François Truffaut — DVDs bei Amazon kaufen
Beteiligt an 24 Filmen
Truffaut gilt zusammen mit Godard als der Begründer der Nouvelle Vague. Sein Kino beschäftigt sich mit sozialkritischen Themen und ist vor allem im Antoine-Doinel-Zyklus autobiographisch inspiriert.
Leben und Werk Truffauts
Truffaut ist der Sohn eines technischen Zeichners und einer Sekretärin. Nach eigenen Aussagen hatte er eine schwere Kindheit und fühlte sich vernachlässigt und ungeliebt. Dieser suchte er durch seine Cinephilie zu entkommen. 1948 lernte er André Bazin kennen und gründete seinen eigenen Filmclub, den Cercle cinémane. Mit 16 Jahren verschuldete er sich wegen dieses Filmclubs und kam auf Wunsch des Vaters – später sollte er herausfinden, dass dieser sein Stiefvater war – in eine Anstalt für minderjährige Straftäter. 1950 veröffentlich… — Mehr
Leben und Werk Truffauts
Truffaut ist der Sohn eines technischen Zeichners und einer Sekretärin. Nach eigenen Aussagen hatte er eine schwere Kindheit und fühlte sich vernachlässigt und ungeliebt. Dieser suchte er durch seine Cinephilie zu entkommen. 1948 lernte er André Bazin kennen und gründete seinen eigenen Filmclub, den Cercle cinémane. Mit 16 Jahren verschuldete er sich wegen dieses Filmclubs und kam auf Wunsch des Vaters – später sollte er herausfinden, dass dieser sein Stiefvater war – in eine Anstalt für minderjährige Straftäter. 1950 veröffentlichte er seine erste Filmbesprechung. Danach arbeitete er als Fabrikarbeiter. Durch Bazin kam er auf die Idee, Kinovorführungen für alle Fabrikarbeiter zu organisieren. Durch Bazin lernte er schnell die Größen des damaligen französischen Kinos, wie Alain Resnais und Chris Marker, auf Jean-Luc Godard, Jacques Rivette und Eric Rohmer kennen.
1951 stieg dann in den Militärdienst ein, um kurz darauf zu desertieren. Er wird kaserniert und flieht wieder, als er nach Indochina abkommandiert werden soll. Nach der unehrenhaften Entlassung aus dem Militärdienst bringt ihn Bazin in der Filmabteilung des Landwirtschaftsministeriums unter.
Im Januar 1954 veröffentlicht Truffaut als Mitarbeiter der Cahier du cinéma seinen berühmt gewordenen Artikel Une certaine tendance du cinéma, der die Bewegung der Nouvelle Vague ästhetisch begründete. Dieses Manifest wendet sich gegen den “verlogenen psychologischen Realismus” des französischen Autorenfilms. Bald macht sich Truffaut als Kritiker der “Cahiers du Cinéma” einen Namen durch seinen klaren Stil, seine Präzision und Unbestechlichkeit im Urteil.
Im Laufe seiner Karriere drehte Truffaut unzählige Filme. Hervorzuheben ist der autobiographisch inspirierte Antoine-Doinel-Zyklus: Sie küssten und sie schlugen ihn, Antoine et Colette, Geraubte Küsse, Tisch und Bett und Liebe auf der Flucht. Den Schauspieler Jean-Pierre Léaud bezeichnete er als sein Alter Ego. In diesen fünf Filmen erzählt Truffaut die Biographie seines filmischen Doubles ebenso wie die seiner Partnerin Christine alias Claude Jade, die auch mit Truffaut verlobt war.
Seine Utopie Fahrenheit 451 (1966) war auch international erfolgreich. Am 21. Oktober 1984 starb Truffaut in Paris.
Weiterführende Informationen
- Der Antoine-Doinel-Zyklus
- Die Bewegung der Nouvelle Vague
Weitere Informationen im Internet
- Informationsseite über Truffaut und Video über die Präsentation von Les 400 Coups auf dem Festival de Cannes und über die Nouvelle Vague auf französisch
- Vertonte Gespräche mit und über Truffaut auf Arte.tv
- Biographie zu François Truffaut auf film-zeit.de
Quelle
- Biographie Truffauts auf Arte.tv
Populäre Filme
von François Truffaut
Fahrenheit 451
GB 1966
Außer Atem
FR 1960
Jules und Jim
FR 1962
Sie küßten und sie schlugen ihn
FR 1959
News
die François Truffaut erwähnen
Oscar-Flops - Siegreich und doch vergessen Veröffentlicht 2010/03/02 08:50:00
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Die Braut trug schwarz Veröffentlicht 2009/06/12 12:45:00
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2 Kommentare
über François Truffaut
Heiderditte 2009/12/09 14:38:50
annaberlin 2008/10/31 16:36:48
Truffaut hat Jules und Jim gemacht, einen meiner absoluten Lieblingsfilme. Alleine dafür steht er bei mir ganz oben auf der Liste. Aber zudem gibt es in seinem Werk auch keinen einzigen schlechten Film. Von welchem Regisseur kann man so etwas behaupten? Jeder seiner Film lebt für sich und viele seiner Werke sind so bedeutend, dass sie ständig in der Filmgeschichte zitiert werden. François Truffaut ist einer der größten Regisseure des 20. Jahrhunderts.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Darbon 2009/12/24 00:36:12
Er selbst mochte ihn ja auch nicht und der Film ist bei all seiner meisterhaften Montage kühl; Claude Jade fand ihn "frustrierend". Das sagte auch eine Dame um die 60, als ich "Liebe auf der Flucht" zuletzt 2008 im "Lichtblick" gesehen habe.
"Liebe auf der Flucht" hat aber bei all seinen Fehlern, die ich hier zum Großteil den exzentrischen Drehbuchideen Marie-France Pisiers zuschreibe, dennoch einige kostbare, weil persönliche Querverweise. Bei weitem nicht so gelungen wie bei "Tisch und Bett" ist François Truffaut, der "Mann, der die Frauen liebte", hier erneut dabei, sein Leben wie immer zu rekapitulieren, leider nicht so leichtfüßig wie in den früheren Doinels: Der Mann, der seine Mutter verachtungswürdig nennt (das wissen wir seit den "400 Coups" und spätestens seit seinem Brief an Claude Jades Mutter Marcelle Jorré, in dem er ausführlich sein kaputtes Frauenbild beschreibt). Wir haben Madeleine Morgenstern, von 1957 bis 1965 seine erste und letzte Ehefrau, die Tochter eines Produzenten und Förderers. Und wir haben die 19jährige Claude Jade, die dem 35jährigen sein Rettungsanker werden sollte ("Als ich Claude [1968] nach vier Jahren Einsamkeit begegnet bin, habe ich gedacht, dass ich mich dank ihrer von meiner Vergangenheit befreien könnte; schließlich werde ich nun schützen und nicht schützen müssen...") und wir haben Catherine Dorléac-"Deneuve"-Bailey, die auch nach den Vätern ihrer Söhne Vadim oder Mastroianni hätte heißen können ("Wozu die Ehe, wenn es die Scheidung gibt?").
Truffaut begab sich nach der Deneuve in psychiatrische Behandlung und wer musste trösten? Claude Jade, die er so brutal kurz vor der Trauung sitzen ließ und die über die Jahre seine enge Vertraute wurde, die er "meine dritte Tochter" nannte. Wie die echte Christine für den inzwischen falschen Antoine. Und kurz vor dem Tode - Claude lebte nun als Diplomatenfrau gerade zwischen Moskau, wo sie mit Jutkewitsch drehte, und auf Zypern - gab es dann Fanny Ardant, aber das war dann auch schon lange nach der "Liebe auf der Flucht".
Truffaut erschließt sich am besten, wenn man sein Gesamtwerk kennt und da hat die misslungene "Liebe auf der Flucht" durchaus ihren verdiensten Platz (jedenfalls immer noch weit vor "Adèle H." und "Fahrenheit 451").
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Sein Film die amerikanische Nacht ist das beste Werk über Regisseure und ihre Probleme, das der Film hervorgebracht hat (Dicht gefolgt von 81/2)
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