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RPattz, KStew und das Leben nach Twilight

the gaffer (Jenny Jecke), Veröffentlicht am 19.11.2012, 10:00

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich Prognosen für die Karrieren der Twilight-Stars abgegeben. Nun, wo das (erste) Finale der Reihe die Kinokassen überfällt, ist es Zeit für ein Update.

Zum Weglaufen? Die Twilight-Stars blicken ihrer Zukunft entgegen. Zum Weglaufen? Die Twilight-Stars blicken ihrer Zukunft entgegen. © Concorde

Den Twilight-Gegnern unter euch sei versprochen, dass dies die letzte Karriere-Prognose für die glitzernden, oberkörperfreien und mit offenem Mund herumstehenden Sternchen des Franchises sein wird; jedenfalls bis der Reboot eintrudelt. Wie dem auch sei, Twilight 4: Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht – Teil 2 läuft diese Woche in den deutschen Kinos an und wenn wir den Einspielergebnissen auf der anderen Seite des Großen Teichs Glauben schenken, dann dürfte Lionsgate bald alles daran setzen, das Franchise irgendwie am Leben zu erhalten. Solche Geldmaschinen findet ein Studio schließlich nicht in der Ramschkiste, auch wenn die DVDs in ein paar Jahren dort landen dürften. Seit 2008 wurden in Windeseile fünf Filme auf den Markt geworfen, ein Tempo, das allein schon Respekt abringt. In der Regel verschwinden die Hauptdarsteller solcher Teenie-Phänomene ebenso schnell aus dem Gedächtnis wie die Farbe der Saison. Doch bei Twilight verhält es sich anders und das ist einer der Gründe, warum mich das Franchise trotz seiner extrem langatmigen Filmeinträge nicht loslässt.

2008 wunderte sich alle Welt, was es mit diesen schlecht gephotoshopten blassen Gesichtern auf sich hatte, bevor Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen mit einem Startwochenende von fast 70 Millionen Dollarn in den amerikanischen Kinos landete und zum echten Game Changer mutierte. Wir sprechen hier von einem Film ohne Stars, ohne 3D, der eine Zielgruppe fixiert, die sonst in der Peripherie der Date Movies verbleibt: junge Mädchen. Die Dynamik der Fantasy-Romanzen nach den Büchern von Stephenie Meyer entfaltete sich vollends, als New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde ein Jahr später mit sage und schreibe 142 Millionen Dollar am ersten Wochenende die Box Office zertrümmerte. Im Gegensatz zum ersten Teil wurde nun im Marketing die Dreiecksgeschichte zwischen Edward (Robert Pattinson), Bella (Kristen Stewart) und Jacob (Taylor Lautner) forciert. Unvergessen sind die Poster voller oberkörperfreier Werwölfe, die ihre Sixpacks präsentieren. So lächerlich dieses Targeting auch daherkommt, ein Novum und ein Geniestreich zugleich war diese ungenierte Darstellung der körperlichen Schauwerte und hier findet sich der eigentliche Startschuss des Phänomens Twilight, welches den mehr als ungesunden Hype rund um die drei Stars beinhaltet. Dieses Wochenende sammelte Breaking Dawn Teil 2 nun 141 Millionen Dollar in den USA ein und wie auch immer das Franchise weitergeht, es gilt als vergleichsweise sicher, dass Kristen Stewart und Robert Pattinson nicht mehr Teil des Schmachtepos’ sein werden.

Bei meiner letzten Karriere-Prognose vor einem Jahr war gerade Atemlos – Gefährliche Wahrheit in den Kinos gestartet, der in den USA insgesamt nur 28 Millionen Dollar einspielte. Kein katastrophaler Flop, aber ein unüberwindbares Hindernis auf dem Weg zum A-List-Star stellte der Actionstreifen für Taylor Lautner dar, obwohl der Film in jeder Hinsicht auf seinen Star zugeschnitten war. Lautner, zuvor als neuer Tom Cruise gefeiert, verschwand mit einem Schlag aus den Exclusive-Meldungen der Trade Papers. Stretch Armstrong, David & Goliath mit Dwayne Johnson und andere tent poles wurden von seiner To-Do-Liste gestrichen. Mal abgesehen vom Twilight-Rummel blieb es im letzten Jahr ruhig um Taylor Lautner und das ist bei einem 20-Jährigen Jungstar in Hollywood ein schlechtes Zeichen. Eine Rolle in Kindsköpfe 2 dürfte sein Karriere-Rad kaum neu erfinden und ob er sich in dem Actionstreifen Tracers über seine hölzernes Spiel hinaus wenigstens als physisch glaubwürdiger Action-Darsteller profilieren kann, ist unwahrscheinlich. Das beste, was dem charismalosen Werwolf passieren könnte, wäre ein Job als Trainer für die professionelle Entledigung von T-Shirts. Ansonsten wartet eine Filmografie voller nichtssagender Nebenrollen.


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