Ein kurzer Film über die Liebe

Krótki film o milosci (1988), PL
Laufzeit 86 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 20.04.1989

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6.3 Kritiker
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von Krzysztof Kieslowski, mit Grazyna Szapolowska und Olaf Lubaszenko

Tomek ist neunzehn und träumt von der Liebe. Magda ist beinahe doppelt so alt und hat aus enttäuschenden Erfahrungen gelernt, der Liebe zu misstrauen. Durch ein Teleskop beobachtet Tomek allabendlich Marta in dem Hochhausblock gegenüber. Er kündigt ihr eine Geldüberweisung an, damit sie zur Post kommt, bei der er arbeitet. Selbst einen Job als Milchmann nimmt er an, um ihr frühmorgens die Flaschen vor die Tür zu stellen. Schließlich gesteht er ihr, dass er sie beobachtet und verfolgt, weil sie liebt. Ein Spiel zwischen zwei ungleichen Partnern beginnt.

HandlungTomek ist neunzehn und hat vorübergehend das Zimmer seines besten und einzigen Freundes bezogen und damit nicht nur die liebevolle Fürsorge von dessen Mutter übernommen, sondern auch die heimliche Leidenschaft des Freundes: Mit einem alten Fernglas die Frau aus dem Wohnblock gegenüber zu beobachten. Am Anfang ist es für ihn purer Voyeurismus und Neugierde. Später beginnt er Magda, eine Frau, die fast doppelt so alt ist wie er, zu lieben.

Er besorgt sich durch einen Einbruch ein professionelles Teleskop. Magda weiß von all dem nichts. Sie lebt ihren Alltag, dessen Abwechslung darin besteht, mit verschiedenen Männern an unterschiedlichen Abenden Affären zu pflegen, da der Verlauf ihres bisherigen Lebens sie davon überzeugt hat, dass es keine Liebe unter den Menschen geben kann. Um Magda zu treffen, steckt Tomek ihr falsche Benachrichtigungen in den Briefkasten, aufgrund derer sie eine angebliche Überweisung von der Post abholen muss, in der er am Schalter sitzt. Er beginnt zusätzlich als Milchmann zu arbeiten, steht früh um fünf Uhr auf, um ihr die Milch vor die Tür zu stellen. Dabei arbeitet er mit einigen Tricks, denn die Sehnsucht, ihr zu begegnen, ist größer als jegliche Vernunft und Müdigkeit.

Als er Magda eines Abends verzweifelt sieht, muss er sie am nächsten Tag unbedingt treffen und bestellt sie erneut mit Hilfe einer gefälschten Benachrichtigung auf die Post. Dadurch eskaliert die Situation und es kommt zum Wendepunkt. Tomek gesteht Magda seine heimliche Leidenschaft, sie reagiert entsetzt und fühlt sich gedemütigt. Dennoch kommt es zu einer Verabredung in einem Café. Anschließend gehen sie zu Magda in die Wohnung. Diese erotische Situation ist jedoch zu viel für Tomek. Von der Gleichgültigkeit Magdas emotional tief verletzt, stürzt Tomek nach Hause und schneidet sich die Pulsadern auf.

Magda besucht kurz nach seinem Suizidversuch die Wohnung Tomeks, lernt die Mutter seines Freundes kennen und sieht sein Zimmer mit dem Teleskop. Magda schaut daraufhin mehrmals mit einem Fernglas von ihrer Wohnung zu Tomeks Zimmer hinüber, um zu sehen, ob er denn schon aus dem Krankenhaus entlassen worden ist. Sie begreift nach und nach, dass Tomeks Liebe zu ihr echt war.

Als Tomek wieder arbeitet, betritt Magda das Postamt und legt ein Geschenk zu ihm an den Schalter, das er ihr einmal gab. Darauf entgegnet er ihr: „Ich beobachte Sie nicht mehr.“

Quelle
Wikipedia


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Ein kurzer Film über die Liebe

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BigDi

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Bewertung9.0Herausragend

Nur das zu sehen, was man lieben kann, ist keine Liebe - das ist Verliebtheit.
Alles lieben zu können, was man sieht, DAS ist Liebe.

So sieht Tomek zu und sieht alles und verlangt nach nichts als nur nach weniger Distanz beim Zuschauen.
Und wir als Zuschauer sehen zu und können manch einmal kaum glauben, was wir da zu sehen bekommen.
Genau wie Magda, für die anfangs gilt:

Es gibt keine Liebe.
Es gibt keine Hoffnung.
Es gibt keine Erlösung.

Und die doch nur zu erkennen braucht:

Es gibt Liebe.
Es gibt Hoffnung.
Und auch Erlösung gibt es.
Man muss es nur zulassen können.

Schwer? Unmöglich? Vielleicht.
Aber auch wenn versuchen hierbei weh tun kann und es auch tut - was haben wir schon zu verlieren als unseren Glauben an unsere Mitmenschen.
Den wir ohnehin lange nicht mehr besitzen.
Also haben wir auch nichts zu verlieren.
Also hält uns nichts davon ab.
Wir müssen es nur sehen - und wenn wir glauben, Filme durch das Sehen verstehen zu können, wieso dann nicht?
Wieso dann nicht..?

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patcharisma

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xD


BigDi

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Danke! =) - und leider noch nicht - die DVDs sind so verdammt teuer, das kann man sich nur gönnen, wenn man gerade eine OP überlebt oder so. ;) Besorge ich mir aber auch noch, eines Tages.


Sigmund

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Bewertung9.5Herausragend

"Ein kurzer Film über die Liebe" ist ein besonders anschauliches Beispiel für das, was Kieslowskis hohen künstlerischen Rang generell ausmacht: Mit seiner exzellenten und vor allem unbestechlichen Beobachtungsgabe wirft er hier ein hochinteressantes Schlaglicht auf die wohl verklärteste aller menschlichen Empfindungen.
Fernab von landläufigen Idealen, Moralvorstellungen und Groschenheftsehnsüchten zeichnet er eine vielschichtige, seelische Studie über eben jene Urkraft, der zwischen zarter Empathie und verheerendster Grausamkeit keine Regung fremd ist.
Kieslowski spiegelt diesen Kosmos und seine Widersprüche in den beiden Hauptfiguren des Films, wobei der Junge für die unverstellte, naive Erstberührung steht, und die Frau sich längst in einem Wirrwarr aus Machtspielen, Verletzungen und gesellschaftlichen Pressformen verfangen hat.
Für alle Liebhaber und Studenten aufrichtiger Menschlichkeit ein Fest!

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Xebeche

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Kennst Du schon "Ein kurzer Film über das Töten"? Der ist noch besser...


Sigmund

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Klar, vom allerfeinsten! Ich mag auch die 8 anderen Filme aus der Dekalogreihe, so sperrig sie teilweise sind. Kieslowski war einfach einer von den Größten.


maslobojew

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Bewertung9.5Herausragend

Ein tiefgründiger Film von Kieslowski. Die Liebe wird aus zwei Perspektiven betrachtet - einmal erfahren, einmal unerfahren mit ihr. Die Geschichte dazu ist spannend und glaubwürdig, weil sehr gut inszeniert. Je nach dem, was man selbst für Erfahrungen gemacht hat, lässt der Film einen lange nicht los. Ich finde diesen Film und auch "Ein kurzer Film über das Töten", der ebenfalls von einem scheinbaren Gegensatz handelt, noch besser, weil klarer auf das Thema eingehend, als die Filme aus seiner Farben-Trilogie.

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