Die Nacht des Jägers

The Night of the Hunter (1955), US
Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 16.03.1956

8.1 Kritiker
28 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.3 Community
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Die Nacht des Jägers - Poster
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von Robert Mitchum und Charles Laughton, mit Robert Mitchum und Shelley Winters

Ben Harper sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Bei einem Banküberfall erschoss er zwei Angestellte und erbeutete 10.000 US-Dollar, die er vor seiner Verhaftung noch irgendwo zu Hause verstecken konnte. Wo genau, das versucht sein Zellengenosse Harry Powell vergeblich harauszufinden. Powell, der wegen einen kleineren Delikts in Haft ist, verbirgt hinter seinem sympathischen Äußeren einen gefährlichen Mörder und Psychopathen, der als Prediger durch die Lande zieht. Harper wird hingerichtet und Powell aus dem Gefängnis entlassen. Er besucht Harpers Familie, erschleicht sich ihr Vertrauen und heiratet seine Witwe. Schon bald muss er aber erkennen, dass nur Harpers Kinder, Pearl und John, das Versteck des Geldes kennen. Für sie beginnt ein Albtraum.

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Kritiken (4) — Film: Die Nacht des Jägers

Julio Sacchi: Das Manifest

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9.0Herausragend

Existenzialistisches Horrormärchen mit beeindruckendem Mut zur Surrealität; die nächtliche Flucht der Kinder durch ein schattenreiches Gruselland ist unvergeßlich. Daß der große Schauspieler Charles Laughton es bei dieser einen Regiearbeit beließ, ist fraglos beklagenswert. Ihm verdanken wir auch einen ikonografischen Bösewicht, für den Robert Mitchum sogar seine Lakonie ausschaltet. Wer die Meisterschaft dieses Filmes nicht sieht, hat TRANSFORMERS verdient.

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Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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10.0Herausragend

„Die Nacht des Jägers“ ist ein höchst unorthodoxer Film, bei dem es nicht verwunderlich ist, weshalb er 1955 bei Zuschauern und Kritikern für Aufsehen und Entsetzen sorgte. Charles Laughton entwarf ein abgrundtief bösartiges Martyrium, gebettet in expressionistische Bilder durch ungewöhnliche Ausleuchtung, bemerkenswerten Einsatz von Licht- und Schatteneffekten, brillant eingefangen von Kameramann Stanley Cortez und mit einem einzigartigen Bösewicht, der jeden Schurken aus James Bond-Filmen aussehen lässt wie die Zeichentrickfigur Bugs Bunny.

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Flibbo: wieistderfilm.de

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4.0Uninteressant

[...] Regisseur Charles Laughton liefert zwischendurch einige aussagekräftige Bilder, macht deren Wirkung aber unter anderem damit kaputt, wie er sie miteinander verbindet. Wer sich von „Die Nacht des Jägers“ packen lässt, muss schon sehr verliebt sein, in eine experimentierfreudige Inszenierung, die ihrer Zeit voraus ist. Das Herumspielen mit Kontrasten erzeugt noch keine echte Düsternis, welche bei der Geschichte von Nöten gewesen wäre. [...]

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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10.0Lieblingsfilm

Grimmiger Genre-Klassiker, der neben der herausragenden schauspielerischen Leistung vor allem durch die faszinierende Schwarz/Weiß-Fotografie beeindruckt.

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Kommentare (23) — Film: Die Nacht des Jägers

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aberaber

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Bewertung7.0Sehenswert

Ungewohnlicher "Thriller" für die Entstehungszeit. Teilweise sehr innovativ.

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WaaayneTrain

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Bewertung10.0Herausragend

"Na, Kleine, du wunderst dich wohl über meine Finger?! Soll ich dir einmal von der rechten und der linken Hand erzählen, mein Junge? Die Geschichte von gut und böse? H,A,T,E. Es war die linke, mit der der fluchbeladene Kain seinen Bruder Abel zu Boden schlug. L,O,V,E. ihr seht die Finger der rechten. Diese Finger haben Adern. Sie führen zur Seele des Menschen. Die rechte Hand wollte die Hand der Liebe. Passt auf, jetzt kommt die Geschichte des Lebens. Diese Finger, ihr Teuren, liegen IMMER im Kampf miteinander, haben EWIG Zank und Streit. Jetzt passt auf. Oben ist die linke Hand. Sie bedeutet Kampf und Streit. Es scheint, dass die Liebe unterliegt. Aber wartet ab. Wartet ab. Da! Da, die Liebe gewinnt! In der letzten Sekunde. Die Liebe hat gewonnen! Und die Kampf- und Hasshand wird gezähmt!"

"Die Nacht des Jägers" ist ein sehr symbolisches Werk, das auf eine ganz einzigartige Weise enorme Spannung zu erzeugen weiss. Ich habe noch nie einen Film gesehen, den zwei kleine Kinder mit ihrer überragenden Schauspielerkunst fast alleine tragen können. Natürlich muss man auch den äusserst beängstigenden Robert Mitchum erwähnen, schon alleine seine Mimik ist unglaublich. Seine Rolle ist beinahe schon ein Höhepunkt der Filmgeschichte, schon alleine die symbolische Geschichte von Liebe und Hass hat viele Nachahmer gefunden.

Die Bilder und die Musik harmonieren perfekt miteinander, es wird sehr schön mit Licht und Schatten herumexperimentiert, was sehr schöne Szenen erzeugt. Mit einem Hauch von Surrealismus und Charakteren mit gesundem Humor bringt der Film einen sehr oft auch zum Lachen. Besonders hervorheben will ich auch noch die Szene, als Pearl im Boot beginnt zu singen. Einfach magisch; Gänsehaut.

Bevor ich mich nun ganz in der Hysterie verliere komme ich mal zum Schluss. Vor drei Stunden habe ich "Die Nacht des Jägers" zum ersten Mal gesehen. Es ist ein Märchen, ein visuelles Goldstück. Hochspannend durch die Charaktere und einfach einzigartig. Ausserdem besitzt der Film eine tiefsinnige Symbolik, eine Symbolik über die Klugheit, die innere Kraft und die Anpassungsfähigkeit der Kinder.

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filmfan90

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der britische Schauspieler Charles Laughton bebildert in seinem surrealistisch anmutenden Thriller „The Night of the Hunter“ die Flucht zweier Kinder vor einem geisteskranken Wanderpriester, der es auf das Geld und Leben der Geschwister abgesehen hat.
Während der Zeit der „Great Depression“ in West Virginia erschießt der Familienvater Ben Harper bei einem Banküberfall zwei Männer. Kurz bevor er von der Polizei verhaftet wird, gelingt es ihm, das geraubte Geld seinen beiden Kindern, Pearl und John, zu übergeben, welche ihm versprechen, niemandem etwas von der beträchtlichen Beute zu verraten. Im Gefängnis entlockt der doppelzüngige Pfarrer Harry Powell (Robert Mitchum), der wegen eines Autodiebstahls inhaftiert ist, dem zum Tode verurteilten Harper das Geheimnis um den Verbleib des gestohlenen Geldes. Nach seiner Entlassung macht sich Powell mit dem Vorhaben, das Geld der mittlerweile verwitweten Willa Harper (Shelley Winters) und ihrer Kinder zu erbeuten, auf den Weg zu der Familie. Schnell gewinnt der charmante Prediger das Vertrauen der ahnungslosen Mutter und schließlich heiraten sie. Als Willa allmählich erkennt, dass Powell ihre beiden Kinder massiv bedroht, um das Versteck, in dem sich das Geld befindet, zu erfahren, stellt sie ihren frisch angetrauten Ehemann zur Rede, woraufhin dieser sie ermordet. Die Geschwister können indes fliehen und treiben auf einem Boot den Ohio River entlang, bis sie schließlich bei der gutmütigen Rachel Cooper (Lilian Gish), die Waisenkinder in ihre Obhut nimmt, Unterschlupf finden. Doch Powell ist den beiden gefolgt…
Die Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton zeugt von dem Einfallsreichtum eines Debütfilms ohne die Schwächen eines solchen aufzuweisen: vor rätselhaften, pittoresken Kulissen, die an den expressionistischen Stummfilm der 1920er Jahre erinnern, kreiert Laughton eine absonderliche Symbiose aus Film noir und Horrorfilm.
Neben den glaubhaften Darbietungen der beiden Kinderschauspieler, Billy Chapin und Sally Jane Bruce, überzeugt vor allem Robert Mitchum in der Rolle des geisteskranken Pfarrers: umhüllt von schwarzer Kleidung und auf einem Schimmel reitend umgibt ihn eine Aura des Bösen. Weiterhin sind auf den Fingerrücken seiner linken Hand die Buchstaben H-A-T-E und auf die der rechten L-O-V-E tätowiert- all dies führt dazu, dass man die Figur des Harry Powell getrost zu den memorabelsten Verbrechern der Filmgeschichte zählen kann.
Der Kampf zwischen „Liebe“ und „Hass“, den Powell in einer Schlüsselszene des Films durch ein Händeringen versinnbildlicht, wird von Laughton zu einem inszenatorischen Merkmal seines Werkes erhoben, indem er gleißend hell gefilmte Landschaften bei Tag der nächtlichen Dunkelheit – d.h. derjenigen Tageszeit, zu der Powell zuschlägt – gegenüberstellt. Die brillante Schwarzweiß- Fotografie des Films, für die über die markante Lichtsetzung hinaus dynamische Montagen- so wird den friedlich in der Natur spielenden Kindern der bedrohlich voranpreschende Zug, in dem Powell zu Familie Harper reist, entgegengesetzt- charakteristisch sind, ist Kameramann Stanley Cortez, der übrigens auch mit anderen nonkonformistischen Regisseuren wie Welles oder Fuller zusammengearbeitet hat, zu verdanken.
Eine weitere Besonderheit von „The Night oft he Hunter“ besteht in der märchenhaften Diegese, die Laughton heraufbeschwört: ständig singen verschiedene Filmfiguren heitere Lieder, das Haus der Harpers erinnert gar an das Lebkuchenhaus aus Grimms Märchen, die vielen in Nahaufnahme gefilmten – und dadurch außerordentlich groß wirkenden - Tiere rufen Erinnerungen an die Landschaftsbeschreibungen in Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker „Alice in Wonderland“ wach und selbst die Leiche Willa Harpers treibt von bizarrer Schönheit umgeben auf dem Grund des Ohio. Doch zu jeder Zeit ist dem Zuschauer bewusst, dass „das Böse“ in Gestalt des Wanderpredigers diese scheinbare Idylle zu zerstören droht und hinter dem Geld und Leben zweier unschuldiger Heranwachsender her ist - durch diese Dualität entsteht eine überaus faszinierende Atmosphäre.
Und so ist es einzig das beschauliche Ende, das den ansonsten makellosen Gesamteindruck dieses visionären Thrillers, der Laughtons einzige Regiearbeit bleiben sollte, trübt...


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Timo K.

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Schöne Würdigung! :) Ich sollte mir den Film vielleicht noch einmal anschauen, denn beim ersten Mal hat er nicht so gezündet.


filmfan90

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Schade, dass er bei dir nicht den gleichen positiven Eindruck wie bei mir hinterlassen hat. Eine Zweitsichtung hat der Film jedenfalls verdient. :)


annaberlin

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Bewertung9.0Herausragend

The Night of the Hunter ist einer dieser Klassiker, die dich nie wieder loslassen. Die Parallelen zu Fritz Langs Eine Stadt sucht einen Mörder sind offenkundig, ganze Einstellungen wirken so, als ob Fritz Lang sie gedreht hätte, nehmen wir die Szenen, die aus der Augenhöhe des kleinen Jungen gedreht sind, in denen der Bösewicht übermenschlich groß wirkt, oder die Flussszenen oder diejenige, wo die Kinder im Schuppen schlafen und der Mörder auf dem Pferd am Horizont entlangreitet. Dass The Night of the Hunter damals ein Flop war, ist eine Schande, er gehört für mich zu den großartigsten Werken aus jener Zeit. Grimmiger Horrorthriller und Morality Tale zugleich, einziges Regiewerk eines brillanten Charakterdarstellers und wahrhaft expressionistisches Kunstwerk: The Night of the Hunter fasziniert durch seine Vielschichtigkeit. Einzig das Ende hätte nach meinem Geschmack anders ausfallen müssen und wirkt ein wenig so, als habe ein Produzent Weihnachten erzwingen wollen.

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annaberlin

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Du meinst, die Weihnachtsszene hat auch noch Parallelen zu Lang?


Filmkenner77

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Der Monolog der Frau am Ende. So ungefähr: "Man muss auf die Kinder aufpassen" (oder so ähnlich). Und der Mob, der den Wanderprediger lynchen möchte.


Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Die einzige Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton (unvergesslich als Sir Wilfried in Billy Wilders "Witness for the Prosecution") zeichnet sich durch seine expressionistisch-surreale Inszenierung aus und ist für mich einer der eindrucksvollsten und außergewöhnlichsten Film Noirs aller Zeiten. Robert Mitchum mimt den Wolf im Schafspelz mit beeindruckender Böshaftigkeit und präsentiert uns einen der unvergesslichsten Bösewichte der Filmgeschichte.
Damals - aufgrund der Thematik und Inszenierung - ein Kinoflop, heute Pflichtprogramm für alle Cineasten.

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Andy Dufresne

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Mit das beste (Film)Onehitwonder Ever!


Harry Powell

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Bewertung9.5Herausragend

Ein sehr spannender und fesselnder Film der seine Aufmerkamkeit aus den Düsteren Bildern und der unheilvollen Musik zieht die sogar noch besser ist als die von Psycho. Auch ist Robert Mitchums Darstellung als Skrupeloser Prediger einmalig und wurde seitdem oft kopiert aber nie erreicht. Dieser Film ist ein mehr als beklemmender Alptraum und hat es verdient ein Klassiker zu werden!

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guggenheim

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Bewertung6.5Ganz gut

Robert Mitchum geht immer. Und bei (der jungen) Shelley Winters wird die Begierde in mir wach. Nur: endgültig packen konnte mich "The Night of the Hunter" nicht. Spannungsmomente können nicht gehalten werden, die Geschichte flacht immer wieder ab. Die Kinder konnten mich ebensowenig überzeugen, in diesem Fall ein echter Schlag, da sie ja eine entscheidende Rolle spielen. Symbolik, Bildsprache und Vorreiterrolle in Ehren, aber das ist nicht alles. Der Benz Motorwagen war auch revolutionär, nur könnte man damit heutzutage wohl kaum im Straßenverkehr bestehen.

Die damalige Häme hat der Film bestimmt nicht verdient - die heutige Glorifizierung aber auch nicht. Irgendwo in der Mitte kann man sich treffen, dann passt es.

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Hitmanski

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Dabei bin ich in letzter Zeit außerordentlich gnädig und friedliebend :)


annaberlin

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Ich kann es nicht besser sagen als sie, also lies bitte folgende Kritik guggi http://www.guardian.co.uk/film/1999/mar/19/margaretatwood


filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

[Spoilerwarnung] Beklemmend schön und überraschend vielschichtig präsentiert sich Charles Laughtons einziges Regiewerk "Die Nacht des Jägers". Eine vordergründige Gut-Böse-Geschichte, erzählt aus Sicht der beiden Kinder Pearl und John, die eher zufällig durch die Hände des kriminellen Vaters zu einem großen Batzen Geld kommen. Sie hinterfragen nicht die Motive und die Herkunft, sondern vertrauen allein seinen Worten, das Geld vor der ganzen Welt zu verstecken. Ein Vermächtnis, das in jener zu großen Gefahren führen kann, hier in Gestalt des Predigers Harry Powell, der durch Wort und Tat zu einer Art Inkarnation hochstilisiert wird, spätestens wenn sein denkwürdiges Fingerspiel aufgeführt wird. Wie ein Virus durchsetzt er die zurückgebliebene Familie, angetrieben durch seine Gier nach dem Geld, doch einzig John scheint immun zu sein gegen die Heuchlerei Powells, der ansonsten fast sämtliche Beteiligten manipulieren kann. Eine psychologische Hetzjagd beginnt, bei den die beiden Geschwister alles zurücklassen müssen und erst bei Rachel, einer fürsorglichen Dame und einem Herz für Kinder, ihre Obhut finden. Sie bildet den absoluten Gegenpol zu Powell, deren fester Glauben zu einer Insel großer Gutmütigkeit und Wahrhaftigkeit führt. Ein ungewöhnlicher Film über Religiösität und ihren unterschiedlichen Konsequenzen, dessen originelle Bildkompositionen die märchenähnliche Geschichte voller Eigenarten erst zur vollen Entfaltung bringen. Sehr sehenswert, auch durch die überzeugenden Darsteller, bei denen Robert Mitchum als Bösewicht natürlich brillieren kann.

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filmschauer

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Sich an Fritz Lang zu orientieren, sei es visuell oder erzählerisch, ist ja eigentlich nie falsch. Die Frage ist nur, ob es eine gewollte Reminiszenz war...


Filmkenner77

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Ich denke schon. Laughton drehte ja auch mit Hitchcock, Dieterle und Wilder, die alle in Deutschland gelebt und gearbeitet haben. Zudem war Laughton Brite und hatte somit seine Wurzeln im europäischen Kino. Daher glaube ich nicht, dass diese Szenen ein Zufall sind. Dafür ist der Film insgesamt zu raffiniert durchdacht, strukturiert und visualisiert.


DeDavid

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Bewertung9.0Herausragend

Unfassbar beklemmende Schwarz-Weiß-Perle mit genialem Score, einer Paraderolle Robert Mitchums als eiskalter Killer, der Maßstäbe in puncto ambivalenter Kräfte setzt und bahnbrechender, gernreprägender Wirkung.
Erinnert mich dank der kindlichen Sichtweise an "To Kill a Mockingbird" und der intensiven Atmosphäre wegen an "Psycho", dem Vorreiter bzgl. intensiver Spannung überhaupt.
Ein zeitloser Klassiker, dem noch viel größere Würdigung zuteil werden sollte!

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Mrs.Yellow

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Bewertung9.0Herausragend

Wow, der Film hat eine enorme Wirkung. Die Atmospähre ist unglaublich, sehr düster und beklemmend, aber trotzdem wird der Charme der Charaktere beibehalten. Die Story ist toll, und gut auf die Laufzeit des Films verteilt. Die Spannung entsteht nicht durch Action, oder die Jagd auf die 2 Kinder, sondern durch den Psychoterror der auf die Kinder und die Zuschauer ausgeübt wird. Robert Mitchum spielt erstklassig. Seine Darstellung des psychopathischen Predigers, der jedes Gebot der Bibel missachtet, hat mich sehr begeistert, da er sich zwar die ganze Zeit auffälig verdächtig verhält, aber trotzdem diesen Charme hat, der nicht nur Rudy, sondern auch mich verzaubert hat ;)

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Filmkenner77

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Interessant sind zudem die subtilen Märchenelemente des Films. Sind dir die auch aufgefallen? Zudem hat mich das Ende sehr an "M" erinnert.


fabel

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Da kann ich es mir ja gleich schenken, etwas zu schreiben.;)


cpt. chaos

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Bewertung4.0Uninteressant

Ungewöhnlich düsterer Film für die 50er, mit einer sehr ansprechenden s/w-Optik.

Die Story an sich ist grundsätzlich recht gut und hat daher auch ihre Momente, aber trotzdem ziemlich eigenartig in der Umsetzung.
So beispielsweise die übertriebene Darstellung der gottesbesessenen Mutter, die daraufhin auch Gott sei Dank frühzeitig beiseite geräumt wurde.

Weshalb Robert Mitchum derartig glorifiziert wird, ist mir zudem auch ein wenig schleierhaft.

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Filmkenner77

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Der Film wirkt deswegen so ungewöhnlich in der Umsetzung, weil er im Prinzip ein in den 20 Jahren verankertes Märchen ist. Die Symbolik erschließt sich erst beim zweiten Sehen. Auch gibt es mehrere Parallelen zum Expressionismus und zur Bildsprache des frühen Fritz Lang. Der Film ist sehr vielschichtig und dies macht ihn unter der Oberfläche durchaus anspruchsvoll.


cpt. chaos

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Ob ich mir den je nochmals antun werde, wage ich allerdings zu bezweifeln...


Filmkenner77

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Meiner Ansicht nach einer der wegweisenden Thriller der 50er Jahre mit einem grandios agierenden Mitchum in seiner vielleicht besten Rolle. Selbst in "Ein Köder für die Bestie" war er nicht boshafter als in diesem verkannten Meisterwerk von Charles Laughton, dessen einzige Regiearbeit seinerzeit ein Flop war. Der Film wartet mit großartigen Aufnahmen auf und beweist, dass Laughton mit seinen eindrucksvollen Licht und Schatten-Effekten im Stile des Expressionismus ein Gespür für Stimmungen hat. In Kombination mit einer bedrohlichen Musik entwickelt der Film so eine quälende Eigendynamik, die den Zuschauer förmlich in die Handlung hineinzieht. Zweifellos war der Film seiner Zeit weit voraus und wurde vom damals verstört reagierenden Publikum abgelehnt, weil der Film in seiner Mischung aus Thriller und Horror provozierte. Das Böse wurde ausgerechnet im erzkonservativen Amerika der 50er Jahre in Form eines Wanderpredigers präsentiert. Obwohl nur als Tarnung gedacht, empfanden viele dies als Tabubruch.
DeNiros tätowierter Körper in "Kap der Angst" ist eine Verbeugung Scorseses vor diesem Klassiker und weist im Prinzip auf Mitchums tätowierte Fingerknöchel, die die Worte "Love" und "Hate" zeigen. Laughton schuf einen fesselnden und zugleich schockierenden Film mit herausragender Bildsprache, der seinen festen Platz in der Filmgeschichte hat und Vorreiter für eine Unzahl von ähnlich gelagerten Filmen war. Beängstigend, bedrohlich, gut und für all jene zu empfehlen, die bislang noch nicht in den Genuss dieses Klassikers kamen.

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Filmkenner77

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"Sauna" durfte dort nur zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr gezeigt werden. "Der Dämon und die Jungfrau" hatte diese Einschränkung komischerweise nicht, obwohl der meines Wissens nach auch ab 16 war. Lassen wir uns einfach mal überraschen. Nach welchen Kriterien Arte ihre Mediathek füllt, ist mir auch ein Rätsel.


filmschauer

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Weil "Sauna" FSK 18 ist.


Ich_mache_Seife

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Märchen für Erwachsene, das die älteste Geschichte des menschlichen Wesens erzählt - jene von Gut und Böse - die gefangen in einem immerwährenden Kampf in des Menschens Seele.
Beeindruckend das Spiel Robert Mitchum's und die so unwirklich wirkenden Bilder und Szenarien als erleben man einen Alptraum, allerdings einen von beinahe poetischer Natur.

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Jan Terzky

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein merkwürdiger Film aus einer ganz fernen Zeit. Dieses Gefühl paart sich mit der Empfindung, dass die Handlung und die Stimmung auch heute noch bewegen. Großartig Robert Mitchum diesmal in der Rolle des Finsterlings. Und ein Lehrstück für moderne Regisseure, dass Spannung auch ohne Action erzeugt werden kann, Horror auch ohne fließendes Blut...

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phoenix409

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zeitloses Gesellschaftsstück, erzählt wie ein Kammerspiel unter freiem Himmel. Auch wenn die Inszenierung aus heutiger Sicht reichlich altbacken und gestellt daherkommt, der Plot funktioniert immer noch wunderbar. Mitchum spielt unheimlich intensiv. Ein Klassiker.

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SgoTscH

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Bewertung9.0Herausragend

Absolut skurril, es wird einem nichts griffiges geboten. Das Verhalten der Leute, ihre ganze Gestik, ihre Beweggründe (bis auf die deutlichen und klaren Ausnahmen: Gier, Angst), die Musik (wird bloß noch durch Psycho übertroffen und die Perspektiven (der Schwerpunkt auf die Faune und die häufige Sicht durch offene Türen).

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willy50

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es ist schade, dass der Charles Laughton nur diesen einen Film als Regiesseur gemacht hat. Mitchum als Bösewicht ist einfach nur stark. (siehe auch: Ein Köder für die Bestie)

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Darbon

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Und Shelley Winters ein Muss für alle Schauspielaspirantinnen. Hatte Charles da die Elsa im Sinne?


Heiderditte

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Bewertung7.5Sehenswert

Spannend!!!

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Bradbury

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Robert Mitchum als sadistischer Wanderprediger jagt mir auch heute noch wohlige Schauer über den Rücken. Eine beeindruckende Leistung in einem kleinen aber feinen Film.

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Movieboehmy

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Bewertung9.0Herausragend

Kamera, Darsteller und Atmosphäre sind erstklassig für die damalige Zeit. Robert Mitchum in seiner stärksten Rolle.
Für mich einer der großen Klassiker der Filmgeschichte.

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willy50

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Die Damen Gish und Winters sind aber auch nicht schlecht !


willy50

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Die Damen Gish und Winters sind aber auch nicht schlecht !


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