François Truffaut

Beteiligt an 37 Filmen

François Truffaut gilt zusammen mit Jean-Luc Godard der Begründer der Nouvelle Vague. Sein Kino beschäftigt sich mit sozialkritischen Themen und ist vor allem im Antoine-Doinel-Zyklus autobiographisch inspiriert.

Leben und Werk Truffauts

François Truffaut wurde am 6. Februar 1932 in Paris geboren und war der Sohn eines technischen Zeichners und einer Sekretärin. Nach eigenen Aussagen hatte er eine schwere Kindheit und fühlte sich vernachlässigt und ungeliebt. Dieser Kindheit versuchte er durch seine Cinephilie zu entkommen. Er verließ die Schule und wollte sich fortan autodidaktisch weiterbilden. Sein selbstgestecktes Bildungs-Programm: 3 Filme am Tag und drei Bücher pro Woche.

1948 lernte François Truffaut André Bazin kennen und gründete seinen eigenen Filmclub, den Cercle cinémane. Mit 16 Jahren verschuldete er sich wegen dieses Filmclubs und kam auf Wunsch seines Vaters ; später sollte er herausfinden, dass dieser sein Stiefvater war; in eine Anstalt für minderjährige Straftäter. 1950 veröffentlichte François Truffaut seine erste Filmkritik. Danach arbeitete er als Fabrikarbeiter. Durch Bazin kam er auf die Idee, Kinovorführungen für alle Fabrikarbeiter zu organisieren. Schnell lernte er die Größen des damaligen französischen Kinos kennen, wie Alain Resnais, Chris Marker, Jean-Luc Godard, Jacques Rivette und Eric Rohmer kennen.

1951 stieg François Truffaut dann in den Militärdienst ein, um kurz darauf zu desertieren. Er wurde kaserniert und floh, als er nach Indochina abkommandiert werden sollte. Nach der unehrenhaften Entlassung aus dem Militärdienst brachte ihn Bazin in der Filmabteilung des Landwirtschaftsministeriums unter.

Im Januar 1954 veröffentlicht François Truffaut als Mitarbeiter der Cahier du cinéma seinen berühmt gewordenen Artikel Une certaine tendance du cinéma, der die Bewegung der Nouvelle Vague ästhetisch begründete. Dieses Manifest wendet sich gegen den verlogenen psychologischen Realismus des französischen Autorenfilms. Bald macht sich François Truffaut als Kritiker der Cahiers du Cinéma einen Namen durch seinen klaren Stil, seine Präzision und Unbestechlichkeit im Urteil.

1966 veröffentlichte François Truffaut ‘Mr Hitchcock, wie haben Sie das gemacht’ (Le cinéma selon Hitchcock). Dabei handelt es sich um die Abschrift einer ausführlichen Interview-Reihe mit Alfred Hitchcock, in welcher François Truffaut detaillierte Fragen über die Filmtechnik und Besonderheiten von Hitchcocks Gesamtwerk stellt. Das Interview eröffnet zahlreiche Einblicke in die Arbeisweise Hitchcocks, begründete endgültig seinen Ruf als Regie-Meister und gilt noch heute als Basislektüre für Filminteressierte.

Im Laufe seiner Karriere drehte François Truffaut 25 Filme. Hervorzuheben ist der autobiographisch inspirierte Antoine-Doinel-Zyklus: Sie küßten und sie schlugen ihn, Antoine et Colette, Geraubte Küsse, Tisch und Bett und Liebe auf der Flucht. Die Hauptfigur dieser Filme Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud) bezeichnete er als sein Altes Ego. In diesen fünf Filmen erzählt François Truffaut die Biographie seines filmischen Doubles ebenso wie die seiner Partnerin Christine Darbon (Claude Jade), die auch mit Truffaut verlobt war.

International war François Truffaut vor allem mit seiner Distopie Fahrenheit 451 66) und seiner Mitarbeit an Unheimliche Begegnung der dritten Art von Steven Spielberg erfolgreich.

Am 21. Oktober 1984 starb Francois Truffaut in Paris an den Folgen eines Gehirntumors, ohne sein selbstgestecktes Karriere-Ziel von 30 Filmen zu erreichen.


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3 Kommentare

über François Truffaut
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David "Noodles" Aaronson

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Der großartige François Truffaut wäre heute 80 Jahre alt geworden.

Seit Truffaut dürfen wir uns fragen, ist Kino wichtiger als das Leben?
Zumindest macht es das Leben lebenswerter, ganz besonders wenn jemand wie Truffaut auf dem Regiestuhl sitzt. Immer mehr als andere hat er seine eigene Biographie in seine Filme eingewebt, mehr Herzblut, mehr Menschlichkeit, wie mir scheint.

Deshalb würden wir auch selbst liebend gerne das letzte Taschengeld zusammenkratzen, anderen 400 kleine Streiche spielen, in denen wir den Nachbarn Tisch und Bett wegstehlen, nur um noch einmal in den Genuss eines Truffaut Filmes zu kommen - im Kino natürlich, wo sonst?
Und wenn „Jules und Jim“ aus ist fahren wir, mit der Dame unseres Herzens, in der letzten Metro nach hause. Unterwegs wird standesgemäß noch ein Citizen Kane Plakat geklaut. Zu Hause wartet allerdings Ärger auf uns, jemand hat beim Nachbarn ein Ehebett gestohlen... Doch haben wir gelernt dass es nichts bringt wenn der Pianist erschossen wird, die Braut muss demnach kein schwarz tragen, sondern zeigt dem Pianisten stattdessen wie man(n) ein geröstetes Toastbrot in der Hand streicht, ohne dass es gleich zerbricht. Leider zieht sie auch mit ihn zusammen (daran ist sie gewiss nicht alleine schuld)! Liebe auf der Flucht sozusagen. Wohin jetzt nur?? Das gestohlene Plakat erinnert uns an den schönsten Ort der Welt. Das Kino!

Schon läuft der nächste Film des kleinen Franzosen. Und alle fragen sich: Mr. Truffaut, wie haben sie das gemacht?

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Heiderditte

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Sein Film die amerikanische Nacht ist das beste Werk über Regisseure und ihre Probleme, das der Film hervorgebracht hat (Dicht gefolgt von 81/2)

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