Game of Thrones: Die realen Vorbilder der Figuren sind ganz anders gestorben

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Berichtet am liebsten über Gangsterstreifen und Werke, in denen sich Literatur und Filmkunst vereinen. Weiß, wo Leute hinkommen, die guten Scotch verschwenden.

Es ist kein Geheimnis, dass die 8. Staffel Game of Thrones und damit der Abschluss der erfolgreichen HBO-Fantasyserie bei den Fans polarisiert. Ebenso scheinen die Schauspieler nicht alle mit ihren Serientoden zufrieden zu sein. Neben Cersei-Darstellerin Lena Headey haben auch Maisie Williams alias Arya Stark und Conleth Hill alias Varys Kritik geübt. Doch ist die gerechtfertigt? Wir haben uns angesehen, wie die Schicksale der historischen Vorbilder unserer Lieblingsfiguren aussahen.

Historische Vorbilder in Game of Thrones

Während der Autor von Das Lied von Eis und Feuer, George R.R. Martin, für seine Fantasywelt mehrere historische Ereignisse zusammengemischt hat - ganz vorne mit dabei die Rosenkriege - trifft dies laut Esquire ebenso auf die Vorbilder seiner Figuren zu. Auch wenn Martin nie offiziell bestätigt hat, wer seine Charaktere wirklich inspirierte, lassen sich doch einige interessante Parallelen ziehen.

Tyrion Lannister - Richard III/Claudius

Der zwergenwüchsige Tyrion Lannister wird in Westeros aufgrund seines Äußeres als Monster betrachtet, ist jedoch gerade was Staatsangelegenheiten angeht überaus intelligent und talentiert. Diese (Propaganda)-Beschreibung trifft sowohl auf den letzten York-König Richard III. als auch auf den römischen Kaiser Claudius zu.

Beide waren fähige Staatsmänner, werden aber bis heute für ihr Aussehen verspottet. Während Richard III. 1485 während der Schlacht von Bosworth Field brutal getötet wurde, wurde Claudius aller Wahrscheinlichkeit nach von seiner letzten Ehefrau vergiftet. Wie man es auch dreht und wendet, Tyrion scheint sich mit seiner Redekunst als Hand des Königs ein besseres Ende erschlichen zu haben.

Jaime Lannister - Cesare Borgia/Gottfried von Berlichingen

Kaum eine Figur macht während der Serie eine so starke Wandlung durch wie Jaime Lannister, nur um diese dann am Ende der 8. Staffel komplett über Bord zu werfen. Seine dunkle Seite wird gut durch Cesare Borgia parallelisiert - ein hervorragender Kämpfer aus reicher Familie, verräterisch und angeklagt, mit seiner Schwester geschlafen zu haben.

Seine ehrenvollere Seite könnte von Götz von Berlichingen, dem Reichsritter mit der Eisernen (nicht Goldenen) Prothesenhand, inspiriert worden sein. Jaime stirbt in der Serie in den Armen seiner Schwester, als der Rote Bergfried über ihnen zusammenbricht. Während Borgia 1507 in einem Hinterhalt getötet wurde, starb Götz 1562 friedlich und in hohem Alter auf seiner Burg. Jaime hätte wohl doch eher auf seine helle Seite hören sollen.

Cersei Lannister - Margaret D'Anjou/Caterine De Medici

Die Figur der Cersei ist von mehreren historischen Frauen und mächtigen Königinnen wie Katharina der Großen inspiriert, vor allem jedoch von deren negativen Zuschreibungen. Am stärksten ist die Parallele zu Margaret D'Anjou, ehrgeizige Führerin der Lancaster-Partei im Rosenkrieg, der nachgesagt wurde, dem König einen Bastard untergeschoben zu haben.

Eine weitere Parallele findet sich zu Caterine De Medici, die aus einer reichen Familie stammte und der vorhergesagt worden war, dass alle ihre Söhne vor ihr sterben würden, was dann auch geschah. Obwohl beide Vorbilder am Ende scheiterten wie Cersei, starben sie im Gegensatz zu dieser eines natürlichen Todes.

Danerys Targaryen - Honoria/Henry VII /Kleopatra/ Elizabeth I.

Auch die Figur der Daenerys Targaryen ist aus mehreren Vorbildern gemischt worden. Während ihre inzestuöse Geschichte auf Kleopatra und die Ptolemaier verweist, lassen sich in ihr Parallelen zu Henry VII., der den englischen Thron nach den Rosenkriegen eroberte, zu Elizabeth I., der jungfräulichen Königin, und der römischen Prinzessin Honoria ziehen, die ihre Hand Atilla dem Hunnenkönig (Khal Drogo) anbot, um ihren Bruder zu stürzen.

Daenerys Tod durch ihren eigenen Neffen und Liebhaber erinnert derweil wohl noch am ehesten an Kleopatras Ende mit Marcus Antonius. Daenerys andere Vorbilder starben alle eines natürlichen Todes und nach meist langen Herrschaften. Wie Cersei ist Daenerys Schicksal in Game of Thrones also ungleich härter.

Jon Schnee - John of Gloucester/John Stark/ Caesar/William der Eroberer

Jon Schnees Leben hinter der Mauer wird gut durch John Stark parallelisiert, einen Kriegshelden des Amerikanischen Unabhängigkeitskampfes, der sich nach seiner Gefangennahme durch Indianer (Wildlinge) Respekt und Anerkennung unter diesen verschaffte. Sein Tod an der Mauer ist durch die Attentate auf John of Gloucester, Bastardsohn Richard III., und Gaius Julius Caesar, inspiriert.

Beide blieben nach den Messerstichen jedoch tot, was wohl daran lag, dass keine Rote Priesterin in der Nähe war. Während Jon schlussendlich nicht, wie von einigen Fans gehofft, wie der Bastard William der Eroberer als König auf dem Thron landete, ist sein bittersüßes Ende hinter der Mauer immerhin besser als Caesars letzter Besuch im Senat.

Sansa - Elizabeth of York/Elizabeth I.

Über weite Teile der Handlung ist Sansa ein Hochzeitsobjekt, das zwischen den einzelnen Häusern hin und her geschoben wird. Als (vermeintlich ) Letzte ihres Hauses scheint sie von Elizabeth of York inspiriert worden zu sein, die 1486 zur Beendigung der Rosenkriege Henry VII heiratete. Im Gegensatz zu Sansa als Königin des Nordens übte Elizabeth of York jedoch nie eine eigene Herrschaft aus.

Hier ähnelt Sansa eher Elizabeth I., die England 45 Jahre unabhängig beherrschte und in ihrer Jugend ebenfalls von einem älteren Mann (wie Kleinfinger) belästigt und zu eigenen Zwecken manipuliert wurde.

Bran und Rickon - Eduard V. und Richard of Shrewsbury

Gegen Ende der 2. Staffel verschwinden Bran und Rickon aus ihrer Gefangenschaft in Winterfell und tauchen erst sehr viel später wieder in der Geschichte auf. Ihre historischen Vorbilder hatten da nicht so viel Glück - die so genannten Prinzen im Tower Eduard V. und Richard of Shrewsbury verschwanden 1483 spurlos während ihrer Gefangenschaft - möglicherweise ermordet von ihrem Onkel Richard. Bran hat es da als König viel besser.

Arya - Großfürstin Anastasia

Eine historische Parallele zu Arya zu finden, ist gar nicht so einfach. Am ehesten würde sich noch Großfürstin Anastasia anbieten, die jüngste Tochter des letzten russischen Zaren und ein wildes und ungestümes Kind aus dem eisigen Norden.

Ihr kurzes Leben endete tragischerweise 1918 mit ihrer Hinrichtung, obwohl Gerüchte über ihr Überleben lange anhielten und viele Hochstapler sich als sie ausgaben (Ein wichtiger Punkt zu Arya in den Büchern). Arya hat in der Serie als Christoph Kolumbus hingegen eine rosigere Zukunft.

Theon - George Plantagenet

In seiner Zerissenheit zwischen Stark und Graufreud repräsentiert Theon am ehesten George Plantagenet, der seinen Bruder Edward IV. (wie seinen Ziehbruder Robb Stark) mehrfach betrog. Während sich Theon heroisch in der Serie opfert, wurde George von seinen Bruder der Legende nach - die Eiseninseln lassen grüßen - in Wein ertränkt.

Auf der nächsten Seite findet ihr Vergleiche zu weiteren Game of Thrones-Charakteren!

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