Wie Joker: Im Birds of Prey-Trailer erschüttert Harley Quinn das DC-Universum

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© Warner Bros.
Birds of Prey
09.01.2020 - 17:22 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Verschiedene Berichte von Set-Besuchen zeichnen ein konkreteres Bild von Birds of Prey. Der Harley Quinn-Film könnte ähnlich wild und ambitioniert im DC-Universum einschlagen wie Joker. Das zeigt auch der neue Trailer.

Update, 17:22 Uhr: Wir haben den Artikel um den neuen Birds of Prey-Trailer ergänzt und aktualisiert.

Gelingt Warner Bros. in seinem DC-Filmuniversum nochmal ein ähnliches Großereignis wie Joker? Nachdem der Marvel-Konkurrent mit dem anfangs eingeschlagenen Weg eines eigenen Cinematic Universe noch gnadenlos scheiterte, hob Todd Phillips' kontrovers diskutierte Version des ikonischen Batman-Schurken DC auf eine ganz neue Ebene.

Mit dem Ansatz, künstlerische Visionen und eigenständige Einzelfilme zu realisieren, hebt sich das Studio endgültig vom Marvel Cinematic Universe ab. In die gleiche Kerbe dürfte auch das kommende Harley Quinn-Spin-off Birds of Prey schlagen, das die enttäuschende Suicide Squad-Verfilmung von David Ayer vergessen machen und den schon damals heimlichen Star des Films ins verdiente Rampenlicht rücken soll.

Anfang Dezember 2019 sind zuletzt diverse Berichte über Set-Besuche von Birds of Prey erschienen, die ein konkretes Bild des Spin-offs mit Margot Robbie in ihrer Paraderolle zeichnen. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir deshalb für euch aufgeschlüsselt. Weiter unten im Artikel könnt ihr euch außerdem den neuen finalen Trailer zu Birds of Prey anschauen.

In Birds of Prey trennt sich Harley Quinn vom Joker - und damit von Suicide Squad

Bei ihren Set-Besuchen bekamen CinemaBlend  und JoBlo  vor allem den emanzipatorischen Charakter des Spin-offs näher erklärt, der sich auch schon im Titel Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn widerspiegelt. Gegenüber CinemaBlend erklärte Margot Robbie hinsichtlich der Beziehung zwischen Harley und Joker:

Etwas, das ich in Suicide Squad, dem ersten Film, stark erforscht habe, war Harleys Abhängigkeit vom Joker. Offensichtlich hat er einen enormen Einfluss auf sie. Aber sie war auch in einer engen Beziehung zu ihm, als wir Harley zum ersten Mal in Suicide Squad auf der Leinwand sahen.
Ich wollte herausfinden, welche Version von Harley aus einer Beziehung hervorgeht und ob sie von sich aus aus einer Beziehung herauskommt oder ob er sie irgendwie an den Straßenrand getreten hat. Es beschäftigt sie immer noch, aber auf eine ganz andere Art und Weise, und ich dachte, wir würden eine ganz andere Facette ihrer Persönlichkeit sehen. 'Persönlichkeiten' würde ich sagen, weil ich denke, dass sie mehrere hat.
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Auf der CCXP 2019 wurde den anwesenden Fans bereits die Eröffnungsszene von Birds of Prey gezeigt, in der sich Harley und der Joker voneinander trennen. Für einen radikalen Neuanfang sprengt sie am Ende des Auftakts schließlich ACE Chemicals in die Luft, den Ort, an dem sowohl sie als auch der Joker "geboren" wurden.

Schon mit dem neuen Joker-Film von Todd Phillips hat Warner Bros. die überwiegend ungeliebte Joker-Interpretation von Jared Leto in Suicide Squad aus dem eigenen DC-Filmuniversum verbannt. Die Trennung zwischen Harley und Joker in Birds of Prey dürfte demnach die vollständige Abspaltung von David Ayers Film markieren.

Mehr und mehr scheint Warner Bros. in naher Zukunft vor allem damit beschäftigt zu sein, vergangene Fehler (sprich: das DCEU) erfolgreich auszubügeln.

Cathy Yan lässt verschiedene Inspirationen in den Stil von Birds of Prey einfließen

Neben dem emanzipatorischen Fokus auf Harley Quinn ist Birds of Prey auch eine betont feministische DC-Produktion mit zahlreichen weiblichen Verantwortlichen vor und hinter der Kamera. Laut CinemaBlend ließ Regisseurin Cathy Yan zudem ihre persönlichen Erfahrungen mit dem aktuellen Zeitgeschehen einfließen:

Ich habe diesen Handlungsbogen sehr oft selbst durchlaufen, speziell in Bezug auf das, was vor dem Hintergrund von MeToo und in den letzten Jahren in unserer Branche passiert ist. Das hat sich also definitiv auch bei mir eingeschlichen.
Für mich war dieser Film so viel mehr als ein Superheldenfilm über das erste Mädchen oder sowas. Er hat wirklich eine überzeugende Geschichte und eine Thematik, die für mich sehr, sehr persönlich ist.

Beim Set-Besuch von Slash Film  sprach die Regisseurin zusätzlich über die verschiedenen filmischen Einflüsse für ihre Birds of Prey-Vision. Laut Cathy Yan ist Harley ganz klar die Erzählerin des Films, der aus ihrer Perspektive geschildert wird.

Trotzdem sollen der Regisseurin dabei Filme wie Akira Kurosawas Rashomon oder Quentin Tarantinos Pulp Fiction als Vorbilder gedient haben. Filme, in denen die erzählerische Perspektive unzuverlässig ist und Details des Gezeigten nicht unbedingt immer mit dem übereinstimmen, was gerade von der Stimme aus dem Off behauptet wird.

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Auch für den visuellen Stil von Birds of Prey hatte Cathy Yan klare Vorstellungen:

Visuell wurde ich denke ich ziemlich stark von Uhrwerk Orange beeinflusst. Unser Black Mask Club hat zum Beispiel viel von der Milchbar. Die weiblichen Figuren habe ich ebenfalls neu interpretiert und an den Mod-Stil der 70er-Jahre angepasst.
Wir haben wirklich versucht, diesen Film so aussehen zu lassen, wie ihr es noch nie in einem Superheldenfilm gesehen habt. Und ihn wirklich in einer Realität und in einigen Filmen zu verankern, die ich im Laufe der Jahre geliebt habe.

Auch der neue finale Trailer zu Birds of Prey hebt diesen Stil hervor, durch den die DC-Produktion an die psychedelische Verwegenheit der 70er-Jahre anknüpft:

Birds of Prey wirft Vergleiche zu einem MCU-Film auf

Sehr früh äußerte Margot Robbie bereits den Wunsch, dass Birds of Prey ein Mädchen-Gang-Film mit R-Rating und Harley Quinn werden soll. Das R-Rating ist mittlerweile offiziell bestätigt und durch den illustren Cast mit Stars wie Mary Elizabeth Winstead, Ella Jay Basco, Rosie Perez und Jurnee Smollett-Bell ist die Mädchen-Gang perfekt.

Comic Book  hat Birds of Prey unterdessen mit einem Film der Marvel-Konkurrenz verglichen. Aufgrund der Handlung, in der eine Gruppe untypischer Helden zunächst eher widerwillig zusammenarbeitet, hat der DC-Film die Ausstrahlung einer R-Rating-Version von Guardians of the Galaxy.

Trotzdem dürfte sich die finale Fassung von Birds of Prey stark von der Marvel-Konkurrenz unterscheiden. Dem hyperrealistischen, extrem geerdeten Joker mit Joaquin Phoenix stellt Warner Bros. als nächstes einen klaren Gegenentwurf gegenüber.

Mit dem feministisch geprägten, psychedelisch angehauchten und von ungebremstem Wahnwitz durchzogenen Harley Quinn-Spin-off könnte das Studio das eigene DC-Universum erneut kräftig erschüttern. Am 6. Februar 2020 startet Birds of Prey bei uns in den Kinos.

Was erwartet ihr euch vom Harley Quinn-Spin-off Birds of Prey?

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