Das Lied von den zwei Pferden
Das Lied von den zwei Pferden (2009), DE Laufzeit 91 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Kinostart 03.06.2010
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
14 Bewertungen
9 Kommentare
Keine ?
von Byambasuren Davaa,
Ein Versprechen, eine alte, zerstörte Pferdekopfgeige und ein verloren geglaubtes Lied führen die Sängerin Urna in die Äußere Mongolei zurück. Ihre Großmutter musste einst ihre geliebte Geige in den Wirren der chinesischen Kulturrevolution zerstören. Auf dem Geigenhals war das uralte Lied der Mongolen, “Die zwei Pferde des Dschingis Khan”, eingraviert. Nur Hals und Kopf der Geige überlebten den Kultursturm. Nun ist es an der Zeit, das Versprechen, das Urna ihrer Großmutter gab, einzulösen. Angekommen in Ulaanbaatar bringt Urna die noch erhaltenen Teile der Geige – Kopf und Hals – zu Hicheengui, einem bekannten Pferdekopfgeigenbauer, der dem alten Instrment einen neuen Körper bauen soll. Danach bricht Urna ins Hinterland auf, um dort die fehlenden Strophen des Lieds zu suchen. Doch sie wird enttäuscht. Keiner der Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnet, scheint die alte Weise der Mongolen noch zu kennen…
Cast & Crew
-
Byambasuren Davaa
Regie
Schauspieler
-
Byambasuren Davaa
- Genre
- Dokumentarfilm
- Zeit
- Gegenwart
- Ort
- Mongolei
- Handlung
- Dschingis Khan, Erinnerung, Familie, Geige, Gesang, Großmutter, Lied, Musik, Pferd, Pferdekopfgeige, Reise, Suche, Sänger, Tradition, Vaterland
- Stimmung
- Berührend, Eigenwillig, Spannend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Das Lied von den zwei Pferden
Trailer zum Film Das Lied von den zwei Pferden
Das könnte dir auch gefallen
Links zum Film Das Lied von den zwei Pferden
- Das Lied von den zwei Pferden: film-zeit.de













Kritiken (3) — Film: Das Lied von den zwei Pferden
H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio
Kommentar löschenWas für eine wunderbare Entdeckung, was für eine magische Filmperle. Auf anderem Terrain als sonst üblich erdacht, angesiedelt, erlebt und erfühlt, sehr viel besonnener, natürlich unspektakulärer, ins tiefe Herz und den aufnahmebereiten Kopf schön und bewegend eintauchend. Der zwischen Magie, Poesie und "Heute" pendelnde Film ist ein ebenso spirituelles wie bildgewaltiges Road Movie (Kamera, der Holländer Martijn van Broekhuizen), dessen Seh-Kraft ebenso beeindruckt wie seine Seelen-Stärke, dessen spielerische wie dokumentarische Gedankengänge interessant sind, dessen Hauptakteurin ein authentischer Menschen-Schatz ist: Urna Chahar-Tugchi.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Reinhard Lüke: Film-Dienst.de Reinhard Lüke: Film-Dienst.de
Kommentar löschenDa hätten einige ironische Brechungen nicht geschadet, doch außer den im Schlamm feststeckenden Busreisenden, die als eine Art Running Gag regelmäßig ins Bild geraten, und einem sehenswerten Trick, mit dem sich auch im Funkloch eine SMS verschicken lässt, hat der Film diesbezüglich wenig zu bieten.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschen„Böse Geister? Ach wo“, antwortet der junge Mann der alten Frau. Warum es den Menschen schlecht geht? Dafür sind ganz konkrete Dinge verantwortlich: „Die Leute werden von der Goldgewinnung krank.“ Das dafür benötigte Natriumzyanid würde eben einfach in die Landschaft geschüttet. „Und vergiftet Mensch und Tier.
Womit man in der Mongolei zu kämpfen hat, das erzählt der schöne Film „Das Lied von den zwei Pferden“ en passant. Im Zentrum steht die Sängerin Urna, die sich aufmacht, die uralte Pferdekopf-Geige ihrer Großmutter restaurieren zu lassen.
Die auf dem Instrument eingravierten Strophen des alten Liedes „Die zwei Pferde des Dschingis-Khan“ sind aber nicht vollständig. Und so bereist Urna das ganze Land auf die Suche nach den fehlenden Textteilen. Während der chinesischen Kulturrevolution waren Lieder und Geigen verboten. Und jetzt? Ist heute alles verschwunden?
Nein, noch nicht ganz. Der Film bestimmt den Standort der heutigen Mongolei zwischen Tradition und Moderne detailgetreu: Einerseits ist die Tradition noch sehr lebendig. Andererseits vergessen die Menschen ihre Erzählungen über iPod und Handy. „Wehe denen, die schlechte Lieder singen“, sagt eine alte Sängerin.
Die Technisierung ist aber noch keineswegs flächendeckend - der Film stellt es in einer wunderbaren Szene dar: Einmal muss Urna das Handy fünf Meter in die Luft werfen, um eine SMS abzuschicken. Das Netz ist da, aber es reicht nicht bis auf den Erdboden.
„Das Lied von den zwei Pferden“ - ein besonderes Stück Musik-Kino abseits der Hauptreiserouten.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (6) — Film: Das Lied von den zwei Pferden
Kommentar schreiben8martin 2011/09/11 12:51:25
Kommentar löschenDie Suche nach einem uralten Lied und die Wiederherstellung einer Pferdekopfgeige führen Urna in die Mongolei, die sich hier als grasgrüne Hügellandschaft präsentiert. Natürlich wird dabei die folkloristische Seite dieser Gegend ausgiebig betont. Doch zwei nicht unwesentliche Nebenaspekte sind erwähnenswert. Zum einen der Vorwurf an den Vielvölkerstaat China, die kulturelle Vielfalt des Reiches der Mitte beseitigt zu haben. Hier wird die Kulturrevolution erwähnt als Vernichter des lokalen Brauchtums. Und außerdem hat Peking die Nomaden zur Sesshaftigkeit gezwungen. Zum anderen sehen wir kurz die Armut der Leute am Rande der Hauptstadt, die vom Müll leben. Und die Einheimischen, die dem Schamanismus huldigen, haben dafür eine einleuchtende Erklärung: Der Mensch beutet die Natur aus und verschmutzt sie. Das macht die Geister böse. Aber auch der Fortschritt in Form von Auto und Handy hat hier Einzug gehalten. Das bringt humorvolle Szenen mit sich. Besonders das Verschicken einer SMS in der Einöde ist ein echt guter Joke. Dass Urna am Ende erfolgreich ist, ist schon klar. Sonst hätten wir aber auch nie die Musik von seltsamen Instrumenten gehört und den Text des Liedes erfahren.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Laura Eissenberger 2011/09/07 02:29:28
Kommentar löschenSoll die Synopsis 'ne Verarschung sein? Kein Schwanz denkt sich einen derart standardisierten Klischee-Ethno-Romantik-Dreck aus.
Weil es so einen depperten Film gar nicht geben kann, vergebe ich hiermit keine Punkte.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Laura Eissenberger 2011/09/07 02:30:54
Antwort löschenH.-U. Pönack: Deutschlandradio: "... magische Filmperle..."
Laura Eissenberger 2011/09/07 02:39:56
Antwort löschenEbd: "Auf anderem Terrain als sonst üblich erdacht, angesiedelt, erlebt und erfühlt, sehr viel besonnener, natürlich unspektakulärer, ins tiefe Herz und den aufnahmebereiten Kopf schön und bewegend eintauchend."
Ein Worterguss wie aus dem Copy-Text des Schüssler-Abführsalzes. Bravourös dahingepladdert.
based_god 2011/09/06 18:20:22
Kommentar löschenSchönstes Indie-Erlebnis, welches leider fast nur auf Musik und seine gewaltige Bilder achtet.
In dieser Hinsicht, bekommt man jedoch einiges geboten...
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
nurleben 2010/06/05 23:32:36
Kommentar löschender kommt als nächstes dran :)
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
allesseher 2010/06/05 22:09:14
Kommentar löschenNicht oft wird von der Liebe zum Heimatland und seinen Menschen mit so einer gut erzählten, anrührenden Geschichte und wunderbar ruhig und eindringlich fotografierten Bildern erzählt.
Die Kraft der Beharrlichkeit auf der Suche nach dem fehlenden Liedteil und das Glück der Erfüllung beim Auffinden, alles glaubhaft von ernsthaften und liebreizenden Darstellern verkörpert. Der Film ist eine Perle für alle, die gut zuhören können und die es den Bildern erlauben, sich langsam zu einer wunderschönen Geschichte zu verdichten.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Boxhamster 2010/05/10 13:15:12
Kommentar löschenEin fremder Film, abseits von meinem westlichen Musikverständnis, abseits von modernsten Mitteln der Kommunikation und abseits von dem stetigen Zeitdruck, der es mir unmöglich macht, meine Umwelt so zu erleben, wie es die Charaktere in "Das Lied von den zwei Pferden" tun.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten