf ihn herab blickt. Was dann? Lässt man sie gehen, oder geht man ihr nach? Dieser Mann rennt, gleichzeitig jemandem hinterher, und vor etwas weg.

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“Salz?” - “Nicht jetzt...” / ZAPP!!

Oh, es sieht so aus, als hätte mein Kommentar eine kleine Komplikation, aber keine Sorge, das verliest sich mit der Zeit.
(Trust in haste - regret at leisure)
Unser Held? Nein, ein Held ist er in seinen Träumen, im Alltag ist er eine graue Maus, eine schlaue, graue Maus, die in Ruhe gelassen werden will, von seiner Mutter, von der Karriereleiter, von allem. Er läuft nun endlich, jetzt, da er die Frau gesehen hat. Jill - klingt nicht umsonst wie “chill” - sieht in ihm nur die graue Maus. Also setzt er sich in Bewegung (ein Satz wie ihn Hanns Dieter “geh ma sitzen” Hüsch geliebt hätte) und so lange er in Bewegung ist, fühlt er sich lebendig, das fühlt sich gut an, und eine Bewegung ist alles, was uns bleibt. Bewegung oder still gestanden. Bestechen wir die Beamtenärsche mit einer Entscheidungshilfe? Oder schicken wir ihnen eine Bombe mit der Rohrpost?

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(Mind that parcel - eagle eyes can safe a life) / ZAPP!!!!
“You’ve got to say the number!” / ZAPP!!!!!
Äh, 27B-7? 9-11? 6! 5-4-3-2-

Ah, die Komplikation meines Kommentars hatte eine Komplikation, kein Grund zur Beunruhigung.
Der Film hat kein Ende. Er hört schon auf, aber von da an hört man ihn weiter, seine Stimme spricht einen von da an weiter an. (Happiness - We’re all in it together) Moment, war da nicht eben ein Hund mit zugeklebtem Arschloch? Und war das nicht eben die Treppenszene aus PANZERKREUZER POTEMKIN? Ach, so verspielt konnte Terry Gilliam mal sein (Don’t suspect a friend - report him), und in BRAZIL war er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Wo ein Fahrstuhl abbremst und wendet, die Welt Kopf steht - jedenfalls in der Hutmode - Schönheitswahn, Karriere, Faschismus, Säulen, die aus dem Boden schießen, was visuell noch beunruhigender ist, als einstürzende Hochhäuser, viele kleine Rädchen im System, Werbung, die Sekretärin, die lächelnd mitstenografiert, was sie auf den Kopfhörern hört, und die tolle Filmmusik von Michael Kamen, Werbung, Werbung, Steampunk vom Feinsten an allen Ecken, und als Sahnehäubchen Michael Palin, der seine eigenen Zwillinge nicht auseinanderhalten kann. Was, Drillinge? Wie die Zeit vergeht... Robert De Niro hat den wunderbarsten Gastauftritt, den man sich nur denken kann, Bob Hoskins trägt Schirmmmmütze, wie ich sie seitdem suche, und Jonathan Pryce spielt die Rolle seines Lebens. So viel komödiantisch-romantisches Potential, und danach durfte er fast nur noch Bösewichter verkörpern. Was für eine Verschwendung! Für diese Rolle hat er auf ewig einen Ehrenplatz in meinem Herzen. Stellt mir die Kosten für mein Verhör in Rechnung, das ist nur fair, ein bisschen pedantisch sollte man schon sein, wenn man mit so viel Papierkram zu tun hat.

“Das ist die Quittung für ihren Mann, und das ist meine Quittung für ihre Quittung.”

BRAZIL ist und bleibt wohl die größte Filmprägung, die ich je erlebt habe. Zur rechten Zeit, im richtigen Alter gesehen, und nie davon los gekommen. Ein Meisterwerk, durch und durch. Ebenso seine Entstehungsgeschichte ist nicht ganz ohne, die Kontroverse um die Schnittfassung (noch heute wird gerne die geschnittene Fassung gezeigt) und die Veröffentlichung. Wer davon nichts mitbekommen hat oder mehr wissen will, bitte hier entlang: http://www.youtube.com/watch?v=VBFqVMSDsdY&list=PLA4E9FDD94CC8E1A3

Für mich die Mutter aller Filme, und damit endet mein Vortrag, ich habe sowieso Verspätung. Das Geschenk wurde geöffnet, aber trotzdem: Frohe Weihnachten! Ich muss los, die Waisenkinder warten.

“It’s reply-paid.” - “Is it? Oh... (singing) Mooother - I’m sorry but I’m unable to come to your paarty...“

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jp@movies

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Und das Sounddesign! Habe ich schon das Sounddesign erwähnt? Allein hier in der vollautomatisierten Wohnung fühlt man sich wie in MON ONCLE von Tati: http://www.youtube.com/watch?v=yKAc6yJI_fw (nach ca. 1 Minute) Das Geräusch, wenn der Toaster die Toasts auswirft, ist wohl mein Lieblingsgeräusch aller Zeiten :)


craax

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seeeehr schön. Ich wünschte, ich hätte das machen können !)


Detherion

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Bewertung7.0Sehenswert

Ziemlich abgefahren und hundsgemein.

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replicant-10

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Bewertung7.5Sehenswert

Brazil ist eine ziemlich durchgeknallte, bizarre und bitterböse
Kult-Sci-Fi-Endzeit-Satire von Terry Gilliam ( Twelve Monkeys ).
Genial und Kultig !!!
Das dieser derbe Film jetzt in der ungeschnittenen Fassung auf Dvd
eine Fsk-12-Freigabe hat, wundert mich sehr.

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sachsenkrieger

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Bewertung9.5Herausragend

Brazil ist ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das man gesehen haben muss! ENDE!

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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