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Brazil

Brazil (1985), GB Laufzeit 130 Minuten, FSK 18, Science Fiction-Film, Komödie, Fantasyfilm, Kinostart 26.04.1985


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8.1
Kritiker
54 Bewertungen
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7.5
Community
7138 Bewertungen
120 Kommentare
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von Terry Gilliam, mit Robert De Niro und Jonathan Pryce

Nach Ex-Monty-Python-Mitglied Terry Gilliams Vorstellung ist die Welt von morgen ein dystopischer, zynischer bürokratischer Staatsapparat: Willkommen in Brazil!

Sam Lowry (Jonathan Pryce) ist ein Tagträumer und nur ein kleines Zahnrad im Getriebe des kafkaesken Verwaltungsapparats in Terry Gilliams Kultfilm Brazil. Allein der wiederkehrende Traum von einer schönen blonden Frau, die von ihm gerettet wird, entführt Sam regelmäßig aus seinem monotonen Alltag. Eines Tages aber ändert sich alles: Beim Kopieren eines Dokuments verfängt sich eine Fliege in Sams Kopierer und verursacht einen Druckfehler mit tragischen Folgen. Der unschuldige Archibald Buttle wird fälschlicherweise des Terrorismus verdächtigt und kommt bei seiner Befragung ums Leben. Der tragische Held von Brazil besucht daraufhin die Witwe Buttles, wo er eine unwirkliche Begegnung hat: die Frau seiner Träume steht plötzlich leibhaftig vor ihm. Sie taucht jedoch kurz darauf unter, da sie ebenfalls im Visier des Überwachungsstaates steht. Sam riskiert nun alles um ihr zu helfen und lehnt sich zum ersten Mal gegen den in Brazil alles beherrschenden Bürokratenapparat auf.

Hintergrund & Infos zu Brazil
Mit Brazil begann Terry Giliam, Mitbegründer der legendären britischen Komikergruppe Monty Python, seine Karriere als eigenständiger Filmemacher. Brazil erhielt u.a. eine Oscar-Nominierung für das Beste Drehbuch (Terry Giliam, Tom Stoppard und Charles McKeown) und hat heute Kultfilmstatus. Die Einflüsse aus Giliams Zeit mit Monty Python sind im zitatenreichen Brazil unverkennbar, ebenso deutlich sind die Bezüge zu George Orwells Roman 1984, sowie die eigenwilligen Romanwelten Franz Kafkas. Die zentrale und brennende Frage Brazils ist, ob und wie man einem totalitären und wahnsinnigen System entkommen kann. Die Antwort, die Brazil am Ende parat hält, lässt nur wenig Hoffnung.™

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (3) — Film: Brazil

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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7.5Sehenswert

Eine Gesellschaft am Abgrund. Wo Menschen nur noch zierliche Zahnrädchen in einem bürokratischen Staatsapparat sind und einzig die ausufernden Tagträume unseres Protagonisten Sam Lowry noch einen Ausweg aus dem überladenen Alltag gewähren. Das Ministerium für Information strebt die vollständige Kontrolle an, jede Marginalie wird penibel analysiert, einst unkomplizierte Handgriffe verlangen nun nach einer hochkomplexen Praktik und eine winzige Fliege kann für einen kleinen Angestellten den Tod bedeuten. Willkommen in Brazil. Willkommen in der Welt von Terry Gilliam. Monty Python und Franz Kafka gehen Hand in Hand, dystopischer Zynismus, visueller Irrsinn, illusionäre Groteske und visionäre Tragik verschmelzen. Unter seiner kritischen (Sozial-)Schale und der optischen Anarchie, die gelegentlich über das Ziel hinaus schießt und die Augen des Zuschauers kurzweilig dazu veranlassen aus den Höhlen zu kullern, hält „Brazil“ ein rauschartiges Charakter-Drama bereit. Lowry, der Sklave der Administration, ein Niemand im hierarchischen System, gefangen in den Ketten der Exekutive, lehnt sich auf, versucht zu fliehen, will die Wolkendecke mit seiner Liebsten nicht nur in seinen Imaginationen durchschlagen, die Flügel nicht nur in der Phantasie in Richtung Ewigkeit spannen. Doch die kontemporäre Idiotie ergreift jeden, Wachträume bleiben der letzte farbenfrohe Besitz in einer abgestumpften Zeit. Endstation Wahnsinn. Sind wir nicht schon alle Opfer von Brazil?

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Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

Kafka auf Ecstasy. So oder so ähnlich lässt sich „Brazil“ beschreiben, der konsequent den Weg weiter geht, den Filme wie „Metropolis“ oder „Der Prozeß“ einschlugen. Monty Python-Mitgründer Terry Gilliam, später durch „12 Monkeys“ und „Fear and Loathing in Las Vegas“ zum Kultregisseur geworden, zeigt schon in diesem frühen Soloprojekt sein ganzes Potential. Mit Scharfsinn und immenser Kreativität zeichnete er eine surreale Anti-Utopie, die die fragwürdigsten Ansätze unserer Gesellschaft gnadenlos zu Ende denkt. [...]

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Flibbo

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Nach meiner Recherche hab ich beschlossen, das Wort "Dystopie" extra nicht zu verwenden, weil ich nicht so tun wollte, als wäre das Wort tatsächlich in meinem Wortschatz. ;-)


britz-sebastian

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Ach der Herr Stroh!
Danke für den Tip mit Moviepilot!
Find ich sehr gut.


Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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10.0Lieblingsfilm

Bureaucrazy! Ein düsteres zynisches Meisterwerk, das sein Publikum immer noch polarisiert!

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Kommentare (117) — Film: Brazil


Sortierung

rvn16

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Bewertung9.0Herausragend

Ich finde es schade, dass heute die wenigsten dieses von Ex-Monty Python-Mitglied Terry Gilliam geschaffene Meisterwerk noch kennen. Ein absolutes Muss für jeden Film und Satire-Fan. "Brazil" handelt von einem Büroangestellten des Informationsministeriums (welches eher Informationen geheimhält als öffentlich macht) in irgendeiner Stadt in der Zukunft. Die Welt des Films ist bis auf das extremste bürokratisch & kafkaesk und der Zuschauer darf die nächsten 2 1/2 Stunden den Hauptdarsteller auf seinem Weg zum Wahnsinn begleiten - ohne dass jemals langweile oder eintönigkeit aufkommen würde. Besonders die (leider etwas kurzen) Auftritte von Robert DeNiro sind herrlich witzig. Leider wird der Film immer wie skuriler, was teilweise für etwas verwirrung sorgen kann, besonders in der letzten halben Stunde; wenigstens wird am Ende ersichtlich, wieso.
Der dystopische Geniestreich ist eine düstere Zukunftsvision in der Kafka und Georg Orwell auf Terry Gilliam treffen. Eine Kombination, die nur gut sein kann - und ist.

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lara.yas

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Meisterwerk!!!!

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Deekin

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Bewertung7.0Sehenswert

[Spoiler]
Als ich "Brazil" zum ersten Mal gesehen habe, habe ich ihn kaum ausgehalten. Terry Gilliam, so scheint mir, zeichnet sich in seinen Werken gerade durch einen sehr aufwändigen, visuellen Stil aus, sowie für Ideen, Skurriles und Verrücktheiten, die locker für 5 Filme reichen würden. Mein Problem mit diesem Regisseur ist wohl, dass es für mich schlicht zuviel des Guten ist. Und leider schlägt sich dies auch in "Brazil" nieder. Bei der ersten Sichtung war dieser Film aufgrund seiner sehr aufdringlichen und dadurch anstrengenden Bildsprache einfach nur schwer, bis zum Ende durchzuhalten. Ich erkannte zwar eine Menge Ideen in dem Film, bekam jedoch gleichzeitig Kopfschmerzen. Und ich hätte beinahe den Schritt getätigt, diesen Film eine 4,0 oder so zu geben und ihn in die Ecke mit anderen visuellen Überreizungen wie "Natural Born Killers", "Domino", "Izo" oder einem von Green Grass' "Bourne"-Filmen zu stellen, hätte ich dadurch nicht eine bestimmte Person sehr traurig gemacht.
Also beschloss ich, dem Film noch einmal eine Chance zu geben. Und was soll ich sagen, der Film hat definitiv für mich gewonnen.
Gleichwohl ich nun erkenne, dass "Brazil" in sich ein intelligenter und fantasievoller Film ist, muss ich jedoch zugleich sagen, dass seine Machart mir nicht wirklich zuspricht. Einige Szenen, vor allem in der ersten Hälfte, sind brilliant; jedoch gibt es im zweiten Teil, wo sich die Liebesgeschichte zwischen Sam (Jonathan Pryce) und Jill (Kim Greist) entfaltet, so einige Passagen, in denen er mich verliert, was letztendlich auch das Ende ein wenig runterreißt.
Die zentrale Idee eines superbürokratischen Zukunftsstaates ist hierbei interessant umgesetzt. "Brazil" begnügt sich nicht damit, die in dieser riesigen Maschinerie lebenden Menschen wie kleine Zahnrädchen darzustellen; stattdessen reagieren viele der Nebencharaktere auf mitunter sehr interessante Art und Weisen auf dieses System. Einige etwa setzen sich über dessen Regeln und Ordnungen schlicht hinweg, so etwa Sams Mutter (Katherine Helmond), welche aus einem Jux heraus dazu fähig wäre, ihrem Chirurgen aus persönlicher Sympathie eine Beförderung zu erteilen, oder die beiden 'offiziellen' Reperatur-Leute, die es glatt versuchen, Sams Wohnung zu warten, ohne alle benötigten Formulare ausgefüllt und gestempelt mitzubringen. Zudem bemühen sich die Leute desweiteren, irgendwie Farbe in ihr Leben zu bringen: Die Sekretärin, die sich scheinbar "Snuff"-Hörspiele über ihre Kopfhörer reinzeiht, erneut die Mutter, die sich im Schönheitswahn befindet, oder Mr. Helpmann (Peter Vaughan), der sich den Geist von Sams Vater, einem verstorbenen Freund von ihm, in die kalten Rohre und Maschinerien hineinimaginiert. Dies alles ergibt im Zusammenhang ein Bild von den Menschen in diesem Staat, wie sie unglücklich, gestresst oder einsam sind. Und dies geschieht hingegen nicht in Form melancholischer Bilder, sondern wird dem Zuschauer über eine schillernde visuelle Oberfläche vermittelt.
Die besten Szenen bilden für mich jene, in denen einerseits Sam mit Mr. Kurtzmann (Ian Holm) seine Gespräche führt und andererseits jene, in denen Harry Tuttle (Robert de Niro) auftaucht. Mr.Kurtzmann repräsentiert wie kaum jemand anderer im Film die Ängstlichkeit und Nervosität bezüglich der kleinsten Probleme, die in dieser Welt ungeheure Ausmaße annehmen. Und Tuttle ist schlichtweg ein großartiger Charakter, welcher die bizarre Note des Films wunderbar unterstreicht. Die Gespräche mit beiden sprühen geradezu vor jeder Menge Humor und Cleverness und gehören zu den sehr wenigen Szenen, in denen ich lachen oder schmunzeln musste.
Eines der Probleme von "Brazil", die ich beim ersten Mal hatte, war, dass mich Sam als Protagonist völlig kalt gelassen hat. Ich kam nicht darüber hinweg, dass man Zuschauer einerseits mit ihm sympathisieren soll, und er sich andererseits mitunter hampelmannmäßig oder wie eine Figur aus einem Monthy Python-Sketch verhällt. Beim zweiten Mal ansehen hat sich dies jedoch geändert und ich begann, Sams schüchterne Art und seinen Tick, jedem Menschen hilfsbereit und zuvorkommend zu behandeln, sehr sympathisch. Seine Suche nach persönlichem Glück (in Form einer 'Traum'-Frau), seine Verwirrtheit und sein unglückliches Hineinrennen in prekäre Situationen sorgen dafür, dass ich der Geschichte diesmal zu folgen bereit war, auch wenn sie sich nicht gerade durch ein klar definiertes Ziel auszeichnet (wodurch das Gefühl entsteht, dass sich die Handlung des Films mitunter etwas beliebig entwickelt).
Als großen Schwachpunkt des Films sehe ich jedoch die Liebesgeschichte an, welche für meinen Tick etwas substanzarm und zu abgefahren daherkommt. Nicht nur, dass Sam Jill gegenüber wie ein Stalker und Psychopath erscheinen muss; die Kennenlernphase mündet zudem relativ schnell in eine Verfolgungsjagd und eine Spekulation darüber, ob ein Päckchen eine Bombe enthält oder nicht. Gegeben der Tatsache, dass die Entstehung der eigentlichen Liebelei so schon völlig abgedreht daherkommt, hat der Film mich spätestens bei den Action-Elementen verloren und ich konnte mich unmöglich in diese Beziehung, die bis zum Ende des Films bedeutsam ist, hineinfühlen. Dass Jill dann praktisch off-screen ihr Leben verliert, führt mich zudem zu der Frage, wie wichtig Gilliam diesen Charkter eigentlich nahm.
Und auch wenn ich bei diesem Mal offener war, so hatte die sehr aufdringliche, visuelle Sprache des Films noch immer einen ermattenden Effekt auf mich. Wenn seltsames Zeug praktisch alle zwei Minuten passiert und verrückte Bilder (Ein Hund mit einem Pflaster auf dem Arsch; seltsame hin- und herrotierende Augenroboter) am laufenden Band serviert werden, dann ermüdet mich das Werk mit zunehmenden Verlauf und es fällt mir umso schwieriger, ein Gefühl für ihn zu finden. Es gelang mir, hin und wieder Anteilnahme am Geschehen aufzubringen, doch emotional mitgerissen war ich eher selten.
"Brazil" ist sicherlich in intelligent geschriebener Film; jedoch, das muss ich nun feststellen, ist es nicht gerade 'mein' Film. Es gibt wirklich starke Szenen hier und da und wirkliche Längen besitzt er angesichts der Laufzeit nie, jedoch scheint mein Verständnis von Sehgenuss nicht gerade mit den Werken von Terry Gilliam kompatibel zu sein.

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TheDrPepperPower

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Schön, dass du dich nochmal an den Film gesetzt hast :-)

Ich habe in BRAZIL nie eine richtige Liebesgeschichte gesehen. Es geht im Grunde nur um Sam. Wer Jill ist und wie Sam ihr erscheinen würde ist nicht sonderlich wichtig, sondern es zählt nur das, was sie für Sam bedeutet. Sie steht für Freiheit und individuelle Verwirklichung seiner Persönlichkeit. Daher auch die häufigen Traumsequenzen in denen sie als magische Prinzessin auftaucht.

Ich weiß, dass gerade ich sonst der Typ bin, der sich generell an unglaubwürdigen Charakteren oder inkonsistenten Plotstrukturen stört, aber BRAZIL muss man einfach anders gucken als einen "normalen" Film. Er erzählt keine Geschichte, in der man davon ausgehen sollte, dass diese auch so oder so ähnlich in einer fernen Zukunft passieren könnte. Der ganze Film ist eher wie ein Gedicht oder eine Metaphernsammlung. Man muss sich eher vom Film treiben lassen und die in den absurden und grotesken Bilder verarbeiteten Botschaften so verinnerlichen. Sowas klappt bei mir wie du ja weißt auch eher selten, aber bei BRAZIL funktioniert es (seit der Zweitsichtung) vollkommen, was den Film eben zu einem meiner absoluten Favoriten macht.


Deekin

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Ich kann dem aber nur bedingt zustimmen: Ersteinmal ja, der Film porträtiert diese Beziehungskiste vor allem aus der Perspektive von Sam und seinen wilden Träumereien. Seine Phantasie und ihre Erfüllung stehen hier deutlich im Vordergrund; jedoch handelt es sich bei ihr nach wie vor um einen Charakter. Und während ich die anderen Nebencharaktere im Film durchaus nachvollziehen konnte - ihr Verhalten war letztendlich eine übertriebene Darstellung von real denkbarem Verhalten (die Mutter, die nie zuhört; der Chef, der sich wegen eines nicht zustellbaren Checks gleich erhängen möchte etc.) - so fliegt das ganze im Falle von Jill fast völlig aus dem Fenster. Dass sie sich trotz aller Obsession und Destruktivität, die Sam zur Schau stellt, trotzdem so leicht in seine Fantasie eingliedert, lässt mich fast schon vermuten, dass er auch diese Part eher träumt anstatt 'real' zu erleben. Aber ja, in bezug auf seine Träumereien erscheint zumindest konsequent, sodass du dich gerne davon treiben lassen kannst.
Apropros: Einen Film nicht wie einen "normalen" Film auf sich wirken lassen? Sich von den Geschehnissen treiben lassen? Das ganze als Gedicht oder Metaphernsammlung betrachten? Ich weiß, wir hatten das schon durch, aber: Kann es sein, dass "Brazil" für dich der perfekte David Lynch-Film ist? xD


NotTooOldForThisShit

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Bewertung7.0Sehenswert

Guter Film und besonders das umstrittene Ende des Director's Cut hat mir sehr gefallen. Irgendetwas hat mit aber dennoch gefehlt... Der Film ist an manchen Stellen zu schnell und an manchen zu langsam. Die Verbindung zum Protagonisten wird hektisch aufzubauen versucht und bleibt dann ab einer gewissen Distanz stetig. Außerdem bedient sich Gilliam an vielen bunten Farben in einer gewissen Leere. Da haben mir das durchgehend Kühle und Graue in 12 Monkeys und das futuristisch Monotone in THX 1138 ein wenig besser gefallen.

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RoboMaus

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Bewertung5.0Geht so

Kurz nachdem der Dystopie-Klassiker '1984' quasi zum Jahrestag (neuverfilmt) in die Kinos kam, meinten die Briten wohl eine mit Komik und Surrealismus aufgelockerte Version des Stoffes von George Orwell nachschieben zu müssen. Leider zündet diese Art von blassem Humor bei mir überhaupt nicht, aber die 'kafkaesken' Darstellungen sind einigermassen interessant. Die Story ist im Prinzip die von '1984', nur mit veränderten Inhalten erzählt, bietet also wenig Neues oder Originelles. Wer Interesse hat und keinen dieser Filme kennt, sollte sich zuerst '1984' anschauen.

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dumas

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"Die Story ist im Prinzip die von '1984', nur mit veränderten Inhalten erzählt" XD


RoboMaus

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Dachte mir schon als ich es eintippte, dass jemand das aufgreift, habe es aber trotzdem so stehen lassen. Man kann die gleiche Story auf verscheidene Weise erzählen, wodurch notwendigerweise die peripheren Inhalte verändert werden. Die Story bleibt im Kern trotzdem dieselbe - genau das ist hier der Fall. Habe das etwas klarer bei 'Fahrenheit 451' ausgedrückt :)


filmverliebt

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herrlich abgedrehter Mix aus skurriler Dystopie, intelligentem Kammerspiel und bitterböser Komödie. Großartige Kulissen und eine Geschichte, die wohl ihres Gleichen sucht.

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cronic

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Bewertung3.0Schwach

Brazil

Ich habe mich ja vom Cover/Titel ein bisschen irreführen lassen, ich dachte hier gibt es leicht bekleidete brasilianische Frauen zu sehen.
Das Bild haben sie für '85 wirklich gut hinbekommen, der Ton ist scheisse.
Ich tue mich meistens schwer mit so alten Filmen, er mag vllt zu seinem damaligen Zeitpunkt innovativ gewesen sein aber ich konnte damit nichts anfangen. Der Film ist so scheiße komisch, ich weis gar nicht was ich schreiben soll, ich habe nach einer Stunde ausgemacht

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jp@movies

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Userwichtelaktion 2013!!!

Dieser Kommentar ist ein Geschenk an onyxx11, im Rahmen der Userwichtelkommentaraktion 2013. Bei der Auswahl sind einige tolle Filme auf der Strecke geblieben, die sind aber kurz zusammengefasst in dieser Liste nachlesbar: http://www.moviepilot.de/liste/wichtelliste-jp-movies

Mein Dank gilt weiterhin Andy Dufresne / razzo / dareiDi, unseren drei Adventsweisen aus dem Abendland, die uns unfallfrei bis zu den Feiertagen geführt haben. Zur Nachlese hier entlang:

http://www.moviepilot.de/liste/user-kommentare-wichtel-aktion-2013-interessierte-hier-melden-d-andy-dufresne

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Immer noch 20:49 Uhr. Irgendwo im 21. Jahrhundert. Jetzt.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt - im Erinnerungskino, gerade stark genug, um diesen Film auf der Leinwand sichtbar zu machen. Habt keine Angst, ich kenne ihn in- und auswendig (Who can you trust). Auch wenn ich die Augen schließe sehe ich ihn zuweilen vor mir. Mache ich sie wieder auf, stecke ich immer noch mitten in ihm drin. Zeitlos ist er, gerade wieder aktueller denn je (The truth shall make you free). Ihr braucht gar nicht so zu tun, als könntet ihr euch vor diesem Film irgendwo verstecken - ob ihr es wollt oder nicht, wir leben längst alle in ihm. Also könnt ihr euch auch mit ihm beschäftigen, gerade dann, wenn ihr nicht auffallen wollt, einfach in Ruhe euer Leben in einer Nische zubringen wollt, vielleicht in einem verbeamteten Verwaltungsjob in einer Behörde, und zum Ausgleich abends schreiben, wie einst Kafka oder Pessoa... vergesst es, die Zeiten sind vorbei.

Das Informationsministerium liest alles mit, noch während wir es schreiben (Information - the key to prosperity). Dann können wir uns immer noch in unsere Träume flüchten, nicht wahr? Ja, das denkt sich auch Sam in BRAZIL, bis die Frau seiner Träume auf einmal von oben auf ihn herab blickt. Was dann? Lässt man sie gehen, oder geht man ihr nach? Dieser Mann rennt, gleichzeitig jemandem hinterher, und vor etwas weg.

WERBUNG: Do your ducts seem old-fashioned? Out of date? / ZAPP!
“Salz?” - “Nicht jetzt...” / ZAPP!!

Oh, es sieht so aus, als hätte mein Kommentar eine kleine Komplikation, aber keine Sorge, das verliest sich mit der Zeit.
(Trust in haste - regret at leisure)
Unser Held? Nein, ein Held ist er in seinen Träumen, im Alltag ist er eine graue Maus, eine schlaue, graue Maus, die in Ruhe gelassen werden will, von seiner Mutter, von der Karriereleiter, von allem. Er läuft nun endlich, jetzt, da er die Frau gesehen hat. Jill - klingt nicht umsonst wie “chill” - sieht in ihm nur die graue Maus. Also setzt er sich in Bewegung (ein Satz wie ihn Hanns Dieter “geh ma sitzen” Hüsch geliebt hätte) und so lange er in Bewegung ist, fühlt er sich lebendig, das fühlt sich gut an, und eine Bewegung ist alles, was uns bleibt. Bewegung oder still gestanden. Bestechen wir die Beamtenärsche mit einer Entscheidungshilfe? Oder schicken wir ihnen eine Bombe mit der Rohrpost?

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(Mind that parcel - eagle eyes can safe a life) / ZAPP!!!!
“You’ve got to say the number!” / ZAPP!!!!!
Äh, 27B-7? 9-11? 6! 5-4-3-2-

Ah, die Komplikation meines Kommentars hatte eine Komplikation, kein Grund zur Beunruhigung.
Der Film hat kein Ende. Er hört schon auf, aber von da an hört man ihn weiter, seine Stimme spricht einen von da an weiter an. (Happiness - We’re all in it together) Moment, war da nicht eben ein Hund mit zugeklebtem Arschloch? Und war das nicht eben die Treppenszene aus PANZERKREUZER POTEMKIN? Ach, so verspielt konnte Terry Gilliam mal sein (Don’t suspect a friend - report him), und in BRAZIL war er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Wo ein Fahrstuhl abbremst und wendet, die Welt Kopf steht - jedenfalls in der Hutmode - Schönheitswahn, Karriere, Faschismus, Säulen, die aus dem Boden schießen, was visuell noch beunruhigender ist, als einstürzende Hochhäuser, viele kleine Rädchen im System, Werbung, die Sekretärin, die lächelnd mitstenografiert, was sie auf den Kopfhörern hört, und die tolle Filmmusik von Michael Kamen, Werbung, Werbung, Steampunk vom Feinsten an allen Ecken, und als Sahnehäubchen Michael Palin, der seine eigenen Zwillinge nicht auseinanderhalten kann. Was, Drillinge? Wie die Zeit vergeht... Robert De Niro hat den wunderbarsten Gastauftritt, den man sich nur denken kann, Bob Hoskins trägt Schirmmmmütze, wie ich sie seitdem suche, und Jonathan Pryce spielt die Rolle seines Lebens. So viel komödiantisch-romantisches Potential, und danach durfte er fast nur noch Bösewichter verkörpern. Was für eine Verschwendung! Für diese Rolle hat er auf ewig einen Ehrenplatz in meinem Herzen. Stellt mir die Kosten für mein Verhör in Rechnung, das ist nur fair, ein bisschen pedantisch sollte man schon sein, wenn man mit so viel Papierkram zu tun hat.

“Das ist die Quittung für ihren Mann, und das ist meine Quittung für ihre Quittung.”

BRAZIL ist und bleibt wohl die größte Filmprägung, die ich je erlebt habe. Zur rechten Zeit, im richtigen Alter gesehen, und nie davon los gekommen. Ein Meisterwerk, durch und durch. Ebenso seine Entstehungsgeschichte ist nicht ganz ohne, die Kontroverse um die Schnittfassung (noch heute wird gerne die geschnittene Fassung gezeigt) und die Veröffentlichung. Wer davon nichts mitbekommen hat oder mehr wissen will, bitte hier entlang: http://www.youtube.com/watch?v=VBFqVMSDsdY&list=PLA4E9FDD94CC8E1A3

Für mich die Mutter aller Filme, und damit endet mein Vortrag, ich habe sowieso Verspätung. Das Geschenk wurde geöffnet, aber trotzdem: Frohe Weihnachten! Ich muss los, die Waisenkinder warten.

“It’s reply-paid.” - “Is it? Oh... (singing) Mooother - I’m sorry but I’m unable to come to your paarty...“

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Andy Dufresne

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GRO?ARTIGER Kommentar. Man merkt wie arg du disen Fim verehrst.
Super,


jp@movies

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Und das Sounddesign! Habe ich schon das Sounddesign erwähnt? Allein hier in der vollautomatisierten Wohnung fühlt man sich wie in MON ONCLE von Tati: http://www.youtube.com/watch?v=yKAc6yJI_fw (nach ca. 1 Minute) Das Geräusch, wenn der Toaster die Toasts auswirft, ist wohl mein Lieblingsgeräusch aller Zeiten :)


Detherion

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Bewertung7.0Sehenswert

Ziemlich abgefahren und hundsgemein.

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replicant-10

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Bewertung7.5Sehenswert

Brazil ist eine ziemlich durchgeknallte, bizarre und bitterböse
Kult-Sci-Fi-Endzeit-Satire von Terry Gilliam ( Twelve Monkeys ).
Genial und Kultig !!!
Das dieser derbe Film jetzt in der ungeschnittenen Fassung auf Dvd
eine Fsk-12-Freigabe hat, wundert mich sehr.

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sachsenkrieger

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Brazil ist ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das man gesehen haben muss! ENDE!

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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based_god

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Bewertung9.0Herausragend

Überragende Satire und dystopische Zukunftsvision.

Der Protagonist Sam Lowry ist einer von vielen. Er hat zwar eine einflussreiche, sich jung haltende Mutter, ist jedoch sehr von seiner Durchschnittlichkeit überzeugt und verbringt seine Zeit am liebsten Träumend. Sei es zu Hause oder bei der Arbeit, während welcher er passenderweise andere Leute überwachen muss. Als er der Frau aus seinen Träumen tatsächlich begegnet, geht vieles schief und Sam ist gezwungen über sich heraus zu wachsen. Vom bösen, omnipräsenten Regime verfolgt, versucht er für seine Freiheit, die Frau aus seinen Träumen und vor allem seine Privatsphäre zu kämpfen.

Der Film wirft den Zuschauer schnell ins Geschehen und vermochte zumindest mich, trotz bereits fortgeschrittenem Alter (des Filmes) zu begeistern. Themen aus Owells 1984 werden aufgegriffen und in teilweise komischer, teilweise tragischer Manier wiedergegeben. Der Cast ist grosse Klasse (allen voran DeNiro als anarchistischer Klempner) und die Special-Effects wirklich gut. Der Plot ist gut ausgearbeitet und der Twist passt in die Geschichte, ist aber vorhersehbar, da bereits der DVD-Klappentext einen Spoiler aufweist. Für die Spannung bzw. die Aussage ist diese Vorwegnahme des Twists aber nicht relevant.

Schaut euch Brasil an und lasst euch von der Groteske überzeugen. Ihr werdet viele aktuelle Themen im Film wiederfinden und bestimmte Teile der damals sehr kritischen Zukunftsversionen werden bereits überholt sein, was den Film aber nur noch interessanter macht!

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horro

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etwas vom Feinsten, was aus dieser speziellen Ecke je gekommen ist, freut mich sehr, dass du das, wie viele andere, auch so siehst :)


Frankie Dunn

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Unfassbares Meisterwerk. Streckenweise sieht Brazil trotz 80er Look aus, als wäre er der teuerste Film aller Zeiten. Die Settings sind allein schon ein Genuss, ohne Schauspiel, ohne Bewegung. Optisch brillant. Die vielen, vielen Ideen sorgen dafür, dass man den Film locker 2-3 mal sehen muss/kann/sollte. Ebenso (scheinbar) absurd wie viele Ideen und Traumsequenzen sind auch Story und Figuren, deren tieferer Sinn sich jedoch dem Zuschauer dennoch erschließen sollte. Was braucht man, um Brazil zu mögen? Aufmerksamkeit, die Fähigkeit mit- bzw. selbstständig um die Ecke zu denken, Freude an schwarzem Humor, Toleranz gegenüber einer gewissen Spur von Zynismus (damit tue ich mich auch schwer), Begeisterung für Settings und optische Ideen, die sich vom normalen Hollywoodkino unterscheiden.

10.0 - exquisiter Genuss mit bitterem Beigeschmack

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AbrahamCityRangers

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gut zusammengefasst!


Chewbacca

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Bewertung5.0Geht so

Das System macht keine Fehler und Terry Gilliam sicher auch nicht, nur verstehe ich meist nicht, was er mir mit seinen Filmen sagen will - Brazil fällt ebenfalls in diese Kategorie… Eine berechnende, bürokratische Dystopie wird durch wilde surreale Traumsequenzen durchbrochen, die die Handlung ehrlich gesagt für mich nur erschweren. Der Tenor des Films ist sehr beklemmend und bedrückend, hilft aber über die endlosen Längen der Erzählung nicht hinweg. Vielleicht ist die Erzählweise einfach zu speziell geraten, obwohl mich das Ende doch sehr überrascht hat, im Endeffekt aber einfach nur verständlich erscheint.

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erik.stein.12

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Brazil ist Brazil, weil Brazil wie Brazil ist.
Terry Gilliam schuf 1985 ein Gilliam-typisches, visuell überdreht beeindruckendes Meisterwerk. Brazil ist auf der einen Seite eine äußerst stylische Dystopie voller schräger Ideen und Einfällen und erinnert an klassische Werke von Orsen Wells, auf der anderen Seite ist der Film eine tolle, intelligente und urkomische Satire auf die Bürokratie und den Überwachungsstaat… und zwischendruch bastelt er in all das noch eine Romanze mit Fantasy-Versatzstücken.
Hin und wieder mag der Film etwas überladen erscheinen und eine richtige Story, ein wirklicher Handlungsstrang mag sich kaum zeigen (hier ist der Weg das Ziel), jedoch kann dies das Gesamtwerk kaum beeinträchtigen. Brazil ist und bleibt auf ewig ein zeitloser Kult-Klassiker… und wohl immer aktuell.

Fazit: Kreative Ideen, tolle Story, geniale Figuren, viel Witz und Charme, unterhaltsame und abgedrehte Dialoge, schöne Musik, bunt und düster zugleich, wilde Kameraarbeit, atemberaubende Kulissen, kultige Kurzauftritte von Robert De Niro und Bob Hoskins, tolle Action und ein bitterbös-süßes Ende.

Bewertung zur amerikanischen Criterion Blu Ray findet ihr hier:
http://mr-stone-movies.blogspot.de/2013/06/brazil-us-import-criterion-collection.html

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hundehaendla

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Bewertung5.0Geht so

ich halt Terry Gilliam wirklich nur schwer aus, brazil kommt genau so daher wie alle seine filme. am ende scheiterts es wohl am humor ...

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EvertonHirsch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wie entkommt man einer Welt, in der Menschen nur noch für die Bürokratie funktionieren, größtenteils (in ihren Jobs sowieso) nur als Nummern bekannt sind, Freundschaften kaum noch existieren und alles dem System untergeordnet ist? “Brazil“ gibt eine interessante Antwort auf diese Frage, verliert dabei aber nie den nötigen komödiantischen Aspekt aus den Augen.

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Alienator

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Ebenfalls zu empfehlen "1984" aus dem Jahr 1984 von Michael Radford. Sehr guter Streifen und eins meiner Lieblingsbücher.


Tumblr95

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Der Film hat mir Albträume bereitet


NewZooYorker

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Bewertung7.0Sehenswert

SPOILER!
Das wahrscheinlich "schönste schlechte Ende" aller Zeiten.

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metal1bob

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Bewertung7.5Sehenswert

Puh, das ist mal wirklich schwere Kost. Als Kulftilm, als Meisterwerk wird "Brazil" verehrt und zumindest zweiterem kann ich nicht zustimmen. Wie immer bei Gilliam beeindrucken vor allem die fantastische Ausstattung und Optik, die künstlerische Gestaltung der Welt mitsamt kleinster Details ist wirklich ein Augenschmaus. Überall finden sich skurrile Einfälle und Charaktere, die bis ins Extremste überzeichnet werden. Ebenso verhält es sich mit der Kritik an Bürokratie, Überwachung, einem totalitären System und dem Auflehnen gegen all das. Es wird doch recht schnell klar, was hier angeprangert und verurteilt wird, über eine Laufzeit von über zwei Stunden ist das in dieser Form beinahe schon zu viel der Skurrilität und Überspitzung. Wie so oft bei Gilliam hapert es auch hier an der Umsetzung: Das ist viel zu häufig unnötig hektisch, oft holprig inszeniert.

Klar, die Botschaft erreicht mich und oft genug habe ich gelacht, nur um im Moment darauf zu merken, wie mir das Lachen im Halse stecken bleibt - spätestens beim großartigen Ende dann so richtig. Gerade auch die anfangs wirren Traumsequenzen muss ich hier lobend hervorheben. Die Handlung und viele Szenen erschließen sich - wie bei Gilliam üblich - beim ersten Sehen nicht vollständig und teils überhaupt nicht, da gibt es beim zweiten Sehen sicher noch einiges zu entdecken. Nichtsdestotrotz suchte ich in manchen Momenten wohl mehr Sinn, als unter dem Mantel der Skurrilität zu finden ist.

"Brazil" gilt völlig zurecht als Kulftilm, schließlich beinhaltet er viele traurige und grausame Wahrheiten und war 1985 ein außergewöhnlicher, einzigartiger, intelligenter Film - und ist es auch heute noch. Zum filmischen Meisterwerk fehlt dann aber doch ein Stück.

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Jek-Hyde

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Bewertung7.5Sehenswert

Was zeigt uns Terry Gilliam den hier? Eine Welt, die nicht mehr für Menschen geeignet ist, den Menschen sind keine Maschinen und auch keine aufgezogenen Orangen. Menschen laufen nicht nach Plan. Wir haben hier ein groteskes Zerrbild unserer Gesellschaft, alles nur noch irgendwelche Informationen, zahlen, Buchstaben, die dem eigentlich Wort Information widersprechen, da sie nicht mehr informieren, nichts mehr zeigen, sondern nur noch abstrakt sind. Eigentlich eine Welt, die es verdient hat vom Planeten Melancholia zerstört zu werden. Doch dass dies nicht passiert müsste uns klar sein.
SPOILER:
Was so alles passieren kann, wenn ein Büropenner mal eine Fliege erschlägt und gleich mal der Falsche verhaftete und zu Tode gefoltert wird. Brazil ist die Welt, die Terry angst macht und er lässt uns an seinem Albtraum teilhaben. Es ist wahrliche eine abstrakte, alptraumhafte Welt, fiel schlimmer als Saw oder Hostel. Eine wahre Welt der Folter, wo der einzige Rückzug in der Fantasie besteht, doch auch der ist nicht von Dauer. Es ist eine Welt, in der die einzige Flucht der Wahnsinn ist. Tja, das beste Versteck ist immer noch der Wahnsinn.

Das unsere Welt nicht mehr weit weg davon ist, oder ähnlich müsste inzwischen allen klar sein (auch wen Brazil extrem übersteigert ist), und da wundern sich mache Leute noch dass all die Irren langsam durchdrehen...und Amok laufen?
Man kann nicht sagen, dass es ein schöner Film ist, obwohl er schon seine eigenen Stellen hat...aber ein intelligenter und witziger ist es alle mal und skurril ist er auch.

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AshleyWilliams

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Ich möchte dein Kommentar nicht schlecht machen, aber kannst du mir verraten warum du diesen Film, welcher für mich ein Meisterwerk ist, nur 7.5 Punkte gegeben hast? Eigentlich schreibst du hauptsächlich Positives. Was hat dich aber zu der Bewertung bewegt. War er zu konfus? Fandest du die Schauspieler schlecht?


Jek-Hyde

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Das ist gar nicht mal so einfach zu erklären, aber ich versuch's mal:
Ich glaube es liegt hauptsächlich daran, dass Brazil mich ganz einfach deprimiert. Ich verstehe die Genialität des Streifens, aber er berietet mir Unbehagen, und keines von der Sorte, die ich gern verspüre, sondern eine auswegloses, deprimierendes Unbehagen, ich sehe diese Welt und erkenne wie ähnlich sie der unseren ist und wie wütend mich das macht. Der Film verschlechtert meine Laune und lässt mich in gewisser weise resignieren, das mag ich nicht. Er ist einfach unbefriedigend und ich habe nie das Verlangen, ihn noch einmal zu sehen. (merkwürdigerweise ist dieses Unbehagen bei ähnlichen Filmen nicht vorhanden) Also rein Gefühls bedingt, deswegen treibt mich mein Gefühl eher dazu an, ihn schlechter zu bewerten, aber eine noch schlechtere Bewertung hat Brazil nicht verdient. Ich bin in dem Fall wohl ein gefangener meiner Subjektivität und der Willkür meiner Gedanken...ich glaube besser kann ich es nicht erklären. Ich will ihn mehr mögen, aber es geht nicht. Genauso wie ich Apocalypse Now wegen der Kuh am ende hassen will, doch auch das kann ich nicht. Du weißt nicht zufällig genaueres über die Apocalypse Cow? Das macht mich nämlich wahnsinnig nicht bescheid zu wissen, den Apocalypse Now ist so großartige, aber meine Ideale wollen das mit einer echten Kuh nicht tolerieren, vielleicht ist sie Falsch, vielleicht kann ich mein Gewissen trotz einer echten Kuh beruhigen, doch wie nur? Verstehst du was ich meine? Kannst du mir da helfen?



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