Vergesst Indiana Jones 5: Gebt uns National Treasure 3 mit Nicolas Cage

Das Vermächtnis des geheimen Buches
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Das Vermächtnis des geheimen Buches
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Hand aufs Herz: Wer macht sich absolut überhaupt keine Sorgen um Indiana Jones 5? Wer denkt, dass die Fortsetzung, auf die sich Harrison Ford angeblich über alle Maßen freut, alle Fehler von Indiana Jones 4 korrigieren und zu alter Größe zurückfinden wird? Ich jedenfalls nicht. Aber glücklicherweise gibt es jetzt auch Lebenszeichen eines Abenteuer-Franchises, dessen Fortsetzung ich nur zu gern sehen würde.

Ich denke dabei nicht an den indischen Dschungel oder den heiligen Gral. Ich denke an Washington, geheime Schriftstücke und Nicolas Cage. Denn es soll derzeit am Drehbuch für eine Fortsetzung der National Treasure- oder Vermächtnis-Reihe (Das Vermächtnis der Tempelritter, Das Vermächtnis des geheimen Buches) gearbeitet werden. Und das könnte sehr viel genialer werden als ein fünfter Indiana Jones. Warum? Das erkläre ich mit allergrößtem Vergnügen.

Vermächtnis der Tempelritter & des geheimen Buches: National Treasure altert besser

Da wäre zunächst der Aspekt des Grundkonzepts. Nicolas Cages Figur des Benjamin Franklin Gates ist Historiker. Seine Abenteuer drehen sich um die hauseigene Geschichte der USA. Dabei ist natürlich nicht alles geschichtlich korrekt, sondern häufig fröhlich verdrehter Nonsens. Aber das tiefe Eintauchen in vergangene Jahrhunderte und das Entdecken von Außergewöhnlichem an völlig gewöhnlichen Orten hat einen ganz besonderen Charme.

Indiana Jones reiste zu seiner Zeit an die exotischsten Orte, in einer Welt der 80er, als Dschungel und Wüsten noch ein unbekannter Zauber innewohnte. Damals waren seine Reisen geradezu fantastisch, die gesuchten Schätze magisch. In der heutigen Zeit, in der manche mal eben für ihr verlängertes Wochenende nach Indien abzischen, funktioniert dieses Konzept einfach nicht mehr so gut.

National Treasure braucht nicht weit in die Ferne zu blicken, sondern lediglich zurück in die Geschichte. Das funktioniert ganz unabhängig von unserer Globalisierung, denn historische Figuren und Ereignisse behalten auch nach Jahrzehnten der Forschung immer noch eine gewisse Mystik.

Dynamik und Energie statt Altstars: Nicolas Cage als Triebfeder

Harrison Ford bewies in Blade Runner 2049, wie leidenschaftlich er noch spielen kann. Allerdings ist fragwürdig, wie viel von dieser gebündelten Energie er nach Indy 4 noch in einen fünften Teil mitbringt. Indiana Jones war stets vor allem ein Actionheld, und dafür ist Harrison Ford schlicht zu alt.

Ein Nicolas Cage steht natürlich auch nicht mehr in der Blüte seiner Jugend. Doch zuletzt bewies er mit irren Spektakeln wie Die Farbe aus dem All oder Mandy, dass er nach wie vor so richtig überkochen kann. Und in National Treasure müsste er nicht einmal sein Action-Repertoire abrufen, denn Ben Gates ist vor allem ein Denker, ein liebenswert schrulliger Nerd. Was ebenfalls in jedem Alter funktioniert. Bleibt nur zu hoffen, dass er für Teil 3 auch mit an Bord sein wird. Zur Besetzung gibt es leider bislang keine Neuigkeiten.

Die Freiheit der Vergessenen: Die Vermächtnis-Reihe steht nicht unter Druck

Zuletzt hat die National Treasure-Reihe einen gigantischen Vorteil: Sie muss keine überirdischen Erwartungen befriedigen. Die Filme nahmen sich nie übermäßig ernst und haben eine Fangemeinde, die nicht einmal annähernd an die eines Indiana Jones heranreicht. Ergo wären Drehbuchautor Chris Bremner, der Regisseur und Produzent (Jerry Bruckheimer, haben Sie schon was vor?) sehr frei in ihrem Tun.

Die Fallhöhe ist niedrig, es gibt kein jahrzehntelanges Erbe und eine niedrige Nostalgie-Hemmschwelle - alles Probleme, an denen sich ein Indiana Jones 5-Drehbuch aufreiben kann. Die Disney-Filme warteten zudem immer mit einer ordentlichen Prise Trash-Appeal auf, also stehen alle Türen offen für eine richtig verrückte Handlung. So verrückt, dass plötzlich Aliens auftauchen, muss National Treasure 3 aber natürlich nicht werden.

Von mir aus darf ein Geheimnis von Puritaner-Vater Oliver Cromwell, eine Trump-Verschwörung oder eine Verbindung von Alexander Hamilton zum Hamilton-Schöpfer Lin-Manuel Miranda erfunden werden. Oh, und nebenbei dürfte der auch gleich gecastet werden, völlig egal in welcher Rolle. Wegen mir darf sogar gesungen werden. Solange die Geschichte meinen Abenteuer- und Rätselsinn weckt, kann nichts schiefgehen.

Also, Disney: Macht euch an die Arbeit. Holt Nicolas Cage an Bord, sucht euch abgefahrene Geschehnisse der amerikanischen Geschichte, tobt euch aus und schließt diese Reihe endlich als vollständige Trilogie ab. Das Engagement eines Drehbuchautors für Vermächtnis-Film Nummer 3 ist ja schon mal ein erster Schritt.

Wer übrigens bei meiner Lobeshymne ebenfalls nostalgisch geworden ist, kann sich Das Vermächtnis des geheimen Buches heute Abend um 20:15 auf RTL II ansehen.

Was wünscht ihr euch mehr: National Treasure 3 oder Indiana Jones 5?

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