Claude Chabrol

Beteiligt an 50 Filmen und 1 Serien

Als einer der wichtigsten französischen Regisseure des 20. Jahrhunderts wirkte Chabrol maßgebend in der Nouvelle Vague mit und bereichert das französische Kino mit teils provokanten, teils amüsanten Filmen.

Leben und Werk

Als Sohn eines Apothekers unterhielt Claude Chabrol schon während des Krieges im Département Creuse einen sogeannten Cine-Club, einen Kinoklub. In Paris, wo er Recht und Geisteswissenschaften studierte, verfolgte Chabrol weiterhin diese Leidenschaft. In den Kinos der Hauptstadt lernte er schnell Gleichgesinnte kennen und gründete mit Kollegen zusammen die renommierte Filmzeitschrift Cahiers du Cinéma, für die er von 1952 bis 1957 schriebt. Sehr früh heiratete Claude Chabrol und konnte mit der Erbschaft seiner Ehefrau seinen ersten Film produzieren: Le Coup du berger (1957) von Jacques Rivette. Ein Jahr später folgte Chabrols erster Film Die Enttäuschten (1958), der als zentraler Film der Nouvelle Vague gilt.

1964 heiratete Claude Chabrol Stéphane Audran, die sich für ihn von Jean-Louis Trintignant trennte. Audran mimte in 23 Filmen Chabrols verschiedene Rollen. Für Chabrols Filme wichtig war auch der Drehbuchautor Paul Gégauff, mit dem er wichtige Preise einheimste. 1959 wurde das Duo in Berlin mit dem Goldenen Bären für das Nouvelle Vague-Werk Schrei, wenn Du kannst. Während Les Bonnes Femmes (1960) und Das Auge des Bösen die Zuschauer eher verwirrte, landete Chabrol wiederum einen Erfolg mit Der Frauenmörder von Paris (1962) über den französischen Frauenmörder oder der Parodie Der Tiger liebt nur frisches Fleisch. Ende der 1960er Jahre entstanden wichtige Filme wie Die untreue Frau, Der Schlachter Das Biest muß sterben (1969), in denen Claude Chabrol mit den Oberflächlichkeiten der Bourgeoisie abrechnet.

Der Halunke wird 1972 mit Jean-Paul Belmondo als Hauptdarsteller ein großer Erfolg in Frankreich. Chabrol versuchte sich in den 1970er Jahren in den verschiedensten Genres, so dem Polithriller Nada, Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen mit Romy Schneider oder den Fantasiefilm Alice ou la Derniere fugue. 1978 beginnt die fruchtbare Zusammenarbeit mit Isabelle Huppert im Film über die Vatermörderin Violette Noziere, die sich in Eine Frauensache (1988), Madame Bovary) Süßes Gift (2000) und Biester mit Sandrine Bonnaire (1995) fortsetzte.

Dramatische Komödien wie Die Blume des Bösen (2003) Die Brautjungfer (2004) drehte der Meister mit dem französischen Nachwuchsdarsteller Benoît Magimel. In Geheime Staatsaffären kehrte Chabrol wiederum zu den Stars des französischen Kinos mit Isabelle Huppert, François Berléand und Patrick Bruel zurück.

Bellamy sollte Claude Chabrols letzter Film sein; am 12. September 2010 starb er im Alter von 80 Jahren.


Populäre Filme

von Claude Chabrol

Komplette Filmographie


News

die Claude Chabrol erwähnen
Die Früchte der Filmnation Frankreich

Gewinnt die besten Kinoperlen Frankreichs! Veröffentlicht

Freunde des französischen Films aufgemerkt! Kinowelt Home Entertainment veröffentlicht im Juli zwei hochwertige Arthaus DVD-Editionen. Wir verlosen diese hochkarätigen DVD-Boxen voller Sternstunden des französischen Kinos! Mehr

Abschied 2010

Wir nehmen Abschied von ... Veröffentlicht

Auch 2010 haben uns wieder einige Menschen aus der großen Welt des Filmes verlassen. Wir erinnern uns. Mehr

Claude Chabrol bei den Dreharbeiten zu Bellamy

Claude Chabrols Abrechnungen mit der Bourgeoisie Veröffentlicht

Am Sonntag ist der französische Filmemacher Claude Chabrol im Alter von 80 Jahren verstorben. Für uns hat er wunderbar klar und messerscharf die bürgerliche Gesellschaft seziert und dabei den Zuschauer immer zum Denken animiert. Mehr

Alle News (6)


3 Kommentare

über Claude Chabrol
Kommentar schreiben

Mr. Goodkat

Kommentar löschen

Chabrol weilt leider nicht mehr unter uns:
"Frankreich trauert um Claude Chabrol. Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent starb nach Angaben des Pariser Rathauses im Alter von 80 Jahren. Ein Sprecher von Bürgermeister Bertrand Delanoë würdigte Chabrol als einen der großen Cineasten Frankreichs, der für seine Freiheitsliebe und seine Unerschrockenheit bekannt geworden sei. "Danke, Claude Chabrol, wir danken Dir für dein Kino", erklärte er."

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

annaberlin

Kommentar löschen

Chabrol hat ausgedient. War er in den 70ern noch einer der besten französischen Filmemacher, so langweilt er seit Jahren nur noch mit Schinken, die die Vorurteile gegenüber dem französischen Arthauskino bestätigen. Würde mir seine neuen Filme nur ungern antun.

Kommentar gefällt mir Antworten

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben


Deine Meinung zu Claude Chabrol