Cocktail für eine Leiche
Rope (1948), US Laufzeit 80 Minuten, FSK 16, Thriller, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 25.07.1963
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von Alfred Hitchcock, mit James Stewart und John Randall
Shaw und Philip, zwei Studenten der Philosophie, wollen beweisen, daß es einen perfekten Mord gibt. Daher töten sie einen Menschen und stecken seine Leiche in eine Kiste. Kurz danach veranstalten sie eine Party, bei der die Kiste mit dem Toten mitzten im Zimmer steht. Auch ihr Professor, den sie mit ihrer Tat beeindrucken wollen, ist anwesend, und niemand ahnt etwas. Da niemand Verdacht schöpft, deuten sie nach und nach an, was sie getan haben.
Cast & Crew
-
Alfred Hitchcock
-
James Stewart
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Rupert Cadell
-
John Randall
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Brandon Shaw
-
Farley Granger
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Phillip Morgan
-
Cedric Hardwicke
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mr. Kentley
-
Constance Collier
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mrs. Atwater
-
Douglas Dick
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Kenneth Lawrence
Regie
Schauspieler
-
Edith Evanson
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mrs. Wilson
-
Dick Hogan
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) David Kentley
-
Joan Chandler
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Janet Walker
-
Alfred Hitchcock
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gastauftritt
-
Hume Cronyn
-
Arthur Laurents
-
Ben Hecht
- Genre
- Thriller, Kriminalfilm, Drama
- Ort
- Los Angeles , Manhattan
- Handlung
- Abendessen, Bankett, Beste Freunde, Buch, Dekadenz, Dialog, Diskussion, Entführung und Mord, Ermittlung, Erwürgen, Fenster, Friedrich Nietzsche, Geplanter Mord, Geschmack und Ästhetik, Intellektueller, Intrige, Klassiker, Klavier, Kuchen, Leiche, Mord, Mordopfer, Nervenzusammenbruch, Opfer und Täter, Professor, Seil, Sekt, Strangulieren, Suche nach Mörder, Tatort, Truhe, Täter, Verschwundene Leiche, Verschwörung, Zeuge
- Stimmung
- Geistreich, Gruselig, Spannend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Cocktail für eine Leiche
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Trailer zum Film Cocktail für eine Leiche
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Kritiken (2) — Film: Cocktail für eine Leiche
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenDer Film beruht auf einem Theaterstück, welches wiederum von einem wahren Fall inspiriert wurde und es ist in der Tat beeindruckend, wie viel in diesem lediglich 77minütigen Werk steckt. Dieser Film zieht nicht die Spannung aus der Frage, wer der Mörder ist, sondern wie man die Täter überführen wird – ganz im Sinne von Columbo. Doch Rope dreht sich nicht nur um diese Frage, sondern offenbart mehrere kleine Charakterstudien, Verknüpfungen und Erlebnisse der einzelnen Gäste, die Hitchcock hier vorstellt. So offenbaren sich immer mehr kleinere Geheimnisse, welche die Personen interessanter machen. Die gesamte Handlung wird mit Humor aufgelockert, hier in Form von spitzzüngigen Dialogen und der makabren Tatsache, dass etwa das Büffet auf besagter Truhe offeriert wird, in welcher der Tote liegt.
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Die Geschichte entstammt, man ahnt es, einem Theaterstück. Doch „Rope“ ist keineswegs nur das Abfilmen eines Bühnenstücks. Hitchcock macht sich das Medium Film bei diesem Projekt trotz der „schnittlosen“ Machart durchaus zunutze, indem die Kamera sich immer an den Teil des Handlungsraums heftet, der gerade am interessantesten ist. Dabei läuft der Rest der Geschichte stets weiter, auch wenn es nur am äußeren Bildrand oder aus dem Off geschieht, was dem Film seinen eigenen Stil gibt und eben tatsächlich den raffinierten Echtzeit-Effekt erzielt. [...]
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Kommentare (46) — Film: Cocktail für eine Leiche
Kommentar schreibenJoe Gillis 2012/01/21 23:01:47
Kommentar löschenIm Bewußtsein ihrer geistigen Überlegenheit erwürgen die Freunde Brandon (John Dall) und Phillip (Farley Granger) einen ehemaligen Kommilitonen: »Nobody commits a murder just for the experiment of committing it. Nobody except us.« Das Konzept des Übermenschen à la Nietzsche wird im Verlauf der sich an die Tat anschließenden Cocktailparty (zu Gast ist unten anderem der Vater des Toten) direkt verhandelt, aber Alfred Hitchcock, der zu keiner Zeit ein spezifisches Interesse für Thesenstücke zeigte, nutzt das Drama (das einen realen Fall aus den 1920er Jahren variiert) in erster Linie als Anlaß für eine inszenatorische Stilübung über die Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Die ehrgeizige Idee, »Rope« als eine einzige, ununterbrochene Einstellung (in einem Apartment mit Blick über die langsam ins Dunkel der Nacht sinkende Stadt) zu gestalten, erweist sich als ziemlich forciert, zumal die harten Schnitte des Films unsichtbarer sind als die sogenannten unsichtbaren Bildübergänge zwischen den einzelnen Rollen – paradoxerweise betont der Verzicht auf die Mittel der Montage die selbstzweckhafte Künstlichkeit des Dargebotenen. Süffisante Dialoge (»Do you know when I was a girl I used to read quite a bit.« – »We all do strange things in our childhood.«) und eine eindrucksvolle Performance von James Stewart (als intellektuell mißbrauchter Mentor der Mordbuben) verkürzen die Wartezeit bis zum Eintreffen der Polizei. PS: Die für das Jahr 1948 ungewöhnliche Präsenz eines schwulen Paares auf der Leinwand wird vermutlich durch den Umstand gerechtfertigt, daß es sich um psychopathische (dabei tadellos gekleidete) Kriminelle handelt.
http://kinotagebuch.blogspot.com/
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Le Samourai 2012/01/21 23:19:18
Antwort löschenHui, schöner Text, aber vieeeeeel zu wenig Punkte! :)
Filmsuechtiger 2012/01/21 23:23:42
Antwort löschenGenau, reine Stilübung. Die Punkte gehen voll in Ordnung.
Le Samourai 2012/01/21 23:35:28
Antwort löschenAlso "Stilübung" ist wirklich ne Beleidigung für dieses Ultrameisterwerk... ;)
Joe Gillis 2012/01/21 23:55:16
Antwort löschenIch mochte »Rope« noch nie (nicht mal im Kino). 6 Punkte gebe ich nur mit Rücksicht auf die Filmgeschichte (und auf James Stewart). :)
baser 2012/01/21 23:57:36
Antwort löschenDieser Verzicht auf (sichtbare) Schnitte hat schon etwas maniriertes und hat sich ja auch nicht durchgesetzt, da die Technik allenfalls in Kammerspielen Anwendung finden kann und auch dort den Regisseur arg einschränkt. "Cocktails für eine Leiche" ist ein Kuriosum, m.E. aber trotzdem absolut sehenswert ;-)
Hitmanski 2012/01/22 00:07:08
Antwort löschenIch mag ihn sehr; gerade weil er so charmant ziemlich viele Gedanken vereint, ohne jemals wirklich überladen zu wirken. Sicherlich lässt sich über die Tiefe der Nietzsche-Verweise streiten, aber der schwule Subtext ist im Zeitkontext schon ungewöhnlich, wenn nicht sogar gewagt, zumal er -und da widerspreche ich dir- auch nicht gerechtfertigt wird, immerhin lässt sich aus den Zwischentönen doch aus leicht eine frühere Affäre mit dem Professor heraushören - und der ist ja eindeutig die Sympathiefigur des Films.
Joe Gillis 2012/01/22 00:25:24
Antwort löschenAbgesehen davon, daß ich die Betrachtung der Schwulen gar nicht soo problematisch sehe (sonst hätte ich die Sache nicht ins PS gesetzt), habe die beiden in erster Linie als nervenkranke Salonfaschisten erlebt. Der eine ist außerdem ein weinerlicher Säufer, der andere ein (bei Aufregung stotternder) Intrigant – wirklich reizende junge Herren. Die Anspielung auf eine Affäre mit dem Professor ist mir entgangen; aber selbst wenn es so gewesen wäre, würde sich Rupert nach diesem Erlebnis wohl nicht mehr auf ein Schäferstündchen mit einem Studenten einlassen – man sieht ja, wo es hinführt … ;)
Filmkenner77 2012/01/22 10:00:02
Antwort löschenSehe diesen Film auch eher als Fingerüberung von Hitch nach dem Motto: Ich wollte schon immer einmal einen Film in einer Telefonzelle drehen (letztlich hat es für ein einziges Zimmer gereicht). Für Filmhistoriker und Filmstudenten sicherlich interessant, aber ansonsten kein sonderlich guter Film, wenn man ihn mit anderen Werken von Hitchcock vergleicht.
Le Samourai 2012/01/22 10:15:54
Antwort löschenTja und für mich ist er einer seiner allerbesten Filme. Nicht nur die Technik ist klasse, sondern selbstverständlich auch Stoff und Darsteller.
Joe Gillis 2012/01/22 11:32:55
Antwort löschenHabe gerade noch einmal die »Rope«-Passage im Hitchcock/Truffaut-Buch gelesen, das wegen der deutlichen Selbstmystifizierung des Befragten und der Treuherzigkeit des Interviewers sicherlich mit großer Vorsicht zu genießen ist. Es fällt aber auf, daß mit keinem einzigen Wort über Inhalt, Figuren oder Besetzung des Films gesprochen wird. Es geht ausschließlich um die technische Herausforderung, um Kamerabewegungen, Beleuchtung und Farbe. (Der Abschnitt stellt damit eine bemerkenswerte Ausnahme innerhalb des Buches dar.) Hitchcock bewertet das Ergebnis übrigens als »verzeihlichen Versuch«.
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Sigmund 2012/01/22 11:40:51
Antwort löschenFinde ROPE vor allem wegen seiner ambitionierten Form als gerade noch sehenswert. Doch wie bei so manchem schwächeren Hitch-Werk wirkt Vieles arg konstruiert, und die Figuren sind bei aller Finesse eher auf dramatische Effekte gebürstete Pappkameraden als ernstzunehmende Charaktere.
Dit is mir zu oberflächlich!
der cineast 2012/01/26 15:16:43
Antwort löschenAuf Joe ist verlass. Wusstet ihr das Bradley Cooper, Zach Galifianakis und Ed Helms mehr Geld für "Hangover 3" wollen?
BadGuardian 2012/01/06 16:26:10
Kommentar löschenunglaublich guter aufbau der spannung bis zum schluss. immer spielt der zuschauer mit dem gedanken, ob die leiche entdeckt wird. von den schauspielern wird dies perfekt gespielt. die beiden protagonisten sind so unterschiedlich in ihrem verhalten, das macht das ganze noch besser. und der andere spielt so unglaublich selbstsicher, als wäre überhaupt nichts passiert. er versichert den gästen, dass david bestimmt noch kommen würde... und das so sicher, dass keiner auf die idee kommen könnte, dass er tot sei... dieser film hat mir richtig gut gefallen=)
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shadowhunting 2011/12/30 18:48:42
Kommentar löschen''Rope'' ist wohl eher eine theatralische Satire als ein nervenkitzelnder Kriminalfilm, denn solch eine paradoxe Mordgeschichte gleicht eher einer ironischen Persiflage als einem anspruchsvoll undurchsichtig vernetzten Krimi. Meisterregisseur Alfred Hitchcock verzichtet auf sein Markenzeichen der ''Suspense'', stattdessen inszeniert eher ein hochwertig filmtechnisches Bühnenstück und lässt von brillianten Schauspielern eine humoristische Gesellschaftskritik aufführen, welche auf einen einzigen Drehort und inhaltlich auf einen einzigen Themenkomplex fixiert ist. Ein waschechtes Theater nach allen Regeln der Kunst! Dieser Hitchcock-Klassiker ist ein durchaus komisches und absurdes Feuerwerk abstruser Handlungen, unsichtbare Akte unterteilen die 80 Minuten Laufzeit in chronologisch sortierte Serien, welche sicherlich keinen langwierigen Spannungseffekt bezwecken, welchen man wohl erwartet hätte. Dafür wird wie im Theater immer die zeitliche Gegenwart in der Praxis dargeboten und seltsame Verstrickungen der einzelnen Charaktere kommen nach und nach zum Vorschein bzw. werden sie richtigerweise bloß gestellt. Die Kriminellen sind unglaublich ungeschickte Dilettanten, charakterisieren sich aber selbst als unschlagbare Perfektionisten. Hitchcock baut bewusst viele Widersprüche und Sinnlosigkeiten in sein Werk ein, da diese paradoxen Grundstrukturen die eigentliche Situationskomik auslösen. Im literarischen Bereich würde man Dies wohl Travestie nennen. Die Dialoge der Protagonisten wirken steif und parodistisch, bieten zahlreiche unterhaltsame Wortgefechte und bezwecken die Aufdeckung der Vorgeschichte (der eigentliche Mord), zudem zeichnen sie ein groteskes Bild der versammelten ''Partygesellschaft'' ab. Thematisches Kernelement ist die Suche nach der Legitimation des Mordens. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die theoretischen Gedanken zum Thema Mord mit der vorzeitig ausgeführten Mordtat gezielt in Verbindung bringen, ist der Verlauf der Story für den Zuschauer vorprogrammiert, aber dennoch offen, da die Qualitäten und Stärken von ''Rope'' ganz klar in der modalen Interrogativform ''Wie'' liegen. Denn die Wege dieser kriminalen Aufdeckung sind besonders aufwendig gestaltet, zelebriert von Größen der Schauspielkunst wie James Stewart, John Dall und Farley Granger, eingebettet in gesellschaftskritischen Entlarvungen und Witzeleien, handwerklich mustergültig umgesetzt und angefeuert durch Einfallsreichtum und zünftiger Innovation.
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guggenheim 2011/12/30 14:15:27
Kommentar löschenNamen machen Leute, Erwartungen an berühmte Namen machen Bewertungen. In diesem Fall ist es die Strahlkraft von Alfred Hitchcocks außerordentlich gutem Ruf, der "Rope" über die gewöhnlichen Standards hebt. Dass selbiges Werk, wäre es von Otto Schmidt oder Hubert Müller gedreht worden, nicht annähernd solche Begeisterungsstürme ausgelöst hätte, halte ich für wahrscheinlich.
Damit wir uns nicht falsch verstehen, "Rope" ist in vielerlei Hinsicht ein wirklich guter Film, auf technischer respektive inszenatorischer Ebene sogar ausgezeichnet. Die Handlung ist jedoch geradezu banal, die Auflösung spätestens ab dem Auftritt von James Stewart vollkommen klar. Selbst der schlussendlichen Aussage, so wichtig sie auch ist, fehlt ein Tacken Raffinesse.
Zweifelsohne ist Hitchcock auf Basis der Vorlage von Patrick Hamilton ein sehenswerter Film gelungen, jedoch keiner, der deutlich hervorsticht und als Meisterwerk deklariert werden kann.
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Filmkenner77 2011/12/30 18:37:10
Antwort löschenFür sich genommen ein ordentlicher Film, aber im Vergleich zu vielen anderen Hitchcock-Meisterwerk eher im hinteren Drittel anzusiedeln.
guggenheim 2011/12/30 19:08:21
Antwort löschenDa fand ich sogar den viel gescholtenen Topas besser...
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Filmkenner77 2011/12/30 19:47:33
Antwort löschenNun ja, ähnlich "Der zerrissene Vorhang" und "Familiengrab" fand ich "Topas" eines Hitchcocks eher unwürdig. Aber da gehen die Meinungen auseinander. Hitchcock hatte immer wieder Filme in seiner Vita, die gegenüber anderen seiner Werke deutlich abfielen. Aber das ich natürlich Jammern auf sehr hohem Niveau.
guggenheim 2011/12/30 23:28:14
Antwort löschenStimmt, das ist tatsächlich hoch.
kristallrainer 2011/12/30 13:09:14
Kommentar löschenEin überragender Hitchcock! Im Film stimmt von Anfang bis Ende einfach alles, ich war richtig gefesselt und das ganz ohne "Rope".
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Butch7 2011/12/26 22:22:54
Kommentar löschen"Niemand begeht einen Mord nur um einen Mord zu begehen."
Wunderbarer Hitchcock, mit großartigen Dialogen, einer fantastischen Kamera und tollen Schauspielern.
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kronenhummer 2011/11/18 20:09:40
Kommentar löschenEin kaltes Buffet auf einer noch warmen Leiche. Nur eines von vielen großartigen Bildern, das aus Alfred Hitchcocks „Rope“ ein Kammerspiel der besonderen, der fesselnden Art macht.
Zwei junge Männer, die getrieben von der reinen Freude an der Gefahr, aus dem ewig währenden Gedanken an den perfekten Mord, einen eben solchen begehen. Alle reden davon, doch niemand tut es. Bis auf diese zwei jungen Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten und auch entsprechend mit ihrer Tat umgehen. Der eine zynisch, sarkastisch, gerissen und die Gefahr regelrecht suchend, der andere ein unsicherer Musiker, der von seiner eigenen Tat schließlich völlig verstört wird. So kaltblütig die Tat auch war, so schwer fällt es dem Zuschauer dennoch gleichzeitig eine ausgeprägte Antipathie gegenüber den Männern zu hegen.
Schnell ist der Mord Geschichte, doch es folgen knapp 60 Minuten fesselndstes Kammerspiel mit einer kleinen, aber feinen Partygesellschaft. Tolle Dialoge („Was würdest du erst einmal zu einem Glas Champagner sagen?“ – „Hallo Champagner!?“), ein herrlicher Sidekick auf Cary Grant, der ursprünglich Teil dieses Kammerspieles sein sollte, gelungene Bezüge zur damaligen Welt außerhalb der Wohnung, dem einzigen Handlungsortes dieses Stückes und ein wie gewohnt hervorragend ausgebauter Spannungsbogen in klassischer Hitchcock-Manier. Immer wieder kommen Punkte zum Vorschein, die den doch so perfekten Mord zum Wanken bringen, sei es die bloße Unsicherheit oder Nervosität der Täter, vielsagende Wortspiele, manch unpassendes Utensil oder die doch seltsam wirkende Partybesetzung. Die Party, die so detailliert geplant wurde, droht genau an dieser Planung letztendlich zu scheitern und das Geheimnis zum Vorschein zu bringen.
„Rope“ ist nicht bloß ein Kammerspiel rund um das Spiel mit der Gefahr, dem Verstecken einer allgegenwärtigen Leiche. „Rope“ ist auch ein Film, mit dem sich Hitchcock moralischen Fragen stellt. Welcher Mensch ist minderwertig? Wer darf einen Mord begehen? Harte Themen, die hier eindrucksvoll angesprochen werden. Bei Aussagen wie „Ich bin für Mord, sehr viele Probleme könnten damit gelöst werden: Arbeitslosigkeit, Armut, das Schlange stehen für Theaterkarten“ gehen Ernst und Zynismus fließend ineinander über, so dass der Zuschauer lachen möchte, ihm aber dieses Lachen gleichzeitig im Halse stecken bleibt.
Schafft es Hitchcock über weite Teile feinfühlig mit dieser Moraldiskussion umzugehen, ist genau diese Moraldiskussion die einzige Schwachstelle eines sonst überragenden Werkes. Hitchcock schafft einen gewohnt starken Showdown, der jedoch in seiner Vorhersehbarkeit von der Moralkeule ein wenig erdrückt wird. Die erstklassige Schlussszene dieses Klassikers entschädigt jedoch direkt wieder die vorherigen etwas schwächeren Minuten und schafft es, dass Alfred Hitchcocks „Rope“ den Begriff Klassiker mehr als verdient.
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brigerbaerger 2011/11/12 12:48:23
Kommentar löschenExcellente Kameraführung und ein grossartiges Kammerspiel. Ich kenne nicht viele Hitchcock-Filme (Die Vögel und Psycho), aber dieses gut 80 minütige "Theaterstück" (denn es hat kaum mehr als 3-4 Schnitte und spielt gerade mal in zwei Räumen) ist spannend aufgebaut, unterhaltsam, wenn auch am Schluss etwas gar moralisch. Trotzdem ein excellenter James Stewart und vor allem die Haushälterin fand ich genial-natürlich.
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J4KOB 2011/12/25 23:47:28
Antwort löschenIch bin auf 5 Schnitte gekommen ;-)
brigerbaerger 2011/12/26 10:03:34
Antwort löschen..wahrscheinlich hab ich während dem Film 3-4 Schnittchen gegessen...;o)
MrTrombone 2011/10/28 20:25:19
Kommentar löschenSehr beeindruckende Zeichnung von Hitchcock, dass man das Geblabber seiner Lehrer nicht wörtlich nehmen sollte. Cineatisch gewohnt stark umgesetzt, ist das verfilmte Theaterstück mit Spannung und Tiefgang 80 Minuten lang zu genießen. Auch nachts noch sehr zu empfehlen.
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ewigkeit 2011/10/27 12:12:00
Kommentar löschenGerade als Charakterstudie entfaltet jener Film seine eindringliche Wirkung auf mich. Hitchcock gelingt es innerhalb kürzester Zeit überzeugende Figuren zu zeichnen, die sich über Ethik und Moral zu stellen versuchen. Ihr Mentor, der sie dazu inspiriert hat, ohne es bewusst zu realisieren, begreift erst am Ende, dass er eine Mitschuld an ihrem tiefen Fall trägt - und verkörpert damit letzten Endes einen modernen Viktor Frankenstein - in all seiner Tragik.
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Ripley1 2011/10/27 12:33:35
Antwort löschenKeine Wertung?
ewigkeit 2011/10/27 13:53:20
Antwort löschenIch muss den Film erst nochmal ansehen - im ersten Moment ist die Moral von der Geschicht Grund für mich mir das alles nochmal ein wenig durch den Kopf gehen zu lassen. Obwohl das im Grunde nix wirklich Neues ist, was einem präsentiert wird - keine Ahnung - ich glaub, ich fress so langsam einen Narren an Hitchcock.
Ripley1 2011/10/27 15:23:19
Antwort löschenDa wärst du nicht der erste...
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ewigkeit 2011/10/27 16:06:47
Antwort löschenDas schon - aber ich hab vor etlichen Jahren „Psycho” und „Die Vögel” gesehen und war eigentlich nicht wirklich begeistert davon. Aber „Das Fenster zum Hof” fand ich schon hervorragend und nun der Film - geht mir einfach unter die Haut. Die Schlusseinstellung ist so grandios und bedeutungsschwanger…
BadGuardian 2011/12/30 01:41:45
Antwort löschenalso der film hat mir auch grandios gefallen. starke atmosphäre (man sieht im hintergrund, das es anfangs hell ist, am ende dunkel). auerdem super schauspieler.:)
alexandrasmovie 2011/10/26 23:09:19
Kommentar löschenWas ein Meisterwerk! Ein Film mit nur einem Bühnenbild und nur knappen 80 Minuten Spielzeit, der die Zuschauer aber trotzdem- oder gerade deshalb- fesselt. Der Film steht unter stetiger Hochspannung. Die Unruhe und Angst der Täter überträgt sich förmlich auf die Zuschauer und lässt einen keinen Moment den Blick vom Geschehen abwenden. Durch die wenigen Schnitte und dadurch, dass der Film sozusagen in Echtzeit spielt entsteht für den Zuschauer das Gefühl "live" dabei zu sein. Man ist ein Teil des Geschehen und fiebert mit den Tätern mit. Statt auf große Effekte setzt der Film auf kleine Spannungsmomente, die aber große Wirkung zeigen. Die tendenzielle Angst des Aufliegens der Tat liegt zu jeder Zeit im Raum. Besonders hervorzuheben sind dabei auch die schauspielerische Leistung, der beiden Protagonisten. Vor allem Dall verkörpert mit Brandon eine höchst interessante Figur, die durch ihre narzisstischen und agressiven Züge faziniert. Insgesamt ist Cocktail für eine Leiche ein großartiges intelligentes Kammerspiel mit interessanter Kameraführung, dass zu dem auch einen philosophischen Hintergrund hat, der vor allem am Ende deutlich wird.
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doctorgonzo 2011/10/24 14:36:49
Kommentar löschen"The good Americans usually die young on the battlefield, don't they? Well, the Davids of the world merely occupy space, which is why he was the perfect victim for the perfect crime."
Gibt es den perfekten Mord?
Das ist relativ einfach zu beantworten: Wenn Hitchcock einen Mord inszeniert, wird Perfektion zelebriert, egal ob die Täter davonkommen, oder eben nicht.
Beinahe revolutionär altmodisch zieht das pummelige Genie hier ein Kammerspiel auf, das nicht nur von einer grandios getimten Spannung lebt, sondern auch mit enormem technischen Aufwand so in Szene gesetzt wurde, dass man mitunter tatsächlich glauben könnte, man säße im Zuschauerraum eines Theaters.
Der Cast ist gut gewählt, passt und überzeugt. Aber Hitchcock war nie ein Schauspielerregisseur. Es funktioniert mehr deshalb, weil die Akteure das tun, was Hitchcock vorschreibt und zwar milimetergenau.
Das Spiel mit vermeintlicher Moral, der Einordnung des Wertes von menschlichem Leben und das alles in dieses eine Zimmer gepackt, das funktioniert noch immer großartig.
Eine wahnsinnig böse Abschiedsparty mit Champagner, Hühnchen und dem gemeinen Kribbeln im Nacken.
Darüberhinaus gibt der Regisseur Anlass zur Kritik, allerdings nicht zu solcher an ihm. Denn beim Ansehen eines solchen Werkes stellt sich fast von allein die Frage, was sich geändert hat. Warum konnte man damals eine mitreißende, fesselnde Geschichte erzählen und trotzdem die formalen und technischen Mittel mit einer beinahe überbordenden Perfektion ausreizen?
Hitchcock selbst hätte sich sicher nicht lange bitten lassen, Dinge wie Imax, Dolby Surround, CGI oder 3D (oh hat er ja tatsächlich) in seinen Filmen einzusetzen und trotzdem hätte es nie wie Style over Substance gewirkt. Denn Hitchcock ging es immer um tiefe menschliche Ängste und den Schrecken an sich.
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität."
Alfred Hitchcock
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der cineast 2011/10/24 14:44:52
Antwort löschenFind ich schön.
doctorgonzo 2011/10/24 14:53:01
Antwort löschenIst ja auch ein schöner Film.
der cineast 2011/10/24 14:56:19
Antwort löschenEin ganz guter ja. Aber der Text ist schön.
doctorgonzo 2011/10/24 15:02:16
Antwort löschenDankesehr.
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Le Samourai 2011/10/24 19:25:52
Antwort löschenEin "ganz guter"? Na wenn ROPE kein Meisterwerk der Spannung, Schauspiel- und Inszenierkunst ist, was denn dann?
Kieke 2011/10/24 23:46:49
Antwort löschenGerüchten zu Folge wollte Hitchcock sogar einen Scince-Fiktion Film drehen.
(H.G. Wells Krieg der Welten) Ein Rechtestreit setzte dem Vorhaben aber ein Ende.
Dieser Mann verstand es noch; den Effekt, der Handlung unterzuordnen. ..
..
Was heute leider nicht mehr der Fall ist.. (siehe Bay und Abrams ):(
Affenbrei 2011/10/24 01:30:47
Kommentar löschenStraff und äußerst gekonnt inszeniertes Kammerspiel, das es schafft nur durch Dialoge und vermeintlich kleine und unbedeutende Tätigkeiten eine Hochspannung zu erschaffen, die über eine Dauer von 75 Minuten gebannt in den Sessel drückt und die Nervosität und Unruhe der beiden Täter fast schon greifbar macht und auf den Zuschauer überträgt.
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LieberTheater 2011/06/13 16:00:12
Kommentar löschenTheaterstück im Kinoformat. Kann das überhaupt aufgehen?
In diesem Fall ganz klar JA.
Die Atmosphäre eines Theaterstücks wurde gut im Film festgehalten und versprüht damit seinen ganz eigenen Charme.
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Jenny von T 2011/05/27 20:21:50
Kommentar löschenGegen Ende kommt "Cocktail für eine Leiche" für meinen Geschmack ein wenig zu heftig mit der Moralkeule. Ansonsten aber ist der Film recht spannend gelungen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Handlung aufgrund nur eines einzigen Schauplatzes lediglich durch Dialoge bestimmt wird. Trotzdem: Es gibt bessere Hitchcocks.
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Jack_Torrance 2011/05/25 16:11:21
Kommentar löschenAus einem Film, der komplett in einem einzigen Raum spielt, ein Meisterstück zu machen ist eine Klasse für sich. Hitchcock ist dies mit Bravour gelungen. Ständig verfolgt er seine Protagonisten voyeuristisch mit der Kamera, ständig liegt ein Gefühl der Unruhe in der Luft.
James Stewart lieferte dazu ebenfalls einen enormen Beitrag. Wenn ich nämlich einen der Mörder gespielt hätte - ich glaube ich wäre dann tatsächlich nervös geworden. Die psychologische Taktik, mit der er da vorgeht, ist einfach beeindruckend und eigentlich auch der größte Spannungsmoment des Films.
Geniale Idee, klasse gespielt, toll umgesetzt ! Respekt !
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der cineast 2011/05/25 00:41:05
Kommentar löschenDas mit 6 Schnitten abgefilmte Bühnenstück überzeugt durch die Darsteller und nette Figurenkonstellationen, wirft Fragen auf, beantwortet diese, aber meistens zu knapp und einfach. So bleibt die grandiose Grundidee spannend, aber auch ein wenig unbefriedigend. Trotzdem ein guter Film.
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Le Samourai 2011/05/25 00:54:13
Antwort löschenUNBEFRIEDIGEND??????
der cineast 2011/05/25 00:56:27
Antwort löschenJa genau. Soll ich das jetzt erläutern=?
Le Samourai 2011/05/25 00:59:14
Antwort löschenWie du willst. :)
der cineast 2011/05/25 01:13:04
Antwort löschenSPOILER:
Zum einen finde ich den Grundgedanken des Mordes ohne Motiv an Menschen mit einem unteren Intelektuellem Niveau höchst interessant. Durch ihren Mentor James Stewart werden sie oder besser gesagt er auf den Gedanken gebracht. Als Jimmy Stewart aber herausfindet, dass sie David aus diesem Grund umgebracht haben, weicht er zurück und sagt so etwas wie: Ja ich habe das gesagt, hätte mir aber nie träumen lassen das ihr sowas tun könnt, mich hätte immer etwas abgehalten, was es bei dir nicht mehr gab. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema, was durchaus ihren Reiz hat, fehlt in meinen Augen ein wenig, wenn nämlich der Lehrer sich so umfassend mit diesem Thema beschäftigt hat, dann hat er sich auch damit auseinander gesetzt, sprich er hätte auch oft daran gedacht zu Töten. Daraus resultiert, dass er erstens weniger geschockt sein müsste, und ganz anders zu dieser Sache seteh sollte, und nicht auf einmal auf Held macht und beide ans Messer liefert. Ich hoffe das war jetzt verständlich. Und das finde ich ein bisschen unbefriedigend gedacht. :)
der cineast 2011/05/25 01:15:04
Antwort löschenEs kommt ein wenig zu kurz und ist dann doch eher nur unbefriedigendes, am Ende zurückgelassenes Motiv um die Tätersuche zu ermöglichen, also James Stewart dabei zu zusehen wie er die beiden überführt. :)
Hitmanski 2011/05/25 01:32:35
Antwort löschenSo stimmt das ja nicht ganz: Gerade dieser Auseinanderfall zwischen wissenschaftlicher Theorie und Umsetzung in der Praxis ist ein recht universeller Ansatzpunkt für den Diskurs über die Verantwortung der Wissenschaft im Generellen, und im Speziellen auf Nietzsches Philosophien, womit im Übrigen auch der Zusammenhang mit der Ideologie des 3. Reichs hergestellt wäre, die damals noch sehr aktuell erschien.
Nicht zu unterschätzen ist außerdem die aufgrund der Entstehungszeit des Films einerseits zwar sehr subtile, auf der anderen Seite aber überaus deutliche schwule Ebene des Films innerhalb der Figurenkonstellation, sowie die Aufarbeitung des realen Leopold-Loeb-Falls. (Fast-)Meisterwerk :)
der cineast 2011/05/25 01:39:34
Antwort löschenDer kleine 3. Reichschnitzer war nett, aber komisch deplatziert, gerade als die Diskussion interessant wurde, war sie zuende. Gerade das Wissenschaftlich aufarbeiten, das wirklich interessante an der Figur des Lehrers wurde nur angeschnitten, er war es der sie dazu gebracht hat, deswegen musste er sehr einnehmend gewesen sein, am Tisch wirkte er dem Thema zwar zugewandt, aber nicht wirklich sehr überzeugt. Wieder etwas was ich unbefriedigend fand. Stewart am Schluss zum Helden zu machen, der eigentlich der Auslöser war ist schön makaber, im Kontext der Zeit, aber wohl sehr avangardistisch. Trotzdem habe ich doch erläutert was mich nicht befriedigt hat oder? :)
Hitmanski 2011/05/25 01:58:00
Antwort löschenHast du, zumindest halbwegs - aber das heißt ja noch lange nicht, dass ich es deshalb teilen muss :P
Was heißt denn "kleiner 3.Reichschnitzer"?! Es geht -zumindest in Hinblick auf den Aspekt, den wir hier diskutieren- primär eben gar nicht so sehr um den Lehrer (den man gleichwohl zumindest zu Beginn als Analogie auf die wortgewandten Staatsmänner damaliger Zeit sehen könnte), sondern vielmehr um die gesamte Idee des Mordes, die doch aus dem versuchten Nachweis eines Übermenschen besteht, der anderen überlegen ist - und damit ist ROPE allumfassend (!) verbunden mit Nietzsche und zwangsläufig auch mit dessen Rezeption im 3. Reich.
Ich finde die Läuterung des Lehrers zwar auch gewitzt, letztlich aber nicht sonderlich makaber oder skriptlastig, sondern im Rahmen seiner Funktion sogar recht glaubwürdig: Der Wissenschaftler erschrickt ob der Auswirkungen seiner akademischen Thesen in der Realität; eigentlich ein recht altbekanntes Thema ("Die Geister, die ich rief..:").
der cineast 2011/05/25 15:05:47
Antwort löschenHalbwegs? Nun gut.
Ich finde es geht primär um den Lehrer und sekundär um den ausführenden Täter und den Mord. Ohne ihn wäre ja als das nicht passiert. Den Lehrer als Analogie wortgewandter Staatsmänner zu sehen halte ich für leicht überinterpretiert. Aber was macht die beiden Mörder zum Übermenschen, laut der anderen Teilnehmer der Party war David auch sehr schlau, gebildet, ihm fiel vieles zu. Daher ist der Mord noch unverständlicher. Hätten wir es hier mit einem ungebildeten Schnösel zu tun, wäre es einfacher und verständlicher. Die Mordwahl scheint etwas merkwürdig. Von skriptlastig habe ich nicht gesprochen, ebenso nicht davon das, dass was er sagt makaber sei, sondern es makaber scheint diese zwiespältige Figur zwischen Menschenhass, und nettem charmanten Leher zur Identifikationsfigur oder Helden mutiert. Das erachte ich dann doch als leicht unglaubwürdig. Besser hätte ich gefunden wenn er erst erschreckt reagiert hätte, aber dann doch gefallen an dem Mord gefunden hätte und beide unterstützen würde. Das ware konsequent. Denn so erscheint der Lehrer ein wenig unglaubwürdig; jahrelanges Prädigen solcher Theorie, dann passiert ein solcher Mord von Schülern die er offensichtlich mochte oder mag und dann sagt er das er sich erträumt hätte das sowas gemacht werden würde von ihnen, dann geht er zum Fenster schießt, und die Polizei kommt. Nochmal, das fand ich unbefriedigend, und deswegen diskutriere ich hier in allererster Linie über die Figur von Jimmy Stewart.
Kurz wird das dritte Reich angeschnitten, Adolf Hitler aber als Vollidiot degradiert, aber nicht weiter erklärt wieso, eigentlich teilen ja beide ähnliche ansichten, jetzt mal vom Judenmord abgesehen. Der Rassenhass ist ja sehr präsent. Das zentrale Motiv des Mordes wurde doch immer mehr in den Hintergrund gerückt, und genau das war das interessante. Die Überführung war die Lösung. Das war am Ende dann doch ein wenig, nach dem tollen Aufbau zu platt. Wenn wir schon vom Regiemeister sprechen, dann dürfen auch Erbsen gezählt werden. :=)
Hitmanski 2011/05/25 15:45:56
Antwort löschenEs würde jetzt definitiv zu weit führen, die Grundthesen von Nietzsche zu erklären, die für ein allumfassendes Verständnis des Films aber von Nöten wären. Die Motivation der beiden Täter ist es, den perfekten Mord zu begehen, zu beweisen, dass sie ihrer Umwelt überlegen sind (eben besagter "Übermensch"), dass sie Tun und Lassen können, was sie möchten. Darum ist der Mord ja auch nur Beginn, wichtiger ist ihnen die anschließende Party, mit der sie ihr Ego bestätigen wollen (a la "Wir haben ihn umgebracht. Die Leiche liegt sogar unter dem Tisch, und trotzdem kommt uns keiner der Gäste auf die Schliche") - die einladung des Lehrers ist dann der Gipfel, er ist die einzige Person, die ihnen aus ihrer Perspektive heraus intellektuell ebenbürtig erscheint; erst wenn sie auch ihn täuschen können, haben sie es wirklich geschafft.
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Die Wahl des Opfers kann man in zweierlei Hinsicht deuten: Entweder man nimmt es als Zufall an, denn immerhin war es für die Täter leichter, einen Bekannten, der ihnen halbwegs vertraut, in die Wohnung zu locken, denn einen Wildfremden (zumal die Hürde einen sozial gut integrierten Menschen verschwinden zu lassen, sicher noch ein zusätzlicher Anreiz für das "perfekte Verbrechen" war). Weitaus wahrscheinlicher ist aber -darauf gibt der Film ja genügend Hinweise-, dass es sich um eine Eifersuchts- bzw. Beziehungstat handelte, die entweder direkt auf das Miteinander der beiden Täter, oder deren Beziehung zum Lehrer gründet.
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Eine Tatbesteiligung des Lehrers hielte ich für keineswegs konsequent, sondern viel eher für recht unglaubwürdig. Für ihn ist das Formulieren solcher Theorien doch nur ein wissenschaftliches Gedankenspiel, das er niemals in der Praxis angewendet haben möchte. Nicht wenige Kritiker haben hier ja bewusst die Parallele zu Einstein hergestellt, dessen theroretische Forschung erst die Atombombe ermöglichte, der sich aber zutiefst schockiert zeigte, als diese Waffe -deren Erfindung er zwar nicht aktiv begleitete, aber doch legitimiert hatte- wirklich eingesetzt wurde.
Le Samourai 2011/05/25 16:21:23
Antwort löschenHuch, was ist denn hier los? Ähm, ich stimme dem guten Hitman in allen Formulierungen zu und füge noch bei, dass bei ROPE ja in allererster Linie mal die hervorragende technische Umsetzung im Vordergrund steht und den Film so besonders macht. Allein deswegen ist eine 6.0 absolute Majestätsbeleidigung! :)
der cineast 2011/05/25 17:48:18
Antwort löschen@Hitmanski: Ich lasse das mal so stehen, ich glaube wir reden ein wenig an einander vorbei. :)
@Le Samourai: Was ist an der technischen Umsetzung so hervorragend, sichtbare Schnitte und schlechter Studioview aus dem Fenster mit inbegriffen, ja auch 48, ist das für mich weniger hervorragend? Vorallem weil immer von einer Einstellung geredet wird, das hätte ich dann sehr beeindruckend gefunden. :)
Le Samourai 2011/05/25 18:32:56
Antwort löschenÄhm. Eine Einstellung wäre 1948 noch gar nicht möglich gewesen, da die Filmrollen damals nur 12 Minuten lang waren. DESWEGEN ist dieser Film ja so absolut herausragend und ein Meilenstein der Filmgeschichte. Denn niemals zuvor hat ein Regisseur so konsequent das Medium Film genutzt, in dem er ihn ausschließlich mit Plansequenzen erzählt.
der cineast 2011/05/25 18:38:57
Antwort löschen77:6= 7 5/7
Irgendetwas stimm nicht mit den 12 Minuten!?
Hitmanski 2011/05/25 18:40:47
Antwort löschenhttp://en.wikipedia.org/wiki/Rope_%28film%29#Long_takes
der cineast 2011/05/25 18:58:41
Antwort löschenDoch 10 Stück, da wurde ja selbst ich gelinkt. Aber trotzdem finde ich das technisch nicht so herausragend, ganz zu schweigen von einem Meileinstein der Filmgeschichte, ich kann nur jeden verstehen der das so sieht. Das nimmt aber immer mehr vom Bühnencharakter des Films.
ewigkeit 2011/10/27 18:51:46
Antwort löschen@der cineast: Rupert als Helden oder Identifikationsfigur zu stilisieren halte ich nicht ganz für gerechtfertigt. Vielmehr sieht man in Stewarts Spiel gegen Ende gerade den tiefen Sturz des Mentoren, als er realisiert, was er angerichtet hat. Am Ende kommt aus dieser Nummer eben niemand als Strahlemann davon. Auch der gute Rupert saß auf einem ganz hohen Ross…
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der cineast 2011/10/27 19:47:30
Antwort löschenEin Held oder eine Identifikationsfigur muss am Ende doch nicht als Strahlemann erscheinen?!
ewigkeit 2011/10/27 21:38:53
Antwort löschenLiegt vielleicht an mir - aber mir lag anfangs die Figur Brandons näher als jene von Rupert, denn ich hatte von dem Film eigentlich auch was anderes erwartet, weil ich vorab nicht viel darüber wusste - der Titel hat mich wohl auch ein wenig irritiert. Als Identifikationsfigur werde ich persönlich mit dem Mentor aber nicht warm, daher mein Einspruch. Ich finde es großartig, wie mit fortschreitender Laufzeit die Hauptfiguren gnadenlos bloßstellt werden.
---OMFG--- 2011/04/23 18:27:12
Kommentar löschenGute Story, Bühnenbild ist ein bischen doof, ist nur in dieser einen wohnung.
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hoffman587 2011/04/23 18:41:23
Antwort löschenDas war gerade das brillante an "Rope", dass er ohne sichtbare Schitte gedreht wurde und so musste er damals an einem Ort spielen.
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der cineast 2011/05/25 00:37:27
Antwort löschenIch habe 6 gezählt aber gut.
ewigkeit 2011/10/27 11:59:38
Antwort löschenEs ist wohl wahr, dass die Szenen zwischen den Schnitten sehr lang gewählt sind - ich würde aber nicht behaupten, dass der Film gänzlich ohne sichtbare Schnitte auskommt (und damit mein ich nicht die Schnitte während der Sacko-Sequenzen). Es gibt mindestens einen wohlgesetzten Schnitt auf Rupert, der durch eben jene Schnittechnik die Bedeutung der Szene unterstreicht.
ElMagico 2011/03/10 09:02:51
Kommentar löschenAuf den ersten Blick: Nett. Formal gut gemachter Film, dessen lange Takes immernoch zu überzeugen wissen und der mit Stewart und Dall zwei hervorragende Hauptdarsteller hat. Und auch wenn man Columbo-like die Mörder von Beginn an kennt, weiss er bis zum Schluss zu Unterhalten.
Im Nachhinein scheint es aber weniger eine Geschichte über den "Perfekten Mord" zu sein, sondern über das Töten an sich. Zumindest für mich ist dies ein früher Blick auf eine Gesellschaft. die beginnt sich nicht mehr als Einheit wahrzunehmen, da einzelne allgemeingültige Werte immer mehr in Frage stellen.
Andererseits könnte man Stewarts Rolle als Parabel auf Hitler (oder Kriegstreiber an sich) sehen, der durch geschickte Rhetorik seine Jünger mit abstrusen Ideen infiziert und diese mit Überzeugung ins Verderben rennen.
Insgesamt wohl ein Film den man mehrmals gucken sollte....hat bei mir auch Bewertungstechnisch noch Luft nach oben.
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Filmfan95 2011/02/18 14:21:44
Kommentar löschenPerfekter Krimifilm. Es macht einfach Spaß ihn sich immer und immer wieder anzugucken.
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