Watchmen erklärt: Die wichtigsten Fragen zur Serie

Regina King in Watchmen
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Volontär bei Moviepilot. Süchtig nach Star Wars-Memes, leidet an Game of Thrones-Hangover und sucht immer noch nach dem One Piece.

Mit der Watchmen-Serie auf HBO erzählt Lost- und The Leftovers-Showrunner Damon Lindelof eine Geschichte basierend auf einem der besten und beliebtesten Comics überhaupt. Dabei nimmt er aber kaum Rücksicht auf Neulinge. Das ist ein wenig schade, denn der verwirrende Beginn könnte viele Zuschauer davon abschrecken, der vielversprechenden Fortsetzung eine Chance zu geben.

Wir möchten euch den Einsteig erleichtern und haben hier alle wichtigen Informationen für die Serie zusammengefasst. Vom Finale der Comicvorlage über die geschichtlichen Hintergründe und die alternativen Geschehnisse der Watchmen-Welt. Das Wissen aus den folgenden Absätzen wird euch das düstere Superhelden-Universum näherbringen.

Ist die Watchmen-Serie eine Fortsetzung des Comics oder des Films?

Die Ereignisse von HBOs Watchmen spielen 34 Jahre nach den Geschehnissen des Graphic Novels. Damon Lindelof bezeichnet seine Serie zwar als Remix der Vorlage, doch es spricht nichts dagegen, sie als direkte Fortsetzung zu sehen. Dabei knüpft die Serie allerdings an den Comic an und nicht an Zack Snyders Verfilmung Watchmen - Die Wächter von 2009.

Zwar ähnelt sie dem Comic fast Bild für Bild, doch das Ende wurde stark abgeändert. Als Vorbereitung für die Serie dient der Film also nur bedingt. Das Original-Ende des Comics sollte man einfach kennen, um besser durchzublicken.

Muss ich den Watchmen-Comic lesen, um die Serie zu verstehen?

Nicht unbedingt. Um die Kernhandlung der Serie zu verstehen, reicht hoffentlich dieser Artikel. Allerdings gibt es zahlreiche kleine Anspielungen in der Fortsetzung, die für echte Watchmen-Fans einen Mehrwert liefern. Auch die wenigen Charaktere, die sowohl im Comic als auch in der Serie auftauchen, dürften Kenner des Comics einfach mehr bieten als Neulingen.

Außerdem solltet ihr die Antwort nicht davon abhängig machen, ob ihr die Serie sehen wollt oder nicht. Der Watchmen-Comic ist für sich genommen ein Meisterwerk und es lohnt sich so oder so, ihn zu lesen.

Ich will den Comic nicht lesen. Um was geht es darin?

Watchmen spielt in einer alternativen Version unserer Realität im Jahr 1985 und der Kalte Krieg steht kurz davor, in einem atomaren Desaster zu münden. Die Comichandlung findet hauptsächlich in New York statt. Einst gab es dort kostümierte Helden, die sogenannten Minutemen, doch deren Form der Verbrechensbekämpfung ist mittlerweile illegal.

Der soziopathische Rorschach ist der einzige, der sich nicht ans Superhelden-Verbot hält. Er möchte den Serienkiller schnappen, der die ehemaligen Mitglieder der Minutemen nach und nach ermordet, und deckt damit einen finsteren Plan auf.

Wie endet der Watchmen-Comic?

Vorsicht, es folgen Spoiler zum Ende des Comics: Rorschach deckt zusammen mit den Helden Nite Owl und Silk Spectre auf, wer hinter den Morden steckt. Es ist ihr ehemaliger Kollege Ozymandias, der mit enormer Intelligenz, athletischem Körper und unfassbarem Reichtum gesegnet ist. Dessen Ziel ist es, den Kalten Krieg zu beenden, wofür er einen wahnwitzigen Plan erdacht hat.

Ozymandias hat ein künstliches Tentakelwesen erschaffen, mit dem er einen Alienangriff auf New York City inszeniert. Unter dem Eindruck, von Außerirdischen attackiert zu werden, beenden die USA und UdSSR ihren Konflikt und verbünden sich. New York wird durch eine Atombombe vernichtet, doch Ozymandias' Plan geht letztlich auf. Von nun an herrscht Frieden zwischen den Großmächten.

Rorschach gibt sich damit nicht zufrieden. Er möchte die Wahrheit ans Licht bringen, wird aber von dem nahezu allmächtigen Helden Doctor Manhattan getötet. Vor seinem Tod hat der maskierte Antiheld aber sein Tagebuch, das Ozymandias' Massenmord aufdeckt, an einen Zeitungsverlag gesendet.

Um was geht es in der Watchmen-Serie?

HBOs Watchmen spielt im Jahr 2019. Selbst Fans müssen erstmal herausfinden, was seit den Geschehnissen im Comic passiert ist. Denn die Geschichte von Watchmen unterscheidet sich trotz vieler Gemeinsamkeiten dann doch grundlegend von der echten Welt.

In der Serie ist Schauspieler Robert Redford seit rund 20 Jahren US-Präsident und führt das Land mit linksgerichteter Politik. So führt er unter anderem die sogenannten Redfordations ein. Dabei handelt es sich um finanzielle Entschädigungen für Opfer rassistischer Gewalt.

Wie es im restlichen Land aussieht, wissen wir nicht, doch in Tulsa, dem Ort, in dem die Serie spielt, wächst eine rechtsextreme Gruppierung heran. Die sogenannte Siebte Kavallerie geht auf die Jagd nach Polizisten, um es dem Staat heimzuzahlen.

In einer fatalen Nacht, der sogenannten White Night, wurden zahlreiche Beamte Opfer terroristischer Anschläge. In ganz Tulsa brach die Siebte Kavallerie in die Privathäuser der Polizisten ein und tötete, wen sie konnte. In der Folge wurde die Polizei stark dezimiert. Aus diesem Grund tragen die übrig gebliebenen Gesetzeshüter in der Serie gelbe Masken im Dienst, um im Privatleben geschützt zu sein.

Wer sind die Superhelden in Watchmen?

Von klassischen Superhelden kann in Watchmen wohl keine Rede sein. Allerdings gibt es in der Serie vier Polizisten mit besonderen Kostümen:

  • Sister Night (Regina King) ist komplett in schwarz gekleidet, ihr bürgerlicher Name ist Angela Abar. Sie ist die Hauptfigur der Watchmen-Serie.
  • Looking Glass (Tim Blake Nelson) trägt eine verspiegelte Maske, die er bei Verhören nutzt, um sein Gegenüber zu manipulieren.
  • Red Scare (Andrew Howard) trägt einen roten Jogginganzug und eine rote Sturmhaube. Er ist nach eigener Aussage Kommunist.
  • Panda (Jacob Ming-Trent) trägt eine riesige Pandamaske auf dem Kopf, viel mehr ist derzeit noch nicht über ihn bekannt.

Noch hat die Serie nicht verraten, warum die vier Gesetzeshüter individuelle Kostüme haben und warum sie offenbar einen Sonderstatus innerhalb der Polizei genießen. Möglicherweise folgt die Aufklärung in einer späteren Episode.

Was hat die erste Szene aus Folge 1 zu bedeuten?

Obwohl die Watchmen-Serie in der Gegenwart spielt, beginnt sie mit einer Szene aus dem Jahr 1921. Tulsa wurde damals nämlich auch in der echten Welt Schauplatz eines der dunkelsten Kapitel in der US-amerikanischen Geschichte. In kaum einer anderen Stadt florierte das Leben der afroamerikanischen Bevölkerung damals so wie in Tulsa. Das Viertel Greenwood war damals sogar als Black Wall Street bekannt.

Doch am 31. Mai und 1. Juni 1921 traf Greenwood das volle Ausmaß rassistischer Gewalt. Laut einem Zeitungsbericht wurde ein weißes Mädchen von einem afroamerikanischen Mann vergewaltigt. Es bildete sich ein weißer Lynchmob, der nicht nur mordend durch die Straßen Tulsas zog, sondern sogar mit Flugzeugen über die Häuserdächer flog und Bomben abwarf.

Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt, Schätzungen liegen zwischen 100 und 300 Toten. Sicher ist: Das Massaker von Tulsa ist eine der schlimmsten rassistischen Gewalttaten in der US-Geschichte.

  • Watchmen schauen: Watchmen besteht aus 9 Episoden à 60 Minuten und läuft seit dem 4. November 2019 bei Sky Ticket. Wöchentlich erscheint jeweils montags eine neue Folge.

Watchmen greift den Akt zu Beginn auf, um seine Rassismus-Thematik mit einem realen Vorfall greifbarer zu machen. Außerdem hat eine fiktive Figur in der Serie die brutalen Ausschreitungen miterlebt, wodurch eine direkte Verbindung mit der Haupthandlung besteht.

Was haltet ihr von der Watchmen-Serie von Damon Lindelof?

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