Blood Brothers

Bloedbroeders (2008), NL
Laufzeit 90 Minuten, Thriller

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Blood Brothers - Bild 2193900
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von Arno Dierickx, mit Erik van Heijningen und Matthijs van de Sande Bakhuyzen

Im Sommer 1960 ereignete sich in den Niederlanden ein unvorstellbarer Mord: Drei Teenager töteten einen 14-jährigen Mitschüler aus purer Willkür. Zuvor versteckten und umsorgten sie ihn fünf ganze Wochen lang auf einem Dachboden, damit er wegen eines gestohlenen Motorrads keinen Ärger bekäme. Wie sich die Gewalt allmählich ins Verhalten der Freunde einschleicht – die dem Kumpel aus armen Verhältnissen zunächst helfen wollen; dann die Lust daran verlieren, aber den ungebetenen Gast nicht mehr los werden – schildert der belgische Regisseur Arno Dierickx quälend detailliert, in all seiner psychologischen Grausamkeit und beklemmend eindringlichen Bildern. Es ist die konsequente Anatomie eines Verbrechens, wie es sich in einer von Standesdünkel und Zwängen geprägten, verbohrten Zeit zutrug. Wie so oft ist es ein eng begrenzter, abgeschotteter Raum, in dem niedere Instinkte offenbar bestens gedeihen. Auch ehrgeizige Zukunftsträume sind eine treibende Kraft in der Geschichte des Arbeitersohns Simon, der sich für einen Sommer die Gunst der reichen Brüder Arnout und Victor erschmeicheln kann und fast das Gefühl bekommt, dazuzugehören. Bis der stets in Schwierigkeiten steckende Raufbold Ronny plötzlich in der luxuriösen Villa auftaucht und um Unterschlupf bittet. Der wird ihm großzügig gewährt. Doch schon bald beginnen Eifersüchteleien, Macht- und Männlichkeitskämpfe das Verhältnis der vier Jungs gefährlich zu vergiften.


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Kubrick_obscura

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Bewertung6.5Ganz gut

"Blood Brothers" ist keine Perle, aber ein Film mit Profil und in seiner authentischen Ernsthaftigkeit gänzlich unpassend auf dem Fantasy Filmfest.
Die nach wahren Motiven gestrickte Story lotet die Dynamik menschlichen Handelns inmitten unterschiedlicher sozialer Millieus aus.
Die sehr gut agierenden Jung-Darsteller lassen den Film zu jeder Zeit glaubwürdig wirken. Doch stilistisch verfranst sich der Film. Der Entschluss mit einem auffallend melodischen Score und einer ruhigen ästhetischen Kamera zu arbeiten soll Kontraste zum Inhalt erzeugen, verleugnet aber die Nähe, die der Zuschauer zu den Figuren aufbauen SOLL!
Dazu kommt das währendessen Akzente (Kussszene) angerissen werden und nicht weiter verfolgt oder erklärt werden.
Den schwersten Fehler begeht der Film aber damit, den Tätern mehr Sympathien einzuräumen als dem Opfer.
Trotzdem ist es ratsam den Film zu sehen, weil er es versucht jenseits von Skandal und Moral, das Morden sichtbar zu machen.

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