Krzysztof Kieslowski

Beteiligt an 30 Filmen (als Drehbuchautor/in, Regisseur/in und Autor/in (Vorlage)) und 1 Serien
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Poster zu Krzysztof Kieslowski
Geburtstag: 27. Juni 1941
Todestag: 13. März 1996
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 93

Krzysztof Kieślowski ist ein polnischer Filmregisseur und Drehbuchautor und zählt zu den wichtigsten europäischen Regisseuren des 20. Jahrhunderts.

27. Juni 1941 in Warschau geboren, war Krzysztof Kieślowski das einzige Kind des Bauingenieurs Roman Kieślowski und seiner Frau Babara, die als Büroangestellte arbeitete. Da Kieślowskis Vater unter Tuberkolose litt, musste die Familie regelmäßig umziehen, was es Krzysztof Kieślowski erschwerte, Freundschaften zu knüpfen. Hinzu kamen seine ebenfalls schwachen und anfälligen Lungen, die ihn oftmals dazu zwangen, zu Hause zu bleiben. Kieślowski flüchtete sich in die Welt der Bücher. Sie waren es, die ihn erkennen ließen, dass es im Leben mehr gibt als materielle Dinge. Später einmal versicherte Kieslowski, dass, obwohl er Filmemacher wie Ken Loach, Federico Fellini, Orson Welles, Andrei Arsenjewitsch Tarkowski und Ingmar Bergman bewunderte, es doch die Literatur William Shakespeares, Fyodor Dostoyevskis, Albert Camus und Franz Kafkas war, die seine Ideen anregte und seine Arbeit inspirierte.

1957 starb Kieślowskis Vater. Um dem vorgeschriebenen Militärdienst zu entgehen, nahm Kieślowski ein Studium auf, von dem er vorerst wenig überzeugt war. Einer seiner Onkel war Direktor am Panstwowym Liceum Techniki Teatralnej, einer Berufsschule für Theatertechniker in Warschau. Hier schloss Kieslowski nach fünf Jahren seine Ausbildung ab. Im Laufe des Studiums entdeckte er neben den technischen Fertigkeiten auch sein Interesse am Gestalterischen.

Krzysztof Kieślowski wollte nun Regisseur werden und bewarb sich an der berühmten Filmhochschule PWSTiF in Lodz, an welcher auch schon Größen wie Roman Polański, Krzysztof Zanussi oder Andrzej Wajda studiert hatten. Nach dem dritten Anlauf glückte die Bewerbung und der spätere Filmemacher wurde 1964 an der Hochschule angenommen. Am 5. Februar 1970 schloss er sein Studium mit dem Diplom der Kunstwissenschaft ab. Seine theoretische Arbeit schrieb er unter Jerzy Bossak mit dem Titel „Film dokumentalny a rzeczywistosc“ (Dokumentarfilm und Wirklichkeit). Praktische Arbeiten waren die Dokumentarfilme Zdjecie (Das Foto) 1968 und Z miasta Lodzi (Aus der Stadt Lodz) 1969, die er unter Kazimierz Karabasz realisierte.
Zdjecie wurde gleichzeitig Kieślowskis Fernsehdebüt, Z miasta Lodzi machte er bereits für das Warschauer Dokumentarfilmstudio WFD (Wytworni Filmow Dokumentalnych) bei dem er bereits 1969 eine Anstellung fand. In Zusammenarbeit mit dem WFD verwirklichte Kieslowski bis 1983 zahlreiche Dokumentarfilme und Fernsehspiele. Blizna (Die Narbe) 1976, Amator (Der Filmamateur) 1979 und Przypadek (Der Zufall möglicherweise) 1981 waren Kieslowskis erste Kinofilme die Zespol Filmowy „TOR“ produzierte.

Sein realistischer Filmstil war, neben dem Einfluss des zunächst favorisierten Dokumentarfilms, ebenfalls stark beeinflusst durch das “Kino der moralischen Unruhe”. In dessen Zentrum stand die Forderung, die triste und unterdrückte Welt der Volksrepublik Polen zu beschreiben. In einer Zeit, als das polnische Kino überwiegend nette Weltflucht anbot, forderten sie den genauen dokumentarischen Blick auch im Spielfilm.

Nach einiger Zeit reichte Kieślowski der Dokumentarfilm als Ausdrucksweise nicht mehr. Sein Interesse am fiktionalen Film wuchs. Er hatte den Eindruck, mit dem Spielfilm besser das persönliche Empfinden und das subjektive, innere Erleben ausdrücken zu können und so auch gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, durch die Schauspielerinnen und Schauspieler ein weiteres Spektrum an Emotionen abzudecken.

Obwohl Kieślowskis Filme auf großes Interesse stießen, erlaubte die polnische Zensurbehörde oft erst Jahre später eine Ausstrahlung und diese dann meist ohne Ankündigung. Mit dem Film Ohne Ende 1984 begann die Zusammenarbeit Kieslowskis mit dem Juristen Krzysztof Piesiewicz.
Gemeinsam mit Krzysztof Piesiewicz schrieb Kieślowski die Dekalog zu der 10teiligen Fernsehserie. Die Serie brachte Kieślowski Ende der 80er Jahre den internationalen Durchbruch. Aber auch die Drehbücher zu Die zwei Leben der Veronika, Drei Farben – Blau, Drei Farben – Weiß, Drei Farben – Rot zu Heaven schrieb er mit Piesiewicz zusammen.

Die französisch-polnische Koproduktion der Drei Farben-Trilogie, die auf die französische Trikolore anspielt und sich der drei Ideale “Freiheit”, “Gleichheit”, “Brüderlichkeit” annimmt, feierte großen internationalen Erfolg. Obwohl Krzysztof Kieślowski 1994 seinen Entschluss bekannt gab, sich vom Filmemachen zurückzuziehen, arbeitete er in der Folgezeit zusammen mit Piesiewicz am Drehbuch einer weiteren Trilogie, deren Thema diesmal eine Auseinandersetzung mit “Paradies-Fegefeuer-Hölle” sein sollte. Zu einer Verfilmung sollte es jedoch nicht mehr kommen. Im Sommer 1995 erlitt der 54-jährige Kettenraucher eine Herzattacke, unterzog sich in Warschau einer Bypass-Operation und erlag nur zwei Tage später, am 13. März 1996, einer zweiten Herzattacke.

Heaven (Sinnbild für das Paradies der Trilogie) wurde 2002 von Tom Tykwer und erhielt noch im gleichen Jahr in der Kategorie Bestes europäisches Drehbuch den europäischen Filmpreis Felix.

Das Filmwerk Krzysztof Kieślowskis wurde mit zahlreichen Auszeichnungen in Krakau, Mannheim, Danzig, Moskau, Cannes, Venedig, Berlin und San Sebastian gefeiert. Für Drei Farben – Rot war er zudem in der Kategorie bestes Drehbuch sowie Regie für den Oskar nominiert.

Krzysztof Kieslowski ist bekannt durch

Drei Farben - Rot Drei Farben - Rot Polen/Frankreich/Schweiz · 1994
Drei Farben - Blau Drei Farben - Blau Frankreich/Polen/Schweiz · 1993
Drei Farben - Weiß Drei Farben - Weiß Polen/Frankreich/Schweiz/Großbritannien · 1994

Komplette Filmographie

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