Die Braut trug schwarz
La Mariée était en noir (1968), IT/FR Laufzeit 107 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Kinostart 22.03.1968
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von François Truffaut, mit Jeanne Moreau und Michel Bouquet
Schon am Tag ihrer Hochzeit wurde Julie Kohler ihr Ehemann genommen: durch einen Unfall, direkt vor der Kirche, im der sie ihn gerade geheiratet hatte. Nach einem Selbstmordversuch sagt sie ihrer Mutter, daß sie die Stadt verlassen wolle, macht sich aber in Wirklichkeit auf die Suche nach den fünf Männern, die Schuld am Tod ihres Mannes sind, um sich an ihnen zu rächen.
Cast & Crew
-
François Truffaut
-
Jeanne Moreau
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Julie Kohler
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Michel Bouquet
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Jean-Claude Brialy
-
Charles Denner
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Claude Rich
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Michael Lonsdale
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Rene Morane
Regie
Schauspieler
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Daniel Boulanger
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Alexandra Stewart
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mademoiselle Becker
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Serge Rousseau
-
Luce Fabiole
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mère de Julie
-
Van Doude
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Inspecteur
-
Jean-Louis Richard
-
François Truffaut
- Genre
- Mysterythriller, Drama
- Handlung
- Art House-Film, Vergeltung, Vergiften
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Drehbuch
Filmdetails Die Braut trug schwarz
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Kritiken (2) — Film: Die Braut trug schwarz
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenAuf diese Weise ist „Die Braut trug schwarz“ eine Milieuschilderung. Ein Episodenfilm, der sich als Charakterstudie entpuppt, denn innerhalb von nur kurzer Zeit wird der Zuschauer zum Voyeur, wenn er in die Leben der fünf verschiedenen Männer eindringt und in ihre Umgebung, die so verschiedenartig ist, dass diese Personen augenscheinlich nichts verbinden kann. Und doch gibt es etwas. Julie Kohler kennt das Geheimnis.
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenAuf delikate Zurückhaltung der Form setzt Truffaut auch bei der Kameraarbeit, für die er wunderbare Plansequenzen und zwischendurch sorgfältige Schnittabfolgen kombiniert, die erst bei wiederholter Betrachtung ihre Kunstfertigkeit wirklich erkennen lassen. Markenzeichen sind auch die beunruhigend eingesetzten Kamerafahrten aus dem Blickwinkel von Julie.
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Kommentare (10) — Film: Die Braut trug schwarz
Kommentar schreibenElMagico 2011/11/29 12:53:28
Kommentar löschenWas sich vordergründig als Kriminal-Film verkauft, ist tief in sich doch nur ein Liebesfilm. Auch wenn das Wort "Nur" bei "La Mariée était en noir" völlig unangebracht ist. Aber ohne eben diese eine grosse Liebe würde dieser Film keinen Sinn ergeben.
Dabei liegt die Magie des Films sowieso in den kleinen Gesten, in Blicken und einzelnen Worten. Truffaut erschafft um diese kleine, gar nicht so gehaltvolle Rachestory eine Welt, welche nur für 107 Minuten existent ist, aber einem die Sinne dermaßen verwirrt, das Gedanken an logisch oder nicht, real oder nicht, nicht im Ansatz aufkommen.
All die Stilmittel die "La Mariée était en noir" inne hat, inszeniert Truffaut so leichtfüssig, so zart, dass es einem im Nachhinein furchtbar schwer fällt, den Film einem Genre zuzuordnen. Sicherlich ist es eine Kriminalkomödie, aber niemals gibt es eine offensichtlich humoreske Seite in "La Mariée était en noir". Aber auch die Schwere der verlorenen Liebe, die Grausamkeiten des Mordens verlieren sich in der spielerischen und sanften Inszenierung Truffauts, welche letztendlich aber trotzdem die nötige Ernsthaftigkeit nicht vermissen lässt.
Hier werden einfach alle Sinne des Menschens gestreichelt. Der Film als gesamte Einheit erzeugt einen Zauber, der all das kriminalistische des Films, das Sittengemälde das er entwirft und auch die Charaktere die er uns zeigt, in Watte hüllt, alles irgendwie unwirklich und traumhaft erscheinen lässt. Weil ich keine besseren Worte finde und diese Sätze doch am nähesten das beschreiben, was ich bei "La Mariée était en noir" empfand, zitiere ich hier die Hauptdarstellerin Jeanne Mareau: " Bei dieser Julie dagegen habe ich wirklich....ich habe keine Vorstellung davon, wo sie hingehört. (...) ..., dass ich mir nicht vorstellen kann, wo diese Frau schlafen könnte oder essen...Es ist ein spezieller Fall von totaler Einsamkeit."
Sehr schöner Film, der gleichzeitig Anspruch und Unterhaltung bietet, der Aufmerksamkeit fordert, in dem man sich aber gleichzeitig fallen lassen kann.
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filmschauer 2011/11/29 19:01:32
Antwort löschenAuch wenn es dir wie beschrieben schwerfällt, die richtigen Worte zu finden, hast du mich doch noch ein Stück neugieriger auf den Film gemacht. Ist schon seit längerem vorgemerkt!
ElMagico 2011/11/29 19:05:10
Antwort löschenFreu dich drauf! :)
stalker 2011/11/12 18:18:25
Kommentar löschenDie Vergangenheit ist die Zukunft, möchte ich denken, bei diesem Film, von Anfang an, diese Kamera, diese Einstellungen, diese Szenen, so ungewöhnlich, so anders, so aufgeladen und doch so leicht und diese Spannung, welche sich durch den ganzen Film zieht, so leise, sanft, fast verdeckt von diesen weisen Blicken auf das Menschliche, dieser bissige Humor, dieser tiefe Blick und vor allem all das, was nicht ist und heute fast überall und noch mehr dieser ungewöhnliche Spaß am Sehen lassen mich schwärmen, was für ein Film!
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spanky 2011/03/16 21:52:29
Kommentar löschenSkurril-humoriger Thriller mit französischem Staraufgebot, angeführt von einer erstaunlichen Jeanne Moreau. Sie spielt die typische Hitchcock-Frauenfigur im Rachefieber und erreicht so zusammen mit dem Score von Bernard Herrman ein Feeling von "Hitchcock in Frankreich".
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Kubrick_obscura 2011/01/15 19:34:06
Kommentar löschenDie Dreieinigkeit der weiblichen Rache ist damit vollendet, 3 Filme, 3 Kontinente, 3 unterschiedliche Regisseure. "Die Braut trug schwarz", "Kill Bill", "Lady Vengeance" bedienen sich ähnlicher Motive, sind aber unverhandelbar in je ihrer Form einzigartig und grundverschieden konzipiert.
In Tarantinos martialischer Variante ist die Rache gleich einer Erlösung. In Chan-Wooks interlektueller Rachephantasie ist Geum-Ja's Handeln zwar eine Art von logischer Konsequenz, allerdings treibt es die Heldin immer stärker in den Wahnsinn und den seelischen Tod.
Truffauts Version ist bei weitem die ambivalenteste Herangehensweise. Der Akt der Rache wird zwar rational hinterfragt, wird aber gleichzeitig auch als emotionale Not dargestellt. Julies Leid resultiert nicht aus einem bösartigen Komplott, getrieben durch Eifersucht oder Perversion, sondern aus einem Unglück, einer fahrlässigen Tötung. Am Hochzeitstag wird ihr Mann vor der Kirche niedergeschossen durch eine versehentlich abgefeuerte Waffe. Die 5 Männer flüchten und entziehen sich dieser Verantwortung. Julie will sich umbringen, doch das wird verhindert. Ihr bleibt nur die Vollstreckung nachzuholen, der sich die Mörder ihres Mannes entzogen haben.
Truffauts Drehbuch strukturiert sich stark nach den Morden. Die eigentliche Exposition erfahren wir nur in Rückblenden. Während ihres Rachefeldzugs wird sie immer wieder mit den unterschiedlichen Lebensentwürfen ihrer Opfer konfrontiert, seien es Einsamkeit, Vermählung, Familie oder Junggesellentum. Dabei zeichnet Truffaut die Opfer als differenzierte bürgerliche Charaktere, die zwar alle menschlich gesehen keine reine Weste, aber den Tod trotzdem nicht verdient haben. Julies Rache legetimiert sich nur durch ihre Gefühle. Da steckt kein rationaler Gerechtigkeitssinn dahinter, nur unkontrollierbarer Hass.
"Die Braut trug schwarz" ist im wenigsten eine Lehrstunde in moralischem Handeln, ebenso wenig in Juristerei. Es ist ein eleganter Kriegsfilm, ein philosophisches Schachspiel zwischen Vernunft und Gefühl, ein maliziöses Melodram.
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Blonder 2009/11/19 18:19:21
Kommentar löschenDas besondere an dem Film sind die verschiedenen Arten, wie die Männer ins Jenseits befördert werden. Interessant ist er auch für Tarantino Fans, denn man sieht wieviel er daraus für Kill Bill genommen hat.
Hauptsächlich wollte Truffaut mit dem Film Hitchcock würdigen. Denn Hitchcocks Hauskomponist schrieb die Musik dazu.
Sehenswerter Rachethriller, der sich durch originelle Ideen auszeichnet.
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Cash 2009/06/12 14:20:48
Kommentar löschenDie Liebe, in ihren größten Momenten, ist bedingungslos. Der von fremder Hand verschuldete Verlust eines geliebten Menschen ist, so tragisch er auch ist, oftmals auch eine Möglichkeit, sie zu beweisen. Jeanne Moreau, eine von Frankreichs bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen, hat es in einem Interview als „totale Einsamkeit“ beschrieben. Der Rachefeldzug ihrer Figur in Die Braut trug schwarz (1968), Julie Kohler, hat keine Umgebung. Man würde nicht sehen, wie sie schläft. Man könnte sich nicht vorstellen, wie sie morgens frühstückt. Sie läuft durch die Welt, besessen von dem einen Gedanken: Den Mord an ihrem Bräutigam rächen.
Die Braut trug schwarz ist kein Krimi. Er ist auch nicht mysteriös und besonders spannend ist er auch nicht. Auch wenn das Rachemotiv erst zum Mitte des Filmes enthüllt wird, weiß der Zuschauer schon, worum es geht; das Anschauen des Trailers oder das Lesen der Synopsis auf der Rückseite der Packung genügt. Die Faszination rührt eher von der Art, wie sie jeden einzelnen Mann ermordet. Julie lässt sich Zeit, sie alle zuerst kennenzulernen. Sie trinkt mit ihnen, lässt sich von ihnen malen, weckt Hoffnungen in ihnen, Begierden, ein Gefühl, am Unantastbaren mal Streicheln zu dürfen. Sie geht methodisch vor, hat stets ein Notizbuch dabei, in dem alle fünf Namen in großen Lettern geschrieben stehen und sie nach jedem Mord den entsprechenden Eintrag durchstreicht. Spannung wird hier auf äußerst plakative Art erzeugt; die größte Überraschung, wenn auch vorhersehbar, gibt es am Ende des Filmes. Bedingungslos, so ist sie, ihre Liebe.
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Darbon 2009/06/01 14:14:34
Kommentar löschenFrançois Truffaut schuf das zeitlos elegante und erheblich spannendere Vorbild zu Tarantinos vordergründiger Schlachteplatte "Kill Bill". Die Ideenvielfalt, mit der Jeanne Moreau bei ihrem Rachefeldzug gegen die fünf Männer vorgeht, allesamt meisterlich gezeichnete und exzellent gespielte Vertreter der bürgerlichen Klasse, ist weitaus reicher, gemeiner - und überraschender. Denn wenn Julie Kohler ("colère", was für ein Name!) einen offensichtlichen Fehler begeht, dann verfolgt sie damit bereits den nächsten Plan.
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pedrodelhierro 2008/12/17 22:59:36
Kommentar löschenguter film
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Lars will 2008/09/02 11:20:44
Kommentar löschenJulie Kohler ist der menschlichere Racheengel als "die Braut" bei Tarantino.
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alanger 2008/01/28 19:14:49
Kommentar löschenguter, aber etwas seltsamer truffaut.
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