Lagomorph
Lagomorph ist 24 Jahre alt. Er hat sich Thu, 20 Sep 2012 12:29:57 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon legendäre 240 Filme bewertet und hat schon 64 Kommentare geschrieben. Lagomorph ist Filmfreund mit einem Herz für Kunst, Popkultur und Trash gleichermaßen. Liebt Film mindestens genau so sehr, wie darüber zu reden. Vertritt die Ansicht, dass Mainstream nicht per se schlecht sein muss. Fan des Koreanischen Kinos. Mehr
| Alter | 24 |
|---|---|
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Bryan Cranston, Gary Oldman, Choi Min-Sik, Jeff Bridges, Dustin Hoffman, Gert Fröbe, Christian Bale, Philip Seymour Hoffman, August Diehl, John C. Reilly, Natalie Portman, Meryl Streep, Sigourney Weaver, Tilda Swinton |
| Meine Lieblingsregisseure: | Chan-Wook Park, Stanley Kubrick, Coens |
| Über mich | Lagomorph ist Filmfreund mit einem Herz für Kunst, Popkultur und Trash gleichermaßen. Liebt Film mindestens genau so sehr, wie darüber zu reden. Vertritt die Ansicht, dass Mainstream nicht per se schlecht sein muss. Fan des Koreanischen Kinos. |
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russell Mon, 25 Feb 2013 11:06:24 -0000
Antwort löschenöhmmm ... ich weiß jetzt (noch) nicht, wie der "aufgesetzte schmalzige liebes- subplot" auf der bühne (und folglich im film) genau aussieht -- in der romanvorlage zumindest ist diese liebesgeschichte keineswegs aufgesetzt, sondern als einer der hauptsächlichen bestandteile bestens integriert und notwendig: denke doch bloß mal an valjeran/marius: v. rettet m. eben doch wegen dieser geschichte das leben, m. meint cosette vor v. schützen zu müssen ... und mitten drin die erpresserischen thenardiers... .
ohne diese lovestory würde jedenfalls die ganze handlung anders aussehen (incl. der barrikadenkämpfe) - ich denke, daß das in musical/film nicht alles ausgeschaltet worden ist.
Lagomorph Mon, 25 Feb 2013 11:29:11 -0000
Antwort löschennein nein die liebesgeschichte zwischen marius und cosette ist absolut elementar für die story und valjeans entwicklung, das sehe ich absolut ein. aber im film ist diese teilhandlung das typische "hach ich habe dich gerade für 10 sekunden gesehen und nun bist du die liebe meines lebens, lass uns singen und schmachten." ich habe das buch nicht gelesen, muss ich dazu sagen, da konnte victor hugo diese romanze sicherlich tiefer behandeln, hier war es eben typisch-kitschiger "unsterbliche liebe auf den ersten blick" schmalz.
nicht mein fall.
Lagomorph Mon, 25 Feb 2013 11:32:30 -0000
Antwort löschenich denk das liegt einfach daran, dass les miserables unfassbar viel handlung in seine laufzeit quetscht, da bleibt nicht viel zeit um diesen teil der handlung auszufleischen, ein "hallo, du bist schön, ich liebe dich." reicht ja auch. nur fand ich das nicht besonders gut, eher flach, siehe oben.
russell Mon, 25 Feb 2013 13:18:25 -0000
Antwort löschen@lago: yep - das ist wohl eine abwandlung fürs musical, daß aus einer im roman sehr schön beschriebenen entwicklung über 7 monate eine "liebe auf den ersten blick und rein ins vergnügen"- angelegenheit gemacht wurde.
so was find ich auch eher nervig; aber wenn ich an das buch denke, hab ich keine ahnung, wie das SO hätte auf die bühne gebracht werden können.
ich stelle mir da einfach einen schnellstart vor: die heimlichen besuche + die anhimmeleien gibt´s ja dann auch im buch. ( (lach) und ich bin zwar schon ganz schön alt, aber an anhimmeleien und geschmachte kann ich mich doch noch sehr gut erinnern (((g))).
fg
Hangover ist für mich eine dieser Komödien, die ihre volle Wirkung beim ersten Mal entfalten. Danach kann man den Film sicherlich noch einmal anschauen und Spaß haben, durch den durchaus cleveren Rätsel- und Überraschungsfaktor des Plots geht aber viel von der Wirkung verloren. Fazit ist also: Entweder erzeugt Hangover Liebe auf den ersten Blick oder eher mittelmäßige Begeisterung.
Das Problem…
Hangover ist für mich eine dieser Komödien, die ihre volle Wirkung beim ersten Mal entfalten. Danach kann man den Film sicherlich noch einmal anschauen und Spaß haben, durch den durchaus cleveren Rätsel- und Überraschungsfaktor des Plots geht aber viel von der Wirkung verloren. Fazit ist also: Entweder erzeugt Hangover Liebe auf den ersten Blick oder eher mittelmäßige Begeisterung.
Das Problem dabei: Hangover war mein persönlich schlimmstes Kinoerlebnis.
Mit Abstand.
Ein vollgestopfter Saal voller gutgelaunter Kinogänger, an sich eine tolle Sache - wenn jedoch eine Reihe hinter mir 10 betrunkene Dudebros sitzen, deren idiotischer Rudelführer jede einzelne Szene lauthals kommentiert, verdirbt das dann doch ein bisschen den Spaß.
Die Pyramide aus leeren Bierdosen am Anfang: "HAHAHA JA MANN DAS WAR ICH GESTERN, ALTER, GENAU SO HART GEFEIERT HAHAHAHA!"
Ken Jeongs klassischer Auftritt aus dem Kofferraum: "HAHAHAHAHA ALTER VOLL DER NACKTE CHINESE WAS GEHT DENN MIT DEM ALTER HAHAHAHA!"
Ich bin mir sicher, dass er an ein oder zwei Stellen sogar aufgestanden ist, um eine Reihe High-Fives zu verteilen...
Ich hätte gerne verstanden, warum der Film so gefeiert wird - meine einzige Reaktion auf den Hype war am Ende aber leider nur: "Naja, SO lustig war der Film auch wieder nicht."
Beim zweiten Anschauen wurde es auch nicht besser, eher im Gegenteil. Wie gesagt: wenn man die Handlung kennt, machts nicht mehr so viel Spaß.
Vielleicht kann ich diesen Kultfilm unserer Generation in 10 Jahren noch mal sehen, wenn ich das meiste vergessen habe, und ihn für besser befinden.
Bis dahin bleibt mein Fazit aber: Nette Komödie, gehobenes Mittelmaß.
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Moncineo Sun, 02 Dec 2012 15:26:51 -0000
Antwort löschenLustig. Ich hatte bei meiner Sichtung auf DVD denselben Eindruck. Es war ernüchternd, festzustellen, dass mein Humor doch extrem vom Mainstream abweicht. Mir jedenfalls konnte die (Zitat) "lustigste Komödie der letzten 10 Jahre" nur ein paar Schmunzler rauslocken. Erst beim Abspann habe ich gelacht. Hm, warum wohl?!? ;)
Sehr geehrter Martin Scorsese,
Ich hasse Ihren Film "The Departed".
Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen.
Ich hasse ihn, weil er wieder einmal ein Neuaufguss eines grandiosen nicht-amerikanischen Films darstellt.
Ich hasse ihn, weil Ihr Film Hollywood erneut auf die plünderwilligen Untiefen der Goldgrube namens Remake aufmerksam gemacht hat
Ich hasse diesen…
/p>Sehr geehrter Martin Scorsese,
Ich hasse Ihren Film "The Departed".
Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen.
Ich hasse ihn, weil er wieder einmal ein Neuaufguss eines grandiosen nicht-amerikanischen Films darstellt.
Ich hasse ihn, weil Ihr Film Hollywood erneut auf die plünderwilligen Untiefen der Goldgrube namens Remake aufmerksam gemacht hat
Ich hasse diesen Streifen, weil ich es ihm verdanke, dass mein persönlicher Lieblingsfilm "Oldboy" nun auch noch durch die amerikanische Recyclingmaschinerie gejagt wird.
Und ich hasse ihn, weil der Hipster - der "Cineast" - in mir trotzdem zugeben muss, dass "The Departed" GUT ist.
Richtig gut.
Fantastisch.
Wahrscheinlich sogar besser als das Original.
Ist das nicht furchtbar?!
Muss das denn wirklich sein, Herr Scorsese?
Müssen Sie allen Ernstes "Infernal Affairs" in einem durchdachten und glaubwürdigen westlichen Szenario neu auflegen?
Müssen Sie wirklich konsequente Abstriche und Änderungen vornehmen, die Ihrem Film gerade genug eigene Persönlichkeit geben, damit ich ihn nicht als einfallslose Kopie bezeichnen kann?
Muss die Besetzung tatsächlich so beschissen gut sein?
Di Caprio? Damon? JACK NICHOLSON?!
Und dann auch noch ein Baldwin-Bruder - aber nicht der schlechte, das wäre ja zu schön, nein, der GUTE Baldwin?
Sogar Mark Wahlberg ist perfekt gecastet. Was soll ich denn da bitte noch sagen?
Und dazu noch ein herausragender Soundtrack, ein vortreffliches Drehbuch und eine makellose Inszenierung. Zum Kotzen.
Sie lassen mir keine Chance, Mister Scorsese, und das finde ich ernsthaft gemein.
Ich will mich über Hollywood-Remakes aufregen und sie nicht feiern.
Ich will sie mit einem abschätzigen Blick im Kaufhaus mustern und jeden als Kretin bezeichnen, der sich die DVD kauft - nicht die "2 Disc Special Edition" mit einem Ehrenplatz in meinem Regal versehen und auch noch stolz drauf sein, wenn ich meine Sammlung präsentiere.
Wo kommen wir denn da hin?!
Das geht nicht, verdammt nochmal, sie unverschämt kompetenter Filmheini.
Aber ich warte nur darauf, den einen groben Schnitzer doch noch zu finden, den Sie in diesem Film hinterlassen haben.
Und dann werde ich meine Wertung revidieren und ihrem Machwerk die 0 Punkte verleihen, die es eigentlich verdient hätte.
Bis dahin werde ich mir "The Departed" aber wohl noch ein paar mal gründlichst zu Gemüte führen müssen. Am besten fange ich gleich heute Abend damit an.
Warten Sie nur, Mr. Scorsese. Ich bin Ihnen auf den Fersen, Sie elender alter Gauner.
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dmtjdc Mon, 03 Dec 2012 13:23:21 -0000
Antwort löschenYuppie, ausgezeichneter Text! Departed ist mein absoluter Lieblingsfilm, schaue ihn aber nur im Dunkeln an, bei zugezogenen Gardinen.
Will bei "gewissen Leuten" ja nicht in Verruf geraten. ^^
Ich bin wirklich zerrissen, wenn es um eine Bewertung für I'm Still Here geht.
Ein Teil von mir kann Casey Afflecks Mockumentary höchstens eine durchschnittliche Wertung geben: "I'm Still Here" ist zwar ein interessanter (wenn auch falscher) Einblick in das Leben eines Künstlers am Rande des Nervenzusammenbruchs, die Handlung selbst plätschert aber meist dahin und was man…
Ich bin wirklich zerrissen, wenn es um eine Bewertung für I'm Still Here geht.
Ein Teil von mir kann Casey Afflecks Mockumentary höchstens eine durchschnittliche Wertung geben: "I'm Still Here" ist zwar ein interessanter (wenn auch falscher) Einblick in das Leben eines Künstlers am Rande des Nervenzusammenbruchs, die Handlung selbst plätschert aber meist dahin und was man zu sehen bekommt ist im Nachhinein nicht sonderlich interessant.
Andererseits verdient der schiere Mut bzw. Wahnsinn, der hinter diesem Streich steckt, viel mehr als das. Die Tatsache, dass Joaquin Phoenix zwei Jahre seines Lebens geopfert hat um die Medienwelt zu narren und sich selbst zur Zielscheibe von Spott und Häme der Öffentlichkeit zu degradieren, verdient großen Respekt.
Meine endgültige Bewertung bezieht sich deshalb nicht nur auf den Film, sondern die DVD als Gesamtpaket inklusive Audiokommentar und Hintergrundinformationen: Diese sind es nämlich eigentlich, die den wirklich faszinierenden Anteil an Afflecks und Phoenix' Werk darstellen.
Wenn man als Zuschauer mit Vorwissen zuerst noch amüsiert darüber ist, wie gekonnt Phoenix Ben Stiller und Sean Combs (alias P. Diddy) hochnimmt, wie irritiert und fassungslos die beiden versuchen mit diesem übergeschnappten Waldschrat umzugehen ohne das Gesicht zu verlieren, offenbart der Kommentar, dass Combs und Stiller selber Teil des Scherzes waren.
Ihre Reaktionen sind genau so gespielt wie "J.P."s exzentrische Eskapaden - und plötzlich merkt man, dass das Publikum nicht eingeweihter Mitstreiter, sondern eigentliches Ziel dieses Streichs ist.
"I'm Still Here" ist nicht das Meisterstück, das es hätte sein können. Trotzdem regt der Film in seiner Gesamtheit zum Nachdenken an: Über Medienmanipulation, die Macht unserer Sehgewohnheiten und unser verzerrtes Bild der Scheinwelt Hollywood.
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Jean-Claude Van Damme
Lagomorph Sat, 17 Nov 2012 10:47:52 -0000
Der wahrscheinlich weiseste aller Actiondarsteller. Verkanntes Genie, Träumer, Philosoph.
"In the year 3000, people are going to speak with sound waves. Don't think I'm crazy, the whales do it. Dolphins too."
"A cookie has no soul. It's just a cookie. But before, it was milk and eggs. And in eggs there is the potential for life."
"I'm one of the most sensitive human beings on Earth - and I know it."
Konfuzius van Damme, du Muscles from Brussles, du schlecht artikulierter Klops, erleuchte uns noch viele Jahre mit deinen scharfsinnigen Aphorismen!
"Air is beautiful, yet you can not see it. Air is soft, yet you can not touch it. Air is a little bit like my brain."
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Leverage
Lagomorph 6.5 "Ganz gut" Sun, 11 Nov 2012 09:51:02 -0000
Ocean's Eleven plus A-Team = Leverage. Augenzwinkernde Heist-Serie, die zwar Klischees am Fließband bedient, dank der sympathischen Besetzung aber dennoch unterhalten kann. Nichts Herausragendes, aber für einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher absolut ok.
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Das Outfit der 14jährigen Indie-Lolita, die Ellen Page hier verkörpert, erinnert nicht zufällig an Rotkäppchen. Nur dass am Ende der böse Wolf in der Falle sitzt und kurz davor steht, gefressen zu werden.
"Hard Candy" ist ein ziemlich fieses Katz-und-Maus-Spiel seiner beiden Protagonisten, inszeniert als relativ zurückhaltendes Kammerspiel.
Wenn der vermeintliche Kinderschänder…
Das Outfit der 14jährigen Indie-Lolita, die Ellen Page hier verkörpert, erinnert nicht zufällig an Rotkäppchen. Nur dass am Ende der böse Wolf in der Falle sitzt und kurz davor steht, gefressen zu werden.
"Hard Candy" ist ein ziemlich fieses Katz-und-Maus-Spiel seiner beiden Protagonisten, inszeniert als relativ zurückhaltendes Kammerspiel.
Wenn der vermeintliche Kinderschänder (und Mörder?) hier gequält wird, verkommt das Ganze glücklicherweise nicht zum blutigen Folterporno - was den Film noch effektiver und schmerzhafter macht. Überhaupt ist vieles in diesem Streifen nur schwer auszuhalten, "Hard Candy" ist durch und durch unangenehm - was wohl durchaus beabsichtigt ist.
Die Rollen verschieben sich, der Schänder wird zum Geschändeten, das Opfer zum Täter, der Wolf zum kleinen Mädchen (mehr als sprichwörtlich).
Das ist zwar eine leicht fragwürdige Rachefantasie, fesselt aber dank der beiden Hauptdarsteller, die in diesem Kammerspiel brillant aufspielen. Besonders Ellen Page ist beängstigend gut.
"Hard Candy" ist ein sehr guter kleiner Psychothriller. Originell, spannend und sehr böse.
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Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger
Lagomorph 2.0 "Ärgerlich" Fri, 05 Oct 2012 07:28:59 -0000
Diese Kritik enthält SPOILER und ist sehr lang, es gibt aber leider auch besonders viel zu sagen zu diesem Film.
Getreu dem Motto "Es wird schlimmer, eh es besser wird." folgt auf die enttäuschende Episode 1 mit "Angriff der Klonkrieger" der absolute Tiefpunkt der "Star Wars"-Reihe.
Der Film spinnt die Geschichte Anakin Skywalkers weiter, diesmal gespielt…
Diese Kritik enthält SPOILER und ist sehr lang, es gibt aber leider auch besonders viel zu sagen zu diesem Film.
Getreu dem Motto "Es wird schlimmer, eh es besser wird." folgt auf die enttäuschende Episode 1 mit "Angriff der Klonkrieger" der absolute Tiefpunkt der "Star Wars"-Reihe.
Der Film spinnt die Geschichte Anakin Skywalkers weiter, diesmal gespielt von Hayden Christensen. Dazu später mehr, man soll sich das "Beste" ja für den Schluss aufheben.
"Attack of the Clones" ist kitschiger, seelenloser Schrott. Und zwar richtig kitschig. Nicht wie "Krieg der Sterne" - der war auch zutiefst kitschig, aber ein ehrlicher Film mit Herz und Vision. Nein, das hier ist das Niveau eines zweitklassigen Groschenromans, Rosamunde Pilcher in Space. Anakin und Padme Amidala schmachten sich so schamlos schnulzig an, dass es förmlich von der Leinwand trieft, inklusive romantischer Comer-See-Kulisse im Hintergrund. Man tollt in der Blumenwiese am Wasserfall, lacht, neckt sich, teilt Nächte tiefster Leidenschaft im Kerzenschein und gibt sich schließlich in einer Seekapelle das Ja-Wort. Dazu ein paar besonders schmalzige Stücke von John Williams um die Gefühls-Daumenschrauben auch möglichst eng anzuziehen.
Die Tatsache, dass sich Padmé und Anakin kennengelernt haben, als er noch ca. 9 Jahre alt war (sie gefühlt 20) und sie nun, beim ersten Wiedersehen, prompt in der Kiste landen, irritiert bestimmt nicht nur mich. Lucas hätte mit seinem "Oh Annie, du bist aber GROß geworden"-Szenario auch einen zweitklassigen Porno einleiten können - vielleicht wäre das ein bisschen spannender gewesen.
Da beide Charaktere keinerlei Persönlichkeit haben und einer von ihnen ein kategorischer Unsympath ist (wie gesagt, später mehr zu Anakin), fesselt diese Romanze auch kein Stück. Leia und Han waren liebenswert und unterhaltsam in ihrem Hass-Flirt, das hier ist nur schlecht geschriebener pseudo-romantischer Mumpitz.
Ach so, aber es passieren ja auch noch andere Dinge in "Angriff der Klonkrieger". Der Film beginnt mit einem Mordkomplott und führt über einen Mittelteil, der zu einer Hälfte besagt Schnulze und zum anderen ein Verschwörungs-Thriller sein will, zum großen Schlachtenspektakel am Schluss. Dieses füllt ein ganzes Drittel des Films aus, ist aber immerhin nett anzusehn.
Die Lucas'schen Themenplaneten werden hier um "Wasser" (Kamino) und "Canyon" (Geonosis) erweitert, dazu gibt es ein Wiedersehen mit dem Stadtplaneten Coruscant, Tatooine und Everybody's Darling, Naboo. Zum Glück durften wir das Privileg genießen diesen heißgeliebten "Star Wars"-Schauplatz noch einmal auf der großen Leinwand sehenzu dürfen, schließlich ist Naboo ja furchtbar interessant,mit seinen Blumenwiesen und Wasserfällen.
Ernsthaft betrachtet passt diese farblos grüne Einöde genau zur Romanze zwischen Padmé und Anakin.
Es geht schlußendlich weiterhin um den Fall Anakins und den Aufstieg Palpatines zum Imperator. In meiner "Episode 1"-Kritik habe ich dazu schon etwas geschrieben und ich stehe weiterhin dazu: Die Idee ist wirklich gut. Palpatine als Strippenzieher, der einen Krieg anzettelt um seine eigene politische Autorität zur All-Macht (ha!) auszuweiten, ist ein sehr gutes Szenario, das in einem besseren Film bestimmt funktioniert haben könnte.
Auch stilistisch hat Lucas interessante Ideen. Die alten Filme versprühten ein starkes 70er- und 80er-Jahre-Flair, was logisch ist, schließlich entstanden sie ja auch in dieser Zeit. George Lucas' schlussfolgert nun, dass ein Prequel, das ein paar Jahrzehnte vorher angesiedelt ist, auch die Ästhetik dieser Dekaden bedienen muss (was für sich betrachtet zwar leicht dämlich, aber irgendwie nachvollziehbar ist). Spielte Episode 1 durch seine ledrigen Kostüme und schnittigen Raumschiffe mit Zweiter-Weltkriegs- Ästhetik, bedient sich "Angriff der Klonkrieger" nun bei 50er- und 60er-Trash wie Flash Gordon und Buck Rodgers und zollt nebenbei Tribut an (bzw. klaut bei) "John Carter of Mars". Das ist irgendwie clever, aber es funktioniert nicht. Der Film versucht hochmodernes mit altbackenem zu verbinden, verliert darüber aber letztendlich seine eigene Identität. Es fühlt sich nicht an wie Star Wars.
Immerhin sind die Effekte und Actionsequenzen weiterhin ansehnlich, allen voran ein fantastisches Duell zwischen Obi Wan und dem Kopfgeldjäger Jango Fett.
Bevor wir zu Anakin Skywalker kommen, noch kurz etwas zu den neuen Charakteren:
Der großartige Christopher Lee ist als Count Dooku eine komplette Verschwendung von herausragendem Talent. Dooku ist wohl mit Abstand der langweiligste und uncharismatischste "Star Wars"-Bösewicht aller Zeiten. Und wenn ein Film es schafft, Christopher Lee nicht charismatisch erscheinen zu lassen, ist das ein ganz schlechtes Zeichen.
Jango Fett ist Boba Fett mit blauer Rüstung und dient dazu, die in V und VI versäumten großen Momente Bobas auszugleichen. Außerdem ist er genetisches Vorbild der Sturmtruppen bzw. Klonkrieger, ein weiteres Beispiel für "wir müssen jeder einzelnen Figur eine tiefe Rolle in der Story zuschreiben".
Nun aber, zu guter letzt, zu Anakin. Ich hätte alle oben genannten Punkte ignorieren können wenn ich wollte, man könnte alle dieser Schwächen sogar ausbügeln. Es würde keinen Unterschied machen. Um zu verstehen, warum Episode II so kolossal auf ganzer Linie versagt, muss man eigentlich nur den Protagonisten betrachten.
Dieser Anakin ist nicht mehr so großäugig und blütenrein wie in Episode 1 - er ist unsympathisch, jähzornig, selbstgerecht und arrogant.
Lloyds Anakin war nervig, aber er war noch ein Kind.
Christensens Anakin ist ein Arschloch.
Wenn die Hauptfigur, die auf Seite der "Guten" kämpft und zum Helden stilisiert wird so rundum unsympathisch ist, dann interessiert auch die restliche Handlung nicht mehr.
Man kann und will sich nicht mit diesem Protagonisten identifizieren.
Anakin steht hier noch weit vor seinem Übertritt zur dunklen Seite der Macht - und trotzdem handelt er egoistisch, narzisstisch, sympathisiert mit Diktaturen und... tötet Frauen und Kinder. Ja genau, er tötet FRAUEN und KINDER.
Danach erzählt er Padmé davon, die ihn trotzdem abgöttisch liebt und schlussendlich heiratet, obwohl ihr Loverboy eine genozidale Zeitbombe ist, und begründet seine Tat an den Sandleuten mit den Worten "Ich hasse sie!". "Sie sind wie Tiere!". Unser Held ist also nicht nur ein Massenmörder sondern auch noch ein Rassist. Wundervoll.
Ja, Anakin/Vader ist eine tragische Figur. Ja, Trauer und Wut über den gewaltsamen Tod der Mutter, der Wunsch nach Rache wären ein guter Grund für Anakin um sich vom Guten abzuwenden. Es wäre ein passender Moment um den tiefen Fall der Figur darzustellen, den persönlichen Punkt ohne Wiederkehr. Aber das ist es nicht.
Weil Anakin Skywalker der Held des Films bleibt, sein Massaker war nur ein kleiner Ausrutscher. Scheinbar ist dies George Lucas' Art, "subtil" Anakins dunkles Potenzial "anzudeuten" Eigentlich hätte er ihn aber gleich an dieser Stelle die Vader-Maske anziehen lassen können. Die einzige Art, das ganze noch weniger subtil zu gestalten, wäre es, Anakin einen gezwirbelten Schnurrbart anzukleben und in händereibend in die Kamera lachen zu lassen. Das wiederum würde wieder zu George Lucas' Autorenkünsten passen und sich wunderbar in den Film einfügen.
Stattdessen wiederholt er den Kindsmord in Episode 3 und plötzlich soll er ganz abscheulich und furchtbar sein, wer hätte das erwartet, wie kann er nur, unser geliebter Held. Irgendetwas läuft bei diesem Mann ganz fundamental schief. Was für ein furchtbar schlechter Film.
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Diese Kritik enthält SPOILER!
Als Kind war Star Wars für mich das Größte. Ich liebte die Filme, las die Comics von Dark Horse, spielte jedes "Star Wars"-Videospiel das ich in die Finger kriegen konnte, ging an Karneval einmal als Yoda und hatte einen Boba Fett Helm in meinem Zimmer stehen. Und besonders Die Rückkehr der Jediritter konnte ich mir immer und immer wieder anschauen…
Diese Kritik enthält SPOILER!
Als Kind war Star Wars für mich das Größte. Ich liebte die Filme, las die Comics von Dark Horse, spielte jedes "Star Wars"-Videospiel das ich in die Finger kriegen konnte, ging an Karneval einmal als Yoda und hatte einen Boba Fett Helm in meinem Zimmer stehen. Und besonders Die Rückkehr der Jediritter konnte ich mir immer und immer wieder anschauen. Mein Vater hatte den Film auf VHS aufgenommen und ich kramte die Kassette bestimmt jedes zweite Wochenende aus dem Regal um nochmal die Schlacht von Endor zu sehen.
Aber damals schon, als gigantischer vorpubertärer "Star Wars"-Nerd, spulte ich jedes Mal vor zur eben genannten letzten Schlacht des Films - weil der Rest irgendwie beim zweiten, dritten, vierten Anschauen nicht mehr so wirklich spannend war. Man könnte sogar sagen: So sehr ich die zweite Hälfte des Films geliebt habe, so öde fand ich die erste.
Über die Jahre hat sich das leider nicht wirklich geändert - eher im Gegenteil. Die Rückkehr der Jediritter ist zwar ein toller Abschluss der Trilogie, verfehlt aber die riesigen Fußstapfen seines Vorgängers. Und das, obwohl der Anfang des Films haufenweise ikonische Charaktere und Szenen zu bieten hat: Jabba the Hutt, der Rancor, Hans Befreiung aus dem Karbonit, Boba Fett, der Sarlacc, ein Wiedersehen mit Yoda, und so weiter. Nur spannend ist das Ganze nicht wirklich - und auch der Ton stimmt irgendwie nicht.
Die pessimistische, düstere (und dadurch sehr "erwachsene") Grundstimmung von "Das Imperium schlägt zurück" wird hier zugunsten von familienfreundlicherer Unterhaltung beiseite geschoben. Bestes Beispiel: Die Ewoks. Ganz egal wie sehr sich die Einwohner Endors im Kampf behaupten und als "ehrenhafte Ureinwohner" dargestellt werden, schlussendlich sind es quietschende Teddys mit Speeren. Niedliche Knuddelbären, perfekt als Spielzeug zu vermarkten. Und auch sonst ist alles eher unbeschwert als wirklich mitreißend.
Wirklich Fahrt nimmt der Film erst auf, wenn sich die Rebellen zum letzten Angriff auf das Imperium rüsten. Die Schlacht von Endor ist immer noch so mitreißend und bombastisch inszeniert, dass das Fanherz vor Freude weint. Hier stimmt eigentlich alles und der optimistische Ton des Films fühlt sich längst nicht mehr so fehl am Platz an wie noch zu Beginn.
Besonders die Tatsache, wie virtuos der Film die drei Ebenen seines Klimax miteinander verbindet, ist fantastisch. Die bombastische Raumschlacht, der Kampf der Bodentruppen und schließlich Lukes ganz persönlicher Kampf gegen Vader und den Imperator - RotJ verbindet hier alles, was der Zuschauer von Star Wars kennt, liebt und erwartet, in bisher unbekannter Größe und Bildgewalt.
Und gerade im letzten genannten Teil, dem finalen Aufeinandertreffen zwischen Vater und Sohn, zeigt der Film sein wirkliches Potenzial.
Imperator Palpatine wird von Ian McDiarmid so genüsslich gespielt, dass er wirklich furchteinflößend wirkt.
Vader ist der scheinbar unbesiegbare Schwarze Ritter - der Imperator ist das Böse höchstpersönlich: hasserfüllt, sadistisch, intelligent, allen anderen einen Schritt voraus. Ein fadenziehender Mephisto, der sogar seinen zuverlässigsten Handlanger sterben lassen würde um den Helden auf seine Seite zu ziehen. Man hat fast schon das Gefühl, er würde sexuelle Befriedigung aus dem Leiden seiner Feinde ziehen. Eigentlich also ein weitaus interessanterer Bösewicht als Vader, aber gerade das Wechselspiel zwischen den beiden, die fast schon hündische Hörigkeit des mächtigen Darth Vaders gegenüber seinem Meister, macht die beiden so faszinierend.
Vor allem zeigt sich hier aber auch Lukes persönlicher Werdegang: Vom naiven Jungspund zum sich selbst überschätzenden Hitzkopf und schließlich zum ruhigen, besonnen Jedi. Auch wenn Mark Hamill durch seine stoische Ruhe hier wieder eher langweilig wirkt - der Wandel seiner Figur ist bemerkenswert.
Und schlussendlich bekommt auch Darth Vader die Chance sich reinzuwaschen und doch noch zum Guten zurückzufinden. Sein Abschied von Luke ist einer der stärksten Momente der Trilogie.
Ein Film mit einigen Längen und Schwächen, im Großen und Ganzen aber ein würdiges Happy End für die wohl größte Familiensaga der Filmgeschichte. Trotzdem leider eher der schwächste Teil der alten Trilogie. Erste Hälfte öde, zweite Hälfte bombastisch.
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Nicht von der Kinderfilmfassade täuschen lassen - Spongebob spielt in seinem absurden Humor eher in einer Liga mit "The Naked Gun".
Dieser Film zelebriert den Schwachsinn. Unterhaltsam bis zum Schluss und unglaublich lustig.
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2001 ist schlicht und einfach brillant. Ein philosophisches, intelligentes, meditatives Meisterwerk das die Grenzen von Science-Fiction und die Möglichkeiten des Films an sich revolutioniert hat und bis heute definiert. Man braucht sicherlich Geduld und einige Anläufe um diesen Film wirklich schätzen zu können, das Ergebnis ist aber umso lohnender. Viel mehr kann und muss man nicht sagen - das haben schon genug Andere getan. 2001 ist und bleibt ein unschätzbar wichtiges Stück Filmgeschichte.
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Gästebuch
jacker Thu, 06 Dec 2012 14:30:51 -0000
Hey, danke für die Empfehlungen!
Zwei von den genannten Filmen habe ich schon in naher Zukunft geplant, aber "The Host" werde ich dann auch mal auf die Leihliste setzen!
Bezüglich Park Chan-Wook meinte ich nur, dass ich den schon auf dem Schirm habe und deshalb auf lange Sicht sicher eh alle seine Filme sehen werde (also auch von dir gennanten).
Ich bin auf dem Gebiet auch absoluter N00b aber ich finde generell haben asiatische Filme einen anderen, oft sehr starken, interessanten Vibe! War quasi instant-Fan, nachdem ich Sachen wie "Love Exposure", "Oldboy" und "Last Life in the Universe" gesehen habe.
Allein die Sprachen machen mir schon Freude :)
jacker Mon, 03 Dec 2012 14:22:36 -0000
Anfrage ist natürlich gern angenommen, du scheinst ja auch für alles offen zu sein - gefällt mir!
Fan des koreanischen Kinos klingt auch gut, alles was ich bis jetzt kenne (zu wenig) gefällt mir sehr gut.
Hast ein paar Empfehlungen abseits des bekannten Park Chan-Wook?
Grüße, jacker
RoosterCogburn Sun, 02 Dec 2012 14:41:14 -0000
Willkommen auf meinem dashboard.
Ich hoffe du fühlst dich wohl in der Gesellschaft meiner "buddies".
Brom-Barium Sun, 02 Dec 2012 09:32:57 -0000
Wir "kennen" uns noch von gestern. :)
"Vertritt die Ansicht, dass Mainstream nicht per se schlecht sein muss. " --> Schön gesagt. Anfrage! ;-)
Freidenker Sat, 01 Dec 2012 20:30:28 -0000
88 % Gemeinsamkeiten und dazu noch tolle Interessen,da muss ich einfach mal ne Anfrage stellen.
DonChris Tue, 20 Nov 2012 19:34:39 -0000
Du schreibst super Kommentare! Ich lass dir mal eine Anfrage da.
Grüße, Don
Hanno Jones Sat, 17 Nov 2012 11:38:12 -0000
Rumo ist wirklich einfach nur klasse!
ich gehe sogar soweit, es bzw. "Zamonien" im allgemeinen über "Mittelerde" zu stellen ... aus sagen "herausklauen" kann jeder :P
hier ein bisschen elf, da ein bisschen troll und drachen gabs auch schon vor "Lord of the Rings"!
aber die welt die Moers hier erschaffen hat ist wahnsinn. allein der klappentext von "Blaubär" sagt shcon alles =)
zum "Labyrinth der träumenden Bücher" kann ich nur sagen, dass es eindeutig seine längen hat und man manches mal wirklich versucht ist, ein bis zwei seiten zu überblättern, weil es nicht vorran zugehen scheint.
mein tipp ist daher, mit dem lesen zu warten, bis der nachfolgeband erscheint, falls du es nicht so eilig hast ;)
Hanno Jones Sat, 17 Nov 2012 11:16:41 -0000
na, bei unserer beider liebe zu Walter Moers und den tollen filmen aus deiner lieblingsliste lass ich mal ne anfrage da =)
welches ist denn dein "zamonienfavourit"?
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Nach meiner längeren Abwesenheit muss ich jetzt, nachdem ich gestern "Les Misérables" gesehen habe, doch mal kurz wieder etwas schreiben.
Schnell meine Eindrücke:
Die jüngste Verfilmung der Victor Hugo goes Musical-Adaption ist zwar nicht durchgehend meisterhaft, gerade in der Mitte gibt es einige Längen und die übermäßig schnulzige Romanze war nicht mein Fall. Eigentlich…