Top7-Liste

Die besten Oscar Wilde-Verfilmungen

Oscar Wilde
© gaylondontravel.com
Oscar Wilde

Die neuste Verfilmung von Das Bildnis des Dorian Gray flimmert derzeit als moderner Horrorfilm über die Leinwand. Der junge Dorian Gray, von Ben Barnes verkörpert, gelangt durch einen Teufelspakt in den Besitz seiner Schönheit und ewiger Jugend. Die Inszenierung von Oliver Parker respektiert zwar Oscar Wildes Roman als Vorlage, weicht jedoch auch des Öfteren von dieser ab. Dies ist bei Adaptionen von Romanen oft nicht zu vermeiden und muss in Kauf genommen werden, um den Transfer der Vorlage auf die große Leinwand zu ermöglichen und die Verfilmung dramaturgisch schlüssig zu gestalten. Von Kritikern wurde der Film als Teenie-Horrorfilm zerrissen. Einige Kritiker bemängelten außerdem, dass Oliver Parker einige der aussagekräftigsten Dialoge des Romans rausgeschnitten und eine Kostümparade inszeniert hat.

Das Bildnis des Dorian Gray ist nicht die erste Verfilmung des Klassikers. Schon 1910 wurd der Roman verfilmt und die Adaption von Oliver Parker ist die 16 Verfilmung. Auch andere Werke von Oscar Wilde, darunter Bühnenstücke, Erzählungen und Gedichte wurden mehrfach verfilmt.

Hier sind die sieben besten Filme, die auf den Werken von Oscar Wilde basieren und von denen die meisten bei den Kritikern besser davon gekommen sind als die aktuelle Verfilmung von Das Bildnis des Dorian Gray:

Klassiker mit glänzender Besetzung – A Good Woman (2006)
Good Woman – Ein Sommer in Amalfi kam 2006 in die Kinos und basiert auf dem Theaterstück Lady Windermeres Fächer von Oscar Wilde aus dem Jahr 1892. In Good Woman – Ein Sommer in Amalfi verlässt die verarmte Mrs. Erlynne (Helen Hunt) New York und reist an die italienische Riviera, wo sie ihren Sommer im Kreise reicher Amerikaner verbringt und auf das frisch verheiratet Paar Meg (Scarlett Johansson) und Robert Windermere (Mark Umbers) trifft. Meg wehrt Annäherungen anderer Männer vehement ab, während sich die als Verführerin verrufene Mrs. Erlynne immer indiskreter an Robert ranschmeißt. Mrs. Erlynne sieht sich erst mit Moralfragen konfrontiert, als sie vom schrulligen Lord Augustus (Tom Wilkinson) umgarnt wird. Good Woman – Ein Sommer in Amalfi ist eine moderne Verfilmung des Klassikers mit glänzender Besetzung. Regie führte bei der Beziehungstragikomödie Mike Barker (Spiel mit der Angst und Best Laid Plans).



Gelungenste Adaption des Romans – Das Bildnis des Dorian Gray (1945)
Die Verfilmung von Albert Lewin aus dem Jahre 1945 wird von einigen Wilde-Lieberhabern als die gelungenste Adaption des Romans gesehen. Sie kommt kraftvoll daher und wurde mit dem Oscar für die Beste Kamera ausgezeichnet. Albert Lewin führte die Nichte Basils neu in die Gesichte ein und das speziell für den Film angefertigte Gemälde von Dorian Gray (Hurd Hatfield) ist heute im Art Institute of Chicago ausgestellt.



Missverständnis, über Missverständnis – Ein perfekter Ehemann (1999)
Die Komödie Ein Perfekter Ehemann basiert auf Oscar Wildes gleichnamigen Bühnenstück und wurde 1999 für die große Leinwand adaptiert. Sir Robert Chiltern (Jeremy Northam) ist ein erfolgreicher, ambitionierter Minister der Regierung, wohlhabend und mit einer liebenden Frau (Cate Blanchett) an seiner Seite. All das steht auf dem Spiel, als plötzlich Mrs. Cheveley (Julianne Moore) in London auftaucht, die über Beweise für ein Verbrechen, das er in der Vergangenheit begangen hat, verfügt. Als Lord Goring (Rupert Everett), der das Geheimnis kennt, seinem Freund helfen will, bringt er diesen durch ein Missverständnis erst so richtig in Schwierigkeiten.



Unaufrichtigkeiten, über Unaufrichtigkeiten – Ernst sein ist alles (1952)
Im Gegensatz zu den meisten anderen Adaptionen von Oscar Wildes Texten, bleibt Ernst sein ist Alles aus dem Jahr 1952 seiner Vorlage sehr treu. Der entsetzte Ausspruch von Edith Evans „A handbag?“ ist legendär und der Film wurde von Kritikern oft für die Leistung der Schauspieler gelobt. In Ernst sein ist Alles geben die beiden englischen Gentlemen Algeron (Michael Denison) und John (Michael Redgrave) in ihrer Freizeit ihrem Vergnügen hin. Um ihre Leidenschaft vor ihrem Umfeld geheim zu halten, lassen sie sich Ausreden einfallen. Algernon behauptet, er besuche einen kranken Freund und Jack erzählt, er kümmere sich um seinen verantwortungslosen Bruder Ernst. Natürlich kommen ihre Unaufrichtigkeiten schon bald ans Licht.



Moderne Interpretation – Johnny 316 (2007)
2007 wurde Oscar Wildes “Salome”, das ursprünglich zur Zeit der römischen Besatzung Palästinas spielte, von Erick Ifergan modern interpretiert. In Johnny 316 trifft die hübsche, einsame Sally (Nina Brosh) auf Johnny (Vincent Gallo). Johnny ist ein Prediger, der auf der Straße den Passanten von Gottes liebe berichtet. Sally ist von Johnny angezogen, versucht ihn zu verführen und wird von Johnny, dem Gott wichtiger ist als seine fleischlichen Gelüste, abgewiesen. Doch Sally gibt nicht auf. Der Großteil des Filmes wurde bereits 1998 gedreht, fertiggestellt wurde er jedoch erst 2007.



Lady Windermeres Fächer a la Ernst Lubitsch
Im Jahre 1925 wurde Lady Windermeres Fächer zum zweiten Mal als Stummfilm verfilmt. Bei der Adaption von Ocars Wildes Bühnenstück führte Ernst Lubitsch Regie. Nach vielen Jahren kehrt die einst verstoßene Mrs. Erlynne (Irene Rich) nach Amerika zurück und versucht, wieder in den reichen Kreisen Fuß zu fassen und wird schnell zum Stadtgespräch. Ihre Tochter Lady Margaret Windermere (May McAvoy) erkennt Erlynne nicht mehr. Als Margarets Mann (Bert Lytell) versucht, die Wahrheit über die Identität ihrer Mutter vor ihr zu verheimlichen, glaubt Margaret, dass er sie betrügt und es kommt zum Eklat.



Verlegt in die Gegenwart – Das Bildnis des Dorian Gray (1970)
Und zu guter Letzt haben wir eine weitere der 16 Adaptionen von Das Bildnis des Dorian Gray in unsere Liste aufgenommen. Die Verfilmungen von 1970 erzählt unter der Regie von Massimo Dallamano die Geschichte des Dorian Gray in der Gegenwart. In dieser Version ist die Hauptfigur (Helmut Berger) ein echter Playboy, der den Jet-Set der 1960er sein Zuhause nennt und die sexuelle Revolution der 68er-Bewegung in vollen Zügen genießt. Die Adaption ist definitiv die skurillste der Verfilmungen von Das Bildnis des Dorian Gray und folglich erntete sie sehr schlechte Kritiken. Auch wenn die Grundzüge des Romans noch vorhanden sind, so ist der Film doch sehr weit von der ursprünglichen Geschichte entfernt und könnte als echte Trash-Perle bezeichnet werden.



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