Capturing the Friedmans

Capturing the Friedmans (2003), US
Laufzeit 107 Minuten, Dokumentarfilm

- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.2 Community
15 Bewertungen
3 Kommentare
Capturing the Friedmans - Bild 1534550
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von Andrew Jarecki,

Diese Doku dreht sich um den Professor Arnold Friedman und seinen Sohn Jesse, die des Besitzes kinderpornographischen Materials beschuldigt werden, was durch weitere Untersuchungen der Behörden auch bestätigt wird.

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Kommentare (3) — Film: Capturing the Friedmans

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andyewest88

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die 2003 für den Oscar nominierte Dokumentation setzt sich mit dem Fall Arnold Friedman auseinander: Der Schullehrer wurde im Jahr 1980 angeklagt, zusammen mit seinem Sohn Jesse mehrere Kinder in seinem Computer-Kurs sexuell missbraucht zu haben.
Der Film benötigt zwar einige Anlaufzeit, entpuppt sich dann aber als unglaublich gut recherchierte Doku über ein schreckliches Verbrechen und die damit verbundenen entstehenden Konflikte innerhalb der betroffenen Familie.
Herausragendes Merkmal dieser HBO-TV-Doku waren allerdings Schnitt und Dramaturgie. Die Filmemacher erlauben sich so gut wie keine Wertung, und bilden das Geschehene 1:1 so ab wie es geschah. Durch intelligent ausgewählte Interview-Partner, die sich je nach dem sowohl perfekt ergänzen, als auch kontrastieren, entsteht das verstörende Bild einer Familie, die ihren Zerfall selbst auf Video festhielt. Durch die dünne Beweislage und die sehr ausgereifte Alternation der Interviewpartner, ist es für den Zuschauer (beängstigender Weise) fast unmöglich sich nur auf eine Seite zu stellen.
HBO stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass auch Fernsehproduktionen nicht immer lieblos dahin geschmiert sind. In diesem Film steckt viel viel Arbeit; sie hat sich gelohnt!

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Sonse

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Andrew Jareckis preisgekrönter Dokumentarfilm nutzt selbst gedrehte Archivaufnahmen der Familie Friedman sowie Interviews, um die erschütternde und bizarre Geschichte einer Familie zu erzählen, die sich selbst zerfleischte als der Vater des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt wird.

In den 1980ern wird das Haus Arnold Friedmans, angesehener Lehrer und Vater von drei Söhnen, auf Long Island von der Polizei durchsucht. Er wurde dabei ertappt sich eine Zeitschrift mit kinderpornografischen Inhalten aus der Niederlande bestellt zu haben. Kurz darauf werden Familien aus der Gegend von Polizeibeamten nach Computerkursen befragt, in welchen Friedman ihre Kinder unterrichtete. Innerhalb kurzer Zeit werden grausige Beschuldigungen laut, Friedman habe sich an Nachbarsjungen, seinen Schülern, vergangen. Bald darauf wird auch sein jüngster Sohn Jesse von der Polizei verdächtigt. Soviel weiß man sicher. Die Familie implodiert und "dank" David, ältester Sohn und Hobbyfilmer mit Dokumentationsfimmel, gibt es Videoaufnahmen davon. Man kann als Zuschauer dieser Familientragödie nur sprachlos zusehen. Der für mich beeindruckendste Moment ist jedoch eine Audioaufzeichnung eines Streits am Esstisch, als die Brüder ihre Mutter anschreien und ihr vorwerfen den Vater nach seiner Verhaftung nicht ausreichend zu unterstützen.

"Capturing the Friedmans" ist nicht nur die Dokumentation eines Familiendramas. Der Film ist besonders stark, sobald er sich mit der Undefinierbarkeit von "Wahrheit" auseinandersetzt. Denn auch am Ende des Films weiß ich nicht so recht was und wem ich nun glauben soll. Genau darum geht es. Kann ich mich auf meine Erinnerung verlassen? Wird da was erfunden? Sind die vermeintlichen "Fakten" wahr? Jarecki bezieht in seinem Film niemals eindeutig Position (obwohl ich gelesen habe das er angeblich von der Unschuld der Friedmans überzeugt sein soll, den Film jedoch so nicht "verkaufen" wollte... Lest da hinein was ihr wollt). Jesse hat mehrmals seine Unschuld beteuert, aber den Missbrauch auch einmal zugegeben (unter Druck und in der Hoffnung nicht lebenslang weggesperrt zu werden, wie er danach sagte). Eine Polizistin spricht von stapelweise im Haus gefundenen eindeutigen Zeitschriften, auf den Original-Polizeifotos ist davon nichts zu sehen - nur "ein paar" wurden wohl zweifelsohne hinter dem Klavier entdeckt. Eines der angeblichen Opfer sagt, dass da nichts gewesen wäre. Ein anderes berichtet genau das Gegenteil, nur um später zu erklären, dass es keine direkte Erinnerung daran habe, sondern dies unter Hypnose herausgekommen wäre. Es wird mehr als nur angedeutet, dass die Polizei während ihrer Verhöre der Kinder versuchte ihnen den Missbrauch einzureden. In einer kuriosen Aussage meint ein Elternteil, dass die Konkurrenz in der wohlhabenden Gemeinde schon immer sehr groß war und während dieser 'Hexenjagd' eine Einstellung à la "mein Sohn wurde bestimmt häufiger missbraucht als deiner" herrschte. Ohne Worte.

Skurrile Randbemerkung am Schluss: Der Filmemacher wollte ursprünglich eine Doku über Kindergeburtstags-Entertainer in New York drehen. David Friedman arbeitet erfolgreich als solcher und während seiner Nachforschungen stieß Jarecki auf Friedmans Familiengeschichte und machte diese schließlich zum Thema seines Films...

Kein leichter Stoff, aber auf alle Fälle sehenswert!
Hier leider nur als UK-Import erhältlich.

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danmoviepilot

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Bewertung7.0Sehenswert

Interessanter Dokufilm über eine ungewöhnliche Familie. Wem dieser Film gefällt, dem empfehle ich "51 Birch Street".

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