Die Blume des Bösen

La Fleur du mal (2003), FR
Laufzeit 104 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 24.07.2003

6.9 Kritiker
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Skala 0 bis 10
6.3 Community
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Die Blume des Bösen - Bild 35617
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von Claude Chabrol, mit Nathalie Baye und Benoît Magimel

Die Familie Charpin-Vasseur. Gut situiert, schöner Garten, schönes Haus. Alles in einem kleinem Ort in der Nähe von Bordeaux. Sie (Nathalie Baye), eine ambitionierte Lokalpolitikerin, er (Bernard Le Coq), ein im Ort angesehener Apotheker. Aber was stimmt zwischen ihnen nicht? Ist es nur der Parteifreund der Gattin (Thomas Chabrol), der stört? Oder des Ehemanns offenkundiges Interesse auch an anderen, möglichst jüngeren Frauen? François (Benoît Magimel), der Sohn, kommt aus Amerika zurück. Die Begrüßung zwischen ihm und seiner Schwester (Mélanie Doutey) fällt äußerst liebevoll, fast leidenschaftlich aus. Aber warum ist er ins Ausland gegangen, warum kommt er jetzt wieder? Die ältere Tante (Suzanne Flon), oft betont gut gelaunt, bekocht die Familie besonders gern mit Lieblingsgerichten und scheint für Sorgen und Nöte aller da zu sein. Aber: Wer schreibt anonyme Briefe, die die Familie Charpin-Vasseur eines unaufgeklärten Verbrechens beschuldigen? Was geht wirklich vor in diesem Haus? Was ist hier passiert?

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Kritiken (2) — Film: Die Blume des Bösen

Ulrich Behrens

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8.5Ausgezeichnet

Chabrols „La fleur du mal“ wird nicht jedem zusagen. Es gibt Kritiker, die dem Film fehlende Spannung vorwerfen. Im Vergleich mit älteren seiner Filme mag dies zutreffen. Aber manchmal ergibt sich Spannung nicht aus einer vordergründigen Verwendung kriminalistischer Effekte oder der Einbettung einer derartigen Geschichte in die Hülle eines Thrillers. „La fleur du mal“ beherrscht eine subtile Zeichnung der Charaktere und ihres Verhaltens, ihrer Worte. Das macht mir den Film lieb.

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Uwe Mies: Westdeutsche Allgemeine Zei...

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7.0Sehenswert

Chabrol schockt unterschwellig, quasi zwischen den Zeilen. Der Thrill ist delikat, aber ohne Würze. Als Fernsehspiel wäre das ein Klassiker, im Kino aber bleibt der Eindruck, dass einem ein wesentlicher Teil des Vergnügens auf perfide Weise vorenthalten wurde. Ein Film, der den Appetit anregt. Satt macht er nicht.

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Kommentare (3) — Film: Die Blume des Bösen

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Puebleau

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Bewertung4.0Uninteressant

Chabrol muss sich bewusst gewesen sein, dass sein Stück dramaturgisch auf der x-Achse ruht, während die "gefühlte Zeit(vergeudung)" auf der y-Achse gen Himmel schießt, denn die Kernaussage präsentiert er dem ermüdeten und mittlerweile desinteressierten Zuschauer banalerweise beim Scrabbel ("Cache"- Verbergt euch!). Langeweile und die Sinnfrage sind der ständige Begleiter von "La fleur du mal".

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8martin

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Bewertung5.0Geht so

Da hat sich Claude Chabrol von seinen frühen Krimis ganz schön weit entfernt. Dies ist kein echter Thriller. Eher eine komplexe Gesellschaftssatire, deren Hintergründe schwer nachvollziehbar sind. Es geht nicht so sehr um Mord oder Totschlag, sondern um die Abgehobenheit einer wohlhabenden, bürgerlichen Kaste, die sich nach außen abschirmt und alles, was nicht sein darf, wird geleugnet oder vertuscht. Mit Erstaunen nimmt man den unerwarteten Abspann auf und stellt fest, aha, so ist das eben. Trotz einiger unangenehmer Querschläger, geht das Leben so weiter für die Reichen und Schönen, die gelangweilt und mit Verdruss eigentlich ein erbärmliches Dasein fristen.
Allein der Titel verweist auf Baudelaires Gedichtband. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann man vermuten, dass die Blume des Bösen im Geheimen ewig weiterblüht. Für eine Satire nicht bissig genug, für einen Krimi zu flach und für eine gesellschaftliche Analyse zu oberflächlich. Es ergibt sich nichts Neues.

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Orso D'oro

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Bewertung6.0Ganz gut

Untrüglicher Beweis dafür, dass ein Meister der Nouvelle Vague alt wird (auch "L'ivresse Du Pouvoir" ist so ein Beispiel)! Während Baudelaires "Les Fleurs Du Mal" auch 150 Jahre nach ihrem erscheinen noch zu verstören wissen, erzeugt Chabrols böse Blume nur eins: Langeweile!

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