Game of Thrones: Wir erklären, wer im Finale auf dem Thron sitzen muss

Game of Thrones
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Moviepilot Team
the gaffer Jenny Jecke
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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.

Er piekst einen in den Hintern und treibt seine Besitzer regelmäßig in den Wahnsinn: Trotzdem will alle Welt in Game of Thrones auf dem Eisernen Thron der Sieben Königreiche sitzen. In der Nacht von Sonntag auf Montag startet die 8. und letzte Staffel der Fantasy-Serie nach den Romanen von George R.R. Martin.

Sieben Staffeln voller Intrigen und Krieg liegen hinter uns, in denen für diesen aus Schwertern geschmiedeten Thron ganze Häuser ausgerottet wurden. Aber wer wird am Ende der Serie sein Wohnzimmer mit dem Eisernen Thron aufhübschen?

Zusammen mit Jenny von T habe ich die wichtigsten Kandidaten und Fan-Favoriten für den Eisernen Thron ausgewählt. Wir sammeln Pro- und Kontra-Argumente und kommen am Ende zur einzig stimmigen Auflösung für das Finale von Game of Thrones.

Der Night King als disziplinierter Herrscher?

Pro: Von allen Königen in Game of Thrones hat der Night King (Vladimir 'Furdo' Furdik) die loyalste Gefolgschaft. Das zeugt von Führungsstärke. Er sorgt sich um die Nachwuchsförderung und beginnt schon früh mit der Ausbildung seiner Führungskräfte. Der Night King hat so gut wie keine Laster, er trinkt nicht, spielt nicht und verfolgt seine Ziele mit äußerster Disziplin.

Kontra: Er will alles Leben auf der Welt auslöschen.
(JJ)

Samwell Tarly - Game of Thrones-Held mit Weisheit und Wissen

Pro: Durch seinen Aufenthalt in der Zitadelle hat Samwell Tarly (John Bradley) mehr Wissen angehäuft als jede andere Figur aus Game of Thrones. Hinzu kommt eine gesunde Portion Weisheit: Er ist von einem Außenseiter zu einem wichtigen Puzzleteil im Spiel der Throne aufgestiegen und kann zudem als einer von wenigen von sich behaupten, einen White Walker getötet zu haben. Nicht zuletzt besitzt Sam ein reines Herz.

Kontra: Sam mangelt es noch immer an Durchsetzungsvermögen. Müsste er über Leben und Tod entscheiden, wäre er damit gewiss überfordert. Er selbst scheint sich auch eher in der Rolle eines Beraters wohlzufühlen, mit Macht kann er hingegen nichts anfangen.
(JU)

Bran Stark - Schlechter Führungsstil?

Pro: Als Dreiäugiger Rabe kann Bran Stark (Isaac Hempstead-Wright) in die Zukunft und Vergangenheit sehen, er kann die Bewegungen der Geschichte überblicken, die einem normalen Menschen verborgen bleiben, und daraus lernen. Er ist frei von persönlichen Sehnsüchten, die seine Perspektive verzerren.

Kontra: Hand hoch, wer freiwillig eine Stunde allein mit Bran verbringen würde! Bran fehlt es an Empathie für alltägliche Sorgen. Das Menschenleben an sich scheint für ihn im gigantischen Rad der Geschichte nicht zu zählen. Sein Umgang mit der traumatisierten Sansa und der aufopferungsbereiten Meera lässt auf einen schlechten Führungsstil schließen. Außerdem ist ihm so ziemlich alles egal, was nicht mit einem hübschen Baum zu tun hat.
(JJ)

Varys, die Spinne von Game of Thrones

Pro: Varys (Conleth Hill) ist ein Networker. Egal, wo man ihn hinschickt, er baut sich im Nu ein Netz von Informanten auf. Er hat Verbindungen in die entlegensten Winkel. Im Gegensatz zu seinem früheren Game of Thrones-Rivalen Petyr Baelish will Varys das Beste für Westeros, also vor allem Frieden. Er besitzt politische Weitsicht und eine pragmatische Seite, die manchen Berater überflüssig machen würde.

Kontra: Varys neigt zwar zu eleganten Monologen, doch ein Mann fürs Scheinwerferlicht ist er nicht. Er arbeitet am besten im Verborgenen, war in der Vergangenheit beunruhigend flexibel in seiner Loyalität und verdiente Spitznamen wie "Die Spinne" dürften kaum das Vertrauen der Gefolgsleute auf sich ziehen.
(JJ)

Theon Greyjoy muss sich im Finale als Anführer beweisen

Pro: Theon Greyjoy (Alfie Allen) durchlief in Game of Thrones zuletzt eine positive Entwicklung: Heute würde er wichtige Freunde oder Verbündete wohl nicht mehr hintergehen wie er es einst bei der Stark-Familie tat. Er ist reifer und verantwortungsvoller geworden – das sind wichtige Eigenschaften für einen potentiellen König.

Kontra: Die Eisenmänner aus der Serie bleiben traditionell lieber für sich, mit möglichen Alliierten könnte Theon also wahrscheinlich nicht gut umgehen. Außerdem muss er erst noch beweisen, dass in ihm wirklich ein Anführer steckt, der notfalls auch mutige Entscheidungen trifft und – vor allem - deren Konsequenzen trägt.
(JU)

Gendry kann schnell rennen - und sonst so?

Pro: Gendry (Joe Dempsie) ist ein rechtschaffener Kerl, mutig, verlässlich und als Bastard von Robert Baratheon in Game of Thrones mit einem tragfähigen Thronanspruch gesegnet. Pluspunkte: Er kann rudern, hämmern und um sein Leben rennen.

Kontra: Gendry besitzt allerdings keinerlei Erfahrung als Führungskraft, hat abgesehen von einer kleinen Guerilla-Truppe keine eigene Fraktion und scheint ein Mann der Tat, der Befehle anderer ausführt. Gendrys Fähigkeiten prädestinieren ihn eher für die Olympischen Spiele als den Eisernen Thron.
(JJ)

Jaime Lannister - Der Königsmörder unter den GOT-Figuren

Pro: Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) hat sich in den letzten Staffeln zu einer Art Anführerfigur entwickelt und kann auch kritische Situationen realistisch einschätzen. Zudem ist er als König moralisch weitaus vertretbarer als etwa seine Schwester – Jaime besitzt ein Gespür dafür, was richtig und gerecht ist. Dies führte zuletzt sogar zu einem (wohl endgültigen) Bruch mit Cersei.

Kontra: Wir kennen zwar die wahre Geschichte um Jaimes Vergangenheit, für die Mehrheit von Westeros gilt er aber immer noch als geächteter Königsmörder. Ausgerechnet ihn der Bevölkerung und einflussreichen Häusern als Herrscher zu verkaufen, kann daher hinten und vorne nicht funktionieren.
(JU)

Cersei Lannister - Schreckensherrscherin von Game of Thrones

Pro: Cersei (Lena Headey) fackelt nicht lange und weiß, wie sie ihren Willen durchsetzen kann. Ihre Autorität ist beeindruckend und einschüchternd. Von ihrem Vater Tywin hat sie sich einiges abgeschaut. Als amtierende Königin bringt sie sogar schon Erfahrung mit.

Kontra: Cersei übt in Königsmund eine Schreckensherrschaft aus und zögert nicht einmal, das Seefeuer innerhalb einer Stadt einzusetzen. Worte wie Gnade, Rücksicht und Vergebung sind ihr vollkommen fremd. Mittlerweile hat sie praktisch nur noch Feinde und Cerseis Ablösung wäre wohl im Interesse aller.
(JU)

Arya Stark - Rache ist ihr Gemüse

Pro: Arya (Maisie Williams) hat trotz ihres noch immer sehr jungen Alters mehr von der Welt gesehen als die meisten anderen Charaktere aus Game of Thrones. Auf ihrer turbulenten Reise hat sie wertvolle Erfahrungen gesammelt, die ihr als Königin nützlich wären.

Kontra: Die jüngste Stark-Tochter agiert sehr impulsiv und lässt sich (auch über Jahre hinweg) von Rachegefühlen leiten. Eine gerechte Königin wäre sie insoweit eher nicht. Ohnehin betrachtet sich Arya als Kämpferin, ein Interesse am Platz auf dem Thron hat sie hingegen überhaupt nicht.
(JU)

Tyrion Lannister ist in Staffel 8 als Berater gefragt

Pro: Tyrion (Peter Dinklage) hat sich in Game of Thrones als pragmatischer Stratege mit Idealen bewiesen, den diese aber auch nicht erblinden lassen. Der Lannister-Spross besitzt einen halbwegs intakten moralischen Kompass und kann aus wenigen Ressourcen viel zaubern. Vor allem kann er verfeindete Fraktionen an einen Tisch holen - oder bemüht sich wenigstens.

Kontra: Er bildet sich zu viel auf seine Cleverness ein. Tyrion kommt über (frühkindliche) Kränkungen nicht hinweg und manövriert sich mit der Genauigkeit eines Uhrwerks alle paar Staffeln an einen Abgrund, dem er wie durch ein Wunder entkommen muss. Wenn die Macht Minderwertigkeitskomplexe einebnen soll, kann das schnell zu Kurzschlusshandlungen führen.
(JJ)

Sansa Stark könnte im Game of Thrones-Finale als Strategin auftrumpfen

Pro: Sansa (Sophie Turner) hat sich zu einer klugen Strategin entwickelt, die alle Optionen abwägt, bevor sie in eine Schlacht (der Bastarde) zieht. Sie nutzt in Game of Thrones Allianzen und selbst wenn persönliche Antipathien im Wege stehen, scheut sich nicht, auf ihren Standpunkt zu beharren und achtet auf den Rat ihrer Begleiter.

Kontra: Sansas teils schreckliche Erlebnisse haben sie gegenüber der Gewalt abgestumpft. In ihrer Bestrafung ihrer Peiniger Ramsay Bolton und Petyr Baelish äußert sich eine Lust am Spektakel der Gewalt, die mit den Idealen ihres Vaters Ned nicht zu vereinen ist, und eher ihrem Beinahe-Ehemann Joffrey ähnelt.
(JJ)

Daenerys Targaryen röstet für ihr Leben gern

Pro: Daenerys (Emilia Clarke) besitzt unbestreitbar die Aura und Autorität einer Königin (Feuer-Spaziergänge helfen). Ihr zu Füßen sitzen in Game of Thrones die Mittel, um zu herrschen, ob Drachen oder Armeen. Sie hat sich als Erobererin bewiesen und achtet auf ihre Berater, was schon ein gewisser Lannister-Vater als wichtigste Eigenschaft eines Königs ausmachte.

Kontra: Danerys neigt dazu, gewöhnliche Soldaten (oder ganze Armeen) wegzurösten. Eine gewisse Grausamkeit liegt in der Familie. Vor allem aber hat Daenerys noch nicht gezeigt, ob sie nach der Eroberung auch herrschen kann. Der feuerspuckende Effekt steht ihr, das Tagesgeschäft als Politikerin endete zuletzt in einer Rebellion.
(JJ)

Jon Snow - Steckt zu viel Ned in ihm?

Pro: Von allen Charakteren aus Game of Thrones verfügt Jon (Kit Harington) wohl über den besten moralischen Kompass. Er weiß, wie man Interessen gegeneinander abwägt und zu einem gerechten Ergebnis gelangt. Nicht zuletzt besitzt er ein großes Einfühlungsvermögen und kann sogar über alte Feindschaften hinweg sehen, wenn ein Kompromiss Sinn ergibt.

Kontra: Jon ist ein mieser (Kriegs-)Stratege und wäre ohne das eigenmächtige Einschreiten seiner Schwester Sansa in der Schlacht der Bastarde verloren gewesen. Früher oder später (eher früher) würde ihn seine Naivität vermutlich den Kopf kosten – genau, wie es bei seinem Ziehvater Ned der Fall war.
(JU)

Wir entscheiden, wer im Finale von Game of Thrones auf dem Thron sitzen muss

Wir haben das Pro und Kontra von 13 Anwärtern abgewogen und kommen zum Schluss: Keine der Figuren ist für den Eisernen Thron geeignet. Es wäre vergeblich, nach dem fehlerlosen, idealen Herrscher in Game of Thrones zu suchen - und langweilig auch.

Wenn wir aus dem Pro und Kontra jedoch einen Schluss ziehen, dann dass der Eiserne Thron selbst zerstört werden sollte. Seine Existenz hat Tod und Verderben über Westeros gebracht und seien wir ehrlich, das Teil ist mega unbequem. Da stehen wir also ganz bei Daenerys: Das Rad bzw. der Thron muss gebrochen werden. Alles andere würde in Game of Thrones nur zu weiteren Kriegen führen.

Die finale Staffel Game of Thrones könnt ihr ab 15. April mit Sky Ticket parallel zur US-Ausstrahlung streamen. Die Staffeln 1-7 sind dort sogar ab sofort verfügbar. Einfach monatlich kündbar – jetzt hier testen!

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