Die neunschwänzige Katze

Il Gatto a nove code (1971), FR/IT/DE
Laufzeit 92 Minuten, FSK 16, Thriller, Kinostart 15.07.1971

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6.6 Kritiker
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von Dario Argento, mit James Franciscus und Catherine Spaak

Ein Reporter Namens Franco Arno verlor bei einem Unfall sein Augenlicht und konnte deswegen seinen Job als Reporter nicht mehr ausüben. Als er eines Tages mit seiner Nichte spazieren geht, hört er vor einem medizinischen Institut zufällig eine seltsame Unterhaltung von zwei Männern in einem Auto mit. Später an diesem Tag, oder genauer gesagt in der Nacht, bricht jemand ohne ersichtlichen Grund in dieses Institut ein – bald folgt eine Serie an mysteriösen Morden.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Die neunschwänzige Katze

Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

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7.0Sehenswert

Zweite Regiearbeit und italienisch-deutsche Koproduktion Dario Argentos, die den Mittelteil einer lediglich durch ihre Titel verbundenen Giallo-Trilogie bildet. Bereits die ersten zwei, drei Einstellungen nehmen einen Großteil des Films vorweg, zumindest aber seines Handlungsverlaufes und seiner beunruhigenden, eigentümlichen Stimmung. Trotzdem sich der Plot aus zahlreichen Unwahrscheinlichkeiten zusammensetzt, vermittelt Argento, von einigen ins Leere laufenden Nebensträngen abgesehen, eine gradlinige Kriminalgeschichte, in der sich die amateurhafte Detektion zweier Journalisten gegen einen korrumpierten Wissenschaftsapparat durchsetzen muss. In nur wenigen Filmen bewies Argento, vielfach reduziert auf starke Bilder und schwache Handlungen, ein so sicheres Gespür für Drehbuchkonstruktion wie hier – nicht zuletzt, weil die leicht wirren Plotelemente schnell vergessen lassen, dass der Film von der Figur eines blinden Ex-Reporters gerahmt wird, der seine Zeit mit dem Lösen von Kreuzworträtseln (!) vertreibt. Dass "The Cat o' Nine Tails" zudem, ähnlich wie der Vorgänger, durch überragend inszenierte Suspense-Momente und Mordsequenzen besticht, die überraschenderweise auch noch mit viel Humor unterbunden werden, bedürfe womöglich schon gar keiner gesonderten Erwähnung mehr, wenn nicht das Schlussbild selbst diese noch einmal ausstechen würde.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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7.5Sehenswert

In diesem Film zeigen sich Argentos Talente ganz deutlich, da er sich auf eigentlich komplett bodenständigem Terrain bewegt (die Handlung wäre auch in einem "Tatort" nicht als ungewöhnlich aufgefallen), aber einen soliden Krimi mit intensiven Horrorelementen und verstörenden Mordszenen zum Alptraum hochstilisiert. Erfolgreich. Die ganze Laufzeit des Films lang hat man immerzu ein ungutes Gefühl, obwohl man manchmal gar nicht weiß, warum. Irgendwie traut man nichts und niemandem, nicht einmal Karl Malden als nettem blinden Ex-Journalisten, eigentlich Top-Sympathieträger neben James Franciscus.

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Kommentare (3) — Film: Die neunschwänzige Katze

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eXonic

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Bewertung7.0Sehenswert

Nach „L‘ Uccello dalle piume di cristallo“ - Dario Argentos erster großen Erfolg und gleichzeitiges Regiedebüt - forderten die Produzenten seines darauffolgenden Films eine bloße Kopie des Karriereauftakts, um einen ähnlichen Kassenschlager in die Kinos bringen zu können, wie es mit jenem Film gelang, der die große Welle des Giallos auslöste. Von diesem Vorhaben gänzlich angewidert, tat Argento alles daran „Il Gatto a nove code“ möglichst viel Eigenständigkeit zu verleihen und neue Ideen einfließen zu lassen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der zweite Teil der lose zusammenhängenden Tiertrilogie eine gewisse Sonderstellung in seiner Filmografie (innerhalb der Frühwerke) einnimmt – im negativen, aber noch mehr im positiven Sinne.

Das Grundgerüst von „Il Gatto a nove code“ zählt trotz aller Bemühungen zum konventionellsten unter Argentos Werken, doch werden solch interessant geschnittene Szenenwechsel oder rasante Autoverfolgungsjagden später leider nicht mehr von ihm aufgegriffen. Auch auf die Wahl der Schauspieler hatte er keinerlei Einfluss, die dennoch überwiegend passend besetzt sind und gute Leistungen zeigen. Schade nur, dass die mangelnde Figurenzeichnung diese teilweise daran hindert, ihr komplettes Können zu offenbaren, denn beispielsweise Karl Malden als blinder Ex-Journalist rückt öfters zu sehr in den Hintergrund.

Neben einer ganzen Reihe von Ungereimtheiten sind es jedoch vor allem die starken Momente in Argentos Film, die sich im Gedächtnis verankern. Spannungsszenen sind mit einer schönen Regelmäßigkeit gesetzt, die der Meister durch vielerlei Point-of-View-Sequenzen, angereichert mit zu jedem Zeitpunkt passender Morricone-Musik, wie gewohnt auf atemberaubende Art zu inszenieren weiß. Dass „Il Gatto a nove code“ die volle Spielzeit über für Unterhaltung sorgt, liegt vor allem am unterschwelligen und im Gegensatz zu Argentos nachfolgenden Film „4 mosche di velluto grigio“ nicht gar so slapstickhaften Humor. Der Pfarrer muss sich im Schimpfwortwettkampf nur knapp einem Ex-Häftling geschlagen geben, der allerdings nur siegen konnte, weil ein früherer Zellengenosse ihm während seines Arrests noch ein paar neue Beleidigungen beibringen konnte: „Gigi the loser wins!“.

Falls vielleicht doch die eine oder andere Länge aufkommen sollte, kann man sich allerdings immer noch an den toll ausgestatteten Sets und dem gezielten Einsatz von Farben ergötzen: Argento nimmt hier schon ein wenig vorweg, was er später in „Profondo Rosso“ noch auf die Spitze treiben sollte, denn auch in „Il Gatto a nove code“ steht die Farbe Rot für Gefahr, die zudem einigen Gegenständen eine besondere Bedeutung beimisst und deren Wichtigkeit betont. Doch trotz gewisser Hinweise und Andeutungen bleibt es selbst für den geübten Giallo-Schauer nahezu unmöglich zu erraten, wer hier stranguliert und aufschlitzt. Die Motivation des Mörders liegt zwar auf der Hand, aber dennoch frustriert das Miträtseln gegen Ende, da es eigentlich keine Figur gibt, die für das Blutvergießen infrage kommen könnte. Die Auflösung fällt dementsprechend etwas enttäuschend aus und erreicht lange nicht die Wuchtigkeit manch anderer Argento-Filme. Spannend und mitreißend eingefangen sind die Schlussminuten dennoch, wobei vor allem die letzte Einstellung in Erinnerung bleiben wird.

Argento selbst bezeichnet „Il Gatto a nove code“ als seinen schlechtesten Film. Anzumerken ist es schon, dass er keine Herzensangelegenheit wie „Profondo Rosso“ oder „Suspiria“ war, aber dennoch kann er über fast zwei Stunden bestens unterhalten und lies 1971 schon seine enormen Fähigkeiten erahnen, die ihn zu seinen Meisterwerken der folgenden Jahre verhalfen.

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ElMagico

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Bewertung6.0Ganz gut

Argentos zweite Regiearbeit und noch ein ganzes Stück entfernt von der Genialität, die einige seiner Werke wenige Jahre später ausmachen sollen. Wobei aber schon viele Elemente Andeutungsweise vertreten sind, wie z.B. sehr viele Close-ups, die Augen des Mörders und auch die Morde sind schon deutlich Argento. Eben jene Morde sind einer der wenigen Punkte, die "Die neunschwänzige Katze" davor bewahrt ein völlig konventioneller Krimi zu sein. Auf der Haben-Seite sind definitiv noch Ennio Morricones fiebernder Soundtrack und die sehr dichten letzten 20 Minuten, die auch eine kleine Horror-Kante aufweisen.
Insgesamt kommt "Die neunschwänzige Katze" nie wirklich übers Mittelmaß hinaus, weiss ab und an mal optisch zu gefallen, leidet im Gegenzug an einem zu schlampigen Drehbuch und extrem miserablen Dialogen (egal welche Sprachfassung man wählt).
Eine für die damalige Zeit typische, unrealistische und stellenweise auch dümmliche Kriminalgeschichte, der man die Unerfahrenheit des Regisseurs anmerkt, gleichzeitig aber auch das Taltent erahnen lässt.
Ich hab mir die Uncut-Version angeschaut, welche einige Längen aufzeigt, eventuell ist man mit der 20 Minuten kürzeren deutschen Kinoversion sogar besser bedient, da diese Schnitte, soweit ich es feststellen konnte, keine Zensurschnitte sind, sondern tatsächlich nachträglich den Film etwas flotter gestalten sollten.

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Schlegel

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Bewertung5.5Geht so

Gewohntes Dario-Argento-Laienspiel, aufgepäppelt mit visuellen "Ideen", die alles nur noch ranziger machen. Die deutsche Synchro packt ein paar coole Sprüche drauf, z. Bsp. "Gehst du links, Glück bringts." oder "Schöne Wohnung." - "Ja, Bausparkasse." Dazwischen genrekonformes Erdrosseln, ne Oben-ohne-Szene und Karl Malden. War nie Giallo-Fan und werds auch nicht werden. Langweilig.

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