Löwenkäfig
Leonera (2008), BR/AR/KR Laufzeit 113 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 04.06.2009
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
22 Bewertungen
5 Kommentare
Keine
von Pablo Trapero, mit Martina Gusman und Elli Medeiros
Die seit kurzem schwangere Studentin Julia erwacht eines Morgens in ihrer Wohnung neben zwei blutüberströmten Männern, der eine – ihr Liebhaber Nahuel – ist tot, der andere schwer verletzt. Die Frau hat keine Ahnung, wie es zu diesem Drama gekommen ist, sie kann sich an nichts mehr erinnern. Was beginnt wie ein klassischer Thriller im Stile des Film noir, wandelt sich dann zu einer realistischen Studie über das Leben im Knast; die Frage, wer wen ermordet hat – sie spielt fortan keine Rolle mehr. Vielmehr zeigt Trapero, dessen Film “Familia Rodante / Argentinisch Reisen” bereits in den deutschen Kinos zu sehen war, das Leben im Knast, und vor allem, was es bedeutet, in solch einer Umgebung ein Kind zu gebären und aufzuziehen. Denn Julia ist schwanger, und als sie den kleinen Tomas zur Welt bringt, ist er ein wichtiger Halt für seine Mutter.
Mehr Bilder (11) und Videos (1) zu Löwenkäfig
Cast & Crew
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Pablo Trapero
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Martina Gusman
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Elli Medeiros
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Laura García
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Tomás Plotinsky
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Tomás VI
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Leonardo Sauma
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Ugo Casman
Regie
Schauspieler
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Alejandro Fadel
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Martín Mauregui
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Santiago Mitre
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Pablo Trapero
- Genre
- Drama
Drehbuch
Filmdetails Löwenkäfig
Trailer zum Film Löwenkäfig
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Kritiken (3) — Film: Löwenkäfig
E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenAuch sonst strengt sich Trapero sehr an, der Zuschauerin und dem Zuschauer möglichst wenige Anstrengungen zuzumuten. Einen Eindruck davon zu geben, was es heißt, jahrelang - oder auch nur einen Tag - im Gefängnis zu leben, versucht er erst gar nicht. Schnell schneidet er immer zur nächsten Aktion. Alle Gefühle, die Julia hat, bleiben fasslich, alles ist immerzu lesbar. Und sicher, Trapero weiß um die Klischees des Frauengefängnis-Film-Genres. Umso erstaunlicher, dass er doch ständig auf sie zurückfällt. Catfights nackter Frauen unter der Dusche, lesbische Küsse, lüsterne Blicke. Alles ist da. Gerade mal um einen halben Schritt tritt der Film vom jeweiligen Klischee zurück und bedient es so mit einer Geste, die behauptet, er bediene es nicht. Was dabei herauskommt, ist, hart gesagt, Exploitation nach Autorenfilmart. Weniger hart gesagt: Ein Film, dessen Ambition vor allem dahingeht, keinesfalls unambitioniert zu scheinen. Gerecht wird Trapero seiner Geschichte, seiner Figur und deren Schicksal so weiß Gott nicht.
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W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien... W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien...
Kommentar löschenEine junge Mutter hinter Gefängnismauern: Das provoziert alle Klischees vom Frauenknast, von unsäglichen Fernsehserien und Melodramen hinter Gittern. Pablo Trapero spricht viele der damit einhergehenden Klischees an, geht aber über die üblichen Stereotypen hinaus. Der Grundton des Films ist realistisch und zurückhaltend. „Löwenkäfig“ lebt vom überzeugenden Zusammenspiel der Protagonistinnen, der tiefen Beziehung zwischen Julia und Marta, aber auch den teils subtilen, teils offenen Spannungen zwischen Mutter und Tochter, zwischen zwei völlig unterschiedlichen Lebensmodellen. Besonders beeindruckend ist die Leistung der Hauptdarstellerin Martina Gusmán, die die langsame Rückkehr Julias ins Leben so überzeugend vermittelt. [...] Pablo Trapero ist neben Lucrecia Martel einer der prominentesten Vertreter des „Joven Cine Argentino“, des jungen argentinischen Films, der seit Mitte der 1990er-Jahre auf Festivals für Furore sorgt und für einen neuen Realismus und eine schärfere, unsentimentalere Beobachtung der argentinischen Gesellschaft steht. Trapero repräsentiert aber auch die Professionalisierung und Kommerzialisierung, dieser Bewegung – das Ende, das er für „Löwenkäfig“ findet, wirkt bei all dem wunderbaren menschlichen Realismus fast schon falsch und künstlich.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenBewegendes, unter die Haut gehendes Gefängnisdrama, das thematisch sehr an Renato Castellaris neorealistischen Klassiker "Die Hölle in der Stadt" (Nella città inferna) mit Anna Magnani und Giuletta Masina erinnert. Nur dass das Drama diesmal optimistischer und dabei durchaus glaubwürdig offen endet.
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Kommentare (2) — Film: Löwenkäfig
Kommentar schreibenBaltiCineManiac 2011/08/02 16:44:31
Kommentar löschenDie ausdrucksstark und sehr überzeugend aufspielende Argentinierin Martina Gusman in der Hauptrolle der jungen (werdenden) Mutter ist das größte Pfund dieses in satten Scopebildern gedrehten Frauenknastdramas, das aufwühlend nüchtern den Gefängnisalltag sowie die Sorgen und Nöte der Insassinnen porträtiert und dabei intelligenterweise die Klärung der die Hauptprotagonistin betreffenden Schuldfrage außen vor lässt. Jedoch schleichen sich auch einige Klischees in die Inszenierung ein und der Schluss wirkt, im realistischen Kontext des Films gesehen, doch etwas aufgesetzt-märchenhaft. Insgesamt wird der Zuschauer emotional dann doch zu sehr von der Erzählweise auf Distanz gehalten.
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8martin 2011/07/08 16:40:19
Kommentar löschenDer Titel bezieht sich auf einen Frauenknast in Südamerika. Mit fast dokumentarischer Distanz wird der Weg von Julia ins Gefängnis und auch wieder heraus geschildert. Zwischenzeitlich hatte sie dort ein Kind bekommen. Dabei werden wir im Dunkeln gelassen, ob sie zu Recht oder zu Unrecht einsitzt. Nur wenn man ihr glaubt, stimmt Letzteres. Ein starker Frauenfilm, der die Atmosphäre und das Leben in der Strafanstalt genau schildert, ohne zu übertreiben. Das Gefängnis ist ein eigener Kosmos, in dem es den Kindern eigentlich noch am besten geht. Sie erfahren hier so etwas wie Freiheit, weil sie nichts vermissen, was sie nicht kennen. Sie werden geliebt und finden wie in einer Großfamilie Geborgenheit. Erst als man Julia Thomas wegnimmt, wird sie aktiv. Wenn ihr Sohn bei ihr hätte bleiben können, hätte sie die Haft ertragen, aber so…
Und über den Schluss kann man sicherlich diskutieren. Darüber hinaus brandmarkt der Film frauenfeindliche Tendenzen im Strafvollzug; ohne anzuklagen wird dies nur sachlich festgestellt. Die relative Ruhe schließt die Emotionalität des Zuschauers nicht aus. Man verfolgt mit Zufriedenheit den Start in eine neue Realität.
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